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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 01:23 *
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Autor Thema: Kurdistan in Vergleich! Revolution in Gesamtkurdistan?  (Gelesen 543 mal)
Necana | Beiträge:
Necana
Gast
« am: 03. Jun 2006, 10:06 »

  Inwiefern wäre eine Revolution in Kurdistan berechtigt oder nötig?

Es gibt sogenannte gesättigte Nationalstaaten, die keine Ansprüche an andere Länder haben und fern von jeglichem Sendungsbewusstsein sind, dh. die friedlich gesinnt sind.

Jedoch kommt es dennoch zu Konflikten:
Ein Grund könnte die Vermischung mehrerer Völker innerhalb des Grenzgebietes sein; auch unterschiedliche Anischten über das "Volk" können zu Konflikten führen, denn während die Israelis sich durch ihre Religion als Volk definieren, dh. sich durch Religionszugehörigkeit von einer anderen Gruppe unterscheiden (z.B. Bosnien).
Weiter werden in einigen Ländern schlicht alle als Staatsbürger betrachtet, ohne Rücksicht auf ihre nationale Identität (typische Einwanderungsländer wie USA, Australien, Kanada etc.);
Es kommt auch vor, dass zwei Volksgruppen eine Nation je für sich beanspruchen, sodass es zu einer Assimilationspolitik gegenüber der Minderheit kommt!

Und dann gibt es noch die Kurden: Ein Volk, das auf vier Gebiete geteilt ist und dadurch - es ist selbstverständlich - sich selbst gegenüber entfremdet, da das Kurdische jeweils mit "Beiströmungen" der Unterdrücker vermischt wird! Wie lange würde es dauern bis die Kurden der vier Teilgebiete einander so sehr fremd werden, dass es schwer wird sie als EINS zu sehen?

In diesem Kontext kommt oft der Begriff Separatismus und Nationalismus ins Spiel.
Separatisten sind jene also, die sich abspalten wollen; aus anderer Sicht handelt es sich hierbei um Nationalisten, weil sie sich (ihr Volk) zu einem eigenen Staat verhelfen möchten!

 


  Hier einige Beispiele für Revolutionen:

- Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg 1775-1783: führte zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.

- Französische Revolution 1789-1799: Frankreich wandelt von Monarchie in Republik!

- Griechische Revolution 1821-1829: Kampf der Griechen gegen Fremdherrschaft der Osmanen.

- Belgische Revolution 1830: Aufstand gegen die holländische Vorherrschaft im Vereinigten Königreich der Niederlande.

- Novemberaufstand in Polen: Hatte die Unabhängigkeit Polens als Ziel.

- Mexikanische Revolution 1910: durch Francisco Madero 1910 ausgerufen, um den mexikanischen Diktator Porfirio Díaz zu stürzen.

- Kubanische Revolution: der Sturz des kubanischen Diktators Fulgencio Batista.

- Nelkenrevolution in Portugal: bezeichnet den Aufstand der Armee in Portugal am 25. April 1974 gegen die herrschende Diktatur.

- Laos: Im frühen 20. Jahrhundert bildeten sich in Französisch-Indochina Widerstandsbewegungen gegen die Kolonialherrschaft. Unter anderem gründete Ho Chi Minh 1930 die Kommunistische Partei Indochinas, deren Ziel die Vertreibung der Kolonialherren war.

- Wende ( DDR): Als Wende wird im heutigen Sprachgebrauch die friedliche Revolution in der DDR, die Zeit der Veränderung vom SED-Staat zur Demokratie bezeichnet, wie sie sich vom Herbst 1989 bis zum Frühjahr 1990 vollzog.

- Singende Revolution: Singende Revolution bezeichnet die Periode der nationalen Bewegungen im Baltikum 1988-1992 und den Kampf um Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit.

- Samtene Revolution im November 2003: siehe Georgien!

- Die Orangene Revolution in der Ukraine 2004

- Revolution der Türken: Nach dem Ende des osmanischen Reiches wehrten sich die Türken
gegen die drohende Herrschaft durch Fremde (Griechen, Franzosen, Italiener...).

- Intifada im Nahen Osten: Name für zwei palästinensische Aufstände gegen Israel.

- China: wurde Opfer kolonialer Machtansprüche und wehrte sich dagegen!

usw.

 


Revolutionen richteten sich gegen Dikataturen, Ungerechtigkeiten oder ganz einfach gegen Besatzer, Unterdrücker etc. Einige verliefen blutig, andere friedlich (z.B. Ukraine 2004, Indien unter Ghandi - es gab sehr viele Tote, jedoch war hier die Revolution aufseiten der Inder friedlich - u.v.a.). Ob eine Revolution blutig oder friedlich anbricht bzw. endet, hat auch mit dem zu tun, gegen den revoltiert wird, dh. mit dem Grund der Revolution: Sind diese z.B. sehr grausam und unmenschlich, kommt es zu zahlreichen Toten, was in der Gestalt der Türkei oder Iran bzw. Syrien der Fall wäre!

Wäre dennoch eine Revolution der Kurden angebracht? Vielleicht würden viele sterben und inwieweit wären diese Opfer gegenüber all den Toten der kurdischen Geschichte relativiert?
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Necana | Beiträge:
Necana
Gast
« Antworten #1 am: 03. Jun 2006, 10:07 »

  Aktueller Stand in der Welt:

- Montenegro ist nun, wie wir wissen, unabhängig.

- In Tokelau (Neuseeland) scheiterte ein Referandum über Selbstbestimmung, jedoch sind Chancen auf die Unabhängigkeit stets aktuell und möglich.

- Tatarstan (Russland) wurde die Chance auf Autonomie gewährt und langfristig könnte auch die Unabhängigkeit zu Stande kommen.

- Rennel and Bellona (Solomon Inseln) werden von der Regierung benachteiligt und wünschen ihre Unabhängigkeit.

- Niger Delta (Nigeria): Die Chancen auf Unabhängigkeit steigen immens.

- Aceh (Indonesien): Nach dem Tsunami wurde dieser Provinz ja mehr Autonomie gewährt!

- Französisches Polynesia (Frankreich): Auch hier ist das Streben nach Unabhänigkeit sicher.

- Basken (Spanien): Es kam zu Gesprächen zwischen ETA und Spanien.


Nun die Chancen auf Unabhängigkeit in diesen Ländern:
  KT heißt kurzfristig
LT heißt langfristig


Palästina - Kt: 60% - Lt: 95%

Kosovo - Kt: 70 % - Lt: 80%

Abkhazia (Georgien) - Kt: 35% - Lt: 55%

  KURDISTAN - Kt: 15% - Lt: 45%

 
usw.



Die ganze Welt bewegt sich; Länder gehen auf jene zu, die sich abspalten wollen (siehe Spanien, Russland, Indonesien, Neuseeland, Somalia, Indien etc), während ein 40-Millionen-Volk von Kurden nicht einmal seine Stimme erheben kann und ignoriert wird.

Die Kurden sind von der Bevölkerung her all diesen Ländern weit voraus und auch wirtschaftlich wären sie diesen weit voraus und könnten einen Staat regieren!

Wie lange sollen wir unsere Augen schließen?
Der Kurdistan-Konflikt soll die Weltmedien füllen und nicht Israel-Palästina-Konflikt, denn in Kurdistan ist nicht weniger Blut geflossen und wird langfristig gesehen mehr Blut fließen!

Die totale Revolution wird die wenigsten Opfer fordern, denn hinauszögern und Kleinschlachten bis hin zu Unterdrückung wird langfristig mehr Opfer fordern![/b]

  Quelle für die oben genannten prozentualen Angaben:
http://www.mherrera.org/trouble.htm
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Jaban | Beiträge: 867
Jaban
Member
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Beiträge: 867

Gelê kurd carek din bindestiyê qebûl nake!



« Antworten #2 am: 19. Jan 2012, 07:50 »

Turkey’s Kurds could shun the PKK and rise up similar to Arab Spring, brother of jailed PKK leader says

Jon Hemming, Al Arabiya News, 18.01.2011

The failure of Turkey and the Kurdistan Workers Party (PKK) to find a peaceful end to their 27-year-old conflict could lead to an uprising by Kurdish youths fed up with both sides, similar to the Arab Spring, the brother of the PKK’s jailed leader said.

The festering war in Turkey’s southeast has killed about 40,000 people, displaced many more and tarnished the image of Turkey as it seeks to present itself as a champion of democracy and stability in the Middle East, and join the European Union. [...]

http://english.alarabiya.net/articles/2012/01/18/189017.html
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