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Autor Thema: Die mögliche Unabhängigkeit Kosovos  (Gelesen 3713 mal)
Jaban | Beiträge: 785
Jaban
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Gelê kurd carek din bindestiyê qebûl nake!



« Antworten #44 am: 13. Jul 2008, 01:12 »

Alexander. Nicht Worte alleine, sondern auch Taten, die diesen Worten folgen, entscheiden über Menschen! Es gibt auch Reden von Saddam, in welchen er in kurdischer Tracht die arabisch-kurdische Brüderlichkeit hochlobt und heute leben in der Türkei genügend politische Heuchler, die sich als Brüder der Kurden auffassen!
War es nicht Milosevic, der die Autonomie in Kosovo aufhob?
Es gab Massaker seitens Serben an anderen Gruppen, möge man sie Volk oder Ethnie nennen, die - muss man zugeben - durch die Lügenmaschinen der Nato-Medien auch entstellt wurden!

Dennoch: Wenn man Sie liest, könnte man beinahe denken das ganze Unglück sei von Albanern inszeniert, während die Serben größtenteils Opfer waren! Wenn die Opferzahlen in einigen Fällen, wie z.B. Srebrenica, eventuell nicht stimmen mögen,  sollte man dennoch diese Massaker nicht relativieren oder gar die Schuld den Opfern selbst anhängen!

Hier mehrere Artikel über den Konflikt (PS: Diesen Link könnte ich allgemein als interessant vorschlagen):
znet!

...und natürlich zwei Analysen Hipplers:
"Befreiter Nationalismus - Kosovo: Wie der Kampf gegen die ethnische Säuberung zu einer ethnischen Säuberung führte" und/oder "Rückblick auf den Kosovokrieg - eine Zeitschriftenschau"
Gespeichert
Alexander Dorin | Beiträge: 42
Alexander Dorin
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« Antworten #45 am: 13. Jul 2008, 11:26 »

Jaban. Ich messe Milosevic nach seinen Worten UND seinen Taten. Und genau diese Worte und Taten bezeugen, dass Milosevic  nie das war, wa ihm vor allem die Medien in den NATO-Staaten angehängt haben. Milosevic und alle Serben wurden satanisiert und vereleumdet, damit die nachfolgende NATO-Intervention gerechtfertigt erschien. Das ist übrigens die altbewährte Taktik aller Aggressoren und Besatzungsmächte. Wegen der Aufhebung der Autonomie durch Milosevic: Zuerst einmal muss man wissen, dass diese Autonomie den Albanern der Kroate Josip Broz, besser bekannt als Tito, im Jahr 1974 gegeben hat. Eine Kroate, dem von vielen auch ein diktatorischer Führungsstil vorgeworfen wurde, gab also den Albanern in Serbien eine erweiterte Autonomie. In Serbien hätte damals niemand gewagt, Tito zu widersprechen. Wer es dennoch gewagt hat, der landete im Gefängnis. Beipiele gibt es genug. Jedenfalls fand damals diesen Schachzug von Tito in Serbien niemand besonders lustig. War es doch der gleich Tito, der 1945 den aus dem Kosovo vertriebenen Serben verweigerte, in den Kosovo zurückzukehren, währed er zwischen 1945 und 1948 die Grenze zu Albanien offen liess, so dass mehr als 100'000 weitere Albaner im Kosovo ansiedelten. Zudem war es damals erst einige Jahre her, seit die Bundesarmee einen Aufstand albanischer Nationalisten eindämmen konnte. Dazu shrieb Dr. Malte Olschewski, Chefredakteur beim ORF für Auslandnachrichten, in seinem Buch >Dre serbische Mythos<:

>Um den albanischen Nationalfeiertag Ende November 1968 brachen in Pristina antiserbische Demonstrationen der Albaner aus. Es musste die Bundesarmee eingsetzt werden, ein Massaker an serbischen Zivilisten zu verhinden<.

Die Albaner lebten ihren Nationalismus und Seperatismus also bereits vor der Verhängung der Autonomie durch Tito aus und sie lebten ihn vor allem auch danach aus, was beweist, dass von Anfang an die Abtrennung der serbischen Provinz Kosovo das Ziel war. So folgte 1981 eneut ein Aufstand albanischer Extremisten im Kosovo, der durch die Niederbrennung des ortodoxen Patriachats in Pec eingeleitet wurde. Datu war in den Oberösterreichischen Nachrichten vom 4.6.1986 u.A. zu lesen:

> Die Kosovo-Albaner vermehren sich mit der höchsten Geburtenrate in Europa. Und je mehr sie sind, desto größer wird ihr nationalistischer Druck für eine eigene Republik Kosovo. 1981 führte der Albaner-Seperatismus zu gewaltsam unterdrückten Unruhen. Seitdem schwelt der Konflikt gefährlich im Hintergrund.<

Und in der Dokumentation >Kosovo und Metochien in der serbischen Geschichte< (>L'age d'homme<, Lausanne 1989) schrieb man über den erneuten albanischen Aufstand von 1981:

>Es handelt sich um die bekannte albanische seperatistische Aggression im März und April 1981. Seit dieser Erhebung von 1981, die im November 1988 und im Februar bis März 1989 eine Widerholung erlebte, begann an den Serben in Kosovo und Metochien ein öffentlicher Genozid - ein biologischer, ökonomischer und kultureller. Darüber sagte unlängst sehr treffend Dr. Dragoje Zarkovic:  >Wir sind heute Zeugen eines Genozids, der seit Jahren an dem serbischen Volk im Kosovo durchgeführt wird und dem die jugslawischen Behörden nahezu ruhig zusehen, in Erwartung, dass dieses Problem endgültig gelöst wird, wenn der Kosovo ethnisch rein, d.h. nur albanisch sein wird, ohne Serben<

Halten wir also nochmals fest: Albanische Ausschreitungen gab es vor und nach 1974. Also genügte die 1974 von Tito verhängte Autonomie vielen Albaner nicht, obwohl damals fast alle Behörden und Ämter, auch die Polizei(!), von Albanern besetzt gewesen sind. Zudem gab es diese Ereignisse allesamt etliche Jahre VOR Milosevic. Man kann also Milosevic nicht weiter als Ausrede für den albanischen Nationalismus, der lage vor Milosevic zelebriert wurde, missbrauchen. Ab Mitte der achziger Jahre brachen in Jugoslawien Massendemonstrationen gegen die albanischen Übergriffe an Serben und Zigeunern aus. Als Milosevic Präsident Jugoslawiens wurde, da konnte er diese Massenaufstände nicht weiter ignorieren. Er reagierte mit der (berechtigten) Rückstufung der Autonomie der Albaner, die diese Autonomie zur Ausübung von ethnisch motivierter Gewalt massiv missbraucht hatten. Zur Erinnerung: Die ca. 600'000 Serben in der kroatischen Krajina hatten damals ebenfals keine Autonomie, wie auch die 1.5 Millionen Serben in Bosnien nicht. Mit der Rückstufung der Kosovo-Autonomie war also alle Völker Jugoslawiens wieder auf dem gleichen Level!
Wegen der von ihnen erwähnten Massaker: Es gab Massaker und Übergriffe auf allen Seiten. Wie ich bereits erwähnt habe, so verurteile ich alle Massaker auf allen Seiten. Jedoch muss man wissen, dass fast alle an den Serben während dieser Kriege verübten Massaker von unseren Massenmedien verschwiegen wurden, während man den Serben gleichzeitig auch Gräueltaten unterstellte, die sich z.T. gar nicht ereigntet haben - doch dazu später mehr.
Wegen ihrer Behauptung, man habe von mir den Eindruck, dass die Serben unschuldig seien und von den Albanern das ganze Unglück ausgehe noch folgendes: Genau das gleiche könnte man den Kurden in Sachen Türkei vorwerfen, wenn man sich viele Beiträge von Kurden durchliest. Merken sie also, wo ihr Denkfehler liegt? Die Serben wollen auf ihren Teil der Geschichte aufmerksam machen, werden aber vor allem in den NATO-Staaten total ignoriert. Eine weitere Parallelle also zum kurdischen Volk, das auch viel zu selten Gehör findet. Wegen ihren Äusserungen zu Srebrenica: Irgendwie ahnte ich, dass dieses Wort noch fallen muss. Aus diesem Grund werde ich demnächst einiges zu diesem Thema hier veröffentlichen. Am besten wäre es jedoch, wenn ich dazu ein neues Thema eröffnen würde, damit man hier, falls Bedarf besteht, weiter hauptsächlich über den Kosovo reden kann.
« Letzte Änderung: 13. Jul 2008, 16:29 von Alexander Dorin » Gespeichert

 
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