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Autor Thema: Karayilan: PKK ist bereit eine Autonomie innerhalb der Türkei zu erklären  (Gelesen 6996 mal)
Almanci | Beiträge: 485
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« am: 20. Jul 2010, 16:01 »

PKK ist bereit eine Autonome Region Nordkurdistan innerhalb der Türkei zu erklären.

08 June 2010 Firat News



Die kurdische Arbeiterpartei PKK bereitet sich darauf vor eine „demokratische Autonomie“ auszurufen sagt der Präsident Murat Karayilan des Executiv Rats der demokratischen Konförderation Kurdistans (KCK).
Die PKK war gezwungen den Waffenstillstand zu beenden, nachdem der türkische Staat mit einseitigen Schritten einen Frieden zur Lösung der kurdischen Frage für sich selbst herbeiführen wollte sagte Karayilan zu ANF.
„Wenn der türkische Staat nicht bestimmte Schritte für die Lösung des Ziels einer demokratischen Autonomie vornimmt, dann werden wir keine andere Wahl haben selbst ein System des demokratischen Konförderalismus zu entwickeln.“ sagte er. 
Karayilan kritisierte scharf den türkischen Staat und erzählte die PKK tat alles und es ist Teil beider Seiten den Frieden zu schaffen nicht eine einseitige Sache.
Doch die AKP und der türkische Staat sind nicht ehrlich wenn es um die Lösung der kurdischen Frage gehe.
Karayilan erwiderte auch, das es keinerlei Beziehung zwischen dem israelischen Angriff auf eine türkische Seeflotte und dem PKK-Angriff auf eine Marinebasis in Hatay gibt.




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« Antworten #1 am: 20. Jul 2010, 18:11 »

danke erst einmal Almanci das du diesen artikel hier veröffenltichst. Smiley

eine "autonome region nordkurdistan" hört sich wunderbar an sehr geehrter herr karayilan!  Smiley das wäre ein segen für die 15-20 mio kurden die im norden kurdistans leben!
meiner meinung nach ist das ein komprimiss zur souveränität nordkurdistans.
der norden kurdistans wäre zwar net frei jedoch verfassungsrechtlich legitimiert ihre gegenwart und zukunft in den bereichen wirtschaft, politik, kultur und religion in die eigene hand nehmen zu können.  Smiley

doch der "trk" staat ist für sein unilaterales denken und vorgehen berühmt berüchtigt!! ganz zu schweigen von seiner perfidie und inhumanität!! Ärgerlich
deshalb bezweifle ich stark, dass der "trk" staat darauf eingehen wird und falls doch ist es höchstwahrscheinlich, dass sie dies nur ausnutzen wollen, um die pkk zu schwächen oder sie gar ein für alle male zu vernichten!
wie der werte herr karayilan bereits erwähnte betreibt der "trk" staat einseitige politik. sie verfolgen nur die eigenen interessen und kümmern sich ein dreck-wie es so schön im volksmunde heißt- um die 15-20 mio kurden!
schlimmer noch; sie beuten sie gnadenlos aus und assimilieren sie in allen ebenen!!  Ärgerlich
apropos unilateralismus; wenn man die denkweise des "trl" militärs gut genug kennt und sich in ihre lage versetzen kann könnte man auch behaupten, dass der stellvertreter öcalans murat karayilan selber einseitig denkt und handelt. beide seiten tun das was sie wollen und was sie für richtig halten. die pkk ist zwar zu einem kompromiss bereit der sich "autonomie" nennt. bedauerlicherweise hat die pkk es mit einem feind zu tun der ihnen keinen anderen kompromiss anbietet als das; frieden und sicherheit wenn ihr endlich aufgibt und euch "türkisieren" lässt.

aber gehen wir mal von der kühnen und traumhaften vorstellung aus der "trk" staat ginge darauf ein; sie hätten bestimmt die bezeichnung "nordkurdistan" kritisiert. allein daran scheitert das ganze schon! nicht das die ost und die westkurden auf eine ähnliche idee kommen. Grinsend
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« Antworten #2 am: 20. Jul 2010, 19:09 »

yilmazo,

es ist von einer "demokratischen Autonomie" die Rede, nicht von einer "Autonomen Region Nordkurdistan", denn davon hält sich die PKK fern, wie Öcalan in vielen seiner Gespräche verdeutlicht hat. Und eine "Autonome Region Nordkurdistan" kann nicht erreicht werden, wenn nicht einmal ein Dorf unter der Kontrolle der PKK steht!

Die Idee der "demokratischen Autonomie" ist alt, bereits die DTP beschäftigte sich vor Jahren konkret damit: Und über diese "demokratische Autonomie" wird selbst in türkischen Medien diskutiert, denn nicht einmal die AKP verteufelt es! Aber ein Projekt dieser Art kann man nicht einfach nach Lust und Laune ausgerufen werden (davon spricht Karayilan auch nicht, daher stimmt die Überschrift so nicht), denn dazu hat die PKK alleine nicht die geringste Legitimination! Für ein Projekt dieser Art bedarf es einer dafür geeigneten Gesellschaft und weder die türkische noch die nordkurdische Gesellschaft ist dafür imstande!
« Letzte Änderung: 20. Jul 2010, 19:11 von Jaban » Gespeichert
yilmazo | Beiträge: 130
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« Antworten #3 am: 20. Jul 2010, 20:30 »

danke für die aufklärung Jaban. Smiley
ein freund von mir hatte mir vor kurzem auch von der "demokratischen autonomie" erzählt jedoch habe ich es wohl vergessen.
er sagte mir, dass dies vorsieht, dass die kurden in der "türkei" ihre kultur und sprache frei ausüben dürfen. auch erzählte er mir, dass die "demokratische autonomie" keine eigenen sichterheitseinheiten vorsieht und auch kein eigenes parlament. ich persönlich halte dies für einen fatalen fehler!! was hält die bozkurts, die nationalisten und andere paramilitärische kräfte dann davon ab weiterhin kurden zu verfolgen und zu töten?? die würden sich doch einen dreck um den "demokratischen autonomiestatus" der kurden in der "türkei" scheren!! wer sorgt dann für unserer sicherheit?? etwa die "trk" polizisten oder die sogenannten corucu (dorfschützer)?? dazu kann ich nur sagen; wärs glaubt wird seelig!!! Augen rollen
wer wird die politik in jenem teil kurdistans vorantreiben das vom "trk" militär besetzt und ausgebeutet wird?? etwa die akp oder die mhp??? Grinsend
wenn wir unsere gegenwart nicht selber in die hand nehmen können, sprich eigene bewaffnete sicherheitskräfte um für eine sichere und gerechte zukunft zu sorgen ist das alles doch sinnlos! Ärgerlich
wir brauchen zumindest einen autonomiestatus nach dem vorbild der krg!!
« Letzte Änderung: 20. Jul 2010, 20:44 von yilmazo » Gespeichert
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« Antworten #4 am: 21. Jul 2010, 16:58 »

ich sehe das ähnlich wie yilmazo.

Ein Junge will irgendwann erwachsen werden.
Kurmancis wollen irgendwann selbst ihre Sprache lehren wollen und selbst ihre Kulturgüter in der Welt zeigen wollen.

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« Antworten #5 am: 22. Jul 2010, 00:40 »

Demokratische Autonomie sieht eigene Sicherheits- und Verteidigungskräfte vor. Die Kurden werden ihre eigene Bildungsystem, ökonomisch-soziales System, demokratische Institutionalisierung organisieren. Das kurdische Volk wird eigenes Parlament haben um die ganzen Probleme in diesem Parlament zu lösen. Das heißt sie können sich selbst verwalten. Die kurdische Nation muss ihre eigene Selbstverteidigungskräfte und eigene Polizeikräfte haben.
Die Kurden können mit ihrer Identität in Freiheit ihre Politik machen, eigene Folklorgruppen und Sportmannschaften besitzen und ihre Kultur verbreiten.
Das beinhaltet die demokratische Autonomie. Es ist aber auch nicht mit demokratischen Konföderalismus zu verwechseln, was nicht heißen soll, dass die PKK sich vom demokratischen Konföderalismus lossagt. Demokratische Autonomie ist nur ein Schritt zum demokratischen Konföderalismus, um die Hindernisse zu überwinden.
« Letzte Änderung: 22. Jul 2010, 00:55 von AgitMahsun » Gespeichert

Ey Assyrer,Chaldäer und Kurden die heldenhafte Soldaten haben. 500 Jahre schläft ihr..Es Reicht !. Wacht endlich auf.
Ansonsten wird euch die Brutalität und Unachtsamkeit auf dem Feld der Grausamkeit ersticken.

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« Antworten #6 am: 22. Jul 2010, 11:23 »

Der autonomistische Protest ist mehr als existenziell. Denn ob es den türkischen Staat interessiert oder nicht.
Wenn die Kurmandschis Ihr eigenes Parlament ausrufen und alle Bewohner aus Nordkurdistan hören nur auf die Entscheidungen dieses Parlamentes,
dann wird der IGH dies nicht mehr ignorieren können. So könnten die Kurden in der Türkei endlich ihr eigenes wirtschaftliches Programm aufbauen.
« Letzte Änderung: 22. Jul 2010, 11:25 von Almanci » Gespeichert

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« Antworten #7 am: 22. Jul 2010, 15:18 »

Almanci,

warum bezeichnest du die Kurden aus dem Norden mit "Kurmancis"?

***

Agit Mahsum,

deine Beschreibungen passen zu einem klassischen Autonomieverständnis, aber nicht zu der von Öcalan ausgedachten und von der DTP weitergeführten "Demokratischen Autonomie", um sich gerade nicht eine ethnisch-separate Autonomie vorwerfen zu lassen! Daher sieht die "Demokratische Autonomie" weder "eigene Verteidigungskräfte", noch ein eigenständiges Parlament für das kurdische Volk, sondern regionale Parlemente vor. Denn forderten sie, was du hier vorlegt, liefe es im Grunde langfristig nur auf die kurdische Unabhängigkeit zu, während die "Demokratische Autonomie" tatsächlich zum Konzept des "Demokratischen Konföderalismus" passt.

***

Meine Meinung dazu:

Mit diesem Konzept möchte sich die PKK von gängen Gedankenversuchen abspalten und revolutionär auftreten. Sie will sich dem Vorwurf des "ethnischen Separatismus" entfesseln und eine mehr oder weniger kulturelle Autonomie fordern. Die Floskel "Demokratie" darf hier natürlich nicht fehlen, um dem eigenen Konzept das legale, berechtigte und allgemein angestrebte Ideal zu liefern. Daher betonen BDP-Politiker in großem Eifer, dass gerade SIE keine Abspaltung von der Türkei fordern, dass gerade SIE als ein Teil der Türkei existieren wollen, eben mit der kulturellen Autonomie, welche den Kurden Rechte zur kulturellen Freiheit und Entfaltung bietet.

Wenn Politiker wie H. Kaplan und S. Demirtas die Zugehörigkeit zur Türkei betonen, handeln sie im Grunde realpolitisch klug, denn sie können den weniger nationalistischen türkischen Bevölkerungsanteil ansprechen, zu einer Diskussion anregen und sich als Vertreter der wahren Demokratie darstellen, die wider ethnischem Nationalismus und Separatismus agieren.

Mit diesem Konzept kapselt sich die nordkurdische Politik jedoch auch von der KRG (Südkurdistan) ab und die PKK fordert gar das gleiche Modell für Südkurdistan, um sich lanfristig ihrer revolutionären Idee des demokratischen Konföderalismus anzunähern.

Wenn wir realistisch sind, erkennen wir alle die Schwierigkeit einer gesamtkurdischen Unabhängigkeit; dabei müssen wir gar realistisch genug sein, um uns selbst zu fragen, ob die Kurden in ihrem nationalen Denken überhaupt eine gemeinsame Unabhängigkeit fordern? Wie homogen sind wir? Wie entfremdet voneinander durch die ewige Teilung durch Grenzen?
Daher ist es im Grunde zur jetzigen Zeit scheinbar nur logisch, dass die Vertreter der Kurden in den besetzten Gebieten die Demokratisierung Ihrer Besatzerstaaten fordern und dem ethnischen Separatismus abschwören. Jedoch zeigt die Erfahrung in Südkurdistan, dass spätestens mit Autonomie die Zielsetzung erweitert wird und schließlich doch damit gedroht, gefordert und angestrebt wird, worin das Endziel liegt, nämlich die nationale Unabhängigkeit.
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« Antworten #8 am: 22. Jul 2010, 16:12 »

Der Begriff "Demokratische Autonomie" hat leider weder eine logische noch ein politwissenschaftlich begründbare Basis. Der augenblickliche Gebrauch rührt wahrscheinlich von mehreren miteinander verzahnten Felluübersetzungen her. Es wäre also nötig, dieses Konzept wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, also zurück zu dem Konzept des demokratischen Kommunalismus, welches im Wesentlichen Abdullah Öcalan entwickelt hatte. Das aber basiert in wichtigen Teilen auf den in Deutschland herausgebildeten Praktiken der demokratisch unterfütterten "Kommunalen Selbstverwaltung", Der Begriff Selbstverwaltung scheint da vor allem als Autonomie übersetzt worden zu sein. Der aus dem Griechischen stammende Wortbestandteil "nomie" (von "nomos"=Gesetz) geht aber eben weiter, als der Begriff "Verwaltung" und ist im Wesentlichen "Stein des Anstoßes"

Offenbar haben die kommunalpolitischen Praktiker mit hohem Ausbildungsstand in den Fächern Jura, Politwissenschaft und Soziologie, die auf der Liste der BDP zu Bürgermeistern gewählt wurden, genau dies verstanden und umgesetzt. Dabei muss es zwangsläufig zu den von der Zentralregierung eingesetzten Kaimakams kommen. Und weil die BDP-Praktiker häufig auch Funktionen in der KCK wahrnehmen, löst die Regierung dieses Problem vorzugsweise mit Handschellen und Gefängniszellen.

Die historischen Beispiele in Nordirland und Südafrika haben gezeigt, dass solches Verhalten einer Regierung kontraproduktiv ist: Die israelische Besatzungspolitik über Palästina ist derzeit auch in diesem Dilemma, so sehr, dass sie den politischen Rückhalt sogar bei ihren bisherigen "Stützen" in der Siederbewegung verliert.

Erdogan hätte also Klugheit bewiesen, wenn er auf einem ganz normalen Schiff als interessierter Tourist nach Haifa, Akko oder Jaffa gesegelt wäre um sich bei den Friedensaktivisten in Israel wie in Palästina von ihren Erfahrungen der beiden letzten Jahre berichten zu lassen.

Wer laut über demokratische "Öffungen" herumposaunt, sollte sich besser zuerst einmal selbst für Demokratie öffnen!
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« Antworten #9 am: 23. Jul 2010, 17:04 »

Almanci,

warum bezeichnest du die Kurden aus dem Norden mit "Kurmancis"?


Muss ich dir das wirklich erklären?
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« Antworten #10 am: 23. Jul 2010, 17:25 »

Almanci,

du musst nichts, was dir nicht passt  Zwinkernd
aber ich als Nordkurde würde ungern als "Kurmanci" bezeichnet werden.

Wenn tatsächlich alle Nordkurden Kurmanci-Sprecher wären und sich nur dadurch von ihren ost-, süd- und westkurdischen unterschieden, wäre dein Anliegen verständlich, jedoch entbehrt deine Synekdoche der Kurmanci-Sprecher als Ersatz für alle Nordkurden unter anderem die Kirmanki-Sprecher. Vor allem gibt es auch Kurmanci-Spracher in den anderen besetzten Teilen Kurdistans .
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