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Autor Thema: Yeni Özgür Politika: Nein zur Pressezensur!  (Gelesen 2319 mal)
Peskevin | Beiträge: 359
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... ji bo Kurd, kurdi u Kurdistan!



« am: 07. Dez 2010, 23:40 »

Zitat
Nein zur Pressezensur!
 
Einmal mehr Zensur aus politischen Motiven
 
Ermittlungen gegen pro-kurdische Zeitung auf türkischen Wunsch

 
Aufgrund einer Anzeige der Botschaft der Republik Türkei läuft momentan ein Verfahren gegen die pro-kurdische Tageszeitung Yeni Özgür Politika mit Sitz in Neu-Isenburg/Hessen. Gegenstand des Verfahrens ist eine Presseberichterstattung. Diesem Sachverhalt entsprechend wurde über das Hessische Ministerium für Justiz für Integration in Europa über die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt der Leitende Oberstaatsanwalt in Darmstadt angeschrieben. Dieses Schreiben enthält im Betreff folgenden Inhalt: "Rechtshilfeverkehr in strafrechtlichen Angelegenheiten mit der Türkei". Die zuständige Staatsanwaltschaft Darmstadt hat in dieser Sache beim Amtsgericht Offenbach am Main Anklage gegen die Europaweit einzige kurdische Tageszeitung erhoben.
 
Bereits diese Verfahrensgeschichte kann nur als problematisch bewertet werden. Die EU-Kommission hat in ihrem Fortschrittsbericht 2010 über die Türkei hinsichtlich der Verhandlungen mit der EU - erneut - vor allem Defizite bei Menschenrechten und bei der Meinungsfreiheit angemerkt. Größtes Hindernis - so der Fortschrittsbericht - auf dem Weg der Türkei in die EU sei immer noch die Verletzung von Bürgerrechten - hierbei wurde ausdrücklich auf die Defizite bei der Pressefreiheit hingewiesen. Auch in der Entschließung des Europäischen Parlaments vom 10.02.2010 wurde die Regierung der Türkei insbesondere mit Nachdruck aufgefordert, die Rechtsvorschriften in Bezug auf Meinungs- und Redefreiheit auszuweiten.
 
Dass nun die Botschaft einer Regierung, der von der EU als Beitrittshindernis u.a. mangelnde Pressefreiheit attestiert wird, in einem EU-Mitgliedsstaat versucht, ein Vorgehen gegen Presseorgane zu initiieren, ist ungeheuerlich. Kurdische JournalistInnen erinnern sich nur zu gut an den 3. Dezember 1994, an dem das Redaktionsgebäude der pro-kurdischen Zeitung 'Özgür Gündem' auf Befehl der damaligen Premierministerin der Türkei, Tansu Çiller, bombardiert wurde. Seitdem hat die türkische Regierung 29 pro-kurdische Zeitungen schließen lassen und unzählige Male vorübergehende Erscheinungsverbote erlassen. Zuletzt wurde die einzige Kurdischsprachige Tageszeitung in der Türkei, Azadiya Welat, im August für einen Monat geschlossen. Der verantwortliche Redakteur der Zeitung, Vedat Kurşun, wurde zu einer Gefängnisstrafe von 166,5 Jahren (!) verurteilt. Eine hohe Zahl an weiteren JournalistInnen befinden sich in der Türkei in Haft.
 
Nun versucht die türkische Regierung außerhalb ihrer eigenen Grenzen eine kritische Presseberichterstattung zum Schweigen zu bringen. Besorgniserregend ist in dieser Sache die Rolle der deutschen Justiz. In einer Zeit, in der Rechte und Freiheiten einem neuen Menschenrechtsparadigma und "Sicherheitskonzept" zu Opfer fallen, ist es Pflicht, diese zu verteidigen. Zensur richtet sich immer gegen die Wahrheit. Deshalb rufen wir dazu auf, gegen Zensur und Mundtotmachung die Freiheit der Presse zu verteidigen. Wir UnterzeichnerInnen erklären uns solidarisch mit der Tageszeitung Yeni Özgür Politika und rufen die deutsche Justiz dazu auf, von Beihilfe für das Abschalten einer kritischen Presseberichterstattung abzusehen.

Unterschriftenliste ist online: http://www.stop-censorship.org/
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« Antworten #1 am: 08. Dez 2010, 03:31 »

Diese Unterschriftenliste ist leider nicht ernst zu nehmen. Ein Großteil der Unterzeichner haben mit "Nick" oder Vornamen gezeichnet. Wer nicht zu solch einer Stellungnahme mit der ganzen Person und mit dem damit verbundenen Risiko stehen kann, sollte so etwas nicht unterschreiben. Und wenn dann noch jemand, der nicht ganz unbekannt ist, als Berufsbezeichnung "Kommunist" angibt, dann hat er die Aktion bereits politisch entwertet.

Auf diese Weise wird eine notwendige politische Aktion zur Lachnummer für die deutsche Justiz.
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« Antworten #2 am: 08. Dez 2010, 20:29 »

Du hast natürlich vollkommen Recht, wenn du die Herangehensweise kritisierst und eine Ernsthaftigkeit forderst!

Zu berücksichtigen ist aber, dass entsprechende Unterschriften, die nicht verwendbar sind aussortiert werden!

Bei allen Petitionen bzw. anderen Aktionen wo Unterschriften zur Unterstützung gesammelt werden, gibt es immer eine gewisse Zahl, die meistens höher ist als die die verwendet werden können!

Die Seite ist frei zugänglich und wird auch weiterhin von vielen besucht, die die Aktion anders verstehen wie sie gemeint ist! Die Wichtigkeit sowie Notwendigkeit wird dadurch nicht beeinträchtigt bzw. nicht geringer!

P.S. Immer diese Kommunisten ... :-)!

MdkG
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« Antworten #3 am: 12. Dez 2010, 14:39 »

Entweder sollte die Bereitschaft gezeigt werden eine politische Aktion, trotz möglicher Skepsis, öffentlich zu unterstützen (in diesem Falle zu unterzeichnen), oder die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und seinem Umfeld sollte so groß sein, dass offen und ehrlich dazu gestanden wird, dass wegen vorhandenen Unbehagen, eine Bereitschaft zum Unterzeichnen solcher politischen Petitionen nicht vorhanden ist. Beide Varianten sind ehrlich. Was unehrlich ist, kann bei jeder 4. Unterschrift der oben genannten Petition, nachgeschaut werden. Also echt...!

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« Antworten #4 am: 12. Dez 2010, 21:02 »

Solidarität zeigen heißt, dass ich mich identifizierbar zu einer Sache bekenne, die ich als unterstüzenswert halte. Bei der vorliegenden Liste müssten ca. 80 % der Unterschriften "aussortiert" werden, da sie dieses Kriterium nicht erfüllen. Daher werde ich meine Solidarität mit den KollegInnen von "Yeni Özgür Politika" hier ausdrücken, wo jede(r) Interessierte mich über Profil und Impressum-Eintrag orten kann. Sicher sitzen in den Konsulaten und Botschaften im deutschsprachigen Raum beamtete "Schlapphüte", die fleißig Listen führen, um etwa Unterzeichner am Flughafen Istanbul festnehmen und einknasten zu lassen wie den gerade freigelassenen Dogan Akhanli aus Köln. Wer also weiß, dass sie/er auf solch einer Liste geführt wird, wie z.B. linke Abgeordnete mit Geburtsort im Machtbereich der Regierung in Enqere, muss keine Angst mehr haben, denn: Ist der Ruf bei M:I:T: erst ruiniert, lebt sichs doppelt ungeniert!
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« Antworten #5 am: 13. Dez 2010, 17:11 »

»Das Verfahren hat politischen Hintergrund«

Mit Hilfe der deutschen Justiz geht die Türkei gegen eine kurdische Zeitung vor. Ein Gespräch mit Özgür Recberlik
Interview: Nick Brauns

Özgür Recberlik ist verantwortlicher Redakteur der im hessischen Neu-Isenburg erscheinenden prokurdischen Tageszeitung Yeni Özgür Politika, die europaweit in einer Auflage von 10000 Exemplaren vertrieben wird

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Yeni Özgür Politika wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz – also das PKK-Verbot – eingeleitet. Was wird Ihnen als verantwortlichem Redakteur konkret vorgeworfen?
Der Zeitung wird konkret vorgeworfen, das Symbol des Dachverbandes »Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans« (KCK) bzw. der »Nationalen Befreiungsfront Kurdistans« (ERNK) abgedruckt zu haben. Diese Symbole sind als Illustration zu Artikeln über die KCK abgedruckt worden. Die Staatsanwaltschaft schreibt in ihrer Anklageschrift, daß es sich bei diesen Emblemen um »verbotene Symbole« handele, daß »die ausländische Vereinigung PKK (…) in Deutschland einem Betätigungsverbot unterliegt und es insbesondere verboten ist, Kennzeichen dieser Vereine öffentlich zu verwenden und zu verbreiten«.

Auch Zeitungen und Zeitschriften wie Spiegel, Focus oder die Bild bringen immer wieder Fotos, auf denen solche Embleme zu sehen sind. Warum denken Sie, daß gegen diese Medien nicht ermittelt wird?
Schon die Vorgeschichte zeigt, daß wir es hier nicht mit einem normalen Rechtsverfahren zu tun haben. Denn dieses Verfahren ist aufgrund von vier Anzeigen der türkischen Botschaft in Berlin eröffnet worden. Es ging unter dem Betreff »Rechtshilfeverkehr in strafrechtlichen Angelegenheiten mit der Türkei« über das hessische Innenministerium und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt/Main an die Staatsanwaltschaft in Darmstadt, die dann im vergangenen Monat Anklage erhoben hat. Da hier auf den Druck der Türkei hin ein Verfahren gegen die einzige in Europa erscheinende kurdische Tageszeitung eröffnet wird, ist klar, daß es sich um ein Verfahren mit politischem Hintergrund handelt.

Wie ist der Stand des Verfahrens?
Unser Anwalt hat Widerspruch eingelegt. Momentan warten beide Seiten auf eine Antwort vom Gericht bzw. einen Gerichtstermin.

Welche Bedeutung hat die Yeni Özgür Politika für in Deutschland und Europa lebende kurdischstämmige Migranten?
Wir sind die einzige in Europa erscheinende kurdische Tageszeitung, die einerseits über die aktuellen Entwicklungen in der Heimat der hier lebenden Kurden berichtet und andererseits das Augenmerk auf die Situation in Europa legt. Das Blatt setzt sich also auch mit der Situation der Migranten und der Integrationsdebatte kritisch auseinander. Außerdem ist unsere Zeitung zweisprachig – wir schreiben in türkischer und in kurdischer Sprache.

Der Verfassungsschutz wirft der Yeni Özgür Politika vor, ein Sprachrohr der PKK zu sein. 2005 wurde ihre Vorgängerzeitung Özgür Politika deswegen ebenfalls vorübergehend verboten. Wie ist das Verhältnis Ihrer Zeitung zur PKK?
Wir sehen die PKK als Ergebnis einer vom türkischen Staat geführten Vernichtungs- und Verleugnungspolitik an den Kurden. Aber wir sind kein Sprachrohr. Wir versuchen, unseren journalistischen Prinzipien gerecht zu werden, indem wir durch unsere Berichterstattung einen Beitrag leisten zu einer politischen Lösung der kurdischen Frage und zu einem Dialog zwischen den Völkern. Wenn sich diese Bemühungen für eine Lösung eher im Spektrum der PKK zentralisieren, dann ist es normal, daß wir im Schnitt mehr über sie berichten. Letztendlich spiegeln wir Realitäten wider.

Inwieweit sehen Sie im Ermittlungsverfahren gegen die Yeni Özgür Politika Parallelen zum Vorgehen der türkischen Justiz gegen die prokurdische Presse in der Türkei?
In der Türkei sind ungezählte Zeitungen verboten worden, und viele Journalisten befinden sich mit teilweise galaktischen Strafen im Gefängnis. Auch dort wird jede nicht prostaatliche Berichterstattung über die kurdische Bewegung kriminalisiert. Alle Zeitungsverbote in der Türkei und alle Gefängnisstrafen gegen Journalisten wurden mit »Unterstützung einer terroristischen Organisation« begründet. Die Türkei wird auch von Deutschland immer wieder aufgrund der fehlenden Pressefreiheit gegeißelt. Daß Deutschland gegen prokurdische Medien ebenso agiert, zeigt die übereinstimmenden politischen Interessen beider Länder.

http://www.jungewelt.de/2010/12-13/056.php?sstr=kurden
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« Antworten #6 am: 14. Dez 2010, 23:00 »

da machst du es dir aber einfach amos,
nur weil deine definiton von solidarität dhier deine argumentationslinie unterstreicht, heisst es noch lange nicht, dass du die Wörte auf biegen und brechen formen kannst.

Es GIBT  eine wie du sie nennst identifizierbare solidarität

aber es gibt auch noch andere vformen der solidarität

ich denke du geniesst hier einen gewisses status, daher solltest du etwas auf deine wortwahl achten. sipas

lg,

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Cizire_Botan | Beiträge: 144
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« Antworten #7 am: 21. Dez 2010, 15:20 »

Solidarität zeigen heißt, dass ich mich identifizierbar zu einer Sache bekenne, die ich als unterstüzenswert halte. Bei der vorliegenden Liste müssten ca. 80 % der Unterschriften "aussortiert" werden, da sie dieses Kriterium nicht erfüllen.
Laut deiner Annahme müsste ich jetzt davon ausgehen das du 80% dieser "taugenichts" persönlich kennst. Das bezweifle ich jedoch und ich finde es schlicht und weg falsch das du diese Menschen,die sich dort eingetragen haben, aufgrund ihres Namens/Berufes verurteilst. Denn genau an diesem Punkt fängt doch Vorurteil an oder?
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Dilan | Beiträge: 146
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« Antworten #8 am: 21. Dez 2010, 15:52 »

@aagit
@Cizire_Botan


Es geht darum, dass man bei einer Unterschriftenaktion seinen richtigen Namen und Beruf angeben sollte.
Fake-Namen und Fake-Berufe sind kontraproduktiv.
Wer aufgrund möglicher Konsequenzen Bedenken hat, sich mit seinem Namen und Beruf in die Liste der Unterstützer einzutragen, sollte es lieber sein lassen, anstatt eine Fake-Identität anzugeben und so der Seriösität der Unterschriftenaktion zu schaden.
Ich denke, das (und nichts anderes) war es, worauf Amos hinaus wollte.
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Amos | Beiträge: 4300
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« Antworten #9 am: 21. Dez 2010, 19:20 »

So ist es, Dilan.
Nur, wer mit seinem Namen und seiner Person (also öffentlich bekannt), für seine politische Überzeugung einstehen kann, wird ernst genommen. Übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch in jedem anderen zivilisierten Land. Denn jede(r) kann, bei einiger technischer Kenntnis, Millionen von künstlichen Identitäten erzeugen und die quasi im Sekundentakt hier als Solidaritätsstimmen posten. Wenn sich YÖP darauf stützt, fällt diese virtuelle Solidarität im Nu zusammen wie ein Kartenhaus, während solche "Unterstützer" sich noch wie Paviane auf die Brust trommeln. Ergo: wer mit Schein-Identitäten Solidarität für YÖP ausdrückt, verusacht politisch mehr Schaden als Nutzen!
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« Antworten #10 am: 21. Dez 2010, 21:53 »

Hat es wirklich einen Wert, das Verhalten der Unterstützer zu diskutieren?

Wie wurde für dies Aktion geworben? Wer war die Zielgruppe?

Wen will man hier erreichen?

Und was ist das Maß für Erfolg und Mißerfolg?

Wir können uns glücklich schätzen, daß daß wir nicht darüber grübeln müssen, wo wir in diesem Fall zwischen Schaden und Nutzen stehen.
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„ . . wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt...”

 
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