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Autor Thema: Solidaritäts-Aufruf zum Gedenken an Halim Dener  (Gelesen 652 mal)
Peskevin | Beiträge: 359
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« am: 22. Jun 2010, 21:48 »

Solidaritäts-Aufruf zum Gedenken an Halim Dener am 29. Juni 2010

Das Solidaritäts-Bündnis ruft für den 29. Juni 2010 zu einer Gedenk-Veranstaltung an Halim Dener auf.

Die Gesamt-Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Steintorplatz, von dort aus weitergeführt durch einen Demonstrationszug in der Innenstadt und anschließendes wieder eintreffen auf dem Steintorplatz.

Am 29. Juni vor 16 Jahren wurde der 16-jährige Halim Dener von einem SEK Polizisten aus nächster Nähe tödlich in den Rücken erschossen, nachdem er ein Plakat für die Nationale Befreiungsfront Kurdistans aufgehängt hatte.
Mit dem Plakat wollte Halim auf den völkerrechtswidrigen Krieg der Türkei gegen das kurdische Volk aufmerksam machen. Durch den Freispruch des Todesschützen vor dem Landgericht Hannover, sollten auch die genauen Zusammenhänge des tödlichen Vorfalls nie abschließend aufgeklärt und öffentlich werden.

Der Tod Halim Deners hatte seiner Zeit viele Menschen aufgeschreckt, die lange nicht zur Kenntnis nehmen wollten, dass die türkische Armee mit direkter und indirekter Unterstützung der NATO und somit auch Deutschlands einen Krieg gegen das kurdische Volk führt.
Dieser ewige Krieg gegen das kurdische Volk ist heute noch von hoher Aktualität.
Noch immer sterben in der Türkei und vor allem in den kurdischen Gebieten viele Kurdinnen und Kurden nicht zuletzt durch deutsche Waffen.
Auch hier in Deutschland sind die KurdInnen und ihre Vereine u.a. das Kurdistan-Volkshaus Hannover, der ständigen Repressionen, Diskriminierungen und Kriminalisierung ausgesetzt.

„Schluss mit den systematischen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den KurdInnen in Deutschland!
„Wir rufen alle Freunde und Vertreter der Menschlichkeit und der Demokratie zur Solidarität auf, um ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass wir gegen jegliche Ausbeutung und Verachtung der Menschenrechte sind!

 

Datum: 29. Juni 2010
Ort: Steintorplatz in Hannover
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Bei Möglichkeit Blumen mitbringen
Gespeichert

"Ay lê Kurdistanê, Kurdistana minê, Şêrîna l’ber dilê minê Kurdistanê nadim malê dinê Ez ser Kurdistanê têm kuştinê"
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« Antworten #1 am: 29. Jun 2010, 00:19 »

Hannover: Zur Erinnerung an Halim Dener

Vor 16 Jahren, am 29.06.1994, wurde ein 16 jähiger Asylbewerber beim Plakatieren von einem SEK Beamten erschossen. Die Medien produzierten die Atmosphäre, in der dieses Verbrechen geschehen und unbestraft bleiben konnte.

Halim Dener kam 1994 als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling aus dem türkischen Teil Kurdistans, in dem zu dieser Zeit ein blutiger Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt wurde:
In dieser Zeit wurden etwa 4000 Dörfer vom türkischen Militär angegriffen und zerstört, mehrere Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, der Geheimdienst JITEM verübte Tausende "Morde unbekannter Täter" - insgesamt wurde 2009 eine Zahl von 17.000 Ermordeten zugegeben - und die Gefängnisse waren voll von Menschen, die sich für Frieden in Kurdistan und die Rechte der kurdischen Bevölkerung einsetzten, viele davon Kinder. Berichte darüber können unseren Medien wie z.B. dem "Schwarzen Faden" 01/1994 und 02/1994 entnommen werden.
Die Situation heute, ein Jahr nach der "demokratischen Initiative", die nichts als heiße Luft und leere Versprechen waren, ist wieder am Eskalieren: Über 130 Dörfer wurden dieses Jahr "geräumt", Jugendliche wegen Steinwürfen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, gewählte BürgermeisterInnen und FriedensaktivistInnen verhaftet - in der Türkei gilt die Ablehnung des Krieges als "Verleumdung des Miltärs" und steht unter hoher Strafe.
Damals wie heute: Größtenteils Schweigen aus der BRD-Linken und keine Aktionen. Die gerade laufende Kampagne "Tatort Kurdistan"(  http://tatort-kurdistan.blog.de ) scheint dies leider nur zu belegen.

Bei einer im Rahmen von Ordnungwidrigkeiten liegenden Aktion, dem Plakatieren, wurde Halim überrascht und bei der Verfolgung von einem Beamten in den Rücken geschossen. Er starb für das Kleben der oben dokumentierten Fahne, damals ERNK heute die offizielle Fahne der PKK, ab Ende 1993 von Bundesinnenminister Kanther als "terroristische Vereinigung", seit 1997 "nur" noch als "kriminelle Vereinigung" verfolgt. Von den Medien, allen voran der TAZ, wurden damals gegen die PKK Lügen und Verleumdungen fabriziert und verbreitet, und so eine allgemeine Hetze gegen KurdInnen angefacht, z.B. als "Terrorkurden auf der Autobahn"(BILD). Halim Dener war erstes Todesopfer dieser Hysterie.

Zum Prozess gegen den SEK-Beamten gibt es etwas zu lesen von Rolf Gössner, der als Rechtsanwalt die Familie von Halim Dener in der Nebenklage vertrat. (  http://www.infopartisan.net/archive/kurdenverfolgung/099.html )
Das Ergebnis: Freispruch, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Dass die Verhältnisse sich nicht geändert haben und es jedEn von uns morgen treffen könnte, weil die Medienhetze der letzten Tage (Böller, VS Bericht 2009) das nötige Klima bereits erzeugt hat, ist eine einfache Feststellung. Wann es zu Todesschüssen von PolizeibeamtInnen kommt, ist nur eine Frage der Zeit in diesem Angstklima. Der Ablauf ist vorprogrammiert: Wir können spekulieren, ob es auf Freispruch oder "Selbstmord" hinausläuft.
Irgendwie kaltblütig.


Demo:
Am Dienstag, 29.06.2010 findet um 17:00 in Hannover am Steintor eine Gedenkveranstaltung des kurdischen Kulturvereins statt, danach soll es eine kurze Demo durch die Innenstadt geben. Im Anhang findet sich auch der Aufruf als PDF.

(Foto oben dokumentiert von  http://www.indymedia.org.uk/en/2009/03/424287.html)

"Halim fiel für diese Fahne, die das Symbol des kurdischen Volkes ist und das kurdische Volk wird diese Fahne für immer hochhalten"(A.Öcalan)


Quelle: http://de.indymedia.org/2010/06/284748.shtml
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« Antworten #2 am: 08. Jul 2010, 00:50 »

Zitat
Demonstration zum Todestag von Halim Dener
Im Gedenken an Halim Dener versammelten sich Menschen aus verschiedensten Gruppen des internationalistischen Spektrums am 29.6. auf dem Steintor in Hannover. Dies war auch der Ort, an dem Halim Dener vor 16 Jahren beim Plakatieren von einem Polizisten erschossen worden war. Die Abschlusskundgebung fand wieder auf dem Steintor statt, viele Blumen wurden an der Stelle abgelegt, an der Halim 1994 starb.
          (indymdia, 29.6., ISKU)
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