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Autor Thema: EU-Parlament rüffelt Türkei  (Gelesen 1790 mal)
Testosteron | Beiträge: 150
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« am: 23. Mai 2008, 16:39 »

Zitat
Neue Ermahnung aus Brüssel: Das EU-Parlament hat der Türkei mangelnden Reformeifer vorgehalten. „Weitere Verzögerungen“ könnten die Beitrittsverhandlungen beeinträchtigen, hieß es. Kritik gab es auch an Erdogans Äußerungen zu „Assimilierung“ bei seinem letzten Deutschland-Besuch.

HB BRÜSSEL. In einem am Mittwoch in Straßburg verabschiedeten Bericht riefen die EU-Abgeordneten Ankara nachdrücklich auf, „entschlossen jene Reformen voranzubringen, die entscheidend sind, um aus der Türkei eine moderne und wohlhabende Demokratie zu machen“.

Auch EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn zeigte sich besorgt über „das langsame Reformtempo“ und warnte: „Die Türkei darf nicht ein weiteres Jahr verschwenden.“ Dennoch bekräftigte der Kommissar in Straßburg seine Absicht, noch vor der Sommerpause zwei weitere Kapitel in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu eröffnen. Rehn wies allerdings darauf hin, dass es sich bei den Kapiteln Unternehmensrecht und Urheberrecht um eher technische Fragen handele. Es seien aber „die Verfassungsreformen, die das eigentliche Fundament“ für einen EU-Beitritt darstellten.

Das EU-Parlament kritisierte anhaltende Beschränkungen der Meinungsfreiheit in der Türkei. Die jüngste Änderung eines diesbezüglichen Paragrafen des türkischen Strafgesetzbuchs stelle nur einen „ersten Schritt hin zu einer umfassenden Reform dieses Artikels“ dar, bemängelten die Abgeordneten.

Das türkische Parlament hatte kürzlich den Straftatbestand „Beleidigung des Türkentums“ eingeschränkt auf die „Beleidigung der türkischen Nation“. Zugleich wurde die Höchststrafe von drei auf zwei Jahre herabgesetzt. Auf Grundlage des strittigen Paragrafen 301 wurden in der Vergangenheit mehrere Schriftsteller und Journalisten angeklagt, darunter der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.

Besorgt zeigte sich das EU-Parlament über das Vorgehen der türkischen Justiz gegen die Regierungspartei AKP. Erweiterungskommissar Rehn forderte, der vor dem türkischen Verfassungsgericht verhandelte Verbotsantrag müsse „gemäß rechtsstaatlichen und demokratischen Prinzipien“ entschieden werden.

Das EU-Parlament ging auch auf die umstrittenen Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei dessen Deutschlandbesuch im Februar ein. Erdogan hatte damals vor tausenden in Deutschland lebenden Türken erklärt: „Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Die EU-Abgeordneten erklärten dazu, wenn Erdogan den Begriff so bewerte, sollte die türkische Regierung ihrerseits „allen Bürgern ermöglichen, innerhalb des demokratischen türkischen Staates ihre kulturelle Identität zu entfalten“. Das Parlament bezog sich damit auf die Unterdrückung der Kurden sowie religiöser Minderheiten in der Türkei.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/News/Politik/International/_pv/_p/200051/_t/ft/_b/1432980/default.aspx/eu-parlament-rueffelt-tuerkei.html
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Pazarcik46 | Beiträge: 81
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« Antworten #1 am: 26. Mai 2008, 16:42 »

Erdogan hatte damals vor tausenden in Deutschland lebenden Türken erklärt: „Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Dieser Trottel *ditsch*
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Miro | Beiträge: 1094
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« Antworten #2 am: 26. Mai 2008, 16:51 »

Erdogan hatte damals vor tausenden in Deutschland lebenden Türken erklärt: „Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Dieser Trottel *ditsch*

Er hat doch recht!

Darin kann man Erdogan natürlich nur zustimmen, wenn er Assimilation als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betitelt und  ihm dazu auffordern, dass er im eigenen Hause den Anfang macht, mit der Abkehr von diesem Verbrechen.

Schließlich war es dieses Verbrechen des Zwangs zur Assimilation, die Kurden und Öcalan auf die Barrikaden brachte.
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« Antworten #3 am: 26. Mai 2008, 17:03 »

Schließlich war es dieses Verbrechen des Zwangs zur Assimilation, die Kurden und Öcalan auf die Barrikaden brachte.[/size][/font]
[/quote]

Genau, das meine ich ja. In der Ferne, weit weg von der Heimat, erzählt Herr Erdogan, das Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei.

Dann soll er mach Diyarbakir reisen, und das gleiche, dem Publikum erzählen !

Mal gucken, wie deren Reaktion ausfällt !
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http://www.lerne-kurdisch.de/



« Antworten #4 am: 17. Nov 2010, 23:50 »

Leyla Zana eröffnet die Konferenz im EU-Parlament mit dem Ruf nach Freiheit für Abdullah Ocalan
Demokratische Öffnung erweist sich als unzulänglich um die Kurdenfrage zu lösen



ANF 17.11.2010

Rusen Cakir Chef-Korrespondent der türkischen Tageszeitung Vatan sagte, dass sich die angekündigte "demokratische Öffnung" von der türkischen Regierungspartei AKP bedauerlicherweise "als unzureichend erwiesen hat, um die Kurdenfrage wirklich zu behandeln". Anlässlich der 7. Internationalen Konferenz über die Türkei, der EU und die Kurden, die heute im Europäischen Parlament begann, betonte Cakir, dass "eindeutig ein interner Machtkampf in der Türkei läuft".

Was die Opposition der CHP betrifft sagte Cakir "wurden einige Veränderungen gezeigt, zum Beispiel das jüngste Treffen des CHP Vorsitzenden mit dem irakischen Präsidenten Jalal Talabani, aber er fügte hinzu diese wichtigen Schritte kommen erst spät. Offensichtlich ist die CHP noch nicht bereit die kurdische Frage anzugehen, und dies vor allem wegen seiner säkularen verwurzelten Politik.

Zum Abschluss seiner Rede, sagte Cakir, dass "wir an einer Schwelle des Problems sind", und ein großer Beitrag durch die einseitige Waffenruhe der PKK geleistet wurde. Aber es ist wichtig, dass man jetzt nicht weiter auf die Waffen zurückgreift, da diese in dieser Phase nicht helfen.
« Letzte Änderung: 17. Nov 2010, 23:59 von Almanci » Gespeichert

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