In der Kleinstadt Khurmal wurde eine Gruppe festgenommen, die sich auf einen Terroranschlag vorbereitet haben soll.

Unter Berufung auf den Sicherheitschef in Sulaymania, Hasan Nuri, wurden 8 Personen festgenommen, die der Terrororganisation "Ansar al Islam" angehören sollen. Die Festnahme erfolgte in der Islamistenhochburg Khurmal in der Hawraman-Region im bergigen Grenzgebiet zwischen Iran und Irak. Die Festgenommenen waren im Besitz von großen Mengen TNT.


Terrorzelle wollte in Sulaymania ein Blutbad anrichten

Kurdische Medien berichten, das der Zugriff nach längeren Ermittlungen erfolgte. Das Anschlagsziel sollte die Kurden-Metropole Sulaymania sein. Alle festgenommen Personen stammen aus Khurmal, einer kurdischen Kleinstadt die sich einst unter der Kontrolle der "Ansar al Islam" befand. Damals verhöhnte "Ansar al Islam" die kurdischen Parteien mit einem Video, in denen Peschmerga-Kämpfern die Augen ausgestochen wurden. Doch das Blatt wendete sich: Im Jahr 2003 wurde Khurmal von kurdischen Kämpfer der PUK (Patriotische Union Kurdistans) und amerikanischen Spezialeinheiten zurückerobert. Viele Mitglieder von "Ansar al Islam" flohen in den Iran und begannen nach kurzer Zeit wieder blutige Anschläge zu verüben.


Islamisten provozieren einen Bruderkrieg

"Ansar al Islam" scheint es sich zum Ziel gesetzt zu haben, nicht nur eine große Anzahl von Menschen zu töten, sondern darüber hinaus die Kurden zu spalten. Anschläge auf kurdische Êzîden in Schingal und kurdische Schiiten in Khanakin sollen Spannungen zwischen religiösen Minderheiten und der sunnitischen Mehrheit provozieren. Dabei scheuen die Terroristen nicht einmal davor zurück, Gotteshäuser anzugreifen.



Blutige Bilanz des Terrors

11. Februar 2003: Unter dem Vorwand, verhandeln zu wollen, wird der kurdische Minister Schawkat Hadschi Muschir ins Gebiet von "Ansar al Islam"  gelockt und ermordet. Im Anschluss werden zahlreiche Menschen als Geiseln genommen, mehrere Zivilisten werden verletzt. Ein achtjähriges Mädchen wird von einer Kugel in den Kopf getroffen und fällt ins Koma.

20. November 2003: Bei einem Anschlag mit einem Lastwagen sterben in Kirkuk 4 Menschen, 30 werden verletzt. Unter den Opfern waren auch Kinder. Der Anschlag galt der PUK (Patriotische Union Kurdistans).

1. Februar 2004: Bei einem Bombenanschlag auf die Hauptquartiere der PUK (Patriotische Union Kurdistans) und der KDP (Demokratische Partei Kurdistans) kommen in der kurdischen Hauptstadt Erbil 100 Menschen ums Leben, darunter auch wichtige Funktionäre. 200 Menschen werden verletzt.

18. November 2005: In der schiitisch-kurdischen Stadt Khanakin wird ein Anschlag auf eine Moschee verübt, 80 Zivilisten kommen dabei ums Leben, über 100 Menschen werden verletzt.

14. August 2007: In einem von Êzîden bewohnten Wohngebiet nahe Schengal werden mit Sprengstoff beladene Lastwagen fast gleichzeitig in die Luft gejagt – zu einer Zeit, als sich hunderte von Menschen auf den Straßen aufhielten. Dabei werden 500  Zivilisten getötet. Die Mörder wollten möglichst viele Menschen töten und haben in Kauf genommen, dass bei dem Anschlag auch Kinder ums Leben kommen.

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Originalartikel: "Ewlekariya Silêmaniyê planên grubeke terorîst pûç kirin", erschienen am 29.12.2008 in Dengê Azad,  übersetzt von Qers

Notiz:


Weitere Quellen: 
Profile: Kurdish Islamist movement, 13.01.2003
Heimtückischer Mord an Kurdenführer, 11.02.2003
Terror strikes blamed on al-Zarqawi in Iraq, 04.05.2005
Anschläge auf Yesiden im Nordirak - War das Blutbad eine Tat der Al Kaida?, 15.08.2007
Anschläge auf Yesiden im Nordirak - Zahl der Todesopfer auf bis zu 500 gestiegen, 06.08.2007