Ende August 2017. Endlich - Tal Afar ist befreit. Über lange Zeit hinweg wütete in der kleinen Stadt im Norden Iraks der IS. Harte Kämpfe waren nötig um das Übel zu vetreiben. Was blieb ist ein Bild von Ruinen. Vieles wurde zerstört was nicht immer auf den Krieg an sich zu deuten ist. Oftmals zerstörte auch der IS aus unbegreiflichen Gründen Haus und Hof und Land.  Man kann sagen, dass ein Teil der Kultur vernichtet wurde und das einfach aus niederen dummen Motiven heraus.

Viel schlimmer aber gestaltet sich ein anderes Bild. Die Ruinen stehen meist leer. Die Menschen, die Glück und Kraft hatten sind geflohen und leben wo auch immer. Oftmals erleben diese Flüchtlinge dann auch Spott und Ausgrenzung statt Hilfe und Sicherheit. Ein weiteres Übel nach dem Übel.

Aber manchmal geht es noch schlimmer.

Das wohl schlimmste Bild sind die Toten. Krieg wird immer Menschenleben fordern und ein Mensch der mit einer Kriegswaffe getroffen wurde, kann sehr übel aussehen. Doch es sind weniger die Toten des Krieges, die schockieren. Es sind die Toten, die Menschen, die der IS umgebracht hat. Diese Menschen wurden schlicht aus reiner Willkür heraus von IS Leuten umgebracht. Was sich da bietet kann man kaum beschreiben. Unsere Genossinnen und Genossen die im Krieg stehen müssen mit den "Bilder des Krieges" klar kommen, was sie auch schaffen, doch es ist schwer zu ertragen diese anderen Bilder zu sehen. Diese Menschen, die so sinnlos sterben mussten.

Auf der einen Seite kann man Internet Portale bzw. soziale Netzwerke verstehen, die diese Bilder bannen. Auf der anderen Seite gehören auch diese Bilder zum Krieg. Sie gehören zur Geschichte des kurdischen Volkes im Kampf um Freiheit. Keine Sorge, wir werden jetzt hier kein Bild anheften, aber wir wollen ein Bild beschreiben, was unsere kämpfenden Genossinnen und Genossen sowie andere Menschen sahen:  (Anmerkung das Bild wäre in einem Video festgehalten, die Situation ist tatsächlich so geschehen)

Ein Vater sucht in den Ruinen nach seiner Frau und seinen Kindern. Er findet zunächst nichts. Dann findet der Vater seine etwa 3 Jährige Tochter. Ihr wurde der Kopf von IS Leutern abgeschlagen. Er lag neben dem Torso. Der Vater nimmt den Torso auf und trägt ihn fort.

Das meine lieben Freundinnen und Freunde des kurdischen Portals ist ein Stück Geschichte Kurdistans. Es mag jeder für sich entscheiden, ob es richtig oder falsch ist gegen den IS zu kämpfen. man möge aber dabei nie den Vater vergessen, den wir zum Bild beschrieben haben und vergesst nicht das kleine kurdische Mädchen. Welche Hoffnung hat es wohl noch gehabt, bevor ein Messer den Kopf abtrennte? Auch ein kleines Kind hat Hoffnung und nur das Wissen unserer Genossinnen und Genossen vor Ort, wo auch immer sie aktiv im Kampf standen, lässt sie diese Bilder überleben. Man konnte das kleine Kind nicht retten aber man war da und hat versucht.

Wo bist du, wenn jetzt gerade einem anderen Kind der Kopf abgeschlagen wird?

Tal Afar ist befreit und es gilt noch andere Gebiete zu befreien. Denke daran und wenn du magst kannst du aktiv dabei helfen, dass die kurdischen Menschen zu ihrer Freiheit kommen.