Mittwoch, 23. Mai 2012, 02:28 : 32 User online
Passwort vergessen? | Registrierung
Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 02:28 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.


Einloggen mit Benutzername und Passwort
Wichtiger Hinweis::
Liebe User, wir bitten Sie, sich im Rahmen der von uns aufgestellten »Forenregeln« zu halten!

Viel Spaß und liebe Grüße
Euer Kurdmania-Team.
 
Autor Thema: Türkei: Auf dem Weg zur Verfassungsänderung  (Gelesen 8131 mal)
SiWan | Beiträge:
SiWan
Gast
« am: 26. Aug 2007, 00:24 »

Wie wir ja alle wissen, wird in der Türkei gerade eine neue Verfassung ausgearbeitet. Die neue Verfassung soll auch den Verbot der kurdischen Sprache bewirken und zudem den Gebrauch des Kurdischen in den Schulen legitimieren.


Der Paragraph 42 der aktuellen Verfassung lautet wie folgt:

Zitat
Türkçe'den başka hiçbir dil, eğitim ve öğretim kurumlarında Türk vatandaşlarına anadilleri olarak okutulamaz ve öğretilemez.

Zu Deutsch:

"Außer der türkischen Sprache dürfen keine anderen Sprachen in Schul- / Lehranstalten als Muttersprache gelehrt werden."



Der Paragraph 42 soll wie folgt verändert werden:

Zitat
Eğitim ve öğretim dili Türkçe'dir. Türkçe'den başka dillerde eğitim demokratik toplum düzeninin gereklerine uygun olarak kanunla düzenlenir.

"Die Lehrausbildung ist türkisch. Die Ausbildung in anderen Sprachen als türkisch wird im Sinne einer demokratischen Gesellschaft ermöglicht."


Diese Verfassungsänderung würde Kurdisch als Wahlfach in den türkischen Schulen ermöglichen. Das einzige was gleich bleibt, ist die Vorschrift, dass türkisch die einzige Amtssprache ist. Dennoch ist es ein kleiner Erfolg, dass die kurdische Sprache in den Schul- und Lehranstalten nicht mehr verboten ist.




Quelle: http://www.radikal.com.tr/haber.php?haberno=230966

Überschrift geändert! KM-Team
« Letzte Änderung: 19. Jul 2010, 12:32 von X e m x w a r » Gespeichert
sekevir | Beiträge: 787
sekevir
Kurdmania Admin
******
Beiträge: 787

“ne sire ne piwaze, nehlel guncke germe”



« Antworten #1 am: 26. Aug 2007, 10:23 »

richtiger übersetzt wäre es :

"Die Erziehungs- und Lehrsprache ist Türkisch. Die Erziehung in anderen Sprachen als das Türkische, können nach den Erfordernissen der demokratischen Gesellschaft angemessen per Gesetzgebung angeordnet werden."



also siwan,
du siehst die passage "...nach den Erfordernissen der demokratischen Gesellschaft angemessen per Gesetzgebung angeordnet werden."

der "gesetzgeber" feiert sich vor der presse und gegenüber den "minderheiten" als "revolutionär", aber was dabei rauskommt ist nur augenwischerei. gegen das, was er mit seiner "neuen gesetzgebung" angeblich ansteuert, er baut sich mindestens 2-fache sicherheiten ein, um sie wieder zu verhindern.

- "den anforderungen der demokratischen gesellschaft angemessen"
was machst du, wenn der "gesetzgeber" mit einem neuerlichen e-ultimatum die masse der rassistisch-chauvenistisch orientierten "demokratischen gesellschaft" gegen eine solches bestreben nach kurdisch-unterricht an staatlichen schulen mobilisiert ?

- "per Gesetzgebung angeordnet"
was machst du, wenn der "gesetzgeber" in einem noch definierenden "gesetz", die erziehung in einer anderen sprache auf ein marginales minimum oder gar auf ein nichts reduziert ?

...

die von der akp initierte "verfassungsänderung" zeigt eindeutig, daß sie unaufrichtig ist, und noch schlimmer, zeigt sie, daß die akp, die für sich die reformation der republik beansprucht, wenig am geist des bisher dominierenden zwänge und ungerechtigkeit ändern möchte.
kurz gesagt : sie ist eine aufschlußreiche quittung für alle kurden, die an die akp glauben, sie gewählt haben, und so zu ihrem wahlerfolg beigetragen haben.

für meine wenigkeit, ist dieses thema der verfassungsänderung die zeit nicht wert darüber zu diskutieren.
Gespeichert

“ne sire ne piwaze, nehlel guncke germe”
berfin | Beiträge: 898
berfin
Member
***
Beiträge: 898


« Antworten #2 am: 26. Aug 2007, 12:01 »

Ein Gummiparagraph den die AKP sich so zurechtkneten kann, wie es ihr paßt. Aber vielleicht bietet er doch die Möglichkeit nachzuhaken und einen Ansatz zu finden.
Gespeichert
SiWan | Beiträge:
SiWan
Gast
« Antworten #3 am: 26. Aug 2007, 12:08 »

Dann wäre es wohl besser, wenn die Verfassung unangetastet bliebe. Zumindest schreibt die Verfassung nun nicht mehr vor, dass nur noch türkisch in den Schulen Bildungssprache ist.
Gespeichert
kurdistan | Beiträge: 337
kurdistan
Member
***
Beiträge: 337


« Antworten #4 am: 26. Aug 2007, 13:31 »

Ich finde, Sekevir hat es auf den Punkt gebracht. Auch wenn das auf den ersten Blick gut klingt, aber wir wissen doch, dass solche "Reformen" meistens nur auf dem Papier existieren... Und wenig später wird ein neues Paragraph kommen, der genau diesen Paragraph unwirksam machen wird... Es dient wahrscheinlich dazu, um den kurdischen Wähler zu zeigen: "schaut, was wir für euch tun und blabla...". Und nicht zuletzt dienen diese Paragraphen dazu, um der Welt vorzugaukeln, wie "demokratisch" man doch sei.

Und überhaupt: Wer sagt, dass mit "andere Sprachen" überhaupt Kurdisch gemeint ist? Es sollte eher den Kurden darum gehen, dass Kurdisch offiziell anerkannt wird und in den kurdischen Siedlungsgebieten neben türkisch gelehrt wird, alles andere ist nur Augenwischerrei und darauf sollten Kurden nicht reinfallen... Wahrscheinlich wird die AKP mit dieser Masche wiedermal Erfolg haben... bei den Kommunalwahlen.
Gespeichert

Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, daß die Summe von Nullen eine gefährliche Zahl ist.
(Stanislaw Jerzy Lec)
Peskevin | Beiträge: 359
Peskevin
Sr. Member
****
Beiträge: 359

... ji bo Kurd, kurdi u Kurdistan!



« Antworten #5 am: 30. Mär 2010, 21:04 »

Zitat
Karayilan: Die Verfassung muss komplett reformiert werden!
 
Das folgende Interview erschien am 25.3.10 bei der Tageszeitung "Yeni Özgür Politika".
 
Rojhat Laser – YÖP: Öcalan erklärte vor kurzem gegenüber seinen AnwältInnen, dass er Ihnen sowie dem Staat einen Brief zugeschickt hat. Auch Sie haben vor kurzem eine Deklaration veröffentlicht. Gab es irgendeine Reaktion auf Ihre Deklaration oder auf den Brief Öcalans?
Karayılan: Bis zum heutigen Tag haben weder wir noch der Vorsitzende Apo eine Antwort erhalten. Auch wenn von verschiedenen Seiten positive Signale zu vernehmen sind; das sind keine Antworten, die wir als positiv betrachten können. Wir können uns in etwa vorstellen, was der Inhalt des Briefes des Vorsitzenden ist. Aber in der Deklaration, die wir veröffentlichten, sind eher praktische Schritte verlangt als Worte.
Der Staat, der nationale Sicherheitsrat und das Kabinett haben Beschlüsse gefasst: Das sind negative Antworten. Aus diesem Grunde ist es so, wie Sie es schon sagten: Der Staat wird sein eigenes Vorhaben umsetzen. Auf der anderen Seite aber will er unserer Bewegung und der Öffentlichkeit Hoffnungen machen und hinhalten.
Die Deklaration, die wir veröffentlichten, wurde zu einer gesellschaftlichen. In allen Newroz-Gebieten, auf den Plakaten, in den Parolen und in den Worten der politischen Vertreter unseres Volkes ist die Deklaration zu erkennen. Wir haben schon vorher erwähnt, dass die Deklaration wichtig ist und der Staat sie aufrichtig angehen muss. Auch das Volk hat erklärt, dass diese Deklaration in Richtung Demokratie ein wichtiger Schritt ist und verlangt die nötige Aufrichtigkeit. Aus diesem Grunde ist die Deklaration, die auf eine Antwort wartet, die demokratische Lösungsdeklaration des kurdischen Volkes.
 
YÖP: Was ist Ihre Meinung zur Beteiligung des Volkes an Newroz und die Haltung, die zu den Newrozfeierlichkeiten angenommen wurde?
Karayılan: Newroz 2010 war eine Art Gipfel. Newroz 2010, das massenhaft gefeiert wurde, ist gleichzeitig die größte Feierlichkeit im Mittleren Osten gewesen.
Weil unsere Bewegung das 2622. Newroz zu einem wichtigen Schritt wandeln wollte, hat sie das Volk zu zwei wichtigen Sachen aufgerufen.
Erstens: Dieses Newroz in größerem Maße zu feiern.
Zweitens: Die nötige Sensibilität zu zeigen, damit dieses Newrozfest ohne größere Vorfälle stattfindet.
In der Praxis haben wir gesehen, dass Newroz in diesem Jahre – außer in Raqqa – ohne größere Vorfälle gefeiert wurde und die Beteiligung sehr hoch war. Die Beteiligung übertraf die der letzten Jahre. Somit hat sie sich zu einer demokratischen Volksplattform gewandelt, die inhaltlich sowie im Umfang sehr breit war. Aus diesem Grunde möchte ich noch einmal unserem Volk, das sich an den Feierlichkeiten beteiligte und es auf dieses würdevolle Niveau brachte, und allen Mitarbeitern, die an der Vorbereitung arbeiteten, meine Hochachtung und tiefsten Grüße aussprechen.
 
YÖP: Was sind die wichtigsten Ergebnisse, die man aus diesem Newroz ziehen sollte?
Karayılan: Das Newrozfeuer wurde noch stärker entfacht und die Feierlichkeiten haben eine Antwort für den Prozess gegeben. Die wichtigste Seite von Newroz ist, dass eine Antwort auf alle intensiven Angriffe gegeben wurde. Der türkische Staat versuchte, in der Türkei und in Kurdistan die Beteiligung an den Newrozfeierlichkeiten zu verhindern. Er wollten die Serhildan-Bewegung vernichten. Und das aus dem einfachen Grunde, weil unser Volk das Newrozfest 2009 würdevoll gefeiert und anschließend einen politischen Sieg in den Kommunalwahlen errungen hatte. Anschließend gab der Staat den Start für die Verhaftungswelle von 1.500 Politikern, die teilweise immer noch in den Gefängnissen sitzen.
Das Ziel dieser Verhaftungen war, Massenveranstaltungen – wie Newroz – zu zurückhalten. In diesem Sinne ist es wichtig, dass unser Volk in Nordkurdistan und in den Metropolen auf diesem Niveau Newroz gefeiert hat. Die Politik des „politischen Genozids“ wurde so untergraben. Folgende Botschaft wurde gegeben: Dieses Volk hat sich für die Freiheit entschieden! Egal wie viele Menschen auch verhaftet werden. Das Volk hat ein Niveau erreicht, dass der Platz der Verhafteten sofort wieder besetzt wird. In keinster Weise wird eine Verängstigung einflussreich sein oder einen Schritt zurück bedeuten. Das ist eines der wichtigsten Dinge, die man aus den Newrozfeierlichkeiten ablesen muss.
Das Volk hat im Sinne eines Referendums den Willen für einen Frieden und eine demokratische Lösung aufgezeigt. Gleichzeitig hat es den Weg gezeigt, der gegangen werden muss. Wie schon erwähnt hat das Volk sich unsere Deklaration angeeignet. Im Besonderen aber hat es eine Antwort auf die „Frage des Ansprechpartners“ eine radikale Antwort gegeben. Eine wichtige Parole bei den Feierlichkeiten war, dass das Volk den Vorsitzenden Apo als politische Führungspersönlichkeit angenommen hat.
Die Sache des Ansprechpartners ist ein wichtiges Thema. Vor allem muss man sich im Klaren sein, dass ein Problem vorhanden ist. Woher rührt dieses Problem? Die Vertreter dieses Volkes wurden nicht anerkannt, sollten vernichtet werden – hier begründet sich die kurdische Frage. Wie schon sehr oft erwähnt, kann ein Problem nur gelöst werden, wenn die Ansprechpartner anerkannt werden. Das kurdische Volk hat heute verschiedene Einrichtungen, die seine Vertretung übernommen haben. Die politische, militärische, gesellschaftliche – kurz, alle Gebiete zeigen nur einen Ansprechpartner: den Vorsitzenden Abdullah Öcalan.
Wir beharren aber nicht unbedingt darauf; das Volk hat auch andere Vertreter, die es anerkennt. Mit diesen kann auch ein Dialog beginnen. Dabei sollte denjenigen aber nicht aufgezwungen werden, die restlichen Akteure auszuschließen. Denn dieses Volk ist eine Gesamtheit und so muss es auch gehandhabt werden. Die Politik, „den einen gegen den anderen ausnutzen“, ist nicht akzeptabel. Wenn der Staat wirklich eine Lösung will, dann auf dieser Basis.
 
YÖP: Die AKP kritisiert die BDP, weil die BDP Öcalan und die PKK als Ansprechpartner nennen. Kann die BDP als alleiniger Ansprechpartner das Problem lösen?
Karayilan: Wie eben schon erwähnt, kann die BDP natürlich als Ansprechpartner genommen werden, aber nicht auf der Basis, dass dabei die anderen Akteure ausgeschlossen werden. Wenn die AKP der BDP vorwirft, dass sie auf andere Ansprechpartner verweist und sich nicht von ihnen distanziert, dann deshalb, weil sie nicht wirklich an einer Lösung interessiert ist. Ansonsten ist bekannt, dass ein Problem nur dann lösbar ist, wenn die beteiligten Seiten an einem Lösungsprojekt arbeiten. Ist jeder gleich vertreten in einem solchen Projekt? Natürlich ist das nicht der Fall. Jeder hat in seinem Bereich seine Aufgaben. Aber jeder hat in dem Lösung-Prozess eine bestimmte Rolle, die übernehmen werden muss.
Unser Volk hat das Problem noch einmal ganz klar vermerkt. Nicht nur das Problem, auch die Lösung wurde ganz deutlich gezeigt. Außerdem wurden den jeweiligen Staaten folgende Botschaft gegeben: Dieses Problem ist ein gesellschaftliches- und kein Terrorproblem. Das Volk sagt: „Dieses Problem ist unser Problem“. Alle Staaten müssen dies berücksichtigen. Wer dies nicht berücksichtigt, wird nicht erfolgreich sein. Wir erwarten von allen beteiligten Staaten, dass diese Botschaft berücksichtigt wird. Wir versuchen die Botschaften, die uns gegeben wurden, richtig aufzufassen. Die Aufrufe, die wir machten, hat das Volk beachtet. Es zeigte die Verbundenheit zu dem Vorsitzenden und zu den Märtyrern. Wir müssen die Sensibilität haben, um das zu tun, was getan werden muss. Wir bestätigen alle Äußerungen, die die Volksvertreter gemacht haben. Wir sagen, dass wir für die praktische Verwirklichung verantwortungsbewusst sein und jede Art von Opferbereitschaft zeigen werden. Unser Volk hat uns an diesem Punkt eine Botschaft gegeben, dass wir auf der Linie der demokratischen Lösung beharren müssen. Die Parole „entweder demokratische Lösung oder würdevoller Widerstand“ ist sehr bedeutungsvoll. Das ist für uns eine Anweisung. Wir wünschen aber, dass die beteiligten Kräfte die Botschaft der Millionen beachten und auf dieser Basis auf die demokratische Lösung beharren.
 
YÖP: Öcalan hat erklärt, dass nach dem Newrozfest eine neue Entwicklung anfangen wird. Auch Sie haben gesagt, dass ein neuer Prozess begonnen hat, der kein Interimsprozess mehr sein kann. Was sind Ihre Erwartungen?
Karayilan: Die demokratische Lösung der kurdischen Frage hat sich als eine Notwendigkeit aufgezwungen. Das ist eigentlich ein Thema, das sich seit Newroz 2009 bzw. seit den Kommunalwahlen am 29. März 2009 ständig auf der Tagesordnung gehalten hat. Die AKP-Regierung aber verweigert die Lösung und versucht die Öffentlichkeit mit der „demokratischen Initiative“ hinzuhalten. In der Wirklichkeit betreibt sie mithilfe verschiedener Konzepte eine Vernichtungspolitik gegen die Freiheitsbewegung und versucht, die politische Grundlage zu verwüsten. Dies hat den Prozess in eine kritische Phase gebracht. Dahingegen hat die kurdische Freiheitsbewegung mit großer Ausdauer, Geduld und Opferbereitschaft die Richtung zur demokratischen Lösung weiter verfolgt.
Unsere Bewegung hat zuletzt die genannte Deklaration veröffentlicht. Des Weiteren gibt es die Bemühungen des Vorsitzenden Apo. Die von ihm angefertigte Roadmap wurde nicht übergeben. Es ist also so, dass unsere Friedensbemühungen und die Vernichtungsversuche der Gegenseite auf einem Höhepunkt angekommen sind und jetzt ein Bruch besteht.
Das Newrozfest war eine Möglichkeit, eine Botschaft zu übergeben. Wenn trotzdem die Politik der Lösungslosigkeit fortgeführt wird und weiter auf Zeit spielt wird, dann wird das einen neuen Prozess mit sich bringen.
 
YÖP: Wenn ab jetzt keine Lösung entwickelt wird, was wird die neue Entwicklung bringen?
Karayilan: Der Prozess zwingt die Lösung auf, wenn nicht, dann wird die Vernichtungspolitik aktualisiert. Gegen die Vernichtung hat die kurdische Freiheitsbewegung auch Maßnahmen unternommen. Aus dieser Perspektive gesehen scheint es uns, wenn keine Lösung angestrebt wird, entwickelt sich eine neue Kriegssituation. Aus unserer Sicht ist der neue Prozess wie folgt: Der Lösungsprozess ist eine Notwendigkeit. Dafür haben wir zusammen mit dem Newrozfest einen neuen Prozess angekündigt. Dieser Schritt hat seine ideologischen, politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Aspekte sowie eine Verteidigungsseite. Wir werden die Lösung von allen Seiten aufzwingen. Auf Vernichtungsversuche werden wir mit Widerstand antworten. Das kurdische Volk hat sich für die Freiheit entschieden. Aus dieser Perspektive betrachtet sind die vor uns liegenden Wochen sehr wichtig. Das Volk hat noch einmal zum Frieden aufgerufen. Wer die Wahrheit sehen will, soll sich das Newrozfest von Amed, Wan, Êlih, Istanbul, Colemêrg, Sirnex, Gever und Riha anschauen. Unser Volk hat die Fakten bei diesen Feierlichkeiten ausgesprochen. Die Regierung der Türkei kann sich dies anschauen und entscheiden. Wir werden weiterhin auf den Beschluss der Gegenseite warten. Es ist aber deutlich geworden, dass der Prozess revolutionäre Züge mit sich bringen wird.
Der Status quo geht so nicht weiter. Das kurdische Volk sagt: „Êdî Bes e – Es reicht“ zu den Verhaftungen der politischen Vertreter und zu allen Beleidigungen. Die dritte Stufe der „Êdî Bes e“-Kampagne unter der Parole „freier Vorsitzender, freie Identität und demokratische Autonomie“ wird zielorientiert geführt. Das kurdische Volk will die Freiheit seines Vorsitzenden. Das wurde zu Newroz ganz deutlich aufgezeigt. Des Weiteren will es eine freie Identität. Es hat gezeigt, dass es ohne Identität nicht leben will. Die Lösungsperspektive dafür heißt „demokratische Autonomie“. Das Newrozfest hat das noch einmal bewiesen. Aus diesem Grunde wird der Prozess auf dieser Achse laufen und den Prozess wird die Haltung des Staates und der AKP-Regierung bestimmen. Es ist also so, wie es einige zu Newroz gesagt haben: „Der Ball ist bei dem türkischen Staat, bei der türkischen Regierung.“
 
YÖP: Es wurde klar, dass die AKP keine grundlegende Verfassungsänderung vorhat. Sie will eher die Gerichtsbarkeit, die sie etwas bremst, außer Gefecht setzen. Außerdem gibt es einige Änderungen, die vom Großteil der Gesellschaft anerkannt werden können. Wie ist Ihre Haltung dazu?
Die Verfassung ist ein gesellschaftlicher Vertrag. Es die Übereinkunft aller, die auf diesem Boden leben. Die gültige Verfassung der Türkei ist die des Militärputsches vom 12. September. In dieser Verfassung haben andere Völker keinen Platz. Des Weiteren sieht sie die Vernichtung der Kurden vor. Aus dem Grunde ist der kurdische Freiheitswiderstand oder die kurdische Frage ein Problem der Verfassung. Die Verfassung müsste die Gemeinsamkeit aller Gesellschaften sein. Deswegen ist es nicht möglich, dass andere Völker [darunter die Kurden] mit dieser Verfassung frei und selbstbestimmend leben können. Die Lösung des Problems ist mit einer radikalen Verfassungsreform möglich. Die Kurden, die Bestandteil des Landes sind, müssen in der Verfassung ihren Platz finden.
In der Veränderung, die die AKP vor hat, sind die Kurden aber wieder nicht vertreten. Zur Gegenwart oder momentanen Situation des kurdischen Volkes ist nicht einmal ein Wort vorhanden. Die Änderungen können auch nicht als Demokratisierung oder Veränderung der 12. September-Verfassung gezählt werden. Ein paar positive Sachen sind enthalten. Aber auch wenn diese positiven Sachen enthalten sind, wird die Philosophie des 12. Septembers weiterhin aufrechterhalten. Ein Artikel zur Verurteilung der Putschisten des 12. Septembers ist mit dabei, aber im Allgemeinen betrachtet wird die Linie des 12. Septembers geschützt. Deswegen kann diese Veränderung niemals von den Kurden unterstützt werden. Genau so, wie es für die Kurden nichts enthält, ist es auch für die Türkei nichts neues. Wie sie schon erwähnt haben: Es ist ein Paket, das die Hindernisse, die der AKP und ihrer Regierung im Weg stehen, aufheben. Mit diesem Paket kam die Wahrheit über die AKP nochmals ans Tageslicht. Egal was sie will, sie will es immer für sich. Ihr Egoismus ist nochmals offen geworden. Dieser Egoismus darf auf keinen Fall toleriert werden.
Nicht nur die Gerichtsbarkeit, die gesamte Verfassung muss komplett geändert werden. Im Moment sind die Umstände für eine Änderung gegeben. Wenn schon eine Änderung ansteht, dann sollte sie radikal sein und die Gesetze des 12. September abschaffen. Es ist eine Mentalität vorhanden, die vorgibt, als würde sie dieses durchführen. Aber in Wahrheit bekräftigt sie das nur. Das ist viel gefährlicher. Dies darf das nicht toleriert werden und man muss sich gegen diese Initiative stellen. Wenn sie aufrichtig wären, dann würden sie eine komplette Änderung bringen. Die Völker aus der Türkei werden das mit einem Referendum bestätigen.

Quelle: YÖP. 25.3.2010, ISKU
Gespeichert

"Ay lê Kurdistanê, Kurdistana minê, Şêrîna l’ber dilê minê Kurdistanê nadim malê dinê Ez ser Kurdistanê têm kuştinê"
Peskevin | Beiträge: 359
Peskevin
Sr. Member
****
Beiträge: 359

... ji bo Kurd, kurdi u Kurdistan!



« Antworten #6 am: 01. Apr 2010, 20:18 »

Zitat
EU und USA sollen den
Freiheitskampf respektieren!

 
Wir veröffentlichen das Interviews mit dem KCK-Exekutivsratvorsitzenden Murat Karayilan stark gekürzt. Ausführlicher ist es auf der Internetseite der ISKU zu finden. Das Interview wurde von Rojhat Laser geführt.
 
Sie sprechen sehr oft von den Frühlingsmonaten und der Möglichkeit eines Krieges. Ist eine Entfachung des Krieges möglich?
Wie schon erwähnt, wartet die kurdische Frage auf eine Lösung. Entweder wird der Staat dieses Problem lösen oder nicht. Wir als kurdische Seite sagen nun „Êdî Bes e – Es reicht“. Wir zwingen die Lösung der kurdischen Frage auf jeder Ebene auf. Die Verleugnungs- und Vernichtungspolitik des Staates ist aufgede­ckt und hat keine Zukunft. Diese Politik ist am Ende ihres Weges angelangt.
Die AKP-Regierung plant die geostrategische Lage der Türkei zu vermarkten, um so von Außenmächten wie Amerika und NATO Unterstützung zu bekommen. So will sie die kurdische Freiheitsbewegung vernichten. Sie zwingt den internationalen Mächten die Vernichtung unserer Bewegung auf; im Gegenzug dessen wird sie Soldaten nach Afghanistan schicken und an dem Embargo, das gegen den Iran gerichtet werden soll, teilnehmen. Die internationalen Mächte wollen für den eigenen Profit die kurdische Freiheitsbewegung und das kurdische Volk vernichten. So wird der Prozess weiterhin andauern. So besteht die Möglichkeit, dass die Türkei, gestützt auf die internationalen Mächte, ihre militärische Macht [in den Grenzgebieten] verstärkt. Sowieso werden intensive Aufklärungsflüge durchgeführt und vor allem im Gebiet Botan-Zagros die militärischen Kräfte verstärkt. In den letzten Tagen wurden intensiv Soldaten in die Gebiete Oramar und Semzînan gesendet. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass in der Region etwas geschehen wird.
Da, wo die Lösungslosigkeit herrscht, werden Auseinandersetzungen sein. Wenn jetzt trotz allen Aufrufen von uns und der Botschaft des Volkes keine Lösungsperspektive auf die Tagesordnung gesetzt wird, dann wird das bedeuten, dass die Gewalt sich entwickeln wird. Wir versuchen uns, auf jede Möglichkeit vorzubereiten. Wir haben schon öfters erwähnt, dass unsere Bewegung bereit für den Frieden ist.
 
Umzingeln, Druck und Einengen; können Sie dies konkret erläutern?
Umzingeln und Einengen sind die Ziele des türkischen Staates und dessen Spezialkriegsabteilung. Aber ob sich das auch verwirklicht, ist eine andere Frage. Man kann nicht behaupten, dass der türkische Staat mit der Unterstützung von regionalen und internationalen Mächten wie den USA und der EU uns eingeengt hat. Wenn das jemand behauptet, dann lügt er. Wir wurden auch nicht umzingelt. Das Ziel ist vorhanden, ja, aber wir können ganz normal handeln.
Die letzten Angriffe in Europa sollten zur angeblichen Umzinglung dienen. Das wird aber auch nichts bringen, das ist klar. Der Aufschwung der kurdischen Freiheitsbewegung wird wegen der Verhaftungen einiger kurdischer Politiker oder Kader nicht gestoppt. Dieses Volk hat das Niveau immer wieder neue Kader und Politiker zu entwi­ckeln.
Wir sind in einer Phase, in der wir im Mittleren Osten und im Land selber am stärksten geworden sind. Deswegen kann ich die von Ihnen genannten Behauptungen wie folgt erklären: Ja, sie wollen das mit uns machen. Aber wir arbeiten dagegen. Wir haben eine Diplomatie, Politik, eine militärische Kraft, Wirtschaft, unsere Projekte und Taktiken. Wir haben viele Erfahrungen in den letzten 30 Jahren sammeln können. Von mir aus können 10 türkische Staaten kommen, trotzdem werden sie uns nicht umzingeln können. Das ist Fakt. Was aber passiert? Wahrscheinlich wollen sie im Süden wieder einen Umzinglungsversuch durchführen. Ob das erfolgreich sein wird, ist eine andere Sache. Syrien und der Iran haben die gleichen Ziele.
Mit der Unterstützung unseres Volkes hat unsere Bewegung die Kraft, die Hindernisse, die ihr in den Weg gestellt werden, zu überwinden. Aus diesem Grunde engt uns nicht wirklich etwas ein. Doch sollten wir nicht die nötigen Maßnahmen treffen, dann ist das Vernichtungskonzept, das der türkische Staat gemeinsam mit seinen Unterstützern anfertigt, sehr gefährlich. Im Bezug auf die Zukunft ist eine Gefahr für alle Kurden vorhanden. Wir haben die Aufgabe, diese Gefahren auszuhebeln.
 
Sie sagen, dass sie auf Ihre eigene Kraft vertrauen, sich auf das Volk berufen und der Region dankbar sind. Reicht dies aus?
Vor allem nehmen wir unsere Kraft aus unserer Ideologie. Die Ideologie Apos, die auch das Volk hinter sich hat. Es ist keine herkömmliche Kraft. Wenn dem noch die geografische Lage Kurdistans dazu kommt, kann uns keine Kraft so einfach besiegen.
Der türkische Staat wollte uns in Südkurdistan einzwängen, als wir 1999 unsere Einheiten zurückzogen. Was haben wir dagegen gemacht? Wir haben das Vorhaben des Staates erkannt und unsere Maßnahmen getroffen. Schritt für Schritt haben wir uns im ganzen Norden ausgeweitet und sind bis zum Schwarzen Meer gekommen. Danach sind wir bis in den Westen und Süden [der Türkei] gekommen.
Welche Kraft oder welches Militär kann eine 26-jährige Erfahrung, die sich in allen Teilen Kurdistans verbreitet hat, vertreiben? Eine stabile ideologische Haltung, intensive Organisierung und militärische Erfahrung, strategische Positionierung, basierend auf dem Volk und der geografischen Lage – dies kann große Überraschungen bringen. Diese Bewegung ist voller Überraschungen.
 
Die Operationen in Brüssel wurden als „NATO-Operation“ bezeichnet. Worauf basiert diese Feststellung?
Dies ist eine richtige Feststellung. Auf Beschluss der NATO unter Federführung der USA wurden die Einrichtungen in Brüssel attackiert. Das ist eine Politik, die auf eigenem Profit beruht und auf Wunsch des türkischen Staates geschah. Tatsächlich aber hat die USA für den eigenen Profit das kurdische Volk verkauft.
Wie bekannt, hat die USA eine neue Regierung. Alle Aussagen, die der neue Präsident Obama während der Wahlen gemacht hatte, basierten generell betrachtet auf Menschenrechten, Dialog und Frieden. Nachdem er gewählt wurde, kam er sogar in die Türkei und sprach mit dem DTP-Vizevorsitzenden Ahmet Türk. Danach sprach er mit Barzanî. Das konnte als positives Signal für die Kurden gelten. Aber je mehr er politisch agierte wurde erkennbar, dass seine wahre Politik etwas anderes ist. Die Obama-Regierung lenkt die Staaten der Region im Sinne des eigenen Profits und versucht gegen den Iran zu agieren. Sie schieben die Kurden auf den zweiten Platz.
Im Irak werden die Kurden nicht mehr als Kraft gedeutet. Er [Obama] sieht keine Lösung der kurdischen Frage in den anderen Teilen vor, sondern will, das die Kurden sich mit ihrem Schicksal zufriedengeben. Er nahm eine Haltung an, die den legitimen kurdischen Freiheitskampf für den eigenen Profit unterdrückt. Es kann nicht sein, dass die USA nicht wissen, dass die PKK die kurdische Frage auf friedlichen Wegen lösen will. Trotzdem wird die PKK als separatistisch und terroristisch diffamiert.
Ich möchte noch hinzufügen: Diese Haltung der USA und Europas versperrt den Weg zu einer Lösung der kurdischen Frage. Diese Haltung unterstützt in der Türkei diejenigen, die sich auf der Seite der Gewalt bewegen. Sie versperrt Möglichkeit einer politischen Lösung.
            (ANF, 25.3., ISKU)
Gespeichert

"Ay lê Kurdistanê, Kurdistana minê, Şêrîna l’ber dilê minê Kurdistanê nadim malê dinê Ez ser Kurdistanê têm kuştinê"
Agreen | Beiträge: 72
Agreen
Zwangspause
*
Beiträge: 72


« Antworten #7 am: 02. Apr 2010, 11:15 »

Ich bin mir sicher, dass die USA und die NATO den Weg für einen großangelegten  Vernichtungskampf zugesagt haben.
Die Stationierung Tausender Soldaten ist keine Routine Übung sondern der Start und Beginn eines Blutigen Kampfes, der von Seiten der USA und der NATO und Vasallen geplant worden ist.

Die Kurdische Freiheitsbewegung wird sich aus den Bergenzrück ziehen und in die Städte "gehen" müssen.

Die Newroz feierlichkeiten wurden kaum gestört, dass war nur die Ruhe vor dem Sturm.Die Türkei wendet nun die "Zuckerbrot und Peitsche" Strategie an.

Gespeichert

Zimane dayike, Jiyana me ye!
Be Ziman Jiyan nabe!
Almanci | Beiträge: 485
Almanci
Sr. Member
****
Beiträge: 485

http://www.lerne-kurdisch.de/



« Antworten #8 am: 12. Apr 2010, 13:47 »

Kurden in der Türkei fordern alte Verfassung von 1921

Istanbul, 12. April (AKnews) – Zehntausende Demonstranten haben am Samstag in Istanbul-Kadiköy für eine „zivile, demokratische, pluralistische und egalitäre Verfassung
Rund 200 Intellektuelle und Kulturschafende hatten zuvor einen Aufruf für eine neue Verfassung unterzeichnet, die die derzeit gültige, noch von der Militärjunta nach dem Putsch 1980 vorgelegte Verfassung ablösen sollte. Diese Verfassung enthält zahlreiche Einschränkungen demokratischer Rechte.



Die Kundgebung war von der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie (BDP), dem Gewerkschaftsdachverband für den öffentlichen Dienst (KESK) und mehreren sozialistischen Parteien organisiert worden, wie die Berliner Junge Welt berichtet.

„Die Kurden wollen die Verfassung von 1921“, forderte Ahmet Türk (Bild), der ehemalige Vorsitzende der im Dezember verbotenen Partei für eine Demokratische Gesellschaft (DTP). Eine Modernisierung dieser ersten Verfassung der Türkei sei notwendig. „Die Türkei ist das einzige Land, in dem eine 90 Jahre alte Verfassung fortschrittlicher ist als die gültige.“ Diese während des gemeinsam von türkischen Offizieren unter Mustafa Kemal und kurdischen Stämmen geführten Befreiungskrieges gegen die Aufteilung der Türkei (Osmanischen Reiches) unter den Alliierten nach Ende des ersten Weltkrieges beschlossene Verfassung hatte kein ethnisch definiertes Staatsvolk und den Provinzen des Landes weitgehende Selbstverwaltung zugebilligt. Mit der von den Militärs in der gültigen Verfassung festgeschriebenen Identität von türkischem Staatsgebiet und Staatsvolk ist mehr Autonomie für die kurdischen Landesteile ebenso ausgeschlossen wie kurdischsprachiger Schulunterricht.

Sami Evren, der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes KESK, forderte Gewerkschaftsrechte und soziale Sicherheiten in einer Verfassung, die alle benachteiligten Bevölkerungsgruppen wie Arbeiter, Kurden, Aleviten, Frauen und Jugendliche repräsentieren sollte. Die Angriffe der Polizei auf Gewerkschaftsdemonstrationen wie vor einer Woche in Ankara atmeten immer noch den Geist des Militärputsches, so Evren.

Die Verfassungsdemonstration in Kadiköy wurde von der Polizei mit Tränengas attackiert. Mehrere Demonstranten wurden dabei verletzt. Zwar wirbt die islamisch-konservative AKP-Regierung für eine Verfassungsreform. Doch das vorgelegte Reformpaket zielt im Kern auf die Kontrolle der oberen Justizgremien durch die Regierung und wird daher von den Oppositionsparteien abgelehnt.

kurdischen Landesteile grün gekennzeichnet siehe Bild
« Letzte Änderung: 12. Apr 2010, 14:07 von Almanci » Gespeichert

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren

Südkurdistan - Arbil
Nordkurdistan - Diyarbekir
Talyshistan - Lenkoran
Luristan - Borudscherd
Kurdanien - Maevka

NEVER FORGET
Dersim 1938
Halabja 1988
Qers | Beiträge: 1086
Qers
Member
***
Beiträge: 1086


« Antworten #9 am: 16. Apr 2010, 18:02 »

Manche Kurden wollen wohl  an den Zeitpunkt anknüpfen, an dem man den historischen Fehler der Türken hätte verhindern können. Die Kurden machen dabei aber den selben Denkfehler wie die armenischen Nationalisten, die einst das  Komitee für Einheit und Fortschritt unterstützt hatten. Denn der Kemalismus ist im Wesentlichen nationalistisch, er ist keineswegs fortschrittlich. Das Fundament des Kemalismus ist die "Türkische" Identität und diesbez. sind Kompromisse ausgeschlossen.

Es macht keinen Sinn, die Geschichte rückwirkend  zu "ändern" und das Leben von Mustafa Kemal so auszuschmücken, daß der Gründer der Republik noch als Opfer intriganter Machenschaften dargestellt wird. Der infanile Gedanke, man könne Kemalisten gegen Kemalisten ausspielen - es ist zwecklos.

Die alte Verfassung war schon damals eine Farce, jetzt ist sie es erst Recht.
Gespeichert

„ . . wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt...”
Amos | Beiträge: 4300
Amos
Km Redaktion
*****
Beiträge: 4300


« Antworten #10 am: 16. Apr 2010, 18:35 »

Na, dann schreib mal einen netten Brief an Serok Apo!  Zwinkernd
Gespeichert

When the power of love overcomes the love of power the world will know peace. - Jimi Hendrix.

 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2006-2007, Simple Machines