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Autor Thema: Einladung zum II. Dersim Kulturfestival 2010  (Gelesen 2047 mal)
Cizire_Botan | Beiträge: 144
Cizire_Botan
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« am: 06. Jun 2010, 12:52 »

II. Dêrsîm-Festival / 11.-12.06.2010 / Rüsselsheim



Wir sind Kurden, Dêrsimer und Kizilbasch-Aleviten!

T.C und seine offizielle Ideologie will seit Jahren die Provinz Dêrsim von seiner historischen Identität und Bewusstsein entfremden und versucht Dêrsim zum Zentrum des türkischen Bektaschi-Alevitismus zu machen.

Ein echter Dêrsimer oder eine Dêrsimerin sah sich niemals als "Tuncelier". Der Name "Tunceli" (eiserne Hand, was so viel heißen soll wie „Ich werde euch mit eiserner Hand vernichten") steht für Massaker, Unterdrückung, Zwangsumsiedlung (Deportation), Zerstörung und ist auch als "Tertele" (Vernichtung) bekannt.

Dieser Name wurde von denjenigen eingeführt, die Seyid Riza und seine Freunde hingerichtet haben.

Dêrsim dagegen ist der ursprüngliche Name unserer Heimat. Es ist die Heimat von Menschen, die ihre Identität nicht leugnen. Deshalb möchten wir die Rückgabe unserer Städtenamen.

Für die Bevölkerung von Dêrsim sind Gebirge und Flüsse wie Munzur heilig. Sie dienen als Pilgerstätten.

Der trk. Staat will Staudämme bauen und somit Munzur unter Wasser setzen. Aus diesem Grund wird man sich auf diesem Festival mit der Parole "Lasst Dêrsim nicht im Wasser versinken" gegen Stauseen stellen. Mit dem Bau von Staudämmen wird ein schlimmerer Genozid an Kizilbasch-Kurden als das Dêrsim `38er-Massaker bezweckt.

In der letzten Zeit versuchten einige Kreise Dêrsim zu spalten und wollten die Politik des trk. Staates "Teile und herrsche" in die Realität umsetzen. Dêrsim hat bis zum heutigen Zeitpunkt große Widerstände geleistet und einen hohen Preis für die Freiheit gezahlt.

Für das Volk in Dersim sind Projekte wie "Demokratische Politik und alevitische Kulturakademie" von großer Bedeutung, weil über Alevitismus verschiedenes gesagt wird und Dêrsim muss ihre Vergangenheit aufrichtig kennen , um die lauernden Gefahren entdecken zu können.




Am 11. Juni wird eine Panel-Diskussion um 17 Uhr stattfinden:
1) "Politische Entwicklungen" mit Ahmet Türk, Aysel Tugluk, Serafettin Halis, A. Dogan
2) "Dersim Massaker" mit Mehmet Bayrak (Kurdologe), Cayan Demirel
2) "Kommunalverwaltungen" mit den Bürgermeistern aus Dersim
3) "Kizilbas Alevitentum" mit Ethem Xemgin, R.Yagmur
4)"Staudämme und Vertreibung" mit Ercan Ayboga, P.Yildiz, Z. Sarkiz
5) Theater: Seyri Mese (Sahmeran)


Am 12. Juni wird das Festival um 11. Uhr anfangen..
Programm des Festivals:

Redner;
Ahmet Türk, Aysel Tugluk, Serafettin Halis, E.Sahin, K.Cetin, M.Coskun, C.Kirmizicicek, H.Munzur, Haydar Isik


Sänger:
*Sivan Perwer
*Ferhat Tunc
*Mehmet Atli
*Rojda
*Ali Baran
*Ozan Serdar
*Hozan Cömert
*Serhado
*Xemgin Birhat
*Müslüm Polat
*Özlem Baglayan
*Cihan Celik
*Pinar Yildiz
*Koma Siyabend
*Grup Sürgün
*SEMAH Dortmund


Folklore;
-Dersim Varvar
-Offenbach MKM

Quelle: http://yxkdortmund.1on.de/
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Rewsen | Beiträge: 3132
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« Antworten #1 am: 06. Jun 2010, 14:05 »


5) Theater: Seyr-î Mesel (Sahmeran)



Was für ein Programm! Würde sehr gerne hin, aber Rüsselsheim ist ja nicht gerade um die Ecke  Verlegen Weiß jemand, ob aus Berlin Busse fahren?

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Gotina rast sondê naxwaze

Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #2 am: 06. Jun 2010, 18:52 »

Zitat
Ein echter Dêrsimer oder eine Dêrsimerin sah sich niemals als "Tuncelier". Der Name "Tunceli" (eiserne Hand, was so viel heißen soll wie „Ich werde euch mit eiserner Hand vernichten") steht für Massaker, Unterdrückung, Zwangsumsiedlung (Deportation), Zerstörung und ist auch als "Tertele" (Vernichtung) bekannt.

Ich weiss nicht, ob die Theorie mit "Devletin tunc eli" tatsächlich so ist, Tatsache ist jedenfalls, dass viele Dêrsimer aus gewohnheit "Tunceli" sagen, so wie viele Kurden "Dogu" sagen und nicht Kurdistan. Man sollte eher darauf achten wie eine Person denkt. Aber es stimmt leider, dass die Mehrheit der Dêrsimer ohne Kultur, Sprache und Religion dastehen, sie können weder von Kurden noch von Türken respektiert werden. Ich bin froh, dass meine Familie mir meine Sprache und kurdische Identität weitergegeben hat, bin aber gleichzeitig traurig darüber, zu vielen Dêrsimern herabsehen zu müssen, die durch ihre Eltern bzgl. Identität zu einem Nichts erzogen wurden.


Zitat
Reklame bei RojTV (leider auf Türkisch)

Was für ein Programm! Würde sehr gerne hin, aber Rüsselsheim ist ja nicht gerade um die Ecke   Weiß jemand, ob aus Berlin Busse fahren?


Die Reklame gibt's auch auf Kirmanckî. Ich muss jedenfalls erwähnen, dass das Kirmanckî auf "Dersim-Veranstaltungen"  meistens auf Tiefniveau liegt. Alleine bei der Aufschrift zu diesem Festival, sind mehrere Fehler zu sehen.

« Letzte Änderung: 06. Jun 2010, 22:18 von webmaster » Gespeichert
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« Antworten #3 am: 06. Jun 2010, 20:06 »

@ Ciwanro Kani:
Es gibt in jedem Volk "die einen" und "die anderen". Darum sollte nie auf ein Volk insgesamt herabgesehen werden.
Wie schon der erhabene Cäsar lernen musste, als er dachte, er könnte "ganz Gallien" beherrschen. Ganz Gallien???
Da hatte er, wie die Legende berichtet, halt ein kleines Dorf übersehen, und das kam ihm noch teuer zu stehen   Grinsend

Mal Asterix beiseite: Es gibt Deutsche, Schweizer, Österreicher, Franzosen ("Gallier"), "Amerikaner", "Russen", "Araber" (Palästinenser), Israelis (Juden), Kurden, Türken und eben auch Dersimer und Roma bzw. Sinti (Zigeuner), die anders sind als andere, gegebenenfalls aus anders als die Mehrheit. Die Liste könnte in Richtung unendlich fortgesetz werden. Für alle Betroffenen sind solche vereinfachenden/populistischen Einordnungen nach oberflächlichen Klieschees eine mitunter tödliche Beleidigung.

Die Weltliteratur ist voll davon, wie Menschen um ihrer Anderartigkeit gegenüber der großen Masse ausgegrenzt, ihrer Menschenwürde und -identität beraut und schließlich getötet wurden und immer noch werden, während die Täter sich keiner Schuld bewusst sind, sich selbst oft als Opfer der herrschenden Verhältnisse sehen. Und es fing fast immer damit an, dass auf die angeblich "niedrigeren" herabgesehen wurde. Erspare mir bitte, dafür Beispiele zu nennen. Meine Zeit reicht nicht, darüber zu schreiben und deine nicht, das alles zu lesen.

Das Gift nationalistischer Überheblichkeit bedroht uns immer wieder. Wir sollten jeden Anstrengung machen, uns dagegen zu immunisieren.
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« Antworten #4 am: 06. Jun 2010, 21:12 »

@ Ciwanro Kani:
Es gibt in jedem Volk "die einen" und "die anderen". Darum sollte nie auf ein Volk insgesamt herabgesehen werden.
Wie schon der erhabene Cäsar lernen musste, als er dachte, er könnte "ganz Gallien" beherrschen. Ganz Gallien???
Da hatte er, wie die Legende berichtet, halt ein kleines Dorf übersehen, und das kam ihm noch teuer zu stehen   Grinsend

Mal Asterix beiseite: Es gibt Deutsche, Schweizer, Österreicher, Franzosen ("Gallier"), "Amerikaner", "Russen", "Araber" (Palästinenser), Israelis (Juden), Kurden, Türken und eben auch Dersimer und Roma bzw. Sinti (Zigeuner), die anders sind als andere, gegebenenfalls aus anders als die Mehrheit. Die Liste könnte in Richtung unendlich fortgesetz werden. Für alle Betroffenen sind solche vereinfachenden/populistischen Einordnungen nach oberflächlichen Klieschees eine mitunter tödliche Beleidigung.

Die Weltliteratur ist voll davon, wie Menschen um ihrer Anderartigkeit gegenüber der großen Masse ausgegrenzt, ihrer Menschenwürde und -identität beraut und schließlich getötet wurden und immer noch werden, während die Täter sich keiner Schuld bewusst sind, sich selbst oft als Opfer der herrschenden Verhältnisse sehen. Und es fing fast immer damit an, dass auf die angeblich "niedrigeren" herabgesehen wurde. Erspare mir bitte, dafür Beispiele zu nennen. Meine Zeit reicht nicht, darüber zu schreiben und deine nicht, das alles zu lesen.

Das Gift nationalistischer Überheblichkeit bedroht uns immer wieder. Wir sollten jeden Anstrengung machen, uns dagegen zu immunisieren.

Also erstmal sollte ich erwähnen, dass ich auch aus dieser Gegend stamme und Dimili spreche, daher kann nationalistische Überheblichkeit nicht mir vorgeworfen werden. Das mit Dêrsim ist aber ein sehr lokales Problem, deswegen verstehen selbst viele Kurden nicht, wieso das so ist. Meine Kritik geht jedenfalls an jene Eltern die ihre Kinder zu Türken assimilieren wollten und an jene Leute die irgendwelche rassistische bzw. pseudowissenschaftliche Theorien aufbauen, um das Volk dieser Gegend noch stärker in eine Krise zu stecken.
Doch auch wenn du keine Ahnung davon hast, kannst du mich auf ein Besseres belehren.

Der weisse Mann mit dem Safarihut geht nach Afrika, um den Einheimischen im Dschungel beizubringen, wie man einen Brunnen baut und wie man Wasser daraus trinkt.

Naja egal, ich wünsche den Teilnehmern viel Spass, übrigens wird es Live auf RojTv gesendet.


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« Antworten #5 am: 06. Jun 2010, 21:28 »

Ciwanro Kani:
Zitat
Meine Kritik geht jedenfalls an jene Eltern die ihre Kinder zu Türken assimilieren wollten und an jene Leute die irgendwelche rassistische bzw. pseudowissenschaftliche Theorien aufbauen, um das Volk dieser Gegend noch stärker in eine Krise zu stecken.
Doch auch wenn du keine Ahnung davon hast, kannst du mich auf ein Besseres belehren.
Wenn du meinen letzten Beitrag genau liest, kannst du erkennen, dass da keine Kritik an deiner Person geübt wurde. Und ich kann dem ersten der hier zitierten Sätze auch voll zustimmen und teile deine Kritik "an jene Eltern".

Weil ich weiß, dass ich zu lokalen Detail-Verhältnissen in Dersim keine Ahnung habe, besteht auch kein Grund, dich da eines Besseren zu belehren. Jedoch sollten Urteile, die über Dersim hinaus Gültigkeit haben möchten, so ausgesprochen werden, dass sie den Rahmen des zivilisierten Umgangs miteinander nicht sprengen. Denn auch ohne die lokalen aktuellen Gegebenheiten zu kennen und ohne der lokalen Sprache mächtig zu sein, kann ich feststellen, dass eine kollektive Herabwürdigung einer Menschengruppe, wie dusslich die Mehrheit von ihr auch sein mag, nicht korrekt ist. Wenn du dir diesen Schuh anziehen möchtest, muss du dich nicht unbedingt wundern, wenn er besser passt, als dies deinem subjektiven Gefühl vorher entsprach.

In solchen Fällen hilft nur eins: Wenn schon nicht eine Änderung des allgemeinen Verhaltens wünschenswert ist, so doch vielleicht ein sensiblerer Umgang mit der Rhetorik.
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Ciwanro Kani
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« Antworten #6 am: 06. Jun 2010, 21:32 »



Ausserdem war  "es macht mich traurig zu diesen Leuten herabzusehen" darauf bezogen, dass viele Dêrsimer, Leute wie mich als "Zurckgeblieben" einstufen, weil ich meine Muttersprache Dimili/Kirmanckî spreche, und zu Kurdistan stehe. Die Dêrsimer wissen schon welche Sorte Dêrsimer ich damit meine.  Es braucht sich keiner beleidigt zu fühlen, der seine Muttersprache nicht als etwas minderwertiges oder die kurdisches Identität nicht als etwas minderwertiges betrachtet.

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