Demo gegen das internationale Komplott und das Vorgehen gegen Roj TVAm 8. Oktober protestierten etwa 200 Menschen, vor allem KurdInnen, in der Gießener Innenstadt gegen das Internationale Komplott gegen Abdullah Öcalan, der am 9. Oktober 1998 auf militärische Drohungen der Türkei gegen Syrien hin sein Gastgeberland, in dem er Jahre gelebt hatte, verlassen musste, um einen weiteren Krieg im Nahen Osten zu verhindern.
Von der Ausreise aus Syrien an nahm die Odysse Öcalans ihren Lauf, die ihn über Russland, Italien, Tadschikistan und Weißrussland nach Griechenland führte, wo ihm von der griechischen Regierung zugesichert wurde ihn nach Südafrika auszufliegen. Dieser Flug endete allerdings bereits in Kenia, wo CIA-MitarbeiterInnen mit Hilfe der kenianischen Sicherheitskräfte, die in Abhängigkeit zu den US-Behörden standen, Öcalan an türkische MIT-GeheimdienstlerInnen übergaben, die ihn in die Türkei und auf die eigens für ihn eingerichtete Gefängnisinsel Imrali verschleppten.
Öcalan war bereits bei seiner Einreise nach Italien kurzzeitig verhaftet worden. Grund dafür war ein von Deutschland ausgestellter Haftbefehl, eine Überführung in die BRD lehnte die deutsche Regierung allerdings ab, da sie sich vor den politischen Konsequenzen im Inneren fürchtete und ihre Politik gegen die kurdische Freiheitsbewegung lieber weiter feige im Verdeckten fortsetzen wollte.
Ein weiteres Thema der Demonstration war das aktuelle Verbotsverfahren des dänischen Staates gegen den kurdischsprachigen Fernsehsender Roj TV, der seit Jahren in Europa arbeitet und sendet, seine Sendelizenz hat er in Dänemark erhalten. Bereits 2008 ging die Bundesregierung repressiv gegen den Fernsehsender vor, erst Anfang März wurden nach europaweiter Zusammenarbeit staatlicher Organe die Studios des Senders im Belgischen Denderleeuw bei Brüssel von Belgischen Sicherheitskräften überfallen und durchsucht, wobei Material und Gerät von hohem Wert mutwillig zerstört wurde.
Das jüngste nun juristische Vorgehen gegen Roj TV ist ein Zugeständnis der dänischen Administration an den türkischen Staat und macht deutlich welche Taten europäische Staaten ihren Rufen nach Menschenrechten und Selbstbestimmung folgen lassen.
Die Demonstration führte ab 17.30 Uhr in einer Runde vom Kirchplatz über die Schulstr., Neuen Bäue, Südanlage, Goethestr., Mäusburg und Marktplatz wieder auf den Kirchplatz, wo es zu einer Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen des Mezopotamisch-Kurdischen Kulturzentrums Gießen und des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan (YXK) kam.
Der Imperialismus der kapitalistischen Staaten gegen die Unterdrückten dieser Welt geht weiter und die Geschlossenheit der hegemonialen Kräfte ist stärker denn je. Dagegen können wir uns nur mit internationaler Solidärität und einer Verbindung der Kämpfe stellen.
Das Flugblatt zu der Demo gibt es unter
http://yxkmarburg.blogsport.de/2010/10/04/demo-gegen-das-internationale-komplott/In Frankfurt und Darmstadt protestierten einen Tag später weitere hunderte KurdInnen aus den gegebenen Anlässen. Die Demonstrationen waren bund und laut, wurden teilweise von übertriebenem Polzeiaufgebot begleitet, verliefen aber friedlich.