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Kurdistan Diskussionsforum 22. Mai 2012, 23:41 *
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Autor Thema: Aktuelle Situation im Iran und Vorausblick  (Gelesen 4437 mal)
Sanandaj22 | Beiträge: 198
Sanandaj22
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« am: 07. Feb 2009, 21:21 »

Zitat
Im Rückwärtsgang
Die Regierung sei im Rückwärtsgang, konstatierte die Zeitung Aftab-e-Yazd und zitierte Imam Khomeini: Das Volk habe Weisheit genug, die besten Führer auszuwählen, es müsse niemand übergeordnet entscheiden. "Volle Demokratie ist bei uns nicht anerkannt", meint der reformorientierte Ayatollah Hossein Mousavi Tabrizi. Das Establishment würde "nicht alle Stimmen tolerieren".

Die Regierenden beantworten abweichlerisches Denken mit Verfolgung und Verhaftung. Am 31. Jänner traf es die Frauenrechtlerin Alieh Eghdamdoust. Sie wurde festgenommen, um eine dreijährige Strafe anzutreten, obwohl sie "friedlich und legal" gearbeitet hatte, wie die "Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran" feststellt. Mitstreiterinnen Eghdamdousts wurden wegen Unterschriftensammelns für mehr Frauenrechte – eine legale Tätigkeit – verhaftet.

Besonderer Willkür sind Angehörige der zehn Millionen Menschen umfassenden Volksgruppe der Kurden ausgesetzt, wie eine Menschenrechtsorganisation in minutiös geführten Listen von Verhafteten, Verschwundenen, zum Tode Verurteilen, Getöteten festhält. Seit Jänner 2008 seien mindestens 530 Kurden Opfer massiver Menschenrechtsverletzungen geworden. Den Tätern droht keine Strafe.

Schicksale von Kurden lesen sich so: Im September fanden Bauern nahe der Hauptstadt von Kordestan, Sanandaj, am Straßenrand die Leiche von Ashraf Hossein Panahi. Offiziell war er durch einen Autounfall gestorben. Sein Körper wies keinerlei Verletzung auf, sein Kopf war zertrümmert.

Ein Jahr lang hatte der Mann versucht, seinen Bruder, den Lehrer Anwar Hossein Panahi, aus der Haft freizubekommen. Dieser war im Herbst 2007 festgenommen und drei Monate später wegen "Mitgliedschaft in einer antirevolutionären Organisation" zum Tod verurteilt worden. Der nun tote Ashraf Hossein Panahi war vor seinem "Unfall" zwei Mal vom Geheimdienst gewarnt worden, die Aktivitäten für seinen verurteilten Bruder einzustellen.


der rest hier :
http://www.kurier.at/nachrichten/292871.php





« Letzte Änderung: 07. Feb 2009, 21:32 von Sanandaj22 » Gespeichert
Deniz-Salahdin | Beiträge: 41
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« Antworten #1 am: 13. Jun 2009, 12:32 »

Wahl im Iran: Ahmadinedschad gewinnt

Teheran (dpa) - Der umstrittene Amtsinhaber Ahmadinedschad hat die Präsidentschaftswahl im Iran klar gewonnen. Nach Angaben des Innenministeriums stimmten 65 Prozent der Wähler für ihn. Sein aussichtsreichster Gegenkandidat Mussawi erreichte nur etwa die Hälfte. Dieser wirft dem Innenministerium jetzt vor, sowohl bei den Wahlen selbst als auch bei der Stimmenauszählung regelwidrig gehandelt zu haben. Die Wahlbeteiligung war enorm hoch - sie lag bei knapp 80 Prozent.

So eindeutig hatte den Wahlausgang niemand erwartet: Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad steht vor einem klaren Sieg. Auf den Hardliner entfallen nach Auszählung von vier Fünftel der Stimmen knapp 65 Prozent - Reformer Mussawi liegt bei 32 Prozent. Beide riefen sich zum Sieger aus.

Teheran - Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad wird den Iran weitere vier Jahre regieren. Nach Auszählung von fast 80 Prozent der Stimmen entfielen auf den Hardliner knapp 65 Prozent - mehr als doppelt so viel wie für seinen aussichtsreichsten Herausforderer Mir Hossein Mussawi. Der Reformer kommt demnach auf gut 32 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium am Samstag mitteilte.


Beide Politiker erklärten sich kurz nach Schließung der Wahllokale bereits zum Sieger. Mussawi sprach auf einer Pressekonferenz von Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe und erklärte, er habe "definitiv die Wahl gewonnen". Dafür gebe es "Anzeichen aus dem ganzen Iran".

Kurz darauf meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA, Ahmadinedschad habe die Abstimmung gewonnen. Wahlberechtigt waren 46,2 Millionen Iraner, wegen des großen Andrangs waren die Wahllokale sechs Stunden länger als geplant geöffnet und schlossen erst um Mitternacht Ortszeit. Nach Angaben des Innenministeriums lag die Wahlbeteiligung bei rund 75 Prozent. Das Innenministerium verbot alle Kundgebungen und politischen Versammlungen bis zur Bekanntgabe des Endergebnisses.

Der vierwöchige Wahlkampf wurde von harten Auseinandersetzungen der beiden aussichtsreichsten Kandidaten geprägt. Der 67-jährige Mussawi, der in den achtziger Jahren Ministerpräsident war, warf Ahmadinedschad vor, er lenke den Iran in eine Diktatur. Die Revolutionsgarde warnte das Reformlager am Mittwoch, sie werde jede "Revolution" der "grünen Bewegung" Mussawis zerschlagen.

Der Oberste geistliche Führer, Ajatollah Ali Chamenei, rief die Wähler am Freitag zur Ruhe auf. Wenn einige Spannungen schaffen wollten, dann würde dies dem Volk nur schaden, mahnte Chamenei, der offiziell keine Präferenz für einen der vier Kandidaten erkennen ließ. Der große Einfluss Chameneis begrenzt die Macht der Präsidenten.

Furcht vor Protestwelle

In der Nacht der Entscheidung war kaum jemand unterwegs auf Teherans Straßen, und das lag nicht nur am Regensturm, der die Bäume entlang der Boulevards zauste. Von der Ausgelassenheit, mit der in den vergangenen Tagen Wahlkampf betrieben wurde, ist nichts geblieben. Die Stimmung ist angespannt, fast hat man das Gefühl, dass die Stadt die Luft anhält.

Und viele Iraner stellen sich die bange Frage: Werden die Anhänger des Unterlegenen die Niederlage akzeptieren - oder steht Iran vor einer Protestwelle, die in Gewalt münden wird?

Einen Vorgeschmack darauf, was da kommen könnte, gab es schon am Freitagnachmittag. Etwa ein Dutzend Polizisten in Zivil stürmte eines der Hauptquartiere des Reformkandidaten Mussawi. Stunden nach dem Übergriff sind dessen Anhänger immer noch aufgewühlt.

Mehrere Freiwillige seien verletzt worden, berichten sie. Die Fensterscheiben im Erdgeschoss des Bürogebäudes sind zerschlagen, vor der Tür steht Polizei. "Das könnte der Auftakt sein", fürchtet Mussawis Kampagnenchef, Mohsen Aminzadeh. Die Polizei unterstehe dem noch amtierenden Präsidenten Ahmadinedschad, der Angriff sei klar politisch motiviert. "Wir sind sicher, dass Mussawi gewonnen hat. In den kommenden Tagen rechnen wir deshalb mit gewaltsamen Übergriffen." Alle Anhänger Mussawis seien aufgefordert, Ruhe zu bewahren - und nicht für Jubelfeiern auf die Straße zu gehen. "Wir sind sehr besorgt."

Mussawi bereitet das Feld für Wahlanfechtung

Besorgt ist auch Präsidentschaftsanwärter Mussawi selbst, als er am Abend in einem Privathaus im Norden Teherans vor die eilig zusammengetrommelte Presse tritt. Zwar ruft er sich schon mal zum definitiven Sieger der Wahl aus, seiner Sache sicher scheint er jedoch nicht: Er zählt eine Reihe von angeblich beobachteten Wahlmanipulationen auf - und bereitet damit das Feld, ein negatives Endresultat anzufechten. In etwa jedem fünften Wahllokal in Teheran habe es entgegen der Regeln keinen Wahlbeobachter seiner Partei gegeben, beklagt Mussawi. Nicht nur in Teheran, auch den anderen Millionenstädten Irans habe es viel zu wenig Wahlzettel gegeben: Die städtische Bevölkerung gilt in der Mehrheit als reformorientiert, sollte sie mangels Zettel nicht wählen können, käme das dem amtierenden Präsidenten zugute


Schlechte Zeiten für Annäherung an den Westen


Ahmadinedschad wird jetzt das Land weitere vier Jahre regieren. Und damit muss sich auch der Westen arrangieren: Vor den Wahlen sagte der Präsident, dass es im Atomstreit keine weiteren Gespräche mit den fünf Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates plus Deutschland geben werde. Er würde den Weltmächten lediglich ein Paket übergeben, dass sich hauptsächlich mit seiner Vision eines Weltfriedens und der weltweiten atomaren Abrüstung befasst. "Daran werden wir kein großes Interesse haben, solange das Thema Iran und Atomwaffen nicht vom Tisch ist", sagte ein Diplomat in Teheran. Mit Mussawi als Präsident hatten beide Seiten auf mehr diplomatische Flexibilität gehofft.

Auch die Hoffnung, dass Teheran und Washington nach drei Jahrzehnten wieder Gespräche aufnehmen würden, ist verblasst. Die Haltung des alten und neuen Präsidenten gegenüber Israel ist bekannt. "Die vom Iran erwartete konstruktive Rolle in der Nahost-Krise hätte auch unter Mussawi nicht geklappt, geschweige denn unter Ahmadinedschad", sagte ein arabischer Diplomat in Teheran.

Ahmadinedschad wird es jedoch in der zweiten Amtsperiode auch innenpolitisch nicht leicht haben. Mussawi wird ihn nicht so einfach in Ruhe lassen. "Ich habe nichts als die Unterstützung des Volkes, aber mit dieser Unterstützung werde ich bis zum Ende gehen", sagte der Verlierer in der Wahlnacht.



Damit haben die Perser gewählt und zwar eindeutig für Konfrontation mit dem Westen. Uns erwartet eine spannende Zeit mit dem Iran und ihrer Urananreicherung. Wie lange werden wohl die USA und besonders die Israels warten.
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« Antworten #2 am: 14. Jun 2009, 16:53 »

Berlin erhöht den Druck auf Teheran

Sonntag, 14. Juni 2009 | Thema: Deutschland, Presseschau

German foreign Policy | - Mit Hilfe iranischer Autonomie- und Sezessionsaktivisten erhöht Berlin den Druck auf Teheran. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung kündigt für die kommende Woche eine Tagung zur "Nationalitätenfrage" im "Vielvölkerstaat" Iran an. Als Referenten werden mehrere Befürworter einer weit reichenden Schwächung der iranischen Zentralregierung angekündigt.

Wie es in dem Einladungsschreiben für die Veranstaltung heißt, sei es "Zeit", die Belange "nicht-persischer Völker" "verstärkt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit zu rücken". Schon vor Jahren haben Fachleute darauf hingewiesen, dass trotz der "nicht hinnehmbaren" Diskriminierung von Minderheiten im Iran "nicht geleugnet werden" könne, dass Autonomie- und Sezessionskonflikte "durch Außenmächte zur Schwächung der Zentralregierung geschürt werden". Ein Professor an der Universität der Bundeswehr hat explizit geheimdienstliche Maßnahmen zum Schüren von Minderheitenkonflikten gefordert - als "Destabilisierungshebel" gegenüber Teheran.

Es wird Zeit

Für die kommende Woche kündigt die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) eine Tagung zum Thema "Nationalitätenfrage und Demokratie im Iran" an. "Tag für Tag", heißt es im Einladungsschreiben, "fallen immer mehr Angehörige nicht-persischer Völker oder religiöser Glaubensgemeinschaften im Iran der Willkür der iranischen Geheimdienste zum Opfer." Ausdrücklich genannt werden "Aseri, Kurden, Araber, Belutschen, Turkmenen, Baha’i, sowie andere kleinere Völker und Religionsgemeinschaften".[1] "Es wird Zeit", urteilt die Stiftung, "die Belange dieser Bevölkerungsgruppen im Iran verstärkt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit zu rücken". Diesem Ziel dient die Tagung, die am 20. Juni in Frankfurt am Mai stattfinden soll. Kooperationspartner der Stiftung bei der Durchführung der Tagung ist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aus Göttingen.

Durch Außenmächte geschürt

Die Lage ethnischer und religiöser Minderheiten im Iran wird im Westen immer wieder instrumentalisiert. Bereits im Herbst 2005 hatte der Iran-Experte Bahman Nirumand über die iranischen Minoritätenkonflikte geurteilt, sie beruhten auf einer "nicht hinnehmbaren ökonomischen und kulturellen Benachteilung von Minderheiten"; allerdings könne "nicht geleugnet werden", dass sie "durch Außenmächte zur Schwächung der Zentralregierung geschürt werden".[2] Anlass war damals eine Serie von Bombenanschlägen in Khuzestan, der erdölreichsten Provinz des Landes, die Teheran westlichen Umsturzplänen zuschrieb. Zwei Jahre später berichtete ein deutsches TV-Magazin von einem Fall, der Nirumands Einschätzung zu bestätigen scheint: In der Bundesrepublik warben damals Separatisten aus "Iranisch-Kurdistan" Rekruten an - laut dem TV-Magazin "unter den Augen von BND und Verfassungsschutz".[3] Zum selben Zeitpunkt stellten Beobachter fest, dass Insurgenten im Nordwesten des Iran ("Iranisch-Kurdistan") ihre bislang minderwertige Ausrüstung deutlich hatten verbessern können; viele schrieben dies westlicher Unterstützung zu.[4] Gleichzeitig begannen Vorfeldorganisationen der Berliner Außenpolitik, sich mit einer Aufstandsbewegung ("Belutschistan") zu befassen, die ihren Einflussbereich von Westpakistan ausgedehnt hat - nach Ostiran.

Werbung

Spielte sich die westliche Unterstützung für inneriranische Aufstandsbewegungen damals vorwiegend hinter den Kulissen ab, scheint Berlin nun öffentliche Werbung für hilfreich zu halten. Bei der Tagung in der kommenden Woche erhalten Vertreter mehrerer Minderheiten die Chance, ihr Anliegen publikumswirksam zu präsentieren. Angekündigt sind bislang Repräsentanten von vier Sprachminoritäten (der turkmenischen, der kurdischen, der aserischen und der arabischen Sprachminderheit) und ein Sprecher der Baha’i-Religion. In Frankfurt soll außerdem ein Mitglied des "Kongresses der Nationalitäten für einen föderalen Iran" (CNFI) eine Rede halten. Offiziell wird der "Föderalismus als Lösungsmodell" ins Spiel gebracht; einigen der Organisationen, die im CNFI zusammengeschlossen sind, werden jedoch weitergehende Sezessionsabsichten nachgesagt.

Erfolgreich

Die Friedrich-Naumann-Stiftung, die die Tagung in der kommenden Woche veranstaltet, hat in der jüngsten Vergangenheit recht erfolgreich mit der Minderheiten-Thematik operiert. Mit ihrer Unterstützung für die weltweiten Tibet-Aktionsgruppen etwa schuf sie die Voraussetzungen für die Fackellauf-Kampagne vor den Olympischen Spielen in China, die im Westen antichinesische Ressentiments anheizte.[5] Über Kontakte zu Sezessionisten verfügen Netzwerke der Stiftung auch in Lateinamerika, wo Autonomiebewegungen auf die Schwächung von Regierungen zielen, die den westlichen Hegemonialmächten kritisch entgegentreten.[6] Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die die Tagung gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert, ist auf Agitation zugunsten völkisch definierter Minderheiten spezialisiert, sie hat schon mehrfach für die Berliner Außenpolitik eine nützliche Rolle gespielt.[7] Dazu gehören insbesondere ihre Aktivitäten zugunsten eines "Selbstbestimmungsrechtes von Völkern und Volksgruppen", das sie wie Berlin oft gegen mit Deutschland konkurrierende Staaten gewendet hat (bezüglich Tschetscheniens zur Schwächung Russlands, bezüglich Xinjiangs zur Schwächung Chinas).

Geheimdienstlich, versteht sich

Ein Professor an der Bundeswehr-Universität in München hat schon vor Jahren ausdrücklich geraten, den "Vielvölkerstaat" Iran mit Hilfe völkischer Sezessionsbewegungen unter Druck zu setzen. Sie seien ein "Destabilisierungshebel" gegenüber der missliebigen Regierung in Teheran, erklärte der Mann: "Diese innenpolitische Labilität könnte - und sollte (geheimdienstlich verdeckt, versteht sich) - der Hebel westlicher Iran-Politik unterhalb des eigenen militärischen Eingreifens sein".[8]

http://womblog.de/2009/06/14/berlin-erhoeht-den-druck-auf-teheran/

Schöne Grüße Agirparêz
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« Antworten #3 am: 14. Jun 2009, 16:54 »

Zitat
Ahmadinedschad feiert sich als Sieger



Tränengas gegen Demonstranten, Steine gegen Polizisten: In Iran toben die schwersten Auseinandersetzungen seit Jahren. Regierungsgegner werfen Präsident Ahmadinedschad Wahlbetrug vor. Doch der weist die Vorwürfe zurück - und lässt sich von Zehntausenden feiern.

Teheran - In Irans Hauptstadt Teheran kommt es am Sonntag am zweiten Tag in Folge zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des unterlegenen Kandidaten Hossein Mussawi und der Polizei: Die Sicherheitskräfte feuern in die Luft, gehen mit Tränengas gegen rund 200 Demonstranten vor. Diese wehren sich massiv, werfen Steine auf die Polizei, rufen "Tod dem Diktator".

Mussawi-Anhänger haben im Internet einen Marsch auf die Innenstadt angekündigt, wo die Siegesfeier der Anhänger des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad stattfindet - doch die Polizei hat nach Angaben von Augenzeugen alle Straßen ins Zentrum abgesperrt.

Zehntausende Ahmadinedschad-Anhänger haben sich dort am Nachmittag zu der zentralen Feier versammelt. Sie schwenken iranische Fahnen, bejubeln den Präsidenten, der sofort das Ausland attackiert: Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo nur zwei oder drei Parteien das Sagen hätten, gebe es im Iran eine echte Demokratie, sagt Ahmadinedschad. Politiker im Ausland würden um Homosexuelle und anderen "Bodensatz" buhlen, um "ein paar Prozent" mehr Stimmen zu bekommen. Die Wahl in Iran sei fair und gerecht verlaufen, Vorwürfe einer Manipulation weist er erneut zurück.

Das sieht das reformorientierte Lager anders, kritisiert "massiven" Wahlbetrug" und verlangt eine Wiederholung des Urnengangs.

Mussawi fordert Anhänger zu "friedlicher Opposition" auf

Mussawi erklärte, er erkenne das Ergebnis nicht an. "Ich habe heute beim Wächterrat förmlich den Antrag gestellt, das Wahlergebnis für ungültig zu erklären", schrieb er am Sonntag auf seiner Internet-Seite. Zugleich forderte er seine Anhänger auf, ihre "friedliche Opposition" gegen die Wiederwahl Ahmadinedschads fortzusetzen. Dies solle "landesweit" und "auf legale Weise" geschehen.

Bereits am Samstag hatte es in Teheran teils gewaltsame Proteste gegeben - die heftigsten Ausschreitungen seit den Studentenunruhen im Juli 1999.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurde mindestens ein Demonstrant von Sicherheitskräften getötet. Auch in anderen Städten soll es zu heftigen Ausschreitungen gekommen sein. So sollen sich in Isfahan, einer Millionenstadt im Süden des Landes, Tausende von Protestierenden Straßenschlachten mit der Polizei geliefert haben - bis spät in die Nacht. Auch in den Nordprovinzen kam es zu Unruhen.

Die Regierung ließ vorübergehend das Mobilfunknetz abschalten, am Sonntag konnten keine SMS verschickt werden. Internet-Seiten, die Mussawi unterstützen, waren gesperrt.

Polizei bestätigt 170 Festnahmen

Am Abend gingen in Zivil gekleidete Angehörige der islamischen Basidsch-Miliz gegen Demonstranten vor. Vizepolizeichef Ahmed Resa Radan bestätigte die Festnahme von 170 Menschen, 60 davon bezeichnete er als "Organisatoren" der Ausschreitungen, zehn weitere als die "geistige Anstifter" der Proteste. Nach Oppositionsangaben waren unter den Festgenommenen auch Vertraute von Ex-Präsident Mohammed Chatami, der eine Wahlempfehlung für den gemäßigt Konservativen Mussawi abgegeben hatte.

Die Wiederwahl Ahmadinedschads wurde international zurückhaltend bewertet. Bundesaußenminister Steinmeier erklärte: "Der Verlauf der Wahlen in Iran wirft zahlreiche Fragen auf." Die Berichte über Unregelmäßigkeiten seien "besorgniserregend" und müssten von Teheran aufgeklärt werden.

Auch die EU-Ratspräsidentschaft zeigte sich "besorgt" über die angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl und die Ausschreitungen. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner äußerte sich "äußerst besorgt" über das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten.

US-Vizepräsident Biden: "Schrecklich viele Zweifel"

US-Vizepräsident Joe Biden äußerte deutliche Zweifel an den offiziellen Wahlergebnissen: "Es gibt schrecklich viele Zweifel", sagte er dem US-Fernsehsender NBC. Die US-Regierung werde die Angaben aber zunächst analysieren, bevor sie Stellung dazu nehme. Damit vermied der Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama eine Aussage darüber, ob Washington die Wiederwahl Ahmadinedschads anerkennt.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Samstag erklärt, die US-Regierung hoffe, dass "das Ergebnis den wahren Willen und den Wunsch des iranischen Volkes spiegelt". Die USA verfolgten die Entwicklungen im Iran genau. Ihr kanadischer Kollege Lawrence Cannon sagte, sein Land sei "tief besorgt" über Berichte, nach denen es zu Unregelmäßigkeiten bei der Wahl bekommen sei.

Israel betonte nach Verkündung von Ahmadinedschads Sieg die Gefahr einer nuklearen Bedrohung durch den Erzfeind. "Die Vereinigten Staaten und die freie Welt müssen die Politik in Bezug auf die nuklearen Ambitionen Teherans überdenken", sagte Vizeministerpräsident Silvan Schalom in Jerusalem.

Das reformorientierte Lager des Ex-Präsidenten Mohammed Chatami, der eine Wahlempfehlung für Mussawi abgegeben hatte, sprach sich am Samstag für eine Wiederholung des Urnengangs aus, da es einen "massiven" Wahlbetrug gegeben habe.

Der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, rief alle Iraner auf, sich hinter ihren Präsidenten zu stellen. Mehr als 84 Prozent der Wahlberechtigten hatten am Freitag ihre Stimme abgegeben. Nach offiziellen Angaben erzielte Ahmadinedschad 62,6 Prozent, sein aussichtsreichster Gegenkandidat Mussawi nur 33,7 Prozent.
jul/AFP/AP/dpa/Reuters

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,630375,00.html
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« Antworten #4 am: 14. Jun 2009, 16:57 »

Ich möchte zu diesem Thema entsprechend folgende Frage in die Runde werfen:

  • Wird Ahmedinedschad seinen harten Kurs in Folge der doch harten Ausschreitungen der Mussawi-Anhänger korrigieren(müssen)?
  • Hat die iranische Mullah-Diktatur überhaupt noch eine Zukunft?
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« Antworten #5 am: 14. Jun 2009, 17:02 »

Zitat
Zwei Jahre später berichtete ein deutsches TV-Magazin von einem Fall, der Nirumands Einschätzung zu bestätigen scheint: In der Bundesrepublik warben damals Separatisten aus "Iranisch-Kurdistan" Rekruten an - laut dem TV-Magazin "unter den Augen von BND und Verfassungsschutz".[3]

Was daran verwerflich sein soll, versteh ich nicht ganz.
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« Antworten #6 am: 14. Jun 2009, 20:10 »

Ist die Wahl denn jetzt endgültig durchgekommen?

Findet ihr das legitim? Man redet ja von Manipulation, was ich angebracht finde.

Dass der neue und alte Präsident so gefeiert wird und die Straßenschlachten zwischen dem Staat und den Anhängern des Mussawi im Iran kaum veröffentlicht werden, ist doch wohl verdächtig. Außerdem ging man von einem sehr hohen Prozentanteil der Wahlen für Mussawi aus, wobei Ahmadinedschad ca das Doppelte am Prozentanteil des Mussawi hat.
Der deutsche Außenminister Steinmeiner hat sich ebenfall kritisch dazu geäußert.

Man munkelt und das ist es Wert.

Silav
« Letzte Änderung: 14. Jun 2009, 20:14 von -Peri- » Gespeichert

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« Antworten #7 am: 14. Jun 2009, 21:07 »

Also das Ahmedinejad gewonnen hat liegt an der Interesse der USA.
Einen Hampelmann braucht die USA in jeder Nation um ihre Ziele durchzusetzen.
Ahmedinejad kann den Iran durcheinander bringen und uns Kurden darin Vorteile bringen.
Wenn er weiter so hart gegen den Westen vorran geht, wird er und sein Regiem langsam aber aucvh deutlich untergehen.
Mullah-Regiem hat nichts anderes gemacht, Ahmedinejad ist auch einer von denen, aber keiner redet wie Ahmedinejad.
Einige sehen hn als Helden, andere wiederum als einm Clown der nur schlechte Witze macht.

Nicht zuvergessen ist das er seine Finger mit im Spiel hatte, als in Wien die 3 kurdischen Politiker darunter auch Dr. Chassemlou umgebracht wurden.
Für mich ist er eine Spielmarionette der USA und lässt sich nur durch Antiisrael-Politik aufmerksam.
Was innenpolitisch passiert ist die reinste Katastrophe.
Aber wie gesagt genau das braucht die USA.

Ich habe schon mal ein Beitrag geschreiben als ich schrieb:,, Der Iran wird durch die USA langsam von Innen kaputt machen".
Genau das passiert in dieser Zeit.
Ahmedinejad wäre ein Vorteil und wir Kurden müssen es sehr gut ausnutzen.

Schöne Grüße Agirparêz
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« Antworten #8 am: 15. Jun 2009, 10:26 »

Berlin erhöht den Druck auf Teheran
Sonntag, 14. Juni 2009 | Thema: Deutschland, Presseschau

German foreign Policy | - Mit Hilfe iranischer Autonomie- und Sezessionsaktivisten erhöht Berlin den Druck auf Teheran. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung kündigt für die kommende Woche eine Tagung zur "Nationalitätenfrage" im "Vielvölkerstaat" Iran an. Als Referenten werden mehrere Befürworter einer weit reichenden Schwächung der iranischen Zentralregierung angekündigt.


Wie es in dem Einladungsschreiben für die Veranstaltung heißt, sei es "Zeit", die Belange "nicht-persischer Völker" "verstärkt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit zu rücken". Schon vor Jahren haben Fachleute darauf hingewiesen, dass trotz der "nicht hinnehmbaren" Diskriminierung von Minderheiten im Iran "nicht geleugnet werden" könne, dass Autonomie- und Sezessionskonflikte "durch Außenmächte zur Schwächung der Zentralregierung geschürt werden". Ein Professor an der Universität der Bundeswehr hat explizit geheimdienstliche Maßnahmen zum Schüren von Minderheitenkonflikten gefordert - als "Destabilisierungshebel" gegenüber Teheran.

Es wird Zeit

Für die kommende Woche kündigt die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) eine Tagung zum Thema "Nationalitätenfrage und Demokratie im Iran" an. "Tag für Tag", heißt es im Einladungsschreiben, "fallen immer mehr Angehörige nicht-persischer Völker oder religiöser Glaubensgemeinschaften im Iran der Willkür der iranischen Geheimdienste zum Opfer." Ausdrücklich genannt werden "Aseri, Kurden, Araber, Belutschen, Turkmenen, Baha’i, sowie andere kleinere Völker und Religionsgemeinschaften".[1] "Es wird Zeit", urteilt die Stiftung, "die Belange dieser Bevölkerungsgruppen im Iran verstärkt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit zu rücken". Diesem Ziel dient die Tagung, die am 20. Juni in Frankfurt am Mai stattfinden soll. Kooperationspartner der Stiftung bei der Durchführung der Tagung ist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aus Göttingen.

Durch Außenmächte geschürt

Die Lage ethnischer und religiöser Minderheiten im Iran wird im Westen immer wieder instrumentalisiert. Bereits im Herbst 2005 hatte der Iran-Experte Bahman Nirumand über die iranischen Minoritätenkonflikte geurteilt, sie beruhten auf einer "nicht ............ weiter hier : http://womblog.de/2009/06/14/berlin-erhoeht-den-druck-auf-teheran/
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 Kurdistan ist je nach Definition und Schätzung mit 490.000 bis 530.000 km² ungefähr so groß wie Frankreich[3] und umfasst heute Teile der Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien. Zur Zeit leben die Kurden vor allem am Oberlauf des Tigris und im Gebiet rund um den Vansee im Südosten der Türkei, in den Tälern des Großen und des Kleinen Zab im Nordosten des Irak und südlich des Urmia-Sees im Nordweste
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« Antworten #9 am: 15. Jun 2009, 13:08 »

Agirparez, ich stimme dir zu. Er ist auch eine Spielmarionette der USA. Auch Abdullah Öcalan sagte letztes Jahr
dass Ahmedinejad somit den USA dient.



Irakischer Präsident gratuliert Ahmadinedschad

Bagdad (AP) Der irakische Staatschef Dschalal Talabani hat dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Wiederwahl gratuliert. Talabani habe ein Glückwunschtelegramm nach Teheran übermittelt, teilte sein Büro am Sonntag mit. Er äußerte sich zuversichtlich, dass sich die «freundschaftlichen und gutnachbarlichen Beziehungen» zwischen den beiden Ländern in den kommenden Jahren weiter verbessern.

Quelle: AP - (PR-inside.com 14.06.2009 17:35:02)
« Letzte Änderung: 15. Jun 2009, 13:29 von AgitMahsun » Gespeichert

Ey Assyrer,Chaldäer und Kurden die heldenhafte Soldaten haben. 500 Jahre schläft ihr..Es Reicht !. Wacht endlich auf.
Ansonsten wird euch die Brutalität und Unachtsamkeit auf dem Feld der Grausamkeit ersticken.

Said-i KURDÎ
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« Antworten #10 am: 15. Jun 2009, 14:18 »

Zitat
Er ist auch eine Spielmarionette der USA. Auch Abdullah Öcalan sagte letztes Jahr
dass Ahmedinejad somit den USA dient.

Solch ein Blödsinn hab ich selten gehört. Es gibt gar kein Grund dafür wieso Ahmedindschad für die USA arbeiten sollte.
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