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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 01:56 *
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Autor Thema: PKK lässt Gefangene frei  (Gelesen 2644 mal)
Amos | Beiträge: 4300
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« am: 20. Jul 2008, 13:30 »

Vor einigen Stunden sind die drei am Ararat vom Serhad-Kommando gefangen genommenen deutschen Bergsteiger nahe der irakischen Grenze unter Medienkontrolle freigesetzt worden und befinden sich unter dem Schutz der trk Regierung, die durch ihren Außenminister sofort die deutsche Regierung informierte. Nach Auskunft der trk. Regierung sind die Befreiten bei guter Gesundheit. Eine entsprechende Meldung kam über die Mittagsnachrichten der deutschen Fernsehanstalten und ist in einer ersten auf Agenturmeldungen basierenden Analyse bei spiegel-online nachzulesen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,566902,00.html
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« Antworten #1 am: 20. Jul 2008, 13:47 »

Zitat von: spiegel-online
... Es blieb offen, ob die Bergsteiger durch einen Einsatz türkischer Sicherheitskräfte oder aufgrund einer Entscheidung der PKK freikamen. ...
Jetzt wird wohl die Türkei als Held gefeiert werden, denn die haben die Deutschen "befreit" ... Dass die Geiseln einzig und allein freikamen, war wohl eine Entscheidung der PKK... Wieso wurden die Geiseln nicht NGO übergeben, sondern der türkischen Regierung bzw. Militärs? Die sich nun feiern werden...
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Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, daß die Summe von Nullen eine gefährliche Zahl ist.
(Stanislaw Jerzy Lec)
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« Antworten #2 am: 20. Jul 2008, 13:58 »

@ Kurdistan:

Wenn du mit "NGO" das "Internationale Kommittee vom Roten Kreuz" meintest, dazu eine Spiegel-Meldung von gestern:
Zitat
Die Geiseln sollten dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden. Die türkische Regierung hatte diese Offerte allerdings abgelehnt und erklärt, auf ihrem Staatsgebiet dürfe lediglich die islamische Hilfsorganisation Roter Halbmond operieren. Deren Vermittlung lehnte wiederum die PKK ab.


Der Begriff "NGO" ist leider nicht eindeutig. In der Türkei gibt es z.B. eine Reihe TSK-naher NGOs. Wichtig war allein, und das hat wohl auch geklappt, dass internationale Medienvertreter in der Nähe der Freilassungsstelle waren. Und ganz gleich, was von Seiten der PKK unternommen worden wäre, die Regierung in Ankara bzw. das Oberkommando der TSK hätte es als ihren Erfolg zu verkaufen gesucht. Die trk. Medien werden ihnen das ja auch in jedem Falle abnehmen, bis auf einige Leutchen bei "Taraf" vielleicht, aber sicher auch dort einige. Das gehört schließlich zur demokratischen Meinungsfreiheit und -vielfalt. Das "Türkentum" sitzt allen ja immer noch in tief Knochen und Nervenfasern.

Und hier warten wir mal ab, was die Leute zu erzählen haben.
« Letzte Änderung: 20. Jul 2008, 14:18 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 20. Jul 2008, 17:41 »

Eine sehr erfreuliche Nachricht an diesem Sonntag. Ich hoffe, dass die Drei Deutschen so schnell wie möglich und wohlauf zuhause ankommen.
Ich begrüße diese Entscheidung der Kommandoebene und hoffe, das interne Machtkämpfe nicht mehr nach aussen getragen und innerhalb ihrer Reihen Demokratisch geregelt werden.

« Letzte Änderung: 20. Jul 2008, 17:43 von Emine79 » Gespeichert

Lingî xwe bi qaser cilê xwe dirêjbike...
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« Antworten #4 am: 20. Jul 2008, 19:06 »


Der Diskussionsstrang wurde gesäubert, da ein User, der bereits gebannt ist, sich erneut angemeldet hat um hier zu provozieren. Seine Beiträge sowie die darauf eingehenden wurden gelöscht. Der User HPG-PKK wird gebannt, da er mehrfach angemeldet war und unter seinen anderen Nicks bereits gebannt ist.

Vielen Dank für Euer Verständnis!


Kurdmania-Team
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Gotina rast sondê naxwaze

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« Antworten #5 am: 20. Jul 2008, 19:07 »

Welche "interne Machtkämpfe" meint wohl die liebe Emine? Zu viel türkische mit Musik untermalte "Nachrichten" konsumiert? Oder aus welchen Quellen sonst weiß sie das?
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gebannt...



« Antworten #6 am: 20. Jul 2008, 21:20 »

Sehr gute nachricht. Und ich hoffe das die Deutsche Regierung ihr Kurdenpolitik auch in deutschland ändern wird.
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Amed 21 | Beiträge:
Amed 21
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« Antworten #7 am: 20. Jul 2008, 21:24 »

Welche "interne Machtkämpfe" meint wohl die liebe Emine? Zu viel türkische mit Musik untermalte "Nachrichten" konsumiert? Oder aus welchen Quellen sonst weiß sie das?

Ich kann mich diesem Beitrag nur anschließen.
Wir können nicht behaupten, dass es Interne Konflikte bei HPG gibt.
Die HPG hat nie veröffentlicht, dass Streitigkeiten zwischen Kommandanten in den eigenen Reihen gibt. Man kann höchstens behaupten, dass diese Aktion von Autonomen durchgeführt wurde. Selbst das ist kein Vorwand um hier irgendwelche Streitigkeiten zu begründen. Das könnte auch Strategische Merkmale aufweisen…. Schon mal daran gedacht (Emine79)?
Wie wir  sehen können wir viele Wege begehen und solange wir nicht selbst führende Mitglieder der HPG sind, werden wir uns im Kreis drehen. Also Bitte Klappe halten und  keine Gerüchte verbreiten, wenn man nicht handfeste Fakten besitzt. Irgendwelche Funksprüche von der Barbaren Arme der  Mongolen als Grundlage für Streitigkeiten annehmen, um etwas festzustellen oder eine Presseerklärungen der HPG benutzen und seiner Fantasie freien lauf zu lassen und Gerüchte zu verbreiten gehört in der Kategorie – Drei Punkte … -
« Letzte Änderung: 20. Jul 2008, 21:38 von Amed 21 » Gespeichert
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« Antworten #8 am: 20. Jul 2008, 22:29 »

Leute immer cool bleiben Cool
Zitat
Gastkommentar: Êdî Bese! – Es reicht!
Kurdische Frage bleibt auf der Agenda
Von Ulla Jelpke

Die drei in Gefangenschaft kurdischer Guerillakämpfer geratenen bayerischen Bergsteiger sind wieder frei und bei guter Gesundheit. Das ist eine gute Nachricht. Denn die Verschleppung unbeteiligter Zivilisten darf kein Mittel des Befreiungskampfes sein. So wird ein legitimes Anliegen diskreditiert. Doch das glimpfliche Ende der Gefangennahme darf jetzt nicht dazu führen, die kurdische Frage wieder unter den Tisch fallen zu lassen.

Zu befürchten ist allerdings, daß das Gros der Medien in Deutschland jetzt wieder zur gewohnten Tagesordnung übergeht. Die Situation in den kurdischen Landesteilen der Türkei wird dann kein Thema mehr sein. Keine Erwähnung finden dann die Angriffe der türkischen Armee auf kurdische Dörfer und die Zerstörung von Feldern und Wäldern zur Vertreibung der Bewohner. Keine Erwähnung finden dann die Übergriffe der Sicherheitskräfte auf Zivilisten, Folter und Morde durch »unbekannte Täter«. Keine Erwähnung findet der massenhafte zivile Widerstand der Bevölkerung in den kurdischen Landesteilen, die sich gerade zu Zehntausenden in Selbstanzeigen zum gefangenen Abdullah Öcalan als ihrem politischen Repräsentanten bekennen. Keine Erwähnung finden die regelmäßigen Offerten sowohl der PKK-Guerilla wie auch der im türkischen Parlament vertretenen »Partei für eine demokratische Gesellschaft« DTP zu einer friedlichen Konfliktlösung.

Zu befürchten ist, daß Bundes­innenministerium, Polizei und Justiz jetzt ebenfalls wieder zur gewohnten Tagesordnung übergehen. Damit drohen weitere Verbote von kurdischen Medien, Razzien in Kulturvereinen und Festnahmen politisch aktiver Kurden wegen ihrer Identifikation mit dem Befreiungskampf in Kurdistan.

Zu befürchten ist, daß auch die türkische Regierung und Armee zur gewohnten Tagesordnung übergehen. Das bedeutet weiter Krieg. Weiterhin wird das Leben kurdischer Guerillakämpfer und türkischer Rekruten dem Unwillen der politischen Führung in Ankara geopfert werden, die kurdische Realität endlich anzuerkennen.

Die deutsche und die türkische Regierung müssen endlich aufhören, die kurdische Frage als ein polizeilich oder militärisch zu lösendes Sicherheitsproblem zu betrachten. Insbesondere eine Aufhebung des Verbotes des kurdischen Fernsehsenders Roj TV wäre ein wichtiges Signal an Hunderttausende in Deutschland lebenden Kurden, daß die Bundesregierung sich nicht zum Hilfsscheriff der Generäle in Ankara machen läßt. Es darf von deutscher Seite nicht noch mehr Öl ins Feuer des türkisch-kurdischen Konfliktes gegossen werden.

Êdî Bese! – Es reicht!
Die Autorin ist Abgeordnete der Fraktion Die Linke im Bundestag und war am Sonntag zu Gast auf dem DTP-Parteitag in Ankara

http://www.jungewelt.de/2008/07-21/013.php
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« Antworten #9 am: 20. Jul 2008, 22:38 »


[....Die Führung der PKK reklamierte kurz nach der Freilassung, dass sie für den glücklichen Ausgang des Dramas gesorgt habe. Dafür meldete sich der Sprecher der Kommandoebene extra per Telefon bei SPIEGEL ONLINE. "Wir haben entschieden, dass die Geiseln gehen dürfen", sagte Ahmed Danas, "die Verhandlungen dazu haben zwei kurdische Organisationen aus der Türkei geführt". Das Statement passt durchaus zu der Einschätzung des Krisenstabs, dass die Führung der PKK von Beginn an ein Interesse an einer Lösung hatte, um ihr Gesicht zu wahren. Zudem will die Kommandoebene beweisen, dass sie volle Kontrolle über die weitverzweigten bewaffneten Gruppen innerhalb der PKK hat..........]

Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,566937,00.html

Welchen Wahrheitsgehalt diese Informationen haben, steht zur Diskussion offen.

« Letzte Änderung: 20. Jul 2008, 22:41 von Emine79 » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 20. Jul 2008, 22:47 »

Saydam bezweifelte auf 3Sat die Version der PKK, wonach die 3 Bergsteiger von einer "lokalen Gruppe" entführt worden seien : http://www.3sat.de/mediathek/?obj=8940

Aber selbst wenn es die Tat einer "lokalen Gruppe" war, wäre es nicht klug gewesen, es zuzugeben. Da braucht man sich nicht über Spekulationen zu wundern:

Zitat
...Deshalb ging die PKK-Führung auf Distanz zu den Entführern. Gegenüber der taz erklärte ein hochrangiger Sprecher, die PKK lehne die Geiselnahme ab. Die Verantwortung für die kriminelle Tat läge einzig bei der Guerilla-Einheit am Ararat. Wenige Stunden später verbreitete die PKK-Führung über die Nachrichtenagentur Firat eine gleichlautende Erklärung. Damit nährte die PKK Gerüchte, wonach in ihren Reihen ein Machtkampf tobt. Bahoz Erdal, Kommandant der Volksverteidigungskräfte, des bewaffneten Arms der PKK, habe Gefolgsleute der PKK-Führung um Murat Karayilan liquidieren lassen, berichteten türkische Medien....
-> http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/der-pkk-drohte-ein-mediales-fiasko/
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„ . . wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt...”

 
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