2: Kemal Akın, Hêlin Demir, Serhat Ararat
und andere Viren und Würmer ...
PKK-Kritiker und PSK - Mitbegründer Kemal Burkay schrieb einen interessanten Artikel, der wie die Faust auf´s Auge zu diesem Thema passt. Das Thema heißt "Ich backe mir meinen eigenen Kurden" und die Rede ist hier von selbstgebackenen virtuellen und selbstgebackenen realen Kurden, die dem System dienen sollen . . . In seinem Artikel berichtet Burkay über Personen, die sich in der virtuellen Welt als "PKK-kritische Kurden" ausgeben und "brisante Insiderinformationen über die Terrororganisation" verbreiten. Genannt werden die Namen Kemal Akın, Hêlin Demir und Serhat Ararat.
Ohne den Text 1:1 zu übersetzen möchte ich auf die Kernaussagen von Burkay eingehen: Burkay ist sich dessen bewusst, daß die Türkei psychologische Kriegsführung betreibt und daß das Mißtrauen, die Enttäuschung oder die Zweifel der PKK gegenüber vom System ausgenutzt werden. Verwirrte Kurden, die leicht empfänglich sind gegenüber der "wohlwollenden" Propaganda der psychologischen Kriegsführung, sollen gegen den "Terror der PKK" aufgebracht werden.
Und was ist besser als "Kurden", die selbst die PKK verabscheuen?Ein Blick auf die Artikel von
Hêlin Demir zeigt jedoch, wie plump und billig diese Propaganda ist. Daß Hêlin Demir mit großer Wahrscheinlichkeit keine "PKK-kritische Kurdin" sein kann erkennt man schon am Schreibstil der doch sehr stark an
pkkgercegi.net erinnert. Sind diese infantilen Methoden der psychologischen Kriegsführung wirklich wirksam?
Burkay zeigt sich misstrauisch und signalisiert, er sei für Manipulationen dieser Art nicht zu haben.
Soweit die Theorie.
Wir widmen uns den realen "PKK-Kritischen Kurden" und das aktuellste Beispiel, das mir momentan einfällt ist Herr Mehmet Metiner.
Von
Mehmet Metiner habe ich zum ersten Mal auf der PKK-kritischen Website
Nasname.com gehört. Damals wurde Metiner von der PKK sehr heftig attackiert und die "PKK-Kritischen Denker" von Nasname hatten Metiner reflexartig in Schutz genommen.
Metiner war eine zeitlang bei HADEP aktiv nachdem er lange Zeit Herrn Erbakan gedient hatte. Nach seiner Zeit als HADEP-Vize begann er sich als Jünger von Şêx Erdoxan zu profilieren. Irgendwann gab Nasname seine reflexartige Unterstützung für Metiner auf und nun wird er wie Şerafettin Elçi, Dengir Mir Mehmet Fırat und allen anderen PKK-Kritikern, die permanent darauf hinweisen, die PKK repräsentiere
nur 20 - 30 % der Kurden (ohne hinzuzufügen, daß sie selbst nicht einmal 0,1% der Kurden repräsentieren) von den türkischen Medien als "
gute Kurden" vorgeführt. Wie weit ein "guter Kurde" zu begehen bereit ist, zeigt seine Reaktion auf die Initiative des AKP-Politikers İhsan Arslan.
Der Abgeordnete aus Diyarbakir forderte, daß die rassistischen Schriftzüge ("Glücklich ist, wer sich Türke nennt") auf den Bergen und Hügeln, die speziell in den kurdischen Provinzen der Türkei sehr verbreitet sind, entfernt werden. Erst einmal zu Ihsan Arslan: wer ist dieser Mensch?
İhsan Arslan, AKP-Abgeordneter aus Amed (Diyarbakir):
"Bu sorunu çözmek isteyen hiç kimse DTP'yi, PKK'yı ve Abdullah Öcalan'ı görmezden gelemez ve yok sayamaz. Realiteleri hiç kimse göz ardı etmesin. Aksi halde hiçbir sorun çözülemez. Bu güne kadar da çözülememiştir. Hiçbir tarafın her dediği olamaz. Çünkü çözüm ararken her iki tarafın da özveride bulunması gerekiyor.”
"Wer die Kurdenfrage lösen will, kann die DTP, die PKK und Abdullah Öcalan nicht ignorieren. Man muß kompromißbereit sein. Alle beiden Seiten müssen sich um eine Lösung bemühen"
Gegen den AKPler İhsan Arslan wurde wegen Separatistischer Propaganda und Unterstützung einer Terrororganisation ein Verfahren eingeleitet. Ein durchaus sehr mutiger Mensch und wahrscheinlich der einzige AKPler, der sich nicht auf Knopfdruck von Şêx Erdoxan plötzlich als Kurde ausgibt.
Kommen wir nun zu Metiner.
Wie hat Metiner auf den Vorschlag von Arslan reagiert?“Sorunun çözümü için dağlardan sloganların silinmesini değil anlayışlarımıza kazıyacağımız yeni bir vatandaşlık tanımına ihtiyacımız var. Genelkurmay Başkanımızın vatandaşlığa dayalı milliyetçilik yaklaşımını doğru buluyorum. Sorun ’Ne mutlu Türk’üm diyene’ sloganından kaynaklanmıyor.”

"Glücklich ist, wer sich Türke nennt" | Metiner sieht nicht etwa die unzähligen kurdenverachtenden Sprüche in Kurdistan als Problem. Er befürwortet eher eine neue Definition des Staatsbürgers und unterstützt die Worte des Generalstabschefs. Was konkret die Aussagen des Generalstabschefs sind - keiner weiß es. Aber alle staatstreuen Medien in der Trkei und mit ihnen der Soldat Mehmet Metiner sind sich zumindest darüber einig, daß die Worte des Generals "mutig" und "richtig" sind.
Ich will an die Worte von Heval Serhed erinnern. Er sagte, man solle mit dem "eindimensionalen Denken" aufhören. Die Aufforderung geht m.E. in Richtung PKK-Parteisoldaten. Die Aufforderung sollte jedoch auch an die "PKK-Kritiker" gehen. Es mag sein, daß PSK/Hakpar sowie die anderen "kleinen Parteien" und Einzelpersonen unbedeutend erscheinen. Fast unbedeutend sind sie in der Tat, wenn es darum geht, etwas für die Kurden zu tun. Aber wen es darum geht, etwas gegen die Kurden zu tun, sind PKK-Kritiker wie Şerafettin Elçi, Dengir Mir Mehmet Fırat und Kemal Burkay immer wieder gerne bereit, sich auch kurz vor den Regionalwahlen von jungen türkischen Journalisten gegen die DTP/PKK instrumentalisieren zu lassen. |
Ich denke, Hevalê Dilan deine Frage wäre somit beantwortet.