danke xms für den Hinweis!
Hier ist eine Rezension von der besagten Lektüre Erich Schandas
Webmaster
Schanda, Erich
Rezension von Frankk
1988 greifen irakische Truppen die kurdische Stadt Halabjah mit Giftgas an, es sterben über 5000 Zivilisten, doppelt so viele werden verletzt, die meisten sind Frauen und Kinder. Ein Jahr später machen Bulldozer die Stadt dem Erdboden gleich. Im Jahr 2003 bildet die Kurdenpartei PKK eine geheime Komandogruppe namens Al-Ankabut. Deren Ziel ist es, neben der Errichtung eines Kurdenstaates, an den Helfern Saddams von 1988 Rache zu nehmen, in erster Linie an den deutschen Firmen, die ihn mit Giftgas versorgt haben. Dabei kommt es ihnen natürlich sehr gelegen, dass sie dank eines Professors der Biologie nun selbst ein Nervengas aus dem Gift der Bananenspinne besitzen. Eine Gruppe von Antiterrorspezialisten nimmt den Kampf gegen die Terroristen und ihren Leiter, den Webmaster auf, doch neben Korruption und politischer Einflussnahme stellt die Intelligenz des Webmasters ein extremes Hindernis dar. Und der Webmaster kennt keine Gnade…
Der Umschlag ist schwarz gehalten, nur von dem weißen Titel und dem Namen des Autors aufgehellt. In der Mitte des Covers befindet sich eine Photographie der Bananenspinne.
„Webmaster“ erschien 2004 und liegt mir als Taschenbuch mit knapp über 400 Seiten vor.
Geschrieben wird aus immer wieder wechselnden Perspektiven, in der Hauptsache aber aus der Sicht der Antiterrorspezialisten und der Terrorristen. Dadurch ist der Leser den Akteuren häufig einen Schritt voraus und es werden immer extremere Spannungslagen erzeugt. Daneben hat der Autor aber auch extrem viele Nebengeschichten eingebunden, die in erster Linie langweilen und bei denen man sich fragt, was das denn nun soll. Ein weiterer Kritikpunkt sind aus meiner Sicht die seltsamen Veränderungen im Handlungsverlauf, die ziemlich unlogisch wirken und überflüssig sind, ebenso wie z.B. die Liebesgeschichte, die in der Gruppe noch schnell angebahnt wird. Hier scheint der Autor zuviel gewollt zu haben und stört dadurch die ansonsten geniale Haupthandlung.
Durch sein Vorwort möchte der Autor noch zusätzliches Misstrauen im Leser gegen die deutschen Politiker und Dienste schüren, die allesamt bei ihm sehr schlecht wegkommen. Eine weitere Besonderheit an diesem Buch ist seine Authentizität, den nicht nur die Schauplätze kann man Detailgenau in Deutschland und der Welt wieder finden, sondern auch die Ereignisse des Jahres 2003 sind als wesentliche Elemente in die Geschichte integriert.
Ein Fazit über dieses Buch ist schwer zu finden, denn der Plot ist hoch spannend, doch wird leider immer wieder durch oben genannte Mängel geschädigt. Als Film wäre die Geschichte ein Kassenschlager, so ist es ein eher mittelmäßiges Werk eines deutschen Autors.
Quelle:
http://www.x-zine.de/xzine_rezi.field_verlag.hide_1.seek_Andreas%20Leffler%20Medienverlag,%20M%FCnchen.id_5448.htm