Serfiraz
Newbie
Beiträge: 3
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« am: 29. Mai 2009, 04:38 » |
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Dem bas hevalen heja, möchte auch mal meinen senf dazu geben! Ich finde es wirklich bitter schade, dass sich die deutschen Medien überhaupt nicht für dieses Thema (Kurden-Frage) interessieren. Mal eine frage an die Runde. Was ist eurer Meinung?? Wie kommt das , dass die Medienlandschaft in Deutschland kaum was über dieses Thema berichtet. Und wenn mal was berichtet bzw. geschrieben wird dann relativ kurz. Meistens wird sogar die türkische Version übernommen " copy + paste"  Ist die deutsche Presse überhaupt "Frei"?? Oder hat das andere Gründe? klärt einen unwissenden auf  Danke im Voraus silav u rez
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Massimo
Newbie
Beiträge: 38
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« Antworten #1 am: 29. Mai 2009, 12:11 » |
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Naja ich glaube nicht mal das es die Presse nicht interessiert sondern, dass es am finanziellen Zapfhahn und an der Wirtschaft hängt. Deutschland ist bei Exporten ziemlich an die Türkei gebunden, vorallem bei Waffenexporten ist die Türkei größter Abnehmer, d.h.gleichzeitig, dass man die Verbindungen pflegen muss und schlechte Nachrichten würden nur die Suppe versalzen. Auch ist die Türkei ein wichtiges Nato-Land für den Westen darunter auch Deutschland, den die Türkei ist das Sprungbrett in manche unruhigen Gebieten. Vielleicht kann man jetzt argumentieren, dass auch deutsche Firmen in der Region Kurdistan engagiert sind, aber dieser kleine Bruchteil steht gar nicht zur Debatte aus der Sicht des Westens. Diese Stellung, diese Position was die Türkei in den Augen des Westen hat übersteigt vollkommen (noch!), der Position Kurdistans in der Wirtschaftpolitik, sowie in der Verteidigunspolitik. Aber was ja noch ncith ist, kann ja noch werden Ob das genau jetzt so ist, kann ich dir nicht sagen, weil ich beobachte nur die Sicht über der "Decke"  , was unter der "Decke" passiert, kann kaum einer von uns sagen  Aber es gibt unzählig viele Ansichten, deshlab, bin ich genau so wie du gespannt was die erfahrenen User so drauf haben 
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Amos
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« Antworten #2 am: 29. Mai 2009, 15:32 » |
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Grundsätzlich gilt in Deutschland wie im Rest der Welt, sogar einschließlich der "Republik Türkei": Es gibt nicht die Presse, sondern recht unterschiedliche Medien, die jeweils das berichten, was ihre Eigentümer für berichtenswert halten. Ein kluger konservativer Journalist (Hans Zehrer) hat vor rund 50 Jahren mal behauptet, dass es keine "öffentliche Meinung" gäbe, sondern "nur" die "veröffentlichte Meinung" von ca. 200 besonders einflussreichen Leuten in Deutschland. Zehrer war damals Chefredakteur der "Welt", dem damaligen "Intelligenzblatt" des Springer-Konzerns. Nach dem 2. Juni 1967 habe ich an mancher Demo teilgenommen, wo "Enteignet Springer" gerufen wurde, was natürlich nie geschah, weil ich und meine MitdemonstrantInnen natürlich nicht zu den 200 Leuten gehörten, von denen Hans Zehrer einige Jahre zuvor gesprochen hatte. Und Springers "Blatt mit den großen Buchstaben" konnte dann genüsslich titeln: "Raus mit den langbehaarten Affen". Gemeint war damit unter anderem Rudi Dutschke, auf den dann folgerichtig (im Sinne des damaligen Establishments) am 11. April 1968 geschossen wurde, worüber natürlich auch die Springer-Blätter bedauernd berichteten, aber dabei so einige Nebensätze einfügten, dass der "Rote Rudi" sich das ja durch seine provokatives Auftreten zuvor selbst zuzuschreiben habe. Wenn nun die Unterdrückten einer jeden Gesellschaft sich über ihre Situation aus der Presse im Besitz ihrer Unterdrücker informieren, werden sie natürlich immer nur deren Sichtweise zu lesen bekommen. Wenn KurdInnen in Deutschland also versuchen, objektive Informationen über die Lage in Kurdistan zu erhalten, indem sie vorzugsweise Presseorgane eines Konzerns kaufen und lesen, der erheblich am Kapital eines türkischen Medienkonzerns beteiligt ist, welcher sich weithin den Ideen und Idealen des trk. Republikgründers verpflichtet fühlt, dann müssen sie sich halt mit dessen Sicht der Dinge begnügen. Andererseits ist in Deutschland wie in der Türkei das Pressewesen im Umbruch, entstehen alternative Medien, die anders berichten. Und selbst in der altetablierten Medienlandschaft lässt sich die faktische Berichterstattung nicht mehr unterdrücken. Vor allem seit in beiden Ländern Journalisten, die wirklich schreiben können, sich nicht mehr so einfach vor den Karren der jeweils herrschenden Meinung spannen lassen. Da passiert selbst bei den Blättern und Fernsehkanälen des Dogan- wie des Gülen-Konzerns so einiges, was vor ca. 5 Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Dies zu finden, herauszuarbeiten und einem Publikum in Deutschland in deutscher Sprache vorzulegen ist die wichtigste Aufgabe des Magazinteils von Kurdmania. Dafür benötigen wir noch viele weitere Helfer, denn einige unserer StammübersetzerInnen und -schreiberInnen haben zur Zeit genug Probleme mit Prüfungsstress in Schule und Hochschule, bzw. müssen sich intensiv um ihren beruflichen Karrierestart bemühen, sprich Bewerbungen schreiben, zu Vorstellungsgesprächen fahren, und, und, und. Daher muss diese Last auf viele neue Schultern verlagert werden. Denn es ist nicht unsere Absicht über schlechte Berichterstattung zu jammern, sondern bessere anzubieten. Damit stärken wir im übrigen auch die oppositionelle und alternative Presse in der Türkei. Z.B., wenn es uns gelingt einen Kommentar aus der noch kleinen Zeitung "Taraf" am gleichen Tag in Deutsch zu veröffentlichen, wo er in der Türkei erschienen ist. Damit verstärken wir eine der wesentlichen Stimmen in der Türkei gegen die etablierte Macht. Ein kommunistischer Bekannter brachte das vor vielen Jahren mal auf die griffige Formel: "Hammern und Sicheln ist besser als Jammern und Picheln". 
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Rosa
Jr. Member

Beiträge: 70
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« Antworten #3 am: 31. Mai 2009, 08:52 » |
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Nein!, ich glaube nicht, dass die deutsche Presse und Medien ''FREI'' sind.....auch sie werden zensiert!!! ...insbesondere wenn es um das Thema ''Türkei'' geht. Deutschland profitiert doch ''leider!'' am Meisten durch den Krieg, Konflikte zwischen türk.Militaer und der PKK! ....durch ihre Waffengeschaefte mit der Türkei! Für Deutschland( deutsche Regierung) zaehlen Profite mehr! als die Einhaltung der Menschenrechte! Im eigenen Lande predigen sie ''Wein'' und berichten tagtaeglich über Menschenrechtsverletztungen in China, Kuba .....und Andererseits beteiligen sie sich unbemerkt von der eigenen Bevölkerung, am Krieg gegen die kurdische Bevölkerung in der Türkei und Nordirak durch das türkische Miltitaer!!!! Dulden und schweiigen zu Grenzüberschreitungen in fremde Nachbarlaender durch das türk.Militaer, betiteln kurdische Guerllla-Kaempfer'innnen als ''Terroristen'', obwohl der ehemalige und jetztige Staat der Türkei an diesem Krieg Schuld ist Laut ihrer menschlichen, demokratischen Denkweise der deutschen Politiker müssten sie das türkische Miltitaer und die türkische Regierung als Terroristen einstufen und ihnen auf die ''iFinger klopfen''!, sich von der Türkei mit ihren noch heute andauernden Waffenlieferungen abwenden, die Abertausenden finanziellen Dollars,Euro an die türkische Regierung, ohne Wenn und Aber einstellen, sie unter Druck setzen ect. .....Aber Nein, Geldgeschaefte, wirtschaftliche Interressen zaehlen eben mehr für deutsche Politiker, als eben die Einhaltung der Menschenrechte. Dann wird auch mal sehr gern weggeschaut und geschwiegen durch deutsche Medien, Presse. Die tagtaeglichen Übergriffe, Repressialien gegenüber der kurdische Bevölkerung durch türkische Polizeieinheiten, Militaer, Jandamerie, die tagtaeglichen Festnahmen und Haftstrafen für DTP-Mitglieder, für Menschen in der Türkei die sich für Frieden, Demokratie und Gleichberechtigung öffentlich einsetzen, werden seitens Deutschland ignoriert, verschwiegen!!!!! Noch heute wird über ''Stasimitarbeiter'' der ehemaligen DDR berichtet, werden noch heute verurteilt und in der Presse und den Medien als Mörder und Verbrecher, als Schaender der ehemaligen Bevölkerung der DDR hingestellt und Andererseits wird weggeschaut und geschwiegen, wenn andere Laneder wie z.B. die Türkei die Würde eines einzelnen Menschen beschmutzen, tagtaeglich mit Provokationen, Terror und Gewalt antworten .....auf Kinder und Jugendliche mit Waffen aus Deutschland gezielt schiessen, Kindern vor laufender Kamera den Arm verdrehen und dann noch Arztbesuche verweigern lassen, Aerzte unter Druck setzen, um falsche Ateste auszufüllen bei Personen die durch den Terror, Gewalt durch Polizei und Militaer zuschaden gekommen sind, Wohnungen verwüsten, Dörfer bombardieren, Nutzvieh durch Luftangriffe gezielt töten, Menschen aus ihren Heimatdörfern vertreiben u.v.a. mehr.......Deutschland ist nicht demokratisch!, Deutschland ist ein kapitalistischer Staat, wo nur Geld,Macht und Profit zaehlen....Sie wollen und können Türkei nicht verurteilen, die Waffengeschaefte einstelllen.....es sind wirtschaftliche Faktoren, sowie militaerische Faktoren.....sie sind von der Türkei abhaengig und lassen sich stillschweigend von denen diktieren um ihre Interessen nicht in Gefahr zubringen....also in meinen Augen ''Duckmaeuser''-deutsche Politiker! Und das wissen die Türken .- Regierung.......
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Amos
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« Antworten #4 am: 31. Mai 2009, 15:44 » |
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Rosa, ich möchte in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass über Jahrzehnte, die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen durch die trk. Regierung und die sie kontrollierenden Militärs immer zeitnah in deutschen Zeitungen und TV-Magazinen gemeldet und auch anständig kommentiert werden. Wenn du dies nicht bemerkt hast, dann bist du auf die falschen Medien abonniert! Wie leider so viele MigrantInnen, vermutlich weil die kurzen und großbuchstabigen Artikel dieser Medien gerade noch verständlich sind für Leute, die sich die Sprache dieses Landes erst mühsam aneignen mussten. Das gilt jedenfalls für die ältere Generation. Mich verwundert aber immer wieder, warum die junge Generation "mit Migrationshintergrund" es nicht schafft, sich aus den differenzierenden Medien zu informieren. Ihr habt hier die Schule durchlaufen, in dieser Sprache euer Abitur bestanden, studiert in dieser Sprache, seid aber kaum in der Lage bei den Informationsmedien die Spreu vom Weizen zu trennen. Das will einfach nicht in meinen alten Kopf hinein. Ich jedenfalls habe das in der Oberstufe eines Provinzgymnasiums gelernt, zu einer Zeit, als es außer "Der Spiegel" kein nicht-regierungstreues Presseorgan gab, kein anderes TV als ARD und ZDF, keine selbstorganisierte Radiostation. Und natürlich kein Internet. Ich hatte allerdings das im damaligen Deutschland vor rund 50 Jahren seltene Glück, antifaschistisch orientierte Eltern zu haben, die mich Skepsis lehrten gegenüber veröffentlichter Meinung! Wenn ich meine diversen kurdischen Nachbarn besuche, was läuft im Fernsehen? RTL und die Springer-Kanäle SAT-1 oder PRO-7. Wenn ich auf informative Sendungen in den Länderprogrammen der ARD, bei Phoenix, 3-Sat, Arte oder auch DW hinweise, ernte ich erstaunte Blicke und nicht selten die Frage: "Was ist denn das"? 2002, als meine Mutter noch lebte, und 2 kurdische Mädchen sie nach ihrer Meinung zu DSDS fragten, war es an ihr, mich zu fragen: "Was ist denn das?" Wir alle haben das Recht, die Berichterstattung vieler Medien hierzulande in Bezug auf kurdischen Angelegenheiten heftig zu kritisieren, aber wir haben auch die Pflicht, in Bezug auf unsere Information wählerisch zu sein und unsere kurdisch- wie deutschsprachige Umwelt auf Alternativen zu den Kommerzmedien hinzuweisen. Das setzt natürlich voraus, dass wir selbst diese anderen Medien kennen und für uns nutzen.
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Serfiraz
Newbie
Beiträge: 3
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« Antworten #5 am: 01. Jun 2009, 04:26 » |
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Roj bas,
lieber amos.......sicherlich hast du damit Recht, dass man sich aus den differenzierenden bzw. seriösen Medien informationen beschaffen sollte. Aber gehört z.b. die FAZ oder die SZ. nicht dazu?? Beispiel: Als die 3 Bergsteiger durch die PKK-Geurilla entführt worden sind haben die genannte Zeitungen quasi Kriegspropaganda gemacht!!!!! Immerwieder wurde das geschrieben was die türkischen Medien veröffentlichten. Es war doch die rede, das Dr. Bahoz Erdal bei den gefechten zw. der türkischen Armee und der Pkk umgekommen ist usw. Aber woher hat den die FAZ bzw. die Süddeutsche Zeitung ihre Infos?? Nicht etwa durch die dpa? Den geht es doch nicht wirklich darum neutral zu berichten.....vielmehr möchten sie ihre infos so kostengünstig zu beschaffen wie es geht. Die Echtheit der Infos spielt dabei "kaum" eine rolle! Wie MASSIMO
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Serfiraz
Newbie
Beiträge: 3
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« Antworten #6 am: 01. Jun 2009, 04:32 » |
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ups.....zum glück ist der text noch da.....sorry .................aber ich gebe Massimo recht, wir können leider nicht unter der Decke schauen;;(( Aber Amos spruch gefällt mir besser......... "Hammern und Sicheln ist besser als Jammern und Picheln".  Silav u rez
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Amos
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« Antworten #7 am: 01. Jun 2009, 11:47 » |
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@ Serfiraz: Jede überregionale Zeitung in Deutschland vertritt im wesentlichen die Meinung ihrer Eigentümer. Du führst hier FAZ und SZ an. Die sollte mensch nicht über einen Kamm scheren. Natürlich sind beider Eigentümer Kapitalisten, welche ein Interesse am Weiterbestehen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung haben. Und in diesem Falle haben diese Leute wenig Interesse den Handelspartner "Republik Türkei" besonder abzuwatschen, was bedeutet, dass sie nicht von vornherein deren Berichterstattung als falsch darstellen. Auf der anderen Seite fühlen sich beide Blätter auch der Tradition und den Idealen des deutschen Liberalismus verpflichtet, dies jedoch mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Wahrend die FAZ sehr eindeutig auf der Seite des eher konservativen Wirtschaftsliberalismus steht und schreiben lässt, versucht die SZ eher die Stimmen eines fortschrittlich politischen Liberalismus zu unterstützen. Dies wird durchaus auch in den Persönlichkeiten ihrer Korrespondenten in Ankara deutlich. Aber in der Summe schreiben weder Dr. Rainer Herrman (FAZ) noch Kai Strittmatter (SZ) einseitig nach Vorgabe der Regierung in Ankara. Eins sollte aber auch klar sein, sie verstehen sich auch nicht als Korrespondenten von ROJ-TV! Und das sollte auch niemand hier von ihnen erwarten, noch ihnen vorwerfen, dass sie keine Anhänger von Apo sind. Aber sie haben sich z.B. oft genug gegen jede Drangsalierung von DTP-Abgeordneten und -Funktionären ausgesprochen, und sowohl Ahmet Türk wie Leyla Zana sind gern gesehene Gäste und Interviewparner in ihren Redaktionen. Im übrigen habe ich immer eine Korrespondentenliste griffbereit, welche die deutsche Botschaft in Ankara ins Netz gestellt hat: “Medienvertreter in der Türkei”. Hier fehlt allerdings auffällig der Korrespondent der wichtigen links-liberal einzustufenden "Frankfurter Rundschau" dessen offizieller Sitz wohl in einem anderen Land der Region ist. Soweit mir Arbeiten der angeführten Personen bekannt sind, würde ich die Vertreter von ARD und ZDF eher zu den weniger TR-kritischen Korrespondenten rechnen, was vielleicht wirklich ein Manko ist. Und die nicht öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten sind eher noch stärker kemalistenfreundlich eingestell. Das ist aber nicht allzu tragisch, weil analytische politische Berichterstattung nicht zu ihren Geschäftsinteressen gehört. Ansonsten bestimmt weitgehend die politische Richtung der jeweiligen Medieneigentümer die Art der Berichterstattung. Da gilt halt: "Wes Brot ich esse, des Lied ich singe". Allerdings passieren immer mal wieder Dinge in der Türkei im Zusammenhang mit Kurden, dass es selbst dem braven "Welt"-Korrespondenten und Türkenfreund Boris Kalnoky "über die Hutschnur geht" und er Artikel schreibt, worüber die Regierenden in Ankara "not amused" sind. Ich bin seit über 50 Jahren interessierter und intensiver Zeitungsleser, und das umso mehr, seit ich die Zeitungen aus aller Welt im Internet lesen kann. Dadurch kann ich mir ein langfristiges Urteil bilden, das nicht nur auf einigen wenigen Artikeln basiert.
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« Letzte Änderung: 01. Jun 2009, 11:50 von Amos »
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kurdistanblog
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kurdistanblog | Beiträge: 30
« Antworten #8 am: 01. Jun 2009, 18:45 » |
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Kurdistan ist halt momentan nicht der Nabel der Welt und wir dürfen nicht vergessen, dass es über 100 Kriege (kleine und große) auf der Erde gibt und deshalb die Nachrichtenredaktionen eine Entscheidung fällen müssen. Was sollen denn die Tamilen behaupten, wenn die Welt seit Jahresanfang zusieht wie Zehntausende dieses Volkes getötet werden und der WDR lieber über die Spargelzeit am Niederrhein berichtet??
Über die Kurden wird leider immer nur dann umfassend berichtet, wenn Sie zu Aktivitäten sensationeller Art in Europa zurückgreifen oder eine aktuelle Nachricht bzgl. Kurden im Zusammenhang mit europäischen oder US - Interessen steht (z.B. EU-Beitritt der Türkei). Da die PKK die sensationelle Form des Protests seit einigen Jahren nicht mehr realisiert , schreibt in Europa auch keine Sau mehr über die Kurden.
Dazu kommt wie Amos sagt natürlich die persönliche Meinung und das individuelle Interesse der Verlags- und Medieneigentümer. Diese sind nun mal neoliberal kapitalistisch geprägt mit Sympathien zu Amerika (Nato) , Israel und Europa.
Richtig ist auch, dass es Medien in Deutschland gibt, die immer wieder mal über Kurdistan schreiben und dabei auch Kritik an die Türkei äussern. Zu einer Verherrlichung des kurdischen Widerstands wird es natürlich niemals in Europa kommen, da ein "militanter Befreiungsakt" eines unterdrückten Volkes, nicht in das bigotte und ethische Bild der "abendländischen Werte" (Ironie-zynik) passt.
Die Kurden und alle Sympathisanten der Freiheitsbewegung müssen sich also Ihre eigenen Medien schaffen und auch größere Anstrengungen betreiben um an objetive News zu gelangen. Ein Tipp von mir , manchmal muss man einfach nur das Gegenteil der aktuellen Nachricht denken und man hat die Wahrheit :-).
RojTV ist z.Bsp. ein bedeutender Schritt gewesen um den Informationsbedarf der Kurden zu befriedigen. Das kann aber nur ein Anfang sein.
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Volk-ohne-Staat
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Beiträge: 249
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Volk-ohne-Staat | Beiträge: 249
« Antworten #9 am: 01. Jun 2009, 23:10 » |
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Die deutschen Medien berichten, wie überall auf der Welt, im Interesse des eigenen Staates. Zu den Interessen des deutschen Staates gehört nicht ein unabhängiges, freies Kurdistan.
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scarface1981
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scarface1981 | Beiträge: 23
« Antworten #10 am: 02. Jun 2009, 13:18 » |
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so nun möchte ich auch mal meine meinung zu diesem thema hinzufügen. es mag sein dass die deutschen medien wenig über die kurden schreiben, gerade weil die deutsche regierung sehr gute beziehungen zu der türkei unterhält und diese ungern in gefahr bringen will. nun meine frage: weswegen sollte der deutsche staat die sehr guten beziehungen zu der türkei, welche in zukunft noch besser werden, für ein volk aus spiel setzen dass ihnen keinen nutzen bringt? man muss realistisch denken und sehen dass die kurden dem deutschen staat kein guter handelspartner sind und die kurden könnten momentan diesen ausfall von milliarden von euros die die deutschen durch ihre handelsbeziehungen mit der türkei erwirtschaften auch niemals ersetzen oder gar ausgleichen durch eine leistung ihrerseits.was verdient deutschland an kurden in der türkei?nichts!!!´ wenn ich der deutsche staat wäre dann würde ich das auch so machen. das einzige was die kurden machen müßen ist sich selber mal helfen anstatt immer nur auf hilfe zu warten.jeder ist seines glückes schmied.die kurden sind selber schuld für ihre situation.am anfang waren die kurden in deutschland anders angesehen und man hatte mehr respekt vor ihnen und es gab auch einen unterschied zwischen ihnen und den türken und es hat deutlich mehr pressemitteilungen über das unterdrückte kurdische volk gegeben. mittlerweile sind die deutschen an einem punkt angekommen an dem sie ihren interessen nachgehen.deutschland ist kein deut besser als all die anderen länder auf dieser welt, denn alle machen es so. warum haben die deutschen ein konsulat im nordirak?das ist doch kurdistan oder nicht?einfach weil sie wirtschaftlich davon profitieren wird in naher zukunft.deutschland wird dort strassen, häuser, fabriken usw bauen.
@volk-ohne-staat
du hast den nagel auf den kopf getroffen, ich habe dafür mehr sätze gebraucht..............:-)
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