Sa, 15. 11. um 19:00 | Robert-Havemann-Saal
Eine Lesereihe der Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog.
Entfesselte Worte — Literatur über politische Gefangenschaft: Recep MarasliRecep Marasli ist 1956 in Kurdistan/Türkei geboren. Bereits als 17-Jähriger war er zum ersten mal wegen politischer Aktivitäten im Gefängnis in Dyarbakir. Wegen Schreiben und Verteilen eines Artikels, das gegen die Hinrichtung von türkischen Revolutionären prostestierte, saß er 16 Monate lang in Haft. Später gründete er den Komal-Verlag, der Schriften zur Geschichte und Situation der Kurden herausbrachte. Viele dieser Schriften wurden verboten, der Verlag von den türkischen Autoritäten immer wieder geschlossen. Recep Marasli saß insgesamt mehr als 15 Jahre in türkischen Gefängnissen. Er wird unter anderem aus einer Verteidigungsrede lesen, die er vor den türkischen Gerichten vorgetragen hatte – eine Analyse der türkischen Repubik und der kurdischen Bewegung. Recep Marasli lebt seit 1999 in Deutschland, er schreibt derzeit an einem Buch über die Geschichte der Armenier, zudem ist er als Künstler und Graphiker tätig.
Die Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog möchte ein Forum für die Erinnerungen, die Dokumentation und Aufarbeitung von Kriegs-, Regime- und Konflikterfahrungen schaffen. Die Lesereihe „Entfesselte Worte“ vereint politisch denkende und agierende Schriftsteller und Künstler aus dem Nahen und Mittleren Osten, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft niedergeschrieben haben. Die Lesungen sind in der jeweiligen Landessprache (hier: türkisch) und werden ins Deutsche übersetzt.
Veranstalter: Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
Veranstaltungsort: Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Telefon 030.2043506, Fax 030.2041263
E-Mail:
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