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Kurdistan Diskussionsforum 22. Mai 2012, 23:38 *
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Autor Thema: 20 Jahre Halabja  (Gelesen 2449 mal)
JiDilKirdim | Beiträge: 0
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« am: 11. Mär 2008, 20:46 »

20 Jahre Halabja

Anlässlich des 20. Jahrestages der Giftgasangriffe der irakischen Armee auf die kurdische Stadt Halabja am 16. März 1988 laden wir Sie zu einer Gedenkveranstaltung ein.

Dem Giftgasangriff am 16. März 1988 fielen mehr als 5.000 Menschen zum Opfer, über 8.000 Menschen erlitten schwere Verletzungen, tausende verletzte Überlebende flohen aus der Stadt.

Wir fordern:
1.
internationale Anerkennung des Völkermords an irakischen Kurden
2.
Entschädigung der Überlebenden und die Angehörigen der Giftgasopfer und humanitäre Hilfsleistungen für die geschundene kurdische Region um Halabja anzubieten
3.
den 16.03. als Tag des Verbots aller Massenvernichtungswaffen zu deklarieren
4.
alle Personen und Firmen, die an der Aufbau von Saddam Husseins C-Waffenprogramm beteiligt waren, vor Gericht zu stellen.

Ort und Zeit
Die Veranstaltung findet am 16.03.08 von 14.00 bis 17.00 Uhr am Breischeidplatz / vor der Gedächtniskirche statt.


Ihr Vorbereitungs-Komitee
« Letzte Änderung: 11. Mär 2008, 21:01 von JiDilKirdim » Gespeichert
Hejar | Beiträge:
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« Antworten #1 am: 11. Mär 2008, 21:01 »

Silav JiDilKirdim,

von wem wird das veranstaltet? Und ist das die Kundgebung, wo auch alle Kerzen mitbringen sollen...? hatte nämlich sowas mal gehört...

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JiDilKirdim | Beiträge: 0
JiDilKirdim
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« Antworten #2 am: 11. Mär 2008, 21:09 »

Hallo Hejar,

sie wird von Sozik organisiert. Kerzen habe ich dort noch nie gesehen. Jedoch haben die meisten Teilnehmer eine kurdische Fahne, Halabja-Bilder oder in der Art dabei.
Die Teilnehmerzahl ist gewöhnlich leider nicht hoch. Aber dafür verläuft es friedlich. Es werden außerden Flyer über Halabja verteilt, damit die Menschen aufgeklärt werden. Somit ist es allgemein eine sich positiv auswirkende Veranstaltung für Kurden.

MfG
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aram | Beiträge: 1046
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« Antworten #3 am: 11. Mär 2008, 22:50 »


 
1. internationale Anerkennung des Völkermords an irakischen Kurden
 

Ist das nicht schon passiert?
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siyabendo | Beiträge: 503
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« Antworten #4 am: 11. Mär 2008, 23:16 »

irre ich mich,oder kann ich dort nirgends die stadt in der die veranstaltung stattfindet,finden...Huch
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Amos | Beiträge: 4300
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« Antworten #5 am: 12. Mär 2008, 01:01 »

JiDilKirdim dachte wohl, dass jede(r) schon mal in Berlin war. Und der Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche war zumindest während Mauerzeiten der Ort, wo die pflichtbesuchenden Schulklassen wenigstens an einem Nachmittag ihrer obligatorischen Schulfahrt (meist in Klasse 10) rumhingen. Aber der Mauerfall ist über 18 Jahre her, und nun fahren nicht mehr alle 10. Klassen nach Berlin. Und wenn doch, dann haben die Kids heute viel mehr und vermutlich coolere Treffpunkte. Also: Der Breitscheidplatz befindet sich in Berlin in unmittelbarer Nähe des Zoologischen Gartens, der (Kaiser Wilhelm) Gedächtniskirche und dem Straßenzug Kurfürstendamm/Tauentzienstraße, wo in der guten alten Mauerzeit die Kids aus der westdeutschen Provinz sich mit den gerade angesagten Klamotten versorgen konnten.

Graue Vorzeit für die Kids von heute!   Cool
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« Antworten #6 am: 13. Mär 2008, 15:26 »

Zitat
1.
internationale Anerkennung des Völkermords an irakischen Kurden

Ein Gericht in Den Haag hatte einen niederländischen Geschäftsmann zu 15 Jahren Haft wegen Komplizenschaft beim Giftgas-Angriff auf den irakischen Ort Halabja im Jahr 1988 verurteilt. Außerdem entschied das Gericht, dass es sich bei dem Giftgas-Angriff auf Halabja um Völkermord gehandelt hat.

Es wäre aber gerechter, wenn vor allem die Amerikaner diesen unmenschlichen Angriff als Völkermord aufnehmen!
Es wäre jedoch auch an der Zeit, sich für die Anerkennung des Völkermords in Dersim zu organisieren!

Zitat
3.
den 16.03. als Tag des Verbots aller Massenvernichtungswaffen zu deklarieren

"Sehen Sie, freie Nationen sind friedliche Nationen. Freie Nationen greifen sich nicht gegenseitig an. Freie Nationen stellen keine Massenvernichtungswaffen her." - George W. Bush, 3. Oktober 2003

Es wird keine Welt ohne Massenvernichtungswaffen geben. Die USA könnten heute mit der Kapazität ihrer Waffen 20 Milliarden Menschen auslöschen (die USA und Israel könnten den Iran binnen weniger Stunden von der Weltkarte löschen; der Iran wird die Amerikaner nicht einmal mit 10 Atombomben erschrecken können!).

Zitat
4.
alle Personen und Firmen, die an der Aufbau von Saddam Husseins C-Waffenprogramm beteiligt waren, vor Gericht zu stellen.

Diese Personen und Firmen arbeiten heute noch im Namen von Staaten wie USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China, sodass deren Verurteilung eine Forderung ohne Folgen bleibt! Geliefert wurde vor allem aus Singapur, Niederlande, Ägypten, Indien und Deutschland und Vereinigte Arabische Emirate.



Sogar der Angriff war mehr zufällig durch westliche Medien und westliche Staaten entdeckt worden, die den Irak und Iran im gemeinsamen Kampf mit Waffen belieferten und sich schließlich dann wundern, wofür diese Waffen eingesetzt werden!
Vor Halabja wurde bereits Zerdest (Ostkurdistan) mit Giftgas angegriffen, ein Ereignis, das im Westen wahrgenommen wurde, jedoch in Uninteresse unterging, denn so hätte man Halabja eventuell verhindern können!

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welato | Beiträge: 74
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« Antworten #7 am: 13. Mär 2008, 17:08 »

In Camp Cropper, einem US-Gefängnis nahe Bagdad, sind derzeit drei der Hauptverantwort­lichen inhaftiert: Ali Hassan al-Majid (»Chemical Ali«), ein Cousin Saddam Husseins und der Oberkommandierende der Anfal-Kampagne, der damalige Verteidigungsminister Sultan Hashim al-Taie und Hussein Rashid Mohammed, damals Vizekommandant der Armeeoperationen. Alle drei wurden im Juni vergangenen Jahres zum Tode verurteilt.

Jalal Talabani, Vorsitzender der Puk und Präsident des Irak, hatte sich zunächst geweigert, das vom Iraqi High Tribunal verhängte Urteil zu unterzeichnen. Ende Februar bestätigte jedoch der Präsidialrat, dem neben Talabani zwei Vizepräsidenten angehören, die gegen Majid verhängte Todesstrafe, nicht jedoch die Urteile gegen Taie und Rashid Mohammed. Diese Entscheidung will Premierminister Nouri al-Maliki, Generalsekretär der schiitischen Da’wa-Partei, nicht akzeptieren. Alle drei Todesurteile sollten »zusammen vollstreckt« werden, sagte sein Sprecher Ali al-Dabbagh in der vergangenen Woche.


Die Todesurteile sind zum Streitpunkt im politischen Machtkampf geworden. Talabani, eigentlich ein Gegner der Todesstrafe, hat gegen eine Hinrichtung Majids offenbar keine Einwände mehr. Er bezeichnete Taie jedoch als »kompetenten Soldaten«, der mit einer Exekution habe rechnen müssen, wenn er seine Befehle nicht ausgeführt hätte. Der ehemalige General Taie ist Sunnit, seine Hinrichtung würde wohl weniger »die Sunniten« aufbringen als die ehemaligen Ba’athisten, deren Reintegration durch die Verabschiedung des Accountability and Justice Act im Januar vorangetrieben werden sollte.

Ungeachtet der Politisierung der Justiz muss den Irakis zugute gehalten werden, dass sie sich unter schwierigen Bedingungen um eine juristische Aufarbeitung der Anfal-Kampagne und anderer Kriegsverbrechen wenigstens bemühen. In den 20 Jahren seit dem Massenmord in Halabja gab es hingegen keine ernsthaften Bemühungen, die ausländischen Zulieferer des irakischen Chemiewaffenprogramms zu belangen. Ohne Importe hätte das Regime Saddam Husseins keine einzige Giftgasgranate herstellen können.

Die offizielle Position der deutschen Politik zu Halabja wurde 2001 formuliert: »Eine wie auch immer geartete Mitverantwortung der Bundesregierung besteht nicht.« Doch den Angaben zufolge, die gegenüber den UN-Inspektoren gemacht wurden, kamen 52,6 Prozent der Ausrüstung für die Chemiewaffenproduktion aus Deutschland. Deutsche Firmen lieferten auch Chemikalien, Ingenieure halfen beim Bau der Produktionsanlagen. Erste Hinweise darauf gab es bereits 1982. Doch das Außenwirtschaftsgesetz sollte »im Zweifelsfall zugunsten des Freiheitsprinzips« ausgelegt werden. Dies ermöglichte den Export von Dual-use-Gütern, die auch für militärische Zwecke verwendet werden konnten.

Ende Februar beantragten die Grünen immerhin, der Bundestag möge sein »Bedauern« darüber äußern, »dass das C-Waffen-Arsenal Saddam Husseins auch mithilfe der teils widerrechtlichen, teils nach damaliger Gesetzeslage möglichen Lieferungen deutscher Firmen aufgebaut werden konnte«, die Bundesregierung solle die humanitäre Hilfe verstärken. Der Antrag wurde in der vergangenen Woche ohne Debatte in die Ausschüsse verwiesen.



quelle:  http://www.jungle-world.com/seiten/2008/11/11621.php

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welato | Beiträge: 74
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« Antworten #8 am: 13. Mär 2008, 17:19 »


Die Todesurteile sind zum Streitpunkt im politischen Machtkampf geworden. Talabani, eigentlich ein Gegner der Todesstrafe, hat gegen eine Hinrichtung Majids offenbar keine Einwände mehr. Er bezeichnete Taie jedoch als »kompetenten Soldaten«, der mit einer Exekution habe rechnen müssen, wenn er seine Befehle nicht ausgeführt hätte.


Und das soll ein kurdische Führer sein Huch

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Miro | Beiträge: 1094
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« Antworten #9 am: 13. Mär 2008, 17:33 »

Zitat
Er bezeichnete Taie jedoch als »kompetenten Soldaten«, der mit einer Exekution habe rechnen müssen, wenn er seine Befehle nicht ausgeführt hätte.

der dicke tanzbär besitzt weder skrupel noch weist er einen hauch von respekt gegenüber den opfern und hinterblibenen dieser mörder! einen massenmörder als einen "kompetenten soldaten" zu bezeichnen, ist das verhöhnen der anfal opfer auf dem höchsten niveau Traurig

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Welatperist | Beiträge:
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« Antworten #10 am: 13. Mär 2008, 23:45 »

Wie passend es doch wäre, wenn man Chemie Ali übermorgen in Helepce hängen würde.
Die Hoffnung stirbt zuletzt...
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