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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 00:34 *
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Autor Thema: Erdoğan und die AKP: Fehltritte, Skandale und Bestechungsversuche  (Gelesen 4068 mal)
Qers | Beiträge: 1086
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« am: 14. Jul 2010, 00:18 »

Erdoğan und die AKP: Fehltritte, Skandale und Bestechungsversuche





Bestechungsvorwurf

BDP-Vorsitzender Selahattin Demirtaş wirft der AKP in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Referendum am 12. September vor, sie hätte die Bevölkerung in der Provinz Agirî bestochen. Die Regierungspartei AKP will die Verfassung des Landes ändern und hofft auf die Zustimmung der Bevölkerung.

AKP-nahen Medien zufolge wird mit der Änderung der Verfassung  die Türkei demokratischer, nach Auffassung der PKK / BDP jedoch handelt es sich hier um eine Mogelpackung.

Angeblich verteilten AKPler in Agirî 80TL je Person (ca. 43€) unter der Bedingung, bei dem Referendum für die Verfassungsänderung mit "JA" zu stimmen (1).

Die Vorwürfe sind nicht unrealistisch, denn die Regierungspartei bedient sich immer wieder krimineller Methoden, wie z.B. 2009 vor den Regionalwahlen, als in der Provinz Tunceli Kühlschränke an die Bevölkerung verteilt wurden (2)




Minister bedauert mißlungene Assimilation

Weitere peinliche Vorfälle erschütttern die Regierungspartei. Heute erst sorgten die Worte des Türkischen Ministers Cemil Çiçek für Irritationen.

Çiçek sagte anläßlich des Besuchs einer türkischsprachigen Schule in Nigeria, die Türkei hätte selbst den Nigerianern Türkisch beigebracht, sei hierbei jedoch "bei den Menschen in Hakkari und Diyarbakir" (Kurden) nicht erfolgreich gewesen (3). Kurdische Politiker warfen dem Minister vor, er befürworte die Assimilation der Kurden.

Minister Cemil Çiçek stammt aus Yozgat, einer Hochburg türkischer Nationalisten.




Eine Kurdische Zweitfrau: Halil Bakırcıs Idee soll der Brüderlichkeit dienen . .





Der Zweitfrauen-Skandal

Der Fauxpas des AKP-Ministers folgt einer infantilen Idee eines AKP-Bürgermeisters, der als Lösung des Kurdenkonflikts vorgeschlagen hatte, Türkische Männer sollten sich eine Kurdische Zweitfrau zulegen.

Auf Druck der Öffentlichkeit erklärte die AKP, sie werde den Politiker aus der Partei ausschließen (4).

« Letzte Änderung: 14. Jul 2010, 00:23 von Qers » Gespeichert

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Jaban | Beiträge: 867
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Gelê kurd carek din bindestiyê qebûl nake!



« Antworten #1 am: 19. Jul 2010, 13:57 »

Erstellst du auch einen Faden für ...

... "Kilicdaroglu und die CHP: Fehltritte, Skandale und Bestechungsversuche" ?
... "Bahceli und die MHP: Fehltritte, Skandale und Bestechungsversuche"?
 
Für die BDP und kurdische Persönlichkeiten existiert ja bereits:
Aysel Tugluk und nicht durchdachte Aussagen kurdischer Persönlichkeiten

Es gibt in der AKP tatsächlich viele Idioten ... aber: bedauerlicherweise ist/bleibt die AKP die günstigste Wahlalternative unter allen türkischen Parteien. Ich habe bemerkt, dass alle Oppositionsparteien die AKP genau dann in bestimmten Bereichen kritisieren, wo sie selbst nie erfolgreich waren oder bereits selbst gescheitert sind.
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Qers | Beiträge: 1086
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« Antworten #2 am: 22. Jul 2010, 22:58 »

Du hast selbstverständlich Recht Jaban, allerdings ist der Vergleich mit der linksfaschistischen CHP und der rechtsradikalen MHP doch nicht ganz passend, schließlich sind weder die CHP noch die MHP unter den Kurden sehr beliebt. Und natürlich hast du Recht, die AKP ist sicherlich besser, als die "fortschrittlichen Türken" und "Linken" - sprich Kemalisten - in denen viele Kurden einen potentiellen Partner sehen.

Trotzdem ist die wachsende Macht der AKP langfristig nicht unbedingt zum Vorteil der Kurden. Eine AKP, die leichtes Spiel hat und in der Kurdenfrage nicht unter Druck steht, wird den Kurden keine Zugeständnisse machen. Nur solange die PKK existiert und nur so lange diese PKK sich (wie es Kurdische "Intellektuelle" gerne formulieren) "falsch" verhält, so lange wird die AKP sich mit der Kurdenfrage beschäftigen. Und auch Frau Tugluk hat ihre Existenzberechtigung, Leute wie Tugluk & Ayna sorgen dafür, daß die BDP nicht zu viele Stimmen erhält. In Anbetracht der Tatsache, daß diese Damen eine idiologische Nähe zur CHP entdeckt haben wollen, ist das Wahlverhalten der Kurdischen Mehrheit nicht sehr abwegig.
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« Antworten #3 am: 31. Jul 2010, 19:52 »

Stichwort "Referendum und neue Verfassung": Burhan Kuzu, Vorsitzender der AKP - Vefassungskommission : "Die Kurden dürfen ihre Sprache erlernen, aber es wird niemals Unterricht in Kurdischer Sprache geben. Das werden wir nicht zulassen...."



Zitat
Serokê Komîsyona Zagona Bingehîn ê Ak Partî Burhan Kuzu: "Kurd dikarin kurdî hîn bibin, lê perwerdehiya bi kurdî di dibistanan de qet nabe, ev nayê qebûlkirin." (Bernameya Oguz Haksever "NTV Soruyor", NTV, 19.07.2010)
Nirxandin ê we ye.



"Gotina hefteyê: Bi kurdî perwerdehî qet nabe!", Diyarname, 20.07.2010 [ URL ]
« Letzte Änderung: 03. Aug 2010, 01:21 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #4 am: 31. Jul 2010, 20:12 »

solange wird die Guerilla auch niemals arbeitslos sein.
Denn kurdisch Unterricht in Kurdistan ist eine Voraussetzung für den Frieden.
Man sollte dies als Bedingung für die EU Beitrittsverhandlungen aufnehmen.
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« Antworten #5 am: 31. Jul 2010, 23:52 »

also wenn ich ehrlich bin : bis es einen kurdischen staat gibt wird es lange dauern Schweigend
warum? das kurdenvolk ist in 4 geteilt und dann NOCh einmal in religiöser Hinsicht geteilt. was soll das eigentlich? erdogan ist in  bingöl und alle kurden schreien: basbakanimiz erdogan geldi Lächelnd Lächelnd Lächelnd Grinsend

wo ist der stolz der kurden in der türkei? warum wählen sie NUR für geld eine partei die denen kein staat gibt und immer noch unterdrücken will? ich kann nur eines sagen was man nur bestätigen kann: wenn es nicht so grossen druck von der EU gäbe, dann wäre die Türkische Regierung mit ihrem Verhältniss zu den Kurden wie vor 50 Jahren! als 2003 die autonome region in Nordirak entstand bekamen die türkischen Politiker angst, sie fürchteten die Kurden in der türkei würden auch autonomie anstreben, aber wo? gar nichts nirgendwo! Kurden?! zeigt euren Stolz!!!
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« Antworten #6 am: 02. Aug 2010, 12:57 »

also wenn ich ehrlich bin : bis es einen kurdischen staat gibt wird es lange dauern Schweigend
warum? das kurdenvolk ist in 4 geteilt und dann NOCh einmal in religiöser Hinsicht geteilt. was soll das eigentlich? erdogan ist in  bingöl und alle kurden schreien: basbakanimiz erdogan geldi Lächelnd Lächelnd Lächelnd Grinsend

wo ist der stolz der kurden in der türkei? warum wählen sie NUR für geld eine partei die denen kein staat gibt und immer noch unterdrücken will? ich kann nur eines sagen was man nur bestätigen kann: wenn es nicht so grossen druck von der EU gäbe, dann wäre die Türkische Regierung mit ihrem Verhältniss zu den Kurden wie vor 50 Jahren! als 2003 die autonome region in Nordirak entstand bekamen die türkischen Politiker angst, sie fürchteten die Kurden in der türkei würden auch autonomie anstreben, aber wo? gar nichts nirgendwo! Kurden?! zeigt euren Stolz!!!

Und wenn haben wir dies zu verdanken?
-Feytullah Gülen und die Mörder der Hizbullah
-pseudo kurdischen Sängern wie I.Tatlises und Rojin
-den Ağas und Familienclans
-Filmen wie "Güneşi Gördüm"
-türkischen Serien wie"Kurtlar Vadisi(Tal der Wölfe)" und "Tek Türkiye"

aber, und das ist genau der Punkt, dass haben wir auch der PKK und ihre Unwissenheit gegenüber der kurdischen Gesellschaft und Tradition zu verdanken.
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« Antworten #7 am: 02. Aug 2010, 14:12 »

Es wäre besser, ihr würdet nicht immer zig andere für die Misere in Kurdistan als verantwortlich denunzieren, sondern den wesenstlichen Teil der Schuld dort suchen, wo ihr euch zu sehr auf bequeme populistische Erklärungen verlassen habt, ohne selbst und vor allem selbskritisch eure eigenen Versäumnisse zu untersuchen. Das beginnt bei der Trägheit die eigene Muttersprache gründlich zu lernen, d.h. kurdische Bücher und Presseartikel im Original lesen und vor allem verstehen zu können. Denn, fast alle, die ich um Übersetzungen z.B. aus "Rudaw" bitte, sagen mir, dass sie das nicht lesen können, bezeichnen sich aber als "stolze Kurden", und was dergleichen Sprüche mehr sind, haben hier zum Teil ein Hochschulstudium abgeschlossen, sind aber muttersprachlich auf Vorschulniveau, und entsprechend sind ihre historischen Kenntnisse: da wird bestenfalls nachgeplappert, was der eine oder andere Imam, Sheikh, oder Parteiofunktioär vorkaut, aber alles, was deren Vorgaben zu widersprechen scheint, wird als persönliche Beleidigung verstanden und entsprechend verurteilt.

Der allerwertest inkompetente Premier in Enqere würde nicht mal seine Skandale schaffen ohne eure tatkräftige Mithilfe.  Schockiert
« Letzte Änderung: 02. Aug 2010, 14:14 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #8 am: 02. Aug 2010, 16:46 »

.... Das beginnt bei der Trägheit die eigene Muttersprache gründlich zu lernen, d.h. kurdische Bücher und Presseartikel im Original lesen und vor allem verstehen zu können. Denn, fast alle, die ich um Übersetzungen z.B. aus "Rudaw" bitte, sagen mir, dass sie das nicht lesen können, bezeichnen sich aber als "stolze Kurden", und was dergleichen Sprüche mehr sind, haben hier zum Teil ein Hochschulstudium abgeschlossen, sind aber muttersprachlich auf Vorschulniveau, und entsprechend sind ihre historischen Kenntnisse: da wird bestenfalls nachgeplappert...

Das passt zu dem, was Zinarê Xamo in seine Blog schreibt:

Zitat
Berî salên 1980-î heta 5-6 cîlan(nifşan) jî di bajaran da zimanê malê nedibû tirkî, gundiyên diketin bajêr tavilê dest bi tirkî nedikirin. Lê nuha li Amedê, li Wêranşarê û li derên din jî gundiyên 5 sal berê, deh ssal berê ketine bajêr bi zarokên xwe ra bi tirkî dipeyivin. Ev rewş jî nîşan dide ku heger kurd di demeke kin da mafekî, statuyeke resmî bi dest nexin kurdî miriye

Es ist wohl tatsächlich so, daß Kurdisch in der Türkei aussterben wird, wenn diese Sprache keinen offiziellen Status erhält. Daran ist natürlich in 1. Linie (inzwischen) nicht die Türkei schuld, sondern die Kurden selbst.

In 1. Linie versagen die Familien, die sich einbilden, im komel würde man ihnen ihre Erziehungs-Verantwortung abnehmen. Die Rolle der Familie wird von den Familien selbst (und idiologisch bedingt von der "Führung" ohnehin) extrem unterbewertet. Wir wissen aus dem Erdkunde - Unterricht, daß wir mit Erosion konfrontiert werden, wenn z.B. nicht genüg Bäume vorhanden sind, bezeichnen aber diejenigen als "reaktionär", die ähnliche Vorgänge in der Gesellschaft beobachten und als gesellschaftlichen Verfall kritisieren. Typisch idiologisch ist der Ansatz, durch Politik und Gesetze etwas erreichen zu wollen, was man zuvor mit Idiologie zerstört hat.. Dieser Ansatz basiert auf den Irrglauben, alles sei planbar und man könne eine "ideale Gesellschaft" und einen "neuen Menschen" erschaffen. Man müsse nur die richtigen Rahmenbedingungen schaffen . . .
« Letzte Änderung: 03. Aug 2010, 01:15 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 02. Aug 2010, 22:22 »

das liegt aber an den Familien selbst jeder hat die Möglichkeit es zu erlernen auch ohne Geld.
Baydemir hat verkündet wenn wir keine offiziellen Schulen erhalten dann werden wir eben jedes Haus in eine Schule verwandeln.
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« Antworten #10 am: 05. Aug 2010, 17:11 »

Es gibt in der AKP tatsächlich viele Idioten ... aber: bedauerlicherweise ist/bleibt die AKP die günstigste Wahlalternative unter allen türkischen Parteien.

warum ist die bdp keine wahlalternative? sie ist die einzige wahlalternative, die chancen hat ins parlament zu kommen und als opposition in den kurdischen teilen der türkei die bevölkerung hinter sich hat.


Du hast selbstverständlich Recht Jaban, allerdings ist der Vergleich mit der linksfaschistischen CHP und der rechtsradikalen MHP doch nicht ganz passend, schließlich sind weder die CHP noch die MHP unter den Kurden sehr beliebt. Und natürlich hast du Recht, die AKP ist sicherlich besser, als die "fortschrittlichen Türken" und "Linken" - sprich Kemalisten - in denen viele Kurden einen potentiellen Partner sehen.

was ist an der chp links und warum ist die mhp nicht faschistisch? wir werfen hier schon wieder mit vokabular um uns, das wir selber nicht mit inhalten füllen können.
warum ist die chp nicht unter den kurdInnen beliebt? ich glaube mich zu erinnern, dass viele kurdInnen, vor allem alevitische, sich der chp angeschlossen haben. auch wenn sich diese kurdInnen nicht als solche bezeichnen, hat die chp doch rege anhängerInnen in dieser gruppe, die glaubt durch die chp vor den bösen muslimen geschützt zu werden.
warum dürfen akp, chp und mhp nicht in einem atemzug gesagt werden? die chp und mhp verfolgen einen weißen, bürgerlichen faschismus, die akp einen grünen, religiösen. die diskriminierungsmuster haben sich etwas verschoben, aber gerade die akp versucht die vormachtstellung, die lange jahre die chp innehatte, nachzuahmen und ihre eigene lobby zu schaffen, mit der sie die türkische und kurdische (!) gesellschaft durchdringt und den krieg weiter hochhält, bis die identität der kurdInnen zu einer reinen religionsfrage verkommen ist.
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