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Kurdistan Diskussionsforum 23. Mai 2012, 00:08 *
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Autor Thema: Chronographie: Kurdische Zeitungen  (Gelesen 4944 mal)
SiWan | Beiträge:
SiWan
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« am: 03. Feb 2007, 10:21 »

1.Ronahi
Türkisch,Kurmandji,Kirmancki (1976-1978)

2.Roja Nu
Türk.,Kurm.,Kirm. (1979)

3.Dengê Komkar
Türk.,Kurm.,Kirm. (1980)

4.Mizgin
Türk.,Kurm.,Kirm. (1986)

5.Armanc
Kurm.,Kirm. (1979)

6.Gaziya Welat
Türk.,Kurm.,Kirm. (1980)

7.Helin
Kurm.,Kirm. (1983)

8.Berbang
Kurm.,Kirm. (1983)

9.Hevi
Kurm.,Kirm.,Sorani (1983)

11.Berhem
Türk.,Kurm.,Kirm. (1988)

12.Sewq
Deutsch,Kurm.,Kirm. (1980)



Nur drei dieser Zeitungen erschienen in der Türkei. Außerdem erschienen folgende Zeitungen in der Türkei: Özgürlük Yolu (Kurmanci,Kirmancki - 1976-1979 in Istanbul); Roja Welat (Kurmanci,Kirmancki - 1977 - Ankara, zweiwöchige Zeitung); Tirej ((Kurmanci,Kirmancki - 1979 - Izmir); Devrimci Demokrat Genclik (Kurmanci, Kirmancki - 1978 - Istanbul). Alle 4 Zeitschriften wurden nach dem Militärputsch wieder verboten.
« Letzte Änderung: 22. Apr 2009, 14:34 von X e m x w a r » Gespeichert
fijitsuad | Beiträge: 217
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« Antworten #1 am: 03. Feb 2007, 12:34 »

danke für die interessante liste.
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Necana | Beiträge: 0
Necana
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« Antworten #2 am: 03. Feb 2007, 20:13 »

Für eines muss man der Organisation der PKK zumindest großen Lob aussprechen: Özgür Politika (und wie sie sich auch immer nennen mag...), denn die Zeitung ist erfolgreich, trotzt jedem türkischen Widerstand und kann sich auf eine lange Zeit berufen, denn Erfolg setzt Organisation voraus und zu jeder Organisation zählt zumindest die Zeitung.
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Berxwedan | Beiträge: 304
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« Antworten #3 am: 03. Feb 2007, 20:17 »

ich hätt nur gern einen Kirmanckî-Teil in der ÖP. Ansonsten ist sie sehr gut
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fijitsuad | Beiträge: 217
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« Antworten #4 am: 03. Feb 2007, 22:11 »

Zitat
ich hätt nur gern einen Kirmanckî-Teil in der ÖP. Ansonsten ist sie sehr gut

schreib doch mal einen und schick ihn ihnen... ich bin mir sicher, sie drucken ihn ab Smiley
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Berxwedan | Beiträge: 304
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« Antworten #5 am: 03. Feb 2007, 23:12 »

klar  Zwinkernd

ich hab bisjetzt einen entdeckt, und das was der von Kamer Söylemez (Moderator der Kirmanckî-Sendung "Verason" auf Roj TV). Die sollten wenigstens einen Teil der Nachrichten auf Kirmanckî machen. Beim Kurmancî-Teil entziffer ich nie mehr als die Schlagzeile  Zunge
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Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #6 am: 04. Feb 2007, 17:34 »



Zitat: ich hab bisjetzt einen entdeckt, und das was der von Kamer Söylemez (Moderator der Kirmanckî-Sendung "Verason" auf Roj TV). Die sollten wenigstens einen Teil der Nachrichten auf Kirmanckî machen. Beim Kurmancî-Teil entziffer ich nie mehr als die Schlagzeile
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Neben Kamer schreibt auch Lerzan für Ö.P. . Pro Woche also insgesammt 2 Kolumnen auf Kirmancki. Dafür dass Ö.P. relativ wenig Kurdisch hat, ist der Anteil an Kirmancki gut, mehr sollte es auch nicht sein. Ich denke es sollte immer dem Interesse entsprechend sein.
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Rewsen | Beiträge: 3132
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« Antworten #7 am: 16. Aug 2007, 13:17 »


Einige themenfremde Beiträge wurden hier gelöscht. Diskutiert das bitte untereinander aus. Danke!
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Gotina rast sondê naxwaze

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« Antworten #8 am: 28. Sep 2007, 13:01 »



Freiheit und Unterdrückung
Dr. Majid Hakki


Iran ist einer der gefährlichsten und unsichersten Plätze der Welt für Pressemitarbeiter und Journalisten. Während der letzten 28 Jahre wurden Dutzende von Journalisten und Verlegern inhaftiert, hingerichtet oder umgebracht oder in so genannten außergerichtlichen Serienmordoperationen getötet.

Seit Präsident Mahmoud Ahmadinejad und sein Team von in erster Linie ehemaligen Kommandeuren der Revolutionswächter und Offizieren der Geheimdienste im August 2005 die Macht erlangten, gehen die Behörden scharf gegen Journalisten vor. Seit 2006 wurden 38 Journalisten verhaftet und Dutzende Medienanstalten wurden zensiert.

Außerdem werden viele Journalisten ohne Gewährung von Fundamentalrechten in Haft gehalten.
In einem Vortrag auf der Vierten Bedirkahn-Konferenz vom 21. und 22. April in Berlin referierte der kurdische Publizist Dr. Majid Hakki zu Fragen insbesondere der kurdischsprachigen Medien im Iran. Im Folgenden geben wir eine gekürzte Zusammenfassung dieses Vortrags wieder.



Die Pressefreiheit und die Freiheit derMeinung werden in den iranischen Gesetzen nicht ausreichend gewürdigt. Im Iran haben die Presse und andere Veröffentlichungen nur Freiheit, wenn sie sich nicht nachteilig im Sinne der fundamentalen Prinzipien des Islam oder der Rechte der Öffentlichkeit verhalten.[1]

Die Verfassung der Islamischen Republik Iran ist die Quelle der Haltung des islamischen Regimes, sie ist glatt im Sanktionieren und Diskriminieren, ungerecht gegenüber den iranischen Bürgern und den verschiedenen ethnischen Gruppen des Landes. Die Verfassung eines Landes kann angesehen werden als das Grundmaß der Werte, die eine Regierung an das Leben der Menschen gibt. In Europa und vielen demokratischen Nationen werden diese Handlungen der jeweiligen Regierungen durch Gesetze geregelt.

Die ethnischen und nationalen Minderheiten im Iran haben keine verfassungsmäßigen Rechte, um das Land zu regieren. Nach Artikel 12 der Verfassung ist die offizielle Religion des Iran der Islam und die Ja’fari-Schule, deren Prinzipien für unveränderlich gelten. Die Verfassung erkennt keine nationalen oder ethnischen Minderheiten an, jedoch religiöse: Zoroastrier, Juden und christliche Iraner werden laut Artikel 13 als religiöse Minderheiten anerkannt.

Die persische Sprache (Farsi) ist nach Artikel 15 die offizielle Landessprache und Schriftsprache des Iran. Alle offiziellen Dokumente, Korrespondenzen, Texte und Textbücher müssen in Persisch veröffentlicht werden. Andere Sprachen im Iran werden als „Stammessprachen“ bezeichnet und sind nur örtlich erlaubt. Der Gebrauch von „Regionalsprachen“ oder „Stammessprachen“ ist in der Presse, in Massenmedien und im Schulunterricht nur in Ergänzung zum Persischen gestattet, das Studium der „Stammessprachen“ ist verboten.[2]

Der Iran ist ein multinationales und multikulturelles Land, in dem über 10 Millionen Kurdinnen und Kurden leben – ca. 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die kurdische Sprache ist nach dem Rundfunkgesetz als Auslandssprache eingestuft.

Für weitergehende Informationen über die Strukturen der iranischen Verfassung und die Machtverteilung ist die Internetseite Who holds the Power der BBC empfehlenswert.[3]


Entwicklung kurdischsprachiger Veröffentlichungen im Iran

1912 wurde die erste kurdische Schule von Abdulrazagh Baderkhan in Khoy City im Nordwesten des Iran gegründet. Kurd-Newspaper war 1921 die erste Veröffentlichung in Iranisch-Kurdistan von Isma’il Agha Shikak, Simko in Uromiye. Die bedeutendste Periode kurdischer Literatur in Ost-Kurdistan datiert zum Ende des Zweiten Weltkrieges und umfasste 11 Monate in den Jahren 1946 und 1947. Trotz der Kürze der Zeit fand eine beachtliche Entwicklung in der kurdischen Literatur und Publizistik statt. Zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und Gedichte, wie z. B. die Dichtung Hejar und Hemin wurden veröffentlicht. Die Unterdrückung, die dem Fall der Republik folgte, zwang die meisten Intellektuellen ins Exil, meist in den Irak.[4, 5]

Nach dem Zusammenbruch der kurdischen Republik begann ein Jahrhundert scheußlicher Gesetze, die Reza Shah e Pahlavi einführen ließ. Viele brutale Kampagnen gegen die Kurden hatten unbezifferte Vertreibungen und ernsthafte finanzielle Verluste für das kurdische Volk zur Folge. Reza Shah verbot kurdische Veröffentlichungen und Schulen. Kurdische Publikationen im Iran überlebten niemals lange – ein Ergebnis von diskriminierenden Vorschriften, die gegen die Herausgeber und Schriftsteller durchgesetzt wurden. Die vom Shah verbreitete Vorstellung, dass es sich bei den Kurden um eine Art Unter-Identität der Perser handele und somit die Kurden faktisch Perser seien, hält sich durch Propaganda bis in unsere Tage. Die Verlage, die sich dieser Ansicht widersetzten, wurden kurzerhand geschlossen.

Nach der Revolution 1979 wurde die Monarchie vertrieben und der Iran wurde eine verfassungsmäßige theokratische Republik. Die islamische Regierung war jedoch unwillig, ihrer kurdischen Minderheit nationale Rechte zu gewähren. Die Islamische Republik Iran begann ihre Herrschaft mit der Erklärung eines „Jihad“ gegen die Kurden im Jahre 1979 und attackierte kurdische Städte und Dörfer in Ost-Kurdistan.

In den ersten drei Jahren nach 1979, während der Stabilisierung der Islamischen Republik, erlebte das kurdische Verlagswesen zunächst eine neue Wachstumsphase. Besonders in den kurdischen Gebieten im Iran wurde eine ungeheure Zahl von Zeitungen und Magazinen veröffentlicht. Nach dem Abzug der Peshmerga-Streitkräfte aus den kurdischen Städten und Dörfern ließ die Islamische Republik unter harten Bedingungen einige Zeitschriften wie Sirwe und Awene zu. Der Redaktionsstab beider Magazine steht unter direkter Kontrolle des Ministeriums für Kultur und islamische Rechtsleitung („Ershad“), das den Inhalt der kurdischen Veröffentlichungen überwacht.

Mit dem Beginn der Präsidentschaft von Mohammad Khatami 1997 konnten kurdische Druckschriften erscheinen. Innerhalb weniger Jahre kamen Dutzende von Zeitschriften und Zeitungen zum Vorschein. Im Oktober 2003 wurde dann die erste kurdische Zeitung, die jemals in der Islamischen Republik veröffentlicht wurde, vom Revolutionsgericht verboten. Zahlreiche weitere Verbote von Zeitungen, Zeitschriften und Verlagshäusern folgten.


Zur Situation kurdischsprachiger Publikationen im Iran

Seit Juli 2005 hat die iranische Regierung mehr als 43 kurdische Druckschriften verboten. Mit der derzeitigen konservativen Vorherrschaft wird diese Taktik fortgesetzt und konzentriert sich besonders auf die pro-reformistischen Medienanstalten. Nach Demonstrationen in 2006 in Sanandaj, der Hauptstadt der kurdischen Provinz im Iran, wurden durch die Behörden viele kurdische Journalisten und Menschenrechtsaktivisten festgenommen. Am nächsten Tag wurde durch das Ministerium für Kultur und die islamische Rechtsleitung die kurdischsprachige Tageszeitung Ashti und die zweisprachige Zeitung Aso (kurdisch/persisch) geschlossen. Ebenfalls 2006 wurden 9 kurdische Journalisten verhaftet und Dutzende Medienanstalten überprüft.

Während unter der Präsidentschaft von Khatami die Universität von Kordestan (Sanandaj) und die Universität von Teheran hohes Ansehen im Bereich der kurdischen Sprachstudien erlangten und Kurdisch als Lehrfach angeboten wurde, sind seit Beginn der Präsidentschaft von Ahmadinejad den Universitäten diese Aktivitäten verboten, das Studieren der kurdischen Sprache ist an den Universitäten nicht erlaubt und viele kurdische Sprachzentren wurden durch Sicherheitskräfte geschlossen.

Die Islamische Republik Iran erlaubt limitierte kurdische Nachrichten im Fernsehen und Radio für einige Stunden in der Woche. Die Programminhalte stehen im Zusammenhang mit Religion und der offiziellen Politik der Regierung.

Hinsichtlich der neuen Medien wird eine Politik strenger Zensur verfolgt und das Regime in Teheran hat wohl eine der härtesten Einschränkungen der Welt, was die Nutzung des Internets angeht. Im Schulterschluss mit China betreibt der Staat ein ausgefeiltes Filtersystem. Dies scheint die einzige Möglichkeit zu sein, um der Tendenz in der iranischen Bevölkerung entgegenzuwirken, vermehrt in verschiedenen Sprachen (Farsi, Kurdisch, Türkisch und Arabisch) zu schreiben.

Der Verkauf, Besitz und das Betreiben von Satellitenantennen ist verboten und kann mit Gefängnis bestraft werden. Zu diesem Aspekt hat der iranische Regisseur Rahim Zabihi den Kurzfilm „Satellite“ gedreht, der beim Kurdischen Filmfestival 2006 im Dezember in Berlin gezeigt wurde. Der Film beschreibt in 20 Minuten, wie es einem ergeht, der sich über die Gesetze hinwegsetzt, er weist aber am Ende auch darauf hin, dass man langfris­tig mit Verboten keine Entwick­lung wird verhindern können.

Von Februar bis März 2007 wurden Tausende von Satellitenschüsseln im kurdischen Gebiet beschlagnahmt. Man mag spekulieren, ob es eine Reaktion auf den Film war.

Aus dem Ausland betriebene TV-Stationen werden von der Regierung ­geblockt, insbesondere, wenn sie in Kurdisch und Farsi senden.

Iran ist das Land mit dem größten Gefängnis für Journalisten im Mittleren Osten. Die Behandlungen, Verhöre, Vorladungen, Verhaftungen, die willkürliche Ingewahrsamnahme von kurdischen Journalisten nimmt stark zu. Journalisten können oft nur durch sehr hohe Kautionen dem Gefängnisaufenthalt entgehen.

Selbstzensur hat sich als das beste Mittel herausgestellt, um im Medien- und Pressebereich zu überleben. Nur so werden sinkende Zahlen der zu Gefängnis verurteilten Journalisten erklärbar. Themen wie soziale Tabus, Frauenrechte und regionalethnische Belange gehören zum Bereich “Betreten verboten“.



Dr. Majid Hakki gründete 1993 Dengê Kurd. Es ist die erste kurdische Veröffentlichung in Finnland. Seit 1999 wird Dengê Kurd auch online publiziert unter www.dengekurd.com.

Aktuell ist Hakki Chefredakteur der Kurdistan Media News Agency, www.kudistanmedia.org.

Der vollständige Vortrag wird zusammen mit allen anderen Beiträgen der Bedirkhan-Konferenz von der Berliner Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie e.V. (www.kurdologie.de) in einem gesonderten Band veröffentlicht werden.


Fußnoten:
1.) Islamic Republic Of Iran, Press Law (Ratified on March 19, 1986) And Its Executive By-law (January 31, 1987)
2.) The Constitution of Islamic Republic of Iran, {Adopted on: 24 Oct 1979} {Effective since: 3 Dec 1979} { Amended on: 28 July 1989} {ICL Document Status: 1992}
3.) BBC, Iran: Who holds the Power, http://news.bbc.co.uk/2/shared/spl/hi/middle_east/03/iran_power/html/default.stm, 11.4.2007
4.) M. R. Hawar, Ismail Agha Shukak And The Kurdish National Movement, Sweden 1996
5.) Joyce BLAU, The Kurdish Language and Literature, http://www.institutkurde.org/en/language/ 23.3.2007


Originalquelle: Kurdistan Report, Ausgabe 132
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« Antworten #9 am: 22. Apr 2009, 15:16 »

Alles Gute zum Geburtstag ...

Heute (22.04.2009) vor 111 Jahren wurde die erste kurdische Zeitung geboren: "Kurdistan"

Natürlich haben wir diese Zeitung der Bedirxan-Familie zu verdanken: Miqdad Midhed Bedirxan.

Damals veröffentlichte die Zeitung, die in Kairo/Ägypten begann, "Mem u Zin" von Ehmede Xani.

Eines Tages besuchte Mîr Bedirxan seine Söhne in Istanbul, wo sie in Exil lebten, und stellte fest, dass diese mit ihren eigenen Söhnen, also seinen Enkelsöhnen, auf Türkisch sprachen; darauf sagte Bedirxan:

"Kommuniziert mit euren Kindern auf Kurdisch. Wenn ihr mit ihnen auf Türkisch spricht, vergessen sie die kurdische Sprache. Wenn sie die kurdische Sprache vergessen, werden sie auch Botan vergessen. Wer aber Botan vergisst, ist nicht aus meinem Stamm."

Die Kinder setzten die Worte des Vaters in die Tat um und unterhielten sich nunmehr in kurdischer Sprache. Darüberhinaus kümmerte sich die Familie um die kurdische Sprache und Miqdad Midhed Bedirxan veröffentlichte die erste kurdischsprachige Zeitung in Kairo, da er dort in Exil lebte.

Bis zum 10. April 1902 wurde "Kurdistan" veröffentlicht; 1991 veröffentlichte Mehmed Emin Bozarslan die in das lateinische Alphabet transkribierte Version der Zeitung.

Vom 15. Mai 1932 bis 15. August 1943 brachte Celadet Ali Bedirxan die Zeitung "Hawar" heraus: 57 Ausgaben dieser Zeitung konnten während dieser Zeit veröffentlicht werden.

Von 1942-1944 rief Celadet Ali Bedirxan die Zeitung "Ronahi" ins Leben, die mit der Unterstützung großer kurdischer Denker erfreut wurde: Osman Sebrî, Hesen Hişyar oder Cigerxwîn . Nach 28 Ausgaben wurde die weitere Veröffentlichung der Zeitung eingestellt.

Dr. Kamûran Bedirxan führte die Verdienste der Bedirxan-Familie weiter und veröffentlichte von Mai 1943 bis Mai 1946 genau 73 Ausgaben der Zeitung "Roja Nu". Auch in dieser Zeitung engagierten sich jene kurdischen Schriftsteller und Denker, die bereits "Hawar" und "Ronahi" unterstützten.

In der selben Zeit veröffentlichte Dr. Kamûran Bedirxan auch die Zeitschrift "Stêr".

Für weitere Informationen über die Bedirxan-Familie, rate ich zu dieser Seite: www.celadet.com

Noch heute dankt das kurdische Volk der Bedirxan-Familie und hat Dr. Fadıl Bedirhanoglu aus der Bedirxan-Familie in den Kommunalwahlen 2009 in Colemerg mit einem Rekordergebnis von 80% gewählt.



Auch Mesud Barzani, Präsident der kurdischen Regionalregierung in Südkurdistan, hat des Geburtstages der kurdischen Zeitung gedacht:

Zitat
Bi boneya bîranîna 111 salîya rojnamevanîya  kurdî û derkevtina yekemîn rojnameya Kurdistan a ku di 22, 04 / 1898 de belav bû, ku bi evî karê han yekemîn çiraya rojnamevanîyê li Qahîre ji alîyê binemala serbilind û kurdperwera Bedirxanîyan ve hat vêxistin, ew roj jî di dîroka tije serwerîya gelê kurdistanê de û di biwarê rewşenbîrkirina bizava me ya neteweyî de bû destpêka xebata qelemê, ez ji dil pîrozbayîyek germ ji hemû rojnamevanên kurdistanê re dişînim.

Ez hêvîdar im, ku bîr û nerînên wan ên cuda li jêr saya evê azadîyê ya ku ji wan re berdest bûye, qelemên wan di xizmeta pêşxistina civaka kurdistanê de bin, rexneyeka avakar bi kar bihînin, ragihandina kurdî ber bi ragihandineka bi seng û armancdar ve û dûrî teşere û xerabkirina navan bibin, rola xwe ya pozetîvaneya wek desthilatdarîya çarem ji bo diristkirina raya giştî û civaka bajêrvan bibînin û kêmaîyan bi awayekî bajêrvanî berçav bikin, exlaq û prensîpên rojnamevanîyê bi wêrekîyek mezin destnîşan bikin û bi xurtî li duv rastîyan bigerin û bi emanet jî dan û standinê bi pêzanînan re bikin, wan bi ciwantirîn şêwe bixin xizmeta armanc û daxwazên stiratecîkên gelê me de û bi taybetî jî, di evê qonaxê de ya ku roj bi roj pêngav ber bi armancê ve diçin, herdem piştevanên paraztina berjewendîyên bilindên neteweyî bin.

Ez carek din jî hêvîya geşbûnê ji rojnamevanîya kurdî re dixwazim û serbilindî ji ewan rojnamevanan re be, ewên ku li kêleka pêşmerge xebat kirine û rêzgirtina min jî, ji rojnamevanên şehîd re heye.

Li gel rêz û xoşewîstîya min…


Mesûd Barzanî

Serokê Herêma Kurdistanê

21/22 ê Nîsana 2009   
 
« Letzte Änderung: 22. Apr 2009, 15:25 von X e m x w a r » Gespeichert
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« Antworten #10 am: 22. Apr 2009, 15:47 »

Übrigens, ein interessantes Buch von Malmîsanij, welches eben Miqdat Midhat und Abdurrahman Bedirxan sowie die erste kurdische Zeitung behandelt, ist vor ein paar Monaten erschienen. Es trägt den Titel "İlk Kürt Gazetesi Kurdistan'ı Yayımlayan Abdurrahman BEDIRXAN" und ist auf Türkisch beim Vate-Verlag erschienen. Für alle Interessierten: LINK (Türkisch), LINK (Kirmanckî).



Malmîsanij, İlk Kürt Gazetesi Kurdistan'ı Yayımlayan Abdurrahman BEDIRXAN (1868 – 1936), Weşanxaneyê Vateyî, Istanbul 2009, 211 Seiten

Bestellbar unter: Vate Yayınevi Katip Mustafa Çelebi Mah. Tel Sok. No: 18 Kat: 3 Beyoğlu / İstanbul
Tel: 0 212 244 94 14, E-Mail: kovaravate@yahoo.com



P.S.: In der Liste des allerersten Posts von Siwan fehlt noch eine Zeitung namens "Roja Newe", deren erste Ausgabe am 15.05.1963 in Istanbul erschien. Angeblich soll sie nach der ersten Ausgabe verboten worden sein. Die Zeitung war mehrsprachig (Kurmancî, Kirmanckî und Türkisch). Hier ein Bild: Kurdistan Time.

Eventuell ist jene Hompage hilfrei für diesen Thread (besonders die Chronik gen Ende): http://www.peyamaazadi.org/modules.php?name=News&file=article&sid=1184
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