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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 01:14 *
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Autor Thema: Kurdische Gedichte!  (Gelesen 60911 mal)
Karwan | Beiträge:
Karwan
Gast
« am: 27. Apr 2006, 20:23 »

Hey kûrdîno xwû hazir kin
Serên xwû li ber dûjmin bilind kin
Hêrîþa kûrda li çar parçan
Serkeftin bo hemû kûrdan

Hey pêþmergên qehreman
Hey karkerên dilovan
Azad kin her çar parçan
Serferazî bo hemû kûrdan

Hey serokên me yên hêja
Bibirîn destên dûjmina
Xwû bi parêzin ji hilan
Azadî bo hemû kûrdan

Hey gelê kûrd seran rakin
Herdû destên xwû bilind kin
Talan kin her çar dûjminan
Demokratî bo hemû kûrdan

                                         
                                           Karwan
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Sanandaj22 | Beiträge: 198
Sanandaj22
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Beiträge: 198


« Antworten #1 am: 27. Apr 2006, 20:28 »

ich denke auf deutsch weren sie angebrachter den nicht jeder user ist der kurdischen sprache mächtig Smiley


darum hier einige schöne :

Mein Ferund, wirf dich nicht fort


Mein Freund wirf dich nicht fort, ein Leben mit dem Feind ist kurz
Die Hand in der Hand der Feinde, sei es auch eine Kurdische, ist feindlich.

Der Feind hat viele Völker mit solchen Tricks unter seine Stiefel bekommen.

Hat er uns nicht auf diese Weise weithin getötet?

Behaltet eure Sache immer im Auge, fallt nicht auf Versprechungen der Feinde herein

Ein Leben unter der Herrschaft des feindes, auch wenn es sehr lang wäre, ist wie tot




Dichter: Cigerxwin


----------------------------------------------------------------

OH HEIMAT, DEIN LEID IST TIEF


Oh Heimat, ich weiß, dass diese Zeit dir feindlich ist
Das Schicksal ist eine Dirne, gekrümmt und verdreht
Bis heute ist es uns Feind
Tag und Nacht, überall Unrecht
Glaubt nicht, dass ich es nicht merke
Über deine Brust zogen sie drei, vier Linien
Wie einen Meeresgolf rissen sie dich auseinander
Von allen Seiten banden sie unsere Schulter fest
Tag und Nacht, überall Unrecht
Glaubt nicht, dass ich es nicht merke
Wenn mir die Zeit einmal, zweimal eine Möglichkeit böte
Wenn sie es täte, wäre Zögern ein Schade
Es ist ungerecht, dass wir alle gedemütigt sterben
Tag und Nacht, überall Unrecht
Glaubt nicht, dass ich es nicht merke
Überall sehe ich Wehklagen und weinen
Alle deine Kinder laufen weinend und stöhnend herum
sie sind wie Cigerxwin Leberblutend
Tag und Nacht, überall Unrecht
Glaubt nicht, dass ich es nicht merke




Dichter: Cigerxwin


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Karwan | Beiträge:
Karwan
Gast
« Antworten #2 am: 27. Apr 2006, 20:35 »

Tut mir leid bira! Aber ich habe meine Gedichte lieber auf kurdisch! Außedem habe ich es erst heute morgen geschrieben! Ich bin auch nicht gut im übersetzten! Wenn du es übersetzen kannst wäre das sehr gut! :thumbup:

   mfg Smiley
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Sanandaj22 | Beiträge: 198
Sanandaj22
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Beiträge: 198


« Antworten #3 am: 27. Apr 2006, 21:05 »

  Berfin: Wenn ich diesen Namen höre, bin ich ein Kurde


Berfin

Wenn ich diesen Namen höre, sehe ich ein Kind vor mir. Es steht ein wenig abseits, ein Kind mit unschuldig zu den Schläfen geschwungenen Augenbrauen, mit grünen Augen, aus denen Traurigkeit, gepaart mit Zorn, blickt, mit einem schmollenden Mund. Und Schnee sehe ich, der schwer auf den Hängen liegt, violette Felsen im Gebirge, verlassene Felder und verratene Menschen.


Wenn ich diesen Namen höre, werde ich zu einem Kurden.


Dann bin ich das Kind eines verachteten, gepeinigten, von Blitzen des Bösen getroffenen Volkes.


Dann bin ich Moses, der das Rote Meer nicht teilen,
Jesus, der nicht vom Kreuz herabsteigen und
Mohammed, der nicht nach Medina auswandern
konnte.


Hilflos bin ich.
Wütend.
Allein.


Wenn ich diesen Namen höre, bin ich ein Kurde.
Berfin bedeutet „Schneeglöckchen“ (Schneeflöckchen).


Wenn ich diesen Namen höre, bin ich eine Weise, ein
Klagelied, der Klang einer Hirtenflöte im Gebirge.


Ich lasse den Kopf ein wenig hängen.
Bin bekümmert.


Immer wurde ich verraten, und immer war ich
der Verräter.
Man tötete meine Kinder, nannte mich Mörder.


Ich bin es, dessen Haus angezündet und der verbrannt wurde, ich bin es, dem man den toten Körper seines Sohnes eines Abends auf einem Ochsenkarren brachte.


Ich durfte weder singen noch weinen.
Ich bin Kurde und immer sollte ich etwas anderes sein als Kurde.


Es ist mir verwehrt, meine Kinder nach meiner Mutter zu benennen.


Berfin bedeutet Schneeglöckchen.
Und immer wenn ich diesen Namen höre, werde ich
zu einem Kurden.


Wieder haben sie den Namen Berfin verboten.


Gesetze, Regierung, Parlament – all das schert die Verbietenden nicht. Aus Angst vor einem Namen treten sie ihre eigenen Gesetze mit Füßen.


Sie verbieten, dass Kinder Berfin genannt werden.
Es sind mysteriöse Herren. Sie verbergen ihre Gesichter, verbergen ihre Identität, bewegen sich in den Untiefen des Staates und hintergehen ihre eigenen Gesetze. Sie haben Angst vor Kindern. Vor Liedern, Blumn, Farben und Namen haben sie Angst.


Sie sind von meinem Blut und beschämen mich.
Ich bin nicht mehr einer von ihnen.
Ich bin keiner von denen, die Kindernahmen verbieten.
Ich bin keiner der Unterdrücker.
Ich schließe mich den Unterdrückten an.


Wenn jemand Berfin sagt, werde ich zu einem Kurden.
Und dann erwarte ich den Aufstand der Türken.
Ich will die Stimmen von Türken hören, die sich denen widersetzen, die verbieten, dass kurdische Kinder den Namen Berfin tragen.


Gibt es niemanden von meiner Rasse, der sich dieser Ungerechtigkeit entgegenstellt?


Gibt es keinen Türken, der die Trauer und Wut dessen teilt, der seinem Kind nicht den Namen seiner Mutter geben darf? Gibt es keinen von meinem Blut, der sich gegen diese Ungerechtigkeit auflehnt?


Gibt es keinen, der sich für dieses Schweigen schämt, dem es Unbehagen bereitet, den eigenen Namen unter denen der Unterdrücker zu finden?


Berfin bedeutet Schneeglöckchen.
Wieder einmal haben sie verboten, dass Kinder Berfin genannt werden.


Seit Jahren schon haben diese Menschen Angst vor einem Schneeglöckchen.
Seit Jahren schon haben sie Angst vor Kindern.


Wenn ich den Namen Berfin höre, werde ich zu einem Kurden.
Dann bin ich Moses, der das Rote Meer nicht teilen,
Jesus, der nicht vom Kreuz herabsteigen und
Mohammed, der nicht nach Medina auswandern
konnte.


Ich bin ein Berfin im Gebirge.
Und Angst habe ich – immer wenn ich die Angst
der Feiglinge sehe.


Ich bin wütend.
Hilflos.
Allein.


Übersetzung: Hülya Engin – aus: Nützliche Nachrichten, 4/2003
(Ahmet Altan ist ein bekannter türkischer Schriftsteller und Journalist. Er scheut sich nicht, Tabuthemen anzusprechen. Das Original dieses Gedichts wurde am 18.August 2003 im gazetem.net veröffentlicht.)




Gedichte von Sherko Bekas
  Die Wurzeln

Auch wenn die Sterne, die Wolken,
der Wind und die Sonne
die Mörder nicht sehen,
wenn die Vögel am Himmel getötet werden
und der Horizont sich taub stellt
und die Berge und die Wasser sie vergessen,
so sollte es zumindest einen Baum geben,
der sie sieht und ihre Namen
in seine Wurzeln schreibt.

************************************

  Trennung
Wenn sie aus meinen Gedichten
die Blumen wegnehmen,
stirbt eine meiner vier Jahreszeiten.

Wenn sie meine Liebste
daraus wegnehmen,
sterben zwei meiner Jahreszeiten.

Wenn sie das Brot
daraus wegnehmen,
sterben drei meiner Jahreszeiten.

Wenn sie die Freiheit
daraus wegnehmen,
stirbt mein ganzes Jahr und ich selbst.

**********************************

  Der Schlüssel

In einem fernen Land
brachte ein schreckliches Ereignis
einen verlorenen Schlüssel zum Weinen.
Man hatte nicht nach ihm gesucht,
sondern mit Gewalt das Stadttor zerschlagen.

***********************************

  Hoffnung

Wenn meine Liebe zu dir Regen wäre,
so stünde ich bereits darin.

Wenn die Liebe zu dir Feuer wäre,
so hockte ich bereits darin.

Ah, du mein geliebtes Kurdistan!
Mein Gedicht sagt:
»Solange es Regen und Feuer gibt,
werde ich auch leben.«

*********************************

  Ich bin ein Vater


Schiesst nicht, Bruder,
schiess doch nicht.
Ich bin ein Mensch,
ich bin keine Jagdbeute.
Frag nicht, woher ich bin.
Ich bin von hier, hey,
ich bin kein Fremder!


Wohin soll ich, ich weiss es nicht.
Wie weiter, ich weiss es nicht.
Was soll ich machen,
was soll ich sagen
Ich weiss es nicht, ich weiss es nicht!


Ich habe drei Söhne,
einer kämpft in den Bergen,
einer kämpft bei der Armee,
einer kämpft mit dem Leben
Ihre Mutter ist in tiefer Trauer
Ich bin ein Vater, ich bin kein Sohn


************************************

Ist das eine Elster, die fliegt,
oder der schwarz-weiße Schrei
meiner Mutter?!

(Das waren die Worte eines Kindes aus Halabja,
eine halbe Minute, bevor es durch das Giftgas
blind und taub wurde.)
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mira | Beiträge: 282
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« Antworten #4 am: 27. Apr 2006, 22:31 »

Zitat
ich denke auf deutsch weren sie angebrachter den nicht jeder user ist der kurdischen sprache mächtig Smiley

 


heval da hast du nicht recht
ich mein schließlich ist es hier ne deutsch-kurdische seite
und wenn du dem user verbieten würdest seine kurdischen gedichte hier reinzustellen machst du rein theoretisch dasselbe, was die türken mit uns machen
  die verbietung der kurdischen sprache

ich mein klar hast du in dem punkt recht, dass einige user nicht verstehen was da steht, aber als kurde sollte man schon wenigstens ein bisschen kurdisch können

mfg
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kes nebe kurd bimirin
nomirin nomirin nomirin
Karwan | Beiträge:
Karwan
Gast
« Antworten #5 am: 27. Apr 2006, 22:35 »

Also ich werde hier nur kurdische Gedichte reinstellen!
Für die die kein kurdisch können tut es mir leid!
Aber meine Muttersprache ist halt kurdisch und in dieser Sprache kann ich meine
gefühle besser zum Ausdruck bringen! :thumbup:

  silav u rez
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« Antworten #6 am: 28. Apr 2006, 17:24 »

Keiner hindert hier jemanden kurdische Gedichte zu veröffentlichen. Ganz im Gegenteil, ich finde es super  :thumbup:
Aber zumindest eine kleine Inhaltsangabe, wovon das Gedicht handelt usw, auf deutsch wäre sehr aufmerksam von euch, dann würden unsere nicht-kurdischen User oder nicht-kurdisch-sprechenden User wenigstens den Inhalt verstehen. Ein kurdisches Gedicht und daneben die Übersetzung wäre natürlich noch besser, aber eine Inhaltsangabe macht es auch Smiley

Immerhin möchten wir doch jedem zeigen welch tolle Poesie aus unserer Sprache und unserer Kultur entstammt, nicht wahr  Zwinkernd

[Editiert am 28/4/2006 von alya]
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Karwan | Beiträge:
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« Antworten #7 am: 28. Apr 2006, 23:03 »

Hey kûrdîno xwû hazir kin
Serên xwû li ber dûjmin bilind kin
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Hey gelê kûrd seran rakin
Herdû destên xwû bilind kin
Talan kin her çar dûjminan
Demokratî bo hemû kûrdan


Karwan
 
----------------------------------------------

Es geht um die jetzige Situation der kurden und der Drohung der türken und der perser, die in Südkurdiatn eimaschieren wollen!
Die kurden sollen sich darauf vorbereiten an vier Fronten zu kämpfen. Die Führer sollen sich diesmal nicht veräppeln lassen und den feinden die hände abschneiden!. Die peshmarga und die gerillias sollen Kurdistan befreien. Das (kurdische) Volk soll sein Kopf heben und beide hände in den Himmel strecken!


   silav u rez
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« Antworten #8 am: 29. Apr 2006, 18:23 »

Hab hier auch ein Gedicht, welches wir im kurdisch-Kurs übersetzt hatten.

Evîna te

Evîna te ez bernedam,
Bircî mam, tî mam,
Xayin taribû $ev
Can xerîb, can bê deng
Can parce parce....
Û destên min li kelepcê,
Bê titûn bê xew mam,
Evîna te ez bernedam.

  wörtliche Übersetzung:

Deine Liebe

Deine Liebe hat mich nicht losgelassen.
Ich bin verhungert, bin verdurstet,
Die Nacht war verräterisch und dunkel
Meine Seele ist einsam und still
Meine Seele zerbricht Stück für Stück
Meine Hände sind gefesselt
Ohne Tabak, schlaflos
Deine Liebe hat mich nicht losgelassen.


  Ahmed Arîf

[Editiert am 29/4/2006 von alya]
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SiWan | Beiträge:
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« Antworten #9 am: 29. Apr 2006, 20:02 »

Zitat
Hab hier auch ein Gedicht, welches wir im kurdisch-Kurs übersetzt hatten.

Evîna te

Evîna te ez bernedam,
Bircî mam, tî mam,
Xayin taribû $ev
Can xerîb, can bê deng
Can parce parce....
Û destên min li kelepcê,
Bê titûn bê xew mam,
Evîna te ez bernedam.

  wörtliche Übersetzung:

Deine Liebe

Deine Liebe hat mich nicht losgelassen.
Ich bin verhungert, bin verdurstet,
Die Nacht war verräterisch und dunkel
Meine Seele ist einsam und still
Meine Seele zerbricht Stück für Stück
Meine Hände sind gefesselt
Ohne Tabak, schlaflos
Deine Liebe hat mich nicht losgelassen.


  Ahmed Arîf

[Editiert am 29/4/2006 von alya]



War Ahmed Arîf Kurde..? Mir waren bisher nur türkische Gedichte von ihm bekannt.. Oder verwechsle ich hier jemandne..?
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« Antworten #10 am: 29. Apr 2006, 22:09 »

Um ehrlich zu sein keine Ahnung Siwan. Unser kurdisch-Lehrer hat uns das Gedicht gegeben und ein weiteres. Am besten fragst du den amed hier(du kennst ihn bestimmt woanders unter aamed21), er weiß, soweit ich weiß, mehr über ahmed arif  Smiley

[Editiert am 29/4/2006 von alya]
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