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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 18:14 *
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Autor Thema: "In der Türkei gibt es Riesenfortschritte"  (Gelesen 12126 mal)
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« Antworten #33 am: 10. Mai 2006, 22:19 »

 
Zitat
wenn die PKK unter ausdrücklichem Bezug auf die Reformpolitik der AKP sich einfach aufgelöst hätte und gleichzeitig Raum gelassen hätte für eine PKK-unabhängige kurdische Partei,
eine partei, welche 20 jahren lang für die freiheit eines volkes gekämpft hat, kann sich nicht einfach mir nix dir nix auflösen! es muss was konkretes da sein, es müssten vermittler eingeschaltet werden und und... aber so kann es nicht funktionieren, wie sie es meinen..

 
Zitat
Wann waren Sie zuletzt vor Ort in der Region?
wenn sie dafür bürgen, dass ich nicht wegen "hochverrat" angeklagt werde, weil ich kein lust habe, in die türkische armee zu gehen, um 6 jährige kinder zu ermorden, dann komme ich gerne sie besuchen Zwinkernd  und meine ganze family ist in der heimat, die bekommen auch alles mit.
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reinhard | Beiträge: 96
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« Antworten #34 am: 10. Mai 2006, 22:29 »

@boris

 
Zitat
Ich wehre mich nur gegen die von armenischer Seite meistens behauptete Vergleichbarkeit mit dem Holocaust


Da sind wir uns 100 % einig.
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Peshmerga | Beiträge: 231
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« Antworten #35 am: 10. Mai 2006, 23:38 »

Zitat
peshmerga,

ich bin einverstanden.

nur nicht mit der Zahl von 20 Millionen Kurden in dem Zusammenhang den Sie wählen.

Ganz sicher gibt es sehr viele Kurden in der Türkei, wenn es 15 Millionen sind, wie es Leyla Zanas Rechtsanwalt mir sagte, sind es immer noch genug. Ich begegne aber auch Kurden, sogar deutsch-kurden-türken, die sich wie Türken fühlen, was mit der massiven West-Migration zu tun hat.

 Es ist eigenartig, spätestens nach 1 Generation scheinen viele Kurden in Istanbul oder Izmir nicht mehr ganz so sehr Kurden sein zu wollen, und haben an der Sprache wenig Interesse. Symptomatisch für das ganze ist ja auch  die von mir mehrfach thematisierte Abwesenheit einer schwungvollen grass roots-Bewegung zum Erlernen und Pflegen der eigenen Sprache.

Zu diesem Phänomen gehört die auf 2 Millionen Wähler begrenzte Wählerschaft der DTP/Dehap. Das ist ein großer Teil, vielleicht 50 Prozent, der Wähler im Südosten, aber woanders interessieren sich die Kurden nicht (mehr) dafür.



Ich finde das Schade


Sie beschreiben Erfolge der Kulturvernichtung aber an mir und Mio. anderen werden sie feststellen, dass es bei uns nicht funktioniert hat. Selbst wenn die hälfte der Kurden in der Türkei kurdisch nicht mehr kann so werden die andere es können und für das weiterleben der Sprache sorgen.

Ein Kurde der Assimiliert ist, ist zwar nicht mehr zu retten es wird immer noch genug geben. Hitler hat auch versucht das Judentum zu vernichten und es ist ihm nicht gelungen. In Kurdistan versuchten und versuchen 4 Regime das Kurdentum seid Jahren zu vernichten und wie wir sehen sind wir noch da und stehen politisch besser da als früher.

Aber darin liegt auch eine Wahrheit: "PKK und Armee sind objektiv gesehen ein Team."

Das klassische Links gegen Rechts

Bedenken Sie aber, dass in diesen Gebieten hauptsächlich kurdische Zivilisten sterben. Die Türken Siedeln kaum da um vom Krieg betroffen zu sein.


[Editiert am 10/5/2006 von Peshmerga]
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« Antworten #36 am: 11. Mai 2006, 00:28 »

was dem "perfekten partner" angeht... ist das denn nicht in jedem system, wo man auf einen gegenspieler  trifft, der fall? wer spielt schon gerne mit sich selber fussball? Zwinkernd  
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Miro | Beiträge: 1094
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« Antworten #37 am: 11. Mai 2006, 03:22 »

@oky

Ihre Ansichten bezüglich der Pkk sind inhaltslos. Sie schreiben andauernd von irgend welchen Gräueltaten die der Pkk begangen haben soll, aber wenn’s darum geht diese zu belegen, denke ich eher das sie den kürzeren ziehen werden, da sie nicht über genug material verfügen um ihre Behauptungen zu bekräftigen.

Wir, ich und viele User auf dieser Site die in Kurdistan geboren sind, ihre Kindheit in der Heimat verbracht haben, die Rest ihrer Familie dort leben haben, die im ständigen Kontakt sind, die ihren Alltag damit verbringen was gerade aktuell in der Heimat geschieht, die je nach der Lage öfters in der Region sind und sich vor Ort ein Bild von Geschehnissen machen, sind alle male besser imstande zwischen den Vorfällen und Gräueltaten der Terrorregime aus Ankara und den Gräueltaten der Pkk zu differenzieren als einen Journalisten der wo möglich in Istanbul, Ankara oder in Izmir residieret und von dort aus meint seine Leser daheim über die Geschehnisse informieren zu können, wovon er selbst nur das nötigste weiß und das auch nur, weil das sein job ist und er damit sein Brot verdient. Bevor sie irgend welche Halbwahrheiten über Pkk in die Welt setzen, sollten sie sich vor Ort vor allem  mit würdigen Gesprächspartnern zusammen treffen und erst dann von den Vorfällen berichten. Eine Freiheitsbewegung die im Rahmen der menschlich vertretbarem für die Erhaltung der kurdischen idendität kämpft, die nicht die Menschen eines Landes als Feinde betrachten, sondern nur deren Institutionen, die aktiv daran wirken um Kurden und ihren Existenz zu leugnen diese bekämpft und bloß stellt, ist mehr als eine Freiheitsbewegung, daß sind heilige und müssen auch so betrachtet werden und das kurdische Volk die hinter dieser Bewegung steht, die so viele Opfer gebracht hat das sie auf erden heilig gelten müsste, wird ihnen nicht gestatten über ihre Bewegung so herzuziehen. Ihr billiger Versuch Pkk von Kurden zu trennen und als eigenständiges darzulegen als wäre sie aus dem Weltall gekommen um die friedvolle Türkei zu spalten, ist mehr als lächerlich und wirft kein gutes licht auf ihre Seriosität als angeblich sachkundigen Journalsitten/ Politologen mit (1.0)  


Zum Video fällt einem nicht viel ein, außer Verachtung dieser hirntoten Pöbelpack.

Solche Bilder haben eine lange Geschichte in der Türkei! Als Abdullah Öcalan( Anfang 1999)  durch eine internationale Komplott in die Türkei verschleppt wurde, wurden die Mitglieder der Hadep (später Dehap, heute DTP) auch wochenlang nach der Verschleppung durch solche Bestien die auch auf dem Video zu sehen sind zum Tode geprügelt anschließend wurden diese Opfer auch noch festgenommen und von der Polizei abgeführt,weil sie als  potenzielle Terroristen galten und ihre Peiniger durften sich ins Fäustchen lachen, weil sie nur im Auftrag handelten  oder um ganz aktuelle beispiele zu nennen, es wurden im vergangenen Jahr büße gestürmt die sich auf der Höhe von Bozöyük (Kreisstadt in Provinz Bilecik)  befanden und auf dem Heimweg waren nachdem ihnen verboten wurde an einer Demo- in Bursa teilzunehmen der auf die Lage der Kurden in der Türkei und Nordkurdistan aufmerksam machen sollte. Kurz danach wurden Aktivisten von TAYAD in Trabzon auf übelste durch Hunderte Hirntoten regelrecht hingerichtet. Das selbe ereignete sich auch  in Izmir vor einer Gerichtsgebäude auch dort wurden Menschen, die von der Justiz frei gesprochen wurden, durch lynchen fast Hingerichtet.............. und noch tausend solcher fälle von denen wir nichts mitbekommen.

Türkei= Bananenrepublik Zimbabwe, Timbuktu, Kongo......................................
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sekevir | Beiträge: 787
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“ne sire ne piwaze, nehlel guncke germe”



« Antworten #38 am: 11. Mai 2006, 03:41 »

hallo boris kalnoky,

betrachten sie mein posting als gewöhnlichen leserbrief zu ihrem artikel.

um ganz ehrlich zu sein, bedauere ich es jedesmal, wenn ich meine zeit mit den meinungen von eingenommen, vielleicht sogar profitorientierten (also vom türkischen regime subventitionierten) historikern verschwende ... bussiness as ussual ... nur eben á la turka ... im grunde langweilen diese personen gewaltig, weil sie eben keine neuen horizonte in aussicht stellen ... immer wieder die alte archaische leier von "tod oder unterwerfung".

markant sind jedoch die ähnlichkeiten in den meinung eines prof. norman stone und die eines prof. erich feigl, der durch die europäischen lande tingelt und bei den türkischen atatürk-vereinen über armenier und kurden doziert, weil er von anderen garnicht mehr so richtig ernst genommen wird. beide vertreten exakt die kurden- und armenierverachtenden positionen die das kemalistische establishment der türkei vorschreibt.

bei mir haben die alarmglocken schon am anfang geschellt, als er im eingang ihres interviews seine ekelhafte erniedrigung gegenüber seinen eigenen schottischen landsleute geäussert hat.

es hat nichts mit gesunder selbstreflexion der eigenen identität zu tun, umso mehr jedoch mit  minderwertigkeitskomplexen, wenn jemand derart einen bevölkerungsanteil als eine nichtsnutze introvierte säuferbande diffamiert. dann stellt sich bei mir jedenfall sofort die frage :

was schon habe ich von solch einem menschenverachtenden historiker als a) mensch und b) kurde zu erwarten ?  

alleine das läßt in mir äusserste zweifel an der integegrität eines norman stone aufkommen.

sicherlich sind sie als journalist bemüht ausgewogenheitshalber alle lager abzugrassen und die meinung aller protagonisten rauszukitzeln.

die frage ist nur : muss man sich als journalist soweit hergeben, daß man solchen ausgekochten korifäen der universellen weisheit ein podium für ihre verachtende weltsicht (insbesondere immer wieder über ganz bestimmte ethnien) gewährt ?

wo ist die grenze zwischen destruktivem und konstruktivem journalismus ?

in diesem zusammenhang weckt sich bei mir eher das interesse in der persönlichkeit boris kalnoky. welche ideale tragen ihren journalismus ? was sind ihre auswahlkriterien für ihre interviewpartner ? sind es die extremen positionen, die diese interviewpartner verkörpern ? oder bemühen sie sich in ihrer journalistischen verantwortung um die gemässigten, friedensorientierten menschen aller lager, die in ihrem feind, trotzdem vielleicht doch noch ein bisschen freund erkennen können ?

glauben sie denn allen ernstes, dass sie in diesem menschen norman stone einen interviewpartner gefunden haben, der sich aus der breiten masse der festgefahrenen  heraushebt ?

wäre es nicht fairer ihren deutschen lesern gegenüber gewesen - von denen bestimmt die wenigsten vertraut sind mit der person norman stone - gleich vorneweg klarzustellen das norman stone an einer türkischen universität einen lehrstuhl für "international affairs" innehält ? alleine schon um klarzustellen in welchen abhängigkeiten diese person steckt.
 http://www.bilkent.edu.tr/phonedir/p/p3670.htm

ich möchte an ein ereignis vor nicht all zu langer zeit erinnern. eine amerikanische dozentin, also eine kollegin von herrn stone, wurde an der gleichen universität geschasst, weil sie es wagte den völkermord an den armeniern zu thematisieren. sie musste die uni und das land verlassen und in die usa zurückkehren.

in der türkei überlebt keiner lange ohne reputations- oder legitimitationsverlust, und ohne sanktionen (egal ob gesellschaftlicher, rechtlicher, politischer oder wirtschaftlicher art) wenn er sich gegen die vom regime verordnete einheitsmeinung stemmt.  

meines erachtens ein klares indiz für ein faschistoides system.

... trotz scheinbarer "demokratischen kulisse"; da nützt es auch nichts - trotz aller "ernormen wirtschaftlichen entwicklungen" und der "vollzogenen politischen reformen" - gegenteiliges zu behaupten. denn das ist nebenschauplatz.

grüße

[Editiert am 11/5/2006 von sekevir]

[Editiert am 11/5/2006 von sekevir]
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“ne sire ne piwaze, nehlel guncke germe”
Shorashwan | Beiträge:
Shorashwan
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« Antworten #39 am: 11. Mai 2006, 09:04 »

 
Zitat
Ich habe viel Zeit im Ausland verbracht und selten ein Land gesehen, wo die Ausländer dem Gastland gegenüber soviel Respekt und Zuneigung entgegenbringen.


Wenn man in diesem "gastfreundlichen" Land jedoch Sachen sagt, die einem nicht passen, will ich einmal sehen, in was die Gastfreundlichkeit überschwappt..
Ich habe mal einen Bericht gelesen, wo es sich um ausländische Lehrer in der Türkei handelte, von denen durften einige ihre Koffer packen, und vorher wurden sie noch beleidigt, dies alles weil sie im Unterricht von einem Genozid an den Armeniern sprachen..

 
Zitat
Die Skandinavier ärgern mich ganz besonders. Die Schweden zum Beispiel, ein Land, wo seit dem Wiener Kongreß nichts mehr passiert ist. Da kommen sie hier an und predigen Minderheitenrechte. Bitte schön, die Schweden haben doch bis in die siebziger Jahre hinein Lappen kastriert. Sie haben etwa 80 000 Lappen kastriert mit der Begründung, sie seien kleinwüchsig und tränken zu viel.

Was ändert dies nun daran, dass in der Türkei bis zum heutigen Tag, Kurden unterdrückt werden ??
Beschönigt die eine Ungerechtigkeit die andere, oder wie ??
Aber von einem gewissen Norman Stone darf man nicht zu viel erwarten..

 
Zitat
Ich bin Schotte, und ich glaube, Kinder müssen von Minderheitensprachen befreit werden. Wenn wir 1707, als Schottland und England vereinigt wurden, Kopenhagener Kriterien zum Schutz der gälischen Sprache gehabt hätten, wäre ich ein nationaler Dichter geworden - sehr betrunken und mit zehn Leuten als Publikum.

Minderheitensprache befreien ??
Das heißt mit anderen Worten, dass Norman Stone ein Befürworter der Assimilation ist und somit für die Auslöschung von autochthonen Völkern...ich will ja der "Welt" Redaktion nichts vorwerfen, doch war man schon so verzweifelt auf der Suche, um solch eine Gestalt um ein Interview zu bitten, was ausser undemokratischen Gedankengut kann man als wiffer Leser hier sonst aus seinen Zeilen lesen ??
Mal ganz unabhängig von meiner Existenz als Kurde, er meint, dass Minderheitensprachen "befreit" sprich elliminiert werden müssen, welch Seriösität solch ein Interview bloss auf die Welt abwirft  :exclam:

Ich glaube der User sekivir hat schon genug über Norman Stone persönlich gesagt, wer nicht einmal sein eigenes teils unterdrückte Volk nicht akzeptiert, sondern als ein Haufen Betrunkener verschmäht, solch einem Menschen sollte man dann nicht mehr Beachtung schenken, als er es sich verdient hätte..

 
Zitat
Wenn ich also höre, wie die Leute in einem Land wie diesem, dessen bloße Existenz ein Wunder ist

Man würde glatt meinen er wäre zum Kemalismus konvertiert...mal ne Frage so am Rande Herr Kalnoky, hatte Norman Stone während diesem Satz auch glasrige Augen ?  Lächelnd
Das dieses Land auf Kosten anderer Völker existiert erwähnt er einmal nicht..aber ich denke Lobbyesten darf man sowas nicht vorwerfen, hauptsache das Geld stimmt..

 
Zitat
 Kann man nicht das baskische Problem mit dem Kurdenproblem vergleichen?

Nein kann man nicht !!
Wo haben sich türkische Regierungen jemals mit PKK- Funktionäre zusammen gesetzt ??
Wann hat man im Baskenland 3000 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht ??
Wieso hat Südostanatolien nicht auch so einen Autonomiestatus wie das Baskenland in der Türkei ??
Aber Herr Kalnoky, hauptsache sie als Politologe (1,0) stimmen hier dem Norman Stone in allen Punkten überein...welch politologisches Feinwissen...

 
Zitat
Und dann gibt es eine andere Gruppe von Basken, die sich - aus welchen Gründen auch immer - in terroristischen Aktivitäten ergehen. Ähnlich ist es hier mit den Kurden. Sie sind furchtbar gespalten.

Dieses "Phänomen" gab es schon immer..ich erinnere an die schottischen Lords die mit England kooperierten, und auf der anderen Hand die pösen Seperatisten (erinnert mich jetzt ein wenig an Braveheart  Lächelnd )
Aber das Norman Stone hier die Chuzpe besitzt, und von welchen Gründen auch immer spricht, zeigt welch Stellenwert, Privilegien wie eigene Muttersprache sprechen, eigene Kultur ausüben für ihn haben, nämlich keinen..
Mich würde es interessieren, wen er beim Vergleich von Bereicherung durch türkischen Wohlstand meint...die Dorfschützer etwa ??
Aber sonst kann man die Baskenlage auf die kurdische projezieren..das ich nicht lache

 
Zitat
Aber vom gegenwärtigen Standpunkt aus zu sagen, das Land wird faschistisch, ist eine absurde Übertreibung.

Das Land heißt weiterhin Türkei, dieses Land hat weiterhin eine Amtssprache und keine zweite, in diesem Land herrscht weiterhin der Kemalismus, der auf Sprüche wie Glücklich soll der sein, der sich Türke nennen darf, stützt...und selbige Staatsdoktrin verneint die Existenz einer zweiten ethnischen Existenz in der "Türkei", selbiges ist in der Verfassung nach zu lesen...nun da Kurden nach über 80 Jahren Staatbestehen nicht erwähnt werden, in der Staatsverfassung, darf man doch davon ausgehen, dass türkische Köpfe meinen, Kurden wären es nicht wert erwähnt zu werden, sprich Untermenschen, den Türken also genetisch bedingt unterlegen (ob humangenetisch oder sonstiges, darüber soll sich lieber Derya Tulga seinen hübschen grauen Kopf zerbrechen  :cool: )

Nun hört sich das nicht ein wenig nach Faschismus an ??
Aber lieber Herr Kalnoky da sie in vielen Punkten seiner Meinung waren haben sie einfach nicht die CHance gehabt, auf solch rational- zurückführende Fragen...lieber bleiben sie der unmündige 0815- Journalist, der von terroristischen Kurden spricht, obwohl es in Wirklichkeit um die nackte Verzweiflung eines geschundenen Volkes geht...
Haben sie sich das Video vom User Mirxas angesehen ?
Hier nochmal:

 
Zitat


Und nun Herr Kalnoky betrachten sie am Ende des Videos das Gesicht dieses Kurden !!
Und dann denken sie nach, wie Familienangehörige dieses Mannes denken und fühlen !!
Denken sie nach, was dieser Kurde denn nach einer eventuellen Freilassung im Sinn haben wird, vergisst man etwa so eine Erniedrigung ? Glauben sie das solche Menschen nach solch einer Erniedrigung noch rational denken können ?

Ich will konkret sagen, was ich denke, Terrorismus ist auf jedenfall zu verachten, doch man sollte lieber einmal das Problem bei der Wurzel packen, wenn die Türkei nicht seit über 80 Jahren so symbolisch wie in diesem Video mit einer Mehrzahl an Fanatikern auf einen Kurden einschlagen würde, so gäbe es heute keine verzweifelten Menschen, die Unschuldige töten...
 
Und das war nur eine Harmlosigkeit türkischer Unterdrückung, ich kann hier von Geschichten erzählen, da dreht sich der Magen, und solche Geschichten haben in der Türkei nicht aufgehört !!

Es wird einem wahrhaftig übel, wenn man noch dazu solche Gestalten wie Norman Stone ertragen muss...
Meines Erachtens ist es nur ein Armutszeugnis für "die Welt" solche Personen ernst zu nehmen, des weiteren tragen sie zur allgemeinen Fehleinschätzung der Lage in der Türkei bei, werter Herr Kalnoky
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« Antworten #40 am: 11. Mai 2006, 09:14 »

Leute lasst Herrn @bkalnoky auf einen der Beiträge antworten! Wenn wir alle schreiben wird das für ihn zuviel und wir haben dann auch nichts von, weil er nicht antworten kann.

Herr @bkalnoky ich fand @sekevir Beitrag gut (bin auch seiner Meinung), ist es ihnen vielleicht möglich als erstes darauf Bezug zu nehmen?


P.S. Das mit den 20 Mio. war eine Ca. Angabe! Zwinkernd  

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« Antworten #41 am: 11. Mai 2006, 13:02 »

 
Zitat
Ich habe viel Zeit im Ausland verbracht und selten ein Land gesehen, wo die Ausländer dem Gastland gegenüber soviel Respekt und Zuneigung entgegenbringen. Ich denke eigentlich: Es gibt genügend Leute, die erkennen können, daß die Türkei Riesenfortschritte macht.


Ja das Land macht riesige Fortschritte. Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Wegen einer normalen Passkontrolle in Urfa/Riha wurde mir in der tollen Türkei von meinen tollen türkischen Chefs fristlos der Job gekündigt. Man faehrt ja als loyaler Mensch der hier arbeiten will nicht in solche Gegenden.

 
Zitat
Da kommen sie hier an und predigen Minderheitenrechte. Bitte schön, die Schweden haben doch bis in die siebziger Jahre hinein Lappen kastriert. Sie haben etwa 80 000 Lappen kastriert mit der Begründung, sie seien kleinwüchsig und tränken zu viel.


In jedem Land wird man solche dunklen Punkte der Geschichte finden. Wichtig ist doch aber, hat man aus seiner Geschichte gelernt oder nicht! Die Türken haben es nach meiner Ansicht noch lange nicht geschafft. Die Türkei auch in historischer Hinsicht nur geringfügig zu kritisieren wird niemals akzeptiert.

 
Zitat
Ich bin Schotte, und ich glaube, Kinder müssen von Minderheitensprachen befreit werden.


Als Ethnologin wird es mir klar gesprochen bei diesem Satz schlecht. Die eigene Sprache unterstützt die eigene Identitaet und wenn man die verliert, ist man nur noch ein halber Mensch. Die Kurden sind keine Türken - allerdings wissen das die Türken noch nicht. Ich dachte aber in Grossbritannien hat sich das schon herumgesprochen.



 
Zitat
Es ist eine Art Wirtschaftswunder. Was mit Spanien in den siebziger und achtziger Jahren passiert ist, das scheint mir jetzt hier in der Türkei zu passieren. Kann man nicht das baskische Problem mit dem Kurdenproblem vergleichen? Die Hälfte der Basken sind doch Leute in Bilbao, die am EU-Wohlstand teilhaben.


Ja, ich frage mich auch, welche Orte der Herr Stone in der Türkei besuchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er im Osten war - da kann ich nichts von einer positiven Wirtschaftsentwicklung erkennen. Ausserdem, hat er mal überprüft, wie viele Kurden im Westen einen Job bekommen, wenn sie öffentlich ihre Sprache sprechen würden? Wohl nicht. Aber ich habe mit vielen gesprochen - so viele verleugnen ihre Identitaet hier in der Westtürkei. Zu Beginn habe ich das überhaupt nicht verstanden, doch wenn man hier einen Job will, bleibt einen hier oft nichts anderes übrig. Es sein denn, der Chef selbst ist Kurde.


 
Zitat
Orhan Pamuk vor Gericht zu stellen war sicher nicht besonders vernünftig.


Das ist wohl der einzig vernünftige Satz, den ich in diesem Interview gelesen habe
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« Antworten #42 am: 11. Mai 2006, 14:50 »

Zitat
hallo boris kalnoky,

betrachten sie mein posting als gewöhnlichen leserbrief zu ihrem artikel.

um ganz ehrlich zu sein, bedauere ich es jedesmal, wenn ich meine zeit mit den meinungen von eingenommen, vielleicht sogar profitorientierten (also vom türkischen regime subventitionierten) historikern verschwende ... bussiness as ussual ... nur eben á la turka ... im grunde langweilen diese personen gewaltig, weil sie eben keine neuen horizonte in aussicht stellen ... immer wieder die alte archaische leier von "tod oder unterwerfung".

markant sind jedoch die ähnlichkeiten in den meinung eines prof. norman stone und die eines prof. erich feigl, der durch die europäischen lande tingelt und bei den türkischen atatürk-vereinen über armenier und kurden doziert, weil er von anderen garnicht mehr so richtig ernst genommen wird. beide vertreten exakt die kurden- und armenierverachtenden positionen die das kemalistische establishment der türkei vorschreibt.

bei mir haben die alarmglocken schon am anfang geschellt, als er im eingang ihres interviews seine ekelhafte erniedrigung gegenüber seinen eigenen schottischen landsleute geäussert hat.

es hat nichts mit gesunder selbstreflexion der eigenen identität zu tun, umso mehr jedoch mit  minderwertigkeitskomplexen, wenn jemand derart einen bevölkerungsanteil als eine nichtsnutze introvierte säuferbande diffamiert. dann stellt sich bei mir jedenfall sofort die frage :

was schon habe ich von solch einem menschenverachtenden historiker als a) mensch und b) kurde zu erwarten ?  

alleine das läßt in mir äusserste zweifel an der integegrität eines norman stone aufkommen.

sicherlich sind sie als journalist bemüht ausgewogenheitshalber alle lager abzugrassen und die meinung aller protagonisten rauszukitzeln.

die frage ist nur : muss man sich als journalist soweit hergeben, daß man solchen ausgekochten korifäen der universellen weisheit ein podium für ihre verachtende weltsicht (insbesondere immer wieder über ganz bestimmte ethnien) gewährt ?

wo ist die grenze zwischen destruktivem und konstruktivem journalismus ?

in diesem zusammenhang weckt sich bei mir eher das interesse in der persönlichkeit boris kalnoky. welche ideale tragen ihren journalismus ? was sind ihre auswahlkriterien für ihre interviewpartner ? sind es die extremen positionen, die diese interviewpartner verkörpern ? oder bemühen sie sich in ihrer journalistischen verantwortung um die gemässigten, friedensorientierten menschen aller lager, die in ihrem feind, trotzdem vielleicht doch noch ein bisschen freund erkennen können ?

glauben sie denn allen ernstes, dass sie in diesem menschen norman stone einen interviewpartner gefunden haben, der sich aus der breiten masse der festgefahrenen  heraushebt ?

wäre es nicht fairer ihren deutschen lesern gegenüber gewesen - von denen bestimmt die wenigsten vertraut sind mit der person norman stone - gleich vorneweg klarzustellen das norman stone an einer türkischen universität einen lehrstuhl für "international affairs" innehält ? alleine schon um klarzustellen in welchen abhängigkeiten diese person steckt.
 http://www.bilkent.edu.tr/phonedir/p/p3670.htm

ich möchte an ein ereignis vor nicht all zu langer zeit erinnern. eine amerikanische dozentin, also eine kollegin von herrn stone, wurde an der gleichen universität geschasst, weil sie es wagte den völkermord an den armeniern zu thematisieren. sie musste die uni und das land verlassen und in die usa zurückkehren.

in der türkei überlebt keiner lange ohne reputations- oder legitimitationsverlust, und ohne sanktionen (egal ob gesellschaftlicher, rechtlicher, politischer oder wirtschaftlicher art) wenn er sich gegen die vom regime verordnete einheitsmeinung stemmt.  

meines erachtens ein klares indiz für ein faschistoides system.

... trotz scheinbarer "demokratischen kulisse"; da nützt es auch nichts - trotz aller "ernormen wirtschaftlichen entwicklungen" und der "vollzogenen politischen reformen" - gegenteiliges zu behaupten. denn das ist nebenschauplatz.



oje, ein sehr langer Brief.

Norman Stone hat vor allem eines - Humor und Widerspruchsgeist. Er ist ein Historiker von beträchtlicher Reichweite, der erheblichen Respekt genießt (anders als Feigl, den Stone übrigens als vom türkischen Staat angeheuert betrachtet. Stone warnt davor auch nur ein Wort zu glauben wenn es von Feigl kommt.)

Wie schon gesagt, in Punkto Minderheitensprachen und -Rechte bin ich nicht seiner Meinung, aber sie ist interessant.

Seine Integrität steht für mich 100 Prozent außer Frage, sonst hätte ich kein Interview mit ihm geführt. Was er sagt, das meint er. Wenn er von Fakten spricht, sind es auch Fakten. Und er hat in allem immer ein open mind, ist also diskussionsbereit und auch bereit, Standpunkte zu revidieren wenn er überzeugende Argumente hört.

Meine Auswahlkriterien sind Interesse, Pertinenz und Abdeckung des Spektrums. Sie werden gesehen haben daß ich General Baser interviewte, zugleich aber auch Ümit Kardas. Hier lesen Sie das Interview mit Norman Stone, aber einen Tag davor schrieb ich gleich 3 kurdenrelevante Artikel, die hier allerdings nicht gepostet wurden. Ein Interview mit Ahmet Türk, ein kleines Stück zu Erdogan in Diyarbakir und einen Leitartikel zu den Machtkämpfen in Ankara.

Norman Stone vertritt keine extremen Positionen, wie sie zB die PKK vertritt, mit deren Vertretern ich dennoch gelegentlich spreche  (siehe vor ca 1  1/2 Jahren mein Interview mit Karakocan)

Stone ist übrigens nicht von Bilkent abhängig, wo er gar nicht lehrt. Er ist jetzt bei Koc in Istanbul, was ich der Redaktion auch geschrieben habe. Wir hatten ein Paar Wochen zuvor schon ein Gespräch mit ihm, zur Ukraine, da war er noch mit Bilkent angegeben. Wenn die Kollegen in der Zentrale es weggelassen haben dann war das sicher ein Versehen, vielleicht war die separate mail, wo ich seine Position in Istanbul angab, nicht von der Außenpolitik an die Kultur weitergegeben worden.

Aber: Nicht Stone ist von Koc abhängig, sondern Koc von ihm. Stone könnte jederzeit in den USA (wo er immer wieder Angebote bekommt) oder in England (wo er früher lehrte) seinem Beruf nachgehen.

Welche Kollegin wurde geschasst?

herzlichst oky













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« Antworten #43 am: 11. Mai 2006, 15:06 »


Zitat
Ja das Land macht riesige Fortschritte. Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Wegen einer normalen Passkontrolle in Urfa/Riha wurde mir in der tollen Türkei von meinen tollen türkischen Chefs fristlos der Job gekündigt. Man faehrt ja als loyaler Mensch der hier arbeiten will nicht in solche Gegenden.

 
In jedem Land wird man solche dunklen Punkte der Geschichte finden. Wichtig ist doch aber, hat man aus seiner Geschichte gelernt oder nicht! Die Türken haben es nach meiner Ansicht noch lange nicht geschafft. Die Türkei auch in historischer Hinsicht nur geringfügig zu kritisieren wird niemals akzeptiert.

 
Als Ethnologin wird es mir klar gesprochen bei diesem Satz schlecht. Die eigene Sprache unterstützt die eigene Identitaet und wenn man die verliert, ist man nur noch ein halber Mensch. Die Kurden sind keine Türken - allerdings wissen das die Türken noch nicht. Ich dachte aber in Grossbritannien hat sich das schon herumgesprochen.



Ja, ich frage mich auch, welche Orte der Herr Stone in der Türkei besuchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er im Osten war - da kann ich nichts von einer positiven Wirtschaftsentwicklung erkennen. Ausserdem, hat er mal überprüft, wie viele Kurden im Westen einen Job bekommen, wenn sie öffentlich ihre Sprache sprechen würden? Wohl nicht. Aber ich habe mit vielen gesprochen - so viele verleugnen ihre Identitaet hier in der Westtürkei. Zu Beginn habe ich das überhaupt nicht verstanden, doch wenn man hier einen Job will, bleibt einen hier oft nichts anderes übrig. Es sein denn, der Chef selbst ist Kurde.


Das ist wohl der einzig vernünftige Satz, den ich in diesem Interview gelesen habe


Wo wurden Sie gefeuert?

Es gibt übrigens sehr viele Betriebe im Westen die genau so funktionieren -- alle sind Kurden, möglichst aus derselben Großfamilie. zB im Hotel und Restaurantgewerbe, Teppichhandel u.ä.

Zu den Minderheitensprachen habe ich meine Meinung schon gesagt. Aber ich spreche nicht nur mit Leuten, die meine Meinung teilen, sondern zB ja auch mit Ihnen.

Was die Wirtschaftsentwicklung betrifft, da haben Sie nicht Recht. Zwar ist die Armut im Osten weiterhin groß, aber der überwiegende Teil des Wirtschaftswachstums heute kommt aus den anatolischen Städten, die sogenannten "anatolischen Tiger".

herzlichst oky
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