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Autor Thema: Koma Rewsen – Die kurdische Jugend muss zu ihrer Sprache und Kultur zurückfinden  (Gelesen 134840 mal)
Rewsen | Beiträge: 3132
Rewsen
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« am: 24. Aug 2008, 18:01 »





"Die kurdische Jugend muss zu ihrer Sprache und Kultur zurückfinden!"

Koma Rewsen - Kurdische Rockmusik mit politischem Hintergrund







Harun, wir wissen, dass Ihr, Koma Rewsen, nur für 3 Tage in Deutschland seid. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit kurdmania.com genommen hast.

Sehr gerne.


Harun, erzähl uns doch bitte zuerst, wie Ihr Euch als Koma Rewsen zusammengefunden habt und wie Ihr auf die Idee kamt, kurdischen Rock, der damals erstmalig durch Koma Wetan bekannt wurde, zu spielen. Schließlich war kurdischer Rock bei Weitem nicht so etabliert wie beispielsweise Popmusik.

Nun, Koma Rewsen entwickelte sich im Jahr 1993 aus kurdischen Amateursängern, die ihre Identität aufrechterhalten und gegen das vorhandene System in der Türkei protestieren wollten. Dies war auch die Zeit, in der die Kurden begannen sich zu organisieren. Kulturhäuser wie das Mezopotamya Kültür Evi (Kulturhaus Mesopotamien) wurden gegründet, mit dem Vorhaben, die kurdische Kultur am Leben zu erhalten und sie weiterzuentwickeln. Koma Rewsen entstand in einer Zeit, in der der Bürgerkrieg die Türkei ergriffen hatte und in der einige kurdische Sänger zusammenfanden, mit dem Vorhaben sich gegen das vorhandene System zur Wehr zu setzen.

Wie wir auf die Idee kamen Rockmusik zu machen: Als Koma Rewsen 1992/93 zusammenfand, hatten wir nur die Absicht kurdische Musik zu machen. Wir wussten noch nicht genau, welche Musik wir machen wollten. Als einige Mitglieder 1998 die Gruppe verließen, waren wir auf der Suche nach einem Musikstil und fanden, dass Rock uns am besten ergänzt. Wir sind eine Gruppe, die gegen das vorhandene System protestieren will und es verändern will. Wir sind also in dem Sinne eine revolutionäre Gruppe und finden, dass Rock diese Eigenschaft am besten hervorhebt. Genauer gesagt sind wir durch musikalisches Experimentieren auf Rockmusik gestoßen. Wir haben also die Musikrichtung gewählt, der wir uns am nahesten fühlten.


Wie waren damals die ersten Reaktionen auf Euch und wie haben sich diese bis heute geändert?

Natürlich empfanden die Menschen unsere Musik damals noch als neuartig und fremd. Doch als wir unser erstes Album veröffentlicht hatten, haben wir nach kurzer Zeit viele Anhänger gehabt. Dennoch wissen wir, dass kurdischer Rock nicht so beliebt ist wie klassische kurdische Musik. Unsere Musik hat also eine bestimmte Anhängerschaft und das war auch unser eigentliches Ziel. Unser vorrangiges Ziel war es, die kurdische Jugend zu erreichen, was uns meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Unsere Musik stieß nicht auf taube Ohren. Wenn wir nun irgendetwas über New York oder Kalifornien singen würden, dann wäre die Verwirrung sicherlich groß gewesen, doch wir entstammen aus der Mitte des kurdischen Volkes und singen über das Schicksal und die Erlebnisse unseres Volkes. Es kann sein, dass vielen die Rockmusik noch etwas fremd ist, aber ich denke wir haben ein großes Potential und wir haben unseren Musikstil noch nicht vollendet. Wir befinden uns noch immer in der Weiterentwicklungsphase.


Rock bedeutet für viele lediglich eine bestimmte Musikrichtung, für Euch ist Rock eine Lebenseinstellung. Worin zeigt sich das?

Der typische Rock, die für diese Musik typischen Merkmale kommen in der Welt überall vor, jedoch hat jeder Mensch eine eigene Auffassung von dieser Musik und lebt und erlebt diese Musik auf eine eigene Weise. Ich z.B. könnte die Rockmusik nie wie ein Engländer oder ein Amerikaner erleben. Denn ich habe ganz andere Erlebnisse und Gefühle wie sie. Während der eine System of a Down hört, hört der andere lieber Green Day. Auch die Kurden müssten 10 - 15 etablierte Rockgruppen haben, damit allmählich ein kurdischer Rockmusikcharakter entstehen kann.

Unsere Musik richtet sich an Kurden, in unseren Liedern werden die Erlebnisse des kurdischen Volkes geschildert. Wir wollen uns also nicht der typischen Rockmusik anpassen, sondern haben eine eigene Stilrichtung und eigene Beweggründe. Wir wollen unsere Gefühle und Gedanken durch unsere Musik weitervermitteln. Die Rockmusik wird auf der ganzen Welt gehört und hat eine für sich typische Eigenschaft. Jedoch unterscheiden sich die einzelnen Rocksänger und ihre Zuhörer, da jeder eine eigene Auffassung von der Musik hat und jeder eine andere Botschaft vermitteln will. Die Rockmusik existiert also als typische Musikstilrichtung, seine Vertreter jedoch sind sehr unterschiedlich.


Denkst Du, dass kurdische Rockmusik bereits etabliert ist und wenn nicht, mit welchen Schwierigkeiten sie noch zu kämpfen hat? Würdest Du sagen, dass sich kurdischer Rock von Rockmusik anderer Kulturen unterscheidet?

Die kurdische Rockmusik befindet sich noch im Anfangsstadium. Sie ist noch nicht so weit entwickelt, als dass man sagen könnte, sie hätte ein enormes Potential. Es gibt nicht besonders viele kurdische Rockmusiker. Wir haben hochgeschätzt nur zu 10 kurdischen Rockgruppen Kontakt. Diese machen allerdings nur Amateurmusik und befinden sich noch am Anfang ihres Weges. Wir befinden uns in regem Kontakt mit ihnen, damit sie die kurdische Psyche nicht verlieren und sich nicht entfremden. Das ist eine Entwicklung, die sich noch in ihrem Anfangsstadium befindet und seine Zeit bis zur Vollendung braucht.

Das Komische dabei ist, dass diese Entwicklung nur in Kurdistan stattfindet und nicht in den türkischen Provinzen. In Hakkari, Van, Diyarbakir, Varto, Dersim und anderen kurdischen Regionen gibt es Vertreter der kurdischen Rockmusik. Auch wenn sie sich noch im Anfangsstadium befinden, könnte man sagen, dass sich allmählich eine neue kurdische Seele entwickelt. Ich würde sagen, dass die Rockmusik sehr gut zum kurdischen Volk passt und sehr gut seine Gefühle und Ansichten reflektiert. Die Kurden sind ein Bergvolk und ich denke, dass dieser Musikstil sehr gut zu ihrer Lebenssituation passt.

Das Problem der kurdischen Rockmusik ist, dass wir noch keine spezielle Form erreicht haben. Wir haben also keine spezifischen Merkmale, die uns in der Welt einen Platz unter dem Begriff „kurdische Rockmusik“ geben. Genau diese Merkmale müssen wir finden. Wir müssen Merkmale finden, die die kurdische Situation und die kurdischen Gefühle am besten widerspiegeln. Wir als Koma Rewsen befinden uns ebenfalls noch in dieser Findungsphase. Wir haben zwar einige Alben veröffentlicht, jedoch konnten wir uns noch nicht auf eine spezielle Musik einigen. Wir wollen also eine Musik finden, die am besten zum kurdischen Volk passt.


Auf Eurem ersten Album „Ciyayê Bêzar“ habt Ihr vorrangig bekannte Lieder neu aufgenommen und vertont. Anschließend habt Ihr zunehmend selber komponiert. Was dürfen wir von Eurem 4. Album erwarten?

Wir wollen etwas erschaffen, wir wollen nicht andere nachahmen sondern etwas Eigenes hervorbringen. Das ist es auch, was uns ausmacht. Wir wollen etwas von Null auf erschaffen. Momentan haben wir viele Ideen, wie ich bereits erwähnt habe, befinden wir uns in einem Findungsprozess. Wir haben uns mittlerweile in der Rockmusik etabliert, aber wir reifen erst langsam zu etwas.

Dieser Reifeprozess bringt einige Probleme mit sich. Wir stehen vor der Schwierigkeit unseren eigenen, spezifischen Charakter zu erschaffen. Wir müssen uns überlegen, wie wir die kurdischen Kehllaute, die kurdische Sprache, die kurdische Kultur verarbeiten und formulieren und sie der Welt vorstellen.

Unsere jetzigen Bemühen zielen darauf ab, eine Musikrichtung zu erschaffen, die die kurdischen Besonderheiten beinhaltet und als eigenständiger Musikstil angesehen wird. Wir wollen also die kurdischen Werte hervorheben, denn wir sind anders als der Westen, wir unterscheiden uns sehr vom Westen. Wir lachen über andere Dinge, wir essen andere Dinge, wir schmecken andere Dinge, wir haben eine andere Weltanschauung wie der Westen. Dennoch gibt es kurdische Werte, die noch nicht hervortreten konnten.

Wir sehen es als unsere Pflicht, die kurdischen Werte mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Dass wir uns für die Rockmusik entschieden haben, hat uns einen großen Vorteil geboten, denn die Rockmusik ist eine nachdenkliche Musik. Wir wollen also die aufklärende Art der Rockmusik für unsere kurdische Identität und die kurdischen Probleme ausnutzen. In diesem Zusammenhang denke ich, dass die Rockmusik für uns eine große Chance darbietet, da sie meiner Meinung nach nicht so unbedeutende Themen behandelt wie zum Beispiel die Popmusik.

Wir wollen also auf alle Themen eingehen, sei es die globale Erderwärmung, die Situation in Hasankeyf oder die Lage Herrn Öcalans. Natürlich geht der Mensch dabei immer auf Probleme ein, die ihn selber betreffen. Wir haben uns also bereits darauf geeinigt, dass die kurdische Rockmusik diesen politischen Hintergrund haben soll, sind uns aber noch nicht über die musikalische Umsetzung im Klaren. Wir wissen also noch nicht, welche musikalischen Eigenschaften am besten unsere Werte und Probleme widerspiegeln könnten.


Habt Ihr Euch in diesem Zusammenhang überlegt, mit Musikern anderer Nationen Lieder aufzunehmen?

Ich halte es für sehr wichtig, dass Musiker und Künstler verschiedener Nationen zusammenarbeiten. Das würde die Solidarität zwischen den Künstlern und den Völkern stärken und die Völker würden näher zusammenrücken. Die Welt nähert sich immer mehr einem neuen Tiefpunkt und in diesem Zusammenhang müssen Künstler verschiedener Nationalitäten zusammenkommen.

Die Welt steht vor einigen wichtigen Problemen und Entscheidungen. Wir als Künstler müssen uns für diese zukunftsweisenden Fragen der Welt zusammentun. Das ist natürlich ein weitgegriffenes Vorhaben. Die Verantwortung zur Lösung dieses Problems liegt größtenteils in den Händen des Westens. Nur der Westen hat diese Macht und niemand weiß, was der Westen mit dieser Macht anfangen wird und wie die Zukunft aussehen wird. Nun, bezieht der Westen den Mittleren Osten mit in seinen Entscheidungsprozess ein? In vielen Punkten tut der Westen eben dies nicht. Der Westen betrachtet sich als Mittelpunkt der Welt, was grundlegend falsch ist. Ob der Westen nun von dieser Ansicht loskommen wird oder nicht, es wäre auf jeden Fall sehr wichtig, dass Künstler verschiedener Nationalitäten sich solidarisieren.

Selbstverständlich stehen wir mit einigen ausländischen Künstlern im Dialog. Aber für gemeinsame Projekte müssen bestimme Vorgaben erfüllt sein. Das westliche Musikverständnis unterscheidet sich sehr von dem unseren. Die westliche Musikindustrie interessiert sich größtenteils nur für Profit und nicht für politische Fragen. Wenn es nun einen westlichen Sänger gibt, der zu so einer Kooperation bereit wäre, so müsste er zuerst seine Manager, seine Produzenten und die Plattenfirmen von dieser Aktion überzeugen. Die westlichen Musikindustrien interessieren sich wenig für Menschenrechte und ähnliche Angelegenheiten, sondern eher um die Profiterweiterung.

Wenn wir nun U2 um ein gemeinsames Projekt bitten würden, dann würden sie sich vor große Probleme gestellt sehen. Denn es gibt ein etabliertes kapitalistisches System in der westlichen Musikindustrie. Der Kapitalismus innerhalb der Musikindustrie spielt also eine sehr benachteiligende Rolle.


Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern hast Du in einem früheren Gespräch zwischen uns erwähnt, dass sich auf Eurem neuen Album ein Lied mit dem kurdischen Rapper Serhado befinden wird. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit zwischen kurdischem Rock und kurdischem Rap? Passt das zusammen? Serhado gilt als Vorreiter in Sachen kurdischer Rap. Ist die Neuheit, der Mut, etwas Neues zu beginnen, das, was Ihr gemeinsam habt?

Selbstverständlich spielt auch das eine Rolle. Ich würde es als eine Art Laboratorium bezeichnen, in dem wir uns befinden. Es hat auch nicht besonders viel mit Serhado zu tun. Ich mag Serhado wirklich sehr, er ist ein sehr guter Mensch, aber der Hauptgrund für die Zusammenarbeit ist eine Fusion zwischen Rap- und Rockmusik zu schaffen.

Wir alle wissen, dass die Rockmusik und der Rap sich gegenseitig in einer Oppositionsposition befinden. Diese Feindschaft gibt es in der kurdischen Musik noch nicht und wir wollen so eine Situation auch nicht schaffen. Wir sind ein Volk, das von vielen Seiten der Unterdrückung ausgesetzt ist und müssen deshalb zusammenhalten. Wir Kurden sind quasi zu dieser Zusammenarbeit verdammt, da wir in der Türkei und in anderen kurdischen Regionen noch immer kein freies Leben führen können. Da die Rapmusik auch eine Botschaft übermitteln will und etwas Nachdenkliches an sich hat, finde ich, dass sie sich sehr gut mit der Rockmusik ergänzen wird.


In der Türkei eine Botschaft zu vermitteln, die derart kritisch ist, ist bekanntermaßen schwer und nicht ungefährlich. Dürfen wir fragen, ob Ihr persönlich Erfahrungen mit politischer Unterdrückung gemacht habt. Seid Ihr im Alltag wie auch im Beruf staatlich verfolgt worden?

In unserer Gruppe saß jedes Mitglied mindestens 3 - 4 Mal in Untersuchungshaft oder kam mit der Polizei in Kontakt. Unsere beiden längsten Bandmitglieder, Sinan und Mazlum wurden von Polizeikräften im Jahr 1993 aus dem 9. Stock eines Gebäudes über die Brüstung gehängt und es wurde gedroht, sie los- und damit fallen zu lassen. Das sind aber Erlebnisse, die in Kurdistan gang und gäbe sind. Das einfache Volk ist ebenfalls dieser Unterdrückung ausgesetzt.

Wenn ein kurdischer Künstler solche Erlebnisse nicht durchmacht, dann hat er meiner Meinung nach nicht allzu viel gemeinsam mit seinem Volk. Fast jeder kurdische Künstler hat solche Ereignisse durchgemacht, fast jeder befand sich mal in Untersuchungshaft oder wurde mal zusammengeschlagen oder hat unter elenden Umständen leben müssen. Meiner Meinung nach macht jeder aufrichtige kurdische Künstler so etwas durch. Selbstverständlich gibt es auch kurdische Künstler, die keine solchen Erlebnisse hatten. Größtenteils handelt es sich dabei aber um diejenigen, die hinter dem Kapital her sind oder Popmusik machen. Diese Personen kann man aber meiner Meinung nach nicht als Künstler bezeichnen, da meines Erachtens nach nur Personen, die die Gefühle und Gedanken ihres Volkes kennen und etwas mit ihrem Volk teilen wollen, als Künstler bezeichnet werden können.


Wie beurteilst Du die Entwicklung der kurdischen Musik in den letzten Jahren und die Zusammenarbeit unter den kurdischen Musikern?

Es gibt viele kurdische Musiker, die nur an sich denken und Geld verdienen wollen. So gibt es vor allem in der Pop- und Arabeskszene Sänger/innen, die sich nicht um das Schicksal des Volkes scheren sondern nur an den eigenen Profit denken. Natürlich gibt es auch Kurden, die nicht vor diesem Hintergrund -  des Geldverdienens - Musik machen. Kurdische Organisationen und Institute versuchen, diesen Prozess zu unterstützen. Die Kurden werden versuchen, entgegen des „Kapitalismus“ innerhalb der Musik, ihre Musik weiterhin zu betreiben. In diesem Zusammenhang gibt es natürlich viele Kurden, die sich gegenseitig unterstützen und es müsse mehr Organisationen und Institutionen geben, die dieses Vorhaben unterstützen.


Welche Projekte habt Ihr nach Eurem 4. Album geplant?

Das ist wirklich sehr komisch, denn ich habe schon die nächsten drei Projekte im Kopf, doch es wäre falsch jetzt schon alle preiszugeben. Ich werde daher den Menschen nur von unserem nächsten Projekt berichten, da dies das naheste Projekt ist und die anderen Projektvorhaben und -ideen sich stets noch leicht verändern können.

Wie ich bereits des Öfteren erwähnt habe, haben wir uns dem Schöpfen verschrieben. Wir fragen uns also ständig, was das beste Produkt für unser Volk wäre, wie wir das Volk innerlich bewegen können und wie wir die kurdische Identität aufwerten können. Das ist unser Hauptanliegen. Wir fragen uns, wie wir die kurdische Jugend zum Nachdenken anregen können. Sie sollen nicht alles hinnehmen sondern es auch hinterfragen.

Wir wünschen uns also eine nachdenkliche Zukunftsgeneration, eine aufgeklärte und intelligente Jugend. Wir wünschen uns also eine Jugend, für die die Natur, Wissen und Liebe eine wichtige Rolle spielt und die Achtung auf menschliche Werte legt. Wenn es mir gut geht und ich es bequem habe, meinen arabischen Nachbarn aber nicht, dann muss mich diese Tatsache beunruhigen. Oder wenn es mir als einem Kurden schlecht geht, dann sollte das beispielsweise das persische Volk bzw. der Iran interessieren. Das ist eine sehr utopische Vorstellung, aber nur durch solche Vorstellungen kann der Mensch über sich hinauswachsen.


Gibt es etwas, das Du unseren Lesern und vor allem den kurdischen Jugendlichen speziell noch mitteilen möchtest?

Nun, wir versuchen etwas auf die Beine zu stellen und auch sie versuchen einen Platz in dieser Welt zu finden. Jeder Mensch möchte in einem bestimmten Bereich erfolgreich sein.

Das Wichtigste ist aber, dass jeder mit seiner eigenen Identität anerkannt werden muss. In diesem Zusammenhang muss man auch den feinen Unterschied zwischen Integration und Assimilation erkennen. Die kurdische Jugend muss zu ihrer Sprache und Kultur zurückfinden, damit die Assimilation ein Ende findet. Sie müssten zu ihrer Geschichte zurückfinden.

Dieses Volk ist kein herrenloses Volk mehr, es ist ein organisiertes Volk, ein starkes Volk. In diesem Hintergrund kann keine Militärmacht mehr dieses Volk zurückdrängen. Die in Europa lebenden Kurden müssen aufpassen, dass die Integration nicht zur Assimilation wird. Sie sollen die positiven Werte Europas und die eigenen positiven Werte mitnehmen. Zwischen den kurdischen und europäischen Werten gibt es große Unterschiede. Jedes Volk hat positive als auch negative Wertvorstellungen. Die negativen Wertvorstellungen der Kurden hängen vor allem mit der Unterdrückung und der Rückständigkeit zusammen. Die kurdische Jugend soll also Wissen ansammeln und einen Platz in dieser Welt finden. Das ist auch der Grund, weshalb wir Rockmusik machen. Wir wollen unsere Sprache am Leben erhalten und die zu uns passenden Werte ausfindig machen.


Wir bedanken uns herzlich für das interessante Gespräch und wünschen Euch viel Erfolg mit Eurem bald erscheinenden 4. Album.

Auch wir bedanken uns.



Siwan, Mîro und Rewsen für Kurdmania.com

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« Antworten #1 am: 27. Aug 2008, 13:05 »

Rewshê heja, vielen herzlichen Dank für die gute Idee, die viele Mühe und den großen Aufwand den dich dieses Interview gekostet hat. Auch Dank an die Übersetzer.  Smiley Smiley Smiley

Der Einsatz hat sich wirklich gelohnt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!   Smiley

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« Antworten #2 am: 27. Aug 2008, 13:09 »

Rewshê heja, vielen herzlichen Dank für die gute Idee, die viele Mühe und den großen Aufwand den dich dieses Interview gekostet hat. Auch Dank an die Übersetzer.  Smiley Smiley Smiley

Der Einsatz hat sich wirklich gelohnt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!   Smiley

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« Antworten #3 am: 27. Aug 2008, 13:18 »


Und einen Festival- Döner dazu Zwinkernd

Den würde ich ausnahmsweise sogar ganz schwesterlich mit Dir teilen Zwinkernd
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