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Kurdistan Diskussionsforum 22. Mai 2012, 23:47 *
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Autor Thema: Antworten auf türkisches Standardunwissen  (Gelesen 4383 mal)
Necana | Beiträge: 0
Necana
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« am: 13. Jun 2007, 23:38 »

"Es gab schon diesen.... und diesen.... kurdischen Minister."
"Wir können doch auch nicht in Deutschland nach diesem und jenem Gebiet bewaffnet streben."
"Die Kurden verstehen sich doch selbst nicht unter einander."
"Kurden stellen sich doch nur als Opfer dar."

usw. usw.

Sätze wie diese haben unsere Ohren schon des Öfteren vernommen.
Hier soll dieses Unwissen und dem blinden Nationalismus entsprungene Standardsprüche entfkräftigt und beantwortet werden, um vielen türkischen Bürgern deutlich zu machen, dass die Welt sich nicht nur nach ihrem Kopf dreht!
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Berxwedan | Beiträge: 304
Berxwedan
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« Antworten #1 am: 14. Jun 2007, 17:16 »

Gute Idee! Am besten sind ja die Sprüche wie: "Was wollt ihr eigentlich von uns?" "Ihr habt angefangen" oder "Es gibt ja gar keine Kurden".

Da krieg ich jedesmal einen Aggressionsschub. So viel Dummheit muss weh tun.
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Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #2 am: 14. Jun 2007, 17:30 »




Da fallen mir auch Paar sprüche ein

"Ist doch egal ob kurde oder türke, wir sind alle menschen"

"wir sind brüder, pkk will uns spalten"

"die amerikaner stecken dahinter, lasst uns usa zusammen bekämpfen,"

"sozialismus ist wichtig, wenn wir die imperialisten besiegen, können wir dann über die kurden sprechen"

"im islam gibts keinen rassismus, wir sind alle türken"

"egal ob türke oder kurde, letzendlich sind wir alle türken"



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Necana | Beiträge: 0
Necana
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« Antworten #3 am: 14. Jun 2007, 23:01 »

Bezüglich der "kurdischen" Politiker in der Historie der Türkei:

Ismet Inönü, geb. in Izmir, vertrat die Türkei bei den Verhandlungen zum Vertrag von Lausanne.
Dabei hatte dieser Vertreter der türkischen Delegation, Ismet Inönü, auf der Lausanner Konferenz gesagt, die Türkei sei das Heim zweier völlig gleichberechtigter Nationen, nämlich der Kurden und der Türken.
Der Kemalist Ismet Inönü und der britische Vertreter Lord Curzon beriefen sich beide auf das Selbstbestimmungsrecht der auf der Konferenz nicht vertretenen Kurden, als sie den Anschluß Mosuls an die Türkei beziehungsweise an das britische Mandatsgebiet Irak forderten. Von einem kurdischen Staat war nicht mehr die Rede. Der Friedensvertrag von Lausanne am 24. Juli 1923 überließ die Mosul-Frage schließlich der Regelung durch den Völkerbund, der im Dezember 1925 das Vilayet dem Irak angliederte. Daß die Kemalisten gerade einen kurdischen Aufstand in der Osttürkei blutig niedergeschlagen hatten, verschaffte dieser im Sinne der britischen Ölinteressen getätigten Entscheidung die nötige Unterstützung der Weltöffentlichkeit. Die Türkei gehörte dem Völkerbund im übrigen nicht an..

Diesen Mann nennt ihr kurdischen Politiker?

Gut, vielleicht hat das kurdische Volk sich falsch ausdrückt: Wir wollen keine "kurdischen Politiker", sondern "Politiker für Kurden"!

Kurdistan war auf vier Länder aufgeteilt und aufgrund der Interessen alter Mächte in der Verteilung von Gerechtigkeit und Selbstbestimmung untergetaucht. Nun bezeichnet man die Kurden einerseits als Araber, andererseits als Perser und wieder andere als Türken!

Ein unterdrücktes Volk ohne Freunde ist leichter den eigenen Interessen anzugleichen und es ist auch keine Kunst unter diesem Volk Menschen zu finden, die bereit sind ihre Ehre und ihr Sein zu verlassen, um ihre Existenz auf Erden abzusichern und scheinbar besser zu leben.
Diese Art von Menschen nennt man: Assimilierte!

Es ist allseits bekannt, dass bis vor nicht langer Zeit in der Türkei offiziell keine Kurden existierten: Heute nennen sich viele Politiker "Kurden" und erwähnen im selben Atemzug "Ne mutlu türküm diyene" (über diesen Spruch gibt es auch sehr gute türkische Selbstinterpretationen) und ihrem Streben der türkischen Nation zu dienen, da es die Nation der Türken und Kurden sei: Kurden? Etwa diese, die es erst seit kurzem gibt?

Wie gesagt: Die Kurden haben als eines der größten Völker im Nahen Osten das Recht auf Selbstbestimmung und der Vertretung ihrer Interessen in einem heimischen Parlament.

Wenn nun Türken, animiert durch Türkes ungebildete Sätze, dass nämlich Italiener, Deutsche, Engländer etc. in den USA auch nicht nach territoriellen Ansprüchen greifen können, benutzen, endet jede Diskussion aufgrund dieses - von nationalistischer Gehirnwäsche produziert - Unsinns!

Wanderten Italiener in die USA ein oder lebten sie schon immer dort? Haben sie denn keine Nation?
Wanderten Deutsche in die USA ein oder lebten sie schon immer dort? Haben sie denn keine Nation?

Weiterhin ist die USA keine auf eine Ethnie beanspruchte Nation, da die sogenannten Amerikaner nichts als Nachfahren diverser kolonialer Volksgruppen sind!

Das kurdische Volk lebt seit abertausenden Jahren in ihrem eigenen Gebiet! Das kurdische Volk hat nie woanders gelebt und es hat seine Erde unter sich und nicht Meilen entfernt!

Aufgrund der Ignorierung ihrer Grundrechte, der Leugnung ihrer Existenz und der Unterdrückung ihres Seins und der Tatsache, dass sie niemals vertreten wurden, aufgteilt und verteilt sind, ein eigenständiges und auf eine lange Geschichte zurückblickendes Volk sind und der Natur folgend eigene Interessen, die ihre Art, Kultur und Sprache betreffen, beanspruchen, müssen ihre Politiker in letzter Linie sie - das kurdische Volk - vertreten!

....gut: Wenn es also auch unsere Politiker sind, die ihr so stolz erwähnt, liebe Mehrzahl türkischer Bürger, warum unterscheidet ihr zwischen jenen, die von uns gewählt sind und jenen, die in türkischen Parteien wie türkische Politiker für türkisches Denken Politik betreiben?

Warum werden Turgut Özals, wenn sie kurz davor sind ihren Mist auszubügeln und auf die Kurden zu zugehen, aus dem Verkehr gezogen? Warum wird heute kurdischen Politikern der Weg ins Parlament verwehrt und erschwert? Warum schaut man mit Argwohn auf kurdische Politiker einer anderen als der türkischen Staatsbürgerschaft in einem anderen Land?

Was haben scheinbare kurdische Minister für die Kurden getan? Heute noch können sie ihre Sprache nicht frei sprechen, denn heute noch gibt es Anzeigen und Anklagen, wenn kurdische Wörter ausgesprochen werden!

Wenn schon stolz erwähnt wird, dass es kurdische Minister in der Türkei gab, so soll auch erwähnt werden, dass es solche nicht gab, die sich für kurdische Rechte eingesetzt haben und solche, welche den Mut aufbrachten ihre kurdischen Nationalität deutlich zu zeigen, Opfer staatlicher Repressionen wurden!

« Letzte Änderung: 14. Jun 2007, 23:04 von Necana » Gespeichert
alya | Beiträge: 529
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« Antworten #4 am: 14. Jun 2007, 23:34 »

"Die Kurden verstehen sich doch selbst nicht unter einander."

Diesen Satz kann ich einfach nicht mehr hören. Die Personen, die diese Sätze von sich geben, glauben wirklich sie wüssten auch nur ein wenig von dem was sie da sagen, weil sie es irgendwo aufgeschnappt haben.
Ja es stimmt, dass der Zusammenhalt der Kurden in der Vergangenheit nicht so war wie es hätte sein sollen und es stimmt auch, dass sich verschiedene Parteien in der Vergangenheit bekriegt haben, aber es stimmt dennoch nicht, dass sich Kurden untereinander nicht verstehn.
Ich denke alle haben aus der Geschichte gelernt und man kann hoffen, dass diese Fehler nicht nochmal passieren.
Aber eins ist doch klar: Wir Kurden haben alle dasselbe ziel und deswegen verstehen wir uns eben doch. Unsere  Probleme sind nur die Grenzen, die einfach errichtet wurden, die unsere Gebiete gespalten haben.
Diskrepanzen einzelner Personen oder Parteien kann man nicht auf ein ganzes Volk verallgemeinern.


"wir sind brüder, pkk will uns spalten"

Diese Aussage ist noch viel besser  Lächelnd
Dann fragt man am besten danach, worin sich die Brüderschaft vor der pkk wiedergespiegelt hat.
Die Unterdrückung der Kurden gab es schon vor der Pkk und die Pkk ist nur eine Antwort auf diese Unterdrückung (noch milde ausgedrückt).


"Ist doch egal ob kurde oder türke, wir sind alle menschen"


Schade nur, dass einige jedoch nicht in der Lage sind sich menschlich zu verhalten.
Wenn man diesen Satz so liest, könnte man ja denken "ja er/sie hat recht, wir sind alle Menschen, egal welcher Kultur wir angehören", jedoch steckt etwas anderes dahinter wenn ein Türke (nicht alle Türken!!!) das sagt, denn das "ist doch egal" wird so betont wie: "nicht schlimm, dass du Kurde bist, kannst ja nichts dafür"
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Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach.
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« Antworten #5 am: 14. Jun 2007, 23:52 »

In dieser Nachricht http://www.hurriyet.com.tr/gundem/6710787.asp?gid=180 wird ein kurdischer Politiker aufgrund der Anwendung der kurdischen Sprache seines Amtes enthoben und in dieser hier
http://www.haberler.com/kosova-nin-gilan-belediyesi-nde-resmi-dil-turkce-haberi/ wir erwähnt, dass in einer Gemeinde in Kosovo (Gilan) auch türkisch als Amtssprache eingeführt wird, wobei sie mit den Serben und Zigeunern zusammen nicht einmal mehr 15% ausmachen!

T. Erdogan erwähnt auf seinen Deutschland-Reisen von der Notwendigketi der Lehre der türkischen Sprache, denn nur die Verwendung der eigenen Muttersprache ziele auf Erfolg in der Verwendung fremder Sprachen!

Und dann fragt man sich: In welchem Land spricht man mehrere Sprachen? Diese Frage kommt aus einem Vielvölkerstaat namens Türkei, in der seit über abertausenden Jahren Kurden leben und heute mit mindestens 30% in der Bevölkerung vertreten sind! Man schaue nach Belgien, Schweiz, Niederlande, Österreich, sogar Spanien, "Skandinavien" oder auch in die USA usw.!
Ich weiss....das sind ja demokratische Staaten!
Ich weiss....die Kurden haben kein Interesse an der Erlernung ihrer Sprache,
deshalb fließt auch seit hunderten Jahren Blut!

Die Türkei ist Mitglied der Vereinten Nationen und als solches an dieses Grundgesetz gebunden:

Abschnitt I. Völker und Nationen

Artikel 1

Jede Gruppe von Personen mit einem gemeinsamen kulturellen Bezug und einer eigenen geschichtlichen Überlieferung, die sich innerhalb eines bestimmten geographischen Territoriums oder unter anderen Bedingungen entwickelte, bildet ein Volk.


Artikel 9.1.

Jedes Volk hat das Recht, seine Kultur, seine Sprache und seine organisatorischen Formen auszudrücken und zu entwickeln und hierfür innerhalb seiner Souveränität seine eigenen Strukturen hinsichtlich Politik, Bildung, Kommunikation und öffentlicher Verwaltung zu schaffen.


...wobei:

Der im Jahre 1966 unterzeichnete Pakt, der von der Türkei nicht unterzeichnet wurde, enthält in den Artikeln 13, 14 und 15 keine Beschlüsse über die muttersprachliche Bildung. Es wird aber betont, dass die Bildung für jedermann ein Grundrecht ist und er enthält detaillierte Erläuterungen.

An dem im Jahre 1996 unterzeichneten und im Jahre 1976 in Kraft getretenen Pakt hat die Türkei nicht teilgenommen.

Im Art 27 steht "In Staaten mit ethnischen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten darf Angehörigen solcher Minderheiten nicht das Recht vorenthalten werden, gemeinsam mit anderen Angehörigen ihrer Gruppe ihr eigenes kulturelles Leben zu pflegen, ihre eigene Religion zu bekennen und auszuüben oder sich ihrer eigenen Sprache zu bedienen.

Warum hat man wohl nicht unterzeichnet? Weil Türken und Kurden zusammengehören? Weil doch die kurdischen Minister so oder so wie die türk. Politiker denken? Weil es keine Kurden gab!




 
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« Antworten #6 am: 14. Jun 2007, 23:58 »

Wieviele Türken sind der kurdischen Sprachen mächtig, um es sich erlauben zu können über diese zu urteilen?
Die Frage bezüglich jedes türkischen Urteils zur kurdischen Sprache muss lauten:
Können Sie kurdisch?

Ein Vergleich kann nur in Frage kommen, wenn der Vergleicher wissend über das zu Vergleichende ist!

Da viele Kurden die türkische Sprache beherrschen und einige sogar sehr gut, können diese selbstverständlich mit besserem Verständnis ein Vergleich ziehen.
« Letzte Änderung: 15. Jun 2007, 00:02 von Necana » Gespeichert
Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #7 am: 15. Jun 2007, 11:08 »



Zitat
"sozialismus ist wichtig, wenn wir die imperialisten besiegen, können wir dann über die kurden sprechen"


Was sich wie ein Antiimperialistisches Slogan anhört, ist eigentlich der Wunsch die Kurden gegen den Westen zu hetzen, damit die Kurden International vernichtet werden können. Diese Propaganda wird seit mind. 30 Jahren gemacht, teilweise mit Erfolg. Es gibt genug Kurden die diesen Linksparteien hinterher dackeln(z.B. Aysel Tugluk). Komischerweise ist die Türkei niemals Zielscheibe der Linksparteien, dabei ist der Hauptverbündete der so bösen USA und Israel die Türkei selber. Aber die PKK/PDK und Yekiti werden gerne als pro Imperialistische Parteien bezeichnet.
Es ist also klar, dass diese Hetze von Links beabsichtig ist, die Kurden zu vernichten. Nur Schade, dass darunter sehr viele Kurden sind.


Zitat
"im islam gibts keinen rassismus, wir sind alle türken"

Oder "Im Islam gibts keine Rassenteilung bzw. Rassismus", das stimmt schon, aber was tun die Türken in dem sie ein Volk assimilieren wollen oder die Identität der Kurden Leugnen oder diejenigen Töten die sich dagegen stellen. Das ist doch der grösste Rassismus. Ausserdem darf man im Islam seine Herkunft nicht leugnen und hat das Recht auf Krieg wenn der Gegenüber dich auslöschen will. Die Kurden verhalten sich also hierbei Korrekt.
Es gibt wiederrum genug Kurden, die diesen Thesen folgen. Ich denke nicht, dass sie eien Gehirnwäsche bekommen, eher liegt es an ihren Minderwertigkeitskomplexen, so leben sie lieber mit der Lüge.


Türkische Linke sowie türkische Islamvereinugungen sind dank der starken Unterstützung von Kurden sehr stark. So gesehen unterstützen die Kurden türkische Links & Islam Parteien mehr als kurdische. Das ist eine Schande. Wer hat gesagt, dass man als Moslem oder Sozialist nicht für sein Volk kämpfen kann. Aber wie schon erwähnt, manche Kurden lieben lieber ein ehrenloses unwürdiges Leben, als einen ehrenhaften und würdigen Widerstand. 



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« Antworten #8 am: 15. Jun 2007, 12:38 »

Die Wahrheit zu kennen, heißt dafür zu kämpfen.
Eine Lüge darf nicht toleriert werden, es muss dagegen gekämpft werden, sonst erreicht der Schaden dieser Lüge irgendwann dich selbst.
Natürlich find ich es tragisch, dass so viele Türken mit so einem ernormen Unwissen auftreten, was mich jedoch tausend mal mehr ärgert und Sorgen macht, dass ein Großteil unserer Kurdehn selbst mit einer großen Lüge über sich selbst leben. Das sie sich selbst bemitleiden, sich als minderwertig und nutzlos ansehen. Obwohl sie eigentlich keinen einzigen Grund dazu haben. Die kurdische Identität ist einer der reichsten und vielfälstigen Identitäten, die es auf dieser Welt gibt. Leider haben viele unserer Menschen diese Wertschätzung verloren. Und hier muss angegriffen werden.
Es bedarf einer großen Aufklärung bei uns selbst.
Darüberhinaus muss verlangt werden, dass nicht nur eine Aufklärung vorhanden sein muss, nein, eine Identität muss auch gelebt werden. Es reicht nicht, zu sagen, man wäre Kurde. Denn letztendlich sind wir nur das, was wir auch wirkliche leben. Sei es die Sprache, die Kultur, die Freunde und so weiter....

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" Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer".
Ciwanro Kani | Beiträge:
Ciwanro Kani
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« Antworten #9 am: 15. Jun 2007, 13:20 »

Zwei Ansichten die eine von einem Türken die andere vom Kurden, von einem Studentenforum.

Zitat von: Beitrag eines Türken
Die folgende Email wurde mir von einem Freund zugesendet. Sie ging als Rundmail an ca. 100 Empfänger. Der Autor dieser Email geht auf einen Artikel in einer französischen Zeitschrift über die Freizeitgestaltung kurdischer PKK-Kämpferinnen in den Bergen ein. Unter anderem wird dort Volleyball etc. gespielt. Unter dieser Voraussetzung müsst ihr die Email lesen. Die Antwort auf diese Mail, welche darunter zu lesen ist, schrieb ich und ein Freund. Die Bilder der Zeitschrift kann ich euch auf Anfrage zuschicken, dazu müsst ihr mir aber eure Email Adresse zusenden.

Ein Hallo an alle,
ich erlaube mir hier mal auf Deutsch an alle diese Email zu schreiben, in der Hoffnung, dass alle sie verstehen, da ich nicht weiß, ob unter Safiyes Freunden nicht evtl. auch Personen aus der Türkei sind. Ich schreib trotzdem mal und hoffe,
dass mich ein Großteil versteht.

Safiye, diesen Artikel kannte ich schon, weil ich den "damals" auch versendet hab, doch freut es mich, dass Du den auch erhalten hast und den weitergeleitet hast. Dieser Artikel gibt genau das wieder, wie Europa nun tickt, wie die Türkei und wir Türken ticken und dass uns Europa nicht im geringsten versteht. Dieses Bild, der ach so freundlichen Guerilla-Kämpferinnen, die gegen den bösen Staat kämpfen. So nett und freundlich. Ein psychologischer Trick und eine starke Färbung des Autors. Wenn diese Frauen so nett sind und kämpfen, dann wehren die sich doch garantiert gegen etwas böses, also dem Staat. Wie ich weiß, gibt es in der Türkei eine Demokratie. Wenn jetzt einige schimpfen wollen, ja es gibt sie, auch wenn sie nicht identisch mit der deutschen Demokratie ist. Nebenbei sei bemerkt, dass es in den U.S.A auch die Demokratie gibt und nebenbei sogenannte "Terroristen" außerhalb der U.S.A in einem Kamp bei Kuba einsitzen und mit allem rechnen müssen. Oder waren das auch Rebellen, die man fälschlicherweise Terroristen nennt ?!?!?

DIE heißen Terroristen!
Wann hab ich hier denn mal gehört, dass die Türkische Armee gegen Terroristen gekämpft hat? Hier heißt es immer Rebellen oder "Freiheitskämpfer" oder sonst was. Warum nennen die europäischen Medien die Leute immer anders? Wenn in den Städten Bomben hochgehen, nennen die sogenannten westlichem Medien die Partei zur Befreiung Kurdistans hat...Die erklären oftmals, warum die Bomben legen, zur Befreiung Kurdistans. Nie sagen die Terroristen haben. Es ist eine Beleidigung der 30.000 Opfer in der Türkei für die es hier NIE eine Trauerminute gab. Stattdessen fahnden die, ob APO nicht auf Imrali vergiftet wurde. Nein wird er nicht! Soll er da doch bleiben. Jedenfalls ist er dort sicher! Die Türkei besteht aus ZIG Volksstämmen! Jeder kann "seine" Sprache sprechen, wie er mag. Ich kennen Bosniaken, Araber, Griechen und kurdischstämmige Türken. Ich kenne persönlich Menschen, die vor Jahrzehnten im Osten als Arzt beim Militär tätig waren und immer einen Dolmetscher dabei hatten. Das war nie ein Problem, bis der Terror anfing. Ich nenne es beim Namen und ich nenne es Terror!

Als der berühmte Anschlag in New York, das ist so einige Tausende Kilometer von Deutschland entfernt, stattfand, wurden meine arabischen und afghanischen Studienkollegen mit Mistrauen beachtet, bzw. in den Stadtbahnen ignoriert. Wenn mal
als Araber, Afghane oder Türke, der an Allah glaubt, bzw. Moslem ist, sich als Personen outet, wurde man echt schief angeschaut. Man musste sich IMMER verteidigen. Für etwas, für das man keine Verantwortung hatte und zudem für seinen Glauben, der nun aber überhaupt nichts damit zu tun hat. Nun passiert also tausende Kilometer entfernt etwas und, wenn man halbwegs in dieses Herkunftsschema der Terroristen passt, wird man schief angeschaut.

Nebenbei sei bemerkt, dass Freunde von mir, die mittlerweile Deutsche sind, aber in der Türkei geboren sind, aber auch schon seit Jahrzehnten in Deutschland leben, von der Polizei zu einem Interview eingeladen worden sind, weil sie a)Deutsche mit islamischen "Migrationshintergrund" sind und b) E-Technik studierten und c) ein Auslandssemester in den U.S.A hatten- Also Moslem, um die 30. für einige Monate in Silicon Valley gewesen und schon verdächtig! In der Türkei sind Bomben hochgegangen, DIREKT vor ORT auf dem Basar, auf einem Platz in Antalya, Ankara, Izmir, und Cesme, Orte, an denen ich vorher oder später war. Es gab noch viele andere Orte, die ich nur namentlich kenne. Die Angst und das
Gefühl reichten aus. Es sind bis zu 30.000 Menschen gestorben!!! Was vorher nicht war, dieses Misstrauen, ist leider gegenüber der kurdisch-stämmigen Bevölkerung gewachsen.

Wenn wir hier schief angeschaut wurden, weil in New York einige Tausend Menschen gestorben sind. Dann kann ich es leider verstehen, wenn auf einem Markt in Izmir 5 Männer in einer Gruppe komisch angeschaut werden, wenn sie kurdisch sprechen und es eine Gefahr gibt, bzw. wenn man mit einem Attentat rechnet. In vielen Städten gibt es in der Türkei keine Mülleimer, weil die feigen Terroristen, die sich in Europa durch Drogen finanzieren und die hiesigen Kinder vergiften und töten, in der Türkei Bomben im Müll verstecken! Bis zum Beginn des Terrors war das Leben in der Türkei annähernd normal. Da interessierte es niemanden welche Sprache du gesprochen hast etc. Ich will damit nur zeigen, dass der Keil, der in unser türkisches Heimaltland und zwischen unsere eigentlich gemischte und sehr gewachsene Volksgruppe, mit dem Terror der PKK und deren Organisationen und mit der Ignoranz des Westen immer mehr ins Herz getrieben wird. Wenn wir von Folter in Gefängnissen sprechen, dann gibt’s diese Folter für alle. Egal, ob aus dem Westen oder Osten. Mir tun alle Menschen leid. Mir tun aber auch die vielen Menschen leid, die unter dem Mantel Sozialismus, dann Religion und dann unabhängiger Staat irgendwie in den Bann dieser Terrororganisation PKK geraten und dann die, die gezwungen werden. Dann die Soldaten, die jung und unschuldig sind und sich nach einer relativ kurzen Ausbildung Mördern gegenüber stehen, die nur töten wollen.

Während meines Studiums wurde ich mal von Deutschen gefragt, ob ich ein böser oder ein guter Türke sei?!? Verstanden hab ich es nicht, erst, als sie mir erklären wollten, dass die Kurden die Guten und die Türken die Bösen sind. Mein Cousin studiert in Ankara und hat eine kurdische Freundin. Gut ? Böse? Was denn nun? Ich hab hier Leute kennengelernt, die aus dem Osten der Türkei stammen und irgendwie nie dort waren, die einen türkischen Pass hatten und nicht mit mir sprechen konnten bzw. wollten! Meine deutsche Freundin wurde von ihren Studienkolleginnen vor Jahren angefahren, dass die es nicht verstehen könnten, warum sie denn einen türkischen Freund hätte?! Ich habe den Mädels bei Abschlussarbeiten helfen können und konnte feststellen, dass ihr Gehirn gewaschen war. Sie lebte mitten in Deutschland, meinte aber, dass alle Türken böse sind! Bei der Abschlussarbeit merkte sie, wo sie dann plötzlich mit den vermeintlich bösen Türken zu hatte, dass wir neben dem ähnlichen Wurzeln viel mehr miteinander teilten, als sie sich eingestehen wollte. Wir beide lieben das
"Kleinasien", das Essen, die Kultur und ab und zu konnte sie auch türkisch, doch man merkte, dass sie es nicht mögen durfte, weil es nun mal so ist. Vielleicht hätte sie mal meinen Cousin und seine Freundin in Ankara kennenlernen sollen. Ich hab so weit ausgeholt und Euch nur einen KLEINEN Teil meiner Erfahrungen erzählt.

Safyies Artikel und die derzeitige Situation hat mich dazu gebracht, doch noch weit auszuholen und meinen Frust an die Empfänger des vorherigen Artikels zuzusenden.

Die U.S.A verletzen für 4 Minuten das Hoheitsgebiet der Republik Türkei. Nato-Landund ehemals bester Partner im kalten Krieg. In diesen 4 Minuten kann man a)schnell mal drohen und b) Aufklärungsbilder für die andere Seite machen!

Warum gilt eigentlich der Nordirak als friedlichste Zone? Weil dort ein nicht von der U.S.A kontrollierte Zone entstanden ist? Weil es dort Öl gibt? Weil dort die Peschmergas Waffen haben dürfen und die anderen in den anderen Zonen nicht?

Ich überlege mal kurz.
Die Türkei hat seit JAHRZEHNTEN mit dem TERROR zu kämpfen, der nun vermehrten aus einem ehemaligen Nachbarstaat kommt. Nach dem ersten Weltkrieg hat die neue junge Türkische Republik dem neuen von den Westmächten konstruierten Staat Irak den Nordirak an die irakische Republik abtreten müssen. Was nun passiert, wenn es den gesamten souveränen Staat nicht mehr gibt, weiß ich nicht. Hardliner in der Türkei könnten sich auf eine Vertragsverletzung
berufen und den Norden annektieren. Das wäre der Extremfall. Wegen Öl und Co. mag ich jetzt nicht denken. Ich denke an die Selbstmordattentate in den vergangen Tagen und dass aus diesem Machtvakuum die Terroristen permanent mit modernsten Waffen aus Europa in die Türkei kommen. Also nochmals, für die, die das nicht verstanden haben. Aus dem NACHBARLAND fallen Terroristen ein und sind kaum zu bremsen. Nun sagt die Türkei zu den Iraki "Jungs, also passt mal auf, wenn das mit der Grenze nicht so klappt und ihr zudem die Terroristen unterstützt, indem ihr sie passiv durch Ignoranz oder aktiv durch Logistik und mehr unterstützt, dann müssen wir mal was machen!" dann damit beantwortet wird, dass ein Barzani sagt" wenn die Türkei sich in den Norden einmischt, dann mischen wir uns in Diyarbakir ein!" Wie ist denn nun die richtige Antwort? Wer droht wem womit? Die Armee warnst schon seit dem Irak-Krieg, dass diese Machtvakuum den Terroristen nutzt und man etwas tun muss, vor allem die U.S.A, die es soweit haben kommen lassen.

Nein, als bedrohter Nachbar darfst Du NIX !!!! Wir erinnern uns?!?!? Der 11 September war ein Terrorakt von Menschen mit saudischen Pässen, letzte Wohnhaft Hamburg, Deutschland. Überfallen wurde der Irak und Afghanistan! Im letzten Land gibt es eh nix zu holen, also vergessen die das alle erst mal. Im Irak ist nun Chaos. So, der Terror in den U.S.A wurde also von einigen wenigen Leuten mit anderen Pässen gemacht und als Reaktion haben die U.S.A ohne große Warnung einen eigenen souveränen Staat überfallen.Wenn sicg nun die Türkei gegen einen bösen Nachbarn WEHRT, was sie übrigens nach internationalem Recht darf, wird sie kritisiert und bedroht. Ich höre schon die Jammerlappen aus der EU. Nix EU, wenn ihr Euch wehrt. Pardon, wehren gegen Terroristen gehört ja nicht zu deren Vokabular. Es heißt, keine EU,
wenn Ihr illegal in Kurdistan einmarschiert. Die Medien und die Weltpolitik schafft es mal wieder ein total falsches Bild zu
zeichnen. In einem Forum hab ich letztens noch gesehen, wie ein deutsche Aktivisten Gegen Krieg protestierte und die Türken den Kurden doch Ihr Land lassen sollten. Es ging nicht um den Nordirak, es ging um einen großen Teil des Ostens der Türkischen Republik, wo Frauen eher als in Deutschland wählen durften! Nun ja. Ich kann mich noch stundenlang aufregen. Ich hoffe, dass ich hier niemanden zu nahe getreten bin.

Wenn jemand Fragen oder Kritik hat, stehe ich allen gerne offen zur Verfügung. Ich bin kein Nationalist oder sonst was halt nur ein Türke, der zwar in Deutschland aufgewachsen ist, aber weiß, wo seine Wurzeln herkommen und der das schöne Land mit langer Tradition, Kultur, Historie und allen was dazu gehört, liebt.

Ich wünsche noch einen schönen Tag.
Onur.

Zitat von: Antwort eines Kurden
Auch ich bedanke mich für Deinen ausgiebigen Kommentar, welcher versucht den Geist der aktuellen Lage in der Türkei und die anhaftende Problematik aufzufangen. Zieht man aber den Maßstab heran, mit dem du die Färbung des Artikels anprangerst, so lässt dieser Maßstab deine Argumentation rot-weiss erscheinen. Unter dieser Prämisse kann ich verstehen, dass du den Versuch des Autors die weiblichen Kämpferinnen der PKK auch von ihrer menschlichen Seite zu beleuchten, als psychologischen Trick deutest.

Wenn der türkische Staat ein demokratischer ist wie du ihn bezeichnest, wieso erscheinen solche Artikel nur in westlichen Demokratien, wieso hat es nie einen ähnlichen Artikel türkischer Zeitungen gegeben, schliesslich gehört zu einem demokratischen Staat eine freie und von Vorurteilen unbefleckte Presse! Nur in totalitären Staaten bewegt sich die Presse
ausschliesslich auf der Seite des Staates. Daher und aus folgenden Gründen kann ich nur teilweise Deiner Behauptung, dass es in der Türkei eine Demokratie gibt zustimmen. Demokratie bedeutet Herrschaft, die vom Volk ausgeht und durch das Volk in seinem Interesse ausgeübt wird. Sicherlich enthält die politische Struktur der Türkei demokratische Elemente wie bspw. die Entscheidung über Regierungen durch Wahlen. Allerdings entwerten andere Faktoren innerhalb der Türkei diese demokratischen Errungenschaften. Eine besonders besorgniserregende Entwicklung besteht darin, bestimmte Parteien von der Ausübung ihrer demokratischen Rechte auszuschließen oder ganz zu verbieten. Dies ist in der Geschichte vornehmlich gegen kurdische aber auch islamische Parteien geschehen. Diese Parteien repräsentieren große Teile der Bevölkerung, durch deren Verbote potentiellen Wählern das Recht entzogen wird, ihren politischen Willen in Wahlen
auszudrücken. Wer ganzen Bevölkerungsgruppen eine demokratisch, parteiliche Interessenvertretung verbietet, fördert damit eine politische Entfremdung vom System und eine politische Radikalisierung. Solche Verbote demonstrieren den betroffenen Bevölkerungsgruppen, dass Demokratie für sie nicht gilt!!! Was zur einer Abwendung von Demokratie
führt, mündet in Konflikten die auf den Straßen und den Bergen Anatoliens ausgetragen werden. Auf diese Weise fördert man nicht die Integration, sondern die Desintegration der Kurden in der Türkei.

Als rhetorisches Hütchenspiel möchte ich den Vergleich bezeichnen, welchen du heranziehst. Du vergleichst nämlich den Kampf der PKK gegen den türkischen Staat mit dem der terroristischen Al Qaida gegen die USA und ihre westlichen Verbündeten. Das ist eine unzulässige Analogie. Die Ziele der PKK sind durchaus definierbar und begrenzt. Sie kämpft für die kulturelle Autonomie und für die Bewahrung der kurdischen Identität und Kultur. Das ursprüngliche Ziel war die Gründung eines unabhängigen Kurdistans. Die Anhänger der Al Qaida haben kein klar definierbares Ziel vor Augen. Für sie ist jede Staats-und Gesellschaftsform ausserhalb der Sharia verwerflich. Darum sehen sie sich legitimiert die Welt der "Ungläubigen" mit Terrorakten gegen staatliche, militärische und zivile Institutionen zu zerstören. Dieser Vergleich der kurdischen Seperatisten mit Terroristen der Al Qaida ist also unzulässig, dennoch bedient sich auch z. B. Putin der gleichen Vorgehensweise. Auch er wirft die Freiheitskämpfer in Tschechenien in einen Topf mit den Terorristen im Irak und im gesamten Nahen Osten. Hier wird eine weitere Front im Kampf um die öffentliche Meinung eröffnet. Richard R. Baxter, ehemaliger Richter am internationalen Gerichtshof äußerte sich wie folgt: „Wir haben Grund zum bedauern, dass uns ein juristischer Begriff des Terrorismus jemals auferlegt wurde. Der Begriff ist unpräzise; er ist mehrdeutig; und vor allem dient er keinem entscheidenden juristischen Zweck.“
In der Terrorismusforschung wird Terrorismus als gewaltsame Methode verstanden, die nicht zuletzt gegen Zivilisten und zivile Einrichtungen gerichtet ist. Der Freiheits- oder Widerstandskämpfer beschränkt sich dabei vornehmlich auf
militärische Ziele. Geht man also von dieser Definition aus wird man sicherlich auch der PKK terroristisches Verhalten vorwerfen können. Aber wie ist dann das Verhalten der türkischen Armee und der türkischen Geheimdienste zu beurteilen?
Du führtest an, dass 30.000 Opfer seid Beginn der Kämpfe zu beklagen sind. Dabei ignorierst du aber die Tatasache, dass der Grossteil dieser Opfer die kurdische Seite trägt. Laut einer Untersuchungskommission des türkischen Parlaments
wurden in den 90er Jahren 3.184 Dörfer jener Gegend zerstört, die "politically correct" von Ankara weiterhin "Südostanatolien" genannt wird. Nach Information verschiedener Menschenrechtsorganisationen beträgt die Zahl der Flüchtlinge aus den von der türkischen Armee bombardierten, verminten, verbrannten Dörfern zwischen zwei und drei Millionen. Ohne dabei auf die Schikanen gegen die dort verbliebende kurdische Bevölkerung einzugehen, bei denen beispielsweise der aus der Stadt in die Dörfer fahrende Dolmus kontrolliert wird um zu prüfen, wiviel Kilogramm Mehl, wiviel Brote jemand dabei hat. Es genügt zwei Brote zuviel dabei zu haben um der Unterstützung der PKK verdächtigt zu werden. Kann man hier nicht von Staatsterrorismus reden? Und woher sollte man genau wissen wer welchen Sprengstoffanschlag verübt hat? Der Anschlag vor kurzer Zeit in Ankara könnte auch vom türkischen Geheimdienst verübt worden sein, um sich internationale Unterstützung für ein militärisches Vorgehen im Nord-Irak zu sichern.Schliesslich ereigenete sich im August 2005 in Semdinli ein Sprengstoffanschlag auf die Buchhandlung eines ehemaligen Kadermitgliedes der PKK, die von Angehörigen der türkischen Streitkräfte durchgeführt wurde. Bei allen drei Tätern handelte es sich um Soldaten mit Offiziersrängen. In dem Fahrzeug, mit dem die Täter flüchten wollten und das von der aufgebrachten Bevölkerung zerstört wurde, wurde ein auf den Namen Ali Kaya ausgestellter Ausweis des Jandarma-Geheimdienstes JIS gefunden. Seit längerer Zeit herrschte Angst in Semdinli, weil es wiederholt zu Bombenanschlägen kam. Durch den spontanen Eingriff der Bevölkerung, mit dem die Täter gestellt wurden, stellte sich heraus, warum die Urheber des Terrors seit Monaten nicht gefasst werden konnten. Hinter den Bombenanschlägen, die das Leben in der Kreisstadt zur Hölle machten, steckte die Jandarma. Zehn Jahre zuvor hatte ein Autounfall in Sursurluk durch Zufall Beweise für eine Zusammenarbeit von Angehörigen der Sicherheitskräfte und Politikern mit der türkischen Mafia erbracht. Später wurden im Zusammenhang mit der Zerschlagung der türkischen Hizbullah ebenfalls Vermutungen darüber angestellt, dass Teile der Sicherheitskräfte - ob direkt oder indirekt - an Morden in den Ausnahmezustandsregionen beteiligt sein könnten. Verhält sich so ein demokratischer Staat gegenüber seinen Bürgern???

Du meinst weiter das jeder seine Sprache sprechen kann, du zeichnest ein Bild der Türkei, dass jene die deine Türkei noch nie selbst erlebten, meinen könnten, es wäre ein Paradies für Kurden, Griechen etc. Ich will hier nicht durchweg ein negatives Bild der Türkei zeichnen, das ist sicherlich nicht zutreffend. Aber ich möchte dich doch einmal fragen ob du je im kurdischen Teil der Türkei warst??? Wie gesagt behauptest du jeder könne seine Sprache sprechen wie er mag. Denn ein guter Freund von mir durfte bis in die späten 90er Jahre kein kurdisch sprechen. Hätten er sich doch einmal von einem Soldaten oder Polizisten, die im kurdischen Teil durchweg nur Türken sind, oder auch von einem Tim (türkischer Geheimdienst) erwischen lassen, wäre es durchaus möglich gewesen das niemand über seinen Verbleib weiss, soll heissen er wäre ein weiterer Verschwundener unter den hundert anderen. Bis 1991 betrieb die Türkei eine Assimilierungspolitik gegenüber den Kurden und leugnete kulturelle und ethnische Unterschiede. So wurde versucht, die Kurden als ein türkisches Volk darzustellen, das aus Zentralasien eingewandert ist. Dabei sind die Kurden neben den Arabern, Persern und Armeniern eines der ältesten Völker der Region. Die Frühgeschichte des kurdischen Volkes ist bis heute zwar nicht eindeutig geklärt. Sie beginnt aber nach grober Schätzung am Ende des zweiten Jahrtausends v. Chr.!!!Das traditionelle historische Siedlungsgebiet der Kurden vollstreckt sich über die Staaten Türkei, Iran, Irak und Syrien. Die aus Mittel-Asien stammenden Türken sind nach dem 11. Jahrhundert über den Iran nach Anatolien gekommen. Aufgrund staatlicher Restriktionen konnte die kurdische Kultur nicht frei ausgelebt werden. Muttersprachlicher Kurdischunterricht an staatlichen Schulen ist laut Verfassung verboten. In Art. 42, Abs. 9 heißt es: "Den türkischen Staatsbürgern darf in den Erziehungs- und Lehranstalten als Muttersprache keine andere Sprache beigebracht und gelehrt werden als Türkisch." Kurdischsprachige Medien waren bis 1991 verboten. Im Gesetz Nr. 2932 § 2 hieß es dazu: "Die Darlegung, Verbreitung und Veröffentlichung von Gedankengut in einer anderen Sprache als der ersten Amtssprache der von der Türkei anerkannten Staaten ist verboten. "Türkisch wurde gesetzlich als Muttersprache aller türkischen Staatsbürger festgelegt. Der Strafrahmen bei Verstößen gegen dieses Gesetz betrug laut § 4 sechs Monate bis zwei Jahre Haft. Aus den Schulbüchern, Lexika und Landkarten wurden die Definitionen} und Erläuterungen über Kurden und ihre Siedlungsgebiete verbannt. Jetzt könnte man sagen, ach das war doch in der Vergangenheit, heute ist die Türkei moderner! Aber dem ist leider nicht so. Auch heute noch, nachdem die Türkei sich den Eintrittskriterien der EU beugt, werden Kurden weiter unterdrückt. Eine sechsköpfige Delegation unter anderem aus renommierten deutschen Juristen wie Rolf Gössner, Präsident der Deutschen Sektion der Internationalen Liga für Menschenrechte oder Norman Paech, Völkerrechtler der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik und Mitglied der Europäischen Vereinigung von Juristen für Demokratie und Menschenrechte war im Januar 2005 nach Ankara gereist. Die Delegation stellte fest, Zitat: „Die offizielle Politik sei noch weit davon entfernt, die Identität der Kurden als gleichberechtigtes Volk mit gleichen Rechten und Freiheiten anzuerkennen. Trotz mancher gesetzlicher Veränderungen werde die kurdische Sprache immer noch mit zahlreichen Behinderungen, Schikanen, Verboten und Verfolgungen faktisch unterdrückt. Eigene kurdische Radio- und TV-Sender gebe es nicht, stattdessen komme es immer wieder vor, dass die Übertragung kurdischer Lieder mit Sendeverboten sanktioniert wird. Die beiden wöchentlichen Halbstundensendungen im staatlichen Fernsehen – von offizieller Seite wiederholt als Fortschritte in der Kurdenfrage gepriesen - seien nichts anderes "als ins Kurdische übersetzte
Propagandasendungen".

Ein weiteres Beispiel aus einer ganzen Reihe von Belegen für das defizitäre demokratische Verständnis in der Türkei sind die "Sprachprozesse" gegen 13 Vorstandsmitglieder der kurdisch orientierten HAK-PAR, Partei für Grundrechte und
Freiheiten (Hak ve Özgürlükler Partisi) im Dezember 2006 in Ankara, also vor nicht mal 6 Monaten, mussten 13 kurdischen
Politiker vor Gericht erscheinen, weil sie auf einer öffentlichen Veranstaltung kurdisch gesprochen haben. Dies gilt nach dem türkischen Parteiengesetz Nr. 2820, § 81c noch immer als Rechtsverstoß. Die HAK-PAR hatte zu ihrem ersten Kongress in Ankara am 4. Januar 2004 Einladungskarten in kurdischer und türkischer Sprache versandt. Die Begrüßungsansprache vor den durchweg kurdischsprachigen Teilnehmern wurde sowohl auf kurdisch als auch auf türkisch gehalten. Die HAK-PAR setzt sich für eine gewaltfreie föderalistische und demokratische Lösung der Kurdenfrage ein und distanziert sich nachdrücklich von der PKK. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und das Internationale Zentrum für Menschenrechte der Kurden (IMK e.V.) liesen folgende Erkärung dazu verlauten: "Ein Staat, der seinen Bürgern mit Strafe droht, nur weil sie Angehörige ihres eigenen Volkes in ihrer eigenen Sprache begrüßen, ist in keinem Land Europas vorstellbar außer in Weißrussland und in der Türkei". Das muss man sich mal vorstellen, hier wird die so wahgenommene moderne Türkei mit Weissrussland verglichen, das einzige Land Europas mit einem Despoten an der Staatsspitze. Das klingt nicht wirklich nach normalen Zuständen, obwohl man der Türkei nachsagt, sie habe schon in Punkto Rechtsstaatlichkeit viel in letzter Zeit bewegt. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es vorher um die Rechte der Kurden bestellt war. Ich könnte noch auf ein dutzend derartiger Berichte bspw. von Amnesty International referieren, aber sind diese sicherlich auch nicht in der Lage ein sauberes Bild der Türkei zu zeichnen.

Du redest davon das Misstrauen gegenüber der kurdischen Bevölkerung gewachsen ist, bis vor kurzem wurde von einer kurdischen Bevölkerung überhaupt nicht geredet. Offiziell wurden Kurden als Bergtürken bezeichnet, kein Richter, kein Politiker ja nicht mal ein Polizist nahm das Wort Kurde überhaupt in den Mund. Der türkische Staatsräson, nämlich die totale Vernichtung der kurdischen Identität ging bis in die Wahl der Terminologie. Wenn du davon redest das bis zum Beginn des "Terrors" das Leben in der Türkei normal war, soll wohl heissen friedlich war, dann redest du wohl von Friedhofsruhe. Die Kurden hatten wohl das Paradies auf Erden satt und haben sich zum Kampf gegen den türkischen Staat entschlossen, weil sie Übergewicht, medizinische Überversorgung, Überangebot an schulischer Bildung, Karrierechancen beim Militär, Wirtschaft und Politik satt hatten. Deswegen wurde gekämpft, man wollte nicht mehr im Schlaraffenland leben sondern lieber hungern, an einfachen Krankheiten sterben und für immer auf dem trockenen Acker eines Agas arbeiten, dafür lohnt es sich doch zu kämpfen!

Ich verstehe auch nicht, warum du in deiner Mail auf die Diskriminierung der Moslems eingehst die auf die Attentate von New York zurück zu führen sind und scheinbar dazu verklärst, dass wir alle doch irgendwie leiden. Fakt ist, dass wenn man sich in der Türkei für kurdische Autonomie ausspricht gleich als Symphatisant der PKK abgestempelt wird. Wer sich nicht ohne wenn und aber zum türkischen Staat bekennt gilt als Terrorist oder Seperatist. Das es in vielen Orten keine Mülleimer gibt aus Angst vor Anschlägen tut mir leid, aber wusstest du das türkisches Militär in kurdischen Gebieten ganze Felder der Bauern abbrennt mit dem Argument, Guerrilla würde sich darin verstecken??? Tunceli war früher berühmt für seine Walnussbäume, heute gibt es keine mehr. Die Lebensgrundlage der Landbevölkerung wird zerstört mit dem Argument, sie dient der PKK als Infrastruktur und Nachschubbasis. Aber es tut mir wirklich Leid, das es in türkischen Städten keine Mülleimer gibt in denen der Abfall geworfen werden kann. Minen bedrohen auf Schrit und Tritt die ländliche Bevölkerung. Hunderte von Dörfern entvölkerten sich in den letzten 15 Jahren. Die Dorfbewohner drängten in die städtischen Elendsviertel von Diyarbakir, Van und Kars. Noch heute ist ihre Rückkehr unmöglich. Ein Grund, neben der Armut, ist die Verminung ihrer verlassenen Lebenswelten. Warum frage ich dich, gehst du nicht mit einem Satz auf die Leiden der kurdischen Bevölkerung ein, wieso wird nur das eigene "Leid" angeprangert? Wieso wird alles Leid der dämonisierten PKK zugeschoben?

Dein mit viel Pathos ausgelegter Aufruf das ein Keil in unsere Herzen getrieben wird von der PKK und von der Ignoranz des Westen. Wie sieht es mit deiner Ignoranz aus, wieviel weisst du wirklich über den kurdischen Teil der Türkei, warst du einmal in Tunceli, kennst du die Geschichte Tuncelis? Kennst du die Geschichte der Kurden? Weisst du um die Vorfälle in Dersim im Jahr 1938? Kennst du die Abmachung Atatürks mit den kurdischen Stämmen, kennst du den Vertrag von Sevres oder von Leausanne`?

Vielleicht hilft es wenn ich daran erinnere das viele Türken die Geschichte schlicht rot-weiß halten wollen. Kurdistan war lange Zeit Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Als Mustafa Kemal "Atatürk" 1919 seinen Kampf gegen die Allierten aufnahm, um die Türkei von ihren Besatzern zu befreien, da zählten viele kurdische Stammesführer zu seinen wichtigsten Verbündeten. Und um das hier einmal fest zu stellen, die Kurden waren unmittelbar an dem erfolgreichen Kampf um die Grenzen der Türkei, so wie sie bis heute besteht, beteiligt. In diese Zeit fällt der berühmte Friedensvertrag von Sevres, einer der Friedensverträge von Paris nach dem 1.Weltkrieg. Als es damals um die Aufteilung des besiegten osmanischen Reichs ging, wurde den Kurden ein eigener Staat versprochen. Nach dem mit Hilfe der Kurden geführten Befreiungskrieg wurden 1923 im Vertrag von Lausanne alle Versprechungen revidiert. In den folgenden Jahren brach eine Welle kurdischer Aufstände los, die durch die türkische Regierung bekämpft wurden, da die Existenz der Kurden von nun an geleugnet wurde. Neben der kurdischen Sprache und der Ausübung kurdischer Kultur wurden auch die Begriffe ´Kurdisch` und `Kurdistan` verboten. Atatürk berücksichtigte Deine so genannten „Zig Volksstämme“, nicht im Geringsten. Von Kurden zu sprechen und die Unterdrückung zu kritisieren, galt als ein schwerwiegendes Vergehen und wurde massiv bestraft. Die Kurden leisteten im Jahre 1925 unter Scheich Said Widerstand gegen diese Politik. Der Aufstand wurde jedoch blutig niedergeschlagen, zehntausende von Kurden wurden getötet und vertrieben. Auch in der Folgezeit kam es zu kurdischen Aufständen. Die bedeutendsten fanden im Jahre 1930 in Ararat und 1938 in Dersim statt. Der in Dersim geführte Aufstand wurde von Seyid Riza (Seyid ist ein Titel und wurde nur den (vermeintlich) direkten Nachkommen des Propheten Mohammed verliehen) angeführt. Die türkische Regierung konnte den Aufstand nicht unter Kontrolle bringen und bot Seyid Riza Verhandlungen an. Dazu wurde er am 5. September 1937 nach Erzincan gerufen. Allerdings wurde er unterwegs verhaftet und nach Elazığ gebracht. Dort wurde er vor einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und mit sieben seiner Freunde am 18. November 1937 gehenkt. Meine Erfahrungen entsprechend sind die meisten Türken, welche sich an der Diskussion über den türkisch-kurdischen Konflikt beteiligen, der "Meinung", der militärische Konflikt geht alleine auf das Konto der mörderischen PKK. Aber ich würde gerne wissen wieviel davon mal im kurdischen Teil der Türkei waren um beurteilen zu können wie es der dort lebenden Bevölkerung geht, kennt ihr wirklich die Lebensbedingungen der Kurden? Wenn ihr mir diese Frage nicht beantworten könnt, habt ihr nicht die Kompetenz im Namen der kurdischen Bevölkerung zu sprechen und zu behaupten es ist doch eigentlich alles Friede, Freund, Eierkuchen, aber die PKK macht immer nur Ärger.

Und Deine vereinfachte Geschichte mit Türkei die zu den Irakis sagt: „Jungs, also passt mal auf …. " habe ich in der Tat noch nicht ganz verstanden. Geht es der Türkei wirklich um die seit Jahrzehnten militärisch noch nie so schwachen PKK-Kämpfer? Oder spielt hier die ölreiche Stadt Kirkuk eine zentrale Rolle? Denn wenn mich nicht alles täuscht hat
der irakische Kurdenführer Mesut Barzani in einem Fernsehinterview gesagt, dass Kirkuk eine kurdische Stadt ist und wenn sich die Türkei in Kirkuk einmischt, dann nehmen wir uns das Recht heraus, uns in Diyarbakir einzumischen. Ich wusste auch noch nicht, dass die PKK über hochmoderne Waffentechnik verfügt, vor der sich dann wohl nun die Invasion der türkischen Armee mit über 200.000 Soldaten in Acht nehmen muss. Ich glaube hier verwechselt jemand David mit Goliath. Ich bin auch gegen jede Form der Gewalt und besonders wenn diese sich gegen Unschuldige Zivilisten richtet. Es lässt sich nicht abstreiten, dass beide Seiten diesbezüglich schwere Fehler begangen haben. Nur das die eine Seite gegen die Unterdrückung kämpft und die andere Seite heute noch wie in zahlreichen Artikeln festgehalten (s. oben) unterdrückt.

Eine weitere zentraler Punkt zur Lösung des Konflikts ist die Tatsache, dass sich die türkische Regierung auf Druck des Militärs bis heute weigert mit der PKK zu sprechen, die seid einiger Zeit betont den bewaffneten Kampf niederlegen zu wollen! Wieso setzt sich die türkische Regierung nicht mit der PKK an einen Tisch und verhandelt über einen Waffenstillstand oder über Frieden, schliesslich ist es doch der Feind mit dem man reden muss! Die unnötige Verlängerung des Konflkts kostet täglich neue Menschenopfer. Ich bin für eine friedliche Beilegung des Konfliktes, aber dazu müssen beide Seiten aufeinander zukommen, auch der türkische Staat. Ich bin für Frieden, aber ich bin auch für kurdische Autonomie, für kurdische Polizei, kurdische Lehrer und kurdische Richter. Bist du auch dafür? Damit spreche ich alle türkischen Mitbürgeran, die diesen Artikel zugesendet bekommen, wärt ihr alle bereit dazu den Kurden Rechte einzuräumen, die ihr selber in Deutschland für selbstverständlich haltet?

Auch ich habe schon zahlreiche, persönliche Erlebnisse mit Deutsch-Türken gehabt. Nachdem ich erwähnt hatte dass ich zwar aus der Türkei stamme aber eigentlich Kurde bin erhielt ich oft die Antworten „Das ich falsch informiert bin und es eigentlich nur Türken in der Türkei gäbe", eine weiteres Beispiel für die Reaktion der Türken ist der Satz: "Ach du bist Kurde? Das macht doch nichts, das sind doch auch nur Menschen!" Zudem weiß ich nicht wieso Du in Deinem Kommentar die Vorurteile von einigen Deutschen gegenüber Türken in Deutschland erwähnst. Falls Du damit einen Vergleich mit den Konflikten in der Türkei ziehen willst, kann ich Dir nur entgegnen dass die Konflikte in der Türkei in einer anderen Liga spielen.

Und auch ich habe auch schon türkischen Mädels in Abschlussarbeiten helfen können, deren Gehirne offenbar gewaschen waren, obwohl mir dieser Begriff überhaupt nicht gefällt, trägt er doch zur Radikalisierung bei. Nun, ich habe türkische Mädchen oder Frauen kennengelernt, die in Deutschland die NPD verfluchten, aber Anhänger der türkischen MHP-Partei waren. Obwohl sich schon 1970 eine enge Kooperation zwischen der faschistischen türkischen MHP und der faschistischen deutschen NPD ergab. Dieses belegt ein reger Briefwechsel zwischen beiden "Parteiführern" Alpaslan Türkes und Adolf von Thadden. Es hat aber nichts in Ihrem Denken geändert, so betoniert waren die Denkstrukturen.

Auch ich hoffe dass ich niemanden, insbesondere nicht Dir auf die Füße getreten bin und stehe selbstverständlich Kritik und weiteren Anregungen zur Verfügung.

Schöne Grüße


Editgrund: Die Texte wurden zur besseren Lesbarkeit neu formatiert, also ansich nicht editiert.
« Letzte Änderung: 15. Jun 2007, 17:32 von webmaster » Gespeichert
Berxwedan | Beiträge: 304
Berxwedan
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« Antworten #10 am: 15. Jun 2007, 15:36 »

Die Antwort ist finde ich sehr gut gelungen und gibt genau meine Ansicht wieder! Besser hätte ich auf die Propagandabeschmutze Antwort auch nicht reagieren können.
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