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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 00:41 *
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Autor Thema: Fermana Shingal -Sinjar-, Gedenken!  (Gelesen 2690 mal)
Peskevin | Beiträge: 359
Peskevin
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Beiträge: 359

... ji bo Kurd, kurdi u Kurdistan!



« am: 14. Aug 2008, 19:51 »



Ich / Wir gedenken an unsere ezidischen Brüder und Schwestern, die heute vor einem Jahr (14.08.2007) in unserer gemeinsamen Heimat das Land der Kurden -Kurdistan- einem unmenschlichen islamischen Terroranschlag zum Opfer gefallen sind!
Sie sind die Opfer der Unmenschlichkeit andere Menschen, sie sind die Opfer der Gewissenlosigkeit anderer Menschen, sie sind Opfer, weil sie keine MOSLEMS sind! Das ist keine Behauptung, sondern Fakt! Ein Fakt und eine Tatsache die die Eziden in Kurdistan jeden Tag zu spüren bekommen!
Die Unterdrückung der Eziden kennt keine Grenzen und kein Gewissen seitens der Täter, denn die Täter haben die Aufgabe dieses zu tun um ihrem Dasein als MOSLEMS gerecht zu werden! Die Mellehs (Prediger), predigen in ihren Gebeten und Aufrufen gegen die Eziden und das in der Sprache/Dialekt -Kurmanci- der Eziden!

Es ist die Pflicht von jedem Kurden, die Verantwortung für unsere Eziden zu übernehmen, denn sie werden doppelt verfolgt, weil sie Kurden und dazu Eziden sind!
Die Eziden sind mit ihrem Dasein ein sehr wichtiger Bestandteil des Dasein der Kurden und Kurdistan! Gerade durch die Eziden unterscheiden wir uns von denen, die uns Leid, Elend und Schmerzen zufügten, zufügen und zufügen werden!

Ich hoffe sehr, dass viele gar sogar alle ihrer Aufgabe bewusst sind und dem auch entsprechend handeln!

Ich werde in den nächsten Tagen Berichte zur Verfügung stellen, die von Personen die vor Ort waren geschrieben wurden! Die Zustände vor Ort sind unzumutbar und die Krankheiten bzw. Folgen des Terroranschlages nehmen immer mehr zu!
Von Seiten der Regierung passiert nichts! Sie erhalten die Gelder von Staaten, die Ihre Hilfe angeboten haben, jedoch werden sie für alles andere verwendet aber nicht für den Aufbau bzw. für die Opfer von Shingal -Sinjar-!

Dieser Anschlag war nicht nur ein Terroranschlag, sondern ein Massaker und eine vorhaben die Eziden auszulöschen sprich Völkermord!

-Es lebe die Menschlichkeit, nieder mit der Gewissenlosigkeit und dem Verrat!-


------------------


Sere me Kurda u Xwisk u Bire me Ezdi hemu xwes u sax be!

Miriye me tucar namirin u em bi Dil u Aqil wan tucar ji bir nakin!

Cend Ferman ji li ser Ezdi me rabin, em tucar nakevin u winda nabin!

Ezdi me Gulike Welate me Kurdistan in!

Ezdi bi Hebuna xwo Reng u Xemla Baxce Gula didin Welate me Kurdistan!

Gerek Armanca me hemu Kurda be, Ezdi tucar Derd, Kul u Keser nebinen!

-Biji Insaneti, Bimre bebexti u nerasti!-

Silave germ u kurdi

Peskevin "Gudharvanê Bavê Felek, li ser bexte Tawisi Melek"
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"Ay lê Kurdistanê, Kurdistana minê, Şêrîna l’ber dilê minê Kurdistanê nadim malê dinê Ez ser Kurdistanê têm kuştinê"
ezapocime | Beiträge: 7
ezapocime
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« Antworten #1 am: 14. Aug 2008, 20:40 »

looo tu chima bi erebî dinivisî, "Insaneti" ne kurdi ye, divê tu "mirovetî" binivisî. zimane xwe hîn bibe kurê min!
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SedatOz | Beiträge: 55
SedatOz
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« Antworten #2 am: 14. Aug 2008, 22:03 »

Ich freue mich sehr zu sehen, dass unsere moslemischen Brüder unter den Kurden zur Solidarität zu unserer Religionsgemeinschaft aufrufen. Die Situation der Yeziden in Südkurdistan hat sich sehr verschlechtert und wird durch "Hassprediger" und Extremisten unter Sunniten und Schiiten immer lebensgefährlicher. Obwohl der Anschlag auf unsere Yeziden in Shengal und Sincar die Handschrift von islamistischen Terroristen trägt, vermute ich jemanden ganz anderes dahinter. Alles deutet meiner Meinung nach auf das Auslösen eines Konflikts zwischen moslemischen und yezidischen Kurden hin. Die Anschläge sind so genau und ausgeklügelt vollzogen worden, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es "einfache Terroristen" waren.
Wer auch immer die Schuldigen waren, sie werden hoffentlich zur Rechenschaft gezogen, in diesem oder in einem anderen Leben.

Mögen alle Menschen, die Unterdrückung, Tyrannei und Verfolgung zum Opfer gefallen sind in frieden Ruhen, egal ob Yezide, Christ, Moslem oder sonst was. Mensch ist Mensch.
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Kes nebê´n kurd dimirin
Kurd jîn dibin
Jîn dibin qet nakeve ala kurdan
Jîn dibin qet nakeve ala kurdan
berfin | Beiträge: 898
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« Antworten #3 am: 14. Aug 2008, 22:25 »

Tu bi xêr hatî, Peskevin  Smiley
Vielen Dank für deinen Beitrag zu einem Ereignis, das nie vergessen werden wird.  Weinen

Zitat
Mögen alle Menschen, die Unterdrückung, Tyrannei und Verfolgung zum Opfer gefallen sind in frieden Ruhen, egal ob Yezide, Christ, Moslem oder sonst was. Mensch ist Mensch.
So sei es !!!
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Dilan | Beiträge: 146
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« Antworten #4 am: 14. Aug 2008, 22:46 »


Ich / Wir gedenken an unsere ezidischen Brüder und Schwestern, die heute vor einem Jahr (14.08.2007) in unserer gemeinsamen Heimat das Land der Kurden -Kurdistan- einem unmenschlichen islamischen Terroranschlag zum Opfer gefallen sind!


Differenziere bitte zwischen "Islam" als Religion und "Islamismus" als Ideologie.
Ich bin zwar Agnostiker, aber ich halte es den vielen friedlichen Muslimen gegenüber ungerecht, von einem "islamischen" Terroranschlag zu sprechen.


Zitat

Die Unterdrückung der Eziden kennt keine Grenzen und kein Gewissen seitens der Täter, denn die Täter haben die Aufgabe dieses zu tun um ihrem Dasein als MOSLEMS gerecht zu werden!


Das ist deren Interpretation des Islam!
Ich finde es sachlich falsch und unfair, diese Auslegung zu verallgemeinern.


Zitat

Von Seiten der Regierung passiert nichts! Sie erhalten die Gelder von Staaten, die Ihre Hilfe angeboten haben, jedoch werden sie für alles andere verwendet aber nicht für den Aufbau bzw. für die Opfer von Shingal -Sinjar-!


An dieser Stelle möchte ich nur betonen, dass Shengal leider unter irakischer Verwaltung steht und nicht zur kurdischen Selbstverwaltungsprovinz gehört.
Die Kritik richtet sich also an Bagdad und nicht an die kurdische Regionalregierung.



Nichts für ungut, hevalê Peskevin, aber ich halte den Aufruf für sehr durchwachsen.
Derartige Verallgemeinerungen und Pauschalverurteilungen tragen eher dazu bei, die Spaltung unseres Volkes zu vertiefen, anstatt sie zu überwinden.
Erst wenn wir alle bereit sind, unsere Schwestern und Brüder so zu respektieren und zu lieben, wie sie sind, wird es uns gelingen, endlich ein Volk zu werden.

Ne dujminê xeraba bin; dujminê xerabiyê bin!
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antepli | Beiträge: 76
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gebannt...



« Antworten #5 am: 14. Aug 2008, 22:54 »

Bruder was ist ein Agnostiker wen ich fragen darf?Huch
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Dilan | Beiträge: 146
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« Antworten #6 am: 14. Aug 2008, 23:08 »

Bruder was ist ein Agnostiker wen ich fragen darf?Huch


Darfst du gerne, bira.

Agnostiker geben zu, dass sie einfach nicht wissen, ob es "Gott" bzw. "Götter" in welcher Form auch immer gibt oder nicht.
Sie sind aber keine Atheisten, weil sie eben nicht behaupten, dass es kein höheres Wesen gibt.
Sie wissen es nicht. Kann sein; kann aber auch nicht sein.
In der Regel beschäftigen sich Agnostiker auch nicht weiter mit der Frage, weil sie zu keinem Ergebnis führt.

Es wird auch zwischen "starkem" und "schwachem" Agnostizismus unterschieden.
Der "schwache" Agnostiker sagt, dass er nicht weiß, ob es "Gott" gibt.
Der "starke" Agnostiker geht einen Schritt weiter und sagt, dass kein Mensch weiß, ob es "Gott" gibt.
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Jaban | Beiträge: 867
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Gelê kurd carek din bindestiyê qebûl nake!



« Antworten #7 am: 15. Aug 2008, 08:53 »

Also...[Antwort #4 von Dilan]...soviel von mir...

...und zuzüglich:
Wozu brauchen wir Feinde, wenn wir uns doch selbst anfeinden könnten? Wenn wir an die Unmündigkeit und die Unkultur jener, die wir scheinbar kritisieren, anknüpfen, was berichtigen und verbessern wir? Ist ein ermordeter Kurde der einen Religion mehr wert als der ermordete Kurde der anderen Religion?
Einst hatten wir in unserer Gegend (Süddeutschland) viele ezidische Nachbarn (die mittlerweile alle in den Norden gezogen sind bis in die Gegend um Hannover herum): Wir aßen das selbe Essen, tanzten auf Hochzeiten auf die gleiche Weise und feierten gar die selben Hochzeiten und unsere Frauen trugen die selben traditionellen Kleider! Wir glauben an den selben EINEN Gott und viele Eziden erkennen sogar mit uns die selben Propheten an: War es vielleicht meine Naivität, die bezweifelte, dass wir verschieden sein könnten?

Wie bereits SedatOz anmerkte: Wer hier einen einfachen "religiösgesteuerten Angriff" auf die Eziden vermutet, wird sich womöglich verrechnen, denn es war in erster Linie ein Angriff auf die Kurden und ihre Unabhängigkeitsbestrebungen! Jeder Mensch, der an EINEN Gott glaubt, dh. jede monotheistische Religion - dazu zählen auch die Eziden - genießt nach koranischer Offenbarung einen Schutzstatus im Islam!
Wenn ein Anschlag genug ist, um die Kurden gegeneinander zu hetzen (wie es der Themenersteller scheinbar im Sinn hat), dann erspähe ich meine Hoffnung nicht oben auf unseren Bergen, sondern unten im Tal!

Alle Kurden sollten des Massakers in Sengal als Angriff auf die Kurden gedenken und nicht gewähren, dass die Opfer auch unter extremistischen Kurden zum Werkzeug ideologischer/religiöser/politischer Ansichten werden!
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Amos | Beiträge: 4300
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« Antworten #8 am: 15. Aug 2008, 11:07 »

Jaban,

auch was dir in jüngeren Jahren gleich erschienen haben mag, war doch real nie gleich.

Eziden haben - u.a. als Überlebensstrategie - im Laufe der Jahhunderte sich immer bemüht, nicht schon durch die äußere Form ihres Alltags wie ihrer öffentlichen Feiern als "anders" aufzufallen. Das hat sich in einigen Herkunftsgebieten bis hin zu einer gewissen Perfektion entwickelt und dieses Brauchtum mit seinen positiven wie negativen Ausdrucksformen wurde auch in die Diaspora nach Deutschland mitgenommen.

Natürlich waren die äußerlichen Hochzeitsbräuche gleich. Natürlich kam, wenn muslimische Gäste dabei waren, und das war meistens der Fall, nichts auf den Tisch, was für Muslime verboten oder "unrein" ist. Natürlich wurde die Musik gespielt und so getanzt, wie das in der muslimischen Umwelt üblich war, gerade auch aus Respekt vor Religion und Kultur der nicht-ezidischen Gäste, ganz natürlich für Eziden.

Und für viele Eziden, die sich wenig oder gar keine Gedanken über die Wesenszüge ihrer Religion gemacht hatten, außer dass sie sich der Tatsache der Zugehörigkeit zu dieser Religion bewusst waren, zeigten sich die Unterschiede gerade zum Islam erst im Verlaufe - und mitunter erst nach - ihrer Emigration nach Deutschland in aller Deutlichkeit, nachdem sie merkten, dass nunmehr äußerliche Anpassung und Flucht "nach innen" oder in den vermeintlichen Schutz einer größeren geschlosseneren Gemeinschaft von Eziden im Zentrum des traditionellen Stammesgebietes mehr und mehr eingeschränkt worden oder gar schon unmöglich war.

Der Weg "in die Berge" war nur jungen Leuten möglich und trug mitunter zu neuen Schwierigkeiten für den Rest ihrer Familie bei, spätestens als sie feststellen mussten, dass so manche ihrer früheren Festgäste plötzlich in der Kleidung und Ausrüstung von "Dorfschützern" herumstolzierten. Es fanden sich zwar immer noch muslimische "Kiriv" für ihre Söhne, aber die Situation wurde trotzdem nicht mehr als erträglich empfunden. Ein literarisch-grafischer Ausdruck davon ist das Comic-Heft "Ferman - das Leid" von Sedat Özgen wie auch seine hoffentlich bald erscheinende Folgearbeit zur Geschichte von "Sheikh Mirzaye Anqosi".

Auch ich stimme meinem lieben Freund "SedatOz" ausdrücklich zu, dass es sich am 14. August 2007 nicht um einen "religionsgesteuerten" Angriff handelte, sondern um ein Massaker, zu dessen Durchführung die extremistischen Auffassungen der Mörder bezüglich ihrer und der ezidischen Religion gezielt missbraucht wurden. Denn "nur" für ökonomische oder politische Interessen anderer Drahtzieher wird sich kaum ein Mensch, nicht mal ein abgrundtief dummer, zur sich selbst und andere vernichtenden Bombe machen lassen. Dazu braucht es schon eine religiöse Überhöhung von Nationalismus oder ethnischem Hass. Und die Hinterleute dieses Anschlages vom 14.8.2007 laufen in ihrer großen Mehrheit noch frei herum und machen weiterhin Politik in der Provinz Ninawa.

Und noch etwas muss ich korrigieren, lieber Jaban: Der koranische Schutzstatus bezog sich nie auf Eziden! Sie wurden nie als "ahl-ul-kitab" bzw. "dhimmi" unter dauerhaften Schutz der "ummah" gestellt, höchstens, und nur so lange wie das einem örtlichen Machthber, meist dem jeweiligen Vali der osmanischen Verwaltung, politisch bzw. ökonomisch "in den Kram passte". Für die nordkurdischen Eziden verschlimmerte sich die Situation spätestens mit der verstärkten ökonomischen Ausbeutung Südostanatoliens und der Hinwendung vieler ihrer jungen Leute zur kurdischen Befreiungsbewegung. Denn dort erführen sie erstmals eine Art Freiheit von religiös bedingter Diskriminierung. Daher setzte eine verstärkte Fluchtbewegung nach Deutschland erst vor 15 bis 25 Jahren ein.

Die südkurdischen Eziden wurden derweil zum Spielball der "neuen Valis" im ehemaligen Vilayet Musil. Sie versuchten sich so zu arrangieren, dass ein Teil ihrer Führerschaft sich an Barzanis KDP anlehnte, ein anderer an Talabanis PUK, und wenn diese im Verlauf der letzten 50 Jahre mit der "Ba'ath" Partei kungelten, dann kungelten sie mit, wenn sie gegeneinander kämpften oder auch allein oder gemeinsam gegen Kräfte der PKK, dann kämpften mitunter auch Eziden mit. Ein weiterer (und wohl zahlenmäßig recht kleiner) Teil der ezidischen tradionellein (feudalen) Führerschaft lehnte sich auch direkt an die "Ba'ath"-Ideologie an und tut dies scheinbar noch immer, sie zeigen deshalb auch eine eigene Flagge und fordern ein Ezidistan außerhalb und gegen Kurdistan.

Unter Beachtung dieser historischen, politischen wie religiösen Gemengelage ist das Massaker vom 14. August 2007 nicht so einfach zu klassifizieren.

Peskevins Analyse der Ursachen ist aber jedenfallsl insoweit zuzustimmen, als er sich auf die subjektiven Gründe der Täter bezieht. Dass deren Auffassung von Islam nicht der deinen entspricht, ist mir und wohl auch allen langjährigen und verständigen UserInnen von Kurdmania bekannt. Aber gerade deshalb ist es deine Aufgabe, diese Auffassung eines aufgeklärten Islam der Masse deiner GlaubensgenossInnen nahezubringen. Du weißt, dass du dabei immer auf meine Unterstützung rechnen darfst und sicher auch auf die von Peskevin, der klug genug ist, künftige Stellungnahmen hier so zu verfassen, dass du und alle aufgeklärten Muslime deiner Art sich nicht in die Schurkenrolle gedrängt fühlen müssen. Aber du solltest auch anerkennen, dass es für Nicht-Muslime wie Peskevin oder auch mich immens schwierig ist unter den vielen intoleranten Äußerungen von mehr oder weniger selbsternannten muslimischen Autoritäten herauszufinden, was und wer denn nun die authentische Stimme der islamischen Religion ist.

Hier noch Hinweise auf ezidische Gedenkveranstaltungen in den nächsten Tagen. Ich würde mich freuen, Kurdmedia-UserInnen bei der Veranstaltung im Mala Ezidiya Oldenburg, am Sonntag ab 13 Uhr treffen zu können:

Zitat
Navenda Şêwirdariya Êzîdiyan li Elmanya ROJA BÎRANÎNA CANGORYAN li roja 17.08.08 bi beşdarbûna Mîrê Êzdîxanê derbas dike    


Hindava (Hêna) Kurdên êzdi da dîrok gelekî dijwer, neheq û nemerd bûye. Êzdî ji bo navê xwe, bawarya xwe timê ji alyê ol û qewatên deshilatdar yên der û hundur va timê hatine qetilkirin, zêrandin, talankirin, koçberkirin.

Bi dewrana dewlet bi çek û leşkerên xweye giran hatine li ser cî warê Ezdyan xelkê amûtam, bêsûç, kal, pîr jin û zarok avîtine devê şûr, kokbir kirine, çi zulm bêjî pêk anîne, seva çi ku ew Ezdîne.

Hukumdarên dagerkir, ku bikaribin welatê Kurdan li bin nîrê xwe da xweyîkin dutîretî, bêtifaqî kirine li nav êl, êşîr, qebîl û berekên kurdan, pirsgirêk li navbera wanda çê kirine û dema ji wan  ra pêwîst bûye agirê dutîretyê, bêtifaqyê bi destê xweyîn û kêmaqilan geş kirine. kurdên musulman û Êzdî li hev kirine dijmin, heta nanê wan jî ji hev heram kirine, şerê birakujyê di navbera wanda pêjda anîne.Wan bûyaran da disa derba giran Kurdên Êzdî ketye. 

Dibêjin 72 ferman Êzdya rabûne…

Li nav sedsala Kurdistan ji êl û eşîrên Êzdyan sêrek bûye, bê Êzdî bûne. Êzdî ji zulm û zora dagerkira, hev temûlnekirina gel, ji cî û werên kal-bavên xwe revyane, serê rê û dirbên xerîb e nenas ketine, halê dijwer da helyane, maşyane û  dinyayê bela bûne.

Sî-sîwpênc sal berê hej li Êzdiyên Bakîrê welêt ket, Bakûr da bawarkî Ezdî neman, Rojavayê welêt da jî cî û weriê Êzdiyan xalî bûne.

Hilweşîna welatê Sovyêtê derb li Êzdiyên Kovkasê jî xist. Civaka ku xwerîbyê da ji xwera hevek mecalên ewlekaryê û pêşdaçûyînê dîtibû ji dest dijweryên miletçîtya wan gel û weletan revyan û cihanê da bela bûn.   

Niha jî, vê dema seva gelê Kurd nazik, ku pirsa Kurdan li Başûrê welêt  berbi çareseryê diçe, dîsa dora wê para Kurdên Êzdî, ku hê li ser axa kal- bavên xwe mane  meydana nebxêr xêrnexwezên Kurda ra vebûye.

Hinek narkotîka olê li serê Kurdên Musulman yên cahil da geş dikin û  radikin dijî Êzdyan.

Hinek Kurdên Êzdî ra partya çê dikin, ku bêjin Êzdî ne Kurdin û Êzdiyan ji koka wan biqetinin, dutîretyê, bêtifaqyê bikin li nav Ezdiyan bi xwe, berê wan bidine neeyanyê, undabûnê...

Bûyarên sala par li Şêxan, kuştina 24 êzdyên karkir li Mûsilê, qetlema têrorîstî li Girezêr û Sîba Şêx Xidirê nîsan dan ku  dewrana 21 da jî Êzdîyan ra welatê wan da ewlekarî tune. Xelk bêguman bûye,bawarya xwe berbi pêşîrojê unda kirye û ji welatê xwe direvin... 

Rind tê xanê ku kêne û seva çi van problêman çê dikin…Rind tê xanê kê bûne sebebên fermanên Êzdyan…

Gerekê dirok neyê bîrkirin. Gelê Kurd gerekê çevê xwe veke û neyarên koka xwe yên eslî bivîne.

Ew kêne naxwezin tifaqa Kurda çêbe?

Gelo îro ew nerindyên li nav û dor Êzdyên Kurdistana Başûr çêbûyî avê ser dewla aşê kê da dikin?

Ew kêne, ku dixwezin Êzdyan ji koka wan biqetînin?

Ew kêne ku naxwezin hema li nav dewletekê, ser perçekî biçûk Kurdistaneke Fêdêral çêbe? Êzdî jî ser axa kal-bavên xwe cîyê xwe navêda bigrin..

Bi dewrana neyarê gelê Kurd kê bûne, îro jî ewin.

Kurd gerekê dersa ji dîroka xwe hildin… 

Dîrok nayê ji bîrkirin. Eger bûyarên dîrokê yên reş neyên wekilandin gerekê gelê Kurd wan bûyaran timê ji bîr bîne.

Bi qirara Komîtêya Rewşembîrî ya Mala Êzdyan ( Oldênbûrg ) hersal 25 ê HEZÎRANÊ MALA ÊZDYAN da roja bîranîna CHANGORYAN dihate  derbaskirin.

Ew roj wek rojeke sîmvolîk hatibû hildan. Ji bo ewqas ferman, qetlyam û rojên reş hatibûn li serê vê civakê, ku rojeke kivşe ya din kifştir tune bû, gişk jî ji hev xirabtir bûn. Qetlyama Girezêr û Şîba Şêx Xidirê ya 14 tebaxê sala 2007 rastkirin kire nava pirsgirêkê. Bi pêşnyara endem û xêrxazên malê biryar hate stendin 14 tebaxê wek roja CHANGORYÊ CIVAKA ÊZDIYAN bê qebûlkirin.

Ew pêşnyar Parlamênta Herema Kurdistanê, Meclîsa Êzdiyaye Ruhanî, Mîrê Êzdîxanê ra jî hate şandin.

Gumana me heye Parlamênta welêt wê 14 tebaxê wê roja kivş seva temamya Êzdiyên cihanê bike rojeke fermî. Gelê Kurdê wê rojê wê, deqa reşe dîrokî xwe timê ji bîr bîne û  nehêle bûyarên usa biwekilin.

Bi biryareke usan, kivskirin û Lalişê da derbaskirina ROJEKE usa Parlamênta Kurdistanê berê temamya Êzdyên cihanê da belabûyî vegerîne berbi welatê wan KURDISTANÊ. 

Navenda Şêwirdariya Êzîdiyan li Elmanya

17 Tebaxê li Mala Êzdiyan ya bajarê Oldênbûrgê wê roja bîranîna changoryên Êzdiyan bê derbaskirin. Wura  wê Mîrê Êzdîxanê Tesîn Begê hazirbe. We gelek rewşenbîr, oldar, hunermend tevî mêrasîmê bibin.

Wê li ser goristana Êzdiyan, ya wî bajarî kulîlk bêne danîn.

Dem:  17.08. 2008;  sehet  13. 00

Adrês:

Mala Êzîdiyan Oldenburg
Eidechsenstraße 19
26133 Oldenburg




Schon morgen, 16.8., hat die Ezidische Gemeinde Hessen ihre Gedenkveranstaltung in Lollar bei Gießen wo das weltliche Oberhaupt aller Eziden, Mîr Tahsîn Said Ali Bêg, als Ehrengast erwartet wird. 

[
Zitat
b]Ezidische Gemeinde Hessen e.V.  gedenkt der 336 Toten -[/b]
Oberhaupt der Yeziden aus dem Irak erwartet

In Deutschand lebende Yeziden gedenken am kommenden Sonnabend in
Lollar bei Gießen der Opfer des furchtbaren Attentates von Sinjar im
Nordwesten des Irak, bei dem vor einem Jahr 336 Yeziden getötet und 1000
Familien obdachlos wurden. Die Êzîdîsche Gemeinde Hessen e.V., die die
Gedenkveranstaltung organisiert, erwartet Hunderte von Yeziden aus ganz
Deutschland, viele christliche und muslimische Gäste und als
herausragenden Teilnehmer das weltliche Oberhaupt der Yeziden aus dem
Irak, Mir Tahsim Saeed Beg.

Die Gedenkveranstaltung am Samstag, den 16.08.2008, beginnt um 15.30
Uhr in der Justus-Kilian-Str. 25 in 35457 Lollar (bei Gießen).


http://www.eziden-in-hessen.de/

E-Mail: info@eziden-hessen.de


Und zum Schluss noch die Erklärung des Zentralrates der Eziden in Deutschland:

Zitat
Die Yeziden bleiben neben den Christen und den Mandäern die am stärksten gefährdeten Iraker
 
 
Der Zentralrat der Yeziden in Deutschland erinnert an den Jahrestag der Ermordung der Yeziden im Sindjar

Am 14. August 2007 explodierten unweit von Sindjar mehrere Autobomben und töteten mehr als 350 Yeziden. Es war das schlimmste Attentat seit dem Sturz des Saddam-Regimes. Dieser Tag hat sich in die Geschichte der Yeziden eingebrannt und der Öffentlichkeit erneut gezeigt wie schnell der muslimische Terror auch auf religiöse Minderheiten übergehen kann. 

Die jüngste Äußerung des irakischen Ministerpräsidenten Nur al Maliki, nichtmuslimische Minderheiten drohe in seinem Land mittlerweile keine Gefahr mehr, ist verständlich angesichts des Werbens um internationale Investitionen, jedoch nicht irakische Wirklichkeit. Religiöse Minderheiten sind zwischen die Fronten von Schiiten und Sunniten geraten, ohne dass die Regierung in der Lage ist, diese nachhaltig zu schützen.

Immer noch trifft sie der unerbittliche Hass islamistischer Terroristen. Daran ändert auch die verbesserte Sicherheitslage der vergangenen Monate nichts: Mord, Vertreibung und Anschläge auf Minderheiten gehen weiter. Die Yeziden bleiben neben den Christen und den Mandäern die am stärksten gefährdeten Iraker. 

Seit langem setzen sich die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger irakischer Flüchtlinge in Deutschland ein. Wir begrüßen diese Haltung ausdrücklich. Auch sind wir der Bundesrepublik dankbar dafür, dass die Angehörigen religiöser Minderheiten aus dem Irak in Deutschland in aller Regel als Flüchtlinge anerkannt werden, wenn sie einen Asylantrag stellen. Bedauerlich ist der aktuelle Rückzieher der Bundesregierung in der auch von uns favorisierten Kontingent-Lösung für irakische Flüchtlinge. 

Allerdings muss alles daran getan werde, dass sich die Situation der nichtmuslimischen Minderheiten im Irak verbessert wird. Hier ist die besondere Unterstützung der UNO, EU und Deutschland gefordert. Soforthilfsmaßnahmen für die immer noch nicht ausreichend wieder hergestellten Dörfer im Sinjar sind dringend erforderlich. Von hoher symbolischer Bedeutung wäre die Erklärung des religiösen Zentrums der Yeziden Lalish zum Weltkulturerbe der UNESCO. 

Es muss erreicht werden, dass die Yeziden nicht länger als Gruppe erscheinen, die ohne weiteres ausgegrenzt und der Rechtlosigkeit überlassen werden kann. Das ist nur möglich, wenn in erster Linie die irakische Regierung und die kurdische Regionalregierung entsprechend handeln: 

1. Die Yeziden müssen gemäß ihrem Bevölkerungs anteil Sitz und Stimme (u.a. Ministerposten) in der irakischen Regierung und in der kurdischen Regionalregierung erhalten. Das gilt ebenso für eine angemessene Anzahl yezidischer Parlamentsabgeordnete. Gesellschaftliche Gleichberechtigung schließt auch die Einrichtung yezidischer Institutionen ein, die mit den selben finanziellen und politischen Rechten wie diejenigen der islamischen Religions-gemeinschaft ausgestattet werden.

2. Die Gebiete mit überwiegend yezidischem Bevölkerungs anteil, insbesondere Sinjar, Al Kosh, Sheikhan und Bahzani-Bashika, müssen von Yeziden verwaltet werden. Der Artikel 140 der irakischen Verfassung muss daher umgesetzt werden.

ZENTRALRAT DER YEZIDEN IN DEUTSCHLAND

Eidechsenstraße 19
26133 Oldenburg

info@yeziden.de

 

« Letzte Änderung: 15. Aug 2008, 11:21 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 15. Aug 2008, 11:13 »

Ganz sicher liegt es Peskevin fern, Kurden unterschiedlicher Glaubensrichtungen gegen einander aufzuhetzen. Er möchte  nur daran erinnern, dass Eziden ebenso Kurden sind, wie Moslems auch, und dass jeder Kurde jeden Kurden schützen muss. 

Zitat
Es ist die Pflicht von jedem Kurden, die Verantwortung für unsere Eziden zu übernehmen, denn sie werden doppelt verfolgt, weil sie Kurden und dazu Eziden sind!

Silav û rez
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« Antworten #10 am: 15. Aug 2008, 11:36 »

Die Diskussion ist unnötig und führt zur Zwiespalt. Schaut nicht auf die Unterschiede innerhalb unserer Reihen, sondern auf die Gemeinsamkeit.
Wir sind alle Kurden. Egal, ob Sunni oder Alevi, ob Christ, ob Ezidi, ob Jude oder bekennender Atheist, ob Schabbak oder Ahl-e Haqq. Glaube oder nicht Glaube ist privatsache und hat niemanden was zu interessieren. Genauso wenig interessiert es mich, ob die Wände meines Nachbarn Kunterbunt angestrichen sind.


Ganz sicher liegt es Peskevin fern, Kurden unterschiedlicher Glaubensrichtungen gegen einander aufzuhetzen. Er möchte  nur daran erinnern, dass Eziden ebenso Kurden sind, wie Moslems auch, und dass jeder Kurde jeden Kurden schützen muss. 

Diesen Satz zitiere ich gerne als Schlusswort aber möchte gerne ergänzen.
Das schützen sollte sich nicht auf eine Ethnier beschränken, sondern auf alles. Menschheit, das Tierreich und die Umwelt.


Und auch ich begrüße Dich herzlichst, mein Bira Peskevin im KM-Forum.
« Letzte Änderung: 15. Aug 2008, 11:48 von Emine79 » Gespeichert

Lingî xwe bi qaser cilê xwe dirêjbike...

 
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