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Autor Thema: Erdogan fordert türkische Gymnasien und Universitäten in Deutschland  (Gelesen 5332 mal)
X e m x w a r | Beiträge: 1075
X e m x w a r
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« am: 08. Feb 2008, 15:42 »

Brisante Forderung von Türkeis Ministerpräsident Erdogan: Bei einer Diskussion im Kanzleramt drang der Regierungschef darauf, in Deutschland türkische Bildungseinrichtungen zu schaffen. Um Deutsch sprechen zu können, müssten Migranten zuerst ihre eigene Sprache beherrschen.

Berlin - Mit diesem Vorschlag von Recep Tayyip Erdogan hat Angela Merkel bei einer Diskussion von türkischen und deutschen Jugendlichen im Kanzleramt nicht gerechnet: In Deutschland müssen nach Ansicht des türkischen Ministerpräsidenten türkische Bildungseinrichtungen geschaffen werden. "In Deutschland sollten Gymnasien gegründet werden können, die in türkischer Sprache unterrichten, und die Bundesregierung sollte darin kein Problem sehen", forderte Erdogan. Auch türkischsprachige Universitäten müsse es in der Bundesrepublik geben. "Wissenschaft kennt keine Grenzen", sagte er zur Begründung.

Erdogan: "Türkische Lehrer auch nach Deutschland"

Der Regierungschef bot zudem an, türkische Lehrer und Pädagogen an deutsche Schulen zu entsenden. Die Bundesregierung bat er, alles ihr Mögliche für die hier lebenden 2,7 Millionen Türkischstämmigen zu unternehmen. "Was für die Integration getan werden soll, das muss getan werden." Er sage aber Nein zu Assimilation. Menschen müssten in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden.

Erdogan betonte, um Deutsch sprechen zu können, müssten Migranten zuerst ihre eigene Sprache beherrschen. Dies sei bei vielen in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen nicht der Fall. "Deswegen wünschen wir als Türkei, dass wir türkische Lehrer auch nach Deutschland entsenden." Er fügte hinzu: "Wir müssen Schritte auf diesem Gebiet tun und wollen sie tun." Der Ministerpräsident sprach sich zugleich dafür aus, die Ghettoisierung zu überwinden. Es müsse selbstverständlich werden, dass Türken und Deutsche in einem Haus zusammenleben.

Merkel reagierte verhalten auf Erdogans Vorschlag zur Entsendung türkischer Lehrer nach Deutschland. Ein deutscher Lehrer müsse "zu all seinen Schülern die notwendige Offenheit" haben, sagte sie. Man könne nicht sagen, dass sich Kinder ohne Personen mit Migrationshintergrund nicht richtig entwickeln könnten. Die Kanzlerin zeigte sich aber offen für den Vorschlag, Sozialpädagogen zur Unterstützung von Migranten einzusetzen. Diese könnten sich etwa bei Lernschwierigkeiten um Schüler und Eltern kümmern. "Aber für die Lehrer, für die eigentlichen Stunden, stelle ich es mir schwer vor", sagte Merkel.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,534052,00.html



Wie frech und schamlos kann ein Mensch sein?
2,7 Millionen Menschen? Natürlich, wenn man die Kurden mitzählt, die höchstwahrscheinlich nicht in die Statistik von Erdogan aufgenommen wollen, um hier eine Parallelgesellschaft zu gründen!
Alle Türken, die hier verweilen, sind freiwillig in Deutschland, sodass sie sich in Deutschland integrieren müssen, ohne wenn und aber!
Mindestens die Hälfte (wobei ich hier sogar untertreibe) dieser Türken sind aus ultrareligiösen oder faschistischen Ecken, welche die Politik aus ihrem Staat hier ausleben und verteidigen!

Wieviele Kurden leben in der Türkei? Die zehnfache Menge!
Es gibt keine einzige öffentliche Schule in der Türkei, welche die kurdische Sprache auch nur als Wahlfach anbietet, während jetzt schon in deutschen Schulen türkisch zeitweise gelehrt wird und an der Universtität in Germersheim sogar die türkische Sprache durch türkische Professoren als Studium angeboten wird!


Jeder deutsche Politiker, der auch nur annähernd an der Umsetzung des erdoganschen Planes denkt, ist ein Verteidiger der unterdrückerischen türkischen Politik und wird nicht zum Wohle Deutschlands agieren!

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Amos | Beiträge: 4300
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« Antworten #1 am: 08. Feb 2008, 16:15 »

@ Xemxwar:

Bitte nicht gleich so aufregen! R.T.E. kommt nach Deutschland als Anwalt seiner Sache. Und für die 2,7 Millionen Staatsbürger der Türkei, die in diesem Lande leben, ist die Forderung nach muttersprachlicher Sekundar- und Hochschulbildung durchaus gerechtfertigt. Allerdings mit einer wesentlichen Einschränkung: Solche Gymnasien können nach deutschem Rechtsverständnis nur dann vom deutschen Staat gefördert werden, wenn darin neben Türkisch auch zumindest Kurdisch gelehrt wird. Es könnten hier durchaus Modellschulen entstehen, die für eine zukünftige demokratische Türkei als Vorbild dienen möchten.

Das ist die Chance für die deutsche und auch europäische Politik: Die Forderung Erdogans im Prinzip akzeptieren, dann jedoch, wie bei Radio Eriwan mit dem "aber" kommen: Aber gleichberechtigte Unterrichtung in Kurdisch. Und Überprüfung der Lehrkräfte und der Lehrpläne gemäß den Grundlagen des deutschen Grundgesetzes.

Dann hat R.T.E. zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder er zieht seine Forderung klammheimlich und stillschweigend zurück, oder er zeigt, dass er wirklich Mut hat und öffnet sein Land für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit.
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« Antworten #2 am: 08. Feb 2008, 18:45 »

Ich muss Xemxwar Recht geben. Die deutschen Politiker werden sich kaum um die kurdische Sprache scheren, und Kerdogans Begründung (".. um Deutsch sprechen zu können, müssten Migranten zuerst ihre eigene Sprache beherrschen.") ist ja nun ziemlich d**f. Die viele Türken, die ich kenne - speziell die seriensüchtigen Mädels - schauen mindestens 4 Stunden am Tag türkisches TV, i.d.R. haben sie mindestens 20 türkische Fernsehsender und sprechen zuhause, in der Schule, im Zug etc. überwiegend türkisch.

Kerdogan sollte mal an seine Worte gegenüber Sezgin Tanrıkulu bzgl. des Kurdisch-Unterrichts erinnert werden!
Was hatte er gesagt? Zitat:Wenn wir den Kurden dieses Recht geben, was machen wir dann, wenn auch die Tscherkessen und Lasen solche Rechte fordern?Und gerade lese ich, dass Mehdi Tanrıkulu zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er gegen die "türkischen Buchstabengesetze" verstossen hat .. tzz!
http://www.gaphaber.com/detay.php?id=12696

« Letzte Änderung: 08. Feb 2008, 19:28 von Qersi » Gespeichert
Amos | Beiträge: 4300
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« Antworten #3 am: 08. Feb 2008, 19:50 »

Bleibt sachlich, Leutchen, es gibt bereits mindestens ein (vorerst noch privates) türkisches Gymnasium (in Paderborn, wenn ich mich richtig erinnere). Wenn das 3 Jahre funktioniert,muss der deutsche Staat lauf Gesetz 90% der Kosten übernehmen, hat dafür allerdings auch die staatliche Schulaufsicht bezüglich Qualifikation der Lehrkräfte und Inhalt der Lehrpläne. Ein kurdischer Freund wunderte sich da schon im letzten Sommer, warum Kurden in Deutschland nicht auch solche Initiativen zustande brächten. Also nicht warten, bis staatlich verordnete Wohltaten herabfallen, sondern in die Hände spucken und selber "Nägel mit Köpfen" machen. Auch eine "freie kurdische Universität" ist in Deutschland sowohl denkbar wie machbar. Es wird da allerdings geraume Zeit brauchen, bis deren Abschlüsse anerkannt werden. Aber dafür könnten auch diverse Kooperationsmodelle mit bestehenden Hochschuleinrichtungen erprobt werden. Mensch muss ja nicht mit der Gestaltung der Promotionsurkunden beginnen. Denn, solange nicht mit akademischen Eitelkeiten herumgeplänkelt wird, lässt sich so manches erreichen, wenn mensch es nur will.

Und was R.T.E angeht, ich habe vorhin die Fragestunde mit den Berliner SchülerInnen und die Pressekonferenz auf Phönix gesehen: Da hat der Premier halt nett gepunktet, vor allem gegenüber der Opposition und gegenüber den Militärs sowie den Kopftuchkoalitionären von rechtsaußen. Und dann kommt er nach Hause und klopft sich selber auf die Schultern. Gönnen wir ihm ruhig den Spaß.

Wäre aber schön gewesen, wenn wenigstens eins der Kinder eine ganz unschuldige Frage auf kurdisch gestellt hätte, nichts Politisches, einfach nur was Nettes. Wenn ihm dann die Gesichtszüge entgleist wären, oder er um Übersetzung aus der "unverständlichen Sprache" gebeten hätte, das wäre doch eine Gaudi gewesen. Na ja, mensch kann halt nicht alles haben.
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« Antworten #4 am: 08. Feb 2008, 22:00 »

Hier in NRW gibt es an den Grundschulen Türkisch-Unterricht, damit die türkisch sprechenden Kinder auch das Schreiben lernen, denn das bleibt sonst ja auf der Strecke. Das ist vollkommen in Ordnung und genügt auch. In Berlin gab (oder gibt ?? Rewsen?? ) es ein französisches Gymnasium, das war aber in erster Linie für die Kinder der französischen Soldaten eingerichtet worden.

Aber wenn es türkische Gymnasien und Unis geben soll, dass könnte man ebensogut italienische und spanische und griechische Schulen einrichten. Düsseldorf bekommt dann als erstes eine japanische Uni.  Grinsend Warum sollen die Türken eine Extra-Wurst bekommen?? Und erst Türkisch lernen, danach Deutsch?? Wann sollen sie denn mit Deutsch anfangen? Nach den Abi oder nach dem Studium?? Ob Erdogan eigentlich vor dem Denken das Gehirn einschaltet??  Grinsend Grinsend
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« Antworten #5 am: 08. Feb 2008, 23:18 »

Ih hab diese Diskussion mit den Berliner Schülern auch gesehen.. leider nur einen Teil, weil ich arbeiten musste, aber es hat gereicht. Ich hätt mcih zu tode ärgern können.  Ich kann es einfach nicht nachvolziehen wie bei solch einer Menschenmenge keiner aufsteht und fragt: ja Herr Erdogan sie sagen doch, dass es notwenidig ist, dass Kinder zunächst ihre Muttersprache gut sprechen können müssen bevor sie ihre Zweitsprache lernen, warum fangen sie nicht in ihrem eigenen Land als gutes Vorbild an.
Ich ärgere mich auch darüber, dass Erdogan nun in Deutschland seine Popstars Tour (allein an unserer Uni war fast jede freie Wand mit Erdogan Werbepostern vollgeklebt) macht und jeglichen quatsch von sich gibt und das Kurden-Thema nicht ein einziges Mal auftaucht. oder habe ich da irgendetwas verpasst? Das einzige Thema ist nun die Integration aufgrund der Brandopfer. Klar ist es traurig was da passiert ist, aber genauso traurig ist auch das was mit den Kurden täglich in der Türkei geschieht und da hält der Herr Erdogan keine einzige Schweigeminute, sondern schickt noch mehr Soldaten los... und lässt immer mehr Menschen sterben.
Diese Doppelmoran regt mich so auf und dass die Medien da scheinbar auch mitmachen... kann mich nur wiederholen: ich ärgere mich soo....
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« Antworten #6 am: 09. Feb 2008, 23:27 »

Herr Erdogan tritt ja als gewählter präsident als der vertreter aller türken auf. Er forderte in deutschland türkische schulen und universitäten und bot türkische lehrer an, damit türken als voraussetzung zu erlernung der deutschen sprache, die eigene sprache beherrschen sollten. Wie ist eure meinung dazu - da ich als deutscher schreibe, muss ich natürlich auch die absolut ablehenende meiner volksgenossen darüber berücksichtigen.Versuchen türken über diesen umweg die "freundliche" übernahme deutschlands, fordern minderheitenstatus laut grundgesetz ein? Dieses thema wird im gmx forum sehr kontrovers diskutiert - als ich die meinung vertrat, in der türkei sollten erst einmal unis von kurdischsprachigen staatsbürgern entstehen - wurde ich von türkischen fundis regelrecht niedergemacht - funktioniert nicht so ganz, da auch die meisten deutschen meiner meinung sind - jedenfalls die ich kenne - schreibt einfach eure meinung dazu - würde mich freuen.
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SiWan | Beiträge:
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« Antworten #7 am: 09. Feb 2008, 23:40 »

Ich halte es für etwas überzogen, dass es in Deutschland türkische Schulen / Universitäten geben soll. Wer (auf) türkisch studieren will, der kann dies in der Türkei tun. Freiwillige Kurse, damit die türkischen Jugendlichen iher Muttersprache erlernen halte ich für ausreichend. Aber 4 Jahrzehnte türkischer Immigration haben bewiesen, dass sich die Türken kaum integriert haben und ich kenne kaum einen Türken, der kein türkisch kann. Schlimmer noch, manche Türken können sogar besser türkisch als deutsch, obwohl sie in Deutschland groß geworden sind.

In Deutschland kann man Turkologie studieren, es gibt genügende Kurse (ich hatte an meiner Grundschule in der Woche 2h türkisch), was ich für absolut ausreichend halte. In der Türkei können die Kurden noch nicht einmal nach ihrer eigenen Geschichte forschen, an den Universitäten ist dies strengstens verboten, Kritik an Atatürk und seiner Ideologie ist ebenfalls verboten.

Ich bin einfach nur schockiert über Erdogan. Im eigenen Land versuchen sie ihre ethnischen Minderheiten zu assimilieren und in fremden Ländern versuchen sie türkische Schulen zu errichten, obwohl es ihnen hier schon ziemlich gut geht. In den Regalen unserer Discounter (Lidl, Aldi und Co.) stehen türkische Waren, es gibt türkische Super-Märkte, türkische Restaurants und Imbisse, türkische Zeitungen, etc.. wozu braucht es da noch türkische Schulen?

Erstaunlich ist ja v.a., dass Erdogan die mangelnde Integration kritisiert und dann türkische Schulen als Lösung vorschlägt. Integration heißt also dass die Deutschen nun die Sprache der Immigranten sprechen sollen? Ich kenne Amerikaner, Spanier, Portugiesen, Griechen, etc. die in Deutschland leben und Zuhause sowohl deutsch als auch ihre Muttersprache gelernt haben. Wozu bedarf es da türkischer Schulen?
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« Antworten #8 am: 10. Feb 2008, 00:04 »

Ich kann mich Siwan nur anschließen.
Was hier jedesmal vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Türken hier in Deutschland freiwillig hier sind. Sie haben es sich selbst ausgesucht hier in Deutschland zu leben. Somit haben sie doch schon selbst dafür entschieden sich in einem fremden land zu integrieren und diese zu ihrem Heimatland zu machen. Sie könnten, wenn sie denn wollten auch in die Türkei zurück, dann bräuchten sie keine Integrationspolitik oder ähnliches.
Die Türken hier in Deutschland genießen so viele Vorzüge, Siwan hat ja schon eine Menge Punkte aufgezählt. In Duisburg kann man auf einem Gymnasium sogar türkisch als Abi-Fach wählen, das sagt ja wohl schon alles.
Es ist einfach nur traurig mit anzusehen, dass wenn es um ihre eigenen Rechte geht die türkische Bevölkerung (ich will mit dieser Bezeichnung natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt immer Ausnahmen) mit den größten Vorzügen nicht zufrieden ist, und immer mehr verlangt, wenn es jedoch um die Rechte der "Minderheiten" in der Türkei geht sind sie nicht einmal willig ihnen die mindesten Menschenrechte zu geben.
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« Antworten #9 am: 10. Feb 2008, 00:24 »

Ob man den umkehrschluss ziehen kann - kurdische unis und kurdischlehrer in der türkei - ist noch nicht mal eine fremdsprache - ich hoffe die merkel hat das dem gesagt - aber die hoffnung stirbt zuletzt.
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« Antworten #10 am: 10. Feb 2008, 00:32 »

es ist allein dahingehend blödsinn was erdogan fordert, da in deutschland bildung länder sache ist und somit einzig und allein die einzelnen bundesländer darüber bestimmen, was in den schulen gelehrt werden darf.
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