VIDEO:http://www.youtube.com/watch?v=4P9ZihODV_EErdogan in Spanien: Schuh-Attacke in SevillaDer türkische Ministerpräsident Erdogan ist bei einem Besuch in Südspanien angegriffen worden. Ein Syrer bewarf ihn mit einem Schuh. Der Täter wollte damit auf die Kurden-Problematik hinweisen.
Sevilla - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan stieg gerade in sein Auto - da passierte es. Es war ein langer Tag gewesen, Erdogan hatte sich zum zweiten spanisch-türkischen Gipfel auf der iberischen Halbinsel aufgehalten. Abends hatte er einen Kulturpreis in Sevilla überreicht bekommen. Es war inzwischen spät am Montagabend. Plötzlich dann die Attacke: Ein Angreifer warf einen Schuh in seine Richtung.
Der Angreifer verfehlte den Regierungschef - wurde aber dennoch von der Polizei festgenommen. Wie die spanischen Sicherheitskräfte mitteilten, ereignete sich der Angriff vor dem Rathaus von Sevilla.
Der Schuh traf das Fahrzeug, aber nicht den türkischen Regierungschef. Bei dem Werfer handelte es sich um einen 27-jährigen Kurden mit syrischem Pass. Gegen ihn lief nach Angaben der Polizei in Spanien bereits ein Ausweisungsverfahren. Der Mann hatte beim Werfen des Schuhs gerufen: "Es lebe das freie Kurdistan!"
Bei dem spanisch-türkischen Gipfel hat sich die spanische EU-Ratspräsidentschaft für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union ausgesprochen. Das Land sei Teil eines für die politische Weltordnung und die Stabilität sehr wichtigen Projekts, sagte der spanische Regierungschef und amtierende EU-Ratspräsident José Luis Rodríguez Zapatero am Montag nach einem Treffen mit Erdogan in Madrid. "Wir haben uns schon immer zu diesem Beitritt bekannt", betonte der Sozialist Zapatero. Die Beitrittsverhandlungen mit Ankara müssten unumkehrbar gemacht werden. Erdogan bekräftigte: "Wir wollen die Vollmitgliedschaft in der EU. Etwas anderes wäre inakzeptabel", bekräftigte Erdogan.
Erdogan hatte bei seinem Besuch auch den spanischen König Juan Carlos in dessen Amtssitz in Madrid getroffen.
Seit dem Schuhangriff eines irakischen Journalisten auf den damaligen US- Präsidenten George W. Bush im Dezember 2008 war es immer wieder mal zu solchen Attacken gekommen.
ler/dpa
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679743,00.html