Wer hier in ein politisches Amt gewählt wird, ist in erster Linie verpflichtet sich für die Interessan der Menschen einzusetzen, für deren Gebiet er/sie gewählt wurde. Die hauptsächliche Arbeit dieser Menschen findet in Fachausschüssen statt. Die Sitzungen, z.B. von Gemeinerat oder Kreistag sind öffentlich, alle BürgerInnen haben das Recht, bei den Debatten anwesend zu sein und können z.B. die ihnen bekannten Abgeordneten vorher wie hinterher befragen und ihnen Vorschläge unterbreiten. Das ist im Prinzip bei Landtagen und beim Bundestag ebenso, aber da sind die Anreisekosten ein Hindernis. Dann haben alle Abgeordneten in ihrem Wahlbezirk ein Büro, bekommen dafür auch Geld um MitarbeiterInnen einzustellen. Viele Abgeordnete haben eine eigene Webseite im Internet und manche nutzen auch Facebook für ihre politische Arbeit. Einige stoßen da auch zum Teil heftige Debatten an, so z.B. CDU-MdB Ruprecht Polenz, Vorsitzender der Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. Da kann sich jede(r) einbringen von den inzwischen über 3000 Personen aus seiner "Freundschaftsliste", da beteilige ich mich auch ab und zu. Den meisten Ärger hat er da aber mit seinen eigenen "schwarzen" Parteifreunden, denen er zu liberal und vor allem zu islamfreundlich ist. Ähnlich intensiv nutzt Linkspartei-MdB Dorothée Menzner Facebook, z.B. für ihre Aktivitäten gegen Kernkraftnutzung. Und auch ihre Genossin Birke Bull, MdL in Sachsen-Anhalt nimmt bei Facebook kein Blatt vor den Mund.
Aber am wichtigsten sind die KommunalpolitikerInnen. Und für die Kommunalwahl in Niedersachsen im kommenden September kandidieren mehrere mir bekannte KurdInnen. Eine davon ist in meinem Wohnhaus gemeldet, und da werde ich sie natürlich unterstützen, habe dafür auch mit dem Ortsvorsitzenden ihrer Partei vereinbart, dass wir für den Wahlkampf eine extra-Seite bei Facebook einrichten zur Diskussion örtlicher Themen. Und da die weitaus meisten MigrantInnen mit Herkunft aus der Republik Türkei eben keine Türken sondern KurdInnen sind, wird das auch ein Thema sein, z.B. im Zusammenhang mit dem vor alem von kurdischen Jugendlichen frequentierten städtischen Jugendzentrum, wo so einiges im Argen liegt. Weil einige Stadräte u.a. dieser Fraktion auch im Kreistag sitzen, können so "kurdische" Inhalte auch dort hineinwirken. Und zwei unserer alten wie voraussichtlich neuen Stadträte sind in herausgehobener Stellung in ihrer jeweiligen Fraktion im niedersächsischen Landtag.
Den SPD-MdB aus dem östlichen Nachbarkreis habe ich auch auf meiner Facebook-Liste, und der kriegt so auch die meisten Artikel zu lesen, die ich auf die Kurdmania-Fanpage bei Facebook -
http://www.facebook.com/kurdmania.kurdistan - simultan mit meiner eigenen Profilseite "Amos Moorgeist" veröffentliche. Auf der Schiene lässt sich noch viel mehr machen, wenn sich mehr Leute zum einen über ihre örtlichen Belange wirklich sachkundig machen und sich dann bei solchen Initiativen respektabel einbringen würden. Da sollte aber auch noch mehr darauf geachtet werden, dass von kurdischer Seite keinerlei Pöbelei stattfindet. Bozkurt-Pöbler werden übreigens schleunigst dort rausgeschmissen/bockiert. Die Kraft für politische Änderungen muss immer von unten nach oben wirksam werden, nie umgekehrt. Dann mensch fängt beim Hausbau sinnigerweise ja auch nicht mit der Dachkonstruktion an. Wichtig ist dafür natürlich vor allem, dass alle eingebürgerten wahlberechtigten KurdInnen, also für Kommunalwahlen ab 16 Jahre, auch von ihrem Wahlrecht effizienten Gebrauch machen. Und eben sich auch um Kandidaturen bemühen, wo immer das möglich ist. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass die in diesem Lande lebenden KurdInnen Weltmeister sind in der politischen Sportdisziplin "Flinte ins Korn schmeißen".
Wer als hier lebende(r) eingebürgerter Kurdin/Kurde mit Wahlrecht sich als z.B. kommunale(r) Abgeordnete(r) für das Wohl des jeweiligen Wohnortes einsetzt, tut immer auch etwas für "die Kurden", denn sie/er trägt dazu bei, dass das Wort "Kurde" einen besseren Klang bekommt. Das ist bereits ein großer Schritt nach vorn! .