bkalnoky
Boris Kalnoky
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« Antworten #22 am: 10. Mai 2006, 21:42 » |
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Liebe Alya,
ja es gibt jetzt Rückschritte, Aber nie ist es anders gewesen in der Geschichte. Es gibt immer Widerstände, wenn etwas verändert werden soll, und daher ist Fortschritt meistens eine Pendelbewegung. Die Hoffnungen von 2004 waren etwas zu frohgemut. Ich habe den Verdacht, die bitteren Wehklagen von 2006 sind etwas zu bitter. In 5 bis 7 Jahren werden wir ziemlich genau wissen woran wir sind.
Ganz schwierig macht es natürlich die PKK. Ohne ihre Erneuerung des bewaffneten Kampfes, und die potentielle Radikalisierung durch Schaffung der TAK, um wie Sie richtig beobachten den Tourismus zu treffen (und die Touristen zu ermorden, die ihnen nichts getan haben), hätte das Militär es sehr viel schwerer, die Reformbewegung zu behindern. Wie ich schon sagte, PKK und Armee sind objektiv gesehen ein Team.
oky
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webmaster
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webmaster | Beiträge: 2034
« Antworten #23 am: 10. Mai 2006, 21:48 » |
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haben sie sich vielleicht das video angeschaut, herr kalnoky? so aggressiv ist die türkische gesellschaft in großen teilen... und wenn der staat auch noch solche hirnrissigen aktionen gegenüber andersdenkende duldet und dabei zuschaut und bei bedarf mithilft, dann zeigt man es nicht unbedingt auf der strasse, dass man das will... und sie vergessen es immer wieder, dass ein eintreten für diese sprache automatisch ein verfahren wegen seperatismus nach sich zieht... ja, keiner will als "terrorist" abgestempelt werden... wollen sie das etwa?
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bkalnoky
Boris Kalnoky
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« Antworten #24 am: 10. Mai 2006, 21:54 » |
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Lieber webmaster,
ich habe mir sehr viel furchtbares Material im Laufe der Zeit angesehen und sehr erschütternde Leidensgeschichten gehört. Sie kamen von beiden Seiten, von türkischen Opfern wie von kurdischen bzw deren Angehörigen. Es gibt genügend material das die PKK ebenso bestialisch erscheinen läßt wie die Sicherheitskräfte. Mit einem Unterschied: Die PKK geht auch gegen das eigene Volk vor, also gegen Kurden die sie als Veräter betrachtet.
das ist hier aber vermutlich nicht das Thema, sondern ob die Türkei Fortschritte macht.
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alya
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« Antworten #25 am: 10. Mai 2006, 21:57 » |
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Ja aber Rückschritte in so kurzer Zeit, das kommt nicht oft vor. Sie haben aber recht, die Zukunft wirds zeigen.
Würde sich etwas ändern, wenn die Pkk den bewaffneten Kampf nicht aufnehmen würde? Ich meine damit Veränderungen zugunsten des kurdischen Volkes, denn das Volk hat genug gelitten.
Ich finde es auch nicht gut, dass unschuldige Zivilisten sterben, sowas passiert im krieg jedoch unvermeindlich und wenn sie ein wenig nachforschen werden sie merken, dass unter der Pkk, während ihres bewaffneten Kampfes, nur wenige Zivlisten ums Leben gekommen sind, während es bei dem türk. Militär schon fast normal geworden ist Menschen als Terorristen zu denunzieren und sie dann umzubringen. Man rechtfertigt diese Morde einfach mit dem Vorwurf, dass es Separatisten seien...
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roj_evindar
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roj_evindar | Beiträge: 619
« Antworten #26 am: 10. Mai 2006, 22:05 » |
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Die Aussagen eines schottischen Historikers, der sehr angetan ist von der Gastfreundschaft der Türken, ist für mich ohne Relevanz. Er schlürft am Bosporus einen Tee nach dem anderen, ohne die kurdische Regionen jemals geblickt zu haben. Er ist bestimmt auch einer, der beim "orange order" sein alljährliches Rituall in Nordirland vollbringt. Zur der Frage, ob die Türkei Fortschritte erzielt hat: Nein. Ein Staat, der sich Richtung Bürgerkrieg bewegt, ist nicht fortschrittlich. Punkt! Da kann mir ein Journalist alles erzählen, was er will - er ist nur ein Journalist und lebt von der Meinung Anderer!
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Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr (Konfuzius)
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bkalnoky
Boris Kalnoky
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« Antworten #27 am: 10. Mai 2006, 22:05 » |
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Liebe Alya,
ich bin überzeugt daß man 2004 eine Riesenchance verpasst hat. Was meinen Sie wie schwer es das Militär getroffen hätte, wenn die PKK unter ausdrücklichem Bezug auf die Reformpolitik der AKP sich einfach aufgelöst hätte und gleichzeitig Raum gelassen hätte für eine PKK-unabhängige kurdische Partei, die auch die EU überzeugen könnte.
Übrigens, als ich jetzt in Diyarbakir war sprach ich mit vielen Leuten,darunter Abdurrahman Kurt, der dortige AKP-Chef. Seine Ansichten sind nicht von der DTP zu unterscheiden mit Ausnahme der Ablehnung der PKK.
Er ist jetzt ziemlich enttäuscht von der AKP aber das ist nicht der Punkt -- ich erwähnte früher daß die AKP an einem Reformpaket arbeite, daß sie sich nicht zu besprechen traue. Kurt sagte, das Paket sei fertig ausgearbeitet worden (was ich nicht wußte) aber mußte "verschoben" werden, weil das Militär dagegen war -- unter Bezug auf die erneuten Aktivitäten der PKK.
Ohne die PKK wäre es schwerer geworden die Reformen auszusetzen.
[Editiert am 10/5/2006 von bkalnoky]
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webmaster
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webmaster | Beiträge: 2034
« Antworten #28 am: 10. Mai 2006, 22:09 » |
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also der friendenszustand hat dazu geführt, dass man nicht mehr an einem halbwegs humanen frieden glaubte... die logische konsequenz war und ist eben die erneute kampfaufnahme... sie können nicht einfach die pkk für das scheitern der reformen schuldig machen, wenn diese von der bevölkerung nicht akzeptiert bzw. die bevölkerung letztendlich enttäuscht hat... das führte dazu, dass man den kampf aufnahm und nicht, weil man die "positive" entwicklungen in diesem land zerstören wollte... was kam denn konkret durch die reform für die millionen kurden dabei raus? wurde die kurdische sprache erlaubt? kommen sie bitte nicht mit den lächerlichen sprachkurse für erwachsene... hat man denn überhaupt die kurden anerkannt? ich glaube nicht... und solch ein verlogenes frieden wollten die menschen einfach nicht, weshalb die pkk wieder erstarkte, denn wäre die kurdische bevölkerung soo zufrieden, dann hätte eine aufstandsbewegung nicht mehr die möglichkeit, nach 6 jahren erneut zu kämpfen... sehen sie? nicht die pkk ist hier der sündenbock, sondern weil die türkei alles falsch machte, was man falsch machen konnte... vielleicht war das einfach auch so gewollt, um danach elegant die schuld von sich zu weisen...
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bkalnoky
Boris Kalnoky
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« Antworten #29 am: 10. Mai 2006, 22:09 » |
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@roj: inhaltsfrei, aber immerhin eine feste Meinung.
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bkalnoky
Boris Kalnoky
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« Antworten #30 am: 10. Mai 2006, 22:11 » |
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@webmaster: Wann waren Sie zuletzt vor Ort in der Region?
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alya
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« Antworten #31 am: 10. Mai 2006, 22:15 » |
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Und wie schwer hätte es die Pkk-Kämpfer getroffen? Und wer versichert uns, dass die Reformen nicht wieder von einem Tag aufs andere wieder umgeworfen werden? Sie haben wahrscheinlich ein viel zu optimistisches Bild von der Türkei. Wenn die Pkk sich auflöst, fühlen sie sich als Siger, dann kümmern sie sich nicht um große Reformen, sondern höchstens wieder um so kleine, die in der Praxis dann eh wieder "scheitern" werden. Wenn die Türkei es gewollt hätte, dann hätte sie es geschafft die Pkk insofern selbst auflösen zu lassen, indem sie ihr keinen grund gibt einen bewaffneten Kampf aufzunehmen.
Dass Herr Kurt die Pkk ablehnt, das finde ich nicht schlimm, es gibt einige Menschen die das tun, aber ein großer Teil weiß wie wichtig die Pkk in diesen Regionen ist. Aber die Pkk sollte hier auch nicht von der eigentlichen Diskussion und zwar der "fortschrittlichkeit der Türkei" ablenken, denn man kommt auf keinen gemeinsamen Nenner. Jeder hat seine eigene Meinung über diese Partei.
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roj_evindar
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roj_evindar | Beiträge: 619
« Antworten #32 am: 10. Mai 2006, 22:17 » |
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Findest du es auch nicht lächerlich, dass die AKP Reformwille zeigt, aber sich nicht traut? Bis die Mut zusammengefasst wird, werden Kinder so nebenbei auf der Straße erschossen und 7-12-Jährige sollen bis zu 24 Jahre Haft verurteilt werden. Aber ganz wichtig ist, die AKP zeigt Reformwille, theoretisch hat sie schon alle Reformen abgehackt.
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