Vielleicht lässt sich hier eine kleine Ansammlung politischer Filme bewerkstelligen. Hier mal 3 Filme, die mir sehr gefallen haben und die ich euch sehr gerne weiterempfehlen will:
Blood Diamond
Die Handlung spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone. Am Filmanfang gehen der Schwarzafrikaner Solomon Vandy und sein Sohn durch ein Dorf in Sierra Leone. Die Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) überfallen es am helllichten Tag und ermorden einige Dorfbewohner; sowohl Kinder, als auch Frauen. Vandys Ehefrau und seine Tochter können fliehen, sein Sohn wird später von den Rebellen gefunden und als Kindersoldat gehalten. Vandy wird entführt und gezwungen, in einer von der RUF kontrollierten Diamantenmine bei Kono zu arbeiten. Er findet einen gigantischen Diamanten mit einem Gewicht von etwa 100 Karat und vergräbt diesen am Rande der Mine, kurz bevor Regierungstruppen sie von der RUF zurückerobern und alle überlebenden Milizionäre und Arbeiter verhaften.
Der aus Rhodesien (heute Simbabwe) stammende Bataljon-32-Soldat der früheren Apartheid-Armee von Südafrika (SADF), Danny Archer, lebt vom Schmuggel der Diamanten aus Sierra Leone nach Liberia, er arbeitet dabei für seinen ehemaligen Vorgesetzten Oberst Coetzee und dessen Söldnerunternehmen. Archer wird an der Grenze zu Liberia verhaftet. Im Kerker erfährt er von dem großen Diamanten. Er verspricht Vandy, dass er für einen Anteil an dem Diamanten die Zusammenführung seiner Familie ermöglichen wird. Im allgemeinen Chaos nach der Einnahme der Hauptstadt Freetown durch Truppen der RUF können beide fliehen.
Zusammen mit der amerikanischen Journalistin Maddy Bowen, die über den Handel mit Blutdiamanten recherchiert, können sie Vandys Frau und Töchter in einem guineischen Flüchtlingslager ausfindig machen. Er erfährt, dass sein Sohn von den Rebellen verschleppt wurde. Archer gibt Bowen im Austausch für ihre Hilfe Details über den Handel mit Blutdiamanten. Archer und Vandy finden schließlich die von den Rebellentruppen verteidigte Mine. Unter den Soldaten ist auch Vandys Sohn. Archer veranlasst einen Luftangriff auf die Mine durch regierungstreue Söldnertruppen, durchgeführt von einer ATE „SuperHind“. Archer tötet Colonel Coetzee und drei andere Soldaten, die von ihm die Herausgabe des Diamanten verlangen, weil er fürchtet, dass sie ihn danach umbringen würden. Archer wird bei diesem Gefecht angeschossen.
Vandy und Archer befreien dadurch Vandys Sohn, der so massiver Gehirnwäsche unterzogen wurde, dass er seine Waffe gegen seinen eigenen Vater richtet, und finden den Diamanten. Auf der Flucht vor den Söldnern trägt Vandy Archer eine Weile zum wartenden Flugzeug. Archer sieht aber für sich keine Chance mehr, das Flugzeug lebend zu erreichen und bittet Vandy, alleine weiterzugehen. Er gibt ihm den Blutdiamanten zurück. Archer bleibt zurück.
Vandy und sein Sohn fliehen vor den Söldnern. Vandy gelangt über Conakry nach London, wo er Bowen hilft, Beweise gegen die Hintermänner des Diamantenhandels zu sammeln. Vandy wird schließlich zum Aktivisten gegen den Handel von Blutdiamanten und hält eine Rede vor internationalen Politikern in Kimberley.
Lord of War
Die Hauptfigur Yuri Orlov eröffnet den Film, dem Zuschauer zugewandt, mit dem Satz, es gäbe über 550 Millionen Schusswaffen auf der Welt, was bedeute, dass jeder zwölfte Mensch auf der Welt eine besäße. Die Frage sei nur: „Wie bewaffnet man die anderen elf?“ Der Vorspann zeigt nun dokumentarisch den Weg einer Gewehrkugel – von der Produktion in der Fabrik über den Handel, die Verschiffung, das Einlegen in eine Waffe, das Abfeuern der Waffe und den Flug der Kugel bis in den Kopf eines afrikanischen Jungen. Da die Patrone direkt vor der Kameralinse befestigt ist, verfolgt man das Geschehen quasi aus der Ich-Perspektive.
Danach erzählt Yuri rückblickend aus dem Off, wie er zum Waffenhändler wurde.
Seine Familie wanderte aus der Ukraine in die USA ein, als er noch ein Kind war. Sein Vater hatte in der Sowjetunion vorgegeben, Jude zu sein, um flüchten zu können. Yuri wächst in Little Odessa in Brighton Beach, New York auf, wo viele ukrainische Immigranten leben. Seine Familie betreibt dort ein Restaurant. Nachdem zwei Menschen vor Yuris Augen erschossen werden, beschließt er, zusammen mit seinem Bruder Vitaly Schusswaffen zu verkaufen. Er fängt klein an, indem er Uzis und M16-Gewehre aus dem Libanonkrieg 1982 verkauft. Bald begegnet er zum ersten Mal Jack Valentine, einem verbissenen, unbestechlichen Interpol-Agenten, auf einem seiner Schmuggelschiffe. Doch vor seinem Erscheinen lässt er den Schiffsnamen kurzerhand umlackieren und hisst eine andere Flagge, womit er Valentine austrickst und dieser ihn laufen lassen muss.
Damit Yuri im großen Stil Waffenhandel betreiben kann, schlägt er dem renommierten Waffenhändler Simeon Weisz auf einer Waffenmesse in West-Berlin eine Zusammenarbeit vor, die dieser jedoch ablehnt, indem er ihn als Amateur bezeichnet.
Yuri verkauft 1984 das erste Mal im größeren Umfang Waffen nach den Selbstmordattentaten im libanesischem Beirut und an den brutalen Diktator von Liberia, André Baptiste.
Im Laufe des Filmes stellt er vier Regeln auf:
1. Lass dich niemals von deiner eigenen Ware anschießen
2. Habe immer einen idiotensicheren Plan, bezahlt zu werden
3. Nimm niemals selbst eine Waffe in die Hand und schließe dich deinen Kunden an
4. Ziehe niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst.
Nach einem Geschäft mit einem kolumbianischen Drogenboss, der darauf besteht, Yuri mit Kokain zu bezahlen, wird dieser angeschossen. Anschließend beginnen die Brüder, einen Teil der Drogen selbst zu konsumieren. Nach zwei Wochen Abgeschiedenheit und exzessivem Kokainkonsum wird Vitaly süchtig. Yuri schickt ihn in eine Entziehungsanstalt und wird von nun an Alleinunternehmer. Er beginnt, das von ihm schon lange begehrte Model Ava Fontaine zu umwerben und erreicht mit seinem Geld und Lügen, dass sie ihn heiratet und ihm einen Sohn schenkt. Yuri verschweigt Ava seine Waffengeschäfte und gibt stattdessen vor, im Transportgeschäft tätig zu sein. Sie ahnt von seiner Kriminalität, bittet ihn aber, ihr nichts davon zu erzählen.
Das Ende des Kalten Krieges und der Zusammenbruch der Sowjetunion stellen den Wendepunkt in Yuris Karriere dar. Er setzt sich mit seinem Onkel Dimitri, einem Armeegeneral, in Verbindung und deckt sich günstig mit Panzern und Kalaschnikows aus ukrainischen Armeebeständen ein. Valentine gelingt es beinahe, Yuri beim Verladen eines Kampfhubschraubers vom Typ Mi-24 zu verhaften, doch dieser nutzt eine Gesetzeslücke, indem er vorgibt, dass der Hubschrauber und die dazu gehörenden Startbehälter und Raketen zwar zusammen verschifft, jedoch an verschiedene Kunden ausgeliefert werden.
Kurz darauf stirbt Onkel Dimitri durch eine Autobombe, mit der Yuris Konkurrent Weisz eigentlich ihn töten wollte. Bei der Durchsuchung von Yuris Hausmüll entdeckt Valentine nach dem Zusammensetzen geschredderter Dokumente Yuris nächstes Ziel: Sierra Leone.
Dort wird sein mit leichten Waffen geladenes Transportflugzeug vom Typ Antonow An-12 von einem Abfangjäger der Luftwaffe unter Waffeneinsatz aufgefordert, den nächstgelegenen Flughafen in Kabala anzusteuern. Um einer möglichen Verhaftung zu entgehen, bedrängt Yuri seine Piloten zu einer Landung auf einer unbefestigten Straße in der Savanne. Damit die Behörden bei ihrer Ankunft keine Beweise vorfinden, verschenkt Yuri die gesamte Ladung an die Bevölkerung. Als Valentine schließlich ankommt, gibt es nichts mehr, wofür er Yuri hätte verhaften können. Er hält ihn lediglich 24 Stunden fest.
Liberias Diktator Baptiste macht Yuri ein „Geschenk“: den gefesselten Simeon Weisz, den Yuri als Revanche für seinen getöteten Onkel erschießen darf. Er zögert, weshalb Baptiste ihm anbietet, es gemeinsam zu tun. Baptiste führt Yuris Hand an die Waffe und bietet ihm an, dass dieser jederzeit „Stopp!“ sagen könne, doch tut er dies erst, nachdem Baptiste den Abzug betätigt hat. Yuri nimmt daraufhin starke Drogen und läuft benommen durch die Straßen. Ein kleines Mädchen mit amputiertem Arm fragt ihn, ob ihr Arm nachwachsen werde, denn der weiße Mann wisse bestimmt die Antwort. Erschrocken von diesem Anblick torkelt er weiter, als ihm der Geist von Simeon Weisz in einer dunklen Gasse erscheint und ihn mahnt, Partei zu ergreifen. Nachdem er von zwei bewaffneten Männern geschlagen und nur dank einer Ladehemmung nicht erschossen wird, hat Yuri anscheinend ungeschützten Sex mit einer Prostituierten.
Inzwischen offenbart Valentine Yuris Frau Ava dessen wirklichen Beruf. Yuri verspricht ihr daraufhin, damit aufzuhören und verdient sein Geld ein halbes Jahr mit legaler Arbeit. Doch Baptiste und sein Sohn nutzen ein Treffen der Vereinten Nationen zu einem Besuch bei Yuri. Es gelingt ihnen mit einem riesigen Diamanten (vgl. Orlow-Diamant), ihn für weitere Geschäfte zu gewinnen. Ava folgt ihm heimlich und findet in seinem Container-Büro Beweise, dass er wieder als Waffenhändler tätig ist. Gemeinsam mit ihrem Sohn verlässt sie ihn. Yuri nimmt an, dass die Tatsache, dass er das Geburtsdatum seines einzigen Sohnes als Code für das Container-Zahlenschloss benutzt hat, ausschlaggebend für ihren Weggang war.
Yuri überredet den widerstrebenden Vitaly, ihn nach Liberia und schließlich nach Sierra Leone zu begleiten. Vitaly bekommt jedoch Gewissensbisse, als er am Treffpunkt bemerkt, wie die Verhandlungspartner das Zeltdorf von Zivilisten umkreisen, die mit den Waffen massakriert werden sollen. Dann beobachtet er, wie ein Junge und dessen Mutter brutal ermordet werden. Vergeblich versucht er, Yuri dazu zu bringen, den Handel abzubrechen, doch dieser erkennt im Gegensatz zu Vitaly, in welcher Gefahr sie sich befänden, wenn sie das Geschäft nicht abwickeln würden. Vitaly sprengt mit einer Handgranate die Hälfte der gelieferten Sturmgewehre, wodurch auch der Sohn von Andre Baptiste umkommt. Vitaly wird daraufhin erschossen und kann das Massaker an den Dorfbewohnern somit nicht verhindern.
Ein bei der Entfernung der Gewehrkugeln übersehenes Projektil in Vitalys Brustkorb führt im New Yorker Zoll zu Yuris Festnahme. Zusammen mit den Funden aus Yuris Container-Büro meint Valentine, genug Beweise für eine lebenslange Verurteilung gegen ihn in der Hand zu haben und versteht Yuris Gelassenheit trotz der erdrückenden Beweislast nicht. Yuri erklärt ihm, der Ernst seiner Lage sei ihm sehr wohl bewusst, schließlich sei er von seiner Familie verlassen, von seinen Eltern enterbt und sein Bruder getötet worden. Er eröffnet Valentine, dass auf Intervention des US-Präsidenten seine Freilassung kurz bevorstehe. Denn es seien Waffenschieber wie er selbst, die den Willen der Regierung indirekt unterstützten, weil sie durch die Destabilisierung der betroffenen Regionen lukrative Geschäfte abschließen, die die Vereinigten Staaten nicht offen abwickeln könnten. So sei er nichts weiter als ein Werkzeug der Regierung. In der Tat wird Valentine als nächstes von einem hochrangigen Armeeoffizier aufgefordert, Yuri laufen zu lassen.
Dieser macht nach seinem Hafttag so weiter wie bisher. In der Schlussszene besticht er bei einer Waffenlieferung Zollbeamte in der Sahara, um Waffen durchtransportieren zu können. Der Film endet in der selben Kameraeinstellung wie zu Filmbeginn. Wieder steht Orlov da und zieht ein Fazit: „Wissen Sie, wer die Erde übernehmen wird? Waffenhändler. Denn alle anderen sind viel zu beschäftigt damit, sich zu erschießen. Das ist das Geheimnis des Überlebens. Ziehe niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst.“ Die Kamera schwenkt auf die Patronenhülsen auf dem Boden und das Bild wird schwarz.
The Motorcycle Diaries
Im Jahr 1952, noch als Studenten, unternehmen Che und Alberto eine neunmonatige Reise durch halb Lateinamerika Zuerst auf einem alten Norton-500 Motorrad, dann, als dieses seinen Geist aufgibt, zu Fuß, per Amazonas-Dampfer und auf den Ladeflächen unzähliger klappriger Lastwagen. Aus den unbesorgten Jünglingen, die sorglos in den Tag hineinleben und mit fantasievollen Abenteuergeschichten die lokalen Dorfschönheiten bezirzen, werden im Laufe der Reise nachdenkliche Männer, die mit eigener Anschauung die wahren Tragödien Lateinamerikas erfahren. Eine endlose Geschichte von Armut und Reichtum, Stolz und Tradition, Temperament und Lebensfreude, Unterdrückung und Ungerechtigkeit...