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Autor Thema: Die Kraft der kurdischen Jugend  (Gelesen 1581 mal)
sekevir | Beiträge: 787
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“ne sire ne piwaze, nehlel guncke germe”



« am: 14. Aug 2007, 23:16 »

Die Kraft der kurdischen Jugend

Ein Essay von Dr. Derman Dersimi ( dersimi@usa.com )

Soll sagen wer will, das Nationalbewusstsein der Kurden nimmt mit schnellen Schritt seinen Lauf. Des weiteren weitet sich die Lobbyarbeit der Kurden in Europa immer weiter aus, erstarkt ebenso das Nationalbewusstsein der europäischen Kurden, und führt dazu, dass sich die Interessenvertretung des Türkischen Staates in Europa noch weiter einschnürt.

Die Rechnung der türkischen Politiker, mit der Niederschlagung des Guerillakrieges eine Atempause zu gewinnen wird nicht aufgehen. Die Kurden geben in den heißen Fragen des Sprachgebrauchs, ihrer Kultur und in der Einführung eigener Schulen nicht auf. Falls dies so weitergehen wird, ist damit zu rechnen, daß die Kurdische Lobby in Europa innerhalb von nur 10 Jahren die Effektivität der Armenischen Lobby um das 100fache übertreffen wird. Wenn die Türkei ihre Verleugnungs- und Unterdrückungspolitik fortzusetzen gedenkt, so wird sie hierfür über Lang oder Kurz eine satte Rechnung bezahlen müssen. Drei Vorfälle mit drei verschiedenen Protagonisten innerhalb von drei Monaten sind nur verheerende Beispiele dafür, dass türkischen Politiker gut geraten wären, diese Angelegenheit wahrzunehmen.



Der erste Vorfall, von dem ich berichten möchte ereignete sich in Griechenland, wo ich meinen Sommerurlaub verbrachte. Aufgrund meines (bedruckten) T-Shirts kam ein kurdischer Landsmann auf mich zu, begrüßte mich und machte sich bekannt. Wie es sich aus dem nachfolgenden Gespräch mit ihm herausstellte, handelte es sich bei ihm um einen sehr erfolgreichen Geschäftsmann aus London. Er hat in Griechenland Duzende von Immobilien erworben. Auf meine Frage warum er nicht in der Türkei investiere, antwortete er mir, dass er in einem Staat, der seinen Bruder unter Folter ermordet, sein Dorf in Schutt und Asche legt, seine Sprache verbiete und keine kurdischsprachigen Schulen zulasse, nicht einmal 1 Cent investieren würde. Die einzigen Investitionen, die er tätigen wollte, würden sich auf sein Heimatdorf beschränken, und das verbleibende Geld, sei im Ausland besser angelegt. Ich traf auf einen erfolgreichen Kurden mit einem unglaublichen und entschlossenen Nationalbewusstsein. Menschen, die wir uns aus unseren Reihen lange ersehnt haben, deren Zahlen aber mit jedem neuen Tag stetig anwachsen.

Solche Vorangehensweisen bei denen Kurden, statt in der Türkei, in anderen Staaten wie Griechenland, Südkurdistan oder Italien Investitionen tätigen, oder ganz bewusst in andere touristische Ziele ansteuern als in der Türkei. Diese entscheidende Reflexe in der Gesamtheit auf die Verleugnungspolitik der Türkei gegenüber den Kurden sind es, die der Türkei teuer zu stehen kommen werden. Die Türkei hat sich zwar entschieden, weiterhin diese Rechnung zu bezahlen, jedoch steigt der Betrag von Tag zu Tag.

Der zweite Vorfall ereignete sich in Deutschland. Als ich mir in einem deutschen Bekleidungskaufhaus einen Pullover kaufen wollte und mich in die Reihe vor der Kasse anstellte, fiel mir auf, dass ein junger Mann die ganzen Etiketten der Kleidungsstücke, die er gerade gekauft hatte, noch einmal kontrollierte. Aus der Menge der gekauften Stücke sortierte er eines aus und meldete der Kassiererin an, dass er dieses T-Shirt zurückgeben wollte. Als die Kassiererin höflich nach dem Grund fragte, antwortete der junge Mann folgendermaßen:

„Ich bin Kurde und dieses T-Shirt ist in der Türkei produziert. In der Türkei werde ich verleugnet und unsere Kinder werden dort immer noch nicht in ihrer Muttersprache unterrichtet, deshalb kaufe ich kein einziges Produkt, dass in der Türkei produziert wird.“ Mit dieser Stellungsnahme kam seine Ablehnung zum Vorschein.

Während unser kurdischer, junger Mann das T-Shirt der Marke „La Marina“ an der Kasse zurückgab, äußerte plötzlich auch ein deutscher Käufer der gleichen Marke gegenüber der Kassiererin seine Vorbehalte mit der Begründung „Ich will keine Marken aus einem Land benutzen, welches Sprachen verbietet, und Sie müssten eigentlich aus ethischen Gründen diese Produkt aus Ihrem Sortiment herausnehmen.“ Durch meine Fassungslosigkeit hatte ich Mühe das Geschehen weiter zu verfolgen, gerade auch weil ich mir in diesem Augenblick auch bewusst wurde, dass das Geheimnis der Existenz dieses Volkes, zum Trotz all den Jahrtausende andauernden Massakern, Verleugnungen und der Unterdrückung.

Schnell kontrollierte auch ich das Etikett meines Pullovers, und war recht glücklich kein türkisches Produkt ausgewählt zu haben. Nach dem Bezahlen eilte ich dem jungen Kurden hinterher, stellte mich als Kurden vor und lud ihn zu einer Tasse Kaffee ein. Als wir in einem Cafe saßen und Gelegenheit hatten uns zu unterhalten, kam heraus, dass er Student, und dafür, dass er in Deutschland geboren wurde, ein unglaubliches Wissen über seine Nation hatte. Dieser junge Mann erfüllte mich mit Stolz.

Solche Vorfälle werden sich in Zukunft immer weiter häufen. Die Kurden in Europa sind auf dem Weg eine politische Kraft zu werden. Die heranreifenden Kinder der alten kurdischen Vorstreiter erhalten hier eine gute Ausbildung und beherrschen die Sprachen der Länder, in denen sie leben perfekt. Daneben bestehen sie mit großer Sorgfalt auf ihre eigene Identität. Dabei scheint die selbstbewusste Haltung Südkurdistans sich beschleunigend auf die Rückbesinnung der kurdischen Jugend zu wirken.

Ein anderer Vorfall passierte in Köln, dem ich in einem CD-Shop Zeuge wurde. In der Abteilung mit kurdischen CDs, wandte sich der Verkäufer hilfreich an einen Kurden. Der junge kurdische Kunde fragte nach Neuerscheinungen bei kurdischen CDs. Sofort hatte der Verkäufer eine CD parat und pries es in hohen Tönen an. Der junge Mann nahm das Cover in die eigenen Hände und ging die Titel einzeln durch, und entschloss sich sehr schnell diese CD nicht zu kaufen, wandte sich an den Verkäufer mit der Begründung, dass auf dieser CD auch einige türkischen Titel enthalten sind, und dass er und sein Freundeskreis sich entschlossen haben keine CDs mehr auch von kurdischen Künstlern zu kaufen, die Stücke auf Türkisch vortragen.

Ein frappierendes Beispiel. Vor allem, während die Vorreiter der kurdischen Revolution nicht zwischen Türkisch und Kurdisch nicht in dieser Art unterschieden, haben die Kinder der Revolutionären ganz konkrete Prinzipien, an die sie sich halten. In einer kurzen Unterhaltung eröffnete mir dieser junge Mann, „Verstehen Sie es nicht falsch, wir haben eigentlich nichts gegen Türkisch, nur die Sprache eines Staates, der für unsere Kinder sogar Kurdischunterricht in den Schulen als zuviel betrachtet, dessen Sprache lassen wir in Europa auch nicht Zuhause rein.“ Ein verblüffender Satz. Ein maximal 21-jähriger, aber sein geäußerter Satz steht im Nichts der Kraft eines unbezwingbaren Armdrückers nach.

Diese drei Erlebnisse sind nur Drei von Tausenden, und die Türkei sollte sie verstehen. Eigentlich eine Message an alle Länder, die glauben, dass sie mit Verleugnung Kurden vernichten können. Kurden haben den Mongolen, der arabischen Eroberung und der osmanischen Unterdrückung standgehalten, und werden letztendlich auch die Verleugnungspolitik einer 80-jährigen Republik zertrümmern. Dieser Weg führt über die kurdische Erziehung und Bildung.

 (... Fortsetzung folgt ...)

Geschrieben von Dr. Derman Dersimi ( dersimi@usa.com )

Quelle :
 > http://www.kurdistan-post.com/News-file-article-sid-19266.html
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roj_evindar | Beiträge: 619
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« Antworten #1 am: 15. Aug 2007, 21:14 »

Zitat
Vor allem, während die Vorreiter der kurdischen Revolution nicht zwischen Türkisch und Kurdisch nicht in dieser Art unterschieden, haben die Kinder der Revolutionären ganz konkrete Prinzipien, an die sie sich halten.

so soll es sein...

Danke für diesen Essay!
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Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr (Konfuzius)
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« Antworten #2 am: 15. Aug 2007, 22:00 »

sehr schön geschrieben...
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Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach.
Ciwan | Beiträge: 301
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« Antworten #3 am: 17. Aug 2007, 20:07 »

Die Kraft der kurdischen Jugend
und dass er und sein Freundeskreis sich entschlossen haben keine CDs mehr auch von kurdischen Künstlern zu kaufen, die Stücke auf Türkisch vortragen.

Bei Allem Respekt für Derman Dersimi, sein Bejahen für solch übertriebenen Nationalismus (Aynur Dogan wird "Aşkın Şarabı' nicht aus Arschkriecherei singen) geht mir als Mitglied dieser kraftvollen Jugend doch schon zu weit. Natürlich freut es mich zu sehen, dass immer mehr kurdische Jugendliche (und auch Erwachsene) zu ihren Wurzeln finden und das Leben in Europa als Chance verstehen, als Chance, ihrem gepeinigten Volk zu helfen. Jedoch sollten wir unsere Kraft nicht für ein übersteigertes Nationalgefühl vergeuden.
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« Antworten #4 am: 17. Aug 2007, 20:57 »

@Ciwan

Das sehe ich genau so. Und weiterhin bei allem Respekt für Derman Dersimi, sollte man sich nicht zu viel vormachen. Diese Schwarz-Weiß-Malerei spiegelt nicht wirklich die Realität wider. Ich könnte mindestens genau so viele Beispiele nennen, die zeigen, dass die kurdische Jugend mit Assimilation, Resignation und Identitätsproblemen zu kämpfen hat. Bezüglich der kurdischen Lobby würde ich es auch nicht übertreiben.

Ich will kein düsteres Bild malen, aber man sollte sich nichts vormachen. Eine "hundertfache Übertreffung" der armenischen Lobby ist genau so wenig wissenschaftlich messbar, wie vorhersehbar.
Die Europäer könnten bei einer Stabilisierung Südkurdistans ein Interesse an profitabelen Investitionen haben und dadurch eine gewisse kurdische Lobby begrüßen, aber die türkische ist in absehbarer Zeit nicht zu übertreffen.
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sekevir | Beiträge: 787
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« Antworten #5 am: 17. Aug 2007, 21:36 »

Smiley und was spiegelt deiner meinung nach die realität wider? die leere phrase von der "geschwisterlichkeit der völker" ?

ok jungs, macht weiter  so auf eurem weg, vermeidet weiterhin die von euch als "übertriebener kurdischer nationalismus" identifizierte irrationalität, kauft euch weiter in massen die cd´s von ibo tatlises, orhan gencebay, muazzez ersoy, izzel und wie sie alle noch so heißen, laßt euch ja nicht dazu hinreissen, das kurdische dem türkischen vorzuziehen. es ist ja wohl total eindeutig, dass das türkische gegenüber dem kurdischen völlig unterpreviligiert ist. wirft fleisig noch ein paar münzen auf die türkische seite der waagschale, damit es ausgewogen ist.

meinen glückwunsch ihr beiden, ihr habt die message von dr. dersimi bis ins letzte detail gecheckt.
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SiWan | Beiträge:
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« Antworten #6 am: 17. Aug 2007, 21:54 »

Soresger & Ciwan,

wieso seht ihr alles so schwarz? In der Schweiz gingen vergangene Woche 3 kurdische Politiker für die Sozialistische Partei (SP) in den Wahlkampf (Mustafa Atici, Sibel Arslan und Sait Uzun). Die Lobbyarbeit der Kurden befindet sich auf Hochtouren (wenn sie sich auch leider Gottes nur auf die PKK beschränkt). Bislang werden die Kurden in Europa nicht ernst genommen, aber das kann sich blitzartig ändern. Auch in Deutschland gibt es viele aktive kurdische Politiker.

Als ich in London war, ist mir die Arbeit von kurdischen Studenten besonders ins Auge gestochen. Alle 6 Monate finden Treffen statt, zudem finden Protestaktionen und Petitionen statt, alle 3 Monate wird eine Zeitung herausgebracht und man ist bemüht in das Europäische Jugendparlament aufgenommen zu werden. Schon jetzt gibt es einige kurdische Jugendliche, die im europäischen Jugendparlament vertreten sind (mir fallen jetzt nur die beiden Personen Devrim Agtas und Aygül Özdemir ein, zu denen ich persönlichen Kontakt habe; sicherlich gibt es noch mehr kurdischer Jugendlicher im Europaparlament).

All diese Parteien / Vereine sind in England aktiv: FED-BİR, ATİK, Halkevi, Day-Mer, Kurdish, Dev-Yol, ADHK, RCG und AVeG-Kon. Wem das nicht genug ist: Im November letzten Jahres brachten all diese Parteien 6000 Kurden in London auf die Straße, um gegen die türkische Verleumdungspolitik zu protestieren.

In Norwegen sind die Kurden ebenfalls sehr stark vertreten. Dort werden an vielen Schulen sogar Kurdischkurse angeboten. Gäbe es in Deutschland diese Möglichkeit, dann hätte ich sie sicher genutzt, somit blieb es leider nur bei einem Türkischkurs.


Unterschätzt also nicht die kurdische Lobbyarbeit. Das einzige Problem ist, dass wir nicht ernst genommen werden. Merkt ihr denn nicht, wie sehr die Medien in Europa aufeinander abgestimmt sind. In jeder Zeitung steht das Gleiche, man findet kaum abweichende Meinungen. Das kann doch kein Zufall sein. Der Imperialismus ist immer noch aktiv, nur dass er nicht mehr so offensichtlich ist.
« Letzte Änderung: 17. Aug 2007, 22:02 von SiWan » Gespeichert
Soresger | Beiträge: 118
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« Antworten #7 am: 18. Aug 2007, 16:58 »

Zitat
und was spiegelt deiner meinung nach die realität wider? die leere phrase von der "geschwisterlichkeit der völker" ?

Warum gleich so polemisch, kannst du keine sachlichen Kritiken akzeptieren?  Smiley Ich verstehe den Zusammenhang zwischen meiner Kritik und deiner Frage nicht, abgesehen davon, dass ich sie schon teilweise beantwortet habe  Smiley
Die drei Erfahrungen die Herr Dersimi stellvertretend für seine These genannt hat kann man nicht pauschalisieren. Ich sagte, dass ich Gegenbeispiele nennen kann, die seiner These widersprechen. Diese Gegenbeispiele darf man auch nicht pauschalisieren. Die Realität ist zu komplex um sie in der einfachen Formel "das Nationalbewusstsein der Kurden nimmt mit schnellen Schritten seinen Lauf" zusammenzufassen.

Mit solchen abstrakten Aussagen sollte man vorsichtig sein. In Südkurdistan steigt vielleicht das Nationalbewusstsein, da sie sich relativ selbständig verwalten und somit auch eigene Politik betreiben können, aber können wir diesen Schluss auch für Nordkurdistan ziehen, vor allem nach den Parlamentswahlen?
Die drei Erfahrungen von Herrn Dersimi und die Beispiele die Siwan genannt hat, sind vielleicht notwendige, aber keine hinreichenden Kriterien für so eine gewagte Aussage über Kurden in der Heimat oder im Ausland.

Zitat
kauft euch weiter in massen die cd´s von ibo tatlises, orhan gencebay, muazzez ersoy, izzel und wie sie alle noch so heißen, laßt euch ja nicht dazu hinreissen, das kurdische dem türkischen vorzuziehen.

Danke für den Crashkurs, bis auf Ibo kannte ich keinen Smiley Trotzdem kann man den Leuten ja Dinge unterstellen, die sie nie behauptet haben.
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Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #8 am: 18. Aug 2007, 17:26 »


SIlav,

Vielen Danke für die Übersetzung Sekevir, deine Bemühungen wissen wir immer zu schätzen, auch wenn manche Personen noch nicht in der Lage sind, den Sinn solcher Texte zu verstehen, so gibt es genügend  andere, die sich darüber Gedanken machen und etwas daraus lernen.



In diesem Text wird vorallem darauf Aufmerksam gemacht, bei jeder Handlung auch die kurdische Identität zu berücksichtigen.

Wir sind als wirtschaftliche Macht weit unter unserem Potential, das liegt vorallem daran, weil wir weder in der Lage sind uns gut zu Organisieren, noch haben wir die Einsicht, dass wir uns Gegenseitig unterstützen müssen, auch wenn wir nicht immer der selben Meinung sind.

Z.b. braucht man auf den Strandurlaub in der Türkei nicht zu verzichten. In der türkischen Riviera gibt es genügend Hotels und Restaurants die im Besitz patriotischer Kurden sind, dort könnte man den Urlaub verbingen. So würde man zwar der türkischen Wirtschaft helfen, aber viel mehr der kurdischen Wirtschaft dabei eine Macht zu werden,was eigentlich viel wichtiger. Das war ein Beispiel, mit diesen Denken kann man in allen Bereichen des Lebens konsumieren.
In der heutigen Zeit können wir ohne ein internes/externes ökonmisches System nicht mehr bestehen. In einer Welt, wo alles zu Gunsten des Kapitlaimus verläuft, wird auf alles verzichtet das diesen Ablauf stört. Da macht es keinen Sinn sich über den bösen Westen zu Ärgern, sondern ein Teil des Systems zu sein, um überhaupt zu exisitieren.



Auch mit der Musik steht Dr. Dersimi im Recht. Wir dürfen nicht vergessen, dass Türkisch die Assimilationssprache ist.
Den Sinn, weshalb kurdischsprachige Sänger überhaupt türkische Lieder in ihren Alben haben, ist rational nicht zu erklären. Schliesslich sollte man auf einer Sprache singen. Die türkische Musikszene ist auf die Lieder von Aynur, Diyar oder Mikail Aslan nicht angewiesen, die übrigens auf Türkisch sehr schlecht singen.  
Die Musik und Kultur der Türken wächst von Tag zu Tag, die Türken haben bereits assimilierte Kurden die sie dazu ausnützen, um ihre Kultur voranzubringen, da brauchen nicht noch kurdischsprachige Musiker Türkisch zu singen.

Um es auf den Punkt zu bringen, die Kurden können es sich nicht leisten bei nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten Tolerant zu sein.







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sekevir | Beiträge: 787
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« Antworten #9 am: 18. Aug 2007, 18:31 »

soresger,

Smiley du hast glück, daß du auf jemanden triffst, der es nur bei polemik beläßt.

sicherlich läßt es sich streiten, wie weit die kurdische gesellschaft mit ihrem selbstbewusstsein ist. eine unterschiedliche bewertung zwischen nord- und südkurdistan ist da sicher auch legitim. unterschiedliche, persönliche erfahrungswerte aus dem umfeld sind da bestimmt auch ausschlaggebend, wo man sich dann positioniert.

ich weis ja nicht in welchen kreisen du verkehrst, aber in meinem umfeld sehe ich schon eine wachsende anzahl von kurdischen jugendlichen und jungen erwachsenen (wohlgemerkt : die meisten kommen aus nordkurdistan), die sich über das ausmaß und die folgen der vernichtungskampagnen des türkischen regimes gegenüber der kurdischen identität bewußt sind, und dagegen mit ganz bestimmten strategien angehen.

wogegen ich besonders große antipathie hege, ist aber der umstand, dass manche kurden immer wieder mit dem vermeintlichen totschläger vom "übersteigerten kurdischen nationalismus" kommen, sobald man ganz konkrete maßnahmen aufzählt. ich persönlich betrachte es auch überhaupt nicht als nationalismus, sich einer sprache und einem system zu verweigern, daß alles daran setzt, eine andere sprache und identität aus der welt zu schaffen. besonders ich verachte ich es, wenn kurden oder kurdinnen auf atamurks, latife oder kemalismus ihren lobgesang ablassen, und dabei auch noch glauben, daß sie damit stellvertretend für kurden einen genialen politischen schachzug gemacht haben.

als hintergrund zwischen deiner kritik und meiner frage dienen mir die nun allseits bekannten ammenmärchen türkischer (national)sozialisten, die jegliches bestehen auf kurdische identität, kultur und nationalität stets mit "übersteigertem kurdischem nationalismus" gleichgesetzt haben, und ebenso stets mit der ewiggestrigigen und verlogenen leier vom "hohen sozialistischen ideal der geschwisterlichkeit der völker" übersabbert haben. während es eine "geschwisterlichkeit von menschen" geben könnte, ist eine "geschwisterlichkeit von völkern" schon viel unwahrscheinlicher. der zusammenschluß als "volk" trifft schon eine aussage und eine abgrenzung nach aussen, so daß in dieser definition eine berücksichtigung von anderen völkern auf ein minimum beschränkt ist. ganz besonders als kurde solltest du dir klar machen, wie andere völker ticken, bevor du deinen eigenen rythmus festlegst.

während das türkischen systems alles daran setzt alles kurdische aus der welt zu schaffen, soll mir bitte schön keiner schon wieder mit dem abgegriffenen lied vom "übersteigerten kurdischen nationalismus" kommen.
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« Antworten #10 am: 18. Aug 2007, 21:12 »

Zitat
du hast glück, daß du auf jemanden triffst, der es nur bei polemik beläßt.

Ich weiß mein Glück wirklcih zu schätzen Augen rollen

Zitat
als hintergrund zwischen deiner kritik und meiner frage dienen mir die nun allseits bekannten ammenmärchen türkischer (national)sozialisten,

Tut mir leid, aber da ist überhaupt kein Zusammenhang. Ich weise daraufhin, dass es auch Kurden gibt, die Identitätsprobleme haben und du kommst mit der "Geschwisterlichkeit der Völker".
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