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Kolonialmächte Kurdistans - Politik => Türkei, Iran, Irak, Syrien => Thema gestartet von: Agirparez am 28. Jul 2009, 18:34



Titel: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 28. Jul 2009, 18:34
Zitat
Dîsan hovîtî...li Kerkûkê dayika 3 zarokan ji aliyê birê xwe ve hate kuştin       
PUKmedia/2009-07-28/15:56:46

Li qezaya Daquqê ya girêdayî parêzgeha Kerkûkê jinek ku dayika 3 zarokan bû ji aliyê birayê xwe ve hate kuştin.

Çavkaniyekê ji binekeya polîsê qezaya Daquqê da zanîn ku li wê qezayê jinek ji aliyê birayê xwe ve bi pênc guleyan hatiye kuştin û got: “Jinik xwediya 3 zarokan bûye û kujer ku birê wê ye, derhal xwe teslîmî polîs kiriye.”

Sedema wê bûyerê hêj nehatiye zanîn.
http://pukmedia.com/kurdi/index.php?option=com_content&task=view&id=10857&Itemid=1

In Kerkûk wurde eine Mutter von 3 Kindern , von ihrem eigenen Bruder getötet.
Der Bruder soll sie durch 5 Kugeln getötet haben.
Nach der Aktion hat sich der Täter sofort der Polizei gestellt.
Einen Grund dafür ist bisher nicht bekannt.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Rewsen am 28. Jul 2009, 19:42
Hier könnt Ihr, vorzugsweise werden das unsere engagierten User Agirparêz und AgitMahsun übernehmen, gerne entsprechende Kurzmeldungen posten, die eines eigenen Topics nicht bedürfen.

MfG

Rewsen


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 28. Jul 2009, 20:33
Büro der AKP und CHP in Van besetzt

Von einer großen Menschenmenge u.a. von den Vereinen TUHAY-DER, Göç-Der, der DTP, einschließlich des Bürgermeisters, wurden die Büros von AKP und CHP besetzt.
Die BesetzerInnen forderten, dass endlich auf die bis zum 1. September verlängerte Waffenruhe der Guerilla reagiert werden und Schritte zur Lösung der kurdischen Frage unternommen werden müssen.

Quelle: ANF, 27.07.2009, ISKU



Angriff mit Molotow Cocktails auf Polizeistation

In Mersin hat die Gruppe “Apoistische Fraueninitiative” eine Polizeistation mit Molotowcocktails angegriffen, um gegen die “sexuelle Belästigung und Vergewaltigung durch Polizisten” zu protestieren. Weiterhin wollte die Gruppe in Mersin, die aus ca. 150 jungen Frauen bestand, gegen die aktuellen Militäroperationen protestieren.
Die Frauen verursachten Sachschäden an Fahrzeugen, die auf dem Parkplatz des Polizeireviers standen. Die Polizei griff mit gepanzerten Fahrzeugen und Tränengas an und schoss in die Luft. Daraufhin zogen sich die Aktivistinnen zurück. Bei den Auseinandersetzungen wurde ein Polizist verletzt und die Scheiben eines Fahrzeugs der Zivilpolizei eingeschlagen.
Die Auseinandersetzungen dauerten etwa zwei Stunden an und danach schossen die Polizisten willkürlich Gasgranaten durch die Straßen.

Quelle: ANF, 27.07.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 29. Jul 2009, 14:07
Zitat

Karayilan: Ergenekonê li dijî me şerekî mezin kir

29 Tîrmeh 2009 Çarşem Saat 10:28

AVESTA - Serokê KCK Murat Karayilan li ser pirseke girêdayî Ergenekonê diyar kir ku şerê mezin yê Ergenekonê li dijî rêxistina wan bû.

(http://www.avestakurd.net/images/news/7368.jpg)

Karayilan di hevpeyvîneke xwe ji bo Newsweek- Tirkiye l iser pirseke pêwendiya Ergenekonê ligel PKK got, eger ew li dirêjiya dîroka Ergenekonê binêrin, wê diyar bibe ku wê şerekî mezin li dijî PKK birêve bir.

Karayilan got ku Ergeneko bi destê dewletê hatiye avakirin.

Li gora Karayilan, endamên Ergenekonê yên ku niha hatine girtin û doz li dijî wan hatiye vekirin, ew kesên antîamerîkan in, yên ku dijîtiya Tirkiyê dikin, lê belê beşekî mezin hîn di nava dewletê de ye, got.

http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=5828

Murad Karayilan : Wenn ihr die Geschichte Ergenekons nachgeht, werdet ihr sehen das Ergenekon Krieg gegen uns geführt hat.
Ergenekon ist durch den Staat gegründet worden.
Diese Ergenekons, die gerade festgenommen sind, sind gegen uns,antiamerika und sind gegen Türkei, aber ein großer Teil ist im Staat drin.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 29. Jul 2009, 14:20
Zitat
Mezinayiya Tîpan: 10 Punto 12 Punto 14 Punto 16 Punto

Gelo ev nîşana vejîna Hîzbullahê ye?
NETKURD
Aktuelbûn: 2009-07-29 08:59:27

Mustazaf -Dera nêzî Hizbullahê li Batmanê li hemberî siyaseta DTP-ê ya derbarî jinan de, derket kolanan.

Berî demekê ji alî rêxistina Meclîsa Jinên DTP a li Batmanê ku bi armanca balkiþandina kuþtinên li ser namusê, li hin deverên Batmanê bi navê ''em jin in,ne namusa tû kesî ne,namusa me azadiya me ye''pankart daleqiyabûn. Ev pankartên DTP-ê ji alî Mustazaf-Dera ku navenda wê li Batmanê ye û weke komeleya Hîzbullahçiya tê nasîn, bi girseyî li navenda Batmanê kolana Gulîstanê hat þermezar kirin.

Piştî daxwiyaniya Mustazaf-der girse bi tekbîr û diruþmeyên îslamî li kolanan belav bûn.

Li Kurdistana Bakur di demên dawî de zêdebuna çalekiyên bi vî rengî bal dikşînin; Gelo dîsa Hizbullah li Kurdistana Bakur xurt dibe?

Li rojên pêş de DTP-ê wê çi reaksiyonê nîþan bide bi meraqdarî tê rawestin.

E-Stêrk, Netkurd//Batman

http://www.netkurd.com/?mod=news&option=view&id=1508

Ist es die neue Auferstehung der Hizbollah?
Mustazaf-Der die nah an Hizbollah ist, gingen auf die Straße, weil sie die DTP für die Frauenrechte kritisiert.
Vor einiger Zeit hatten die Frauen in der DTP Plakaten aufgehängt wegen diesen ganzen Ehrenmorde und deren Motto war:" Wir Frauen sind von keinem die Ehre, unsere Ehre ist unsere Freiheit". Dieses wurde von der Mustazaf-Der scharf kritisiert.
Im Norden Kurdistan sieht man solche Aktionen schon öfters, bedeutet es die neue Auferstehung der Hizbollah?
Wie die DTP sich dazu äußert sind wir wohl gespannt.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: serhildan_botan am 29. Jul 2009, 15:41
Dazu braucht man nicht viel zu sagen. Zufälligerweise ist der neue Islamismus im norden Kurdistans wiederbelebt worden, nachdem die DTP Erfolge bei der Kommunalwahl verbuchen konnte.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Jul 2009, 01:22
Ich finde es absurd, was für Plakaten die Frauen mit Niqab getragen haben. Auf den Plakaten stand folgendes:
"Ehre hat jeder muslimischer Kurde", „Die Hände, die sich der Ehre unseres Volkes annähren sollen brechen "..
Als ob nicht-muslimische Kurden keine Ehre besitzen. In der Erklärung von Mustazaf-Der heißt es: „Dieses Motto soll die Ablehnung des Islams, der Scharia und die islamfeindliche Politik gegenüber den Frauen , zum Ausdruck bringen. Das ist das Ziel dieser Kampagne. Das kurdische Volk nimmt die Heirat ernst und sieht die Familie als heilig. Außerhalb der Heirat lehnen sie alles ab. Muslimische Kurden können alles aufgeben aber nicht die islamischen Werte." Sie sind auch wegen Weiterentwicklung der kurdischen Frau beunruhigt.

Unter dem folgenden Link könnt ihr Bilder euch ansehen..:
http://www.medya73.com/photo.php?id=389&no=2


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 30. Jul 2009, 02:04
Interessantes Timing. Hier deren Nachrichtenagentur : İlke Haber Ajansı (http://www.ilkha.com/)

Es gab mehrere Fälle von islamfeindlichen Entgleisungen seitens bestimmter DTP-PolitikerInnen. Wieso wurde da nicht protestiert?
Wenn die Ehre so heilig ist, dann auf, stürmt doch die Kasernen der Kemalisten!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: serhildan_botan am 30. Jul 2009, 02:10
Solche Kollaborateure sollte man erst nicht ernst nehmen. Das kurdische Volk, egal ob Moselm oder andersgläubig hat in den vergangenen Jahrzehnten gelernt die Religion nicht als ein Hindernis zwischen der kurdischen Einigkeit zu sehen. Und das können solche vom Staat gegründeten Organisationen zum Glück auch nicht ändern.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 16:35
Solche Kollaborateure sollte man erst nicht ernst nehmen. Das kurdische Volk, egal ob Moselm oder andersgläubig hat in den vergangenen Jahrzehnten gelernt die Religion nicht als ein Hindernis zwischen der kurdischen Einigkeit zu sehen. Und das können solche vom Staat gegründeten Organisationen zum Glück auch nicht ändern.

Ich glaube deren Ziel ist was anderes als Religionsverschiedenheit.
Mustazaf-Der ist eher eine Abweichung von PKK. In den 90 iger Jahren gab es dieses Problem öfters.
Bei uns in Cizîrê nannte man sie Sofîk. Diese Sofîk haben gegen die PKK gekämpft und der PKK erheblichen Schaden zugerichtet.
Nicht mal der türkische Staat konnte die PKK so aufhalten, wie die Sofîks es gegen die PKK geschafft haben.
Dadurch stärkte sich die Regierung unter Tansu çiler und Ergenekon war ganz vorne.

Den Sofîks geht es eher um die Politik für ein islamisches Land. Ob es nun Kurden, Türken, Araber etc sein sollten, egal ihnen galt nur Islampolitik.
Das sie selber den Islam nicht nachgingen wussten sie auch, nur das Volk, dass hinter ihnen stand, war uninformiert.
Sie haben die Menschen dort so um die Finger gewickelt und Schrecken durch die Gegend verbreitet, dass die Menschen dort alles verleugnet was geschah.
Auch wenn man was sah, durfte man nichts sagen und als ob man blind wäre vorbei zugehen.
Was einige Sofiks aber auch nicht verstanden hatten war, dass die Türkei bzw Ergenekon, sie nicht für den Islam arbeiten ließen, sondern eher für sich um ihre Politik gegen die Kurden zuführen.
Erst als das Volk auferwacht ist und gesehen hat, dass die Sofiks Verbrechen begehen ohne das was getan wurde, haben sich mehr und mehr der PKK angeschlossen und gegen sie gekämpft. Erst dann gab es Ruhe. Das ist einer der Begründungen warum die PKK immer wieder an Anhänger zufluss bekam.

In der AKP-Regierung werden solche wie Hizbollah und Mustazaf-Der unterstützt.
AKP stärkt dadurch ihre Partei und kann dadurch Kurden gegen Kurden einsetzen.
So ist es ein leichtes Spiel. Das heisst die AKP kann ohne die Armee auch einen Angriff auf die Kurden planen.
Das wären die so genannten Hizbollahs.
Elîh (Batman) ist ein sehr gutes Beispiel dafür, das Hizbollah nicht zu unterschätzen seien sollten.
Wenn schon 10.000 Hizbollah frei in Elîh ( Batman) demonstrieren.
Nach Statistiken steigt ihre Zahl rasant auf. Das bezieht sich auf die Regierung, da sie proislamisch ist.
Die DTP ist eine türkische Partei. Diese Partei ist aber anders wie die anderen türkischen Parteien wie AKP, CHP, MHP etc prokurdisch.
Also kann sich die DTP nichts anderes Leisten als nur auf ein demokratisches oder verbessertes Türkei erhoffen.
Die DTP ist keien kurtdische Partei, was aber von vielen falsch verstanden wird.
Selbst die Türken sehen die DTP als eine kurdische Partei. Aber ist sie nicht.
Die Frage warum die Türken die DTP als eine kurdische Partei sehen kann man einfach antworten.

Die DTP beschäftigt sich hauptsächlich für kurdische Probleme ein. Sie ist nicht im ganzen Land vertreten.
Aufmerksam wurde ich darauf, als Abdullah Gül mit der DTp sprach udn sagte:
Ihr dürft nicht nur für die kurdische Gebiete vertretbar sein, sondern in ganz Türkei!"
Es stimmt, die DTP darf sich nicht nur auf einer Seite stellen. In meinen Augen tut die DTP sher wenig für das kurdische Volk.
Nur Stadt und Gebietsangelegenheiten gehen ihnen was an, der Rest wird nicht erkannt.
Die DTP muss sich mehr zeigen und mehr heraus holen. Wenn nicht, dann entstehen solche wie Hizbollah.
Das ist sehr gefährlich für uns Kurden. Wir Kurden haben nur eine Partei die uns im Parlament vertretet und das ist die DTP.
Sie muss dafpr sorgen, dass wir Kurden nicht in solchen Schwierigkeiten kommen. Sonst haben sie versagt und wir Kurden müssten von Vorne beginnen.
Ich hoffe die DTP angagiert sich mehr darum und arbeitet intensiv an die Kurdenfrage.

Schöne Grüße AGirparêz


Titel: Diyarbekirspor möchte das ihre Spiele Live in TRT-6 übertragen werden
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 17:09
Zitat
Diyarbekirspor dixwaze maçên wê di TRT 6-ê de bên nîşandan
NETKURD
Aktuelbûn: 2009-07-30 14:09:26

Diyarbekirspor israra� bo di TRT 6-ê de weşandina maçên Diyarbekirsporê didomîne.

Piştî serokê kevn niha jî serokê nû yê Diyarbekirsporê Çetîn Sumer daxwaza weşandina maçên Diyarbekirsporê di TRT 6-ê de kir.

Sumer dibêje li seranserê cîhanê alîgirên Diyarbekirsporê hene û rojana daxwaza temaşakirina maçên wê li wan tê kirin û yekta çaraeya vê yekê weşandina maçan di TRT 6-ê de ye.
http://www.netkurd.com/?mod=news&option=view&id=1527

Diyarbekirspor möchte, dass ihre Speile auf TRT-6 Live übertragen werden.
Nach den alten Präsidenten, will jetzt auch der neue Präsident das die Speile Live auf TRT-6 übertragenw erden.
Er spricht das Diyarbekirspor überall auf der Welt seine Fans und es wäre eine Möglichkeit sie durch TRT-6 zu zeigen.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Jul 2009, 17:33
Die AKP benutzt ja Öcalans Meinungen und Ideen aber DTP hat nicht mal eine Kultureinrichtung gegründet, sagt der Öcalan selbst. Er hat sich dazu auch öfters geäußert. Vor zwei Wochen meinte Öcalan:
"In Dersim und Amed sollten Kulturhäuser geöffnet werden. In Dersim ist "Demokratik Belediyecilik - demokratische Gemeinde" wichtig und es muss entwickelt werden. Es wird von Alevitentum geredet aber man weis nicht genaues über Alewitentum und sie kennen die Herkunft von Alevitentum nicht. Ich habe bisher keine alevitische Intellektuelle gesehn die über Alevitentum richtig diskutieren. Es konnten immer noch keine Akademien und Stadträten gegründet werden. Die AKP hat ungefähr hundert Akademien errichtet und versucht meine Ideen zu praktizieren aber die gleiche Bemühung sieht man bei DTP noch nicht. Sie sagen für mich "Önderlik, Führerschaft" aber ich habe alles was ein Führer dafür kann, getan. Ich habe tausende Vorträge, Bücher und Schriften. Es erklärt alles genug. Sie müssen es nur lesen und praktizieren."


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 17:47
Zitat
Kurdistanî - MEHMÛD OSMAN: AMERÎKA NIKARE PIRS Û ARÊŞEYÊN NAVBERA BAXDADÊ Û HEWLÊRÊ ÇARESER BIKE
Peyamner PNA – Endamê parliyamenta Iraqê Dr. Mehmûd Osman ê ser bi lîsta hevpeymanîya kurdstanî ve da xuyakirin, ku Amerîka nikare pirs û arêşeyên navbera hukûmeta Iraqê û hukûmeta herêma kurdistanê çareser bike.


Dr. Memûd Osman bêjedanek da radiyoya Dicle û got, ku li ser dirêjîya evan salên derbasbûyî, Amerîka ne xwedana rolekî bi cih û aktîv bûye û nikarîbûye pirsên Iraqê çareser bike.

Belê Dr. Mehmûd Osman weha jî da xuyakirin, ku ne dûr e hinek pirs û arêşeyên hilawîstîyên navbera Baxdadê û Hewlêrê bihên çareserkirin, heger guft û goyên bingehîn di navbera herdu alîyan de çê bibin.
Der kurdsiche Parlemantarier im Irak sagte, die USA könne nicht das problem zwischen hewlêr und Bagdad lösen.
Die USA habe nie die große Rolle in soclhen Sachen gespielt um hier so etwas zu lösen.
Es werden einige probleme wohl zwischen Hewlêr udn Bagdad gelöst wenn man mit einander reden würde.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 17:51
Zitat
Iraqî - JEFF MOREL: GATES JI BERPIRSÊN IRAQÊ RE GOT KU DIVÊ HÛN BI XWE ARÊŞEYÊN XWE ÇARESER BIKIN    30-Jul-09 [12:44]
Peyamner PNA – Bêjedarê bi navê Pentagon Jeff Morel ragihand û got, ku wezîrê bergirîya Amerîka Robert Gates di evê serdana xwe ya dawî de ya ber bi Iraqê ve, ji berpirsên Iraqîyan re gotiye ku divê hûn bi xwe arêşeyên xwe çareser bikin.


Jeff Morel ev bêjedana xwe di kongireyeka rojnamevanî de got û da xuyakirin, ku Robert Gates hoşdarî jî daye huûmeta Iraqê û hukûmeta herêma kurdistanê û daxwaz ji wan kiriye, ku divê ew nakokîyên navbera xwe berfirehtir nekin.

Her li angora gotina Jeff Morel, Robert Gates tekez jî kiriye, ku divê hemû alî destkevtên Iraqê biparêzin, ji ber ku gelek qurbanî di ber de hatine dan.

Robert Gates di evê serdana xwe de weha jî ragihand, ku ew dê bi berdewamî piştevanîya Iraqê bikin û dê yekbûna niştimanî tê de pêk bihînin.

Der Sprecher aus dem weißen Haus sagte Robert Gates soll gesagt haben, dass die Problelem im Irak vons ich selber gelöstw erden sollen.
Die irakische Regierung und die kurdsiche Regierung wurden drauf hingewiesen die Probelem zu lösen und nicht noch größer zu machen.
Alle sollen den Irak schützen,d enn es sind viele gestorben dort.
Robert Gates soll auch gesagt haben, dass sie immer den Irak helfenw ürden und für eine Einheit sind.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 17:58
Zitat
TUSÎAD û DTP-ê hevdîtinek pêk anîn     

(http://pukmedia.com/kurdi/images/stories/news/iraq/dtptusiad.jpg)

PUKmedia/2009-07-30/10:51:44
Komeleya Karsazên Pîşesaziyê ya Tirkiyeyê (TUSÎAD) û Partiya Civaka Demokratîk duhî derbarê çareseriya pirsgirêka kurd de li parlamentoya Tirkiyeyê hevditınek pêk anîn.

Yalçindag piştî hevdîtina bi Hev-serokên DTP'ê Ahmet Turk û Emîne Ayna re, daxuyaniyeke kurt da çapemeniyê.

Seroka TUSÎAD'ê Arzûhan Dogan Yalçindag da zanîn ku di hevdîtinê de wan, pirsgirêka kurd, pêşketina herêmî û bêkarî nirxandine.

Yalçindag pêwistiya çareseriya pirsgirêka kurd anî ziman û got ku, ji bo vê cihê nîqaşê û çareseriyê pirsgirêka kurd parlemen e.

Serokê Koma DTP'ê Ahmet Turk diyar kir ku di hevdîtinê pêşveçûnên aborî û pêşveçûnên civakî nirxandine.

Turk, daxuyaniyên Wezîrê Karên Hundir Beşîr Atalay jî nirxandin û diyar kir ku Atalay zimanek hassa bikar aniye û wiha got: "Lê hêj projeyek li holê tune ye. Hikûmetê niyeta xwe danî holê. Lê lazim e operasyon teqez bên rawestandin. Em dê bi gelê xwe re gavên hikûmetê yên dema kin, navîn û dirêj bişopînin."
Li ser pirsa rojnamegeran a wekî, "Lazim e DTP tev li pêvajoyê bibe?" Turk bersiva, "DTP ji xwe di nav pêvajoyê de ye. DTP aliyek vê pêvajoyê ye. Em gelê xwe baş nas dikin. Em hasasiyetên Tirkiyeyê baş tespît dikin." Li ser pirsa, "Divê Ocalan muhatab bê girtin" Turk bersiva, "Elbette divê muhatab bê girtin" da.(Jêder: Roj TV,Amidakurd)
http://pukmedia.com/kurdi/index.php?option=com_content&task=view&id=10886&Itemid=1

Kurz und Knapp!
Die Tussiad traf sich mitd er DTP.
es wurde über die Kurden-Frage geredet.
Die Tussiad Präsidenten sagte das die Kurden-Frage sehr wichtig ist.
Der DTP Präsident Ahmet Turk sagte, dass der Staat schon einige Schritte vorgeht,a ber bis jetzt waren es nur Wörter.
Es muss endlcih der endscheidenede Schritt gemacht werden.
Die Amreeopretaionen sollen aufhören. Auf dei Frage ob DTP mit in die Zukunft geshcreiben ist, antwortete Ahmet Turk mit Ja na klar.
Aufd ie Frage ob Abdullah Öcalan auch ein Teil vom Lösung sein sollte, antwortete Ahmet Turk ja natürlich ist er ein teild avon.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 18:03
Zitat
Parêzerê Rêberê KCK'ê Abdullah Ocalan wê sibe jî, hewl bidin ku, ji bo hevdîtina heftane biçin Girava Îmraliyê.

(http://www.leksikon.org/images/ocalan.jpg)

Ji parêzerên Ocalan, Omer Guneş, Ayşe Batumlu û Asiye Ulker, wê sibe, ji bo hevdîtina bi muwekîlê xwe re derbasî Girava Îmraliyê bibin, biçin Fermandariya Cendirmeyan a Gemlîkê.

Heger rayedarên tirk, weke doh bahaneyekê derneyêxin, wê parêzer piştî kontrola rûtîn biçin Girava Îmraliyê û hevdîtina bi Ocalan re pêk bînin.

Rayedarên tirk, doh bi bahaneya rewşa nebaş ya hewayê, parêzer paşde vegerandibûn.

Ocalan, di hefteya derbasbûyî, roja înê, di hevdîtina bi parêzerên xwe re;  redkirina mûxatabên pirsgirêkê, weke şerxwazî û kûrkirina pirsgirêkê nirxandibû.http://rojaciwan.com/haber-50983.html

Die Anwälte Öcalans Omer Gunes, Ayse Batumlu und Asiye Ulker werden versuchen morgen zu Öcalan zu gelangen.
Wenn die türksiche Justiz wie gestern nicht wieder einen Grund heraus finden, werden die Anwälte Öcalan besuchen.
Die türksiche Justiz gab die Begründung für den Verbot des Besuchs, dass das Wetter nicht dafür geeignet war.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 18:11
Zitat
Türkei plant Kurdeninitiative
Istanbul. Die türkische Regierung hat ein »Maßnahmenpaket zur Lösung des Kurdenkonflikts« angekündigt. Das Problem müsse endlich bewältigt werden, sagte Innenminister Besir Atalay am Mittwoch vor Journalisten in Ankara. Kurz-, mittel- und langfristige Schritte seien in Arbeit, sagte der Minister, ohne Einzelheiten zu nennen. Atalay sagte, die Regierung hoffe auf die Mithilfe der Öffentlichkeit und aller politischen Parteien der Türkei – ein Appell, der auch die Kurdenpartei DTP einschloß, die von der türkischen Justiz als »verlängerter Arm« der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) betrachtet wird. Der Minister dementierte, daß das Regierungspaket eine Antwort auf die Ankündigung des inhaftierten Rebellenchefs Abdullah Öcalan sei, am 15. August einen eigenen Lösungsvorschlag vorzustellen. (AFP/AP/jW)

http://www.jungewelt.de/2009/07-30/056.php

Zitat
Mehr Rechte für Kurden

Ankara - Die Türkei will nach Angaben von Innenminister Besir Atalay den jahrzehntelangen Konflikt mit den Kurden beilegen. Er arbeite an einem Plan, um der Minderheit mehr Rechte zu geben, sagte Atalay am Mittwoch in Ankara. Es gehe um Schritte zu einer Demokratisierung. Der Innenminister lud zu Vorschlägen dafür ein. Einen Termin für die Fertigstellung des Plans nannte er nicht. Am Mittwoch jährte sich zum 25. Mal der Beginn des bewaffneten Aufstands der Kurden im Südosten der Türkei. Atalay sagte, die Türkei müsse aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Bei der Lösung setze die Regierung auf die Mithilfe aller Parteien - ein Appell, der auch die Kurdenpartei DTP einschloss, die von der Justiz als verlängerter Arm der Terrororganisation PKK betrachtet wird. AP
http://www.sueddeutsche.de/25I38L/2986965/Mehr-Rechte-fuer-Kurden.html

Zitat
Friedensplan für Kurden vorgelegt
30. Juli 2009, 16:56

    * Artikelbild

      „Frag nach mir, Diyarbakir, ich bin für dich da": Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan wendete sich während der Kommunalwahl direkt an die Kurden im Osten der Türkei.

Innenminister Besir Atalay will das Verbot kurdischer Namen aufheben, kurdische Lehrstühle einrichten und die Türkifizierung von Ortsnamen zurücknehmen

Unklar ist das Amnestieangebot gegenüber der PKK.

***

„Demokratie ist die Lösung." Mit vielen schönen Worten hat der türkische Innenminister Besir Atalay jetzt die mit Spannung erwarteten Grundzüge eines Friedensplans für den Konflikt mit der kurdischen Minderheit vorgestellt. „Unsere Methode, das Problem zu lösen, ist mehr Demokratie und mehr Freiheit. Wir wollen die demokratischen Rechte der Gesellschaft erweitern, und wir wollen diesen Prozess gemeinsam mit allen verschiedenen Segmenten der Gesellschaft machen."

Atalay lud alle Nicht-Regierungsorganisationen zu Gesprächen ein. Insbesondere wolle die Regierung auf die parlamentarische Opposition zugehen, um einen breiten Konsens herzustellen. Der Friedensplan soll nicht das Werk einer Partei sein, sondern eine gemeinsame Staatspolitik darstellen. Auf die Frage, ob dazu auch Gespräche mit der im Parlament vertretenen prokurdischen Partei der demokratischen Gesellschaft (DTP) gehören würde, sagte Atalay, man wolle niemanden ausschließen.

Öcalans Friedensplan

Der Innenminister bestritt, dass die Regierung versuchen würde, mit ihren Ankündigungen einem konkreten Friedensplan, den der inhaftierte PKK Führer Abdullah Öcalan für den 15. August angekündigt hat, zuvorzukommen. „Der 15. August ist für uns kein Thema", sagte er auf seiner Pressekonferenz. „Unsere Studien für einen Friedensplan sind noch nicht abgeschlossen und werden auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir arbeiten mit großer Sensibilität an dieser Aufgabe."

Obwohl Atalay bislang keinerlei Details bekannt gab, wurde seine Ankündigung in kurdischen Kreisen doch überwiegend positiv aufgenommen. „Die Regierung ist spät dran, aber es hört sich dennoch gut an", sagte der DTP-Abgeordnete Sirri Sakik. Der Vorsitzende der DTP, Ahmet Türk, sagte im Anschluss an ein Gespräch mit Vertretern des türkischen Industriellenverbandes Tüsiad, es sei klar, dass man ohne Beteiligung der DTP keinen sinnvollen Friedensplan vorlegen könne. Auch Öcalan müsse, wenn auch indirekt, in die Verhandlungen mit einbezogen sein.

Nach Berichten in den Medien soll in einem ersten Schritt vor allem geplant sein, Ärgernisse wie das Verbot kurdischer Namen zu beseitigen oder auch die Türkifizierung kurdischer Ortsnamen rückgängig zu machen. Die größte Stadt im Südosten, Diyarbakir, heißt beispielsweise auf Kurdisch Amed. Geplant ist außerdem die Einführung kurdischer Studiengänge an verschiedenen Universitäten und eventuell auch Kurdisch als Wahlfach in der Grundschule. In einem zweiten Schritt müsse dann über die Erweiterung der Kompetenzen für Kommunen geredet werden als Prozess einer allgemeinen Dezentralisierung.

Amnestie-Angebot

Besonders sensibel sind alle Angebote an die PKK. Unstrittig ist, dass jeder Friedensplan ein Amnestie-Angebot an PKK-Kämpfer enthalten muss. Bisher ist aber nicht klar, wer alles in den Genuss einer Amnestie kommen soll. Der weitestgehende Vorschlag ist eine allgemeine Generalamnestie und ein Angebot an die Führungskader, Asyl in einem Drittland zu bekommen. Atalay führte am Dienstag in Ankara auch Gespräche mit Vertretern der USA und des Irak. Nach Presseberichten könnte die Türkei auch kurdische Flüchtlinge, die im Irak leben, zurückkehren lassen. (Jürgen Gottschlich aus Istanbul, DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2009)
http://derstandard.at/fs/1246543379135/Friedensplan-fuer-Kurden-vorgelegt

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 30. Jul 2009, 18:24
Zitat
PKK
Türkei will vom Irak Geheimdienst-Informationen
29. Juli 2009, 12:14
Dreier-Gespräche mit den USA - Ankara legt Liste gesuchter PKK-Leute vor

Istanbul - Die Türkei will im Kampf gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK schnelleren Zugang zu Geheimdienstinformationen aus dem Nordirak. Ankara habe dazu eine Zusammenarbeit mit Bagdad vereinbart, berichteten türkische Zeitungen am Mittwoch. Bei einem Treffen mit Vertretern des Irak und der USA am Vortag in Ankara habe die türkische Regierung überdies die Führung der kurdischen Autonomieregion im Nordirak aufgefordert, Informationen über Lager der PKK zu liefern. Die Türkei hat im Gegenzug Ausbildungshilfe für Polizei, Militär und Geheimdienste im Irak angeboten.

Bei dem Dreiertreffen forderte die Türkei, logistische Unterstützung für die PKK innerhalb des Irak zu verhindern und die Bewegungsfreiheit von PKK-Leuten einzuengen. Um Lager der PKK in den nordirakischen Kandil-Bergen müssten Sicherheitskräfte in Stellung gehen. "Wir wollen im Kampf gegen die PKK konkrete Ergebnisse sehen", erklärte der türkische Innenminister Besir Atalay. Ankara legte erneut eine Liste mit 150 von der Türkei gesuchten PKK-Leuten vor.

Die PKK unterhält im nordirakischen Autonomiegebiet der Kurden mehrere Lager, von denen aus sie mehrfach Angriffe in der benachbarten Türkei gestartet hat. Sie wird auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Die PKK kämpft seit Anfang der 80er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurden-Gebiete in der Türkei. In dem Konflikt sind nach Angaben der türkischen Armee mehr als 35.000 Menschen getötet worden.

Die türkische Regierung hat mehrfach angekündigt, kurdischstämmigen Staatsbürgern mehr Rechte einräumen zu wollen. Präsident Adullah Gül hatte zuletzt erklärt, es sehe eine "historischen Chance" zur Beilegung des Konflikts, weil die zivilen Kräfte und das Militär in der Türkei erstmals zusammenarbeiteten. Friedenssignale kamen zuletzt auch von der Führung der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Regierung in Ankara will auf eine Regelung des Kurden-Konflikts hinarbeiten und einen entsprechenden Plan präsentieren.(APA)
http://derstandard.at/fs/1246543248454/PKK-Tuerkei-will-vom-Irak-Geheimdienst-Informationen

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 31. Jul 2009, 02:29
DTP macht türkische Regierung für Mord verantwortlich

Die beiden DTP-Vorsitzenden Emine Ayna und Ahmet Türk haben eine Erklärung zur Ermordung zweier DTP-Mitglieder in Beytüssebap abgegeben. Darin wird der Mord verurteilt und die Regierung dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen.
In Beytüssebap waren am 25. Juli zwei DTP-Mitglieder ermordet aufgefunden worden. Ayna und Türk kritisierten in ihrer Erklärung, dass der Vorfall lediglich als krimineller Mord bewertet und damit versucht werde, die Angelegenheit zu vertuschen. Es lägen sehr konkrete Hinweise auf einen politisch motivierten Mord vor. So seien die beiden Opfer vor einem Jahr von Militärs bedroht und unter Druck gesetzt worden, damit sie sich von der DTP distanzierten. Dieser Fakt müsse bei der Aufklärung des Mordes unbedingt Beachtung finden.
Weiter wird in der Erklärung an Tausende unaufgeklärte Mordfälle aus den neunziger Jahren erinnert. Gerade in einer Zeit, in der intensiv nach Lösungswegen in der kurdischen Frage gesucht werde, sei ein solcher Mord besorgniserregend und als Sabotageakt der in der Öffentlichkeit als „tiefer Staat“ bekannten Strukturen zu bewerten.
Quelle: ÖP, 29.07.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 31. Jul 2009, 12:13
Zitat
Li Batmanê di şerekî malbatî de kesek hate kuştin û 6 birîndar bûn

(http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=5849)

31 Tîrmeh 2009 În Saat 11:30
AVESTA - Li bakurê Kurdistanê bajarê Batmanê taxa Seyidan, di navbera du malbatan de şer derket.
Di şerê malbatî de 1 kes hate kuştin û 6 jî birîndar bûn.

Di derbarê vî şerî de hîn tu agahdarî nehatine.

AVESTA

http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=5849

In Batman gab es ein Streit zwischen 2 Familien.
Dabei kam einer ums Leben und 6 weitere wurden verletzt.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 31. Jul 2009, 16:23
Zitat
VESTA � Eşkere bû ku şerê li Batmanê li taxa Seyîdan derketiye, li ser zarona bû ye. Zarokan ji xwe top dilîstin, di navbera wan de şer derdikeve, ew şer derbasî navbera malbata wan dibe.

(http://www.avestakurd.net/images/news/7405.jpg)

Şer derbasî şerê sîlehan bû. Di şer de 3 kes hatine kuştin, 48 kes jî birîndar bûn.


Di şer de 3 kes ji malbatekê bûn: Refik Günel, Kerem Günel (25) û Kerem Günel.

Gelek kes ji her du malbatan hatine girtin.

Erneuerung der Nachricht was in Batman passiert ist.
Der grund soll wegen Kinder gewesen sein, die Fussball gespielt haben und sich gestritten haben bis es rübergeschwappt ist zu den Familien.
Es kam zu Schießrei udn dabei kamen 3 umsleben und 48 wurden verletzt.
Viele der Familienangehörige wurden festgenommen.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: United-Kurdistan am 01. Aug 2009, 11:42
Zitat
Iranische Polizei nimmt drei US-Urlauber fest

Vorfall in der bei Touristen beliebten Region im irakisch-iranischen Grenzgebiet: Einem Bericht zufolge sollen iranische Sicherheitskräfte dort drei US-Urlauber festgenommen haben.

 

Schrift:
GRENZGEBIET
Iranische Polizei nimmt drei US-Urlauber fest

Vorfall in der bei Touristen beliebten Region im irakisch-iranischen Grenzgebiet: Einem Bericht zufolge sollen iranische Sicherheitskräfte dort drei US-Urlauber festgenommen haben.

Washington - Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN besichtigten die drei US-Bürger am Freitag die Ortschaft Ahmed Awa im irakischen Kurdengebiet, wo die Grenze zum Nachbarland Iran nicht deutlich markiert ist.

Ein viertes Mitglied der Reisegruppe sei krank im Hotel zurückgeblieben und habe mit den drei Festgenommenen telefoniert, die berichtet hätten, sie seien von iranischen Militärs umstellt.

Ein Vertreter der US-Regierung in Washington erklärte, die US-Botschaft in Bagdad sei informiert und gehe der Angelegenheit nach. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, an dem Zwischenfall seien keine US-Militärvertreter beteiligt.

Zuvor hatte ein Vertreter der irakischen Grenzpolizei der Nachrichtenagentur AFP gesagt, drei westliche Ausländer mit Rucksäcken seien von iranischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die Region an der irakisch-iranischen Grenze ist bei Touristen beliebt. Wegen der angespannten innenpolitischen Lage im Iran lassen die Behörden Ausländer nicht ohne weiteres einreisen.

jjc/AFP
(http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/8924157.jpg)

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,639765,00.html



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 05. Aug 2009, 13:54
05. August 2009
Erdogan trifft kurdische Politiker


Ankara - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist am Mittwoch zu einem Gespräch mit kurdischen Politikern zusammengetroffen. Die Begegnung mit dem Vorsitzenden der Partei für eine demokratische Gesellschaft (DTP), Ahmet Türk, und mehreren Abgeordneten folgte einer Absichtserklärung der Regierung, den Konflikt mit der kurdischen Minderheit im Südosten der Türkei beizulegen. Dazu sei die Regierung auch bereit, den Kurden mehr Rechte einzuräumen, erklärte kürzlich Innenminister Besir Atalay.

Erdogan hatte sich seit April geweigert, mit Türk und Mitgliedern seiner Partei zu sprechen. Damals kamen bei einem Angriff kurdischer Rebellen zehn Soldaten ums Leben, und Erdogan kritisierte die Partei, dass sie sich weigere, die Rebellen als «Terroristen» zu bezeichnen. Mit den Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) lehnt die Regierung jeden Dialog ab.

Quelle: AP


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 07. Aug 2009, 08:32
Türkei: Öcalan setzt Regierung unter Zeitdruck
Abdullah Öcalan, Ex-Führer der PKK, hat mit seiner Ankündigung einer Roadmap für die Rechte der Kurden in der Türkei (SN berichtete) einen Teilerfolg erzielt. Die Regierung in Ankara steht nun unter extremem Zeitdruck, da Öcalan seinen Plan am 15. August vorlegen will.

Premierminister Erdogan hat sich am gestrigen Mittwoch zum ersten Mal mit der pro-kurdischen DTP an einen Tisch gesetzt. Bisher hatte sich Erdogan geweigert, mit der seit zwei Jahren im Parlament vertretenen und demokratisch gewählten Partei der Kurden offiziell zu sprechen.

Einige Mitglieder der Opposition sprechen bereits von Landesverrat, obwohl ein Friedensplan den sozial- und wirtschaftlich vernachlässigten Kurdengebieten zu Gute kommen würde.

06.08.09 17:25 Uhr Short News


Titel: Re: In Kerkûk wurde eine Mutter von 3 Kindern getötet
Beitrag von: yilmazo am 08. Aug 2009, 13:38
also das ist doch unvorstellbar! >:( was könnte wohl einen bruder zu solch einer tat bewegen??!! mir ist schon klar das kurdistan eine ganz andere "welt"wie österreich ist aba ich kann es denoch net verstehen...die situation in kerkûk ist angespannt genug und jetzt auch noch das?! :o..es gibt nunmal immer einen "ausgleich". manchmal sagt man "zum glück!" und manchmal sagt man "leider!" zum "ausgleich". das wird sich wahrscheinlich nicht ändern..


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 24. Aug 2009, 14:24
Zitat
26 Kurden getötet

Teheran - Bei einer Reihe von Razzien im Nordwesten Irans haben Mitglieder der Revolutionsgarden 26 kurdische Separatisten getötet. Die Razzien richteten sich laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna vom Sonntag gegen die Pejak (Partei für ein Freies Leben in Kurdistan) sowie gegen die Demokratische Partei Kurdistans und die Kumaleh-Partei. Irna berief sich auf den Chef der Bodentruppen der Revolutionsgarden, General Mohammed Pakpur. Die Gruppierungen kämpfen nach eigenen Angaben für mehr Rechte für die kurdische Minderheit in Iran. Die Pejak ist der iranische Flügel der Kurdischen Separatistenpartei PKK, die für eine kurdische Autonomie im Südosten der Türkei kämpft. AP

http://www.sueddeutsche.de/m5D38X/3017416/26-Kurden-getoetet.html

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Unknown User am 25. Aug 2009, 11:24
Zitat
Saturday, August 22, 3:17 pm Tehran Time

Following the struggles between military forces and the Kurdish militia, there were casualties from both sides.


On Wednesday 19th of August at 11:00 am in the morning, Tehran time, the revolutionary guards barricaded the Golian district which is in-between the cities of Marivan and Kamyaran, due to presence of the Kurdish opposition party (Koomaleh Zahmatkeshan Kurdistan).


The resulting struggles caused casualties and injuries on both sides, no information about the  identities of the dead have been revealed.  The military forces used heavy and semi heavy arms with no regard for the presence of civilians in the area, which resulted in injuries of many farmers and cattle owners in the area.


Due to unconfirmed reports, the Kurdish militia corpses have been transferred to city of Sanandaj, government medical facility and bodies identified.  Other reports indicated that the corpses were transferred to a military location in the vicinity of city of Sanandaj.
http://hra-iran.org/index.php?option=com_content&view=article&id=1612:575&catid=66:304&Itemid=293
der behauptung der iranischen armee zum troz soll es auch beiden seiten zu toten gekommen sein. die leichen der kurdischen kämpfer sollen zu einem militärposten gebracht worden sein.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 25. Aug 2009, 15:38
Zitat
   
NÛÇE
Eskerên Iraqê û pêşmergeyên kurd li Mûsilê li hev ketin
   
   » Mûsil
MÛSIL, 25/8 2009 — Duhî li Mûsilê di pevçûneka di nêvbera du pêşmergeyên kurd û hêzeka ordiya Iraqê de pêşmergeyek û eskerekê ordiya Iraqê birîndar bûn. Dema ko eskerên Iraqê xwest rê li ber pêşmergeyên kurd bigirin ew li hev ketin.

Li gor Pukmediayê serkaniyekê ji malbenda Mûsilê ya Yekîtiya Niştimanî ya Kurdistanê duhî got:

— Vê nîvroyê di dema vegerîna du pêşmergeyên baregeha malbenda me, hêzên firqeya 12-ê ya ordiya Iraqê ya li Mûsilê rê li wan girt û di encama şer û pevçûnekê de eskerekê ordiya Iraqê û pêşmergeyek birîndar bûn. Piştî 20 deqeyan ji bûyerê hêzên pirnetewe gehiştin cihê bûyerê û rewş kontrol kirin.

Piştî veguhostina eskerên kurd yên di nêv ordiya Iraqê de û anîna ereban li cihê wan, rewş ber bi xerabiyê ve diçe û heger rewş neyê çareser kirin dê bûyerên xetertir biqewimin.
http://nefel.com/articles/article_detail.asp?RubricNr=1&ArticleNr=4533

In Musil gab es eine Auseinandersetzung zwischen der irakischen Armee udn der Peshmerga.
Der Grund soll, dass die irakische Soldaten den Weg von 2 Pehmerga abgeschnitten haben, gewesen sein.
Ein irakischer Soldat und ein Peshmerga sollen verletzt geworden sein.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 26. Aug 2009, 13:31
Gefängnisstrafe für DTPler

In Urfa wurden 6 DTPler, die an einer Pressekonferenz teilgenommen hatten, wegen Propaganda für eine verbotene Organisation, zu je 10 Monaten Haftstrafe verurteilt.
Einer der Verurteilten, das Stadtratsmitglied Hıdır Ardin, erklärte, dass diese Maßnahmen antidemokratisch seien und es interessant sei, dass diese Strafen in der aktuellen Phase verhängt werden. Doch diese Strafe könne sie nicht in ihrem Kampf einschüchtern.

9 Jahre und 7 Monate Gefängnis für Newroz Redner
Der Kreisvorsitzende der DTP von Kars Turgut Taşkıran’a wurde wegen seiner Rede Newroz 2009 und verschiedener anderer Ansprachen zu 9 Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Er wurde im Rahmen der allgemeine Repressionswelle gegen die DTP vor fünf Monaten festgenommen.
In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wird ihm vorgeworfen „Herr Öcalan“ und „Die Sonne, die der Dunkelheit trotzt, ist wieder aufgegangen“, auf der Newrozfeier 2009 in Kars gesagt zu haben. Mit dieser Ansprache und Parolen die er gerufen habe, habe er Propaganda für eine verbotene Organisation gemach, woraus sich auch eine Organisationsmitgliedschaft ableite. Das Gericht folgte dieser Ansicht und verhängte das Urteil.

Quelle: ANF, 24.08.2009, ISKU



Bodenoperationen in Nordkurdistan – Artilleriebeschuß im Süden

Während von Hakkari Çukurca aus das türkische Militär den Süden mit Artillerie bombardiert, gehen die Operationen in verschiedenen nordkurdischen Gebieten weiter.

Angriffe auf den Süden
Seit dem Abend ab 19.00 wird von Gipfeln in der Region Çukurça in Hakkari Südkurdistan mit Artillerie und Mörsern beschossen. Artilleriefeuer führte zur Panik in Çukurca Stadt. Aufgrund des Artilleriefeuers brennt das Zapgebiet

Breit angelegte Operationen in Nordkurdistan
In Yüksekova in der Provinz Hakkari wurde gestern Abend eine groß angelegte Operation gegen die Guerilla begonnen. An der Operation nehmen ein große Zahl von Soldaten und Kampfhubschraubern teil.
In der Umgebung von Dersim und Erzincan führt das Militär ebenfalls groß angelegte Operationen durch. Sowohl Bodentruppen als auch Kampfhubschraubern nehmen an der Operation teil. In der Nähe des Dorfes Kerah bei Erzincan wurde eine 12-köpfige Kontraguerillaeinheit gesichtet, die sich als Guerillas ausgeben und von der Bevölkerung Wertgegenstände erpressen. Weitere Operationen fanden in den Regionen Erzurum und Ağrı statt, wurden jedoch erfolglos abgebrochen.

Durchsuchungen in Malazgırt
Spezialeinheiten haben die Hauptstraßen in Malazgırt abgesperrt, kontrollieren und führen Durchsuchungen durch. Sie patrollieren mit M-16 Gewehren bewaffnet und durchsuchen Cafes und Arbeitsplätze und führen Ausweiskontrollen durch.

Bis zu zehn Dörfer durch Kontraguerilla abgeschnitten
In der Region Batman in Sason und der Nachbarprovinz Diyarbakır in Silvannehmen die Aktivitäten der Kontraguerilla massiv zu. Etwa 200 Kontraguerillas halten bis zu zehn Dörfer seit einer Woche unter Blockade. Tagsüber bewegen sich die Kontras versteckt in den Bergregionen während sie nachts Hinterhalte in der Nähe der Dörfer legen. Sie bewegen sich in Gruppen von 5–10 Personen. Sie werden jeden Tag von drei Bussen ohne Nummernschilder mit Nahrung versorgt. Die Bevölkerung der Dörfer lebt in Todesangst und traut sich nicht, ihre Gärten und Anbauflächen aufzusuchen oder ihr Vieh weiden zu lassen.

Die Cudi-Berge brennen
Ebenfalls in Nordkurdistan, in der Region Şırnak, wurde eine Operation des türkischen Militärs begonnen, an der auch eine große Zahl der paramilitärischen Dorfschützer teilnehmen. Im Rahmen dieser Operation wurden die vorher geräumten Dörfer Heblêr und Şax mit Artillerie in Brand geschossen. Große Waldgebiete wurden ebenfalls in Brand gesteckt. Hubschrauber, die in das Gebiet geschickt wurden, werfen Brandbomben ab, während am Boden Spezialeinheiten und Paramilitärs ins Gebiet transportiert werden.

Quelle: ANF, 24.08.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 26. Aug 2009, 15:43
Tageszeitung "Günlük" verboten!

24. August 2009


(http://www.firatnews.eu/wene/mansetler/gazeteler.png)

Die türkischsprachige kurdische Zeitung Günlük wurde für einen Monat verboten. Das Gericht in Istanbul begründete das Verbot damit, dass die Zeitung "Propaganda für eine terroristische Organisation" gemacht haben soll. Die Herausgeber der Zeitung sehen in diesem Urteil einen politischen Hintergrund. Das Verbot sei wegen einem Kommentar des aus Mahabad stammenden kurdischen Journalisten Amir Hassanpour erfolgt, welcher im kanadischen Exil lebt.

Quelle: Netkurd.com
Übersetzt von Leninist (Kurdos)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 27. Aug 2009, 14:40
Zitat
Talabanî: Bila PKK dest ji çekan berde û siyasetê bike


27 Tebax 2009 Pênşem Saat 13:33


Avesta-Serokê Îraqê Celal Talabanî bang li PKK kir û xwestt ku çekan deyne û berê xwe bide xebata siyasî.



Di hevpeyvîneke xwe de ji bo ajansa Reuters Talabanî got, ew piştgiriya hewldanên Tirkiyê dike, ji bo çareserkirina pirsa kurdî.

Talabani diyar kir ku divê aştiya li Rojhilata Navîn, wê sûdekê bigihîne Kurdên Tirkiyê, Iran, Sûriyê û Iraqê.

Talabanî diyar kir ku divê Kurd piştgiriya hewldanên hikûmeta Tirkiyê bikin.

Talabanî got, ew di wê baweriyê de ye ku pirsa kurdî li Tirkiyê tenê dikare bi riyên demokratîk were çareserkirin.

AVESTA

http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=6216

Der irakische Präsident Telabanî (Selbst Kurde):
Wir unterstützden die Türkei inder Kurdenfrage.
Der Frieden im nahen Osten wird für die Kurden in der Türkei, Irak, Iran und Syrien von Vorteil sein.
Die Kurden sollen die Türkei bei ihrem Projekt unterstützen.
Talabanî sagt das die Kurdenfrage nur durch damokratische Wege gelöst werden kann.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 27. Aug 2009, 18:04
Zitat
Abschiebung nach Syrien: Folter und Gefängnis drohen

Gegen die geplante Abschiebung eines Kurden nach Syrien demonstrierten Freunde in Warendorf. Dem 32-Jährigen sollen Folter und Gefängnis drohen. Die Möglichkeit, in ein anderes Land auszureisen, hatte der junge Kurde aber nicht genutzt.Foto:

(http://www.ahlener-zeitung.de/_em_daten/_wna/teaser/c7d9a9da_918b_11de_98e7_e56dd52421e0_teaser.jpg)

Kreis Warendorf - „Viele glauben einfach nicht, dass sie tatsächlich abgeschoben werden.“ Das ist die Erklärung von Ludger Meinersmann. Leiter des Ausländerbehörde beim Kreis. Er saß am Dienstag mit mehreren Mitgliedern des „Komitees für Zusammenarbeit der Syrisch Kurdischen Organisationen in Deutschland“ zusammen. Etwa 60 Kurden demonstrierten zuvor am Warendorfer Kreishaus gegen die Abschiebung von Kenjo Khalid. Vergeblich.

Der 32-Jährige aus Ahlen wird am 1. September abgeschoben. Bereits 2002 hatte er Asyl beantragt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte den Asylantrag abgelehnt. Es folgten zwei weitere Asylanträge, die erst gar nicht zugelassen wurden. Der 32-Jährige kann auch nicht vom Bleiberecht profitieren. Unter anderem, weil er wegen fünf Straftaten zu insgesamt 305 Tagessätzen verurteilt wurde.

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Er hätte allerdings in ein anderes Land ausreisen können. Darauf hatte der Kreis ihn am 29. Januar ausdrücklich hingewiesen. Der deutsche Staat hätte die Flugkosten übernommen und auch noch 600 bis 700 Euro dazugegeben.

„Ausländer, die viele Jahre hier geduldet werden, können sich vielleicht nicht vorstellen, dass sie eines Tages doch abgeschoben werden“, so Meinersmann.

Einer der Kurden, Mohsin Hussein, betonte im Gespräch, dass der Bruder von Khalid im Gefängnis gefoltert wurde - und an den Folgen starb. Auch Khalid drohe das Gefängnis.

Insgesamt müssen im Kreis Warendorf etwa 30 bis 40 Kurden mit ihrer Abschiebung nach Syrien rechnen. So groß soll die Gruppe derjenigen sein, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die nicht unter das Bleiberecht fallen, informierte Kreissprecher Norbert Kampelmann. Denn seit Dezember 2008 gilt das neue deutsch-syrische Rücknahme-Abkommen, das die Abschiebungen nach Syrien erleichtert.

Insgesamt hat der Kreis Warendorf in diesem Jahr 14 Abschiebungen durchgeführt, darunter eine nach Syrien. 15 Ausländer machten von der Möglichkeit der selbstständigen Ausreise Gebrauch.

Die Kurden dankten dem Kreis Warendorf für die Gesprächsbereitschaft - obwohl der Kreis in diesem Fall nicht helfen konnte. Dezernent Ralf Holtstiege erklärte den Kurden: „Wir gucken nur, ob jemand reisefähig ist. Ob er politisch verfolgt wird, das prüfen andere.“

VON BEATE KOPMANN, WARENDORF
http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_warendorf/kreis_warendorf/1112406_Abschiebung_nach_Syrien_Folter_und_Gefaengnis_drohen.html

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 29. Aug 2009, 16:42
Zitat

Teqînek din kurdên êzîdî armanc digre

29 Tebax 2009 şemî Saat 11:47

Li herêma Şengalê, li bakurê Musilê îro şemiyê teqînek mezin pêk hat

(http://www.avestakurd.net/images/news/7875.jpg)

Wek diyar e, ku hêzên terorîstan cîgehên taybet ên kurdan û bi taybetî êzîdiyan hedef digre. Îro jî, teqînek mezin li bakurê Mûsilê, li herêma Şengalê ku piraniya wan kurdên êzîdî lê dijî pêk hat. Teqîna ku îro pêk hatiye 5 kes kuştî hene û 27 kes birîndar in. Li gor nûçeyê, guman heye ku hijmara kuştiyan hîn jî bêhtir bibin. Tê ragihandin ku termên miriyan heta amadekirina vê nûçeyê, ji bin avahiyên wêranbûyî tên derxistin.

puk
http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=6245

Wieder im Gebiet Shengal, wo mehrheitlich Yeziden wohnen, eine Bombe gezündet.
Die Terroristen haben scheinbar gezielt ihre Ziele gegen Kurden vorallem Yeziden ins Visier genommen.
Es sollen 5 umsleben gekommen sein und 27 Verletze geben.
Es werden noch Bergungsaktionen fortgesetzt.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 31. Aug 2009, 16:57
Militärische Provokationen und Kämpfe in Dersim

Während bei der AKP angeblich eine die kurdische Frage einschließende "demokratische Öffnung" auf der Tagesordnung steht und die HPG einen Waffenstillstand bis 1. September hält, führt das türkische Militär Operationen in aller Härte durch. In den letzten Tagen nahmen die Operationen noch zu und es wurde erklärt, dass ein HPG-Guerilla dabei sein Leben verlor.
Erst gestern hatte der designierte Kommandeur der Luftstreitkräfte Hasan Aksay in seiner Antrittsrede gesagt: "Unser Kampf geht weiter, bis der letzte Terrorist tot ist." Es war deutlich, dass nach dieser Rede die Dimension der Operationen besonders in Dersim zunahm.
Es nehmen an der Operation Tausende Soldaten teil. Die Operation findet sowohl in der Umgebung der Stadt Dersim, als auch in der Regionen Pülümür, Hozat, Nazimiye und Ovacik der Provinz Derim statt. Besonders schwere Kämpfe gab es in Pülümür. Bei der Operation kam es auch zu schweren Bombardement aus Kampfhubschraubern sowie Mörser- und Artilleriebeschuss.
Die türkischen Quellen sprechen von einem toten Guerilla, während die HPG dazu noch keine Erklärung abgegeben hat. Die Operation in Dersim dauert weiter an, während die Guerilla sich an den Waffenstillstand hält.

Kontraaktivitäten um Lice dauern an

Seit einiger Zeit bewegen sich Kontraeinheiten in der Region Lice bei Diyarbakir. Sie tragen Guerillakleidung und erpressen die Bevölkerung. In der Umgebung von den Dörfern Sise, Derxust und Hüseynik haben sie DorfbewohnerInnen Vieh weggenommen und Nahrungsmittel und Wertgegenstände abgepresst. Dabei gaben sie sich als Guerillas aus. Augenzeugen berichteten, dass sich die Personen tagsüber in den Soldatenlagern aufhielten, während sie in der Nacht um Informationen zu bekommen als Guerillas in die Dörfer kämen.

Quelle: ANF, 26.08.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 31. Aug 2009, 16:59
Die Bilanz der einseitigen Waffenruhe

Während der fünfmonatigen Waffenruhe wurden in Şirnex, Sêrd, Dêrsim, Wan, Amed und Mêrdîn verschiedene militärische Operationen durch das türkische Militär durchgeführt. Die Waffenruhe der HPG (Volksverteidigungskräfte) begann am 13. April diesen Jahres. Seitdem startete die TSK (Türkische Armee) 99 Land- und 21 Luftangriffe. Während dieser Angriffe starben insgesamt 52 HPG-Guerillas, 30 türkische Soldaten und 8 Dorfschützer. Die Anzahl der Zivilisten, die auf Mienenfelder ihr Leben ließen beträgt 13.
Während den Angriffen auf die Medya Verteidigungsbereiche starben 5 HPG-Mitglieder, viele zivile Einrichtungen und Gärten wurden zerstört und mehrere Tiere umgebracht.
Während der Waffenruhe, die vorerst bis zum 15. Juli ging kamen der Botan Gebietsverwalter und Kommandant Şervan Sason, Gebietskommandant Celal Çelê, das YJA Star Militärratsmitglied Berîtan Hevî, Amed Gebietskommandant Ali Gever – insgesamt 28 HPG – Guerilla’s ums Leben.
Die HPG erklärte, das sie in diesem Zeitraum keine militärische Aktion durchgeführt hat und vermerkte, das die Operationen ihnen gegenüber intensiviert wurden.
In den Gebieten Qilaba und Elkê sowie im Zentrum von Şirnex kamen mindestens drei Dorfschützer und vier Zivilisten durch Explosionen ums Leben. Fünf Dorschützer, zwei Soldaten und 9 Zivilisten wurden verletzt. Interessant war, das die Explosionen dort stattfanden, wo türkische Soldaten Mienen gelegt haben.
Während Staudammarbeiten in Şirnex kamen vier Arbeiter ums Leben und neun weitere wurden verletzt. Grund waren wieder Explosionen. Von den Arbeitern wurde berichtet, das in der Gegend Geheimdienste unterwegs waren.
Am 5. Mai wurde der HPG vorgeworfen, dass auf während einem Gefecht in Sêrd ein Soldat gestorben ist. Diese Gefechte wurde von türkischer Seite der HPG angehängt. Die HPG sagte dazu, dass sie nichts mit der Sache zutun haben und bewerteten es als Provokation.
Am 10. Mai wurde ein kleines Mädchen in Rubarok durch Schüsse der türkischen Armee verletzt.
Weiterhin nehmen Mitglieder der JITEM an Militäroperationen teil und verkleiden sich als Guerilla, um sich unter das Volk zu mischen. Besonders in Amed, Şirnex und Sêrd wurde von Dorfbewohnern berichtet, das sie unter der Bevölkerung Unruhe stiften.
Am 25. Juli wurden zwei DTP- Mitglieder in Şirnex umgebracht.
In Idir wurde am 27. Juli der HPG-Guerilla Ali Şex Muhammed mit seinem Fahrzeug angehalten und umgebracht. Berichten zu Folge wurde er, nachdem er angehalten worden ist, in den Nacken geschossen.
Weiterhin brenne die Wälder. Die HPG berichtete, daß Tausende Hektar Wald verbrannt worden sind. Betroffene Gebiete sind Mêrdîn(Bagok), Şirnex(Cudî und Gabar) und Dêrsim.
Diese Gebiete wurden vom Militär zu “Sicherheitsgebieten” erklärt und das Betreten verboten. Dorfbewohner, die den Brand löschen wollten, wurden aus “Sicherheitsgründen” nicht hingelassen. Am meisten betroffen von dem Brand waren die Dorfbewohner. Sie können ihre Tiere nicht zur Weide bringen.

Quelle: Yeni Özgür Politika, 27.08.20009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 31. Aug 2009, 17:26
Trotzdem wird die DTP morgen in Amed für den Frieden demonstrieren, am Weltfriedenstag, 70 Jahre nach Anzettelung des 2. Weltkrieges!

Der Zeichner Sefer Selvi, Karikaturist für die türkisch-sprachige Tageszeitung "Evrensel" grüßt deshalb heute alle LeserInnen mit dieser Zeichnung:
(http://www.evrensel.net/fotolar/20090831/karikb.jpg)


Titel: Re: Wer ist Medya Örmek?
Beitrag von: AgitMahsun am 01. Sep 2009, 15:24


Die KCK hat wieder Waffenruhe verlängert. Waffenruhe dauert also bis Ende des Ramadans. KCK hat diejenigen, die für den Frieden demonstriert und Aktionen veranstaltet haben, begrüßt.

Ungefähr 50 politische Parteien und Zivilorganisationen haben heute sich in Istanbul versammelt und für den Frieden protestiert. Laut ANF sollen 10 tausend Menschen daran teilgenommen haben. Die Friedensdemonstration in Amed hat auch begonnen und ROJ TV sendet Live aus Amed. In Amed befinden sich mehr als 100 tausend Menschen, berichtete ANF.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 03. Sep 2009, 16:57
Erdoğan-Başbuğ-Atalay-Treffen in Ankara

Premier Erdogan, Generalstabschef Basbug und Innenminister Atalay gaben bekannt, das sie am Donnerstag zu einer „Sicherheitskonferenz“ in Ankara zusammenkommen werden. Tagesordnungspunkte werden der „demokratische Aufbruch“ und die „PKK“ sein.

Quelle: ANF, 02.09.2009, ISKU

HPG-Bilanz für August

Die Volksverteidigungskräfte HPG haben die Bilanz der Auseinandersetzungen und militärischen Operationen im August veröffentlicht. Es gab lediglich 5 direkte Auseinandersetzungen mit dem türkischen Militär bei denen die Guerilla gezwungen waren, auf die Operationen des Militärs zu reagieren. Während das Militär im August 56 Operationen durchführte, machte die Guerilla aufgrund des einseitigen Waffenstillstandes keine einzige Aktion. Das türkische Militär tötete bei Artillerie- und Mörserbeschuss eine große Zahl von Nutztieren und zerstörte Wohnraum, Gärten und Felder der Bevölkerung. Die Guerilla verlor im August 9 KämpferInnen.

Quelle: ANF, 02.09.2009, ISKU



Anwälte beantragen Roadmap

Die Anwälte Abdullah Öcalans haben bei der Staatsanwaltschaft in Bursa die 160-seitige Roadmap für die Lösung des Konflikts in der Türkei beantragt. Abdullah Öcalan hatte die Roadmap am 20. August der Gefängnis-Direktion auf Imrali übergegeben, damit sie dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, seinen Anwälten und der Presse überreicht werden kann.

Quelle: ANF, 02.09.2009, ISKU



Eltern türkischer Soldaten und kurdischer Guerillas sprachen bei ROJ TV

(http://www.evarbas.de/images/roj_tv.jpg)

Familienmitglieder verstorbener Soldaten und Guerillas trafen sich bei ROJ TV. Im Moment wird intensiv in der Öffentlichkeit um die Kurdenproblematik diskutiert. Da ist es zu begrüßen, dass grade jetzt ein solches Treffen stattfand.
Der Vater eines verstorbenen Soldaten und die Mutter von einer verstorbenen Guerilla richteten sich an den türkischen Staat und verlangten ein Ende des Krieges.
Kadriye Kuran erklärte: „Ich habe meine Tochter im Krieg verloren. Ich möchte aber trotzdem Frieden. Die Mütter der Soldaten sollen auch gegen diesen Krieg sein. Wenn die Mütter gemeinsam Hand in Hand sind, dann können sie diesen Krieg stoppen. Mein Kind wurde verbrannt, aber ich habe trotzdem eine Mutter eines Soldaten umarmt. Obwohl meine Tochter verbrannt wurde, empfinde ich keinen Hass.“
Frau Kuran richtete ihre Worte an die kurdischen und türkischen Mütter: „Steckt euren Schmerz beiseite. Es soll kein weiteres Blut fließen. Lasst uns keine weiteren Kinder verlieren.“
Der Vater eines verstorbenen Soldaten, Hidir Özdemir, schloss sich den Worten von Frau Kuran an: „Der Schmerz um sein eigenes verlorenes Kind ist groß. Wir haben unsere Kinder für nichts verloren. Unsere Kinder sind Märtyrer. Aber wir wollen nicht, dass weiterhin Blut vergossen wird. Wir wollen, dass dieser Krieg endlich beendet wird.“

Quelle: ANF, 02.09.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: A M E D am 03. Sep 2009, 23:47
Unsere Kinder sind Märtyrer


Die Soldaten der türkischen Arme sind keine Märtyrer, sondern Opfer eines rassistisch geführten Staates, der versucht mit allen Mitteln seine Verbrechen zu vertuschen, indem er die Wirtschaftsbeziehungen zu den anderen Staaten in Erpressung (PKK=Terrorismus) umwandelt und das Morden so legalisiert. Seine Bevölkerung beschießt er mit Röntgenstrahlen das zu Verblödung führt und so Kriegsverbrechen wie z.B. verbrennen von Frauen oder Leichenschändung der Guerilla-Einheiten als Vaterlandspflicht umjubelt wird.

Der Vater des Soldaten hat den ersten Stein auf Judas geworfen, doch leider einen Ausdruck benutzt, dass seinen Sohn nicht zu steht. Er ist kein Märtyrer, den er hat für die Ungerechtigkeit gekämpft und wurde zu einem Bauer auf dem Schachbrett und zum einem Opfer der rassistisch türkischen Politik.



Ihr Mütter der Türkei sagt JA! zum Frieden und schließt euch den Müttern Kurdistans an. Die PKK und die Mütter Kurdistans strecken euch die Hand aus...aber wenn ihr NEIN sagt, dann dann gibt es nur EINS!







Zitat meines deutschen Lieblingsschriftstellers Wolfgang Borchert

Zitat
Dann gibt es nur eins!

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelm und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schiesspulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie Dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Hasslieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Schneider auf deinem Bett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, Du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransporter, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du am Hoangho und am Missisippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur EINS!

Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!



Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann: dann:

In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die grossen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest, den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben -

die Strassenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Strassen -

eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefrässig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig unaufhaltsam -

der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -

in den Instituten werden die genialen Erfindungen der grossen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -

in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln - zerbröckeln - zerbröckeln -

dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend - und seinefurchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch -

all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn -- wenn -- wenn ihr nicht NEIN sagt.



(http://img228.imageshack.us/img228/3646/button0108.gif) (http://www.uni-flensburg.de/asta/pol_kultur_sagnein.htm)



Wolfgang Borchert  (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Borchert)



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 19. Sep 2009, 14:25
Prozess gegen die Zeitung Milliyet wegen „PKK Propaganda“

Aufgrund der Veröffentlichung einer Erklärung Duran Kalkans, Mitglied des KCK-Führungsgremiums, in Bezug auf die Roadmap von Abdullah Öcalan, wurde gegen die Zeitung Milliyet Anklage wegen „PKK Propaganda“ erhoben.

Die fortwährenden Veröffentlichungen der Milliyet zur Diskussionen über die „Annäherung an die kurdische Frage“ führten nun zu einer Anklage wegen „PKK Propaganda“.

Der Istanbuler Generalstaatsanwalt fordert 1,5 bis 7,5 Jahre Strafe für den Korrespondenten Namik Durukan und den verantwortlichen Redakteur Hasan Cakkalkurt wegen „PKK Propaganda“. Der Generalstaatsanwalt erklärte, dass Durukan und Cakkalkurt im Falle der Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe u.a. auch ihr aktives und passives Wahlrecht verlieren würden.

Entsprechend dem Grundgesetz und der Europäischen Menschenrechtskonvention sollen, laut Anklageschrift, trotz des Rechts auf Gedankenfreiheit und freie Meinungsäußerung „den in Kalkans Aufruf zur Gewalt erkennbaren Gedanken keine weitere Aufwertung zuteil werden“.

Quelle: ANF, 16.09.2009, ISKU



Die dunklen Zeiten sind wieder im Dienst

In einer sogenannten ‘Verkehrskontrolle’ wurde der italienische Aktivist in einen weißen Minibus gezwungen und mit einer Tüte über den Kopf gestülpt verprügelt. Das Auto, in dem der seit 7 Jahren in Diyarbakir lebende und sich gegen Drogenabhängigkeit engagierende Aldo Canestrari am Montag, den 14.9. auf dem Weg nach Mardin war, wurde von 4–5 zivilen und vornehm gekleideten Menschen mit einem ‘Stopp’-Signal zum Anhalten gezwungen. In der Annahme, dass es sich um eine Verkehrskontrolle handelt, hielt der italienische Aktivist an. Er wurde aus dem Auto geholt, in einen weißen Minibus gezwungen und bekam eine Tüte über den Kopf gezogen. Canestrari wurde ausgezogen und splitternackt in dem Minibus mehr als 20 Minuten geschlagen. Daraufhin wurde der italienische Aktivist auf die Straße geworfen. Er wandte sich hilfesuchend an die Botschaft seines Landes.

Der ursprünglich gelernte italienische Landwirt Aldo Canestrari versucht seit 7 Jahren, zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Türkei zu unterstützen und Verbindungen zwischen NGOs in der Türkei und in Italien zu vermitteln. Seit zwei Monaten arbeitet er in Mardin in der Provinz Derik an den Vorbereitungen eines Projektes gemeinsam mit UMADER, ein gegen Drogenabhängigkeit und abhängig machende Substanzen kämpfender Verein.


„Ich hatte Angst und dachte sie werden mich umbringen. Ich bekam keine Luft. Mein Gesicht war voller Blut. ‘Warum schlagt ihr mich’ fragte ich, aber ich bekam keine Antwort. Sie sagten während der ganzen Zeit nicht mehr als 2 Sätze. ‘Gib deinen Ausweis und zieh dich aus’ sagten sie. Ich war völlig überrascht, ich hatte Angst. Ich war mir sicher, dass sie mich umbringen werden. Nach 20 Minuten öffneten sie die Tür vom Fahrzeug und warfen mich nach draußen. Meinen Computer, Handy, 400 Lira und 100 Euro behielten sie.’

Aldo Canestrari lief nackt an der Hauptstrasse entlang und versuchte seinen Körper mit der weißen Tüte von seinem Kopf notdürftig zu bedecken. „Als ich den Weg entlang lief, bellten mich zwei Hunde an. Weil ich überall mit Blut bedeckt war, hatte ich Angst, dass mich die Hunde in Stücke reißen werden. Etwas später kam eine Tankstelle. Ich sah aus wie ein Mann aus der Steinzeit. Sie riefen einen Rettungswagen und ich wurde in die Diyarbakir Dicle Universitätsklinik gebracht. Dort wurde ich ärztlich versorgt. Ich erklärte alles der Polizei und sie versprachen, dass sie diesen Vorfall aufklären werden.“

Aldo Cenastrari hat den Vorfall der italienischen Botschaft gemeldet.

Quelle: Taraf, 16.09.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 20. Sep 2009, 18:53
Straßenkämpfe und Widerstandsaktionen gegen Repressionswelle

Während die Repressionswelle gegen DTP und die gesamte kurdische Bewegung anhält und tagtäglich Menschen verhaftet werden, die Operationen des türkischen Militärs schwere ökonomische und ökologische Schäden anrichten, die Guerilla trotz einseitigen Waffenstillstand pausenlos angegriffen wird und auch Opfer zu beklagen hat, leistet die kurdische Bevölkerung Widerstand und zeigt ihre Solidarität mit Großdemonstrationen, Straßenschlachten und Widerstandsaktionen. Hier einige Beispiele der letzten drei Tage:

Hakkari – Baumaschinen in Brand gesetzt
In Çukurca im Kreis Hakkari wurden von Unbekannten zwei Baumaschinen in Brand gesetzt. Sie waren zu Straßenbauarbeiten eingesetzt und wurden vollständig zerstört.

Dersim – Auto eines Spezialoffiziers in Brand gesetzt
Um zu erreichen, dass endlich die Roadmap zum Friedensplan von Abdullah Öcalan veröffentlicht wird, hat die „Apoistische Jugendinitiative“ im Cumhuriyet Viertel, das Auto eines Spezialoffiziers in Brand gesetzt. Während der Aktion riefen sie Parolen wie: „Bîjî Serok Apo“, „Öcalan“ und „Wir sind für den Frieden, aber bereit für den Krieg.“

Dersim – Baufahrzeuge angezündet
Eine Gruppe Bewaffneter setzt auf der Straße zwischen Hozat und Ovacık mehrere Baufahrzeuge, die Straßenbauarbeiten ausführten in Brand.

Dersim – Guerilla verteilt Warnschreiben
Die HPG-Gebietskommandantur Dersim verteilte Warnschreiben, in denen sie eine ernste „letzte Warnung“ an namentlich bekannte Frauen- und Drogenhändler aussprach. Sie machte außerdem deutlich, dass sie ihren Widerstand gegen das paramilitärische Dorfschützersystem verschärfen würde.
Sie kritisierte die in der Region vorhandenen Spaltungstendenzen in der Linken gerade durch den Zaza-Nationalismus und rief die Jugend dazu auf, sich ihr anzuschließen.

Istanbul – Bombenanschlag auf BIM Markt, Auto in Brand gesetzt
In İstanbul Zeytinburnu wurde durch einen Bombenanschlag auf einen BİM Markt schwerer Sachschaden verursacht. Tote oder verletzte gab es keine, da der Anschlag außerhalb der Öffnungszeit verübt wurde.

Im Stadtteil Yeşiltepe wurde ein parkendes Auto in Brand gesetzt.
Zu beiden Aktionen bekannte sich die „Apoistische Initiative von Zeytinburnu.“ Auch bei dieser Aktion wurde die Veröffentlichung der Roadmap von Abdullah Öcalan, durch die Regierung gefordert.

Diyarbakır/Bağlar – Apoistische Jugend Initiative greift Polizeiposten an
Im Stadtteil Bağlar von Diyarbakır griff eine Gruppe die sich Apoistische Jugendinitiative nennt, einen Polizeiposten mit Molotowcocktails an und sprühte PKK Parolen.

Hakkari, Yüksekova, Beytüşşebap: Straßenschlachten und Großdemonstrationen
Nachdem in Hakkari 50.000 Menschen an der Beerdigung von 2 Guerillas teilgenommen hatten, versammelten sich tags darauf viele Menschen vor dem Krankenhaus, da sich die Behörden weigerten den Körper eines dritten in der Region gefallenen Guerillas herauszugeben. Die Läden in der Stadt blieben alle aus Protest gegen das Vorgehen der Behörden geschlossen. Als die Polizei die Versammelten angriff, kam es zu Auseinandersetzungen. Die Menschen setzen jedoch ihren Protest fort, bis sie auch den dritten Leichnam erhalten hatten.
In Yüksekova, in der Provinz Hakkari, kam es ebenfalls zu Straßenschlachten. Auch hier hatten alle Geschäfte aus Protest geschlossen. Als eine Gruppe ProtestiererInnen eine Barrikade errichtete und anzündete, griff die Polizei an. Sie setzte Panzer, Wasserwerfer und Tränengas ein. Die DemonstrantInnen verteidigen sich gegen die Polizeiangriffe mit Steinen.
Im Zusammenhang mit der Beerdigung eines Guerillas gab es außerdem auch Auseinandersetzungen in Beytüşşebap in der Provinz Şırnak.

Batman – Im Kreis Sason terrorisiert die Armee die Bevölkerung mit schweren Waffen und Leuchtmunition
Von der im Dorf Herindê (Acar) befindlichen Militärstation feuernd die Soldaten seit zwei Tagen willkürlich Leuchtspur und Mörsermunition ab. Nach örtlichen Quellen wird zwischen 22.00 und 4.00 morgens das Feuer über mehrere Dörfer hinweg eröffnet. Dabei werden neben Mörsern und Leuchtspur auch deutsche MG3 schwere Maschinengewehre benutzt. Die Bevölkerung wird durch den Lärm terrorisiert; so ist kein schlafen möglich und die Menschen haben Angst um ihr Leben. Sie fühlen sich an die Jahre des offenen Kriegs in den 90ern erinnert.

Quelle: ANF, Yeni Özgür Politika, yuksekovaguncel, Zusammenfassung aus der 38. Woche 2009


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Sep 2009, 19:47
A. Melik Fırat hat sein Leben verloren

Ehemaliger Abgeordneter, Enkel von Scheich Said und Gründer der HAK-PAR hat sein Leben verloren.
Partei für Recht und Freiheiten (HAK-PAR) erklärte dass ihr Vorsitzender und Gründer A. Melik Firat am 29. September 2009 (Heute) um 14.00 gestorben ist. Sie sprachen dem Volk ihr Beileid aus. Am 3. September wird er in Erzirom beerdigt.

Quelle: "A. Melik Fırat vefat etti" ANF und
"Abdulmelik Fırat Erzurum'da Toprağa Verilecek" Sondakika  vom 29.09.09


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Ciwanro Kani am 29. Sep 2009, 20:23
A. Melik Fırat hat sein Leben verloren

Ehemaliger Abgeordneter, Enkel von Scheich Said und Gründer der HAK-PAR hat sein Leben verloren.
Partei für Recht und Freiheiten (HAK-PAR) erklärte dass ihr Vorsitzender und Gründer A. Melik Firat am 29. September 2009 (Heute) um 14.00 gestorben ist. Sie sprachen dem Volk ihr Beileid aus. Am 3. September wird er in Erzirom beerdigt.

Quelle: "A. Melik Fırat vefat etti" ANF und
"Abdulmelik Fırat Erzurum'da Toprağa Verilecek" Sondakika  vom 29.09.09


Mein herzliches Beileid an seine Familie. Ich finde es traurig, dass kurdische Persönlichkeit nicht sorglos sterben können, sondern ohne ein Stück Freiheit gesehen zu haben, sich von dieser Welt verabschieden, Egal welche Fehler, welche Misserfolge oder Erfolge sie realisiert haben, es ist traurig, dass diese Personen in diesem Zustand sterben.

Rahma Alla to serî bo.










Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 29. Sep 2009, 21:47
woran ist er gestorben?


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 30. Sep 2009, 10:05
Im Nachruf in der heutigen Ausgabe von "Today's Zaman" wird berichtet, dass AbdulMelik Firat an Leukämie verstarb.


Titel: Abdulmelik Firat tot!
Beitrag von: Karker am 30. Sep 2009, 21:47
Am 29.09.2009 ist Abdulmelik Firat, der Enkel des legendären Kurdenführers Scheich Seid, nach langer Kranheit gestorben. Abdulmelik Firat der Ehrenvorsitzende der HAK-PAR leidete seit längerer Zeit an der sogenannten Multiple Myelom, einer Form von Leukämie. Er wurde zuletzt im Guven Krankenhaus behandelt, wo er auch verstarb. Er soll in den nächsten  Tagen in Xinis beerdigt werden.

Möge er in Frieden ruhen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 07. Okt 2009, 14:01
Gewerkschaftsvorsitzender angeschossen

ANKARA – Nach dem bewaffneten Angriff auf den DİSK-Vorsitzenden Süleyman Çelebi in Istanbul, haben die Gewerkschaften KESK, Hak-İş und Türk Tabipler Birliği (TTB) den Angriff verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert.
Süleyman Çelebi war in Istanbul aus vier Waffen beschossen und schwer verletzt worden. Er liegt im Moment im Krankenhaus, befindet sich jedoch nicht in Lebensgefahr. [DİSK-Konföderation der Progressiven Gewerkschaften der Türkei]

Quelle: ANF, 05.10.2009, ISKU



Neuzugang bei HPG

BEHDİNAN – Während der türkische Staat behauptet, im Rahmen der sogenannten „kurdischen Öffnung“ die Menschen von den Bergen holen zu wollen, steigt die Zahl der Beitritte zur Guerilla kontinuierlich. Allein in den letzten drei Monaten sind mehr als 316 neue KämpferInnen der Guerilla beigetreten. 45 Guerillas haben ihre Ausbildung heute erfolgreich abgeschlossen. Bei der Beitrittszeremonie sagte eine Sprecherin der Guerilla: „Es gibt keine Lösung des Problems mit Hilfe von Reuegesetzen und es wird auch keine bedingungslose Waffenabgabe geben.“

Quelle: ANF, 05.10.2009, ISKU



Brücke unter Kontrolle des JİTEM

BATMAN – Die Brücke zwischen dem Kreis Kozluk in Batman und Silvan in Diyarbakır befindet sich seit 4 Tagen unter Blockade durch JITEM-Mitglieder. Die Brücke, die von bewaffneten in zivil gekleideten JITEM-Mitgliedern kontrolliert wird, führt über den Batman-Staudamm.
Weiterhin ist der JITEM in den umliegenden Ortschaften aktiv und legt Hinterhalte. Sie werden aus Hubschraubern mit Essen versorgt. Die Bevölkerung sieht ihre eigene Unversehrtheit aufgrund der Anwesenheit der Agenten bedroht. [JITEM- Jandarma İstihbarat ve Terörle Mücadele (Nachrichtendienst und Terrorabwehr der Gendarmerie)]

Quelle: ANF, 05.10.2009, ISKU



„Selbstmorde“ bei türkischer Armee

Während in der letzten Zeit die verdächtigen Todesfälle aufgrund von angeblichen „Schießunfällen“ und „Selbstmorden“ etc. zunehmen, reagieren viele Angehörige immer sensibler auf die Todesfälle.

Nach offiziellen Statistiken haben 1248 Soldaten zwischen 1991 und 2001 versucht, sich das Leben zu nehmen; 815 starben dabei. Das türkische Militär versucht u.a. durch diese angeblichen Selbstmorde, die wirklichen Verluste bei den Gefechten mit der Guerilla zu kaschieren. Außerdem wurzeln viele der „Selbstmorde“ oder „Unfälle“ in Übergriffen innerhalb des Militärs. Es fällt ins Auge, dass der größte Teil dieser Toten kurdischer Herkunft sind und dass trotz großer Bemühungen der Angehörigen, die Untersuchungen meist im Sande verliefen. Diese Statistik würde sich weiter verschärfen, wenn dazu noch die Anzahl der verdächtigen Unfällen gestellt würden.

In den letzten 10 Jahren wurden keine offiziellen Statistiken mehr veröffentlicht, jedoch ist ein bedrohlicher Anstieg alleine durch Erfassung der aus den Medien bekannten Fälle offensichtlich. So gab es insbesondere in den ersten Monaten des Jahres 2007 23 Tote und 30 Verletzte mit der gleichen Begründung, 2008 20 Tote und 11 Verletzte und in diesem Jahr bis jetzt 35 unter verdächtigen Umständen zu Tode gekommene Soldaten.

So wurde in diesem Jahr versucht, den Tod von vier Soldaten in Elazığ Karakoçan als einen Unfall darzustellen. In Wirklichkeit aber starben die vier Soldaten, nachdem ein Soldat als Strafe eine Handgranate in der Hand halten musste, deren Sicherungsring gezogen war. Sie glitt ihm aus der Hand. Er sowie drei andere starben.
Dass Angehörige diese Fälle nicht bereit sind zu tragen, zeigt u.a der angebliche Selbstmord von Erol Bingöl in Şırnak vor wenigen Tagen. Seine Familie vertrieb die Soldaten mit der Todesnachricht aus dem Dorf und verweigerte eine offizielle Begräbniszeremonie.

Quelle: ANF, 05.10.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 08. Okt 2009, 09:02


Gymnasialdirektor in Cîzîr verhaftet,
weil Atatürkbild auf Schulkrawatte angeblich wie ein Apo-Porträt aussah.


(http://www.hurriyetdailynews.com/images/2009_10_07/principal-detained-for-8216divisive8217-school-tie-2009-10-07_l.jpg)Der Direktor des "Anadolu"-Gymnasiums in Cîzîr wurde verhaftet, weil die Atatürk-Silhuette auf der von ihm für das neue Schuljahr bestellte Krawatte zur einheitlichen Schuluniform angeblich eher wie eine aussah, welche Apo darstellen würde. Der mit der Anfertigung und Verteilung betraute Ladenbesitzer wurde ebenfalls eingeknastet.  

Ausgelöst wurde die Aktion laut "Hürriyet Daily News" von heute, die auch ein Foto des "corpus delicti" groß in den Top-Nachrichten brachte, nachdem der Vater einer Schülerin, von Beruf Polizist, Anzeige erstattete und der von der Staatsanwaltschaft beauftragte "Experte" den angeklagten Sachverhalt bestätigt hatte. Zur Information das Hürriyet-Foto des "corpus delicti" nebenstehend.

Inzwischen seien beide bis zum Urteil im anstehenden Prozess aber wieder auf freiem Fuß und äußerten die feste Überzeugung, dass besagte Silhouette niemand anderen als den "Vater" aller Türken zeige, berichtet die Zeitung weiter.

Dann weist Hürriyet noch auf vergleichbare Fälle hin, wie das Foto des Vaters eines Rechtsanwaltes in Ankara, der deshalb im Juli 2009 auch ein Razzia in seinem Büro nach einer entsprechende Anzeige hinnehmen musste. Und auf den Fall eines Gastwirtes in Istanbul, der angezeigt wurde, weil seine Salzstreuer wie eine Apo-Büste aussehen würden.  

Eine solche Verwaltung und Justiz zeigt also ein weiteres Mal ihre Inkompetenz. Das alleine wäre ein guter Grund für schallendes Gelächter weltweit. Leider sind diese "Ritter staatlicher Inkomptetenz" aber immer noch mit viel Macht versehen, durch die in Kurdistan viele Menschen leiden müssen.  


___________________________________

Quelle für die gefundene Meldung und das Foto:
 "Turkish principal detained for ‘Öcalan’ school tie", Hürriyet Daily News vom 8. Oktober 2009


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 10. Okt 2009, 19:03
12. Jahrestags des Komplotts gegen Abdullah Öcalan

Proteste in vielen kurdischen und türkischen Städten


(http://img386.imageshack.us/img386/3250/daylife2.jpg)
Kurden beim Protest gegen das internationale Komplott - Strasbourg, 10.10.09

In vielen kurdischen und türkischen Städten versammelten sich die Menschen zu Demonstrationen und Protestaktionen um am 12. Jahrestag seiner Ausreise aus Syrien sowie gegen die Inhaftierung von Abdullah Öcalan. Die Proteste dauerten bis in die späten Abendstunden an. Die Sicherheitskräfte reagierten auf die Proteste mit Angriffen und Festnahmen.

ADANA
In Adana eröffneten zwei Zivilpolizisten das Feuer auf Jugendliche, die sich zu einer Protestdemonstration zusammengefunden hatten. Dabei wurde der 18-jährige Murat P. am Bein verletzt. In der Nacht zuvor zündete die Apoistische Jugendinitiative aus Protest zehn Autos an. Am Abend führten Hunderte Jugendliche Spontandemonstrationen durch. Die Jugendlichen warfen Molotowcocktails auf die Straße, um den Verkehr zu blockieren. Die Polizei griff mit Panzern und Tränengas an. Die Auseinandersetzungen dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

VAN
In Van protestierten Hunderte Jugendliche im Hacıbekir Viertel. Die Demonstration wurde von der Polizei mit Gasgranaten angegriffen. Zur Stunde sind 18 Festnahmen bekannt. Viele Häuser in der Umgebung wurden durch den massiven Gaseinsatz in Mitleidenschaft gezogen. Die ProtestiererInnen verteidigten sich gegen den Polizeieinsatz mit Steinen. Die Straßenschlacht dauerte etwa zwei Stunden. Viele Läden in Van blieben aus Protest geschlossen.

ŞIRNAK
In İdil (Hezex) in der Provinz Şırnak, führte die Apoistische Jugendinitiative eine Demonstration durch. Viele Menschen aus der Jugend- und Frauenbewegung nahmen teil, trugen Poster von Öcalan und riefen Parolen u.a. für die Befreiung der Frau. Die Polizei griff die Jugendlichen mit Pfeffergas an. Die Jugendlichen antworteten mit Steinen. Die Straßenschlacht dauerte Stunden an.
In Idil öffneten aus Protest gegen die Verschleppung an diesem Tag keine Läden und die SchülerInnen boykottierten die Schule. Ebenfalls in Silopi öffneten keine Läden außer Apotheken und Imbisse. Außerdem trugen die meisten Menschen schwarz. Hier fanden auch Demonstrationen der Jugendbewegung statt

CIZRE
Hier griff die Polizei die Protestierenden massiv mit Räumpanzern, gepanzerten Fahrzeugen und Tränengas an. Drei Stadtviertel wurden durch den exzessiven Tränengaseinsatz schwer betroffen. Die Gaswolke drang in Häuser und Gärten ein und führte zu gesundheitlichen Problemen bei vielen BewohnerInnen. Die Polizei schoss unter anderem auch Gasgranaten in den Hof einer Grundschule und verletzte dadurch viele kleine Kinder. Der 3-jährige Mehmet Ultun wurde von einer Gasgranate schwer am Kopf verletzt und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.


İSTANBUL
In Istanbul Beyoğlu wurde vor dem DTP-Kreisbüro eine Kundgebung abgehalten.

DİYARBAKIR
In einem großen Teil von Diyarbakır blieben gestern die Läden geschlossen. Die Demonstrationen und die auf die Polizeiangriffe folgenden Straßenschlachten dauerten bis in die späten Abendstunden an und fanden in fast allen Stadtteilen statt. Die Polizei setzte Tränengasgranaten, Plastikgeschosse und Knüppel ein. Die Jugendlichen erwiderten die Angriffe mit Steinen.

HAKKARİ ZENTRUM
Auch hier öffneten die meisten Läden aus Protest nicht. In Hakkari gab es mehrere Demonstrationen, die ebenfalls von der Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas angegriffen wurden. Die Menschenmenge errichtete aufgrund des Angriffs Barrikaden und warf Steine. Die Auseinandersetzungen dauerten den gestrigen Tag an.

YÜKSEKOVA
Hier streikten die Ladenbesitzer und viele Gruppen von ProtestiererInnen errichteten an strategischen Punkten Barrikaden. Es fand eine Demonstration statt, die vor einem Militärstützpunkt eskalierte. Die Soldaten eröffneten das Feuer und die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Mit dem Angriff auf die Demo begannen an verschiedenen Punkten Straßenschlachten. Die Auseinandersetzungen zogen sich über den ganzen gestrigen Tag.

BATMAN
Auch hier fanden die Proteste dezentral in vielen verschiedenen Vierteln statt. Ein Großteil der Geschäfte öffnete an diesem Tag nicht. Der Staat griff auch hier die Demonstrierenden mit Spezialeinheiten, Tränengas, Wasserwerfern, Plastikgeschossen und Knüppeln an. Die DemonstrantInnen reagierten mit Steinen und Molotowcocktails.

MARDİN
Im Kreis Mardin streikten ebenfalls viele Geschäftsleute.

MERSİN
Auch hier öffneten viele Geschäfte in den Vierteln, in denen viele KurdInnen wohnen, nicht. Ab 10:00 Uhr wurden ebenfalls die Schulen boykottiert und die SchülerInnen führten Spontandemonstrationen durch. An einigen Orten wurden sie von der Polizei eingekesselt. Anderorts griff die Polizei die Schulkinder mit Aufstandsbekämpfungseinheiten und Räumpanzern an. Die Straßenkämpfe dauerten lange an und steigerten sich im Laufe des Tages.

Quelle: ANF, 09.10.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 10. Okt 2009, 19:36
Zitat
DİYARBAKIR
In einem großen Teil von Diyarbakır blieben gestern die Läden geschlossen. Die Demonstrationen und die auf die Polizeiangriffe folgenden Straßenschlachten dauerten bis in die späten Abendstunden an und fanden in fast allen Stadtteilen statt. Die Polizei setzte Tränengasgranaten, Plastikgeschosse und Knüppel ein. Die Jugendlichen erwiderten die Angriffe mit Steinen.
Und so sieht das der hier schon häufiger zitierte Zeichner Sefer Selvi in der heutigen Ausgabe der Tageszteitung Evrensel die Lage: Ein verzweifelnder Innenminister Atalay in der Altstadt von Amed auf der dringenden Suche nach einem (geöffneten) Pissoir. Gesichtsausdruck und Handhaltung "sprechen Bände":

(http://1.1.1.3/bmi/www.evrensel.net/fotolar/20091010/karikb.jpg)
http://www.evrensel.net/foto.php?haber_id=59113
In anderen Zeitungen, so z.B. in Hürriyet Daily News, wird Atalan zitiert, dass er die DTP warnt, sie würde Stimmen in der nächsten Wahl verlieren, wenn sie nicht bald eine "konstruktive" Haltung zur von ihm und seinem Premier geplanten "demokratischen Öffnung" einnähme. Na ja, mit der Demokratie ist das dort so eine Sache, wenn man das Regierungshandeln im von AgitMahsun zitierten Artikel betrachtet.

Man könnte über die allerorts zutage tretende Inkompetenz der in der Türkei Regierenden sowie ihrer uniformierten Büttel ja herzlich lachen, wenn diese Inkompetenz nicht stets von neuem blutige Opfer fordern würde!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 10. Okt 2009, 21:49
In anderen Zeitungen, so z.B. in Hürriyet Daily News, wird Atalan zitiert, dass er die DTP warnt, sie würde Stimmen in der nächsten Wahl verlieren, wenn sie nicht bald eine "konstruktive" Haltung zur von ihm und seinem Premier geplanten "demokratischen Öffnung" einnähme.

R.I.P Ceylan Önkol 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 11. Okt 2009, 00:08
Tausende TeilnehmerInnen auf Demonstration in Diyarbakır

AMED – Tausende nahmen an der Demonstration zum 12. Jahrestag der Ausreise von Abdullah Öcalan aus Syrien teil. Der DTP Bürgermeister Osman Baydemir und andere DTP Mitglieder und Abgeordnete wie auch Angehörige verschiedenster zivilgesellschaftlicher Organisationen hielten Reden auf der Veranstaltung. Die TeilnehmerInnen trugen Fahnen des Demokratischen Konföderalismus und Bilder von Öcalan und des in Lice durch Mörserbeschuss getöteten Mädchens Ceylan Onklöl. Sie riefen Parolen wie „Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier.“ Nach der Demonstration griff die Polizei die Kundgebung an und eine Straßenschlacht zwischen Jugendlichen und der Polizei entbrannte. Die Polizei setzt Tränengas ein, während die Auseinandersetzungen fortdauern.

Quelle: ANF, 10.10.2009, ISKU



Yüksekova: Kämpfe zwischen Polizei und Bevölkerung

HAKKARİ – Heute gab es in Yöksekova in der Provinz Hakkari erneut, nach einer Demonstration der DTP zum Jahrestag der Ausreise Öcalans aus Syrien, schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch heute waren alle Geschäfte im Landkreis geschlossen. Die DemonstrantInnen wehrten sich gegen die Polizeiangriffe mit Steinen und Feuerwerksraketen. Die Auseinandersetzungen begannen, als DemonstrantInnen versuchten, die Polizei am Abfotografieren der Menschen zu hindern. Die Polizei setzte sofort Tränengas und Wasserwerfer ein. Der an der Kundgebung teilnehmende DTP Abgeordnete Hamit Geylani war ebenfalls vom Gaseinsatz betroffen. Die Auseinandersetzungen bewegten sich in der ganzen Kleinstadt. Die Polizei griff immer wieder brutal an und die ProtestiererInnen benutzten Molotowcocktails und Steine. Später ging die Polizei dazu über scharfe Waffen zu benutzen. Ein 14-jähriger Junge wurde durch eine Polizeikugel schwer verletzt. Die Kugel drang in die Brust, des vor dem DTP Büro stehenden Jungen ein und trat zum Rücken wieder aus. Er wurde nach Van ins Krankenhaus gebracht.
Die 5 Stunden andauernden Kämpfe, an denen Tausende beteiligt waren, steigerten sich immer weiter und die Polizei setzte an verschiedenen Orten scharfe Waffen ein. Bis jetzt ist eine weitere Person mit Schussverletzung bekannt geworden. Die Auseinandersetzungen dauern weiter an.


Hier noch ein paar Videolinks zu den heutigen Ereignissen in Hakkari und
Yüksekova:


http://www.yuksekovahaber.com/video/yuksekova-yine-karisti-246.htm

http://www.yuksekovahaber.com/video/yuksekovada-9-ekim-gerginligi-243.htm

http://www.yuksekovahaber.com/video/hakkari-merkez-9-ekim-gerginligi-244.htm

Quelle: ANF, 10.10.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 23. Okt 2009, 23:31
Zitat
Prof. Dr. Gürsoy: Kürtçe bilmemem utanç verici

Türk Tabipleri Birliği (TTB) Başkanı Prof. Dr. Gençay Gürsoy, “Bu coğrafyada yıllarca görev yapmama rağmen Kürtçe bilmediğim için kendimden utanç duyuyorum. Bizler bir çok yabancı dili biliyoruz ancak bizlere en yakın olan halkımızın dilini bilmiyoruz” dedi.

kurdshow.com / AKNEWS (http://www.kurdshow.com/prof-dr-gursoy-kurtce-bilmemem-utanc-verici.html)


(http://www.kurdshow.com/UserFiles/makaledosyalar/800-602755395572.jpg)


Der Vorsitzende des Türkischen Ärzteverbandes sagte beim Mesopotamischen Medizinerkongresses in Amed u.a. folgende Worte:



"Ich lebe schon seit vielen Jahren in diesem Gebiet und kann trotzdem kein Kurdisch.
Wir sprechen mehrere Fremdsprachen, doch die Sprache des Volkes, das uns am nähestens ist,
sprechen wir nicht.

Ich schäme mich dafür, daß ich kein Kurdisch kann...."


Na...was Frau Ayna in dem Moment wohl gedacht & gefühlt hat ... :)


Titel: Straßburg: Büro des Antifolterkomitees (CPT) besetzt
Beitrag von: agit am 03. Dez 2009, 14:23

STRASBOURG – Eine fünfzigköpfige kurdische Gruppe versuchte am Mittwoch aus Protest gegen die Verschlechterung der Haftbedingungen von Abdullah Öcalan das Büro des Antifolterkomitees in Straßburg zu besetzen. Trotz der Versuche der Sicherheitskräfte ein Eindringen zu verhindern, gelang dies einem Teil der Gruppe. Sie hängten Transparente aus den Fenstern und verteilten Flugblätter. Die Aktion wurde erst beendet, nachdem sich eine 20-köpfige Gruppe im Inneren des Gebäudes mit den Verantwortlichen getroffen und durchgesetzt hatte, dass ihre Forderungen weitergeleitet wurden. Unter anderem forderten sie, dass das Antifolterkomitee eine Delegation nach Imrali schickt.

Quelle: ANF, 02.12.2009, ISKU



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 03. Dez 2009, 18:56
Zitat
Cenazeyê Selîm Dindar hate binaxkirin
NETKURD
Aktuelbûn: 2009-12-03 15:27:58

(http://www.netkurd.com/store/26506a6c1b08ba13e8572dc24509ff034629eef4_375x270.jpg)

Selîm Dîndar, birayê şaredarê Cizîrê yê kevn Emîn Dîndar, duh li Stenbolê di encama êrîşeke çekdarî ya li hemberî Komeleya Cizîrîyan de jiyana xwe ji dest da.

Cenazeyê Selîm Dîndar, îro bi beşdarbûna Parlamenterê Şirnexê yê DTP’ê Hasîp Kaplan, Serokê KADEP’ê Şerafettîn Elçî, Parlamenterê Şirnexê yê AK Partiyê Velî Seydaoglu, Serokê DTP Şaxê Stenbolê Mustafa Avci û hejmareke zêde hemwelatiyan ve,  li goristana Kazliçeşme ya Stenbolê hate binaxkirin.

Wek tê zanîn şeva çûyî li nêzîkî Komeleya Cizîrîyan pevçûnek qewimîbû. Li gora agahiyan kesek  ji nava vê pevçûnê direve û xwe dispêre Komeleya Cizîrîyan. Li ser vê yekê du kesên bi navê Ferhan Ak û Kurşat Ak didin pey vî kesê revok û avayîya komelê gulebaran dikin û di encamê de Selîm Dîndar jiyana xwe ji dest dide û 6 kes jî birîndar dibin.

Hêjayê gotinê ye ku Selîm Dîndar yek ji wan şahidê wahşeta Hepsa Diyarbekirê bû û bîranînên wî yên li ser vê mijarê di televizyona Kurd 1’ê de û di televizyon û rojnameyên Tirk de hatibûn weşandin.
http://www.netkurd.com/?mod=news&option=view&id=2944


Kurz udn Knapp!
Angriff auf einer kurdsichen Verein (Komela Cizîrîya) in Istanbul.
Ein Toter und 6 verletzte.
Es soll zu einem Streit gekommens ein und 2 unbekannte soll auf die Menschen egschossen haben im Verein udn dadurch Selîm Dîndar umgebracht haben.
Selîm Dîndar war vor kurzem bei KURD1 TV und berichtete über die Foltermethoden im Gefängnis von Amed.


Selîm Dîndar ist mit mir verwandt  :(
Er war vor 2 bis 3 Monaten hier bei uns als er die Aufnahmen in Frankreich gemacht hat für KURD1 TV.
Von uns ist er nach Hamburg nach Istanbul geflogen wo er schon sehr lange lebt. :(
Er hat mir viel über die Folter im Gefängnis erzählt wobei mir Tränen runter kamen :(
Sehr nett, hilfsbereit und ein wrmer Mensch war er. Mich nannte er immer Mesut Barzanî und sagte lebt für ein Kurdistan.
Kurdistan ist auf euch angewiesen  :(

Rehma Xwedê li te bê Mamê Selîm Dîndar xwedê cihê te bikê behusht û xweshî

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 03. Dez 2009, 19:42
Ich hoffe, das Nick Brauns inzwischen nähere Einzelheiten zu diesem Mord kennt und damit einen informativen Artikeln für seine Zeitung und für Kurdmania dazu schreiben kann.

"Radikal" aus dem Hause Doğan bringt einen ausführlichen Artikel zum Vorgang und zur Person Selim Dindar, leider nur auf Türkisch: http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=967309&Date=03.12.2009&CategoryID=77
Ein weiterer Artikel findet sich in "Hürriyet" aus dem gleichen Konzern unter dem Titel: "Bakırköy'de Cizreliler Derneği'ne saldırı: 1 ölü"


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 07. Dez 2009, 19:00
Zitat
   
   » Selîm Dîndar
STENBOL, 7/12 2009 — Polîsê tirk li Îzmîrê Ferhan Ak û kurê wî Kurşat Ak bi tawana ko wan Selîm Dîndarê ji Cizîrê li Stenbolê li Komeleya Cizîriyan kuştiye girt û anî Stenbolê.

Li gor rojnameya Tarafê Ferhan Ak û kurê wî Kurşat Ak du kesên xeracgir in û dema ko wan xwest ji qehwexaneciyekê tirk xeracê bistînin wî jî xwe avêt bextê Komeleya Cizîriyan û li wêderê Selîm Dîndarî û hevalên xwe rêneda herduyan ko yê qehwexanecî bigirin û bikujin.

Piştî devjeniya di nêvbera Selîm Dîndarî û Ferhan Ak û kurê wî Kurşat Akî de wan demanceya xwe derxist û bi guleyan li Selîm Dîndarî reşand û kuşt

http://www.nefel.com/articles/article_detail.asp?RubricNr=1&ArticleNr=4680

Angeblich sollen die Täter gefasst seien. In Izmir wurden Ferhat Ak und sein Sohn Kursat Ak gefasst. Sie sollen angeblich seine Schulden bei einem Cafe Besitzer holen wollen, der aber zu Selîm Dîndar in den "Verein der Cizîrîs" um Hilfe gebeten hat. Selîm Dîndar udn seine Freunde sollen sich vor denen gestellt haben und sie nicht reingelassen. Darauf hin haben Vater und Sohn ihre Waffen raus geholt udn auf Selîm Dîndar geschossen haben und umgebracht haben.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 08. Dez 2009, 15:58
Nach der Ermordung des 23-jährigen Aydın Erdem – dreitägiger Streik an der Dicle-Universität in Amed

AMED – Student_innen der Natur- und Literaturwissenschaftlichen Fakultäten der Dicle-Universität in Amed (Diyarbakir) haben nach der Erschießung des 23-jährigen Aydın Erdem durch die Polizei einen dreitägigen Streik an der Universität begonnen. Am Dienstag haben Student_innen aufgrund des Streiks nicht am Unterricht teilgenommen.

Nachdem der 23-jährige Aydın Erdem von der Polizei durch zwei Schüsse in den Rücken ermordet wurde, haben Studienfreunde von ihm an der Dicle-Universität einen dreitägigen Streik beschlossen. In den Morgenstunden haben sich etwa tausend Student_innen versammelt und Demonstrationszüge von Fakultät zu Fakultät organisiert, damit sich noch mehr Student_innen an dem Streik beteiligen.

Während dieser Aktionen wurden Parolen gerufen wie „Dicle schlafe nicht, tritt für deine Opfer ein“, „Dicle wird der Friedhof des Faschismus sein“ oder „Kein Opfer wird je vergessen“. Anschließend haben sich die Student_innen vor der Fakultät der Natur- und Literaturwissenschaften versammelt und in einer Schweigeminute dem Opfer ihren Respekt gezollt. In einer Erklärung der Student_innen heißt es: „Vor einem Jahr wurde unser Freund Mahsun Karaoğlan durch Schüsse von der Polizei ermordet. Nun hat unser Freund Aydın Erdem auf die gleiche Weise sein Leben verloren. Es darf nicht sein, dass wir Student_innen der Dicle-Universität so leicht ermordet werden. Und wir werden den Faschisten zeigen, dass es nicht so leicht ist. Wir werden 3 Tage nicht zum Unterricht erscheinen. Aber wir werden trotzdem in die Uni gehen und weiterhin die Geschehnisse kritisieren.“
Nach dieser Erklärung haben die Student_innen sich Parolen rufend in Bewegung gesetzt, um an einer Pressekonferenz der prokurdischen Partei DTP (Partei für eine demokratische Gesellschaft) teilzunehmen.
Wegen des Streiks blieben die Unterrichtsräume leer. Auch Einige der Lehrenden haben sich inoffiziell an dem Streik beteiligt.

Quelle: ANF, 7.12.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 08. Dez 2009, 17:30
Zitat
Dienstag, 08. Dezember 2009
Wiedersehen nach 21 JahrenVerlorener Sohn kehrt zurück
5000 Menschen sterben 1988 beim Giftgas-Angriff auf Halabscha. Fatima Hama Saleh und ihr Sohn Simnaco überleben, doch verlieren sich. Jahrzehnte später sehen sie sich wieder.

Hilfen für Kurdenstadt 21 Jahre nach Giftgasangriff: Der irakische Premierminister Nuri al-Maliki (2.v.r.) besucht die betroffene Gegend (Archivbild vom 03.08.2009).
(http://www.n-tv.de/img/62/629923/Img_17_6_450_15267941.jpg)
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Simnaco ist 21 Jahre alt, als er zum dritten Mal geboren wird. An diesem denkwürdigen Tag Anfang Dezember im irakischen Dorf Kulkin spricht er zum ersten Mal mit seiner Mutter, Fatima Hama Saleh. Die 50-Jährige sinkt von Glück überwältigt in ihren Stuhl, als sie das Ergebnis einer DNA-Analyse hört, die ihr den Sohn zurückgibt. Sie umarmt Simnaco, streichelt ihn, dankt Gott für das Geschenk, zwei Jahrzehnte nach dem Giftgas-Bombardement ihrer kurdischen Heimatstadt Halabdscha durch die Truppen des damaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein den Sohn wiederzusehen.

Es war der 16. März 1988, als Simnaco zum zweiten Mal geboren wurde. An jenem Tag hörte Fatima Hama Saleh Flugzeuge in der Luft. Irakische Kampfflugzeuge donnerten über die Stadt Halabdscha in der Autonomen Region Kurdistan im Nordosten des Irak. Zuvor hatten die kurdischen Peschmerga-Kämpfer die Zivilisten in dem Ort zurückgelassen, zermürbt von irakischem Dauerbeschuss. "Es war elf Uhr, ich saß zu Hause", erinnert sich Saleh. Dann strömte das Giftgas aus, fünf Stunden lang, eine todbringende Mischung aus Senfgas, Tabun, Sarin und VX, jedes für sich hochtoxisch. Unten starben rund 5000 Menschen einen grausamen Tod. Fünf Monate später endete der irakisch-iranische Krieg (1980-1988).
Für einen Waisen gehalten

Saleh und ihr wenige Monate alter Säugling überlebten das Inferno. "Wir sind in den Schutzraum", sagt Saleh. "Als wir herausgekommen sind, habe ich mir ein befeuchtetes Taschentuch vor das Gesicht gehalten, aber ich bin mit Simnaco auf den Knien umgekippt." Ihr Mann und ihre vier anderen Kinder starben im Gas. Als Saleh erwachte, lag sie in einem Krankenhaus in der iranischen Grenzstadt Karmanschah. Simnaco war nicht bei ihr. Später wurde sie nach Teheran verlegt. "Ich habe alle um mich herum nach meinem Sohn gefragt, aber keine Antwort erhalten." Simnaco wurde im selben Krankenhaus in Karmanschah behandelt, doch niemand brachte die beiden zusammen. Er kam in ein Waisenhaus im Nord-Iran.

Eine Witwe, Mutter zweier Kinder, nahm das vermeintliche Waisenkind zu sich. Sie nannte ihn Ali, liebte ihn, als sei er ihr eigener Sohn: "Ich hatte den Eindruck, dass sie mich mehr liebte, als ihre eigenen Kinder. Sie war sehr zärtlich und ich habe mich nie als Waise gefühlt", erinnert sich Simnaco. Der Bruder der Adoptivmutter, Asfindjar Hamid Pur, sagt, seine Schwester sei als einzige im Ort zur Adoption bereit gewesen. "Sie hat ihn wirklich geliebt und er war der Liebling", sagt Pur, der zu der von den Behörden organisierten Wiedersehensfeier mit der leiblichen Mutter Simnacos nach Kulkin gereist ist.

DNA-Test bringt Gewissheit

Als Simnaco alt genug war, eröffnete ihm seine Ziehmutter die Wahrheit, ohne zu wissen, dass es nur die halbe ist: "Du kommst aus der Kurdenstadt Halabdscha. Du hast deine ganze Familie bei einem Angriff verloren", sagt Kubra Hamid Pur, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, als Simnaco 18 Jahre alt war. Seine Halbbrüder heirateten und verließen das Elternhaus. Simnaco hielt nichts mehr im Iran und er begab sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. Im Internet stieß er auf Hilfsorganisationen für Halabdscha-Opfer. Das iranische Ministerium für Märtyrer half ihm bei seiner Reise in den Irak. Er machte einen DNA-Test.

Zu dieser Zeit erfuhr Fatima Hama Saleh durch das Fernsehen, dass ein Halabdscha-Findelkind aufgetaucht sei. Wie vier andere Familien gab auch sie DNA-Proben ab, die in Jordanien ausgewertet wurden. Dann bekommen sie es amtlich bestätigt: Am Mahnmal für die Märtyrer von Halabdscha in Kulkin bei Halabdscha sind sie in einem Saal zusammengekommen, ein Mitarbeiter des Zivilgerichts erhebt sich und sagt: "Nach den DNA-Tests ist Ali der Sohn von Fatima Hama Saleh."

Ein Freudenschrei gellt durch den Raum, Saleh will sich erheben, aber hat nicht die Kraft. Gestützt von Angehörigen schließt sie ihren Sohn in die Arme: "Als wäre meine Familie wiederauferstanden. Mein Sohn ist zurück", sagt sie. "Du ähnelst deinem Vater und deinen Brüdern, deine Haut riecht wie sie." Simnaco sitzt neben ihr. Ein Dolmetscher übersetzt das Kurdisch seiner Mutter ins Persische.

Shwan Mohammed, AFP
http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Verlorener-Sohn-kehrt-zurueck-article629929.html

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 11. Dez 2009, 14:30
Zitat
Türkei warnt Israel
Ankara orientiert seine Außenpolitik weg vom Westen hin zu Nachbarländern
Von Rainer Rupp
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch mit scharfen Worten Israel davor gewarnt, bei gegen Iran gerichteten Operationen den türkischen Luftraum zu verletzen. Ankara werde es nicht zulassen, »daß die Israelis ihre Beziehungen zu uns ausnutzen, um ein drittes Land anzugreifen und von uns erwarten, daß wir die Hände in den Schoß legen«. Die türkische Antwort auf ein solches Unterfangen werde in Israel ein »Erdbeben« hervorrufen, so Erdogan, der gerade von seinem Staatsbesuch in Wash­ington zurückgekehrt war. Dort hatten die Medien bereits im Vorfeld seines Treffens mit dem amerikanischen Präsidenten sorgenvoll die Frage gestellt: »Können die USA noch auf die Türkei zählen?« Schließlich dominiere inzwischen in der ganzen Türkei eine »antiwestlich Rhetorik«, die aus einem »im Islamismus eingebetteten (türkischen) Nationalismus« gespeist werde. Eine US-finanzierte Umfrage des Pew Research Center habe außerdem ergeben, daß inzwischen nur noch 14 Prozent der Bevölkerung eine positive Meinung von den Vereinigten Staaten haben.

Tatsächlich ist seit etwa einem Jahr in der türkischen Außenpolitik eine Umorientierung immer deutlicher geworden, weg von den USA und Westeuropa und zunehmend hin zu den Nachbarländern der Türkei wie Iran und Syrien sowie Rußland. Die inzwischen exzellenten Beziehungen Ankaras zu Teheran und Damaskus sind insbesondere auf Kosten des US-Schützlings Israel gegangen, mit dem Ankara bis dato enge ökonomische, politische und militärische Verbindungen gepflegt hatte. Ein Auslöser für die Abwendung Ankaras von Israel war zweifelsohne der Krieg, den Tel Aviv Anfang des Jahres gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza geführt hat.

Ein weiterer Grund für Ankaras Umorientierung könnte die offi­ziell jedoch noch nicht bestätigte Verwicklung des israelischen Geheimdienstes Mossad in die Ergenekon-Staatsstreich-Affäre sein, die seit über einem Jahr die Türken beschäftigt. Ergenekon steht für einen geplanten Coup, mit dem die von der religiösen AK-Partei Erdogans gestellte Regierung gestürzt und durch eine säkular-kemalistische, westlich orientierte ersetzt werden sollte. Derzeit sind weit über hundert hochrangige türkische Militärs und Politiker deshalb angeklagt. Die Spuren führen auch zu ausländischen Unterstützern, insbesondere aus neokonservativen Kreisen in den USA, sowie zum Mossad.

Bereits im Januar dieses Jahres war es im Schweizer Davos vor laufenden Kameras zu einem Eklat gekommen, als Erdogan den israelischen Präsidenten Shimon Peres wegen der Kriegsverbrechen in Gaza heftige Vorwürfe machte. Seither haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sukzessive verschlechtert. Im Herbst lud Ankara Israel von einem alljährlich in der Türkei stattfindenden ­NATO-Luftwaffenmanöver aus, an dem es seit Jahren teilgenommen hatte. Zugleich brüskierte Erdogan Israel und die USA mit seinen diplomatischen Ouvertüren gegenüber Iran, Syrien und Rußland. Den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadine­dschad bezeichnete er als »seinen guten Freund«, er unterschrieb umfassende Kooperationsabkommen mit Teheran und verteidigte auch bei seinem jüngsten Besuch in Washington die Rechtmäßigkeit des iranischen Programms zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Zugleich unterzeichnete Erdogan im Februar ein »Strategisches Dokument« mit Moskau über weitreichende Zusammenarbeit. Derweil lud Rußland die Türkei als Beobachter zur Teilnahme an der Schanghai-Kooperationsorganisation ein, die von Washington als eindeutig gegen die US-Interessen in Zentralasien gerichtet eingestuft wird.
http://www.jungewelt.de/2009/12-11/031.php

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 11. Dez 2009, 15:29
Zitat

AVESTA - Di rojên pêşiya me de, wê wezîrê hundir yê Tirkiyê Beşir Atalay diyar kir ku ewê di rojên pêş de bi serdaneke fermî biçe Hewlêrê.

Li Kurdistanê, wê pirsa PKK were gotûbêjkirin.

Çaverêtêkirin ku Atalay ligel serokê Kurdistanê Mesûd Barzanî bicive.
http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=7578

Angeblich soll der Innenminister Besir Atalay nach üdkurdistan / Hewlêr fliegen.
Dort soll über die PKK geredet werden.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 20. Dez 2009, 14:02
ADANA – Bei Protesten in Adana gegen die Haftbedingungen von Abdullah Öcalan und gegen das DTP-Verbot wurden 11 Personen, davon 4 noch Minderjährige, verhaftet. In Adana, das dem Gouverneur untersteht, sind mindestens 101 Minderjährige in Haft. Insgesamt beträgt die Haftdauer dieser Kinder 466 Jahre.

Die 13 Personen, die am 14. Dezember in Adana vorläufig festgenommen wurden, sind nach einer Befragung der Staatsanwaltschaft Adanas vorgeführt worden. Nach der Haftprüfung sind 2 der 13 Personen freigekommen. 11, davon 4 Minderjährige sind mit den Vorwürfen „sich im Namen einer Organisation strafbar gemacht zu haben“, „Propaganda für eine Organisation gemacht zu haben“ und „Widerstand gegen Beamten geleistet zu haben“ ins Gefängnis überführt worden. Die Minderjährigen wurden in das Pozantı Jugendgefängnis, die 7 Anderen in das Kürkçüler F Typ Gefängnis gebracht.

Drohungen durch den Gouverneur
In den letzten Wochen wurde in Adana eine Vielzahl von Menschen, darunter auch viele Minderjährige festgenommen und viele anschließend auch weiter in Haft behalten.
Der Gouverneur von Adana İlhan Atış hatte in einer Erklärung am 10. Dezember den kurdischen Familien der Minderjährigen gedroht, ihnen das Sorgerecht für diese Kinder zu entziehen. Mit dem Vorwand, die kurdischen Kinder werden für Proteste auf der Straße instrumentalisiert drohte Atış „Wenn die Familien nicht auf ihre Kinder aufpassen können, kann es nötig werden von unserer Macht Gebrauch zu machen und diese Kinder in Heimen unterzubringen.“

Viele Verhaftungen
Die Haft 5 Minderjähriger, die im Stadtteil Karasu des Beziks Seyhan von Adana an Protesten gegen die Haftbedingungen von Öcalan am 13. Dezember teilgenommen hatte und dabei verhaftet wurden, ist am 16. Dezember verlängert worden. Von Sicherheitskräften der Landkreissicherheitsdirektion festgenommen, wurde gegen R. I. (13), S. O. (13), F. A. (17), B. B. (16) und A.B. mit den Vorwürfen der „kriminellen Handlung im Namen einer Organisation“ und „Propaganda für eine Organisation“ ein Haftbefehl erlassen. Sie wurden in das Pozantı Jugendgefängnis gebracht.
Während der Proteste am 14. Dezember Stadtteil Dağlıoğlu wurden insgesamt 50 Personen, darunter viele Minderjährige festgenommen.
Bei Hausdurchsuchungen am 7. und am 8. Dezember, wurden 25 Personen festgenommen.
Seit Oktober dieses Jahres ist in Adana die Zahl der inhaftierten Minderjährigen auf 101 gestiegen. Ihre Haftstrafen betragen zusammengenommen 466 Jahre.

Samstag, den 19. Dezember 2009 um 00:03 Uhr
written by Sterka Ciwan


Titel: Schabak greifen Christen an
Beitrag von: Schebol am 26. Dez 2009, 00:28
Aus der Lieblings"zeitung" des einfachen Volkes in der Schweiz:

Christen verschanzen sich in Kirche

Im Nordirak kursierte das Gerücht, Christen hätten ein Plakat des schiitischen Märtyrers Hussein von einer Wand gerissen und mit Füssen getreten. Anhänger der Schabak-Religion machten mobil, die Christen suchten Zuflucht in einer Kirche.

Zwischen Christen und Gläubigen der Schabak-Religion ist es am Freitag nahe der nordirakischen Metropole Mossul zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen sechs Menschen verletzt wurden.
Die Christen verbarrikadierten sich in der Kirche von Bartala, als Leute angriffen, die der Religionsgemeinschaft der Schabak angehörten. Dies berichteten Augenzeugen in der Ortschaft 40 Kilometer nördlich der nordirakischen Grossstadt Mossul.

Die Christen verliessen die Kirche erst wieder, als irakische und kurdische Sicherheitskräfte (Peschmerga) in den Ort eingerückt waren und die Ordnung wiederhergestellt hatten.

Gerücht führt beinahe zu Pogrom

Zu dem Konflikt kam es, nachdem sich unter den Schabak das Gerücht verbreitet hatte, dass die Christen ein Plakat des schiitischen Märtyrers Hussein von der Wand gerissen und darauf herumgetrampelt hätten. Die Schabak sprechen einen kurdischen Dialekt. Ihr Glaube beruht auf dem schiitischen Islam und ist dem der türkischen Aleviten ähnlich. Ihre Zahl im Nordirak wird auf wenige Zehntausend geschätzt.

Die irakischen Schiiten feiern in drei Tagen das Aschura-Fest, bei dem sie des Martyriums ihres Imams Hussein gedenken, eines Enkels des Propheten Mohammed. Am Donnerstag waren bei mehreren Bombenanschlägen in Bagdad und im Südirak 35 schiitische Gläubige getötet worden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 26. Dez 2009, 14:26
14 Verhaftungen in Mardin

Im Kreis Mardin in Kiziltepe, Derik und Nusaybin wurden zeitgleich 14 Personen festgenommen.
Von Seiten der Mardin Sicherheitsabteilung angehörigen Polizeiteams wurden am 21.12. in Kiziltepe, Derik und Nusaybin um fünf Uhr morgens zahlreiche Häuser durchsucht.
Die während der Hausdurchsuchung festgenommenen für die Zeitschrift Özgür Halk (Freies Volk) arbeitenden Mehdi Aslan, İdris Yüksel, Mustafa Sevim, die KünstlerInnen des MKM (Mesopotamisches Kulturzentrum) Seyda Perinçek, Metin Dölek, Berivan Baştaş, Mesut Doğan, Azad Tahiroğlu, Delil Karadeniz, Rıdvan Kaya, Zinar Boğa, Feyzullah Çakır, Ahmet Adıgüzel und eine weitere Person wurden zur Staatsanwaltschaft Mardin gebracht. Mit einem von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wurden die 14 Personen vor Gericht für „Betätigung für eine verbotene Organisation“ verurteilt und ins Mardin E-Typ-Gefängnis überstellt.

die kurdische Bevölkerung solidarisiert sich mit den Verhafteten
(http://media.de.indymedia.org/images/2009/12/269807.jpg)

ANF, 25.12.2009


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 27. Dez 2009, 20:21
Zitat
Hikûmeta herêmê kesê/a ku gendeliyê aşkere bike dê xelat bike
PUKmedia/2009-12-27/10:13:32

Hikûmeta herêma Kurdistanê di hewleke nû de ji bo nehîştina diyardeya gendeliyê (fesada îdarî), nemaze di warê hederdana samanê dewletê de, biryar da ji niha û pê de her kesek zanyariyekê li ser her cure gendeliyekê aşkere bike, xelat bike.
Ev biryar ji aliyê wezareta darayiyê ya hikûmeta herêma Kurdistanê ve hate dayîn û di biryarê de hate diyarkirin ku ji niha û pê de her kesek zanyariyekê li ser gendeliya darayî, îdarî, dizî û sextekirina nivîsên resmî aşkere bike, li gor qebare û şêwaza wê gendeliyê dê bi madî bê xelatkirin.

Li gor wê ragihandinê, kesê/a ku gendeliyê aşkere dike, navê wî/wê dê bê parastina û piştî komkirina zanyariyan lîjneyek dê bê pêkanîn û aliyê tometbar jî dê sewqî dadgehê bê kirin.

Aborînasên herêma Kurdistanê jî wê biryarê ji bo rûbrûbûn û nehîştina gendeliyê di damûdezgehên hikûmetê de bi biryareke girîng didin zanîn û radigihînin ku ew biryar dê bandorke erênî li saxlem birêveçûna karûbarê hikûmetê bike.
http://pukmedia.com/kurdi/index.php?option=com_content&task=view&id=13038&Itemid=1

Kurz und Knapp!
Die KRG sprichts ich gegend ie Korruption.
Jeder der was von Korruption weiß und es ans Licht bringt wird belohnt.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 28. Dez 2009, 11:42
(http://Barzanî: “Nabe Herêma Kurdistanê du hêzên pêşmerge hebin”27ê Çileya Pêşîn 2009/17:28Di civîneke hevbeş a navbera Fermandariya Leşkerî ya Kurdistanê û Fermandariya Giştî ya Hêzên Pêşmerge ya Kurdistanê de Barzanî wiha got: “Nabe Herêma Kurdistanê du hêzên pêşmerge hebin."Dengê Azad/HewlêrÎro li Selahadînê serokê Herêma Kurdistanê Mesûd Barzanî digel Fermandariya Leşkerî ya Kurdistanê û Fermandariya Giştî ya Hêzên Pêşmerge ya Kurdistanê civiya.Di civînê de serok Barzanî cext li ser wê yekê kir ku pêwîst e bi awayekî bilez herdu hêzên pêşmerge hevdu bigirin û got: “Ev civîn ji bo wê yekê nîne ku gelo hêzên pêşmerge dê yek bigirin yan na, belku ji bo wê yekê ye ku bi temamî yek bigirin.”Serok Barzanî diyar kir, nabe li Herêma Kurdistanê du hêzên pêşmerge yên hebin û got: “Digel hemû rêzim bo pêşmergeyên PDK û YNK’ê û qurbaniyên wan lê nabe Herêma Kurdistanê du hêzên pêşmerge hebin. Çimkî ev berevajiya karên me ye. Ez bi we serbilind û serfiraz im. Çimkî pêşmerge digel min pîroztirîn nav e û eger pêşmerge nebûya niha ev rewşa me nedibû. Wezîrê pêşmerge divê bibe wezîrê pêşmergeyên hemû Kurdistanê ne tenê yê YNK’ê.”Herdu fermandariyên pêşmerge jî biryara serok Barzanî wek biryareke dîrokî binav kirin û ji bo amadekariyên ji bo yekgirtinê jî biryara pêkanîna komîteyekê hate dayîn ku wezîrê pêşmerge dê serokatiya wê bike.Hêjayê gotinê ye, Fermandariya Leşkerî ya Kurdistanê ser bi Partiya Demokrat a Kurdistanê ye û Fermandariya Giştî ya Hêzên Pêşmerge ya Kurdistanê jî ser bi Yekîtiya Niştîmanî ya Kurdistanê ye.http://www.dengeazad.com/NewsDetailN.aspx?id=1484&LinkID=137)

Kurz und Knapp!
Barzanî will die Peshmerga vereinen.
Er sagte: Es geht nicht das die KRG 2 verschiedene Peshmerga hat.
Wie wir wissen gibt es die Peshmerga der PDK und die Peshmerga der YNK.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: PE Ulla Jelpke, MdB: Türkischer Staat provoziert Bürgerkrieg‏
Beitrag von: Peskevin am 29. Dez 2009, 12:35
Zitat
Liebe Freundinnen und Freunde,
 
Wir leiten hier eine Presseerklärung von Ulla Jelpke, Abgeordnete der Linken im Bundestag, zu den jüngsten Verhaftungen kurdischer Politiker in der Türkei weiter.
 
Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin
 
 
Pressemitteilung von Ulla Jelpke, 29.12.2009
 
Türkischer Staat provoziert Bürgerkrieg
 
„Der türkische Staat spielt mit dem Feuer. Offenbar wollen die türkische Regierung und das Militär lieber einen Bürgerkrieg provozieren anstatt eine demokratische Lösung der kurdischen Frage zu suchen“, erklärt die Abgeordnete der LINKEN., Ulla Jelpke, zu den seit Weihnachten andauernden Verhaftungen von Bürgermeistern und anderen Politikern der linken kurdischen Partei für Frieden und Demokratie BDP knapp zwei Wochen nach dem Verbot der Partei für eine demokratische Gesellschaft DTP. Ulla Jelpke weiter: „Wer der kurdischen Bevölkerung jede Möglichkeit einer demokratischen Partizipation verbaut und den Wählerwillen von Millionen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes in Fesseln legt, treibt die kurdische Jugend erst zur Guerilla in den Bergen. Wenn es jetzt zu einer erneuten Eskalation der Gewalt in der Türkei kommt, liegt die Verantwortung dafür auf Seiten des Nationalen Sicherheitsrates aus der politischen und militärischen Führung der Türkei, der am Montag grünes Licht für weitere Polizeioperationen gegen die BDP gab. Ich forderte die Bundesregierung auf, Stellung zum Vorgehen der türkische Justiz und Polizei gegen die kurdischen Demokraten zu beziehen und unverzüglich jegliche Rüstungslieferungen an die Türkei zu stoppen. Alles andere wäre weiteres Öl ins Feuer.“


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 30. Dez 2009, 17:02
Der Wahnsinn in der trk. Justiz geht munter weiter.
Das beweist: Dieser Wahnsinn hat Methode! Und verantwortlich sind nicht nur durchgeknallte Staatsanwälte und Richter, sondern, weil in diesem Staat wie bei faulendem Fisch der Gestank vom Kopf her beginnt, der Justizminister und sein Regierungschef, die nichts unternehmen, um diesen Wahnsin zu beenden!

Die heutige Ausgabe von "Turkish Daily News" berichtet, dass Ruken Türk, Ahmets Enkelin, von einem Gericht in Amed zu 9 Jahren und 7 Monaten Knast verurteilt wurde, weil sie gegen den staatlich organisierten Mord an ihrem Studienfreund Mahsum Karaoğlan, erschossen bei der Auflösung der Demo anlässlich Abdullah Öcalans 60. Geburstag nahe dessen Heimatort Amara, protestiert, sowie auf dem Gelände der Dicle-Uni an weiteren Protestaktionen gegen diesen Mord teilgenommen hatte. Letzteres wurde ihr als Behinderung des Rechtes der Allgemeinheit auf Erziehung ausgelegt.

Es ist zu erwarten, dass Ruken Türk alle möglichen Rechtsmittel gegen dieses Urteil nutzen wird und sicher in einigen Jahren ein Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erhalten wird, das die Republik Türkei zu einer saftigen Geldstrafe zugunsten bon Ruken Türk verdonnern wird. So ist das nun mal in einer rechtsstaatlichen Gesellschaft, und wenn die Republik Türkei dazugehören möchte, sollte sie nicht nur langsam anfangen, rechtsstaatliche Normen einzuführen, sondern auch jene Justizangehörigen für den Schaden haftbar machen, den ihre Urteile für den Staat, also für alle trk Steuerzahler verursachen. Wenns den berobten Herrschaften an den eigenen Geldbeutel geht, werden sie wohl eher zur Vernunft kommen, als wenn nur in den Medien argumentiert wird.

Wenigstens die abgedruckten Lesermeinungen zeigen, dass immer mehr türkische Menschen sich nicht mehr von ihrer Justiz für dumm verkaufen lassen wollen. Hier die Originalmeldung:  

Zitat
Ahmet Türk’s granddaughter sentenced to nearly 10 years
Wednesday, December 30, 2009 DİYARBAKIR - Anatolia News Agency

A local court has sentenced the granddaughter of Ahmet Türk, who was expelled from Parliament recently after his pro-Kurdish party was closed, to nearly 10 years in jail for attending protests at a university in Diyarbakır, Anatolia news agency reported Wednesday.

Ruken Türk, a first-year mathematics student in the southeastern province did not attend the trial at a local court in Diyarbakır. Rehşan Bataray, lawyer of Türk, demanded the court to acquit Türk.

The court, however, decided to sentence Türk to nine years and seven months in jail on charges of “committing a crime on behalf of a terror organization without being a member of it,” “preventing education within the scope of organized terror activities,” and “making propaganda for a terror organization.”

In the previous trial, Ruken Türk denied the allegations. “I was in sorrow due to losing my close friend Mahsum Karaoğlan, who died during the clashes in the Birecik district of Şanlıurfa on April 4. I did not prevent the right to receive an education and I did not make propaganda for any [terror] organization,” she said.

Türk was taken into custody as she attended a demonstration at the Dicle University protesting the killing of Mahsum Karaoğlan. Karaoğlan and Mustafa Dağ were killed during police clashes on April 4 when a group of 500 people attempted to go to Ömerli village in Şanlıurfa, the birthplace of Abdullah Öcalan who is the jailed leader of the outlawed Kurdistan Workers’ Party, or PKK. The march was intended to celebrate the Öcalan’s 60th birthday. As the police did not allow the crowd to enter the village, clashes arose causing the death Karaoğlan and Dağ as police opened fire on the crowd.





Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Sewq am 30. Dez 2009, 23:19
Gewiss wird der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte EGMR, der womöglich gegebenen Klage statt geben. Allerdings wird damit kein JUSTNESS proklamiert sein. Den materiellen Schadenersatz wird wie folgt vom Volk gebucht werden.

Der Sinn und Zweck dieser Insatanz hat in einem rechtssaatslosen Staat kein einfluss......Leider!!!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 01. Jan 2010, 17:49
Kizil Ramazan, Gründer und Vorstandsvorsitzender des bekanntesten kurdischen Fußballvereins  in Schweden, "Dalkurd" (Borlänge), wurde wegen einer während eines Türkei-Besuchs auf Kurdisch gehaltenen Ansprache, in der er seine Solidarität mit den Verhafteten aus der aufgelösten DTP am 24.12. angklagt und am 31.12. zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Da wurde "kurzer Prozess" gemacht.

Der offizielle Urteilsgrund war natürlich "Terrorpropaganda", aber das ist für Kurdmania-LeserInnen ja nichts Neues mehr. Nach der trk. Justizlogik sind alle, die für DTP oder BDP eintreten, "Terrorpropagandisten".

Wäre interessant zu erfahren, wieviel Zeit "Kurdmania"-Radakteure absitzen müssen. Aber da ich kein Kurde oder Türke bin, dürfte ich wohl mit einer sofortigen Ausweisung davonkommen. Darum habe ich mir auch die Freiheit genommen, die Petition zur Solidarität mit den verhafteten DTP/BDP-Mandatsträgern mit vollem Namen zu unterzeichnen.

Hier der Link für alle, die sich da einreihen möchten: http://www.gopetition.com/online/33128.html


3 EmpfängerInnen meiner Neujahrsgrüße sind auch mit vollem Namen unter den bis jetzt 63 Erstunterzeichnern dieser Petition.
Es schadet sicher nichts, wenn sich noch weitere dazugesellen  :)

Und hier der Originalartikel zur Verurteilung von Kizil Ramazan:
Zitat
Swede hit with 10 month jail sentence in Turkey
Published: 1 Jan 10 13:30 CET

A Swedish citizen was sentenced to 10 month’s prison by a Turkish court on New Year’s Eve on charges of spreading Kurdish propaganda on behalf of a prohibited political party.

Ramazan Kizil was tried by a Turkish court on Christmas Eve for spreading propaganda in Kurdish on behalf of a prohibited political party at a political rally in Turkey.

The court found Kizil guilty and sentenced to 10 month’s prison in ruling issued on New Year’s Eve. Kizil, who returned to Sweden after last week's court proceedings, will be arrested if he enters Turkey again, news agency TT reports.

“I have lived in Sweden for 20 years, and I have been punished for travelling to Turkey and speaking my own language and airing my opinions. It is completely unacceptable,” Kizil told news agency TT.

Kizil is one of the founders and current chair of the Dalkurd football club in Borlänge in central Sweden. On Christmas Eve he was tried in a Turkish court, accused of agitating, in Kurdish, for the pro-Kurdish People's Democracy Party (DTP).

weiterlesen: http://www.thelocal.se/24156/20100101/



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 02. Jan 2010, 05:19
Aus einem „beschämenden Foto“ wurde ein Plakat

(http://img683.imageshack.us/img683/8774/66573829afisamed.jpg)
Gestern Halabja, heute Handschellen!

AMED – Die Fotografie, die 25 kurdische PolitikerInnen in Handschellen während ihrer Festnahme zeigt und in der Türkei große Empörung hervorgerufen hatte, wurde vergrößert und mit dem Schriftzug „mein Wille ist unantastbar“ versehen, am Rathaus des Bezirks Kayapınar in Amed aufgehängt.

Im Zuge der Repression gegen die BDP (Partei für Frieden und Demokratie) wurden Dutzende kurdische PolitikerInnen, unter ihnen auch Bürgermeister des Bezirks Sur, Abdullah Demirbaş, Bürgermeister von Kayapınar, Zülküf Karatekin, Bürgermeister von Sêrt, Selim Sadak, Bürgermeister von Elih, Nejdet Atalay und 6 weiter BürngermeisterInnen verhaftet. Auf ihrem Weg zum Gericht waren ihnen Handschellen angelegt worden, was Empörung und Proteste hervorrief. Versehen mit dem Schriftzug „mein Wille ist unantastbar“ wurden eine Fotografie, die die Verhafteten mit Handschellen zeigt, nun vom Rathaus des Bezirks Kayapınar in Amed aufgehängt.
Noch immer dauern Besuche, aus Gründen der Solidarität mit den Gefangenen in den Rathäusern an. BDP-Abgeordnete aus Amed, Selahattin Demirtaş, Gültan Kışanak, Bürgermeister von Amed, Osman Baydemir, Vorsitzende der Landkreisverwaltungen sowie Mitglieder der Friedensgruppen aus Kandil und dem Flüchtlingscamp Maxmur besuchten die Gemeindeverwaltungen in Sur und Kayapınar.

Während des Besuchs äußerte der Abgeordnete Selahattin Demirtaş, er würde die schmutzige Politik der AKP beobachten. „Es ist offensichtlich was die AKP händeringend versucht. Den Willen des Volkes zu brechen und sie ihrer politischen Führung zu berauben. Wir wussten, dass wir nicht in einer Demokratie leben, aber mit den Festnahmen unsere FreundInnen ist dies nun noch klarer geworden. Ihr eigentliches Ziel ist es kein Rechtliches, sondern ein Politisches. Das ist mit der Verbreitung der Fotografie unserer FreundInnen in Handschellen offenkundig geworden …“

Quelle: ANF, 30.12.2009, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 04. Jan 2010, 13:26
Fünfstündige Sitzblockade der DÖKH gegen Repression

Gegen die anhaltende Repressionswelle, die sich gegen die Partei für Frieden und Demokratie, BDP richtet, führen Frauen der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) morgen eine fünfstündige Sitzblockade durch. Morgen um 11 Uhr beginnen sie mit der Blockade auf dem Taksimplatz in Istanbul. Hülya Ipek, Mitglied der DÖKH, informierte über die Protestaktion, die sich gegen die Repression und die Verhaftungen der Personen, die von der Bevölkerung gewählt worden sind, richtet. Sie rufen alle Frauen zur Teilnahme an der Aktion auf.

Quelle: DIHA, 2.1.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 05. Jan 2010, 22:51
Zitat
Sitzprotest der Demokratischen Freien Frauenbewegung

Istanbul – Die Aktivist_innen der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) begannen einen Sitzprotest gegen die zahlreichen Festnahmen von Kurdischen Politiker_innen auf dem Taksimplatz in Istanbul mit einer Presseerklärung. Unter den Teilnehmer_innen befand sich auch die Bezirksbürgermeisterin der BDP. Im Anschluss sprachen Vertreter_innen anderer Organisationen, die diese Aktion unterstützten. Trotz Kälte und Regen hielt die Akademikerin Ayse Berktay eine Rede und sprach dem Kampf der kurdischen Frauen ihre Unterstützung aus. Berktay sagte „Weil ich weiß, dass unser Dasein keine andere Bedeutung hat als eurer, bin ich hier. Ich bin hier, um gegen das Verstummen der Stimmen der kurdischen Politiker_innen, der gewählten Bürgermeister_innen zu protestieren.“ Im Anschluss betonten die Aktivist_innen Ekin Bodur von der SDP, Akife Aktas, Sprecherin der Istanbuler KESK und Yasemin Öz von Amargi ebenfalls ihre Unterstützung für den Kampf der kurdischen Frauen. Die Unterdrückung, die die gewählten kurdischen Politiker_innen widerfährt, kann morgen jede_n treffen. Die Demokratischen Kräfte wurden zum Handeln aufgerufen.
 
Sprecherin des Frauenrates geschlagen
Im Anschluss an die Reden wurden Parolen gerufen wie "Frauen wollen keinen Krieg – Sie wollen Frieden", "Es lebe die Einheit der Frauen" und „Hoch lebe Abdullah Öcalan“, „Die Repression wird uns nicht in die Knie zwingen“ und „Nicht die Parteien sollen zum Schweigen gebracht werden, sondern die Waffen“. Aufgrund des starken Regens wurde die Aktion eine Stunde früher beendet. Als die Aktion dem Ende zuging, verließ eine Gruppe Frauen gemeinsam mit der Sprecherin des Bezirks des BDP-Frauenrates Beritan Dogan den Taksimplatz. Zivilpolizisten zogen sie unter Schlägen aus der Gruppe und nahmen sie fest. Ohne den Grund ihrer Festnahme zu erfahren, wurde Dogan in die Antiterrorabteilung der Sicherheitskräfte gebracht. Beritan Dogan wurde noch in der gleichen Nacht wieder freigelassen.
 
Quelle: DIHA, 3.1.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Miran44 am 07. Jan 2010, 16:10
Fünfstündige Sitzblockade der DÖKH gegen Repression

Gegen die anhaltende Repressionswelle, die sich gegen die Partei für Frieden und Demokratie, BDP richtet, führen Frauen der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) morgen eine fünfstündige Sitzblockade durch. Morgen um 11 Uhr beginnen sie mit der Blockade auf dem Taksimplatz in Istanbul. Hülya Ipek, Mitglied der DÖKH, informierte über die Protestaktion, die sich gegen die Repression und die Verhaftungen der Personen, die von der Bevölkerung gewählt worden sind, richtet. Sie rufen alle Frauen zur Teilnahme an der Aktion auf.

Quelle: DIHA, 2.1.2010, ISKU

Sorry Bira, aber glaubt ihr wirklich das es einen Diktaotor stört wenn seine Sklaven da sitzen?


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 07. Jan 2010, 16:25

Sorry Bira, aber glaubt ihr wirklich das es einen Diktaotor stört wenn seine Sklaven da sitzen?

Habe ich das gesagt? Es ist halt eine Nachricht. Es stört den Diktatur natürlich auch nicht wenn man daheim rumsitzt.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 07. Jan 2010, 20:46
@ almanci, miran44 und alle, die sich sonst noch angesprochen fühlen sollten:

O ja, meine Lieben. Wenn die Frauen und Mütter auf einem zentralen Platz in Istanbul oder Ankara eine Mahnwache veranstalten, dann stört das die herrschenden Kräfte und ihre Lakaien in den Ministerien schon. Mitunter sogar sehr. Denn deren EGO schreit danach, geliebt zu werden, als die "liebenden Väter der Nation".

Besonders deutlich wurde dies gegen Ende des früheren Staates "DDR", als viele derer, die dies jetzt lesen, noch nicht geboren waren oder noch im Kindergarten. In der ersten wirklich live im Staatsfernsehen übertragenen Parlamentsdebatte dieses gewesenen Staates, wo auch unzensiert Kritik an der Regierung geäußert werden konnte, wovon viele Abgeordnete Gebrauch machen, ging schließlich der bis dahin als allmächtig angesehene Minister für Staatssicherheit ans Rednerpult, Herr Erich Mielke. Zu Ende seiner emotionalen Rede sagte er: "ich liebe euch doch, ich liebe euch doch alle!" Und er erntete tosendes Gelächter. Ich habe diese live-Übertragung gesehen, wie gleich mir Millionen Deutsche in Ost und West. Wer einen Mittschnitt in einer Videothek ausleihen kann, vielleicht inzwischen auch bei Youtube, sollte sich das ansehen.

In der trk. Szene sieht das nicht viel anders aus. Ilker Başbuğ hätte durchaus mit Erich Mielke die Plätze tauschen können. Auch sein Bernhardinerblick drückt aus, wie sehr er geliebt sein möchte, weil er es doch wie ein guter Vater vor allen bösen Einflüssen schützen möchte. Auch die geliebten "Bergrürken", welche doch bitte seine Liebe erwidern und sich zu braven Normaltürken assimilieren möchten.

Und wenn solche Liebe eben nicht erwidert wird, greift der liebe gute Vater schon mal zur Rute, also zum Kampfhubschrauber oder zumindest zum Wasserwerfer, und lässt auch mal mit dem Gewehrkolben auf Kinderköpfe schlagen, wenn die ach so geliebten Kleinen mit Steinen auf die Panzerplatten werfen.  

Dummerweise war da mal wieder jemand mit einem Foto- bzw. Videohandy in der Nähe, und die "Züchtigung aus lauter Liebe" wurde in der nationalen wie internationalen Presse gezeigt, so dass die Weste der väterlichen Liebe befleckt wurde.

Und nun setzen sich Frauen auf den Taksimplatz in Stembôl, nicht mit der AK-47 in den Händen, sondern mit Fotos ihrer erschlagenen Ehegatten und Kinder. Die Kameraverschlüsse klicken, Videoaufnahmen werden gemacht, die Frauen sitzen halt da, halten ihre Fotos der Weltpresse entgegen.

"Gegen Demokraten helfen nur Soldaten", schrieb vor 160 Jahren Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV einem Fürstenkollegen. Doch beide hatten nicht die Absicht, Mitglied der EU zu werden und mussten auch nicht gegen laufende Videokameras regieren.
Darum hier noch einmal zur Gedächtnisauffrischung was von Erich Kästner:

Fantasie von Übermorgen

Und als der nächste Krieg begann,
da sagten die Frauen: Nein!
und schlossen Bruder, Sohn und Mann
fest in der Wohnung ein.

Dann zogen sie, in jedem Land,
wohl vor des Hauptmanns Haus
und hielten Stöcke in der Hand
und holten die Kerls heraus.

Sie legten jeden übers Knie,
der diesen Krieg befahl:
die Herren der Bank und Industrie,
den Minister und General.

Da brach so mancher Stock entzwei.
Und manches Großmaul schwieg.
In allen Ländern gab's Geschrei,
und nirgends gab es Krieg.

Die Frauen gingen dann wieder nach Haus,
zum Bruder und Sohn und Mann,
und sagten ihnen, der Krieg sei aus!
Die Männer starrten zum Fenster hinaus
und sahen die Frauen nicht an....

Das passt durchaus auch auf die Situation, wo der Krieg im eigenen Lande herrscht. Die Liebe aller Völkerschaften in einem Lande zu dessen Regierung lässt sich nicht diktieren, nie mehr und nirgends. Das müssen gerade die Frauen allen Regierenden immer wieder klar machen, zur Not auch drastisch!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 11. Jan 2010, 21:44
Zitat
Proteste gegen die anhaltende Repression in der Türkei und Nordkurdistan gehen weiter

Um gegen die Repression gegen die linke kurdische BDP zu protestieren, kam es auch in den letzten Tagen zu Aktionen, an denen Tausende teilnahmen. Während es in den kurdischen Provinzen wieder zu Festnahmen und Angriffen auf Demonstrierende kam, demonstrierten auch in Istanbul Tausende für ein Ende der Angriffe auf kurdische Politiker_innen.

Am 10.01. demonstrierten in Istanbul fünftausend Menschen unter Parolen wie „Der Iran hängt auf, die Türkei mordet und alle schweigen“, oder „Handschellen können unseren Willen nicht einsperren.“ Es wurden Fotos von dem durch eine Granate getöteten Kind Ceylan Onköl und dem in Diyarbakır von der Polizei erschossenen Studenten Aydın Erdem gezeigt. Auch wurden Fahnen der PKK und Bilder von Abdullah Öcalan getragen.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende der BDP, Berat Anlı, sagte auf der Demonstration: „Die AKP-Regierung will keine freien und widerständigen KurdInnen, sie wollen versklavte oder tote KurdInnen. Der Wille der Bevölkerung wurde in Handschellen gesteckt, die kollaborierenden Medien verbreiteten dieses beschämende Bild … Die Geduld der KurdInnen ist am Ende.“ Die Demonstration fand unter massiver Polizeipräsenz statt

In Sancaktepe fand ebenfalls eine Demonstration gegen die Repression statt, an der etwa tausend Menschen teilnahmen, in Zeytinburnu gab es eine Demonstration mit zweitausend Personen.

Der BDP-Abgeordnete aus Şırnak, Hasip Kaplan, erklärte auf der Demonstration: „In der sogenannten KCK-Operation wurden unsere Freund_innen ohne jegliche juristische Grundlage verhaftet. Ich betone hier, wenn unsere Freund_innen eine Straftat begangen haben sollen, dann haben wir diese auch begangen. Wenn sie bei der KCK sind, dann sind wir das auch.“ Die Demonstrant_innen antworten mit Rufen: „Wir sind auch KCK.“

Am 7.01. war es in Istanbul nach einem Polizeiangriff auf eine Protestdemonstration gegen die Verhaftungen zu Straßenschlachten im Gülsöy-Stadtviertel gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Aktivist_innen antworteten mit Steinen und Molotowcocktails.

 

HAKKARI

In Hakkari kam es heute erneut zu Auseinandersetzungen, nachdem die Polizei eine Protestdemonstration gegen die Gewalt an Schulen und die Repression gegen die BDP mit Wasserwerfern, Tränengas und Plastikpatronen angriff. Die Demonstrant_innen erwiderten die Angriffe der Polizei mit Steinen und errichteten brennende Barrikaden im Bağlar-Stadtviertel. Dort kommt es seit drei Tagen zu Auseinandersetzungen. Sie riefen Parolen für die PKK.

 

YÜKSEKOVA

In Yüksekova in der Provinz Hakkari versammelten sich am 09.01. Mitglieder der Jugendorganisation YDGM zu einer Pressekonferenz bei der kritisiert wurde, dass viele bei Hausdurchsuchungen festgenommene Jugendliche misshandelt wurden und erpresst werden sollten, für die Polizei zu arbeiten. Das Mitglied der YDG Yıldırım Buldan erklärte, das in Yüksekova die Übergriffe und Erpressungen zu einer großen Anspannung in der Bevölkerung führen. Er betonte, dass die Mitglieder der YDG keine Sicherheit haben, nicht umgebracht zu werden und dass für die Übergriffe und die kommenden Auseinandersetzungen die Sicherheitskräfte verantwortlich seien.

 

KARS

Bei einer Kundgebung am 10.01. gegen die Repression wurden dreizehn Personen, die Parolen gerufen hatten festgenommen.

 

ERZINCAN

Auch hier griff die Polizei eine Kundgebung des Jugendvereins von Erzincan gegen die rassistischen Lynchangriffe auf Kurd_innen an, noch bevor sie begann. 20 Personen wurden festgenommen. Andererseits wurde eine Gruppe von Zivilfaschisten von der Polizei vor Beginn zum Kundgebungsort gebracht, wo sie die Aktivist_innen bedrohten.

 

Video zu Hakkari: http://www.hakkarihabertv.com//haber/mahalle_yolunu_yeniden_trafige_kapatti.asp

 

Quelle: Hakkarihabertv, Yüksekovahaber, ANF, DIHA, 10.01.2010, ISKU

 

Aufstand gegen Gewalt durch Lehrkräfte
 

Hakkari - Nachdem der Bürgermeister der linken prokurdischen BDP die von der Stadtverwaltung neu eingerichtete Kanalisation begutachtet hatte, kam es zu Sympathiekundgebungen der Schüler_innen der Grundschule. Daraufhin wurden einige Schüler_innen von mehreren Helfern des Direktors und Lehrer_innen, welche die Schüler_innen zurück in den Unterricht zwingen wollten, mit Schlägen misshandelt.

Eine Schülerin, die zuvor Parolen gerufen hatte und erst mit dem Klingeln der Glocke zum Unterricht kam, wurde mit Linealschlägen auf die Hände misshandelt.

Daraufhin warfen die Schüler_innen die Scheiben eines Heims neben der Schule und die Scheiben der Schule ein. Es wurden Aufstandsbekämpfungseinheiten hinzugezogen, welche die Grundschüler_innen mit Tränengas und Panzerfahrzeugen angriffen. Die Schüler_innen schlugen mit Steinen zurück. Viele Bewohner_innen des Stadtviertels wurden durch das massiv verwendete Tränengas beeinträchtigt.

Der Unterricht an der Schule wurde zunächst eingestellt. Der Bürgermeister strengt eine Untersuchung der Gewalt durch Lehrkräfte und Schulangestelle an und verurteilte die angewendete Gewalt scharf.

Der Vorsitzende der linken Lehrergewerkschaft Eğitim-Sen von Hakkari, Ismail Ata, äußerte zu den Vorfällen: „Weil der Bürgermeister einer Stadt bei einem Besuch einer Schule von den Kindern bejubelt wurde, werden diese brutal zusammengeschlagen. An dieser Schule gab es schon vorher große Repression gegen unsere Gewerkschaft. Wegen dieser Schule kommen andauernd Beschwerden an uns. Deswegen werden wir als Gewerkschaft diesen Ereignissen nicht den Rücken zuwenden.“

Die Proteste der Schüler_innen dauerten die letzten beiden Tage an und vermischten sich mit den Aktionen gegen die Verhaftung mehrerer BDP-Bürgermeister_innen.

Die Straßenschlachten gingen auch am 10.01. weiter.


Quelle: Hakkarihabertv, Yüksekovahaber, ANF, DIHA, 10.01.2010, ISKU

 

Aktivist nach schwerem Polizeiübergriff acht Mal im Krankenhaus

Der bei den Protesten gegen die Verschlechterung der Haftbedingungen von Abdullah Öcalan und gegen das DTP-Verbot am 14.12.09 in Yüksekova von Dutzenden Polizisten schwer misshandelte Musa Ayhan, befindet sich wieder in Untersuchungshaft. Er musste aus dem Gefängnis acht Mal zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Bruder betonte, dass sich seine Familie in Angst um sein Leben befinde. Das Verfahren, dass vom Gouverneur gegen die auf Video festgehaltenen misshandelnden Polizisten eingeleitet wurde, soll konsequenzlos eingestellt werden.

Auch die Anwälte der Anwaltskammer von Hakkari, die sich mit dem Polizeidirektor von Yüksekova zu diesem Fall treffen wollten, wurden von Polizisten beleidigt, bedroht und dann rausgeschmissen.

 

Quelle: Yüksekova Haber, 08.01.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: agit am 12. Jan 2010, 09:05
Hakkari - Nachdem der Bürgermeister der linken prokurdischen BDP die von der Stadtverwaltung neu eingerichtete Kanalisation begutachtet hatte, kam es zu Sympathiekundgebungen der Schüler_innen der Grundschule. Daraufhin wurden einige Schüler_innen von mehreren Helfern des Direktors und Lehrer_innen, welche die Schüler_innen zurück in den Unterricht zwingen wollten, mit Schlägen misshandelt.

Eine Schülerin, die zuvor Parolen gerufen hatte und erst mit dem Klingeln der Glocke zum Unterricht kam, wurde mit Linealschlägen auf die Hände misshandelt.

Daraufhin warfen die Schüler_innen die Scheiben eines Heims neben der Schule und die Scheiben der Schule ein. Es wurden Aufstandsbekämpfungseinheiten hinzugezogen, welche die Grundschüler_innen mit Tränengas und Panzerfahrzeugen angriffen. Die Schüler_innen schlugen mit Steinen zurück. Viele Bewohner_innen des Stadtviertels wurden durch das massiv verwendete Tränengas beeinträchtigt.

Der Unterricht an der Schule wurde zunächst eingestellt. Der Bürgermeister strengt eine Untersuchung der Gewalt durch Lehrkräfte und Schulangestelle an und verurteilte die angewendete Gewalt scharf.

Der Vorsitzende der linken Lehrergewerkschaft Eğitim-Sen von Hakkari, Ismail Ata, äußerte zu den Vorfällen: „Weil der Bürgermeister einer Stadt bei einem Besuch einer Schule von den Kindern bejubelt wurde, werden diese brutal zusammengeschlagen. An dieser Schule gab es schon vorher große Repression gegen unsere Gewerkschaft. Wegen dieser Schule kommen andauernd Beschwerden an uns. Deswegen werden wir als Gewerkschaft diesen Ereignissen nicht den Rücken zuwenden.“

Die Proteste der Schüler_innen dauerten die letzten beiden Tage an und vermischten sich mit den Aktionen gegen die Verhaftung mehrerer BDP-Bürgermeister_innen.

Die Straßenschlachten gingen auch am 10.01. weiter.



wie unmenschlich ist bitteschön sowas ? Schlachten mit kleinen Kindern , da fehlen einem die Worte und die Welt schweigt wieder ! Ich frag mich echt , in was für einer Welt wir Leben , dass ein staat sowas unbeachtet tun kann ?  Wo ist Gott bei solchen Grausamkeiten ?


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 12. Jan 2010, 11:07
@"agit"::

"Die Welt", das sind auch wir! Und wir schweigen nicht!

Ich denke, die Veranstaltungen in dieser Woche zum Verbot der DTP und zu den Inhaftierungen ihrer Mandatsträger, die ja heute durchaus unfreiwillig ihre Tätigkeit im Rahmen der "Partei für Frieden und Demokratie" ausüben müssen, werden überall, wo sie auf ihrer Reise an Veranstaltungen teilnehmen, sich mit den örtlichen und regionalen Medien treffen, genau diese Thematik ansprechen. Und  z.B. auf "Facebook" wird darüber -  unter meinen gut 100 Freunden dort -  ebenfalls intensiv darüber debattiert. Ich habe mich dort mehrmals an Diskussionen beteiligt.

Mein Freund  "Dogan Piroglu" arbeitet intensiv für die Petitionsaktion "Free Kurdish Mayors, DTP and BDP members from Turkish Prisons" ("Befreit kurdische Bürgermeister, DTP- und BDP-Mitglieder aus türkischen Gefängnissen" http://www.gopetition.com/online/33128.html ) und postet regelmäßig neue Infos an die "Pinnwand" dieser Initiative, der sich bis jetzt 2276 Personen angeschlossen haben, darunter 15 aus meiner Freundesliste (zumeist die, welche auch auf English schreiben) und die dazugehörige Petition wurde bis heute früh von 1011 Leuten unterzeichnet.

Damit ist Dogan durchaus unzufrieden, weil nicht alle, die sich als Sympathisanten seiner Initiative eingetragen hatten, auch die Petition unterschrieben. Ich stehe übrigens als 10. auf der Petitionsliste, habe zuerst die Petition unterzeichnet und bin danach der Gruppe beigetreten, kaum eine Stunde nach Beginn der Aktion. "Peskevin" kam einige Stunden später dazu, und dazwischen noch mehrere Leute, denen ich den Link mit meinen Neujahrsgrüßen geschickt hatte.

Es ist nun einmal so, dass sich viele, besonders auch viele Kurden, selbst dann nicht trauen solch eine Aktion mit ihrem Namen zu zeichnen, selbst wenn sie keine Gefahr für sich befürchten müssten. Solche wenig oder gar nicht begründeten Ängste sind es aber, die "die Welt" schweigen lassen. Erst wenn die Kurden selbst diese Angst überwunden haben, können sie "die Welt" wirksam auf sich aufmerksam machen.

Würde irgendjemand auf der Welt heute Leyla Zana kennen, wenn sie aus Angst über ihr Schicksal geschwiegen hätte? Und sie hatte Grund, ängstlich zu sein, durchgehend bis heute.

Die BDP-Abgeorneten Sebahat Tuncel, Özdal Ücar und Sirri Sakik "touren" diese Woche durch Norddeutschland, heute in Kiel. Ich werde wohl am Freitag an der Veranstaltung in Hannover teilnehmen, wo auch eine Reihe von sehr aktiven Leuten aus dem Kreis von KM ihre Teilnahme zugesagt haben, auch "Radio Flora" aus Hannover wird dabei sein, und die FeundInnen vom "Kurdischen Volkshaus" in Hannover powern seit rund 4 Wochen dafür, dass diese Veranstaltung erfolgreich und für die wie in den lokalen Medien "sichtbar" wird.

Es gilt eben auch hier der berühmte Satz des Dichters Erich Kästner:


Es gibt nichts Gutes.
Außer:  man tut es!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 12. Jan 2010, 23:41
Zitat
125 Festnahmen in den letzten 48 Stunden – 13 davon Jugendliche
 
HABER MERKEZİ – Die Repression gegen Kurd_innen setzt der türkische Staat unvermindert fort. Allein in den letzten 48 Stunden wurden bei in neun Städten durchgeführten Hausdurchsuchungen 125 Personen festgenommen.
 
CİZRE: 39 Festnahmen
Die Polizei führte hier eine große Zahl von Wohnungsrazzien durch. U.a. vermummte Spezialeinheiten verwüsteten Wohnungen und misshandelten Festgenommene. Die jüngsten der 39 Festgenommenen sind 15 Jahre alt. Sie befinden sich zurzeit auf der Polizeidirektion in Cizre. Über die Beschuldigungen liegen noch keine Informationen vor.
 
BİTLİS: 11 BDP Mitglieder festgenommen
Heute früh um sechs Uhr wurden in Bitlis bei 10 BDP-Mitgliedern und in Tatvan bei einem Hausdurchsuchungen durchgeführt. Ihnen wird Mitgliedschaft in der KCK, das Rufen verbotener Parolen und das Rekrutieren neuer Mitglieder für die KCK vorgeworfen. Sie befinden sich zurzeit in der Antiterrorabteilung der Polizei von Bitlis und werden verhört.
 
YÜKSEKOVA: 3 Festnahmen
In Yüksekova in der Provinz Hakkari wurden bei gleichzeitig in mehreren Stadtvierteln durchgeführten Hausdurchsuchungen 3 Personen wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation festgenommen.
 
VAN: 38 Student_innen festgenommen – Razzien in Hörsälen
Antiterroreinheiten führten am 11. Januar an mindestens 10 Wohnsitzen von Student_innen gleichzeitig Razzien durch. Bei den Durchsuchungen wurden Bücher und CDs beschlagnahmt. Unter den Festgenommenen befinden sich die Vorsitzenden des Studierendenverbandes YÖDER. Ihnen wird Mitgliedschaft in und Aktionen für eine verbotene Organisation vorgeworfen.
Zuvor hatten Studierende der Yüzüncü Yıl Üniversitesi (YYÜ) einen eintägigen Proteststreik durchgeführt, um gegen den Versuch der Sicherheitskräfte zu protestieren einzelne Student_innen dazu zu zwingen als Spitzel zu arbeiten. Ein Sprecher der Studierenden erklärte auf der Kundgebung: „Nach unserer Boykottaktion wurden Razzien in den Hörsälen durchgeführt. Sie wurden zwangsweise mit folgenden Fragen verhört: ‚Waren sie im Dezember im Unterricht? Wenn sie nicht dort waren, warum? Sind sie mit dem Ziel zu boykottieren nicht gekommen? Warum haben sie boykottiert? Hat sie jemand behindert am Kurs teilzunehmen, wurden sie bedroht? Wenn sie bedroht oder behindert wurden, schreiben sie die Namen der Personen auf.’“
Die Studierenden erklärten, dass sie sich nicht einschüchtern lassen würden und sich nicht vom Dekan oder den Lehrkräften zu Agenten machen lassen würden.
 
NİZİP: 10 Festnahmen
Am 10. Januar führten Polizisten in Nizip bei Antep Hausdurchsuchungen durch und errichteten Kontrollpunkte am Eingang von Schulen. Im Rahmen diese Operationen wurden mindestens 10 Personen festgenommen. Ihnen wird u.a. vorgeworfen, an der Eröffnung des BDP-Büros teilgenommen und illegale Parolen gerufen zu haben.
 
ADANA: 8 Festnahmen, davon 6 Verhaftungen
Bei einer Demonstration gegen die aktuelle Repressionswelle am 10.01. wurden 6 Personen festgenommen. Diese wurden dem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Andererseits wurden am 12.01. 2 weitere Personen im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen. 3 der inhaftierten sind Jugendliche.
 
İZMİR: 5 Jugendliche festgenommen
Am 10.01. wurden bei Hausdurchsuchungen 5 Jugendliche zwischen 14 und 17 festgenommen. Ihnen werden „Sachbeschädigung“ und Steinwürfe auf die Polizei zur Last gelegt.
 
BAŞKALE: 2 Festnahmen
Am 10.01. wurden auch in Başkale zwei Personen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, aus Protest gegen das DTP-Verbot Steine geworfen zu haben.
 
MERSİN: 8 Festnahmen, 3 Verhaftungen
Am 9.01. führte die Polizei mehrere Hausdurchsuchungen durch und nahm 6 Personen, darunter 3 Jugendliche fest. Andererseits wurden zwei ehem. DTP Mitglieder und eine unbekannte Person verhaftet und ins E-Typ Gefängnis von Mersin gebracht.
 
HAKKARI: Dorfrazzia
Nachdem eine Bücherei im Dorf Serindere in der Provinz Hakkari mit dem Namen des bei der Geburtstagsdemonstration für Abdullah Öcalan 2008 von Sicherheitskräften erschossenen Studenten Mahsun Karaoğlan eröffnet worden war, durchsuchte die militärische Jandarma das ganze Dorf. Die Durchsuchung dauert zur Stunde noch an und die Bevölkerung wird weiter verhört.
 
MARDIN: Zeitungsangestellter festgenommen
In Mardin wurde ein Verteiler der kurdischen Zeitung Azadiya Welat von Antiterroreinheiten festgenommen. Die Polizeieinheiten verwüsteten seine Wohnung und beschlagnahmten alle Bücher. Der Grund der Festnahme ist noch nicht bekannt.
 
Quellen: ANF, DIHA, 12.01.2010, ISKU
 
 
 
Ungeklärter Tod einer Gefangenen in Urmiye
 
URMİYE – Die kurdische Gefangene Zara Caferi im ostkurdischen Gefängnis in Urmiye hat auf bisher ungeklärte Weise ihr Leben verloren.
Laut der Meldungen ist Zara Caferi, die vor 5 Monaten verhaftet wurde, in ihrer Einzelzelle auf ungeklärte Weise gestorben. Es gibt keine offizielle Erklärung der iranischen Verantwortlichen zum Tod der Gefangenen. Caferi wurde mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft bei einer politischen kurdischen Partei verhaftet.
 
Das iranische Regime hat in der letzten Zeit den Druck auf kurdische und oppositionelle Gefangene erhöht. Seit Dezember wurden in den Gefängnissen mindestens 2 kurdische, politische Gefangene hingerichtet und viele in Isolationshaft verlegt.
 
Momentan sollen 17 kurdische, politische Gefangene akut von Hinrichtung bedroht sein.
 
Quelle: ANF, 11.01.2010, ISKU
 
 
 
 
Frauen von Izmir gründen Bündnis gegen Gewalt
 
İZMİR – Organisierte und unabhängige Frauen aus Izmir haben ihre Stimmen gegen die Gewalt gegenüber Frauen vereint. Bei einer Feierlichkeit wurde gestern Abend die Gründungserklärung der „Izmir Frauenkoordination gegen Gewalt“ veröffentlicht.
 
Die Frauen von Izmir haben nach einer Pressekonferenz anlässlich der verbalen Belästigung einer Frau durch die Polizei beschlossen, ihre Kräfte zu vereinen und am 13. September 2009 die Prinzipien eines solches Zusammenschlusses festgelegt. Gestern Abend um 18.oo Uhr wurde nun die Gründungserklärung veröffentlicht. Die Veranstaltung begann mit einer Diashow, die Bilder von Aktionen der Frauenorganisationen zeigten. Im Anschluss wurde die Gründungserklärung verlesen.
 
„Die männliche Gewalt gegen Frauen, lesbische/schwule/ bi-/trans- und intersexuelle Menschen, Kinder und manchmal auch gegen Männer macht jeden Ort dieser Welt zu einer Hölle. Immer noch werden wir Zuhause, auf der Straße, in der Schule, auf den Plätzen der Stadt, im Parlament und allen anderen gesellschaftlichen Organisationen von Sexismus und Gewalt unterdrückt. Izmir, das von der Gesellschaft als ‚moderne’ und ‚europäische’ Stadt bezeichnet wird, nimmt bezüglich dieser Gewalt meistens eine ‚Hauptrolle’ ein.“
 
In der Deklaration ist eine Statistik von 2009 über Gewalt enthalten. „Die Zahlen zeigen den Irrtum derer, die glauben, dass die Gewalt in der türkischen Mittelmeerregion unter dem Durchschnitt der Türkei liegt. Denn laut der gleichen Daten, wurden 12 Prozent der tödlichen Gewaltdelikte, 10 Prozent der Belästigungen/Vergewaltigungen und 19 Prozent der Körperverletzungen in der Mittelmeerregion verübt. Innerhalb dieser Region fanden fast alle Gewalttaten in oder nahe von Izmir Stadt oder in den Landkreisen Izmirs statt.
 
Das Ziel der Deklaration wurde wie folgt benannt: „Die Koordination soll nicht die momentane oder zukünftige Arbeit der anderen Organisationen übernehmen, sondern einen Zusatz bilden. Geplant für die Arbeit der Koordination ist eine Karte der Gewalt von Izmir anzufertigen, Daten zu sammeln, statistische Erhebungen durchzuführen, mit Arbeiterinnen in Bereichen, in denen sie einen Mangel wahrnehmen, weiterbildende Maßnahmen durchzuführen, den Informationsfluss der Organisationen und Menschen zu gewährleisten und die Möglichkeiten dessen zusammenzuführen. Gleichzeitig ist unser Ziel, dass auf gesellschaftliche Organisationen organisierten Druck aufgebaut und die gesetzlichen Änderungen überwacht werden. Es ist fundamental, dass Mittel für die Aufhebung der Unorganisiertheit zwischen unabhängigen Frauen und Frauenorganisationen gefunden werden und für die Entwicklung einer Politik bezüglich der kurz- und langfristigen Angelegenheiten die notwendige Theorie und eine passende Diskussionskultur entwickelt wird.“
 
Mit Musik und traditionellem Tanz wurde die Feierlichkeit beendet.
 
Quelle: ANF, 09.01.2010, ISKU
 
 
 
Kurdisches Volksparlament in Salzburg gegründet
 
SALZBURG – In der österreichischen Stadt Salzburg wurde nach langer Vorbereitung auf einem Kongress die Gründung eines Volksparlaments bekannt gegeben.
 
An dem gestrigen Kongress im St. Elisabeth Salon haben etwa 100 Menschen teilgenommen. Der Kongress fand in kurdischer Sprache statt. Auf dem 1. Kongress des Volksparlaments wurden die zukünftigen Arbeitsbereiche diskutiert.
 
Ein Mitglied der Europäischen Koordination für eine demokratischen kurdische Gesellschaft (CDK) wies in einer Rede auf dem Gründungskongress darauf hin, dass das Volksparlament ein Beispiel für ein konföderales System sei. „Die Kontrolle und die Aufsicht über das Volksparlament obliegt dem Volk. Die Bedeutung des Parlamentes ist groß. Die Mängel dieser Region sollen beseitigt und das Volk sich von Grund auf selbst verwalten und organisieren. Denn die regionalen Parlamente sind die Füße des konföderalen Systems.“
 
Auf dem Kongress wurden zur Konstitution des Volksparlaments ein Rat für Außenbeziehungen, ein Organisierungsrat, ein Institutionsrat, ein Sozialrat, ein Frauenrat, ein Kulturrat, ein Jugend- und ein Sportrat gegründet.
 
Die Räte werden noch diese Woche zusammenkommen und ihre Aufgaben festlegen.
 
Quelle: ANF, 11.01.2010, ISKU
 
 
 
 
Rechtsruck der Türkei
 
İSTANBUL – In der Türkei haben in den letzten Jahren Brennpunkte mit einem Tanz auf dem Eis begonnen, mit der Unterstützung der Sicherheitskräfte und dem Wohlwollen der politischen Mächte hat er gefährliche Formen angenommen und gipfelt nun in alarmierenden faschistischen Übergriffen und einer daraus entstehenden Lynchkultur.
 
In einem Kontext, der Angriffe und Lynchmobs auf Kurd_innen militärisch und politisch gutheißt, hat sich die gesellschaftliche Lynchkultur neben Angriffe gegen Kurd_innen nun auch gegen Roma und andere ethnische Minderheiten ausgeweitet.
Zuletzt haben wir an den Bildern aus Manisa die gefährlichen Spiele des faschistischen Fußgetrappels und der Lynchmobs gesehen. Es ist soweit gekommen, dass alles, von kurdisch Sprechen bis zu traditionellen Tänzen, vom Zigarettenrauchen bis zu bedruckten T-Shirts Tragen, von Konvois zu bilden zum Picknicken, von Busunternehmen aus dem Osten, bis hin zu Roma Sein, alles Grund sein kann, gelyncht zu werden.
 
Allein gegen Kurd_innen 40 Fälle von Lynchmobs
 
Von Ost bis West, von Nord nach Süd hatte organisiertes, faschistoides Vorgehen gegen Kurd_innen fast in jeder Provinz einen Lynchmob zur Folge. Von dem offenen Darstellen der Ziele des Ministerpräsidenten, bis hin zu den offenen Angriffen des Chef des Generalstabs wurde eine rassistischen Kultur auf alle möglichen Arten, die militärisch, zivil, politisch und bürokratisch unterstützt wird. Diese Kultur war die Grundlage dafür, dass in den letzten Jahren allein gegen Kurd_innen mehr als 40 Lynchmobs stattgefunden haben.
 
Laut Menschenrechtsvereinen haben allein 2009 insgesamt 4 Menschen durch Angriffe von Lynchmobs ihr Leben verloren, 43 Menschen wurden verletzt. 13 Menschen waren gezwungen, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. 42 Wohnhäuser und gewerblich genutzte Gebäude sind beschädigt worden. Obwohl die Praktiken der Lynchmobs leicht aufgezeigt werden können, bleibt die Bedrohung der bürgerlichen Persönlichkeitsrechte als wichtiges Problem bestehen.
 
Mit der Hetze und Mitarbeit aller staatlichen Organisationen, von der Regierung bis zur Opposition, haben die Angriffe auf kurdische Bauarbeiter_innen, auf Handwerker_innen, auf parlamentarische und politische Kurd_innen und gleichzeitig sogar auf die Provinzen, die von kurdischen Busunternehmen befahren werden, begonnen.
 
Folgende Ereignisse sind Ergebnis und Echo dessen:
 
* Am 6. April 2005 wurde in Trabzon versucht, Jugendliche von TAYAD (Hilfsverein der Familien von Gefangenen), die Flugblätter verteilt haben, zu lynchen.
 
* Bei einer TAYAD-Pressekonferenz am 10. April 2005 in Trabzon, nach der Verhaftung von TAYAD-Jugendlichen kam es erneut zu dem Versuch. diese zu lynchen.
 
* Am 12. April wurden in Sakarya 5 Jugendliche, die aus Protest Flugblätter gegen die Angriffe auf die TAYAT Mitglieder verteilten, von hunderten Menschen versucht zu lynchen.

* Am 21. August 2005 formierten sich Lynchmobs gegen 5 kurdische Jugendliche in Seferihisar in Izmir, denen die PKK-Mitgliedschaft nachgesagt wurde.
 
*Am 6. September 2005 haben in Bozüyük Faschist_innen einen Reisebus angegriffen, der zu einer verbotenen Kundgebung in Gemlik unterwegs war. Bei dem Versuch die Insassen des Busses bei lebendigem Leibe zu verbrennen wurden Hunderte Menschen verletzt.
 
* Am 10. September 2005 wurden 15 Mitglieder des ESP (sozialistische Plattform der Unterdrückten) bei einer Pressekonferenz von Faschist_innen angegriffen.
 
* Am 2. November 2005 kam es in Rize zu Angriffen auf Mitglieder von TAYAD
 
* Am 12. Dezember 2005 wurde in Samsun versucht, 4 jugendliche Mitglieder der Grundrechte Föderation, die Flugblätter verteilten, zu lynchen.
 
*Am 31. Dezember wurden in Artvin zwei Jugendliche von TAYAD beim Verteilen von Flugblättern verprügelt.
 
* Am 25. Februar 2006 haben in Izmit Faschis_innen einen Jugendlichen mit der Annahme, er sei auf eine Fahne getreten, angegriffen.
 
* 31. März 2006: 9 Student_innen der Sakarya Universität wurden, als sie an einer Mauer ein Transparent bezüglich des Falls Mahir Çayan entrollen wollten, von zweitausend Menschen bedroht.
 
* Am 8. April 2006 kam es zu Angriffen auf Menschen, die sich in Erzincan an einem Sitzstreik beteiligten.
 
* Am 8. April 2006 wurden in Isparta Jugendliche, denen die PKK-Mitgliedschaft nachgesagt wurde, beim Verteilen von Flugblättern gelyncht.
 
* Am 12. Mai 2006 wurden Mitglieder von TAYAD beim Verteilen von Flugblättern von Faschist_innen überfallen.
 
* Am 21. Mai 2006 wurden in Kemalpaşa in Izmit Kurd_innen angegriffen. Grund für den Überfall war der Tod des 2. Vorsitzenden des Ülkü Ocakları Vereins (inoffizieller Jugendverein der ultrarechten MHP, nationale Volkspartei). Danach begann eine Lynchkampagne gegen kurdischstämmige Menschen des Landkreises. Etwa 100 Kurd_innen mussten daraufhin den Landkreis verlassen.
 
* Am 20 Juli 2006 formierten sich in Kırklareli Kıyıköy nach Angriffen der Polizei auf ein Camp von Mitgliedern des Vereins der Föderation von Grundrechten und -Freiheiten zu Lynchmobs gegen das Camp.
 
*Am 22. August 2006 wurde in Tokat ein Student, der für eine Prüfung angereist war, wegen des Rufens von PKK solidarischen Parolen, verprügelt.
 
*Am 29. August 2006 begannen im Landkreis Bozkır der Provinz Konya die Lynchmobs gegen kurdische Bauarbeiter_innen. Ein Arbeiter konnte erst in letzter Sekunde gerettet werden. 25 Arbeiter_innen wurden aus dem Landkreis vertrieben.
 
* Am 30. August 2006 haben in Istanbul 4 Jugendliche bei den Feierlichkeiten des Siegestages der türkischen über die griechische Armee ein Transparent mit dem Slogan „Wir werden nicht die Soldaten Israels“ entrollt. Die Polizei hat die Jugendlichen als „Landesverräter“ bezeichnet und zur Zielscheibe gemacht. Daraufhin wurden die 4 Jugendlichen gelyncht.
 
*7. September 2006: In Akyazı in Sakarya haben in einem Teegarten Mitglieder der ultrarechten MHP (nationale Volkspartei) Saisonarbeiter_innen der Haselnussernte als „PKKler“ und „terroristische Kurd_innen“ bezeichnet und angegriffen. 4 der kurdischen Opfer wurden verhaftet.
 
*5. Juni 2007: Wegen eines Ahmet Kaya T-Shirts und des Lesens der Özgür Gündem Zeitung wurden zwei Arbeiter aus Diyarbakir von 500 Mitgliedern der MHP (nationale Volkspartei) gelyncht.
 
* 26. November 2007: In Adapazarı wurden 20 Personen festgenommen. Auf dem Weg zu einer Gesundheitskontrolle im Erenler Gesundheitszentrum wurden die 20 Personen verprügelt.
 
*Am 30. Dezember 2007 hat die Polizei in Sakarya 20 Personen, die unter dem Vorwurf Sympathisant_innen der PKK zu sein, festgenommen wurden und auf dem Weg zum Erenler Gesundheitszentrum angegriffen.
 
* Am 8. Januar 2008 haben Nationalist_innen 2 kurdische Studenten der Afyon Kocatepe Universität in eine Wohnung entführt und 5 Stunden lang gefoltert. Den Studenten wurden auf die Fußsohlen geschlagen, sie wurden aufgehängt und ausgepeitscht, bis sie entkamen. Von einem Krankenhaus wurde ihnen ein Monat Arbeitsunfähigkeit bestätigt.
 
*27. April 2008: Nationalist_innen haben Mitglieder der DTP (Partei für eine demokratische Gesellschaft) angegriffen, die ein „Fest des Friedens und der Geschwisterlichkeit“ organisierten. Der 65-jährige Ebubekir Kalkan erlitt einen Herzinfarkt und starb.
 
* 15.Juni 2008: Im Landkreis Gebze in Kocaeli wurden 12 kurdische Arbeiter unter dem Vorwurf, am Abend des 13. Juni eine Frau verbal belästigt zu haben, gelyncht.
 
* Am 3. September 2008 wurden in der Gemeinde Tepeköy in Mersin 150 Kurd_innen, die meisten darunter Frauen, auf dem Weg zur Pfirsichernte von Bewohner_innen der Gemeinde angegriffen.
 
* Am 1. – 2. Oktober 2008 wurden in der Gemeinde Altınova des Landkreises Ayvalık bei Balıkesir nach einem Streit, der mit Jugendrivalitäten begonnen und mit dem Tod von 2 Menschen endete, die Häuser von kurdischstämmigen Bürger_innen der Gemeinde mit Steinen beworfen, ihre Läden geplündert und ihre Autos angezündet.
 
* Am 9. Oktober 2008 wurde in der Gemeinde Karaçulha des Landkreises Fethiye in der Provinz Muğla aus einem Streit zwischen Jugendlichen ein Lynchmob gegen Kurd_innen. Das Eindringen einer 50-köpfigen Gruppe in das kurdische Viertel konnte im letzten Moment verhindert werden.
 
* 6. November 2008: Im Stadtteil Hadırlı in Adana haben 3 Personen versucht das Motorrad des 18-jährigen Tekin Erdik zu stehlen. Nachdem sich herausstellte, dass diese Kurden waren, ging eine Hetze gegen Kurd_innen im Viertel los. Faschist_innen haben türkische Fahnen aufgehängt und Parolen gegen die PKK gerufen. Bei dem Angriff auf einen der festgenommenen Tatverdächtigen haben die Faschist_innen die Scheiben eines Fahrzeugs der Gendarmerie zerstört.
 
*Mai 2009: Nach tagelang andauernden Spannungen im Landkreis Akyazı in Sarkaya kam es am Abend des 19. Mai zu Angriffen auf Saisonarbeiter_innen der Haselnussernte. Ein Kurde wurde getötet, 2 schwer verletzt.
 
*11. Mai 2009: Im Kontext einer Explosion in Güngören wurde versucht, die Angehörigen der Angeklagten vor dem Gerichtsgebäude zu lynchen.
 
* 15. Oktober 2009: Im Landkreis Arifiye in Sakarya wurde in einem öffentlichen Minibus eine Person, weil sie am Telefon kurdisch gesprochen hatte, von anderen Fahrgästen angegriffen, sodass sie 15 Tage arbeitsunfähig war. Sie sagten „hier ist die Türkei, hier kannst du nicht kurdisch sprechen“.
 
* 25 Oktober 2009: Vor dem DTP-Gebäude in Konya versammelten sich 150 Nationalist_innen. Sie haben die Tür und die Fensterscheiben zerschlagen.
 
* Am 26 Oktober 2009 wurden ein städtischer Angestellter der Gemeinde Karpuzlu in İpsala (Izmir) und seine zwei Geschwister beim Einkauf gelyncht, weil eines ihrer Telefone eine kurdische Melodie spielte.
 
* Am 13. November wurden im Landkreis Hayrabolu in Tekirdağ mehrere Arbeiter gelyncht, weil sie kurdisch gesprochen hatten. Zwei wurden schwer, sechs leicht verletzt. Sie sagten, in dem Landkreis bestünde für sie Lebensgefahr.
 
* 17. November 2009: Ali Canan, der an der Naturwissenschafts-Literatur Fakultät an der Kocatepe Universität in Afyon im ersten Semester Geografie studiert, wurde von einer Gruppe nationalistischer Faschist_innen verprügelt, wie er aus Hakkari stammt.
 
* 22. November 2009: Ein Konvoy der DTP in Izmir wurde von türkischer Faschist_innen und Nationalist_innen angegriffen. Dabei wurden fast 20 Personen verletzt.
 
* Am 26. November 2009 haben sich im Landkreis Bayramiç der Provinz Çanakkale etwa 2. 500 Menschen vor dem kurdischen Viertel Harmanlık versammelt. Sie forderten die Kurd_innen dazu auf, den Landkreis zu verlassen.
 
* Die Spannungen, die nach der Verhaftung von 16 Schüler_innen am 16. Dezember in Edirne begonnen hatten, setzten sich am Wochenende fort. Protestierende, die von Istanbul angereist waren, wurden von MHPler mit der Anschuldigung Mitglieder der PKK zu sein angegriffen.
 
* Auf der Autobahn in Malatya-Stadt wurde nahe dem alten Busbahnhof der Reisebus, der sich auf dem Weg von Muş nach Mersin befand, von 2 Personen mit Steinen angegriffen. Die Angreifer konnten entkommen. Obwohl durch die Steine die Fensterscheiben der rechten Seite des Busses zerbrachen, wurde niemand verletzt.
 
* In der Nacht des 15. Dezembers 2009 wurde der Reisebus, der gerade von Şanlıurfa nach Trabzon aufbrach, von einer Person frontal mit Steinen angegriffen. Dabei wurde eine Person, die auf einem der vorderen Sitze saß, verletzt. Der Täter entkam.
 
* Am 26. Dezember 2009 wurde die Frontscheibe eines Reisebusses auf dem Weg von Bitlis nach Istanbul mit Steinen eingeworfen.
 
* Am 6. Januar entbrannte zwischen 2 Gymnasiasten im Landkreis Akdeniz in Mersin ein Streit. Daraufhin haben Hunderte Personen, türkischer und arabischer Herkunft Kurd_innen gelyncht.
 
*Am 7. Januar wurden 3 kurdische Student_innen der Aksaray Universität in den Abendstunden von einer Gruppe von etwa 50 Personen vor einem Einkaufszentrum verprügelt. 1 wurde schwer, 3 der Student_innen leicht verletzt.
 
Die nächsten Opfer sind die Roma
 
Die letzten Opfer dieser Lynchkultur sind Roma geworden. Im Landkreis Selendi in Manisa wurde ein Jugendlicher Roma an Silvester 09 in einem Caféhaus von dessen Besitzer verprügelt. Andere Roma, die davon erfuhren, haben das Caféhaus angegriffen und demoliert. Daraufhin haben sich 2000 Menschen von dem Caféhaus versammelt, die Häuser der Roma mit Steinen beworfen und ihre Autos angezündet. Die Roma retteten sich im letzten Moment, indem sie aus dem Landkreis flohen. Bei dem Vorfall wurden 3 Personen verletzt.
 
Quelle: ANF, 08.01.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 17. Jan 2010, 00:18
Zitat
Todesstrafe gegen eine PJAK-Frau ausgesprochen
 
In der iranischen Hauptstadt Teheran gibt die Anwältin von Şirin Elem Hulu (Ronahi Ruken), die vor zwei Jahren festgenommen wurde, bekannt, dass gegen ihre Mandantin die Todesstrafe verhängt wurde. Damit steigt die Zahl der politischen Gefangenen kurdischer Abstammung, die vom iranischen Regime zum Tode verurteilt sind, auf 18.
 
Nachdem 2007 der Militante der PJAK Hasan Hikmet Demir nach schwerer Folter verletzt hingerichtet wurde, ist in Teheran die Familie der Gefangenen Şirin Elem Hulu (Ronahi Ruken) über deren lebenslange Freiheitsstrafe informiert worden. Nun hat die Anwältin bekannt gegeben, dass ihre Mandantin mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der PJAK zum Tode verurteilt wurde. Sie selbst sei vor einer Woche darüber informiert worden.
 
Die aus der ostkurdischen Stadt Mako kommende 28-jährige Hulu befindet sich momentan in dem durch Folter berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran.
 
2 Frauen von Hinrichtung bedroht.
 
Tag für Tag steigt der Druck der iranischen Regimes auf die kurdischen Gefangenen. Seit Dezember sind mindestens zwei kurdische politische Gefangene hingerichtet worden. Die Zahl derer, die in Todeszellen auf ihre Hinrichtung warten, ist auf 18 gestiegen. Neben Hulu ist eine weitere Frau, Zeyneb Celaliyan, akut von einer Hinrichtung bedroht.
 
Gleichzeitig steigen die Proteste gegen die Hinrichtungsurteile stetig. Amnesty international hat die Hinrichtung des PJAK-Mitglieds Fesih Yasemini durch das iranische Regime verurteilt und einen Aufruf für die Aufhebung aller Hinrichtungsurteile gegen die kurdischen Gefangenen gestartet. Amnesty international hat bekannt gemacht, dass die Leiche des PJAK-Mitglieds Fesih Yasemini, der am 6. Januar diesen Jahres hingerichtet wurde, immer noch nicht der seiner Familie übergeben worden sei.
 
Das Mitglied der parlamentarischen Menschenrechtskommission in der Türkei und Angehöriger der BDP (Partei für Frieden und Demokratie), Akın Birda, hat einen Brief an den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad geschrieben, in dem die zunehmenden Todesurteile angesprochen und deren sofortige Aufhebung gefordert wird. Akın Birda, der als Abgeordneter der BDP aus Diyarbakir auch Mitglied in der parlamentarischen Gruppe für die türkisch-iranischen freundschaftlichen Beziehungen ist, kritisierte in dem Brief, dass die Hinrichtung von Ihsan Fetahiyan das Beispiel für weitere Todesurteile gewesen sei und forderte die Aufhebung dieser Urteile.
 
Die Namen derer, die zum Tode verurteilt sind:
der Mitgliedschaft oder Unterstützung der PJAK angeklagt:
1-Ferzad Kemanger (Lehrer)
2-Ferhad Wekili (Lehrer)
3-Eli Heyderiyan (Lehrer)
4-Hebibulla Letifi (Student)
5-Rustem Arkiya
6-Zeyneb Celaliyan
7-Enwer Rustemi
8-Seyd Sami Huseyni
9- Seyd Cemal Muhemedi
10-Huseyin Xizri
11- Şirin Elem Hulu
 
Weitere inhaftierte politische Kurd_innen
12-Şerko Maarfi
13-Mistefa Selimi Eyluyi
14-Mehemed Emin Aguşi
15-Reşîd Axkendî
16-Ehmed Puladxanî
17-Hesen Talî
18-Îrec Mihemedi
 
Quelle: ANF, 16.01.2010, ISKU
 
 
 
Zustand für kurdische Gefangene im Iran ist besorgniserregend
 
SEQİZ – Während das iranische Regime einerseits den Druck auf den Straßen gegen ethnische und religiöse Gemeinschaften und Oppositionelle, vor allem gegen Kurd_innen erhöht, verschlechtern sich auch die Bedingungen der Gefangenen in den Haftanstalten immer mehr. Ein Minderjähriger Gefangener wird trotz schwerer gesundheitlicher Schäden eine Therapie verweigert.
 
Im Iran hat sich die Zahl der politischen Gefangenen in den letzten Jahren stetig erhöht. Besonders während des Regiments von Mahmud Ahmadinedschad ist, einhergehend mit verstärkter Repression gegen ethnische und religiöse Minderheiten und Teile der Opposition, die Zahl der Gefängnisinsassen drastisch gestiegen.
 
Mit menschenrechtsverletzenden Praxen wie Todesstrafen, Folter und Isolationshaft ist die Gewalt gegen inhaftierte kurdische Aktivist_innen und Oppositionelle angestiegen. Unter katastrophalen Bedingungen werden die Gefangenen teilweise monatelang in Einzelzellen gesperrt und bekommen trotz schwerwiegender gesundheitlicher Probleme keine medizinische Behandlung.
 
Einer der 17 zum Tode verurteilten kurdischen politischen Gefangenen, Mistefa Selimi Eyluyi, ist durch eine chronische Infektionskrankheit stark geschwächt. Die Leitung des Sequiz Gefängnisses weigert sich, der Forderung nachzukommen, ihn zur Behandlung in ein Gesundheitszentrum zu bringen.
 
Eyluyi, aus Stadt Eylu nahe Sequiz, wurde 2003 verhaftet. Ihm wird vorgeworfen Mitglied in einer staatsfeindlichen Partei zu sein, sowie an einer bewaffneten, staatsfeindlichen Auseinandersetzung in der Stadt Nehawend im Gebiet Loristan beteiligt gewesen zu sein. Gemäß der Schuld des „Krieges gegen Allah“ wurde er zum Tode verurteilt. Sein Antrag auf Widerspruch vor dem Hohen Gericht, wurde abgelehnt. Eyluyi ist akut von der Hinrichtung bedroht.
 
Quelle: ANF, 13.01.2010, ISKU
 
 
 
Syrien: Wieder soll ein kurdischer Soldat „Selbstmord“ begangen haben
 
KOBANİ – Wieder hat ein junger kurdischer Mann während seines Militärdienstes bei der syrischen Armee sein Leben auf ungeklärte Weise verloren. Während Îsa Xelef der zweite kurdische Soldat ist, der 2010 in Syrien unter zweifelhaften Umständen gestorben ist, sind 2009 mindestens 20 Kurden während ihres Militärdienstes unter diesen Umständen ums Leben gekommen.
 
Die südwestkurdische Sektion der KCK, KCK-Rojava, meldet, dass der Familie von Îsa Xelef die Nachricht über den Selbstmord von Îsa während des Militärdienstes überbracht worden sei. Îsa, aus der südwestkurdischen Stadt Kobani, hatte seit 4 Monaten in der Stadt Deraa seinen Militärdienst abgeleistet.
 
Îsa hatte in dem letzten Telefonat mit seiner Familie vor seinem Tod berichtet, dass er ständig von einem Kommandanten schlecht behandelt und geschlagen worden sei. Wie auch bei anderen Todesfällen haben die Verantwortlichen des Militärs den Tod von Îsa Xelef als Selbstmord dargestellt.
 
2009 sind 20 kurdische Soldaten auf ungeklärte Weise gestorben
 
In Syrien sind die ungeklärten Todesfälle von kurdischen Soldaten seit Anfang 2009 erheblich gestiegen. Laut offizieller Darstellung waren es immer Verkehrsunfälle, Stromschläge und Selbstmorde. Doch diese Erklärungen reichten den Familien der Opfer nicht aus. Trotzdem gab es bis heute keine ernsthafte Befragung zu den Toden. Selbst wenn es solche Untersuchungen gegeben hätte, so wären diese nicht veröffentlicht worden.
 
Der letzte ungeklärte Todesfall 2009 beim syrischen Militär ereignete sich am 19. Dezember. In einem Brief von der Militärstelle im Landkreis Kiteyf nahe der Hauptstadt Damaskus an die Familie von İzzedin Moro hieß es, ihr Sohn hätte während seiner Grundausbildung sein Leben verloren. İzzedin Moro war zu der Zeit, als er seinen Militärdienst leistete, Einwohner des Dorfes Berbazin nahe der Stadt Kobani, verheiratet und Vater von einem Kind.
 
Laut der Erklärungen des Menschenrechtskomitees MAD und KCK-Rojava, haben seit 2004 mindestens 35 kurdische Soldaten in Syrien ihr Leben auf ungeklärte Weise verloren.
 
Quelle: ANF, 14.01.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 19. Jan 2010, 20:18
Zitat
Auseinandersetzungen in Hakkari halten seit Tagen an
 
HAKKARİ – Am Montag kam es erneut zu heftigen Straßenschlachten in mehreren Stadtvierteln von  Hakkari. Polizisten griffen jugendliche Aktivist_innen mit Gasgranaten und Wasserwerfern an. Diese erwiderten mit Steinen und riefen Parolen für Abdullah Öcalan und die PKK.
Schon in den letzten Tagen war es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte hierbei auch Plastikpatronen ein.
 
HAKKARI: Zivilpolizisten misshandeln Studenten auf offener Straße
In der Nähe eines Gymnasiums in Hakkari wurde ein 13 bis 14-jähriger Jugendlicher von Zivilpolizisten schwer misshandelt. Die drei Personen traten auf den schon leblosen Körper weiter ein. Dann richteten sie ihn erneut auf und misshandelten ihn weiter durch Schläge.
Der Übergriff wurde mit dem Handy abgefilmt.
Das Video lässt sich unter folgender Webadresse abrufen:
http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=9752 (http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=9752)
 
 
Video zu gestern:
http://www.hakkarihabertv.com//haber/gostericiler_taktik_degistirdi.asp (http://www.hakkarihabertv.com//haber/gostericiler_taktik_degistirdi.asp)
 
Quelle: ANF, yuksekovaguncel,  18.01.2010, ISKU
 

 
Diyarbakır 3 Tage lang Stadt der Frauen
 
AMED- Die Ergebnisse der Konferenz der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) in Diyarbakır unter dem Motto „Lasst uns auf Freiheit bestehen! Lasst uns den Geschlechterkampf radikalisieren! Lasst uns noch mehr organisieren!“ wurden bekannt gegeben. In der Erklärung heißt es, dass die Entscheidung getroffen wurde, dass aufgrund der Schließung der DTP, der Festnahmen der kurdischen gewählten Politiker_innen und Vertreter_innen von NGOs, was als „politischer Genozid“ bezeichnet wird, zum 100. Jahrestag vom 8. März, dem Tag der Arbeiterinnen und Frauen Diyarbakır drei Tage lang zu einer Stadt der Frauen wird.
Die 5. Konferenz fand am 9.1. und 10.1. in Diyarbakır im BDP-Gebäude im Vedat Aydın Konferenz Saal statt. „Wir haben in unserer Konferenz mit wichtigen Entscheidungen die Grundlage gelegt für starke politische und organisatorische Schritte im neuen Jahr.“ heißt es in der Erklärung. Die Konferenz wurde Ceylan Önkol und Aydın Erdem gewidmet.
Neben der Auswertung der Arbeit der vergangenen zwei Jahre, wurden in der Erklärung wichtige Erkenntnisse benannt, damit innerhalb des kommenden Jahres Frauen eine organisierte Stärke erreichen: “Es gibt eine Politik der Repression und Angriffe gegen die vom patriarchalen System Unterdrückten, gegen Völker, gegen Menschenrechte und die legitimen Kämpfe und Vorstöße. Es gibt eine Strategie dieser Politik den Weg zu ebnen. Die Strategie hat zum Ziel, Gewalt bis zum Ende anzuwenden, Bewaffnung, Militarisierung und Faschismus zu verbreiten und sich der Menschenrechte, Gerechtigkeit und Demokratie zu entledigen. Die Wahl in den USA von Präsident Obama war ein wichtiger Schritt diese Politik zu systematisieren und auf der anderen Seite lokale Widersprüche zu provozieren. Die Entwicklung einer Institutionalisierung der gegenseitigen Bekriegung der Völker dauert weiter an.“
 
In der Erklärung der Konferenz wird gesagt, dass hier das Zentrum der Kämpfe im Mittleren Osten sei und es eine Entwicklung gebe, in der die globale Politik kollaborieren Kräfte schaffe, die dem imperialistischen System entgegenstehende Kräfte entweder zähme, sie unwirksam mache oder marginalisiere. Die Erklärung weist darauf hin, dass dabei „die Türkei eine wichtige Rolle spielt“. Durch die AKP soll diese Politik grundlegend verankert werden, zunächst ökonomisch, dann im politischen und sozialen Leben, den Nationalismus tiefer verankern. Direkt nach den Kommunalwahlen vom 29. März 2009 wurde das aus den kurdischen Kämpfen für Freiheit und Demokratie entstehende radikal demokratische System angegriffen. Diese Angriffe haben zum Ziel, die kurdische nationale Einheit, die demokratischen Kräfte zu beseitigen und eigene kollaborierende Kräfte zu schaffen.“
 
Auf der Konferenz wurden die im Namen der sogenannten „Demokratischen Öffnung“ geschehene Verschlechterung der Haftbedingungen von Abdullah Öcalan und die Operationen gegen die DTP, als „politischer Völkermord“ bezeichnet. Das Verbot der DTP, die Verhaftungen des Vizepräsidenten der DTP, der Bürgermeister, der kurdischen Frauenaktivistinnen und der Kinder sowie die verhängten hohen Haftstrafen die verhängt wurden, kritisiert. Kampagnen sollen entwickelt werden die sich den Verhafteten anzunehmen und deren Freilassung erreichen sollen.
Auf der Konferenz habe es einen Rückblick auf das Jahr 2009 gegeben. Die Initiative zur Schaffung eines demokratischen Frauensystems sei jedoch mangelhaft geblieben. Die Kampagne „Unsere Ehre ist unsere Freiheit“ wurde in der Konferenz ausgewertet. Sie hat deutlich gemacht, das Verständnis von Ehre gesamtgesellschaftlich zu verändern. In Zukunft wird diese Kampagne sowie die Diskussionen darum intensiviert.
 
In der Abschlusserklärung wird auf die Pläne für das kommende Jahr hingewiesen. 2010 wird der 8. März, der internationale Arbeiterinnen- und Frauen-Tag 100 Jahre alt. „Auf unserer Konferenz fiel die Entscheidung, dass wir das Jahrhundertjubiläum vom 8. März pompös begehen werden und zum Anlass nehmen, die Frauenkämpfe zu verstärken. Wir haben entschieden, Diyarbakır drei Tage lang zu einer Stadt der Frauen werden zu lassen.“
 
Folgende weitere Entscheidungen wurden auf der Konferenz getroffen: „Unsere Konferenz hat als Ziel festgelegt, als organisatorischen Schritt ein konföderales Frauensystem zu etablieren. Im Rahmen dessen werden die kommunalen Frauenparlamente ausgeweitet und überall in jedem Zentrum bewusst die kommunale Organisierung vorangebracht. Ein Teil der DÖKH wird sich mit der „Muttersprache als Lebensnotwendigkeit“ und der „Rückkehr zur muttersprachlichen Bildung“ beschäftigen. Es wurde eine Kommission gegründet, um für die demokratische und friedliche Lösung der kurdischen Frage eine Deklaration vorzubereiten. Türkischen Frauen wird die Rückkehr der Frauen in die Friedensbewegung vorgeschlagen. Eine Politik der Frauenökonomie wird weiter aufgebaut. Um diese zu entwickeln, wird die Bewegung der Frauenkooperativen weiterentwickelt werden. Es wird gegen die Todesstrafen, die von der iranischen Regierung gegen kurdische Politische Gefangene ausgesprochen wurden, gekämpft und eine Kampagne in Anerkennung für Zeynep Celaliyan „Gegen Todesurteile – für die Freiheit der Gefangenen“ durchgeführt.“
 
Quelle: ANF, 12.01.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 20. Jan 2010, 21:14
Zitat
Iran/Ostkurdistan: Attentat auf den für die Hinrichtungen an kurdischen Aktivisten verantwortlichen Staatsanwalt
 
XOY - Der für die Hinrichtung der Mitglieder, der kurdischen Guerillaorganisation PJAK Hasan Hikmet Demir 2007 und  am 6.01.2010 Fesih Yasemini, verantwortliche Bezirksstaatsanwalt Weli Haci Qulizade wurde in der Nacht zum Montag durch ein Attentat getötet. Unbekannte erschossen ihn von einem Motorrad aus vor seinem Haus in der Stadt Xoy. Sein Tod wurde ebenfalls durch den stellvertretenden Gouverneur von Xoy bestätigt.
Nach dem Angriff wurden in die Stadt Spezialeinheiten von Polizei und Militär verlegt. Der Bezirksstaatsanwalt und ehemalige Kommandant einer Einheit der „Revolutionswächter“ war als Hardliner bekannt.
Insbesondere gegen kurdische Gefangene übte er massive Repression aus, die u.a. in den beiden Hinrichtungen gipfelte. Der 2007 hingerichtete PJAK-Militante Hasan Hikmet Demir war durch Folter schwer verletzt, hingerichtet worden. Fesih Yasemin war nun der zweite PJAK-Gefangene, der ihm zum Opfer fiel. Er wurde ohne Beweise 2008 festgenommen und ohne von seinem Recht auf Verteidigung Gebrauch machen zu können zum Tode verurteilt worden. Auch er wurde zunächst in ein Folterzentrum des Geheimdienstes gebracht und dort schwer gefoltert. Schon am 11.Oktober 2009 war ebenfalls der kurdische politische Gefangene Ihsan Fetahiyan hingerichtet worden.
Auch in Yüksekova in Nordkurdistan/Türkei fand eine Protestkundgebung gegen die Repression im Iran statt. Daran nahmen u.a. die Bürgermeisterin der linken kurdischen Partei BDP, Stadtratsmitglieder, Mitglieder von Gefangenenhilfsvereinen und den Gewerkschaftsverbänden DISK und KESK teil. Sie stellten eine Verbindung zwischen dem Vorgehen der Türkei, Syriens und des Irans gegen die kurdische Bevölkerung heraus und forderten ein Ende des Krieges, der Repression und der Lynchangriffe.
 
Quelle: ANF, 19.01.2010, ISKU
 
 
 
 
Hungerstreik der TEKEL Arbeiter_innen hat begonnen
 
ANKARA – Arbeiter_innen des Tabak- und Spirituosenunternehmens TEKEL, die seit einem Monat in Ankara gegen die Schließung von Tabaklagern im ganzen Land demonstrieren, begannen heute mit einem dreitägigen Hungerstreik. Generalsekretär der Lebensmittelgewerkschaft Tek Gıda-İş, Mecit Amaç, erklärte, dass der Hungerstreik ein „Mittel der Verzweiflung“ gegen die Gleichgültigkeit der Herrschenden sei. Die Arbeiter_innen verkündeten, wenn auch auf diese Aktion keine positive Antwort kommt, sie zum „Todesfasten“ übergehen würden.
 
Seit Tagen finden in Ankara Versammlungen und Aktionen, der, aus allen Regionen der Türkei angereisten TEKEL Arbeiter_innen, statt. Nach einer Großveranstaltung am Wochenende hat nun ein dreitägiger Hungerstreik begonnen. Generalsekretär der Lebensmittelgewerkschaft Gıda-İş, Mecit Amaç, erklärte, dass Tausende Arbeiter_innen sich als Freiwillige für den Hungerstreik gemeldet hätten und warnte: „Wenn diese Stimme, dieser Widerstand von den Herrschenden nicht gehört werde, so können wir (als Gewerkschaft) nicht mehr für die daraus entstehende Katastrophe die Verantwortung übernehmen.“
 
Nach einer Pressekonferenz riefen die Arbeiter_innen Parolen wie „Diktator Tayyip“ (Ministerpräsident Tayyip Erdogan) oder „Vielleicht sterben wir, aber niemals kehren wir um“ und begannen unter Beifall ihren Hungerstreik
 
Quelle: ANF, 19.01.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: agit am 21. Jan 2010, 09:10
Zitat
PJAK bekennt sich zu Attentat auf Staatsanwalt im Iran

XOY – Das Hauptquartier der „Einheiten aus Ost-Kurdistan“ (Hêzên Rojhilata Kurdistanê, HRK) erklärte zu dem Attentat auf den iranischen Staatsanwalt Weli Heci Qulizade in Xoy, dass er wegen seiner Praktiken den Kurden gegenüber bestraft worden ist. Auf der Basis der Selbstverteidigung sei diese Aktion von Einheiten der PJAK durchgeführt worden, weil Weli Heci Qulizade an den Todesurteilen gegen Hasan Hikmet Demir und Fesih Yasemini beteiligt gewesen sein soll.
Das iranische Regime vollstreckte in der letzten Zeit des Öfteren die Todesstrafe. Weitere Todesurteile stehen noch aus. Zu dem sind die Gefangenen in den iranischen Gefängnissen willkürlicher Folter und Repression ausgesetzt. Dagegen sei die PJAK aktiv geworden und forderte für die Gefangenen im Iran eine menschliche Behandlung.

Quelle: ANF, 20.01.2010, ISKU

 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Jan 2010, 21:07
Zitat
Mindestens 60 Festnahmen bei zeitgleichen Operationen
 
BATMAN - In Batman, Muş, Iğdır, Diyarbakır, Van und Istanbul sind zeitgleich 60 Personen festgenommen worden. Zahlreichen Hausdurchsuchungen, die von der Staatsanwaltschaft Batman veranlasst worden sind, wurden durchgeführt. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Bürgermeister von Iğdır.
Der Vorwurf lautet „Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation“, „Unterstützung einer verbotenen Organisation“ und „Aktionen im ländlichen Gebiet“.

IĞDIR 10 FESTNAHMEN
In den Morgenstunden kam es zu Operationen gegen den Bürgermeister Güneş in seinem Haus in der Eğri Straße und gegen die Kommunalverwaltung Iğdır. Als der Bürgermeister Mehmet Nuri Güneş etwas später in der Dienststelle ankam, wurde er gemeinsam mit 10 anderen Personen festgenommen. Das Gebäude wurde durchsucht, einige Unterlagen beschlagnahmt. Nuri Güneş wurden Handschellen angelegt, was an die Bürgermeister_innen und kurdischen Politiker_innen erinnerte, die im Januar ebenfalls in Handschellen vor dem Gerichtsgebäude Diyarbakır aufgereiht wurden. Dieses Bild erinnerte an Konzentrationslager des Naziregimes.
Folgende Personen wurden festgenommen: “Mehmet Nuri Güneş (Bürgermeister), Şebap Çelik (BDP-Bezirksvorsitzender), Nusret Aras (Ehemaliger Bürgermeister), Mehmet Haşimoğlu, Ekrem Yakut, Mecit Taşbaş (Mitglied der BDP im Bezirksparlament), Süleyman Kalkan, Mecit Yıldız und Mehmet Güven.”
Güneş Anwalt Murat Yikit sagte, dass ihm „Mitgliedschaft“ vorgeworfen wird. Nach den Operationen versammelten sich viele Menschen vor dem Rathaus und protestierten gegen die Festnahmen.
 
ISTANBUL: 25 FESTNAHMEN
In Istanbul in Küçükçekmece, Başahşehir, Bağcılar, Gaziosmanpaşa, Sancaktepe, Sultangazi und Esenyurt wurden während der Hausdurchsuchungen 25 Personen festgenommen, darunter auch Mitglieder der BDP. Festgenommen wurden: "Engin Mısır, Uğur Aracı, Ömer Açık, Nuri Altay, Metin Güler, Ferdi Tanrıverdi, Mustafa Dursun, Cabbar Özdemir, Metin Aslan, Erdoğan Yıldız, Maksut Yıldız, Behçet Bozkurt, Ali Han, Mesut Gürpınar, Ahmet Özbay und Ahmet Cengiz" Die Festgenommenen wurden der Istanbuler Antiterrorsicherheitsabteilung übergeben.
 
SİLVAN: 9 Festnahmen
Silvan kam es in den Ortsteilen Mescit und Tekel zu Hausdurchsuchungen. Festgenommen wurden Musa Çiçek, die Frau des Silvaner Vize Bürgermeisters, BDP-Geschäftsfüher Fikri Ezer und die Zeitungsverleger Abdulrezak Tekçi und Adıl Dalgın, Fazlı Dalgın, Muhterem Alsaç, Sıddık Menge, Cahit Menge und Hasan Hayme.
 
Batman: 2 Festnahmen
In Batman kam es um 4 Uhr zu Hausdurchsuchungen vonseiten der Polizei. Festgenommen wurden Nihat Bülbül und Eşref Alsaç. Der Grund für ihre Festnahme konnte nicht ermittelt werden.
 
MALAZGİRT: 3 Festnahmen
In der Region Muş in Malazgirt und dem dazugehörigen Dorf Tatlıca (Hasuna) wurden während der Hausdurchsuchungen Naif Gümüştaş, Bülent Gümüştaş und Nevzat Gümüştaş mit der Begründung "Unterstützung der PKK" festgenommen.
 
VAN: 2 Festnahmen
In Van wurden bei Durchsuchungen der Student R.D. und eine weitere Person festgenommen.
 
Quelle: ANF, 21.1.2010, ISKU
 
 
 
Der Hungerstreik der TEKEL Arbeiter_innen wird 3 Tage ausgesetzt
 
ANKARA- Der seit 3 Tagen anhaltende Hungerstreik der TEKEL-Arbeiter_innen wird 3 Tage lang ausgesetzt. Die Verbände haben der Regierung bis zum 26. Januar Zeit gegeben.
Der Vorsitzende der Tek Gıda Iş Mustafa Türkel erklärte, dass die seit 39 Tagen andauernden Protestaktionen der TEKEL-Arbeiter_innen, die vor 3 Tagen in einen Hungerstreik mündeten, für 3 Tage ausgesetzt werden. Wiederum wurde im Hauptgebäude der TEKEL Iş eine Versammlung abgehalten, an der auch Gewerkschaftsverbände teilnahmen. Am Ende der Versammlung bestätigten Arbeiter_innen vom Balkon der Türk Iş, dass der Präsident Mustafa Kumlu der Regierung bis zum 26. Januar eine Frist einräumt: „Wenn die Regierung weiterhin ihre Augen vor unseren Problemen verschließt, werden die Verbände wieder zusammenkommen und  neue Entscheidungen treffen.“
 
DIHA: ANF, 21.1.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 24. Jan 2010, 20:40
Zitat
Warnung aus Kurdistan an die AKP
Gegen die Operationen gegen die linke kurdische BDP, bei der auch etliche Bürgermeister_innen verhaftet wurden und die Tag für Tag neue Gefangene produzieren, protestierten viele Tausend Menschen in verschiedenen kurdischen Städten. In Diyarbakır, Nusaybin, Bingöl, Doğubayazıt und Çaldıran fanden Demonstrationen und Kundgebungen statt, außerdem wurde ein Hungerstreik begonnen. In einer gemeinsamen Erklärung von 330 zivilgesellschaftlichen Organisationen (STK) wurde die „Verleugnungs- und Vernichtungspolitik“, mit der die Regierungspartei AKP die kurdische Frage zu lösen versuche, verurteilt und erklärt, dass auch diese Partei, wie ihre Vorgängerinnen an dieser Form des „Lösungsansatzes“ zu Grunde gehen werde. In Yüksekova und Doğubeyazıt kam es nach Polizeiangriffen auf Demonstrant_innen zu schweren Straßenschlachten, die zur Stunde noch andauern.
 
DİYARBAKIR
Tausende nahmen trotz eisiger Temperaturen an einer Kundgebung in Diyarbakır gegen die Verhaftungswelle von BDP-Aktivist_innen teil, darunter waren Delegierte der zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 21 Kreisen, u.a. Diyarbakır, Batman, Van, Dersim, Şırnak, Siirt, Elazığ, Mardin. Viele trugen symbolisch Ketten und erinnerten u.a. an das Dersim-Massaker, bei dem 1938 mindestens 70.000 Menschen ermordet worden waren. Sie riefen: „Was hat sich geändert?“ und in Anspielung auf die von Erdoğan verkündete „Demokratische Öffnung“: „Wir wollen keine Öffnung in Ketten“, „Unser Wille kann nicht in Ketten geschlagen werden“. Außerdem wurde die Freilassung des Menschrechtsaktivisten und Vorsitzenden des IHD Diyarbakır, Muharrem Erbey, gefordert. Es nahmen auch Arbeiter_innen der im Moment im Streik gegen neoliberale Privatisierungspolitik kämpfenden Lebensmittelgewerkschafter_innen von TEKEL teil und solidarisierten sich mit Parolen wie „Schulter an Schulter gegen den Faschismus.“
 
DOĞUBAYAZIT
Auch in Doğubeyazıt kam es zu einer Demonstration mit großer Teilnahme. Viele Läden waren aus Solidarität mit den Verhafteten geschlossen. Als die Polizei gegen die Demonstrant_innen vorging, entbrannten Straßenschlachten. Unter anderem wurde das E-Typ-Gefängnis mit Steinen angegriffen. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern vor.
 
ÇALDIRAN/BINGÖL
In Caldiran begann heute ein zweitägiger Hungerstreik, um gegen die Verhaftungswelle und die Verschlechterung der Haftbedingungen von Abdullah Öcalan zu protestieren. Auch in Bingöl nehmen viele Menschen an dem zweitägigen Protesthungerstreik teil und es kam zu Kundgebungen und Protesten mit großer Beteiligung.
 
NUSAYBİN
Auch in Nusaybin gingen heute viele Menschen gegen die Repression auf die Straßen. Es nahmen auch mehrere BDP-Bürgermeister_innen an der Demonstration teil. Von den Anwohner_innen wurden die Demonstrant_innen mit Jubel begrüßt. Sie riefen Parolen wie „Sucht nicht auf den Bergen, die Apoist_innen sind hier.“
 
YÜKSEKOVA
Nach einem Polizeiangriff auf eine Protestkundgebung in Yüksekova kam es zu schweren Straßenschlachten, die sich auf das ganze Stadtgebiet ausbreiteten. Die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant_innen dauern an.
 
Quelle: ANF, 23.01.2010, ISKU
 
 
 
Todesurteile gegen zwei weitere kurdische politische Gefangene im Iran
 
URMİYE – Das iranische Regime sprach gegen zwei weitere politische Gefangene kurdischer Abstammung die Todesstrafe aus. Mit diesen Urteilen des Gerichts von Urmiye steigt die Zahl der politischen Kurd_innen im Iran, die akut von der Hinrichtung bedroht sind, auf 20.
Der 25-jährigen Muhammed Emin Abdullahi, der eine 20-jährige Haftstrafe zu verbüßen hatte, wurde am 16. Januar vom Gericht von Urmiye zum Tode verurteilt. Abdullahi, gemeldet in Bokan, wurde wegen „des Kriegs gegen Allah und der Gefährdung der nationalen Sicherheit“ angeklagt. Die Freiheitsstrafe über 32 Jahre, zu der Qadir Muhammed Zade verurteilt wurde, ist vor demselben Gericht in ein Hinrichtungsurteil umgewandelt worden. Ebenfalls in Bokan gemeldet, wurde Muhammed Zade der „Organisierung in illegalen Gruppen“ beschuldigt. Es ist nicht bekannt, wegen welcher Mitgliedschaft in welcher Organisation beide angeklagt sind.
In den vergangenen zwei Wochen sind 3 kurdische, politische Gefangene zum Tode verurteilt worden. Şirin Elem Hulu, die 2007 in Teheran verhaftet wurde, ist letzte Woche wegen der Mitgliedschaft in der PJAK zum Tode verurteilt worden.
Amnesty international hatte die Hinrichtung von Fesih Yasemini am 6. Januar durch das iranische Regime verurteilt und forderte die Aufhebung der Todesurteile gegen kurdische Gefangene im Iran.
In London startete amnesty international eine Kampagne für die Begnadigung von Hebibullah Letifi, der sich in der Todeszelle des Gefängnisses in der ostkurdischen Stadt Sine befindet. Letifi wurde mit dem Vorwurf des „Kriegs gegen Allah“ 2008 zum Tode verurteilt. In einem Aufruf an die iranischen Verantwortlichen forderte amnesty international die Aufhebung des Todesurteils gegen Letifi.
 
Quelle: ANF, 21.01.2010, ISKU
 
 
 
Urgent Action
Bevorstehende Hinrichtung
Iran
UA-271/2009-3
Index:
MDE 13/009/2010
21. Januar 2010
Herr HABIBOLLAH LATIFI
Herr SHERKO MOAREFI

Habibollah Latifi, der zur kurdischen Minderheit im Iran gehört, befindet sich im Sanandaj-Gefängnis in der Provinz Kurdistan im Nordwesten des Iran seit kurzem in Einzelhaft. Die Verlegung in eine Einzelzelle ist häufig ein Anzeichen dafür, dass eine Exekution unmittelbar bevorsteht. Sherko Moarefi, ebenfalls ein iranischer Kurde, befindet sich noch immer im Todestrakt des Saqqez-Gefängnisses in Kurdistan.
Habibollah Latifi, ein Jurastudent an der Azad-Universität in der im Südwesten des Landes gelegenen Provinz Ilam, ist am 16. Januar 2010 in eine Einzelzelle verlegt worden. Sein Anwalt hat Angaben zufolge keine Informationen über einen bevorstehenden Hinrichtungstermin erhalten, obwohl es das iranische Recht so vorsieht. Dennoch ist es in einigen Fällen bereits vorgekommen, dass eine Hinrichtung vollzogen wurde ohne den zuständigen Anwalt im Vorfeld darüber in Kenntnis zu setzen. Seine Familie hat auch keine Benachrichtigung über eine bevorstehende Hinrichtung erhalten, sie befürchten dennoch, dass Habibollah Latifi in akuter Gefahr ist hingerichtet zu werden.
Habibollah Latifi wurde am 23. Oktober 2007 in Sanandaj festgenommen und vom dortigen Revolutionsgericht am 3. Juli 2008 wegen "Feindschaft mit Gott" (moharebeh) zum Tode verurteilt worden. Aufgrund seiner aktiven Mitgliedschaft in der verbotenen bewaffneten "Partei für ein Freies Leben in Kurdistan" (PJAK). Sein Gerichtsverfahren fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt; weder seine Familie noch sein Anwalt durften der Verhandlung beisitzen. Sein Todesurteil wurde am 18. Februar 2009 vom Berufungsgericht in Sanandaj bestätigt. Gemeinsam mit ihm wurde ein weiterer Mann, Sherko Marefi, im Oktober 2008 festgenommen und ebenso zum Tode verurteilt. Er befindet sich seitdem im Todestrakt des Saqqez-Gefängnisses.
Im Oktober 2009 kamen Befürchtungen auf, dass Habibollah Latifi, Sherko Marefi und Ehsan Fattahian die baldige Hinrichtung droht. Ein Richter der Hauptstadt der Provinz hatte die Anordnung erhalten, die Hinrichtungen vollstrecken zu lassen. Ehsan Fattahian wurde daraufhin bereits am 11. November 2009 hingerichtet.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die Kurden sind eine der zahlreichen ethnischen Minderheiten im Iran und leben vor allem im Westen und Nordwesten des Landes, in der Provinz Kurdistan und in Nachbarprovinzen, die an kurdische Gebiete in der Türkei und im Irak grenzen. Sie sind religiöser, wirtschaftlicher und kultureller Diskriminierung ausgesetzt. Daher stehen kurdische Organisationen wie die Demokratische Partei Kurdistan-Iran (KDPI) und die marxistische Gruppe Komala seit Jahren in bewaffneter Opposition zur Islamischen Republik Iran. Auch die 2004 gegründete "Partei für ein Freies Leben in Kurdistan" (PJAK) verübt Anschläge gegen iranische Sicherheitskräfte.
Keine Gruppierung hat sich bisher zu der Welle von Attentaten und Attentatsversuchen in Kurdistan bekannt, die sich zwischen dem 9. und 19. September 2009 ereignete und vor allem Richter und Persönlichkeiten des religiösen Lebens zum Ziel hatte. Im Zuge dieser Ereignisse kamen der Vorsitzende des Stadtrats von Sanadaj, ein sunnitischer Geistlicher, der die Kampagne zur Wiederwahl von Präsident Ahmadinejad unterstützt hatte, sowie der kurdische Repräsentant im Expertenrat (der den Religionsführer ernennt) ums Leben. Zwei Richter wurden bei den Angriffen verletzt. Die Behörden machen die PJAK und "radikale sunnitische Fundamentalisten", die zu ausländischen Geheimdiensten in Verbindung stehen sollen, für die Attentate verantwortlich. Verschiedene iranische Medien berichteten am 28. September 2009, dass mehrere der mutmaßlichen Drahtzieher der Angriffe am Schauplatz eines weiteren Attentats verhaftet und zwei andere getötet wurden.
Amnesty International verurteilt ohne Einschränkung Angriffe auf Zivilpersonen, zu denen auch Richter, Geistliche und lokal oder national gewählte Behördenvertreter gehören, denn Angriffe auf Zivilpersonen verstoßen gegen grundlegende Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Diese Grundsätze verbieten Angriffe auf Zivilpersonen sowie willkürliche und unverhältnismäßige Angriffe. Solche Gewalttaten sind durch nichts zu rechtfertigen.
Im Iran gelten viele Vergehen als Kapitalverbrechen, unter anderem auch "Feindschaft mit Gott". Dieses Urteil wird oft bei bewaffnetem Widerstand gegen den Staat gefällt, aber auch bei anderen Verstößen gegen die nationale Sicherheit, z. B. Spionage. Mindestens zehn weitere kurdische Männer und eine Frau sollen wegen Mitgliedschaft und Mitwirkung in verbotenen kurdischen Organisationen im Todestrakt sitzen. Zu ihnen gehören Farzad Kamangar, Farhad Vakili, Ali Haydarian, Farhad Chalesh (türkischer Staatsbürger), Rostam Arkia, Ramazan Ahmad (syrischer Staatsbürger), Fasih (Fateh) Yasmini, Hossein Khezri, Anvar Rostami, Shaker Baghi und Zeynab Jalalian. Nähere Informationen zu einigen der KurdInnen, die wegen politischer Vergehen zum Tode verurteilt wurden, auch die in dieser UA genannten, finden Sie auf Englisch unter http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE13/012/2009/en.
Im Mai 2009 wurden drei Angehörige der belutschischen Minderheit in Zahedan öffentlich hingerichtet, weniger als 48 Stunden nach einem Anschlag auf eine Moschee, bei dem 25 Menschen ums Leben kamen. Zu dem Angriff bekannte sich die Volkswiderstandsbewegung des Iran (PRMI, früher bekannt als Jondollah). Die drei Männer waren bereits zum Tode verurteilt worden, aber ihre Hinrichtungen standen in direkter Verbindung zum Anschlag auf die Moschee. Behördenvertreter behaupteten, dass die Verurteilten bei einer erneuten Befragung nach dem Angriff "gestanden" hätten, dazu beigetragen zu haben, den Sprengstoff ins Land zu bringen. Die PRMI bekannte sich auch zu einem Selbstmordanschlag am 18. Oktober 2009, bei dem mindestens 43 Personen, darunter 15 Mitglieder der Revolutionsgarde, ums Leben kamen. Daraufhin wurde ein PRMI-Mitglied wegen Entführung mit Waffengewalt, "Feindschaft mit Gott" und "Korruption" verurteilt und am 2. November in Zahedan hingerichtet. Wann der Mann festgenommen wurde, ist nicht bekannt.
1988 wurden tausende politische Gefangene im so genannten "Gefängnismassaker" hingerichtet, vor allem Angehörige der Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin (PMOI) oder linker Organisationen. Vorausgegangen war diesen Hinrichtungen ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Iran und Irak. Wenige Tage später hatten PMOI-Mitglieder vom Irak aus bewaffnete Übergriffe auf iranisches Territorium verübt, die jedoch von der iranischen Armee zurückgeschlagen wurden. Die meisten der Hingerichteten waren bereits inhaftiert, als der Überfall stattfand. Sie konnten also nicht, wie die Regierung behauptete, in Spionage oder Terrorismus verwickelt gewesen sein. Niemand wurde je für diese Massentötung zur Rechenschaft gezogen.
EMPFOHLENE AKTIONEN
SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE UND E-MAILS
Fordern Sie die Behörden auf, für den Fall, dass ein Hinrichtungstermin festgesetzt wurde, die Vollstreckung des Todesurteils von Habibollah Latifi auszusetzen.
Drängen Sie die Behörden, die Todesurteile von Habibollah Latifi und Sherko Moarefi umzuwandeln, sowie alle anderen wegen politischer Vergehen verhängten Todesurteile.
Machen Sie deutlich, dass Amnesty International das Recht und die Pflicht eines Staates anerkennt, Personen, die Strafftaten begangen haben, entsprechend der internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren, vor Gericht zu stellen. Die Todesstrafe als schlimmste Form der grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Bestrafung lehnt die Organisation jedoch ausnahmslos ab.
APPELLE AN
RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed 'Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street - End of Shahid Keshvar Doust Street, Tehran, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
E-Mail: info_leader@leader.ir oder über die Website http://www.leader.ir/langs/en/index.php?
p=letter (auf Englisch)
OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Sadeqh Larijani
Office of the Head of the Judiciary
Pasteur St., Vali Asr Ave., south of Serah-e Jomhouri
Tehran 1316814737, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
KOPIEN AN
GOUVERNEUR DER PROVINZ KURDISTAN
Esmail Najjar
(korrekte Anrede: Dear Governor)
E-Mail: auf Englisch, Französisch oder Deutsch über die Website http://en.ostan-kd.ir/Default.aspx?TabID=59
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Herrn Alireza Sheikh Attar, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: iran.botschaft@t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 4. März 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
Urging the authorities to halt Habibollah Latifi's execution if it has been scheduled;
Calling on the authorities to commute the death sentences of Habibollah Latifi and Sherko Moarefi and any others imposed for political offences;
Stating that Amnesty International recognizes the right and responsibility of governments to bring to justice, in conformity with international standards of fair trial, those suspected of criminal offences, but opposes the death penalty as the ultimate cruel, inhuman and degrading punishment.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 28. Jan 2010, 16:33
3155 Minderjährige in Adana innerhalb eines Jahres festgenommen

ADANA – Der Menschenrechtsverein IHD in Adana gab bekannt, dass 2009 alleine in Adana 3150 Minderjährige zwischen 13 und 18 Jahren festgenommen, und davon 299 verhaftet wurden.

Auf einer Pressekonferenz vor dem Büro des Menschenrechtsvereins İHD (İnsan hakları derneği) in Adana wurde der Bericht über die Verstöße gegen Kinderrechte des Jahres 2009 veröffentlicht. In dem Bericht wird betont, dass Kinder am stärksten von gesellschaftlichen Problemen beeinträchtigt würden und dass eine Umgebung, die von Gewalt geprägt ist sowie die ökonomische Situation, die physische und psychische Entwicklung der Kinder behindere. Laut des Berichts wurden im Jahre 2009 in Adana 3155 Minderjährige zwischen 13 und 18 Jahren festgenommen und davon 299 verhaftet. Es gab 2306 Vorfälle an denen Kinder beteiligt waren, 62 Verstöße gegen Kinderrechte wurden beim IHD gemeldet, so der Bericht. Gegenüber Kindern, die an verschiedenen Aktionen teilgenommen hatten und dabei festgenommen wurden, fanden Erniedrigungen, Misshandlungen und Folter durch Polizei und Sicherheitskräfte statt.

Folter und Erniedrigung

„Die Minderjährigen namens N. Ö. (15), G. B., İ. B. P.(16), K. S. (17), D. S. (17), Ç. G. (15), E. A. (16) meldeten, dass sie und ihre Familien aufgrund ihres Kontaktes zu demokratischen Organisationen von der Polizei belästigt worden seien,“ so der Bericht. Ihnen sei nachspioniert worden. Die Beschreibung des 15-jährigen M. A. vom 6. Dezember lautet in dem Bericht wie folgt: „Auf dem Heimweg von einer Hochzeitsfeier musste ich durch eine Polizeisperre hindurch. Die Polizeikräfte haben mich beschuldigt an einer Aktion teilgenommen zu haben und mich mit Schlagstöcken verprügelt und festgenommen. Im Auto haben sie mich weiter geschlagen. Ich dachte, sie würden mich auf die Polizeiwache bringen, doch sie haben mich zu einer mir unbekannten Orangenplantage gebracht. Die ganze Fahrt lang haben sie meinen Kopf auf den Boden gedrückt. Bei mir war auch H. Ö. Später haben sie mich auf den Boden gelegt und mich mit Gewehrkolben geschlagen. Als sie feststellen mussten, dass wir kein Schuldgeständnis ablegen werden, haben sie uns gesagt, sie würden uns hier umbringen. Aus Angst mussten wir gestehen. Später haben sie uns ins Polizeipräsidium gebracht, wo die Schläge und die Misshandlungen weitergingen. Sie haben uns zwei Tage kein Essen gegeben. Sie haben uns bei der Verrichtung unserer Notdurft behindert.“

In dem Bericht wird der Fall des Minderjährigen S. K. beschrieben. S. K. war am 30. Juli 2009 in seiner Wohngegend an Auseinandersetzungen mit der Polizei beteiligt gewesen. Von einem Plastikgeschoss der Polizei ins rechte Auge getroffen ist er auf diesem erblindet. Durch einen vorherigen Angriff der Polizei auf S. K. war schon die Sehkraft seines linken Auges stark eingeschränkt.

Zum Singen der Nationalhymne gezwungen

In dem Bericht wird beschrieben, dass Minderjährige nach ihrer Verhaftung nicht in die geschlossenen M-Typ Jugendstrafanstalt Pozantı gebracht wurden, sondern stattdessen in den geschlossenen E-Typ Strafvollzug Kürkçüler. Bei ihrer Inhaftierung in Kürkçüler wurden sie von Soldaten systematisch gefoltert, später wurde diese Behandlung von Wachpersonal über Tage hinweg weitergeführt.„Ş. Ö. (16), M. E. (15), Ç. S. (17) sind wegen ihrer Verletzungen nach der Folter zum amtierenden Gefängnisarzt gegangen und von ihm wiederum geschlagen und misshandelt worden. Sie wurden gezwungen, die türkische Nationalhymne zu singen.“

48 Minderjährige bekommen 203 Jahre Haftstrafe

Wie den Kindern des Kürkçüler E-Typ Gefängnis ging es auch denen im Pozantı M-Typ Jugendgefängnis, so der Bericht. Wegen der Verantwortungslosigkeit der Gefängnisdirektion verlor der 16-jährige Y. A. dort sein Leben.

Aufgrund von Vorwürfen wie „Steine werfen gegen die Polizei“ oder „Organisationspropaganda“ wurden 2009 gegen 48 Kinder insgesamt 203 Jahre, 3 Monate und 25 Tage Haftstrafe ausgesprochen.

Für die sofortige Freilassung der Minderjährigen

In dem Bericht wurde unter anderem gefordert, dass die Verpflichtungen der Kinderrechtsdeklaration eingehalten und sofort gesetzlich und administrativ umgesetzt werden sollen; Kinder sollen ein Recht auf Ausbildung in ihrer Muttersprache erhalten; die inhaftierten Minderjährigen müssen sofort freigelassen werden. Insbesondere wird in dem Bericht gefordert, dass Minderjährige vor einem Jugendgericht angeklagt werden sollen.

Der Vorsitzende des Menschenrechtsbüros in Adana, Beyhan Günyeli, erklärt, dass Adana eine Provinz sei, in der verstärkt gegen Kinderrechte verstoßen würde. „Mit den Festnahmen von Minderjährigen beginnen Misshandlung und Folter. In den Polizeiautos und den Polizeiwachen geht sie weiter. Die Kinder werden von Beginn ihres Aufenthalts in Haft die gesamte Dauer lang gefoltert und misshandelt.“

Quelle: ANF, 26.01.2010, ISKU

(http://www.yeniozgurpolitika.org/pictures/haberler/poliscocuktutuklama2.jpg)
(http://komelaluzern.files.wordpress.com/2009/09/koi1.jpg)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: United-Kurdistan am 05. Feb 2010, 23:54
Zitat
Air Berlin fliegt ab Samstag nach Erbil
Freitag, Februar 5th 2010 12:39 PM
 

Berlin/Erbil, 5. Januar (AKnews) – Am kommenden Samstag nimmt Air Berlin Flugverbindungen in den Nordirak auf. Von München aus werden im Wechsel Erbil und Suleimaniya angeflogen. Bis Ende des Winterflugplans sind sechs Flüge geplant: am 6. Februar, 13. und 27. März nach Erbil, am 20. Februar, 6. und 20. März nach Suleimaniya. Im Sommer sollen die Frequenzen erhöht werden. Die Tickets kosten ab 598 Euro.
(http://aknews.com/images/cms-image-000032043.jpg)
Auch Lufthansa hat für den Sommer Verbindungen in den Irak gekündigt. Erbil und Bagdad sollen von Frankfurt und München aus angeflogen werden. Noch sind aber sind die Verkehrsrechte nicht gesichert, außerdem wird die Infrastruktur noch geprüft.

ms AKnews
http://aknews.com/de/aknews/2/111166/ (http://aknews.com/de/aknews/2/111166/)
 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: siyabendo am 07. Feb 2010, 00:14
Ludwigsburg (dsc) - Xatar rappt nicht nur vom Gangster-Dasein, er lebt es auch. Momentan befindet sich der Rapper auf der Flucht vor der Polizei. Der 28-jährige Giwar Hajabi, wie Xatar mit bürgerlichem Namen heißt, ist dringend tatverdächtig, zu einer Gruppe zu gehören, die Mitte Dezember des letzten Jahres einen Überfall auf einen Goldtransporter verübte.

http://www.laut.de/vorlaut/news/2010/02/05/24284/

ein gutes hat die ganze sache,er tritt auf unsere schönen festivals nicht mehr auf.



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 09. Feb 2010, 12:04
     
        Für die Gerechtigkeit werden die Lichter gelöscht-Adalet icin isiklar sönecek

Von heute an bis zum 20. 02. werden in Amed jeden Abend  20 Uhr für zwei Minuten die Lichter gelöscht. 90 gesellschaftliche Institutionen haben sich dafür zusammengeschlossen, für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit, sowie die Einleitung einer Lösung. "Für eine dauerhafte Helligkeit -eine einminütige Dunkelheitsaktion".

http://www.yuksekovahaber.com/haber/adalet-icin-isiklar-sonecek--25469.htm

                                                          Keske__sor


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Partizan am 10. Feb 2010, 16:31
Tatverdächtiger schickt Diebesgrüße aus Moskau

9. Februar 2010, 04:00 Uhr

Mit einem aktuellen Eintrag bei Facebook hat sich der mutmaßliche Millionenräuber Giwar Hajabi zurückgemeldet. Der in der Rapperszene als Xatar bekannte Bonner (28) soll mit seinen Komplizen im Dezember 2009 einen Goldtransporter in der Nähe von Ludwigsburg ausgeraubt haben. Die Beute hat laut Polizeiangaben einen Wert von 1,8 Millionen Euro.

[...]

"Moscow never sleeps. ich seh nur maybachz . . . woher zum teufel haben die russen das ganze geld??" steht in dem Eintrag des Rappers, der 2009 auf dem Festival R(h)einkultur sein Album "Alles oder nix" vorgestellt hat. Ob sich der 28-Jährige tatsächlich in der russischen Hauptstadt aufhält oder die Ermittler auf eine falsche Fährte locken möchte, ist unklar.
---

Quelle: http://www.welt.de/die-welt/regionales/article6311665/Tatverdaechtiger-schickt-Diebesgruesse-aus-Moskau.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 10. Feb 2010, 21:27
Zitat
Verhaftungen gegen BDP gehen weiter: Heute 39 Festnahmen
 
Während von den Verhaftungswellen gegen die kurdische Bewegung, im letzten Jahr nach Berichten des Menschenrechtsvereins IHD noch über 1500 Menschen in Haft sind, provoziert der türkische Staat nun direkt vor dem Jahrestag der Verschleppung von Abdullah Öcalan, dem 15. Februar, mit weiteren Festnahmen. Unter den 39 Festgenommenen befinden sich viele Jugendliche. Auch wurde eine Vielzahl von Hausdurchsuchungen durchgeführt. In Diyarbakır erteilte die Generalstaatsanwaltschaft sogar eine einwöchige Generalvollmacht für die Polizei, die nun nach Gutdünken Körper-, Fahrzeug- und Hausdurchsuchungen durchführen kann. In Vorbereitung auf den 15. Februar befindet sich Diyarbakır im Ausnahmezustand, strategische Positionen wurden von Panzerfahrzeugen besetzt und die Polizei führt breit angelegte Durchsuchungen durch.
 
HAKKARİ
Die Polizeidirektion von Hakkari führte in den Morgenstunden Hausdurchsuchungen in den Stadtvierteln Karşıyaka, Yenimahalle, Berçelan, Biçer, Medrese und Gazi durch. Dabei wurden 15 Personen festgenommen. Der Grund für die Festnahmen ist bisher nicht bekannt.
 
ŞEMDİNLİ
Im Dorf Altınsu im Kreis Şemdinli in der Provinz Hakkari und in der Stadt Şemdinli selbst wurden gegen 1.00 nachts mehrere Häuser durchsucht. Ohne Gründe für die Festnahmen zu nennen, wurden 11 Personen nach Wan zur Staatsanwaltschaft abtransportiert.
 
YÜKSEKOVA
Auch in Yüksekova in der Provinz Hakkari führte die Polizei in der Nacht mehrere Hausdurchsuchungen durch. Es wurden 7 Personen, davon zwei Jugendliche festgenommen.
 
İDİL
In Idil in der Provinz Şırnak kam es ebenfalls zu Festnahmen und Hausdurchsuchungen. Ein 21-jähriger Mann wurde festgenommen. Er soll angeblich an mehreren Aktionen teilgenommen haben.
 
ÖMERLİ
In Ömerli in der Provinz Mardin drang die Polizei in den Morgenstunden in das Kreisbüro der BDP ein. Sie nahmen einen Teeverkäufer, der sich in den Räumen aufhielt, fest. Er wird beschuldigt, bei der Eröffnung des Büros illegale Parolen gerufen zu haben.
 
WAN
In Wan wurde eine Demonstration zum Jahrestag der Verschleppung von Abdullah Öcalan mit Panzerfahrzeugen angegriffen und drei Personen festgenommen.
 
BATMAN
In Batman führte die Polizei eine Durchsuchung im Haus des BDP-Kreisvorsitzenden durch. Der dort anwesende Sohn des Vorsitzenden wurde festgenommen.
 
Quelle: ANF, 10.02.2010, ISKU
 
 
 
5 ½ Jahre für 15-Jährigen wegen angeblicher Teilnahme an Spontandemonstration
 
Der 15-Jährige wurde bei einer Demonstration festgenommen und anschließend wieder freigelassen. Nun wurde er vor dem Schwurgericht in Diyarbakır zu einer Haftstrafe von 10 Jahren und einem Monat wegen „Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation und begehen von Straftaten im Namen einer solchen“, „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ und „Propaganda für eine verbotene Organisation“ verurteilt. Er hatte erklärt, dass er auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei und die Polizei begonnen habe mit Gasgranaten zu schießen. Deshalb habe er sich sein T-Shirt über die Nase gezogen.
Die Anklage wirft dem Jungen vor, er sei dem Aufruf der PKK gefolgt und habe sich an einer illegalen Demonstration beteiligt, die von der Polizei aufgelöst worden war. Er habe sein Gesicht vermummt und sei vor der Polizei geflohen.
Das Gericht verurteilte den Jungen zu 10 Jahren und einen Monat, verminderte die Strafe jedoch auf 5 ½ Jahre, da er zum „Tatzeitpunkt“ 14 Jahre alt war.
 
Quelle: ANF, 10.02.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 11. Feb 2010, 18:01
  Erdogan´s  Gast Rojda ist ins Istanbuler Gericht gebracht worden - Erdogan´in davetlisi Rojda Istanbul Adliyesi´ne getirildi


Die von Ministerpräsident Erdogan, im Bereich der "Öffnung" , auf eine Versammlung mit Künstlern eingeladene MKM Künstlerin Rojda wurde heute ins Istanbuler Gericht gebracht. Sie wurde gestern in den Abendstunden in ihrem Haus verhaftet. Sie hatte 2009 an einem Festival in Diyarbakir teilgenommen, und das Lied "Heval Kamuran" gesungen. Aus diesem Grund wurde sie wegen Propaganda für eine Organisation angeklagt und ein Prozess eröffnet.(ANF)

www.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=21513


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 11. Feb 2010, 21:17
Mittlerweile ist Rojda freigelassen worden ,nach Abgabe einer Erklärung. Vor dem Gerichtsgebäude sagte sie dann, das es sinnlos ist , in einer Zeit ,wo man von Öffnung spricht , dass man wegen Liedern verurteilt wird.(DIHA)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 11. Feb 2010, 22:18
16 jährige Kurdin aus Duhok  gewinnt Schach-Wettbewerb der Arabischen Liga
Kurdin Karin Kamal war siegreich - Arabische Konkurrenten gingen leer aus . .


(http://www.aknews.com/images/cms-image-000034136.jpg)


Quellen:
Chess hero in Iraq honored in Kurdish Dahuk (http://www.aknews.com/en/aknews/5/112878/)
KEÇA KURD QOŞ Lİ EREBAN QETAND  (http://nu.lotikxane.com/2010/02/keca-kurd-qos-li-ereban-qetand/)
Kurdische Schachspielerin ist die arabische Meisterin (http://www.aknews.com/de/aknews/5/111026/)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 12. Feb 2010, 19:50
Soldaten töten Minibusfahrer mit 51 Schüssen

ŞIRNEX - Der 23-jährige Hecer Uslu, der mit seinem Minibus in der Provinz Şirnex zu dem Dorf Ortabağ im Kreis Uludere (an der Straße zwischen Şirnex und Colemêrg) unterwegs war, starb aufgrund von Schüssen durch die militärische Jandarma. Der BDP-Kreisvorsitzende von Şirnex, Sekvan Aytu, erklärte, dass der Minibus von 51 Schüssen getroffen worden war. Nach Augenzeugenberichten war der Bus ohne Warnung oder einem Zeichen zum Anhalten angegriffen wurde.
Der am Tatort diensttuende Cousin des Getöteten, Osman Uslu, erklärte: „Die zu diesem Zeitpunkt diensthabenden Soldaten schickten uns mit einigen Dorfschützern aus, um Holz zu sammeln. Wir stiegen mit den Soldaten bis zur Straße herunter. Der Kommandant der Gruppe war der Oberleutnant Özcan Akdemir. (…) Die Soldaten reihten sich am Straßenrand auf. Das Auto kam angefahren. Der Oberleutnant befahl den Soldaten sich hinzulegen und sie eröffneten das Feuer. Es wurde kein Haltebefehl an das Fahrzeug o.ä. gegeben. Der Kugelhagel wurde ohne Ankündigung eröffnet. Ohne dass das Auto uns schon erreicht hätte, stoppte es, weil der Fahrer Hecer verletzt worden war. Danach holten sie ihn aus dem Auto.“
Die Soldaten verhinderten nach Augenzeug_innenberichten eine medizinische Versorgung des schwer Verletzten, der daraufhin verstarb. Die Soldaten versuchten, die Situation zunächst als Folge eines Kampfes darzustellen. Ramazan Arka, der zu diesem Zeitpunkt am Tatort war, erklärte: „ Es wurden Erklärungen abgegeben, dass am Ort des Geschehens zwei Soldaten am Bein verletzt worden seien. Das sind alles Lügen. Es sind Versuche, das Geschehene zu verschleiern. Als ich an den Ort des Geschehens kam, gab es keine verletzten Soldaten. Keiner hat davon gesprochen. Erst danach wurde so eine Aussage verbreitet. Das Auto war von vier Seiten von Kugeln durchlöchert worden.“

Der Vater des Getöteten, Salih Uslu, erklärte, dass sein Sohn schon vorher, weil er an DTP-Konvoys teilgenommen hatte, von Soldaten bedroht worden war. Er erklärte auch, dass sein Sohn den Militärdienst gerade abgeschlossen hatte.
Am Ort des Geschehens fand sich der Kreisvorsitzende der BDP von Şirnex Sekvan Aytu und BDP-Stadtratsmitglieder ein. Sie untersuchten die Ereignisse, indem sie mit den Augenzeug_innen sprachen und den Tatort begingen. Aytu erklärte, dass der Bus von 51 Kugeln getroffen worden sei und dass sich am Straßenrand eine große Zahl von Patronenhülsen befunden habe, was darauf hindeute, dass aus kurzer Entfernung das Feuer eröffnet worden war. Er erklärte weiter: „Der Staat hat einen Krieg gegen die Kurd_innen begonnen. (…) Der ‚Demokratische Aufbruch’ der AKP-Regierung bedeutete, dass die Bürgermeister_innen verhaftet wurden und die Ermordung von unschuldigen Zivilpersonen. Das Ziel ist das kurdische Volk. Ob du Dorfschützer bist, Ladenbesitzer_in, Dorfbewohner_in, Kind oder Mutter macht keinen Unterschied. Wir werden dieses Ereignis nicht vergessen. Der Leid dieser Familie ist unser aller Leid.“

Quelle: ANF, 08.02.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 14. Feb 2010, 02:20
Zitat
86 Festnahmen bei zeitgleicher Operation
 
In Mardin. Siirt, Van, Hakkari, Muş, Adana, Batman, Diyarbakır und Ağrı führte die Polizei eine große Zahl von Hausdurchsuchungen durch und nahm mindestens 77 Personen, u.a. den Kreisvorsitzenden der BDP, Stadtratsmitgliedern und Funktionär_innen des Menschenrechtsvereins IHD fest. Diese Angriffe und Festnahmen sind auch als Provokation für die beginnenden Proteste am Jahrestag der Verschleppung von Abdullah Öcalan zu sehen.
 
MARDİN
In Mardin führten die ganze Nacht bis in den Morgen Antiterrorspezialeinheiten eine große Zahl von Hausdurchsuchungen durch. Die Repressalien liefen wieder unter dem Vorwand, eine Operation gegen die KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistan) zu sein. Die Sondereinheiten verwüsteten die Wohnungen, warfen Gegenstände und Mobiliar durcheinander und beschlagnahmten Bücher und Computer. Bei den Durchsuchungen wurden u.a. der BDP-Kreisvorsitzende İsa Durç, mehrere Stadtratsmitglieder, Mitglieder der Frauenbewegung DÖKH, der Vorsitzende des IHD Mardin Abdulkadir Çoğata und viele andere namentlich noch nicht bekannte Personen festgenommen.
Die Polizei arbeitete anscheinend eine Liste mit 24 Personen ab, die sich mittlerweile alle auf der Polizeidirektion befinden.
 
SİİRT
Hier durchsuchte die Polizei in den frühen Morgenstunden das Büro der BDP-Kreisleitung von Siirt, das Mesopotamische Kulturzentrum (MKM-DER) und etliche Privatwohnungen. Dabei wurde auch hier der BDP-Kreisvorsitzende und Mitglieder der regionalen BDP-Führung festgenommen. Weiterhin richteten sich die Festnahmeoperationen gegen den Vorsitzenden des Kulturzentrums, mehrere Stadtratsmitglieder. Die Durchsuchungen dauerten teilweise am Mittag des 13.02. noch an.
 
Van
In Van errichteten die Polizei an vielen Punkten Kontrollposten und führte Personenkontrollen und Durchsuchungen durch. Daneben wurden in den späten Nachtstunden mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden acht Personen wegen „Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation“ festgenommen.
 
AĞRI
In Ağrı Zentrum und in Patnos fanden auch eine große Zahl von Hausdurchsuchungen statt. Auch hier wurden mindestens 9 Personen festgenommen, darunter auch Angestellte und Mitglieder der BDP.
 
HAKKARİ
In Yüksekova und Şemdinli in der Provinz Hakkari wurden bei Hausdurchsuchungen mindestens sieben Personen festgenommen.
 
MUŞ
In Muş Bulanık wurde u.a. die Vorsitzende des BDP-Frauenrats Şefika Bilici festgenommen. Zu dem wurden etliche Hausdurchsuchungen durchgeführt.
 
ADANA
In Adana stürmten Antiterrorpolizisten 23 Wohnungen von Studierenden und führten mehrere Festnahmen durch. Weiterhin beschlagnahmten sie in einem soziokulturellen Verein eine große Zahl von Dokumenten.
 
BATMAN
Bei den Razzien wurden in Batman ein Stadtratsmitglied und acht Mitglieder des BDP-Jugendrates festgenommen. Weiterhin fand eine große Zahl von Hausdurchsuchungen statt. Außerdem war schon in den Morgenstunden das BDP-Parteiratsmitglied Mehmet Candemir festgenommen worden.
 
Quelle: ANF, 13.02.2010, ISKU


Antikurdischer Staatsterror geht weiter: 194 Festnahmen
 
In Mardin. Siirt, Van, Hakkari, Muş, Adana, Batman, Diyarbakır und Ağrı führte die Polizei eine große Zahl von Hausdurchsuchungen durch und nahm mindestens 194 Personen, u.a. den Kreisvorsitzenden der BDP, Stadtratsmitgliedern und Funktionär_innen des Menschenrechtsvereins IHD fest. Diese Angriffe und Festnahmen sind auch als Provokation für die beginnenden Proteste am 12. Jahrestag der Verschleppung von Abdullah Öcalan zu sehen.
 
MARDİN
In Mardin führten die ganze Nacht bis in den Morgen Antiterrorspezialeinheiten eine große Zahl von Hausdurchsuchungen durch. Die Repressalien liefen wieder unter dem Vorwand, eine Operation gegen die KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistan) zu sein. Die Sondereinheiten verwüsteten die Wohnungen, warfen Gegenstände und Mobiliar durcheinander und beschlagnahmten Bücher und Computer. Bei den Durchsuchungen wurden u.a. der BDP-Kreisvorsitzende İsa Durç, mehrere Stadtratsmitglieder, Mitglieder der Frauenbewegung DÖKH, der Vorsitzende des IHD Mardin Abdulkadir Çoğata und viele andere namentlich noch nicht bekannte Personen festgenommen.
Die Polizei arbeitete anscheinend eine Liste mit 24 Personen ab, die sich mittlerweile alle auf der Polizeidirektion befinden.
 
SİİRT
Hier durchsuchte die Polizei in den frühen Morgenstunden das Büro der BDP-Kreisleitung von Siirt, das Mesopotamische Kulturzentrum (MKM-DER) und etliche Privatwohnungen. Dabei wurde auch hier der BDP-Kreisvorsitzende und Mitglieder der regionalen BDP-Führung festgenommen. Weiterhin richteten sich die Festnahmeoperationen gegen den Vorsitzenden des Kulturzentrums, mehrere Stadtratsmitglieder. Die Durchsuchungen dauerten teilweise am Mittag des 13.02. noch an.
 
BATMAN
Bei den Razzien wurden in Batman ein Stadtratsmitglied und acht Mitglieder des BDP-Jugendrates festgenommen. Weiterhin fand eine große Zahl von Hausdurchsuchungen statt. Außerdem war schon in den Morgenstunden das BDP-Parteiratsmitglied Mehmet Candemir festgenommen worden. Es wurden hier mindestens 10 Personen festgenommen.
 
WAN
In Van errichteten die Polizei an vielen Punkten Kontrollposten und führte Personenkontrollen und Durchsuchungen durch. Daneben wurden in den späten Nachtstunden mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden acht Personen wegen „Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation“ festgenommen.
 
AĞRI
In Ağrı Zentrum und in Patnos fanden auch eine große Zahl von Hausdurchsuchungen statt. Auch hier wurden mindestens 14 Personen festgenommen, darunter auch Angestellte und Mitglieder der BDP.
 
HAKKARİ
In Yüksekova und Şemdinli in der Provinz Hakkari wurden bei Hausdurchsuchungen mindestens 31 Personen festgenommen, acht davon Kinder und Jugendliche.
 
MUŞ
In Muş Bulanık wurde u.a. die Vorsitzende des BDP-Frauenrats Şefika Bilici festgenommen. Zudem wurden etliche Hausdurchsuchungen durchgeführt. Es wurden insgesamt mindestens 6 Personen festgenommen.
 
ADANA
In Adana stürmten Antiterrorpolizisten 23 Wohnungen von Studierenden und führten mehrere Festnahmen durch. Weiterhin beschlagnahmten sie in einem soziokulturellen Verein eine große Zahl von Dokumenten.
 
ANTEP
In Antep wurden bei einer zeitgleichen Polizeioperation mindestens 50 Personen festgenommen. Das BDP-Gebäude, die Büros der linken kurdischen Zeitung Azadiya Welat und eine große Zahl von Privatwohnungen wurden durchsucht. Etliche für die Zeitung arbeitende Personen wurden festgenommen.
 
URFA
In Urfa wurden 4 Personen wegen des Rufens von Parolen für die PKK und Öcalan festgenommen.
 
İSTANBUL
In İstanbul Küçükçekmece wurden bei Hausdurchsuchungen drei Jugendliche festgenommen und zur Antiterrorabteilung gebracht.
 
Quelle: ANF, 13.02.2010, ISKU



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 16. Feb 2010, 17:32
Gegen 17 der aus Maxmur und Kandil gekommenen Personen wurde ein Prozess eröffnet - Maxmur ve Kandil´den gelen 17 kisi hakkinda dava

Gegen 17 der 34 Personen, die auf Grund des Aufrufs von PKK Führer Abdullah Öcalan von Maxmur und Kandil gekommen sind, ist Anklage erhoben worden. Wegen PKK Propaganda werden für diese 17 Personen bis zu 5 Jahren Haft gefordert.
In der von der Generalstaatsanwaltschaft Diyarbakir vorbereiteten Anklage wird angeführt, dass einige Mitglieder der aus Kandil und Maxmur kommenden Gruppen, in der Zeit vom 30. November 2009 bei der öffentlichen Versammlung in der IHD Filliale in Diyarbakir PKK Propaganda betrieben hätten.
Zur Anklage seitens der Staatsanwaltschaft wurde von Gülbahar Cicek im Namen der Gruppe eine Erklärung  gemacht.
Es wurde bekannt gegeben, dass die Verhandlungen in den nächsten Tagen beginnen werden.
(ANF)

http://www.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=21805


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 16. Feb 2010, 18:50
Diese Gerichtsverhandlungen müssen und werden sie durchstehen. Parallel dazu haben führende Politiker der CHP dann auch noch den Innenminister angezeigt, dass er schuldhaft dafür gesorgt hatte, dass die 34 nicht gleich beim Grenzübertritt inhaftiert wurden. Aber so einfach wie noch bis vor kurzem kommen diese faschistoiden angeblichen Sozialdemokraten nicht mehr davon. Heute vormittag las ich in dem Zeitungsartikel bei Hürriyet Daily News überwiegend Lesermeinungen, die ein wirkliches Umdenken in allen Kurden betreffende Angelegenheiten fordern, Leute, die öffentlich sagen, dass die sogenannte Öffnung keine ist, auch Leute - und wohl nicht nur Kurden -, die klar ausdrücken, dass ohne Beteiligung Abdullah Öcalans ein Frieden nicht erreichbar ist. Da bewegt sich was, aber diese Bewegung muss noch viel stärker werden, und dabei können wir sehr helfen.

Nur wer was tut, und möglichst was Richtiges, kann ein Land in Bewegung bringen!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Pretender am 16. Feb 2010, 21:04
Stichwort : Nur wer was tut und möglichst was Richtiges, kann ein Land in Bewegung bringen

Nur mit vielen Forum-beiträgen wird das nix


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 17. Feb 2010, 00:23
Zitat
Proteste in Kurdistan am Jahrestag der Verschleppung von Abdullah Öcalan
 
Am 15.2. jährt sich zum 12. Mal die Verschleppung von Abdullah Öcalan. Für viele Kurd_innen ist dieser Tag ein Symbol für ihre Unterdrückung. Abdullah Öcalan steht als Symbol für den kurdischen Freiheitskampf und wird als Repräsentant der Bevölkerung beschrieben. Sein basisdemokratisches Konzept, seine konsequente Unterstützung der Frauenbewegung und antifeudalistischer Ansatz brachten ihn in der Bevölkerung großes Ansehen. Seine schlechte Behandlung in Haft gilt als Gradmesser der Unterdrückung der Bevölkerung. Auch aus diesem Grund ist der 15. Februar ein wichtiger Tag für die kurdische Freiheitsbewegung. Der Staat provozierte schon im Vorfeld mit mittlerweile über 200 Festnahmen in den letzten beiden Tagen. Heute kam es zu Großdemonstrationen in Erzurum, Van, Ağrı, Mardin, Urfa, Hakkari, Diyarbakır, Şırnak, Bingöl, Sakarya, Adıyaman, Bitlis, Mersin, İzmir, Aydın und Antalya. An einigen Orten kam es zu heftigen Auseinandersetzungen nach Polizeiangriffen auf die Demonstration und brutalen Übergriffen auf Demonstrant_innen. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Ereignisse in den kommenden Tagen zuspitzen werden, da die Unzufriedenheit über die andauernde Repression in der kurdischen Bevölkerung groß ist.
 
URFA
In Urfa versammelten sich mehrere Tausend Menschen und wollten eine Demonstration durchführen. Die mit einem Großaufgebot anwesende Polizei griff sofort den Organisator der Demonstration, das BDP-Parteiratsmitglied Mahmut Çelik, wegen eines Plakats mit der Aufschrift: „Das interanationale Komplott vom 15. Februar kann den Freiheitswillen unseres Volkes nicht verdunkeln“ an. Er wurde zusammengeschlagen und festgenommen. Danach erklärte die Polizei die Demonstration für illegal und drohte sie aufzulösen. Dennoch setzt die Menschenmenge die gewünschte Demonstration durch und die Polizei war gezwungen, ihre Blockade aufzugeben. An ihr nahmen u.a. BDP-Abgeordnete teil. Während sich die Menge zerstreute, nahm die Polizei mindestens 35 Personen fest und wurden zur Antiterrorabteilung gebracht. Die Polizeioperationen dauern noch an.
 
SİLOPİ
In Silopi versammelten sich mehrere 10.000 Menschen vor dem BDP-Büro um zum 15. Februar zu protestieren. Die Demonstrant_innen riefen Parolen wie „Biji Serok Apo“ und „Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier.“
 
YÜKSEKOVA
In Yüksekova nahmen heute mehr als 20.000 Menschen an einer Demonstration zum 15. Februar teil, auch die Geschäfte blieben aus Protest geschlossen. Als die Polizei die Menschenmenge angriff, begannen die Auseinandersetzungen. Tausende errichteten Barrikaden und liefern sich heftige Kämpfe mit der Polizei. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Provokateuren, welche die Menschenmenge beleidigt hatten. Diese wurden dann jedoch vor den aufgebrachten Jugendlichen von BDP-Angehörigen in Sicherheit gebracht. Auch zwei Geldautomaten einer Bank wurden in Brand gesetzt.  Nachdem die BDP-Leiter_innen die Demonstrant_innen beruhigen konnten, fand eine Kundgebung statt. Danach wurde eine Demonstration ins Stadtzentrum durchgeführt. Nun griff die Polizei die Menge mit Gasgranaten und Wasserwerfern an. Darauf entstand eine heftige Straßenschlacht, bei der u.a. eine Bankfiliale in Flammen aufging. Bis jetzt sind 3 Festnahmen und zwei Verletzte bekannt. Die Kämpfe dauern allerdings in mehreren Stadtvierteln an.
 
HAKKARİ
Auch in Hakkari, wo heute die Läden geschlossen blieben, versammelten sich mehrere Tausend Menschen vor dem BDP-Büro. Auch hier wurden Parolen für Abdullah Öcalan und die PKK gerufen. Auch hier nahmen BDP-Abgeordnete, Bürgermeister und Funktionär_innen teil. Die Demonstration zog in Richtung Jandarma Kommandantur. Auf dem Weg dorthin wurde sie mit Gasgranaten angegriffen. Es entstanden heftige Auseinandersetzungen mit brennenden Barrikaden, die zur Stunde andauern.
 
DİYARBAKIR
In Diyarbakır fingen heute die Friedensmütter einen eintägigen Hungerstreik an. Ziel der Aktion sei es gegen das Komplott vom 15. August zu protestieren, ein Ende der Repression und die Freilassung von Abdullah Öcalan zu fordern.
Daneben bekannte sich eine Frauengruppe mit dem Namen „Viyan Soran Rachebrigaden“ zu einem Angriff mit einer Schockgranate auf die Kommandantur der 7. Armee in Diyarbakır. Die mit einem lauten Knall detonierte Schockbombe verursachte Panik unter den Soldaten.
Weiterhin wurde der Verkehr in zwei verschiedenen Stadtvierteln von Diyarbakır mit Hilfe von Molotowcocktails zum Erliegen gebracht. Hierzu bekannte sich die „Apoistische Jugendinitiative,“ die die brennenden Barrikaden mit Steinen gegen die Polizei verteidigte, bevor sie sich ohne Festnahmen zurückzog.
 
ADIYAMAN
Auch in Adiyaman findet heute ein eintägiger Protesthungerstreik statt, der ebenfalls von den Friedensmüttern organisiert wurde.
 
MARDİN
In Mardin fand eine große Kundgebung statt, welche die Verschleppung verurteilte undbetonte, dass der Freiheitskampf fortgesetzt werde. Vor dem BDP-Büro in Nusaybin versammelten sich mehrere Hundert Menschen und führten eine Demonstration durch. An der Demonstration nahm unter anderem BDP-Bürgermeister teil.
In Kızıltepe griff eine Gruppe mit dem Namen „Şehit Aydın Erdem Rachebrigade“, die sich auf den im Dezember bei Protesten in Diyarbakır erschossenen Studenten Aydın Erdem bezieht, eine Polizeistation mit einem Sprengsatz niedriger Sprengkraft an. Dabei wurden alle Scheiben des Reviers zerstört. Die Gruppe hatte zuvor mit einem Sprengsatz die Staatsanwaltschaft von Kızıltepe angegriffen.
 
BEYTÜŞŞEBAP
In Beytüşşebap in der Provinz Şırnak wurde ebenfalls ein eintägiger Hungerstreik begonnen, der morgen mit einer Kundgebung enden wird.
 
ERZURUM
Auch in Erzurum nahmen viele Menschen an der Kundgebung vor dem BDP-Büro teil. Es wurde betont, dass die andauernden Militäroperationen und die Repression das Risiko eines Bürgerkriegs fördern würden.
 
VAN
In mehreren Städten der Provinz Van fanden heute Protestaktionen statt. In Özalp in der Provinz Van öffneten die Läden nicht. Es fand eine gut besuchte Protestkundgebung vor dem BDP-Büro statt. Sie forderten, dass Abdullah Öcalan als Gesprächspartner von der türkischen Regierung anerkannt werden sollte. In Gevaş wurde vor dem BDP-Gebäude ein Hungerstreik begonnen. Er wird morgen in einer Großkundgebung enden. In der Stadt Çaldıran traf ein Konvoy, an dem unter anderem Mitglieder der Friedensgruppen beteiligt waren, ein. Er wurde massenhaft mit einer Kundgebung vor dem BDP-Kreisbüro begrüßt.
 
MALAZGRİT
In Malazgirt in der Provinz Muş fand eine Demonstration mit mehreren Hundert Teilnehmer_innen unter Parolen wie „Der mörderischen AKP wird vom Volk die Rechnung präsentiert werden“ statt.
 
BİTLİS
In Bitlis fand eine große Demonstration unter Beteiligung von BDP-Abgeordneten und Bürgermeister_innen statt. In Tatvan in der Provinz Bitlis demonstrierten etwa 500 Menschen.
 
AGRI
Auch in der Provinz Ağri begannen in vielen Städten die Proteste, so gab es in Patnos und Diyadin Demonstrationen, während in Doğubayazıt ein Hungerstreik andauert und morgen in einer großen Kundgebung enden soll.
 
BİNGÖL
In Bingöl fand ebenfalls eine große Kundgebung unter Beteiligung von BDP-Abgeordneten statt. Von der BDP-Abgeordneten Ayla Akat aus Batman wurde betont, dass dieKurd_innen in allen vier Teilen Kurdistans um für Freiheit und Gleichheit kämpfen. Die PKK sei eine Konsequenz aus der fehlenden Lösung der kurdischen Frage. Auch das Komplott vom 15. Februar sei darauf angelegt gewesen, diese Volk zu brechen.
 
İZMİR
In Izmir versammelten sich mehrere Hundert Menschen mit Plakaten wie „Wir verurteilen das Komplott vom 15. Februar.“ Die Demonstration, auf der alle in Schwarz gekleidet gingen, wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet.
 
MERSİN
Auch in Mersin fand eine Demonstration unter Beteiligung von BDP-Funktionär_innen statt. Die Polizei griff die Demonstrierenden mit Gasbomben an. Die Jugendlichen reagierten mit Steinwürfen. Die Auseinandersetzungen dauern bis jetzt an. Bei den Auseinandersetzungen sind mittlerweile 29 Personen festgenommen worden, weitere 15 wurden wegen angeblicher Vorbereitungen für Protestaktionen in der Nacht zuvor festgenommen.
 
AYDIN
Auch in Aydın wurde eine Kundgebung zum 15.Februar durchgeführt.
 
ANTALYA
Vor dem BDP-Büro von Antalya versammelte sich eine große Menschenmenge um zum 15. Februar zu protestieren.
 
TURGUTLU
In Turgutlu im Kreis Manisa wurde ebenfalls eine Kundgebung durchgeführt.
 
SAKARYA
Die Volksinitiative von Sakarya führte vor dem BDP-Kreisbüro eine Kundgebung durch.
 
Quelle: ANF, 14.02.2010, 15:49, ISKU





Zehntausende protestieren zum 15. Februar
 
Am 15.2. jährt sich zum 11. Mal die Verschleppung in die Türkei von Abdullah Öcalan. Schon gestern kam es in dutzenden Städten zu Protestaktionen, Straßenschlachten und militanten Angriffen.
Für viele Kurd_innen ist dieser Tag ein Symbol für ihre Unterdrückung. Abdullah Öcalan steht als Symbol für den kurdischen Freiheitskampf und wird als Repräsentant der Bevölkerung beschrieben. Sein basisdemokratisches Konzept, seine konsequente Unterstützung der Frauenbewegung und antifeudalistischer Ansatz brachten ihn in der Bevölkerung großes Ansehen. Seine schlechte Behandlung in Haft gilt als Gradmesser der Unterdrückung der Bevölkerung. Auch aus diesem Grund ist der 15. Februar ein wichtiger Tag für die kurdische Freiheitsbewegung. Der Staat provozierte schon im Vorfeld mit hunderten Festnahmen in den letzten Tagen. Heute finden Proteste an denen sich viele Zehntausend beteiligen und teilweise sehr heftige Straßenschlachten in Diyarbakır, Şırnak, Batman, Dersim, Mardin, Mersin, Hakkari, Adana, Erzincan, Adıyaman, Muş, Kars, Hatay, Ergani, Silvan, Lice, Bismil, Çınar, Viranşehir, Karakoçan, Karlıova, Cizre, Gevaş, Saray, Çukurca, Varto, Doğubeyazıt und Istanbul statt. Die BDP-Büros waren mit schwarzen Fahnen ausgestattet und vielerorts streikten die Ladenbesitzer_innen und die Schüler_innen boykottierten die Schule. In Urfa und anderen Städten wurden Protesthungerstreiks begonnen.

Vorläufige Bilanz
Die vorläufige Bilanz des 15. Februar sind 4 Schwerverletzte, 25 Verletzte, 21 Personen, davon 17 Kinder in Haft und 110 Festnahmen.
 
DİYARBAKIR – Straßenschlachten in vielen Stadtteilen nach Polizeiangriff
Mehrere tausend Menschen versammelten sich in Diyarbakır Bağlar heute um zum 15. Februar zu protestieren. An den Protesten nahmen auch der BDP aus Batman Bengi Yıldız, und die mit Politikverbort belegten kurdischen Politiker_innen Aysel Tuğluk, Ali Aydın und andere Teil.
Mehrere hundert vermummte Jugendliche nahmen ebenfalls an den Protesten mit Plakaten mit der Forderung nach Freilassung von Abdullah Öcalan teil. Die Menschenmenge wurde von einer großen Zahl Polizisten von der Seite mit Tränengasgranaten und Wasserwerfern angegriffen. Zurzeit sind 35 Festnahmen in Diyarbakır bekannt. Die Auseinandersetzungen breiten sich im Moment über das ganze Stadtgebiet aus. Bis jetzt wurde 35 Personen, darunter Jugendliche festgenommen und 3 Autos durch Tränengasgranaten beschädigt.
Auch in den Kreistädten der Provinz Diyarbakır, in Ergani, Silvan, Lice, Dicle, Çınar und Bismil versammelten sich die Menschen unter Parolen wie „Es lebe Kurdistan, es lebe Apo“ oder „Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier.“ In Bismil versammelten sich mehrere tausend Menschen zu einer Demonstration. In Lice blieben die Läden geschlossen und die Schüler_innen boykottierten die Schule. Aus vielen Häusern wurden schwarze Fahnen gezeigt. Auch in Dicle öffneten außer Apotheken und Bäckereien keine Geschäfte.
 
ŞIRNAK - große Demonstration und Straßenschlachten in Cizre
Auch in Şırnak Stadt versammelten sich viele tausend Menschen vor dem BDP-Kreisbüro und führten eine Demonstration ins Stadtzentrum durch. Sie forderten die Freilassung von Abdullah Öcalan.
In Cizre in der Provinz Şırnak versammelten sich viele tausend Menschen, darunter auch BDP-Bürgermeister_innen. Der Bürgermeister von Cizre betonte, dass der türkische Staat geglaubt habe, mit der Verhaftung von Herrn Öcalan, die kurdische Frage gelöst zu haben. Die kurdische Bevölkerung habe jedoch dieses Vorhaben scheitern lassen. Er forderte, dass die Strafe für Öcalan in einen Hausarrest umzuwandeln sei.  Viele Demonstrant_innen trugen Bilder von Öcalan und Fahnen der PKK. Die Polizei griff die Demonstration mit Pfefferspray und Tränengasgranaten an. Die Jugendlichen antworteten mit Steinen.
 
BATMAN – Heftige Straßenschlachten
Hier versammelten sich mehrere tausend Menschen vor dem Bahar Kultur und Kunstzentrum (BKSM). Die Menschen wollten zum BDP-Büro demonstrieren wurden jedoch von der Polizei mit Panzern, Tränengas, Wasserwerfern und Knüppeln angegriffen. Die Jugendlichen zerstreuten sich daraufhin und errichteten an vielen Punkten Barrikaden, die sie mit Steinen verteidigten. Während die Kämpfe zur Stunde andauern, haben in vielen Stadtvierteln Jugendliche Feuer entzündet und setzen ihre Aktionen fort. Beim Polizeiangriff wurden viele Personen festgenommen.
 
DERSİM – Demonstration durch die Innenstadt
In Dersim nahmen mehrere hundert Menschen, die sich vor dem BDP-Kreisbüro versammelt hatten an einer Demonstration zum Rathaus teil.
 
MARDİN – Demonstration und Sitzstreik
Auch hier versammelten sich mehrere hundert Menschen und führten eine Kundgebung vor dem AKP-Kreisbüro durch. Der BDP-Kreisvorsitzende Ahmet Birgül erklärte auf der Demonstration: „Während die Kurd_innen 3,5 Millionen Unterschriften gesammelt haben, die bestätigen, dass sie Herrn Öcalan als Repräsentanten ihres politisch Willens sehen, wird er in einem Vorgang ohne Gleichen in einem Einpersonen-Gefängnis gehalten. Ihm werden die ihm zustehende Rechte als Gefangener verweigert. Dazu werden immer wieder unsere Bürgermeister_innen und Politiker_innen verhaftet und unseren Abgeordneten der Status entzogen.“ Die Aktion wurde mit einem fünfminutigen Sitzstreik beendet.
Auch in Derik, Kızıltepe, Nusaybin, Dargeçit und Mazıdağı kam es zu Demonstration bzw. die Ladenbesitzer_innen streikten und die Schüler_innen boykottierten die Schule.
 
KARAKOÇAN – Demonstration
In Karakocan versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem BDP-Kreisbüro. Es wurden Parolen für die PKK und Öcalan gerufen.
 
ERZİNCAN – Kundgebung
Vor der BDP-Zentrale von Erzincan versammelte sich eine große Menschenmenge um zum 15. Februar zu protestieren.
 
ADIYAMAN – Demonstration und Sitzstreik
Unter der Beteiligung vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen wie dem Menschenrechtsverein IHD, der Bildungsgewerkschaft, Eğitim Sen, der BDP oder dem Sprachverein KURDİ-DER versammelte sich eine große Gruppe vor dem BDP-Kreisbüro und führte eine Demonstration und eine fünfminutige Sitzaktion durch.
 
KARLIOVA
Auch in Karliova in der Provinz Bingöl fand eine Demonstration unter Beteiligung von BDPürgermeister_innen und Funktionär_innen statt.
 
DOĞUBAYAZIT – Straßenschlachten nach Polizeiangriff auf Großdemo
In Doğubayazıt in der Provinz Ağrı endete heute der zweitägige Protesthungerstreik mit einer Großdemonstration. Die Polizei griff die Demonstrant_innen mit Gasbomben und Wasserwerfern an. Die Menge antwortete mit Feuerwerkskörpern und Steinen. Es wurden Barrikaden errichtet und die Kämpfe dauern an.
 
MUŞ – große Demonstration in Varto und Muş
In der Provinz Muş öffneten ebenfalls vielerorts die Läden nicht. Eine große Menschenmenge versammelte sich vor dem BDP-Kreisbüro von Muş und führte eine Demonstration durch.
In Varto in der Provinz Muş, blieben seit den frühen Morgenstunden alle Geschäfte geschlossen. Es versammelten sich mehrere tausend Menschen zu einer Demonstration.
 
KARS
Auch in Kars fand heute eine Kundgebung und Demonstration zum 15. Februar statt.
 
HAKKARİ – in verschiedenen Kreisstädten der Provinz Hakkari kommt es am zweiten Tag in Folge zu schweren Auseinandersetzungen und großen Demonstration – Polizeischüsse – schwer verletzter 12-jähriger durch Gasgranate.
In der ganzen Provinz Hakkari streikten heute die Ladenbesitzer_innen. Sowohl in Hakkari als auch in Yüksekova sangen die Polzisten nationalistische/faschistische Märsche und griffen die Demonstrant_innen an. Nachdem in Hakkari Stadt, die Polizei eine Demonstration angegriffen hatte, an der u.a. der BDP-Abgeordnete Hamit Geylani teilnahm, flammten die Straßenkämpfe vom Vortag erneut auf. Während die Polizei Knüppel, Gas und Wasserwerfer, gefärbtes Wasser einsetzt, kämpfen die Leute mit Steinen auf den Barrikaden. Zwei Panzer wurden von der Menschenmenge umgestürzt, ein Panzer wurde durch Brandsätze zerstört. Die Kämpfe dauern an. Während der Auseinandersetzungen schoss die Polizei mit Wasserwerfern gezielt auf Journalist_innen und beschädigte so ihre Ausrüstung.
Jugendliche verbarrikadierten verschiedene Stadtteile und hindern die Polizei am Vordringen. Sie legen einen sehr hohen Organisierungsgrad an den Tag und schaffen es die Polizei am Eindringen in die Stadtteile durch Molotowcocktails, Schleudern und Steinen zu hindern. Sie schützen sich vor dem Gas mit einer eigenen Unterstützungsstruktur, die z.B. Zitronen bereit hält. Mittlerweile hat sich die Polizei gegen die entschlossene Gegenwehr zurückgezogen und es werden Sondereinheiten eingesetzt. Die Auseinandersetzungen breiteten sich auf 12 Stadtteile aus. Ein Zivilpolizist, der von Jugendlichen gestellt wurde, als er ein Kind zusammenschlug, brach sich auf der Flucht ein Bein. Mittlerweile eröffnet die Polizei aus scharfen Waffen das Feuer in die Luft aber auch auf Demonstrant_innen. Ein 14-jähriger Junge wurde durch eine Polizeikugel verletzt und befindet sich im Krankenhaus. Es wurde ebenfalls 12-Jähriger schwer verletzt, als eine Gasgranate auf seinem Kopf explodierte. Er befindet sich im Moment im Krankenhaus in Wan.
In der Kreisstadt Çukurca, die an der Grenze zu Südkurdistan (Nordirak) mitten im Kriegsgebiet in der Provinz Hakkari liegt, nahmen ebenfalls viele hundert Menschen an einer Protestaktion teil. Den ganzen Tag bis in die Abendstunden fanden spontane Protestaktionen in verschiedenen Stadtvierteln statt. In den Abendstunden griff die Polizei Demonstrant_innen mit massivem Gewalteinsatz an. Die Polizei ging zusammen mit Spezialeinheiten mit Tränengasgranaten und scharfen Schüssen gegen sie vor und verletzte einen 25-Jährigen durch Schüsse schwer. Er wurde nach Hakkari ins Kreiskrankenhaus gebracht, über seinen Zustand wurden jedoch keine Informationen herausgegeben, sein Transport wurde durch Spezialeinheiten behindert, die den Krankenwagen nicht aus dem Landkreis lassen wollten. Bis jetzt wurden bei anschließenden zahlreichen Hausdurchsuchungen weitere 5 Personen festgenommen, darunter der ehem. DTP-Kreisvorsitzende.
Nachdem es gestern schon Yüksekova in der Provinz Hakkari 20.000 Menschen demonstriert hatten und es nach Polizeiangriffen zu schweren Straßenkämpfen kam, dauerten die Auseinandersetzungen auch heute fort, nachdem die Polizei eine Gruppe Demonstrant_innen mit Gasgranaten und Wasserwerfern angegriffen hatte. Mindestens ein Polizeifahrzeug brannte hier aus.
Die Polizei setzte extrem viel Tränengas ein. Die Polizei schoss in viele Privatwohnungen mit Gasgranaten durch geschlossene Fenster und verletzte die Bewohner_innen bzw. zwang sie aus den Häusern zu fliehen. Die Auseinandersetzungen dauern auch am Abend an.
Viele antworteten daraufhin mit Molotowcocktails und Steinen. Auch hier bleiben die Läden geschlossen und die Schüler_innen boykottierten die Schulen, deswegen fand auch gar kein Unterricht statt.
 
WAN – Protestaktionen in Kreisstädten, Straßenschlachten in der Provinzhauptstadt
In der Großstadt Wan kam es zu heftigen Auseinandersetzungen an verschiedenen Punkten. Viele Menschen zündeten dezentral Protestfeuer an und führten Spontandemonstrationen durch. Die Polizei griff die Protestierer_innen mit Wasserwerfern und Tränengasgranaten an. Diese wiederum erwiderten mit Steinen.
In vielen Kreisstädten, wie Gevaş, Saray und Hatay der Provinz Wan fanden heute Demonstrationen und Protestaktionen Stadt.
 
ADANA – Straßenschlachten und Demonstrationen in vielen Stadtteilen
In Adana demonstrierten heute jeweils mehrere hundert Menschen unter den Fahnen der PKK und der KCK dezentral in verschiedenen Stadtvierteln. In etlichen Vierteln streikten die Ladenbesitzer_innen. An etlichen Orten gibt es Zusammenstöße mit der Polizei. Die Jugendlichen errichteten Barrikaden und griffen die Polizei vielerorts mit Molotowcocktails und Steinen an. In vielen Straßen brennen Protestfeuer und es finden Spontandemonstrationen statt. Während die Ereignisse andauern, ist von vielen verletzten Demonstrant_innen und Polizisten die Rede.
 
MERSİN – dezentrale Straßenkämpfe und Festnahmen – Polizeischüsse
Auch hier finden dezentral in acht verschiedenen Stadtteilen Demonstrationen und Straßenschlachten statt. Die Polizei ging gegen die Demonstrant_innen mit Wasserwerfern und Tränengas vor. Diese wiederum erwiderten mit Steinen und Molotowcocktails. Die Straßenschlachten dauerten den ganzen Tag an und endeten erst am Abend. Die Polizei nahm bei Hausdurchsuchungen mindestens 25 Jugendliche fest. Die Festgenommenen wurden in Haft geschlagen. Die Polizei setzte auch scharfe Munition ein.
 
ISTANBUL – Polizeiangriff auf Sitzstreik am Taksim, Straßenschlachten in verschiedenen Stadtteilen – Polizeischüsse
Am Taksim Platz in Istanbul versammelten sich mehrere hundert Menschen, um eine Demonstration zum 15. Februar durchzuführen. Die Polizei löste die Versammlung mit Gasgranaten und Knüppeln auf und nahm eine große Zahl Teilnehmer_innen fest. Zuvor hatten die Demonstrant_innen mit einem Sitzstreik gegen das Verbot der Demonstration protestiert. Es fanden regelrechte Hetzjagden der Polizei auf vermeintliche Demonstrant_innen statt.
Aber auch in vielen anderen Stadtteilen Istanbuls fanden Protestaktionen statt. Am heftigsten waren diese im Stadtviertel Başakşehir. Die Jugendlichen riefen Parolen wie „Nieder mit dem Faschismus“, „Biji Serok Apo“, „Die Jugend wird in die Berge gehen.“ Die Polizei griff sie mit Panzern und Tränengas an. Die Jugendlichen antworteten mit Steinen, Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern. Die Polizei beschädigte auch mehrere Wohnungen, in dem sie willkürlich in Fenster mit dem Wasserwerfer schoss. 
Im Stadtteil Sancaktepe eröffnete die Polizei das Feuer auf Demonstrant_innen und verletzte einen Ladenbesitzer am Bein.
Im Stadtteil Sultangazı führte die „Apoistische Jugendinitiative“ eine Demonstration durch, die von der Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern angegriffen wurde. Die darauffolgende Straßenschlacht dauerte lang an und breitete sich aus. Es wurden mindestens 14 Demonstrant_innen festgenommen. Vielerorts gehen die Auseinandersetzungen bis in die Nachtstunden weiter.
 
IĞDIR
In Iğdır wurde eine Kundgebung zum 15. Februar von der Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern angegriffen. Die Jugendlichen antworteten auf den Angriff mit Steinwürfen. Die Auseinandersetzungen breiteten sich über die Stadt aus und halten an. Es wurden mindestens 16 Personen bis jetzt festgenommen.
Videolinks:
http://www.yuksekovahaber.com/video/yuksekova-15-subat-protestolari-374.htm
http://www.hakkarihabertv.com//haber/hakkaride_15_subat_olayli_basladi.asp
Quellen: ANF, DIHA, Yüksekovahaber, Yüksekovagüncel, Hakkarihabertv, Zaphaber, Hakkarimedya, 15.02.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 17. Feb 2010, 03:01
@ "Pretender":

Zu deiner Information: Der Chef der Zeitung "Azadiya Welat" wurde vor einigen Tagen von der trk. Justiz zu 21 Jahren Knast verurteilt. Nicht weil er "Mollies" herstellte oder warf, auch nicht, weil er dazu aufrief, sondern weil er in den Artikeln seiner Zeitung schlicht nicht den Sprachregelungen dieser Justiz und Bürokratie folgte. So viel Angst haben die vor dem geschriebenen Wort, das sich nicht verbiegen lässt.

Abdullah Öcalan schrieb vor einigen Monaten eine 160-seitige "Roadmap" einen Fahrplan für die Erringung von Frieden im Lande. Den schlossen sie im "Giftschrank" ein, damit das Volk keine Fragen stellt. Ocalans Anwälte haben inzwischen so manche Einzelheit daraus berichtet. Das führt zu Fragen, die werden gestellt, auch von TürkInnen. Der Kampf mit der Schreibfeder, bzw. heute mit dem PC-Keyboard war und ist ein wichtiges Mittel für die Befreiung der Völker, damit der Kampf mit den Gewehren zur rechten Zeit beendet werden und in einen gerechten Frieden für alle übergehen kann.

Hierzulande ganz besonders, damit die Lobby der bezahlten Lügenverbreiter sowohl mit ihren Lügen wie mit den Alternativen dazu konfrontiert wird.

We do not "pretend" to work, we work and fight with our means!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 17. Feb 2010, 16:48
Zitat
Nicht die PKK sondern Dorfschützer haben von 16 Jahren Davut Karçi ermordet
 
AMED - Vor 16 Jahren wurde im Landkreis Mazıdağ in der Provinz Mardin Davut Karci, Opfer eines Mordes sogenannter unbekannter Täter. Damals wurde behauptet, er sei von der PKK ermordet worden. Im Zuge der Befragung von Dorfschützern aus dem Dorf Bilge zu dem Massaker an 44 Menschen ist nun der Mörder von Karçi ermittelt worden.
 
In der Befragung durch die Staatanwaltschaft bezüglich des Massakers wurde die Waffe des Dorfschützers Burhan Çelebi als die Waffe identifiziert, mit der Davut Karci am 5. August 1994 nahe des Dorfs Derecik in Mazıdağ erschossen wurde. Çelebi wurde daraufhin in Untersuchungshaft genommen.
 
Nachdem im letzten Jahr 44 Menschen im Dorf Bilge ermordet wurden, sind die Kalaschnikows aller Dorfschützer im Landkreis Mazıdağ beschlagnahmt worden. Durch ballistische Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass mit der Waffe des Dorfschützers Burhan Çelebi vor 16 Jahren Davut Karçi ermordet wurde. Damals wurde behauptet, Karçi sei von Mitgliedern der PKK ermordet worden.
 
In einer Untersuchung des Kriminalpolizeilichen Labor in Diyarbakir war ermittelt worden, dass drei der acht Schüsse auf Karçi von einer Kalaschnikow mit der Seriennummer 68 K 0496 stammten. Daraufhin hatte die Oberstaatsanwaltschaft in einem Brief an die Mazıdağı-Landkreis-Gendarmerie gefragt, wer der Halter dieser Waffe sei. In der schriftlichen Antwort hieß es, es könne nicht festgestellt werden, wem die Waffe gehöre.
 
8 Schüsse aus 3 verschiedenen Waffen
 
Das Dorf Derecik wurde von Einheiten des Staates 1994 geräumt. Davut Karçi, der zu diesem Zeitpunkt mit seinen neun Kindern dort lebte, floh mit seiner Familie in den Landkreis Kızıltepe der Provinz Mardin. Als Karçi am 5. August 1994 mit seiner Frau und seinem Cousin İbrahim Karçi zu den verlassenen Feldern des Dorfes ging, wurden sie von einer Gruppe bewaffneter gestoppt und nach ihren Ausweisen gefragt. Davut Karçi wurde daraufhin mitgenommen und hinter einen Hügel geführt. Seine Frau und sein Cousin schilderten, dass sie nach einiger Zeit Schüsse von dort hörten und in diese Richtung gingen. Sie sahen, dass Davut Karçi ermordet, die Pflanzen um ihn herum verbrannt worden waren und dass eine Gruppe von 3–4 Personen sich von dem Tatort entfernte. In der Autopsie der Leiche von Davut Karçi wurde festgestellt, dass er von acht Schüssen aus drei unterschiedlichen Waffen getötet worden war.
 
Quelle: ANF, 17.02.2010, ISKU
 
 
 
Militäroperation in Dersim
 
DERSİM – Die seit zwei Tagen andauernden Militäroperationen der türkischen Armee gegen die HPG-Guerilla im Landkreis Mazgirt in Dersim werden mit Unterstützung durch Panzerfahrzeuge und Helikopter fortgesetzt.
Seit nunmehr zwei Tagen finden in den ländlichen Gebieten des Landkreis Mazgirt Operationen des 5. Brigadekommandos gegen die Guerilla statt. Während Helikopter die militärischen Einheiten führen, kontrollieren Panzerfahrzeuge die Überlandstraßen.
Im Rahmen der Operation wurden gebirgige Gebiete auch bombardiert. Es wurde gemeldet, dass bis jetzt während der Operation keine offenen Gefechte stattgefunden hätten.
 
Quelle: ANF, 17.02.2010, ISKU
 
 
 
Konferenz der Künstler_innen – Koma Berxwedan gründet sich neu
 
KÖLN – Als Ergebnis der Konferenz der Mesopotamischen demokratischen Kunst und Kultur Bewegung Europa (TEV-ÇAND) wurde in einer Erklärung bekanntgegeben, dass sich die bekannte kurdische Musikgruppe Koma Berxwedan neu gründet.
 
Nach der 1. europäischen TEV-ÇAND Konferenz in Köln vom 9.–10. Februar wurde in der Abschlusserklärung die Entscheidung bekannt gegeben, dass sich Koma Berxwedan neu organisieren wird.
In der Erklärung heißt es bezüglich der Diskussionen der TEV-ÇAND, dass es falsch sei, wenn durch die musikalische Tätigkeit die eigenen Grenzen gesetzt werden würden. Musikalische Werke seien an sich ohne Eigenschaften, es sei viel nachgeahmt worden, die kurdische Musik sei im Namen der Modernisierung zerstört worden, der Widerstand des kurdischen Volkes, die Energie, das Leid, die Freuden würden sich darin nicht spiegeln.“
 
Weiterhin heißt es in der Erklärung der TEV-ÇAND: „Es wurde diskutiert, dass in Videos, die Bilder von Öcalan und der Guerilla teils notwendigerweise, teils überflüssig verwendet werden, die Lebensweise der kapitalistischen Modernen enthalten sei. Als Beispiel solle die Tradition von Koma Berxwedan gelten, die sich über Widerständigkeit, Produktivität, Betriebsamkeit und Großzügigkeit als Grundlage definieren und deren Neuorganisierung beschlossen wurde.
Auch wurde in der Erklärung kritisiert, dass die Künstler_innen den militärischen, ökonomischen, politischen und kulturellen Druck auf das kurdische Volk nicht so stark wie vielleicht gewollt zur Sprache bringen und dass sie sich in einer Distanz zum Volk, zu den Aktionen und Organisationen befinden.
 
Die Erklärung enthält auch eine Reihe Vorschläge zur Lösung der genannten Probleme: „Um diese Situation zu verändern, muss durch künstlerisches Arbeiten, das von Öcalan vorausgesehene demokratische, kommunal gesellschaftliche Paradigma verbessert werden, die politischen und moralischen Grundsätze auch auf die künstlerischen und kulturellen Arbeiten angewandt werden und dafür besonders der Bildungsarbeit besonderes Gewicht verliehen werden. Die jugendlichen Künstler_innen, haben beschlossen, dass überregionale, wie auch regionale Schulungen für das gesamte Künstler_innen Kollektiv stattfinden sollen.“
 
Am Ende der Erklärung wurde ein weiteres Mal betont, dass Künstler_innen und Intellektuelle „das Gewissen der Gesellschaft seien und sich dieser Verantwortung bewusst die notwendigen Methoden entwickeln müssten.“
 
Quelle: ANF, 16.02.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 19. Feb 2010, 13:07
Gegen 61 kurdische Politiker haben die Gerichtsverhandlungen begonnen


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 19. Feb 2010, 14:00
Amed - Gegen die bei den Operationen festgenommenen 61 kurdischen Politikern haben die Verhandlungen begonnen.
Heute begannen vor dem 6. Schweren Strafgericht in Amed die Verhandlungen, gegen die 61 Personen, die bei den Verhaftungswellen in Merdin, Amed, Sirnex und Elih festgenommen wurden.
Für die insgesamt 61 Politiker, darunter 47 BDP Mitglieder, werden 708 Jahre Haft gefordert, wegen "Mitgliedschaft in Organisationen" oder "Durchführung von Aktionen im Namen von Organisationen".
Die Verhandlungen verliefen unter starken Sicherheitsvorkehrungen. Jeder Einzelne,der die Verhandlungen beobachten wollte, wurde durchsucht.
(ANF)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 19. Feb 2010, 21:34
Interview mit Süleyman Çevik, dem Herausgeber von "Nûbihar", der langlebigsten kurdischen und kurdischsprachigen Zeitschrift in der Türkei . Das Interview ist auf Türkisch, als Primärquelle wird "Ilke Haber" angegeben.URL (http://www.haberdiyarbakir.com/news_detail.php?id=30751)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Feb 2010, 22:50
Zitat
525 Jahre für ehemaligen Vorsitzenden der Zeitung Azadiya Welat gefordert
 
AMED – Für Vedat Kurşun, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Azadiya Welat, wurde wegen der Vorwürfe „Propaganda für Organisation in 103 Fällen und „Organisationsmitgliedschaft“ insgesamt 525 Jahre Gefängnisstrafe gefordert.
 
Vedat Kurşun, der zwischen Februar 2007 und Juni 2008 Chefredakteur der Zeitung Azadiya Welat (kurd. Freie Heimat) gewesen ist, wurde vor dem 5. Strafgericht von Amed (Diyarbakır) beschuldigt, „Organisationspropaganda“ gemacht zu haben und „Mitglied einer Organisation“ gewesen zu sein. Bei der Hauptverhandlung waren Kurşun, der wegen eines anderen Verfahrens seit 8 Monaten in Untersuchungshaft sitzt, sowie sein Verteidiger Servet Özen anwesend. Der Staatsanwalt Yakup Yar hat dem Gericht eine 27-seitige Anklageschrift vorgelegt, welche die Prozessakten sowie Protokolle der 32 Verhöre enthält. Auf dieser Grundlage fordert die Staatsanwaltschaft für Vedat Kurşun eine ‚Rekord’-Strafe.
 
Staatsanwalt Yar beschuldigt Kurşun, er hätte während seiner etwa einjährigen Tätigkeit in fast allen Ausgaben „Organisationspropaganda“ betrieben. Überschriften, Inhalte und Fotografien mancher Nachrichten in 103 Ausgaben der Zeitung werden als „Propaganda“ gewertet. Diese werden in der Anklageschrift einzeln aufgezählt. So beispielsweise die Überschrift der Ausgabe des 8. Februar 2007 genannt, die besagt „Wenn sie uns ein Zeichen geben, werden wir nicht einen Schuss mehr abgeben“. Am 6. März 2007 titelte die Zeitung mit „landesweiter Aufruf“, am 7. März 2007 mit „Die Regierung versteckt ihre Schuld“.
 
Von den, in der Anklageschrift aufgeführten 103 Ausgaben werden mindestens 70 als Grundlage für die Schuld gesehen. So wurden zum Beispiel die Nennung der Begriffe „Kurdistan“, „Guerilla“, „Anführer der Kurden Öcalan“, „verehrter Öcalan“ in Nachrichten und Reportagen als Beweis für die Schuld gewertet, ebenso wie Nachrichten betreffend der Ansichten Öcalans, Erklärungen von führenden PKK-Mitgliedern, Berichten bezüglich der Haftbedingungen von Abdullah Öcalan auf der Gefängnisinsel Imralı oder Berichterstattung von Versammlungen. Traueranzeigen für gefallene Guerillas der HPG werden als „Organisationspropaganda“ eingestuft. Auffallen waren auch Fehler in den Übersetzungen vom Kurdischen ins Türkische mancher Ausgaben. So wurde beispielweise in der Ausgabe des 22. März 2008 bei der Übersetzung der Nachricht bezüglich der Newrozfeiern in Kızıltepe anstatt „demokratisches freies Kurdistan“ „unabhängiges demokratisches Kurdistan“ übersetzt. Schon die Verwendung von Fotos von HPG-Mitgliedern oder Öcalan in manchen Ausgaben wurde als ausreichend für eine Strafe gesehen.
 
Staatanwalt Yar hatte für Kurşun in der Anklageschrift für den Vorwurf der „Organisationspropaganda“ in 103 Fällen zwischen 1 Jahr plus 3 Monaten bis 5 Jahre pro Fall gefordert. Für den Vorwurf der „Organisationsmitgliedschaft“ wurde zwischen 6 Jahren plus 3 Monaten bis 10 Jahre gefordert. Sollte das Gericht Kurşun auf gemäß der Forderung der Staatsanwaltschaft verurteilen, so drohen ihm zwischen 135 Jahren und 525 Jahren Gefängnis.
 
Vedat Kurşun äußerte in seiner Verteidigungsrede, dass die betreffenden Veröffentlichungen Nachrichten informativer Natur gewesen seien und an die Meldungen der Nachrichtenagenturen gebunden gewesen seien. Daher forderte er für sich einen Freispruch.
 
Gerade als Servet Özen mit der Verteidigung von Kurşun beginnen wollte, wurde vom Gericht eine Pause gefordert. In der kurzen Pause der Hauptverhandlung hat das Gericht beschlossen, dass Kurşun weiterhin in Untersuchungshaft bleiben soll und die Verteidigung an einem bislang unbestimmten Datum fortgesetzt werden solle.
 
Quelle: ANF, 19.02.2010, ISKU
 
 
 
Mehr als 12 Jahre Gefängnis für Steine werfende Minderjährige
 
AMED – Zwei Minderjährige, die in Amed (Diyarbakır) Steine auf die Polizei geworfen haben sollen, wurden zu Gefängnisstrafen von insgesamt 12 Jahren und 22 Monaten verurteilt.
Im September 2009 kam es im Landkreis Bêşebab (Beytüşşebab) in der Provinz Şirnex (Şırnak) bei einer Beerdigungsfeier für 2 gefallene Guerillas zu Auseinandersetzung mit der Polizei. Dabei wurden die 17-jährigen N. C. und Y. B. festgenommen. Vor dem 2. Strafgericht in Amed wurden sie nun verurteilt.
Ihnen wurde vorgeworfen „gegen die Versammlungs- und Demonstrationsgesetze verstoßen zu haben“, „Mitglied einer Organisation zu sein“ und „Propaganda für eine Organisation gemacht zu haben“. Die Urteile lauten für N.C. und Y.B. jeweils 6 Jahre und 11 Monate Gefängnisstrafe.
 
Quelle: ANF, 19.02.2010, ISKU
 
 
 
15-jährige Aktivistin zu 7 Jahren und 9 Monaten verurteilt
 
Die 15-jährige Beriwan S. aus Elih (türk. Batman), wurde vom Schwurgerichtshof, wegen angeblicher Steinwürfe auf einer Demonstration zu 7 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Wie der Menschenrechtsverein IHD berichtet, wurde ihr nach ihrer Festnahme das Gesicht vermummt und von der Polizei fotografiert. Anschließend wurde sie gefoltert. Sie schreibt: „Nachdem sie mich festgenommen hatten, schlugen sie mich sehr. Ich kann nicht verstehen, warum sie mich so behandelten. Ich werde hier sehr traurig, mein Herz brennt. Ich habe hier kein Recht bekommen. So einen Ort wir hier [im Gefängnis Anm. d.Üs] hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht ausmalen können Wie werde ich meine Kindheit in diesen vier Wänden verbringen?“
 
Sie hatte an einer Demonstration gegen das DTP-Verbot am 9. Oktober 2009 teilgenommen und wurde dort mit der Beschuldigung Steine geworfen zu haben festgenommen und verhaftet.
 
Weiter schreibt sie: „Hier ist es so furchtbar, dass ich es, so lange ich es auch erzähle, nicht verständlich machen kann. Ich habe große Angst davor, hier immer zu bleiben. Ich möchte raus und mit meinen FreundInnen spielen. …“ Sie betont in ihrem Brief, keine Straftat begangen zu haben: „Ich verstehe nicht, warum sie mir so eine Strafe geben, obwohl ich keine Straftat begangen habe. Ich verstehe nicht, was die Polisten von mir wollten. Was habe ich ihnen getan? Ich wollte lernen, zur Schule gehen. Warum haben die Polizisten mein Gesicht vermummt und Fotos gemacht?“
 
Weiter erklärte Beriwan, dass sie gefoltert wurde: „Warum haben sie mir Gewalt angetan? Meine Beine sind immer noch übersät mit blauen Flecken. Damit sie niemand sieht, haben sie ein Mittel darüber gestrichen. Ich verstehe nicht, warum sie mich so behandelt haben. Ich bin erst 15 und mir wurde Unrecht getan. Niemandem hier wird gerecht behandelt.“
 
Der IHD betonte, dass bis zum Alter von 18 Jahren nach türkischem Recht jeder als Kind zählt und entsprechend geschützt werden muss. Stattdessen werden die Kinder mit hohen Haftstrafen belegt und es wird versuch,t sie physisch und psychisch zu zerstören. Der IHD-Sprecher von Mêrdîn (Mardin), Herr Koç sagte: „Ich rufe von hier jeden auf, kommt und lasst uns etwas für die Kinder tun. Sie sind unsere Zukunft. Wenn wir schweigen, vernichten wir unsere Zukunft.“
 
Quelle: Yüksekovagüncel, DIHA, 21.02.2010, ISKU
 
 
 
Seit sechs Tagen Straßenschlachten in Hakkari
 
Die Situation, die am 15. Februar, dem Jahrestag der Auslieferung von Abdullah Öcalan explodierte, hält in Hakkari mit heftigen Auseinandersetzungen zwischen jugendlcihen Demonstrant_innen und der Polizie ungebrochen an.
 
Die Demonstrant_innen errichten auf der Landstraße Hakkari-Van Barikaden und zogen sich mit Eintreffen der Polizei in Panzerfahrzeugen auf die Berge zurück, von wo aus sie Parolen riefen. Die Polizei schoss unter anderem scharf in die Luft. Viele in den Stadtvierteln wurden durch den Tränengasnebel beeinträchtigt. Demonstrant_innen wurden von Panzerwagen durch die Gassen des Stadtviertels Medrese gejagt und verteidigten sich mit Steinwürfen.
Hakkarihabertv
 
Quelle: ANF, 21.02.2010, ISKU
 
 
 
18 Festnahmen in Çukurca
 
In Çelê (türk. Çukurca) in der Provinz Colemêrg (Hakkari) wurden in den Morgenstunden bei zahlreichen Hausdurchsuchungen 18 Personen festgenommen. Die Bewohner_innen der Kleinstadt schlossen alle Läden aus Protest gegen die Festnahmen.
 
Unter den Festgenommenen befindet sich der mittlerweile wieder freigelassene BDP-Bürgermeister, weitere 17 Personen. Unter ihnen befinden sich der Kreisvorsitzende der BDP und etliche Stadtratsmitglieder und Funktionär_innen. Sie befinden sich noch in Haft.
 
Quelle: ANF, 21.02.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Anatolie am 22. Feb 2010, 23:04
Zitat
Başbakan Erdoğan'a ayakkabı fırlatıldı
İspanya'da bulunan Başbakan Erdoğan'a, 'Yaşasın Kürdistan' diye bağıran bir kişi ayakkabı fırlattı.

Nilgün BALKAÇ
NTV

MADRİD - İspanya'da Kültürlerarası Sevilla NODO Ödülü'nü alan Başbakan Erdoğan'a, tören sonrasında ayakkabı fırlatıldı.
Törenin ardından eşi Emine Erdoğan ile birlikte salon dışına çıkan Erdoğan'a, korumaları aşan bir kişi 'Yaşasın Kürdistan' diye bağırdı ev ayakkabı attı.
Ayakkabı Başbakan Erdoğan'a isabet etmezken, eylemi gerçekleştiren kişi herhangi bir olay daha yaşanmadan korumalar tarafından etkisiz hale getirildi.
http://www.ntvmsnbc.com/id/25061000/ (http://www.ntvmsnbc.com/id/25061000/)


Kurz gefasst:
In Spanien wurde Tayyip Erdogan Opfer einer Schuh-Attacke eines Kurden. Dieser rief dabei "Bijî Kurdistan". Nur hat er (leider) verfehlt.
:)



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Leninist am 23. Feb 2010, 00:12
Hier kann man das dazugehörige Video sehen.
http://netkurd.com/?mod=news&option=view&id=3716 (http://netkurd.com/?mod=news&option=view&id=3716)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Ciwanro Kani am 23. Feb 2010, 00:37
Hier kann man das dazugehörige Video sehen.
http://netkurd.com/?mod=news&option=view&id=3716 (http://netkurd.com/?mod=news&option=view&id=3716)


Meine Damen und Herren da fehlten Centimeter, ein guter Schuss der leider über den Vollpfosten ging.... Donnerwetter!



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: United-Kurdistan am 23. Feb 2010, 01:28
Zitat
Erdogan-Schuhwerfer
http://kurdishglobe.net/servlet/GetArticleImageServlet?id=6E05BF2F3BA1A3952534D5DF29C8D888 (http://kurdishglobe.net/servlet/GetArticleImageServlet?id=6E05BF2F3BA1A3952534D5DF29C8D888)

Witzig? Vielleicht. Aber absolut unangebracht.
Wenn man seine Meinung kundtun will gibt es andere, zivilisiertere Möglichkeiten.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 28. Feb 2010, 21:31
Zitat
Angriff auf kurdische Bewegung in Italien und Frankreich: 88 Festnahmen
 
ROMA – Auf Befehl der Staatsanwaltschaft von Venedig wurden bei gestern Morgen in Venedik, Treviso, Pisa, Grosseto, Modena, Udine, Pordenone und Milan durchgeführten Hausdurchsuchungen und Razzien an denen Hunderte Polizisten teilnahmen, mind. 76 Personen in Italien festgenommen. 4 erhielten bis jetzt einen Haftbefehl. Einige der Festgenommenen sangen bei ihrer Festnahme kurdische Widerstandslieder. Ihnen wird Unterstützung und Ausbildung für die PKK vorgeworfen.
Auch in Frankreich wurden mindesten 12 Mitglieder von kurdischen Kulturvereinen von Antiterroreinheiten festgenommen. Sie durchsuchten, verwüsteten teilweise mehrere Wohnungen und Verein und beschlagnahmten Computer und Bücher.
 
Quelle: ANF, 26.2.2010, ISKU
 
 
 
33 Kurd_innen in Belgien freigesprochen
 
BRÜSSEL – In Brüssel endete der Prozess gegen 33 Kurd_innen, denen vorgeworfen wurde, an Angriffen auf die syrische Botschaft beteiligt gewesen zu sein. Weil den Kurd_innen, die 2005 an einer Versammlung teilgenommen hatten jedoch während der Verhandlung keine Schuld nachgewiesen werden konnte wurden sie freigesprochen.
Bei Protesten gegen die Ermordung von Scheich Maşuk Haznevi im Juni 2005 kam es zu Ausschreitungen. In dem Verfahren wurden 33 Kurd_innen beschuldigt, in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2005 bei Protesten vor der syrischen Botschaft das Gebäude angegriffen zu haben und damit einen Schaden von 15tausend Euro verursacht zu haben.
Nachdem die Staatsanwaltschaft zuerst eine symbolische Bestrafung der 33 Kurd_innen anstrebte, diesen aber keine eindeutige Schuld nachweisen konnte, musste sie schließlich auch einen Freispruch fordern.
Scheich Maşuk Haznevi, der für seinen gemäßigt Haltung unter syrischen Kurd_innen bekannt war, hatte nach dem Massaker von Qamişlo 2004 starken Widerstand gegen das syrische Regime geleistet und wurde dafür im Mai 2005 entführt und exekutiert. Während die syrische Regierung an der Behauptung festhielt, Haznevi sei von Räuberbanden ermordet worden, kam später an Licht, dass die Regierung über die Ermordung des oppositionellen Scheichs informiert gewesen sei.
Nach der Ermordung des Scheichs Maşuk Haznevi wurden sowohl in Südkurdistan, als auch in vielen europäischen Städten mit der Unterstützung der Demokratischen Einheitspartei (Demokratik Birlik Partisi, PYD) Protestkundgebungen organisiert.
 
Quelle:ANF, 24.02.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 07. Mär 2010, 19:08
Zitat
Frauen kommen zusammen
 
Zum 8. März dem weltweiten Frauenkampftag nehmen zahlreiche Frauen an Aktionen und Kundgebungen in Diyarbakır, Dersim, Şırnak, Batman, Muş, İstanbul, Bitlis, Ağrı, Adana, Van, Hakkari, Yüksekova und Varto teil. Die BDP Abgeordnete in Şırnak, Sevahir Bayındır, spricht über die Repression, die von Seiten des Staates, der Familie und von Männern Frauen gegenüber ausgeübt wird und sagte „Frauen sind dabei, sich in einem gemeinsamen Kampf zu befreien.“
 
DİYARBAKIR
Zum 100. Jahrestag vom 8. März werden Frauen von Fraueninitiativen und auch von der Industrie und Handelskammer Diyarbakır (DTSO) zur Teilnahme an den Aktivitäten aufgerufen. Der Rückgang der Beschäftigungsquote in der Landwirtschaft betrifft Frauen, sagt der Vorsitzende der DTSO Galip Ensarioğlu, dennoch läge die Frauenquote im Landwirtschaftssektor gemäß Zahlen vom letztem Jahr bei 45%. In der Landwirtschaft arbeiten 98% der Frauen illegal so Ensarioğlu, dabei sei die Zahl der vorübergehend arbeitenden und wandernden Arbeiter_innen sehr hoch. In den Städten jedoch sei von 5 Frauen, die über 15 Jahre alt sind, nur eine Frau in der Landwirtschaft tätig. Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der im Textilsektor arbeitenden Frauen angestiegen. Jedoch arbeiten sie unter schlechten Arbeitsbedingungen wie niedrige Löhne und ungesicherte Arbeitsverhältnisse. Gemäß Zahlen von 2008 liegt die illegale Beschäftigungsquote von Frauen bei 58%, bei Männern hingegen lediglich bei 38%. In qualifizierten Berufen läge die Quote bei 29% und laut Zahlen von 2006 bei leitenden Positionen bei Männern bei 11% und bei Frauen lediglich bei 3%.
 
In diesem Zusammenhang werden sich zwischen dem 6. und 7. März Fraueninitiativen und Delegationen von Frauenräten in Diyarbakır treffen und Produkte ausstellen, die von Frauen in ihren jeweiligen Provinzen hergestellt werden. An der Aktion werden Frauen aus verschieden Provinzen kommen, 50 Stände aufbauen und besondere regionale Arbeitsprodukte von Frauen ausstellen. Es werden Frauen aus den westlichen Provinzen und aus der Schwarzmeerregion wie Edirne, Aksaray, Kırklareli, İstanbul, Muğla, Yozgat, Bursa und Giresun teilnehmen und aus den östlichen Provinzen Mardin, Ardahan und Batman. An der Aktion werden aus 80 Provinzen 300 Frauen teilnehmen.
Die Zeitschrift Einheit der Jungen Frauen von Student_innen der Dicle Universität hat für den 100. Jahrestag des 8. März Aktionen veranstaltet. So sammelten sich vor der Universität Hunderte Student_innen um den 8. März zu feiern. Auch Mitglieder der Friedensmütter nahmen an der Aktion teil. Es wurden Schilder mit der Aufschrift hochgehalten „Das Bestreben von jungen Frauen sich zu organisieren wird einhergehen mit Sonne und Freiheit“, „Hoch lebe der 8. März, stoppt den Krieg, die Frauenmorde und Festnahmen und den Sexismus“ und die Parole "Jin jiyan azadi" gerufen.
Begonnen wurde die Aktion mit einer Schweigeminute für diejenigen, die im Kampf für Demokratie ihr Leben verloren haben. In der anschließenden Rede wurde dazu aufgerufen, den Kampf gegen Krieg, Kapitalismus, Gewalt, Rassismus und Ungleichheit zum 100. Jahrestag des 8. März zu verstärken. Als grundlegendes Ziel der Feiern zum 8. März wurde von den jungen Frauen genannt: Auf der politischen Bühne Aktivitäten von Frauen und deren Entschlossenheit zu zeigen und im sozialen Bereich die Organisierung von Frauen voranzubringen, deren geistige Kraft zu stärken und die Grenzen des herrschenden Systems zu überwinden. „An diesem 8. März werden wir den Angriffen des patriarchalen Systems entschlossen entgegen stehen.“ Im Anschluss an die Rede verteilten junge Frauen Nelken an die Friedensmütter, an die anderen jungen Frauen und an Männer. Die jungen Frauen steckten ihre Hände in Behälter mit gelber, grüner und roter Farbe und machten Handabdrücke auf weißen Schildern. Im Anschluß an die Rede gab das Jugendkulturzentrum ein Konzert und mit Halay [Kurdischen Volkstänzen] und Parolen ging die Aktion weiter. 
 
„WIR NENNEN ES CEYLAN“
In dem Bezirk Lice wurde vom Frauenzentrum Nujiyan der 8. März mit einer Aktion vor dem Frauenzentrum gefeiert. Es wurden Parolen wie "Jin Jiyan Azadî", "Daxwaziya Me Kurdan Serokê Me Ocalan", "Hoch lebe der Präsident Apo“ und "Jin Şer Naxwazin Azadiyê Dixwazin" gerufen und viele Parolen gegen Gewalt gegen Frauen. Die Aktion begann mit einer Rede von der Lice Bezirksbürgermeisterin Fikriye Aytin. Aytin wies auf die gegen Kurd_innen gerichtete Verleugnungs- und Vernichtungspolitik hin und sagte „Alle Aktionen dieses Jahres widmen wir dem von Waffen zerfetzten Ceylan Önkol. Wir hoffen, dass Ceylan das letzte Kind sein wird, dass in diesem schmutzigen Krieg sein Leben verliert.“
 
DERSIM
Auf Aktionen zum 8. März in Dersim sprach die Bezirksbürgermeisterin Sudan Güven: „Sind wir als Frauen heute, am hundertsten 8.März, im gesellschaftlichen Leben an einem würdigen Punkt angekommen? Die Antwort lautet ganz klar NEIN. Wir sind uns dessen zumindest bewusst und auch darüber, wie wir als Frauen unsere Probleme lösen können. Heute ist Dersim eine traumatisierte Stadt und wir wollen mit der Eröffnung eines Beratungszentrum für Frauen die Feiern an diesem bedeutungsvollen Tag beginnen.“ Im Anschluß an die Reden wurde das Frauenzentrum eröffnet.
 
BATMAN
In Batman wurden die im Batman M-Typ Gefängnis inhaftierten Frauen von BDP-Abgeordneten und zahlreichen Frauen besucht. Mit der Genehmigung vom Justizministerium und in Vertretung aller Frauen ging die BDP-Batman-Abgeordnete Ayla Akat Ata in das Gefängnis, um sich mit den Gefangenen zu treffen. Vor dem Gefängnis warteten zahlreiche Frauen und begleiteten den Besuch mit Rufen und Pfiffen. Nach dem einstündigen Treffen verließen sie geschlossen das Gefängnis.
 
ŞIRNAK
In Şırnak zogen Frauen mit Musik von Bezirk zu Bezirk und informierten über die am 5. März stattfindende Kundgebung. DÖKH Mitglied Songül Akar sagte in diesem Zusammenhang das der Kampf der Frauen verintensiviert werden muss und kritisierte auch die Repression in Belgien gegen Roj TV. Darüber hinaus gab es ein Festessen im Bezirksgebäude von Idil, an dem zahlreiche Frauen teilnahmen und Sariye Örmez als Vertreterin der DÖKH Şırnak eine Rede hielt.
 
ADANA
Auch in Adana wurde ein Festessen organisiert an dem viele Frauen teilnahmen. Parolen wie "Edî bese",„Hoch lebe der 8. März“, „Hoch lebe die Frauensolidarität“, „Hoch lebe der Vorsitzende Apo“ und „Öcalan, Öcalan“ wurden gerufen. Mit Musikbeiträgen und Halay ging das Fest weiter. Es wurde über die Entwicklung vom 8. März referiert und das Festessen wurde mit einem Feuerwerk beendet.
 
YÜKSEKOVA
In Yüksekova trafen sich im Ehmedi Xani Park in den frühen Morgenstunden zahlreiche Frauen in traditioneller Kleidung und brachen als Demonstrationszug auf in Richtung Stadt. An der Demonstration nahmen mehr als 5000 Personen teil unter ihnen auch die Şırnak-BDP-Abgeordnete Sevahir Bayındır, die Bürgermeisterin von Yüksekova Ruken Yetişkin, die Uludere Bürgermeisterin Şükran Sincar und Teilnehmer_innen der Demokratischen Lösungs- und Friedensgruppe. Transparente mit der Aufschrift „Ein freier Vorsitzender, freie Identität, demokratische Autonomie“ und „Die Türkei wird sich mit Frauen befreien“ wurden neben Bildern von Sema Yüce, Beritan, Viyan Soran und Amara hochgehalten. Ruken Yetişkin sagte, dass den höchsten Preis in diesem Krieg Frauen zahlen und dass es der Widerstand der Frauen sein wird, der das Blutvergießen stoppen wird. Die kurdischen Frauen akzeptieren die Repression und die Verleugnung nicht mehr länger und der Widerstand der Frauen wird noch stärker werden.
Die Şırnak Abgeordnete Sevahir Bayındır sagte „Das Volk von Gever wird mit ihren Aufständen die Türkei in die Freiheit bringen. Frauen aus Gever wie Sema Yüce und Zilan haben dies gezeigt. Frauen sind von Seite des Staates, der Familie und Männern einer großen Repression ausgesetzt. Jedoch ist als Ergebnis eines 30-jährigen Kampfes eine Bürgermeisterin herausgekommen. Frauen befreien sich gemeinsam im Widerstand.“
Mit Postern von dem PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und Fahnen vom Demokratischen Konföderalismus wurde die Kundgebung eröffnet und mit Konzerten beendet.
 
VAN
Mitglieder der DÖKH haben aus Anlass vom Weltfrauentag dem 8. März verschiedenen inhaftierten Frauen Postkarten geschickt. Gemeinsam verschickten mehrere Bürgermeister_innen und Parlamentsmitglieder in einer Aktion mit Redebeiträgen vor der Post von Van die Postkarten und riefen dabei auf zur Kundgebung am 7. März vor dem Rathaus in Van.
 
MUŞ
An einer Kundgebung zum 8. März in der Provinz Muş in Varto nahmen Hunderte von Frauen und zahlreiche BDP-Mitglieder, die Bürgermeisterin von Varto sowie Sultan Eser von der DÖKH teil. Die Kundgebung wurde mit einer Schweigeminute für die im Kampf für Demokratie Gefallenen eröffnet. Schilder wie „Kein Friedhof sondern freie Häuser“, "Jin, jiyan, azadi" und „Frauen sind der Garant für Frieden“ wurden hochgehalten und immer wieder wurden Parolen in Bezug auf Öcalan gerufen.
Die Bürgermeisterin von Varto Gülşen Değer sagte in ihrer Rede „In dieser Region wurden in 30 Jahren die Träume von Tausenden von Frauen und Kindern gebrochen, deren Hoffnung aufgrund der zahlreichen Tode der Jugendlichen enttäuscht. Die Lösung der kurdischen Frage wird mit militärischen Operationen und Verleugnung beantwortet und die AKP hält an dieser Politik fest. Wir als Frauen wissen, dass die Politik der Regierung der sogenannten „Öffnung“ nichts zu bedeuten hat. Einen gesellschaftlichen Frieden wird es ohne Ansprechpartner_innen und ohne die „Roadmap“ nicht geben.“
 
AĞRI
Die Bürgermeisterin von Doğubeyazıt Canan Korkmaz und andere Frauen der BDP verteilten anlässlich des 8. März Nelken im Stadtzentrum. Die Frauen wurde dazu aufgerufen an der Kundgebung am 6. März teilzunehmen, ihr Stimmen werden in der Welt gehört werden sagte Korkmaz.
 
HAKKÂRİ
Die stellvertretende Bürgermeisterin aus Hakkâri Hatice Demir rief auf zur Teilnahme an der 8. März Kundgebung. Alle Frauen sollen in ihrer traditionellen Kleidung kommen und ein weiteres Mal ihre Ideen und Vorschläge laut ausrufen.
 
BİTLİS
In der Provinz Bitlis in Tatvan wurden für die geplante 8. März Kundgebung Flugblätter verteilt. Die Sprecherin des BDP Frauenrates Gulgeş Akdeniz lud alle Frauen dazu ein, auf der Kundgebung gegen den Krieg und für den Frieden zu protestieren.
 
İSTANBUL
Von Seite des Çağdaş Anwält_innen Vereins, der DÖKH, der Revolutionären Bewegung, der Revolutionären Proletarier_innen und anderen demokratischen Organisationen wurde eine Pressekonferenz am Hafen von Kadiköy für die für den 7. März geplante Kundgebung gehalten. Es gab Transparente mit der Aufschrift „Ehre dem hundertsten 8. März, der Widerstand von New York bis TEKEL geht weiter, der Widerstand wird wachsen.“
 
Quelle: ANF, 04.3.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 07. Mär 2010, 21:15
Zitat
Europaweite Kurdenverfolgung

Von Nick Brauns

| Junge Welt | – Razzien in Brüssel, Verhaftungen in Italien und Frankreich. Angriff auf Roj TV, BDP und Kurdistan-Kongreß.



Die belgische Polizei hat am Donnerstag zu einem großen Schlag gegen die kurdische Befreiungsbewegung ausgeholt. Etwa 300 zum Teil mit Sturmmasken vermummte Beamte stürmten in Denderleeuw die Studios des Satellitensenders Roj TV, in Brüssel den Sitz des Kurdistan-Nationalkongresses und die Europavertretung der türkischen Parlamentspartei BDP (Partei für Frieden und Demokratie) sowie etwa 20 weitere Objekte.

Nach Aussagen eines Roj-TV-Mitarbeiters wurden Computer und andere technische Geräte zerstört. Mindestens fünfzehn Personen wurden festgenommen, darunter der ehemalige türkische Parlamentsabgeordnete und jetzige Vorsitzendes des Volkskongresses Kurdistan (Kongra Gel), Remzi Kartal, sein Vorgänger Zübeyir Aydar, die Leiterin von Roj TV, Gülsen Emsiz, und mehrere Journalisten.
»Ein Einsatz im Kurdenmilieu im ganzen Land läuft«, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Lieve Pellens. Die Razzia erfolge im Rahmen des »Kampfes gegen den Terrorismus«. Die türkische Regierung fordert seit langem ein Verbot des in Dänemark zugelassenen Senders, dessen Nachrichten- und Kulturprogramme in türkischer und kurdischer Sprache täglich von Millionen Menschen im Nahen Osten und Europa gesehen werden.

Ankara behauptet, bei dem Sender, der regelmäßig Vertreter der kurdischen Befreiungsbewegung zu Wort kommen läßt, handele es sich um einen Propagandasender der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).
Erst vor einer Woche hatte das deutsche Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein im Sommer 2008 vom Innenministerium verfügtes Verbot von Roj TV im Bereich der Bundesrepublik Deutschland für ungültig erklärt. Dabei waren auch die Leipziger Richter der Meinung, daß Roj TV ein PKK-»Propagandasender« sei.

Allerdings bezweifelte das Gericht, daß nach EU-Recht ein in Dänemark lizensierter Sender in Deutschland verboten werden könne. Der Fall wurde an den Europäischen Gerichtshof zur Klärung verwiesen.
Bereits Ende vergangener Woche war es in Italien und Frankreich zu Polizeioperationen gegen mutmaßliche PKK-Mitglieder gekommen. In Italien waren auf Weisung der Staatsanwaltschaft Venedig bei Razzien in acht Städten 76 Kurden festgenommen worden, von denen elf in Untersuchungshaft kamen.

Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder für die PKK und deren Guerilla angeworben und ausgebildet zu haben. Unter demselben Vorwurf waren am Dienstag in Paris Anklagen gegen neun zuvor verhaftete Mitglieder kurdischer Kulturvereine ergangen. Den Verhaftungen seien mehrjährige Ermittlungen vorausgegangen, hieß es aus Justizkreisen.

Vor etwa zwei Jahren war ein solches koordiniertes Vorgehen gegen die kurdische Freiheitsbewegung in der »Anti-PKK-Koordination« aus Vertretern der USA, der Türkei und des Irak unter Mitwirkung europäischer Regierungen beschlossen worden. In den vergangenen Monaten waren erneut hochrangige Vertreter der US-Regierung in Ankara, um Maßnahmen gegen die PKK zu beraten.

Quelle: http://kurdistan.blogsport.de/2010/03/04/europaweite-kurdenverfolgung/


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 08. Mär 2010, 23:04
Zitat
4500 türkische Soldaten nach Lice verlegt
 
AMED – In der letzten Woche wurden 4500 türkische Soldaten nach Lice in die Provinz Diyarbakır verlegt. In einigen Stützpunkten in Dörfern wurden Spezialeinheiten mit Hubschraubern abgesetzt.

Quelle: ANF, 07.03.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Unknown User am 12. Mär 2010, 10:48
Zitat
Iran summons German ambassador over separatist leader row  
 
English.news.cn   2010-03-10 23:30:00 FeedbackPrintRSS

TEHRAN, March 10 (Xinhua) -- Iranian Foreign Ministry Wednesday summoned German ambassador in Tehran Bernd Erbel to express Iran's protest over the leader of separatist Party of Free Life of Kurdistan (PJAK), the official IRNA news agency reported.

An Iranian Foreign Ministry official notified the German ambassador of Iran's protest over the release of Abdul Rahman Haji Ahmadi, the leader of the "terrorist" PJAK group from German jail, the report said.

Haji Ahmadi was arrested at his apartment in Germany on Friday, but was released on Monday, the local satellite Press TV cited a report posted on a website affiliated to the party as saying.

Erbel voiced his country's stand against "terrorist" PJAK group and promised to convey the views of the Islamic Republic to the German government and to provide Iran with the reply, according to IRNA.

Iran's Foreign Ministry Spokesman Ramin Mehmanparast on Tuesday criticized Germany for releasing the leader of PJAK, Press TV reported.

Iran's western provinces have been the hotbed of regular armed clashes between Iranian security forces and Kurdish militant parties, in particular separatist PJAK, an anti-Iranian Iraqi- based Kurdish group linked to Turkey's outlawed Kurdish Workers' Party (PKK).
Zitat
Deutscher Botschafter in iranisches Außenministerium bestellt   
Mittwoch, 10. März 2010 um 14:35 
Teheran (IRIB) - Im Gefolge der Festnahme und Freilassung des Anführers der Terrorgruppe Pejak in Deutschland wurde der Botschafter dieses Landes in Teheran ins iranische Außenministerium einbestellt. Dem Presseamt des iranische Außenministeriums zufolge wurde im Gefolge der Festnahme und darauf folgenden Freilassung des iranischen Staatsangehörigen Rahman Hadschi Ahmadi, einen der Anführer der Terrorgruppe Pejak durch die deutsche Regierung der Botschafter dieses Landes in Teheran Bernd Erbel durch den Generaldirektor für Angelegenheiten der in Ausland ansässigen Iraner ins Außenministerium einbestellt, wobei ihm der Protest der IRI mitgeteilt wurde.
Der Deutsche Botschafter in Teheran gab bekannt, Deutschland unterstütze die Elemente der Terrorgruppe Pejak nicht und versprach der deutschen Regierung den Sachverhalt mitzuteilen und das Ergebnis unverzüglich bekannt zu geben.
Der Anführer der Terrorgruppe Pejak leitet seit vier Jahren von Deutschland aus die terroristischen Aktionen der Gruppe Pejak. Er hat in Interviews mit den Radio- und Fernsehsendern in Europa die Verantwortung für die blutigen Terroranschläge in westlichen Kurdengebieten übernommen.
Im Gefolge der Festnahme des Anführers der Pejak in Deutschland forderte die IRI zur Unterstützung der Familien der Opfer der Terroranschlage der Pejak die Auslieferung dieses Terroristen zwecks Prozessführung in Iran, aber die deutsche Regierung ließ ihn am gestrigen Montagabend frei.
IIRan kritisiert dass in Deutschland verhaftete PJAK Mitglieder wiederfrei gelasen wurden. Deutschland will darauf noch antworte und sagt Einvernehmen im "kampf gegen TErrorismus" zu.
naja die antwort darauf muss eigenlich schon bald kommen, wenns nicht schon geschehen ist?


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 13. Mär 2010, 23:04
Zitat
Ehem. Vorsitzender der DTP-Jugendbewegung mit Hunderten Kugeln ermordet
 
ŞIRNAK – Von Soldaten des in Şırnak Balveren stationierten Bataillons ist der ehemalige Vorsitzenden der DTP-Jugendbewegung-Şırnak Şenoba Kerem Gün zusammen mit Freunden ins Kreuzfeuer genommen worden. Gün wurde getötet, zwei weitere verletzt.
Die Soldaten feuerten aus dem Hinterhalt mehrere hundert Schuss auf Gün ab. Die Soldaten sperrten den Tatort ab und verboten das Verlassen und Betreten des Tatortes. Die Soldaten, die diesen hinrichtungsähnlichen Hinterhalt ausführten, sind in der Region als Mitglieder der Todesschwadron Hancer Timi bekannt, die u.a. auch mit der Ermordung von zwei DTP Mitgliedern in Şırnak in Uludere in Verbindung gebracht wird.
 
Quelle: ANF, 12.03.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 14. Mär 2010, 00:56
Zitat
Şenoba Kerem Gün auf offener Straße hingerichtet
 
ŞIRNAK – Von Soldaten des in Şırnak Balveren stationierten Bataillons ist der ehemalige Vorsitzende der DTP-Jugendbewegung-Şırnak und Aktivist der linken Jugendbewegung YDG, Şenoba Kerem Gün, zusammen mit Freunden ins Kreuzfeuer genommen worden. Gün wurde getötet, zwei weitere verletzt.
Die Soldaten feuerten zunächst Leuchtspur und dann Hunderte Schüsse aus dem Hinterhalt auf Gün ab. Die Soldaten wussten nach Augenzeugenberichten, dass die Gruppe unbewaffnet war und sie gaben auch keine Warnung oder Haltebefehl vor Eröffnen des Feuers. Die Soldaten sperrten den Tatort ab und verboten das Verlassen und Betreten des Tatortes. Die Soldaten, die diesen hinrichtungsähnlichen Hinterhalt ausführten, sind in der Region als Mitglieder der Todesschwadron Hancer Timi bekannt, die u.a. auch mit der Ermordung von zwei DTP-Mitgliedern in Şırnak in Uludere in Verbindung gebracht wird.
 
Die Ermordung des 27-Jährigen wurde von Menschenrechtaktivist_innen und BDP-Abgeordneten scharf verurteilt. Die BDP-Abgeordnete Emine Ayna charakterisierte den Mord als staatlichen Terrorismus gegen die kurdische Bevölkerung.
 
Ein Freund und Verwandter des Ermordeten, Azad Gün, erklärte, dass der Getötete Şenoba Kerem Gün schon zwei Tage zuvor von Soldaten der gleichen Einheit festgenommen und mit dem Tode bedroht worden sei.
 
Der Gouverneur von Şırnak behauptete, der Getötete sei im Rahmen von Zigarettenschmuggel in einem Gefecht mit den Soldaten gefallen. Warum allerdings, dann die sechs Überlebenden nicht festgenommen wurden, war er nicht bereit zu kommentieren.
 
Auch die Aussagen von Augenzeug_innen und Verwandten strafen ihn Lügen.
 
Der Bruder des Getöteten, Salih Gün, der ebenfalls am Ort des Angriffs gewesen war, erklärte, dass die Soldaten wussten, dass sie unbewaffnet gewesen waren und auch kein Befehl zum Stehen bleiben gegeben worden war: „Wir waren 7 Personen. Bevor die Soldaten das Feuer eröffneten, wurde eine Leuchtkugel abgeschossen. Danach schossen sie. Infolge der Schüsse blieb mein großer Bruder liegen. Danach versuchten wir, ihn auf unseren Rücken ins Krankenhaus zu bringen. Der Krankenwagen, den wir gerufen hatten, kam nicht." Der Krankenwagen wurde an Armeekontrollen aufgehalten.
 
An der Beerdigung von Kerem Gün nahmen viele BDP Bürgermeister_innen und Stadtratsmitglieder der BDP teil.
 
Schon am 8. Februar war der 22-jährige Kurde Hecer Usluunter ähnlichen Umständen, ebenfalls mit dem Vorwurf des angeblichen Schmuggels, zwischen Şırnak und Hakkari von Soldaten getötet worden, als diese seinen Minibus mit Kugeln durchsiebten. Auch er war vorher von Soldaten mit dem Tod bedroht worden, weil er aktiv an DTP-Demonstrationen und Autokonvois teilgenommen hatte.
 
Quelle: ANF, YÜKSEKOVAHABER, ÖP, 13.03.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agreen am 14. Mär 2010, 12:33
Ich denke das war nur der ein Vorschgeschmack auf das was uns in diesem Jahr erwaret, begonnen hat alles mit der Verhaftung vieler Aktivisten im In und Ausland. Das dieses mal alles viel schlimmer kommen wird, sieht man an den Kriminellen und Gesetzeswiedrigen Vorgehen der Nato Staaten gegen Exil Kurden udn ihre Organisationen.
Ich denke das dieses Jahr ein Bedeutendes und evtl. ein schlimmes sein wird. Alles deutet auf eine Hexenjagd gegen Kurden, den wie sonst lassen sich die stationierung solcher Terrortruppen in Kurdische Gebiete erklären!
Erst vor kurzem gab es berichte dass der Staat tausende Soldaten nach Diyarbakir "Lice" stationieren ließ.
edit: letzer Satz gelöscht. Andeutungen, die ohne großes Herumdeuten als Mordaufforderungen verstanden werden können, haben in diesem Forum nichts zu suchen. KM-Team


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 17. Mär 2010, 17:27
Zitat
Romanya wê berpirsiyarekî PKKê radestî Tirkiyê bike

17 Adar 2010 Çarşem Saat 14:06
(http://www.avestakurd.net/images/news/1882.png)

Avesta - Li gor rojnameya Romania Libera berpirsiyarekî PKKê bi navê Calan Huseyin di tîrmeha 2009 an de hatibû bincavkirin...

Li gorî birayar dadgehê Calan Huseyin  wê di girtigehê de bimine heya roja teslîmkirina wî ji bo deshilatên Tirkiyê re.
http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=8668 (http://www.avestakurd.net/news_detail.php?id=8668)

Nach Angaben von Romania Libera wurde ein PKK Vertreter mit dem Namen Calan Hüseyin im Juli 2009 gefasst.
Der Verterter wird so lange gefasst bis er an die Türkei geliefert wird.

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 17. Mär 2010, 17:42
Zitat
Türkische Regierung will Wahlkampf auf Kurdisch erlauben

(AFP) – Vor 7 Stunden

Istanbul — Die türkische Regierung will Politikern in dem EU-Bewerberland offenbar erlauben, bei künftigen Wahlkämpfen auch in kurdischer Sprache um Stimmen zu werben. Ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Wahlgesetzes werde noch in dieser Woche ins Parlament von Ankara eingebracht, berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk. Bisher ist Wahlkampf nur in türkischer Sprache erlaubt.

Die geplante Reform würde zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen kurdische Politiker wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Wahlgesetz hinfällig machen und ist Teil der Bemühungen der Regierung um eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts. Die Reformen sollen laut Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den rund zwölf Millionen Kurden das Gefühl nehmen, Bürger zweiter Klasse zu sein. Dadurch will Erdogan auch die Unterstützung für die kurdische Rebellengruppe PKK schwächen, die seit 1984 gegen Ankara kämpft.

Zu Erdogans Kurden-Initiative gehören auch die Schaffung kurdischer Sprachinstitute an Universitäten, die Erweiterung von kurdischen Sendungen in Radio und Fernsehen, Straferleichterungen für minderjährige Teilnehmer an gewalttätigen Kurdendemonstrationen sowie die Schaffung eines Anti-Diskriminierungsrates. Türkische Nationalisten verdammen die Pläne als Bedrohung für die Einheit des Landes, während Kurdenpolitiker die Initiative als nicht weitreichend genug kritisieren.
Copyright © 2010 AFP

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agirparez am 18. Mär 2010, 15:12
Zitat
Erdoğan droht 100.000 Armeniern mit Ausweisung
Donnerstag, März 18th 2010 11:07 AM
 


Ankara, 18. März (AKnews) – In einem Interview mit dem türkischen Dienst der BBC drohte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan (Bild) an, als Reaktion auf die Völkermord-Resolutionen in den USA und Schweden könne es dazu kommen, dass bis zu 100.000 Armenier aus der Türkei ausgewiesen würden.
erdogan
Die mit Armenien befreundeten Länder müssten zum „Normalisierungsprozess zwischen beiden Ländern einen Beitrag leisten.“ In seinem Interview für das BBC Fernsehen am Rande seiner Kontakte in London dementierte Erdoğan die Behauptungen, wonach die türkische Außenpolitik von dem in jüngster Zeit angenommenen Armenier-Entwürfen in die Enge getrieben worden sei.

Gegenüber der BBC sagte er, mit dieser Politik würden sich die Armenier vor allem selbst schaden. „Schauen Sie, in meinem Land leben etwa 170.000 Armenier. Davon sind 70.000 meine Bürger, die anderen 100.000 sind nur zeitweise in unserem Land“, sagte Erdoğan. „Was werde ich machen? Wenn es nötig ist, sage ich diesen 100.000: ‚Los, geht zurück in euer Land!‘ Warum? Sie sind keine türkischen Bürger. Ich muss sie nicht in meinem Land dulden.“

Bei den fraglichen 100.000 Armeniern handelt es sich zumeist um Leute, die in den letzten Jahren über Georgien in die Türkei gekommen sind, um in Istanbul oder in den Touristenzentren am Mittelmeer zu arbeiten. Die meisten von ihnen haben keine offizielle Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, werden aber geduldet und in der Regel von der Polizei in Ruhe gelassen.

Gegenüber BBC bewertete Erdoğan auch die Beziehungen zur Europäischen Union, die Forderung nach Öffnung der Häfen in Zypern sowie deren Einfluss auf die Verhandlungen. Die EU müsse ihren Versprechen treu bleiben, so Erdoğan.
http://www.aknews.com/de/aknews/4/126700/

Schöne Grüße Agirparêz


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 21. Mär 2010, 19:06
Zitat
Newroz Feiern am Çekmeköy Mehmetçik Gymnasium

ISTANBUL - Die Reaktionen auf den Rauswurf von 24 Schüler_innen aus der Schule aufgrund von Unterstützung der TEKEL Arbeiter_innen dauern weiter an. Um gegen die Aushändigung der Abgangszeugnisse zu protestieren, demonstrierten Gewerkschaftsmitglieder von Eğitim Sen und Tek Gıda İş, Mitglieder von anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Elternvertreter_innen vor der Schule.

Der Eingang der Schule wurde mit einem Einsatzkommando verstellt. Polizei hinderte die Schüler_innen am Verlassen der Schule. Nach der Pause riefen die Schüler_innen Parolen wie „Die Repression wird uns nicht in die Knie zwingen“ und gesellten sich zu der Gruppe, die die Pressekonferenz machte. Es wurden Schilder hochgehalten mit der Aufschrift „Die Untersuchungen sollen aufhören, die Schule soll die Schüler_innen wieder aufnehmen“ und Parolen gerufen wie „Das Mehmetçik Gymnasium ist nicht allein“, „Das Herz von TEKEL wird von der Schule geworfen“ und „Mörder Polizei verschwinde von den Schulen“.

Zunächst sprach der Vater, des von der Schule geworfenen Umut Doğan, Haydar Doğan und sagte „Darauf, dass unsere Kinder nicht Diebe und Mörder unterstützen sind wir stolz. Darauf, dass unsere Kinder die TEKEL Arbeiter_innen unterstützt haben, die für ihren Stolz und ihre Zukunft kämpfen, sind wir stolz.“

Der Vorsitzende der örtlichen Abteilung der Gewerkschaft Tek Gıda İş Yaşar Durdu kritisierte den Hinauswurf der 24 Schüler_innen und die Repression als Rechtlosigkeit von dem Direktorat der Schule und der Abteilung Nationale Bildung gegen ein demokratisches Grundverständnis und gegen Meinungsfreiheit. Durdu sagte „Für den 78 Tage andauernde Widerstand in Ankara hat es in unserer Gesellschaft sehr viel Unterstützung gegeben, aber was uns am meisten gefreut hat, war die Unterstützung unserer Oberstufenkinder. Niemand hat das Recht, ihre Hoffnung zu zerstören. Wir glauben daran, dass unsere Jugend, die die Rechte der Arbeit und der Arbeiter_innen kennt, diesem Land Frieden und Gerechtigkeit bringen wird.“

Der Rauswurf wirke bei den 24 Schüler_innen, denen das Recht auf Bildung genommen wurde, als Drohung und zur Gewöhnung an Unterordnung und Repression. Durdu fordert das Direktorat der Abteilung Nationale Bildung und deren Provinz- und Bezirksvorsitzenden dazu Stellung zu nehmen und dieser Rechtlosigkeit ein Ende zu setzen und die Schüler_innen wieder in die Schule aufzunehmen.  Die Schüler_innen, die im Anschluss an die Pressekonferenz gemeinsam mit den Elternvertreter_innen und den Mitgliedern der Gewerkschaften und der zivilgesellschaftlichen Organisationen bis zum Gebetshaus Sarıgazi demonstrierten riefen „Hoch lebe Newroz“ und „Die Repression wird uns nicht in die Knie zwingen.“

Auf der anderen Seite feierten Schüler_innen des Çekmeköy Mehmetçik Gymnasiums mit einem großen Feuer Newroz. Eine große Mehrheit der Schüler_innen nahm daran teil.

Quelle: ANF, 19.3.2010, ISKU


Newroz

Millionen Kurdinnen und Kurden feiern in diesen Tagen ihr Neujahrs- und Freiheitsfest Newroz. Während es in der Türkei bislang zu keinen großen Polizeiangriffen auf die Feste kam, geht die Repression gegen AktivistInnen der legalen Partei für Frieden und Demokratie BDP dennoch weiter. Aus Deutschland sind Menschenrechtsdelegationen zur Beobachtung der Feste in Kurdistan.

Millionen Kurdinnen und Kurden in aller Welt feiern heute ihr Neujahrs- und Freiheitsfest Newroz. In mehreren kurdischen Städten der Türkei fanden bereits in den letzten Tagen Newroz-Feste statt. Der Newroz-Marathon begann am Mittwoch mit rund 100.000 TeilnehmerInnen in der Stadt Yüksekova an der türkisch-iranischen Grenze. Heute finden die großen Abschlussveranstaltungen in Diyarbakir und Istanbul statt, zu denen jeweils viele Hunderttausend TeilnehmerInnen erwartet werden. In Deutschland beteiligten sich am 20. März zwischen 30. und 40.000 Menschen an einer Newroz-Demonstration der Föderation Kurdischer Vereine YekKom in Düsseldorf. Auf allen Newroz-Feiern erklärten kurdische PolitikerInnen ihre Bereitschaft zu einem würdigen Frieden, der die Anerkennung der kurdischen Identität durch den türkischen Staat zur Voraussetzung hat. In den kurdischen Städten zeigten viele Festivalteilnehmer Bilder des gefangenen Politikers Abdullah Öcalan und ließen in Sprechchören die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK hochleben. Während es bislang zu keinen größeren Polizeiangriffen auf die Newrozfeste kam, wurden in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Aktivisten der legalen prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie BDP in Vorbeugehaft genommen.

Aus Deutschland und Europa sind mehrere Menschenrechtsdelegationen zur Beobachtung der Newroz-Feste in die Türkei gereist. Neben der Beobachtung der Feste sprechen diese Delegationen auch mit VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen über die Menschenrechtslage. Erste Berichte von Delegationen hier:

Berichte der Newrozdelegationen 2010 (http://www.kurdmania.com/Forum-top-Berichte-der-Newrozdelegationen-2010-5098.html#new)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 22. Mär 2010, 16:02
Zum Rausschmiss der mit den Tekel-Arbeitern solidarischen Schüler hat sich zu Newroz auch unser beliebter "Evrensel"-Zeichner Sefer Selvi geäußert: Dabei hatten sie für ihre Aktion die große Pause genutzt und keine Minute Unterricht versäumt!
(http://img682.imageshack.us/img682/1293/karikb.jpg)
Reaktionen gegen Rausschmiss der Schüler, die mit TEKEL Arbeitern solidarisch stehen, dauern an.

Sefer Selvis Avatar-Foto bei Facebook ist heute ein Newroz-Gruß:
(http://profile.ak.fbcdn.net/v223/1002/13/n100000079086572_8894.jpg)
Schön vor allem die Farbenwahl für die Blumen!  :)

Edit: Ergänzung in Absprache mit AgitMahsun, dafür Löschung des letzten Beitrags von Amos


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 23. Mär 2010, 21:49
Zitat
Südafrika: Kampagne zu Newroz und zur Freilassung Öcalans
 
CAPE TOWN – In der südafrikanischen Stadt Cape Town hat am 21. März, dem Tag des Newrozfestes, die Kampagne „Eine Million Unterschriften für die Freilassung von Abdullah Öcalan“ begonnen. Im Laufe des gut besuchten Festes haben schon viele unterschrieben.
 
Das kurdische Neujahrsfest am 21. März ist gleichzeitig in Südafrika der Tag der Menschenrechte. Sowohl Südafrikaner_innen, als auch das kurdische Volk, haben an diesem Tag die „Freiheit für Abdullah Öcalan“ gefordert.
 
MOOSA: Was Mandela für uns ist, ist Öcalan für das kurdische Volk
 
Essa Moosa, Vorsitzender der Aktionsgruppe für Menschenrechte, die die Kampagne ins Leben gerufen hat, betonte die Wichtigkeit sowohl von Newroz, als auch vom Freiheitskampf des kurdischen Vorsitzenden Öcalan und erklärte: „Was Nelson Mandela für den Befreiungskampf des Volkes in Südafrika ist, ist Öcalan für den Kampf des kurdischen Volkes.“
 
Solange Öcalan nicht befreit ist, kann auch das kurdische Volk nicht befreit sein.
 
Essa Moosa äußerte, dass das Apartheidsystem in Südafrika nicht vor der Befreiung Mandelas abgeschafft werden konnte und, dass die Lösung mit der Freilassung Mandelas begonnen hatte. Bevor Öcalan also nicht freigelassen wird, könne auch das kurdische Volk nicht befreit werden, so Moosa. Um den Freiheitskampf des kurdischen Volkes zu unterstützen, hätten sie die Kampagne für die Freilassung von Abdullah Öcalan begonnen.
 
Nach seiner Rede hat Essa Moosa den offiziellen Startschuss für den Beginn der Kampagne „Eine Million Unterschriften für Öcalan“ gegeben. Viele der Anwesenden des Festivals haben gleich ihre Unterschrift abgegeben. Auf dem Fest haben Kurd_innen gemeinsam mit Südafrikaner_innen die traditionellen kurdischen Halaytänze getanzt und so gemeinsam diesen bedeutsamen Tag gefeiert.
 
Um eine Unterschrift abzugeben oder sich über die Kampagne zu informieren kann die Webseite "http://khrag.org/" besucht werden.
 
Quelle: ANF, 22.03.2010, ISKU
 
 
 
KCK: Ein neuer Prozess hat begonnen
 
Der Exekutivrat der Gemeinschaft der Gesellschaften aus Kurdistan, KCK, erklärte, dass mit dem Neujahrsfest Newroz ein neuer Prozess begonnen hat: „Der neue Prozess ist kein Interimprozess – entweder wird eine demokratische Lösung oder ein würdevoller Widerstand entstehen.“ Die KCK warnte auch den syrischen Staat wegen seiner Angriffe auf die Newrozfeierlichkeiten in Raqqa.
 
Der KCK-Exekutivrat erklärte der Nachrichtenagentur Firat (ANF), dass die Newrozfeierlichkeiten das Niveau eines Referendums hatten und wichtige Botschaften vermittelten:
„Das kurdische Volk hat im In- und Ausland das Newrozfest 2010 mit großer Euphorie und Massenbeteiligungen, die stärker als in den Vorjahren waren, wichtige Botschaften über seinen politischen Willen gegeben. Diese Botschaften von unserem Volk sind eine Antwort für die Staaten, die über Kurdistan herrschen. Das Volk aus Kurdistan hat die Newrozgebiete mit der Parole ‚freier Vorsitzender, freie Identität, demokratische Autonomie’ gefüllt. Auch die politischen Vertreter gaben wichtige Erklärungen. Den internationalen Mächten, allem voran den USA, die die Freiheitsbewegung aus Kurdistan und ihren Vorsitzenden als Terroristen abstempeln, wurde die Wahrheit der Freiheitsbewegung aus Kurdistan offen dargelegt und die nötige Antwort gegeben.
 
Wir gratulieren unserem patriotischen Volk und denjenigen, die an den Vorbereitungen der Feierlichkeiten beteiligt waren dafür, dass die Feierlichkeiten nach der Perspektive unserer Bewegung mit großer Reife und demokratischen Aktionsgeist durchgeführt wurden und sich noch mehr Menschen angesprochen fühlten, sich an den diesjährigen Newrozfeierlichkeiten zu beteiligen.
 
Die Angriffe in Syrien waren provozierender Natur. Newroz 2010 verlief im Allgemeinen ohne Vorfälle, trotzdem vollzog Syrien in der Stadt Raqqa einen Angriff auf unser Volk, das Newroz feiern wollte. Dieser Angriff ähnelt dem Massaker von Qamislo vom 12. März 2004. Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, das sein natürlichstes Recht zur Verwirklichung des nationalen Feiertages nutzte. Es ist klar, das der Angriff von bestimmten Kreisen geplant und vollstreckt wurde. Jene, die diesen Angriff vollstreckten sollten wissen, dass das kurdische Volk im Mittleren Osten nicht mehr schutzlos ist. Angriffe mit Panzern und modernsten Kriegswaffen auf zivile, schutzlose Menschen zu vollstrecken bedeutet keine Größe, sondern zeigt die Armseligkeit, die massakerfreudige Mentalität und den Hass gegenüber Menschen. Nach Angaben, die wir erhalten haben, wurden drei unserer Patrioten getötet und ca. 50 weitere verletzt.
 
Wir rufen den syrischen Staat zu Folgendem auf: Wenn der Angriff in Raqqa nicht auf eurer Initiative entstanden ist, dann solltet ihr sofort diese Sache erforschen und die Zuständigen bestrafen. Wenn der syrische Staat aber dieselbe Haltung wie bei dem Massaker in Qamislo zeigen wird, und die Täter unbestraft lässt, wird er selbst für die Konsequenzen verantwortlich sein. Wenn der syrische Staat keine Feindschaft, sondern Freundschaft mit unserem Volk pflegen will, dann muss er das Massaker aufdecken. Wir als Freiheitsbewegung erklären dem syrischen System in aller Öffentlichkeit Friedens- und Freundschaftsabsichten. Dem hingegen ist ein solches Massaker als Antwort für uns nicht akzeptabel.
Die verstorbenen Partrioten sind Märtyrer der Freiheitsbewegung. Wir wünschen den Familien und den Freunden der Betroffenen unser herzlichstes Beileid. Unser Volk, besonders das aus dem kleinen Süden, muss diese Märtyrer in Schutz nehmen. Das kurdische Volk hat in zehn verschiedenen Orten Syriens eine wichtige Botschaft mit den Feierlichkeiten gegeben.
Wir wiederholen unser Versprechen, das wir unsere heldenhaften Revolutionsmärtyrer in unserem Widerstand leben lassen werden. Unser Volk rufen wir auf, sich noch intensiver an der Freiheitsbewegung zu beteiligen und sich um die Verletzten und Verhafteten zu kümmern.
 
Das diesjährige Newroz war wie ein Referendum. Die Antwort auf die Frage ‚wer ist der Ansprechpartner’ wurde wie aus einem Munde gegeben. Die Newrozfeierlichkeiten in Amed mit ungefähr einer Million Menschen und in den Metropolen mit mehreren Tausend hat die Antwort der AKP-Regierung gegeben: Der Vorsitzende Apo ist die Führungspersönlichkeit des Volkes.
Das kurdische Volk zeigte seinen Willen der friedlichen Methoden auf demokratischer Basis, um die kurdische Frage zu lösen. Es verlangt vom türkischen Staat Schritte, um eine Lösung zu erreichen.
 
Newroz 2010 hat die Friedens- und Demokratiedeklaration, die unsere Bewegung vorlegte, bestätigt. Auch den Spielen der AKP, der falschen Initiativen und Spaltungen wurde kein Raum gegeben. Das Wichtigste jedoch ist, dass das Volk zeigte: 'entweder ein würdevoller Frieden oder ein würdevoller Widerstand'. Unser Volk hat damit den türkischen Staat zum Frieden aufgerufen.
 
Wir wollen bekannt geben, dass wir hinter allen Erklärungen der legalen politischen Vertreter stehen, die sie der ganzen Welt veröffentlichten, und werden mit großer Verantwortung den Widerstand weiter entwickeln.
 
Mit diesem Newroz wurde eine neue Phase beschritten. Der neue Prozess ist kein Interimprozess. Es ist ganz deutlich, dass es entweder – so wie es das Volk aussprach – ein würdevoller Frieden oder ein würdevoller Widerstand sein wird. Der Fortschritt in Richtung Freiheit und Demokratie ist unabdingbar. Der Marsch der Freiheitsbewegung, der von Millionen vertreten wird, wird historisch sein und den Erfolg erringen. "
 
Quelle: ANF, 22.03.2010, ISKU

Verhöre von 90 Personen
 
İZMİR – Im Landkreis Tire in der Provinz Izmir wurden 90 Personen einer Befragung unterzogen, weil sie am 25. Februar an einem solidarischen Fackelmarsch, organisiert von der Gewerkschaft Eğitim-Sen, teilgenommen hatten. Den Personen, unter denen sich auch Hausfrauen, Rentner_innen, Beamt_innen und Studierende befinden, werden Fragen gestellt wie: „Sind sie gegen die Regierung?“, „Warum sind Sie nicht auf dem Bürgersteig sondern auf der Straße gelaufen?“, „Warum haben Sie an der Veranstaltung teilgenommen?“, oder „Wussten Sie, dass die Veranstaltung nicht genehmigt war?“
Eyüp Aksoy, Mitglied der Eğitim-Sen in Tire erklärte, „dass versucht wird, eine Atmosphäre der Repression zu schaffen. Es wird gesagt, wir hätten gegen das Gesetz 2911 verstoßen. Allerdings können gar nicht so viele Menschen auf dem Bürgersteig laufen.“
 
Quelle: ANF, 22.03.2010, ISKU
 
 
Prozess gegen Kartal und Aydar vertagt
 
BRÜSSEL – Die Verhandlung gegen die Vorsitzenden des Kongra-Gel, Remzi Kartal und Zübeyir Aydar, sowie gegen sieben weitere Personen wurde am Montag fortgesetzt. Der nächste Termin wird am Donnerstag sein.
Nach der Verhandlung im Gerichtspalast Brüssel hat das Gerichtskomitee erklärt, dass in der Verhandlung am Donnerstag ein Urteil über die Angeklagten Remzi Kartal, Zübedir Aydar, Orhan Nuri Amil, Abdulselam Mustafa, Naim Acar, Bezari Adıgüzel, Sezai Uçar und Ali Hakim gefällt werde.
Vor der Verhandlung haben Kurd_innen vor dem Gericht mit Parolen gegen den belgischen Staat protestiert. Unter den Protestierenden waren auch Adem Uzun, Assistent des KNK Vorsitzenden, Nizamettin Toğuç, Vorsitzender von KON-KURD und Ali Yiğit ehemaliger Abgeordneter der DEP. Sie haben Transparente mit Fotos von Remzi Kartal und Zübeyir Aydar und dem Spruch „Freiheit für kurdische Politiker_innen“ gezeigt.
 
Quelle: ANF, 22.03.2010, ISKU

 
Duran Kalkan: Eine demokratische Lösung noch in diesem Jahr
 
Demhat Tolhildan/ANF
 
Das Neujahrsfest Newroz wurde in den Medya-Verteidigunsgebieten, das unter dem Schutz der kurdischen Guerilla steht, auf würdevoller Weise gefeiert. Duran Kalkan, Exekutivsratsmitglied der Gemeinschaft der Gesellschaften aus Kurdistan, KCK, sprach bei den Feierlichkeiten:
„Die demokratische Lösung der kurdischen Frage wird im 2622. Newrozjahr sein. Das ist das grundlegenste Ziel des Jahres 2010. Wir akzeptieren nichts anderes als die Lösung. Wenn eine Lösung der kurdischen Frage sein soll, dann im Jahre 2010. Die Verlegung auf 2011 wird von unserer Seite nicht akzeptiert.“
 
Die Newrozfeierlichkeiten in den Medya-Verteidigungsgebieten waren mit der Beteiligung der Guerilla eine Welle der Euphorie. Bei den Feierlichkeiten waren Duran Kalkan und viele Kommandanten der Volksverteidigungskräfte HPG und der „Einheit der freien Frau“ YJA-STAR anwesend. Nach der militärischen Zeremonie hielt Kalkan eine Rede an die Guerilla. Kalkan gratulierte zum 2622. Newroz, der Führungspersönlichkeit des kurdischen Volkes, Abdullah Öcalan, dem kurdischen Volk und jedem, der den Freiheitswiderstand leistete.
 
Kalkan erklärte: „Wir sind in einem neuen Newrozjahr. Die Atmosphäre des diesjährigen Newroz ist anders, das Interesse der Welt ist größer, sowie die Euphorie, und ein wenig auch der Zorn des Volkes – Sie ist auf dem höchsten Niveau.
Wir wandeln das diesjährige Newroz zum würdevollsten, euphorischsten und aufregensten Newroz aller Zeiten. Wir sprechen den Willen auf Freiheit, die Forderung nach einer demokratischen Lösung der kurdischen Frage und die Demokratisierung der Türkei und des Mittleren Ostens ganz deutlich aus. Wir mobilisieren für die Verwirklichung dessen all unsere Kräfte und deklarieren den Widerstand in den Gebieten der Newrozfeierlichkeiten. Die Haltung des Volkes ist bewusst und gibt eine wichtige Entwicklung wieder. Das ist kein Zustand, der einfach so entsteht. Er ist mit dem Widerstand, den wir in diesem Prozess leisten, und dem Niveau, das wir an Newroz erreicht haben, verbunden. Dies ist die Quelle der Euphorie und auch des Zorns. Das Volk ist zornig, weil der Reaktionismus versucht, sich weiter zu etablieren. Das macht es mit dem hinterhältigsten, listigsten und lügevollsten Vokabular. Das global reaktionäre System führt einen geplanten und organisierten Angriff auf unser Volk, auf die demokratischen Gesellschaftsorganisationen, die demokratische Politik und den Vorsitzenden seit elf Monaten.“
 
Kalkan, der auch die Verhaftungen der demokratischen Politiker ansprach, erklärte: Mehr als 1500 Volksvertreter und Vorsitzende von demokratischen Parteien und Institutionen wurden in diesem Prozess verhaftet. Jeden Tag werden 30–40 Menschen festgenommen und ca. 15–20 Menschen werden verhaftet. Die Gefängnisse sind wieder voll mit kurdischen Patrioten. Das ist in der Türkei so; ab dem Februar [2010] wurde das auch auf Europa ausgeweitet. Es wird versucht, dass auch auf den Mittleren Osten auszuweiten. Es wird versucht, die ganze Welt gegen kurdische Patrioten und kurdisch-demokratische Einrichtungen für die reaktionären Angriffe zu mobilisieren. Überall ist eine Kurdenjagd mit hinterhältigsten Methoden eröffnet worden.“
 
Kalkan betonte, dass alle von der Lösung der kurdischen Frage sprechen. Doch in der Praxis wird genau das Gegenteil, nämlich die Vernichtung, betrieben: „Der Reaktionärste spricht sogar von der Initiative. Ein gefälschtes Vokabular der Initiative ist im Munde der türkischen Medien und Politiker. Hinter diesem Vokabular verstecken sich jede Art von Despotismus, Druck, Folter und Verhaftung. Der Vorsitzende Apo wird mit ‚Schlag des 17. November’ behandelt. Die Partei, die einzige politische Organisierung mit dem sich das Volk ausdrückte, die DTP, wurde verboten. Ihre Parlamentarier, vom Volk gewählt, wurden mit Gerichtsbeschluss von ihrem Amt enthoben. Die gewählten Bürgermeister, Vorsitzende des DTK und verschiedene Vorsitzende von verschiedenen Parteien und demokratischen Einrichtungen wurden verhaftet.“
 
Kalkan erklärte, dass die Angriffe auf die demokratische Politik, die Grenzen der Türkei sprengen und wies auf die Rolle der NATO hin:
„Die Angriffe weiteten sich auf die Welt aus. Es ist ganz klar, dass die Angriffe von den reaktionären Mächten der Welt organisiert und durchgeführt werden. Die NATO organisiert, plant und vollstreckt. Denn der schlimmste Angriff geschah im Zentrum der NATO, in Brüssel. Wir zweifeln nicht daran, dass dieser Angriff im November von Tayyip Erdoğan und Obama geplant wurde. Mittels der USA wurde es an die NATO weitergegeben. Auf Basis der Planung, dem Beschluss und der Organisierung der NATO geht dieser Prozess in Form einer Gladio-Operation weiter.“
 
Kalkan betonte, dass das kurdische Volk in diesem repressiven Prozess seine eigenen Freiheitswerte in Schutz nimmt. Alle Teile des kurdischen Volkes befinden sich im Widerstand. Das Ziel, eine Spaltung der Organisierung des kurdischen Volkes wurde nicht erreicht: „Die Politiker, das Volk, die Frauen, die Jugend und die Kinder leisteten Widerstand. Die Gefängnisse wurden mit kurdischen Kindern überfüllt. Jedoch konnten sie nicht einmal den kleinsten Teil der demokratischen Organisierung dem kurdischen Volk entreißen. Sie können nicht einmal jemanden finden, der basierend auf Lügen eine Zeugenschaft übernimmt. Sie haben nicht einmal einen gefunden, der den Widerstand, das Zusammenkommen des Volkes mit dem Vorsitzenden Apo verrät. Ihr Ziel war aber, das Volk und die Organisierung der demokratischen Politik zu spalten. Mit verschiedenen Methoden, mit Repression und Versprechungen etc. sollten einige Kreise [der Organisation] entrissen werden. Viele sollten zum Verräter werden und ihnen dienen. Das war ihr Ziel. Als sie sahen, das neue nicht zu finden waren, wendeten sie sich den alten zu. Aber auch da ist zu erkennen, dass dort ebenfalls der gewünschte Erfolg nicht zu finden ist.“
 
Kalkan erklärte, dass der Widerstand einen Höhepunkt erreicht hat und erklärte, dass mit diesem Widerstand die Forderung nicht mündlich sondern mit Aktionen artikuliert werden:
„Das Volk setzt die Aktionen gegen die Angriffe fort, um die politische Vernichtungs- und Verleugnungspolitik in die historische Tonne zu werfen. Wir glauben daran, dass dieses Newroz dieses Ergebnis aufweisen wird. Der Widerstand wird aufdecken, dass die Regierung von Tayyip Erdoğan mit Lügen und falschen Initiativen, die Türkei an alle, an die USA, EU, an die islamische Gemeinde, allen Mächten aus dem Mittleren Osten, Asien und Afrika vermarkten will. Dieser letzte Vernichtungs- und Verleugnunsplan wird mit diesem Newroz-Widerstand komplett vernichtet werden. Das Volk zeigt, dass es in Freiheit und Demokratie leben will. Die Parolen von Newroz wurden danach ausgerichtet: Entweder demokratische Lösung oder würdevoller Widerstand. Egal was auch passieren wird, ein Ergebnis muss her. Hier liegt die Quelle der Euphorie des Volkes.“
 
Kalkan erklärte, das Newroz 2010 eine Geschichte von 2600 Jahren wiedergab, und sprach auch die Beziehung zwischen der Freiheitsbewegung und der historischen Geschichte von Newroz an:
„Der Vorsitzende Apo hat das in seinen Verteidigungsschriften dokumentiert. Der Grundstein der PKK wurde mit Newroz 1973 gelegt. Newroz 1982 gab es einen großen Widerstand in den Gefängnissen. Newroz 1985 wurde die Widerstandsfront des Volkes bekannt gegeben. Mit Newroz 1986 zeigte die Guerilla den Widerstand von Gabar, den Widerstand des [Kommandanten] Agît, in der sie ihre Entschlossenheit des Kampfes für die Freiheit zeigte. Newroz 1990 bedeutet die Wiederauferstehung des kurdischen Volkes. Dieses Volk ist seit 20 Jahren auf den Beinen. Jedes Jahr wird im Vergleich zum Vorjahr viel freudvoller, aufgeregter und mit einem größeren Widerstand gefeiert. Die Entschlossenheit wird mit jedem Newroz deutlicher. Zu jedem Newroz wird die Planung und Verantwortung des Jahres vorbereitet. Auf dieser Basis führt es den Widerstand fort. Das wird seit dem Newroz 2005 auf der Grundlage des KCK-Systems und auf der Linie des demokratischen Kommunalismus [auch demokratischer Konföderalismus] für die demokratische Gesellschaftsorganisierung fortgeführt. Newroz 2010 zeigte, dass der Widerstand, der bisher geführt wurde, auf dem Weg zur Lösung und zum bleibenden, politischen Sieg geführt werden kann.“
 
Kalkan erklärte, dass die Festnahmen vom letzten Jahr mit Newroz 2010 effektlos gemacht wurden:
„Dies erreichten wir als Volk und Bewegung. Wir wollen das politische Niveau, das die Kommunalwahlen vom 29. März [2009] hervorbrachte, zur demokratischen Lösung bringen, indem wir die Spiele des Feindes dechiffrieren. Wir sagen als Bewegung und Volk der ganzen Weltöffentlichkeit folgendes: Die demokratische Lösung der kurdischen Frage wird kommen! Diese Lösung wird sich im 2622. Newrozjahr unbedingt entwickeln. Dieses Jahr wird ein Jahr des Erfolgs für die demokratische Lösung der kurdischen Frage. Wir als Volk und Bewegung akzeptieren nichts anderes als die Lösung. Die Parole ‚entweder demokratische Lösung oder würdevoller Widerstand’ von Newroz 2010 bestätigt dies. Entweder werden die politischen Errungenschaften, die der Widerstand errungen hat, in Form eines politischen Dialog gegeben, oder wir holen uns das mit unserem Widerstand. Das ist unser Beschluss als Volk und Bewegung. Das ist das grundlegende Ziel des Jahres 2010. Wir akzeptieren nichts anderes als das. Wenn eine demokratische Lösung der kurdischen Frage kommen soll, dann im Jahre 2010. Wir werden niemals zulassen, dass die Lösung auf das Jahr 2011 verschoben wird.“
 
Nach der Rede Kalkans wurde das Newroz der Guerilla mit Liedern, Theater, Gedichten und Sketchen gefeiert. Trotz Regen ging die Euphorie der Guerilla mit Tänzen um das angezündete Newrozfeuer weiter. Die Guerilla gab mit ihrer Moral und Euphorie die Botschaft, dass das Newrozfeuer auf den Bergen Kurdistans niemals erloschen wird.
 
Fotos: http://www.firatnews.com/gallery/index.php?rupel=galeri&gid=3205&rupel2=1
 
Quelle: ANF, 22.03.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Leninist am 24. Mär 2010, 14:45
Zitat
kurd li rojavayê Tirkiyeyê dijîn
Lêkolînekê derxist holê ku 5.627.068 kurdên îqameta wan hê li Kurdistanê ye li rojavayê Tirkiyeyê dijîn.

Ji Zanîngeha Dicleyê Dr. Rustem Erkan derbarê koçberiya ji Kurdistanê lêkolînek kir. Li gora encamên lêkolînê hejmara kesên koçber ji ya heta niha dihate qebûlkirin gelekî bilindtir e.
Erkan sedemê vê ferqa mezin ya reqemên fermî yên derbarê koçberî weha berbiçav dike; lêkolîn nîşan dide ku gelek koçber qeyda xwe ya nifûsê û îqametgeha xwe naguherînîn û li gel ku ew li bajarekî rojava dijîn qeydên wan hê li bajarên wan ên kevn dimînin.
Encamên lêkolînê berbiçav dikin ku koçber herî zêde ji Mêrdîn, Dîyarbekir, Wan û Agiriyê û bi ber Stembol, Anqerê, Îzmîr, Edenê, Mêrsînê ve diçin.

Li gora vê lêkolînê hejmara kurdên li bjaraên rojavayê Tirkiyeyê weha ye:
Stembol: 1.956.816
Îzmîr: 491.544
Edena: 403.209
Mêrsîn: 318.092
Anqera: 247.162
Kocaelî(Îzmît): 181.954
Bursa: 176.183
Antalya. 139.298
Manîsa. 85.263

Eine Untersuchung soll ergeben haben, dass allein in der türkischen Diaspora 5,6 Mio Kurden leben sollen. Die höhere Zahl, die nun festgestellt wurde wird damit begründet, dass viele Kurden sich nicht an dem Ort registrieren, an dem sie später leben, und ihre Anmeldung auf den alten Ort bestehen bleibt. Die Anzahl wird genau nach Städten unterteilt. Die meisten die in die türksiche Diaspora flüchten kommen aus Amed, Merdin, Agri und Wan.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 25. Mär 2010, 21:11
Zitat
Kurdische PolitikerInnen in Belgien freigelassen

Am Donnerstag hat ein Gericht in Brüssel die Haftbefehle gegen sieben der im Rahmen einer „Antiterror-Operation“ verhafteten PolitikerInnen aufgehoben. Zu Redaktionsschluss wurde die Freilassung der Angeklagten, unter denen sich auch der Kongra-Gel-Vorsitzende Zübeyir Aydar sowie Remzi Kartal befinden, für die nächsten Stunden angekündigt. (ISKU, 25.3.)


Heron Drohnen im Test

In Batman haben die Tests der von Israel erworbenen unbemannten Drohnen vom Typ Heron begonnen.

Die von dem Heron aus übertragenen Satellitenbilder können zeitgleich im Operationszentrum in Ankara verfolgt werden. Das System wird vom Personal der türkischen Streitkräfte genutzt (trt-world, 24.3., ISKU)

 

Karacadağ: Hungerstreik gegen Landenteignung

Die BewohnerInnen des Dorfes Karacadağ wehren sich gegen die Enteignung ihrer Äcker und treten nun in den Hungerstreik. Auch 139 Kinder und Jugendliche, die in dem Dorf zur Schule gehen, unterstützen ihre Familien mit einem einwöchigen Schulboykott.

Im Rahmen des GAP-Aktionsplans soll ein 187 Hektar großen Gebiet in eine „Region der organisierten Viehzucht“ umgewandelt werden. Die Fläche, die im Zuge dieses Projektes enteignet werden soll, war Gemeindeeigentum des Dorfes Övündüler am Rande des Bergs Karacadağ. Die DorfbewohnerInnen und ihre Familien treten nun aus Protest in den Hungerstreik.

Laut der an dem Ort Ansässigen wurden die gemeinschaftlich genutzten Äcker durch eine falsche Unterschrift als unfruchtbares Land gekennzeichnet und so in Staatseigentum umgewandelt. Um zu verhindern, dass das Land in eine Region der organisierten Viehzucht umgewandelt wird, haben sie Anzeige erstattet. (ANF, 24.3., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 30. Mär 2010, 20:57
Zitat
Südkurdistan: Flüchtlingscamp Maxmur vom Internet abgeschnitten
 
MAXMUR
– Im Flüchtlingscamp Maxmur wurde, besonders nach den Wahlen des irakischen Parlaments, die Internetverbindung häufig gesperrt. In der Woche vor Newroz war es nicht möglich, Zugang ins Internet zu bekommen. Auch jetzt kommt es häufig zu Unterbrechungen der Verbindung.
 
Im Camp Maxmur können Internetverbindungen über Tarin Net, Arya Fon und Rebernet hergestellt werden. Diese wiederum nutzen den Betreiber Newroz Telecom, die dem ehemaligen Vorsitzenden der iranisch-kurdischen Region Neçirvan Barzani gehört. Bewohner_innen des Camps vermuten, dass die Verbindung aufgrund der Zusammenarbeit der Newroz Telecom mit türkischen Unternehmen und als Ergebnis der Repression des türkischen Staates unterbrochen wird. Es wird vermutet, dass durch Druck der türkischen Unternehmen die Verbindung unterbrochen wird.
 
Besonders nach den Parlamentswahlen am 7. März haben sich die Unterbrechungen der Internetverbindung des Maxmur Flüchtlingscamps gehäuft. Von 17. bis 25. März war kein Internetzugang vorhanden, sowie gestern bis 11.00 Uhr und heute bis 12.00 Uhr. Verantwortliche von Tarin Net erklären, dass die Unterbrechung noch bis zum 6. April andauern könnte.
 
Quelle: ANF, 30.03.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 31. Mär 2010, 14:50
Heftige Militäroperation an Grenze zu Region Kurdistan

Şirnak, 31. März (AKnews)

In den türkisch-kurdischen Grenzprovinzen Hakkari und Şırnak wurden laut Beobachtern groß angelegte Einsätze gegen die Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit cudi1Unterstützung von Hubschraubern und paramilistarischen Einheiten, so genannnten Dorfschützern, eingeleitet. In den Grenzgebieten zur nordirakischen Region Kurdistan starben heute drei türkische Soldaten, die auf eine türkische Mine traten.

Heute wurde eine große Zahl von Soldaten in zivilen Bussen und Panzern in die Grenzgebiete zur Region Kurdistan verlegt. Die türkische Artillerie feuerte von Cukurca aus in Richtung Region Kurdistan gegen die Stellungen der PKK. Im Grenzgebiet um die Kleinstadt in der Provinz Hakkari starben drei türkische Soldaten, die auf eine Mine des türkischen Militärs traten.

Das türkische Militär verlegt schon seit Wochen tausende Soldaten in die Operationsgebiete an der Grenze zum kurdischen Nordirak.

(http://95.170.203.115/images/cms-image-000041431.jpg)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Agreen am 01. Apr 2010, 18:38
Zitat
Provinz Hakkari starben drei türkische Soldaten, die auf eine Mine des türkischen Militärs traten
Vor lauter Baum sieht man den Wald nicht mehr!



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 01. Apr 2010, 20:13
Zitat
Türkische Frühjahrsoffensive
Türkische Armee verlegt Tausende Soldaten

 
Die türkische Armee steht offenbar kurz vor einer großangelegten Frühjahrsoffensive gegen Guerillakämpfer der Arbeiterpartei. Nachdem in den letzten Wochen bereits Tausende Soldaten in die Operationsgebiete in die kurdischen Landesteile verlegt wurden, brachten zivile Busse am Dienstag eine große Zahl von Soldaten über die Grenze in den Nordirak. Auch Panzer wurden in das Nachbarland verlegt. Zwar unterhält die türkische Armee seit den 90er Jahren in Grenznähe noch auf irakischem Territorium eine Reihe von Stützpunkten. Doch ohne grünes Licht der kurdischen Regionalregierung und der US-Besatzungstruppen ist eine Verlegung einer größeren Zahl von Soldaten und Militärfahrzeugen nicht denkbar.
 
Bereits in den letzten Tagen wurden Militäroperationen in Dersim sowie den türkisch-iranisch-irakischen Grenzprovinzen Hakkari und Sirnak durchgeführt. Dabei kamen Kampfhubschrauber zum Einsatz. Außerdem beteiligten sich mit dem Staat kollaborierende kurdische Dorfschützermilizen an den Einsätzen.
 
Mit Artillerie werden seit Tagen die Zagros-Berge im Nordirak beschossen, in denen Guerillastellungen vermutet werden. Nahe der Kleinstadt Cukurca in unmittelbarer Nähe zur irakischen Grenze wurden am Dienstag drei Soldaten getötet. Während CNN-Türk von einer ferngezündeten Bombe der PKK sprach, meldete die kurdische Nachrichtenagentur Firat, die Soldaten seien auf eine von der Armee selbst verlegte Mine getreten. »Wenn der türkische Staat an seinem militärischen Vorgehen und seinem Druck auf politische Akteure festhält, dann kann es keinen andauernden Frieden geben«, warnte PKK-Führungsfunktionär Murat Karayilan. »Wir werden diesen Angriffen nicht aus dem Weg gehen, das Frühjahr kann daher kompliziert und unruhig werden.« Bis zum 14.April will die PKK entscheiden, ob ihr vor einem Jahr verkündeter einseitiger Waffenstillstand verlängert wird.


Kurdische Medien im Fadenkreuz
 
Trotz Ankündigungen der türkischen Regierung, der kurdischsprachigen Bevölkerung der Türkei mehr Rechte zu gewähren, sind kurdischsprachige Künstler und Medien weiterhin staatlicher Verfolgung ausgesetzt. Unter dem Vorwurf der Propaganda für eine illegale Organisation wurde zu Wochenbeginn die einzige kurdischsprachige Tageszeitung der Türkei, Azadiya Welat (Freiheit für das Land), von einem Istanbuler Gericht mit einem einmonatigen Erscheinungsverbot belegt. Der Zeitung wird vorgeworfen, den inhaftierten Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans PKK, Abdullah Öcalan, als »Führer des kurdischen Volkes« bezeichnet zu haben. Wie der Chefredakteur der Zeitung, Eser Uyansiz, mitteilte, waren mehrere dem Verbot zugrunde liegende kurdischsprachige Sätze falsch ins Türkische übersetzt worden. Im Februar war der bisherige Chefredakteur der Zeitung, Ozan Kilinc, zu 21 Jahren Haft verurteilt worden. Seinem seit Januar 2009 in Untersuchungshaft sitzenden Vorgänger Vedat Kursun droht unterdessen in 32 einzelnen Verfahren eine Gesamtstrafe von 525 Jahren, unter anderem wegen der Verwendung der Worte »Kurdistan« und »Guerilla« sowie der Veröffentlichung von Traueranzeigen für gefallene PKK-Kämpfer. Das Urteil soll am 6. Mai fallen. »Wir sind nur ein Sprachrohr des kurdischen Volkes«, weist Uyansiz die Vorwürfe zurück, die Zeitung sei ein PKK-Organ. Die Regierung wolle die Kurden zwingen »ihre Sprachmuster zu übernehmen. Aber wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir zu sprechen haben.«
 
Weil sie ein kurdisches Lied gesungen hat, wurde vergangene Woche die bekannte Sängerin Rojda von einem Gericht in Diyarbakir zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Mit ihrem im vergangenen Jahr auf einem Kulturfestival in Diyarbakir gesungenen Lied »Heval Kamuran« (Genosse Kamuran) soll sie »Propaganda für eine terroristische Organisation« gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Sängerin auch dafür verantwortlich gemacht, daß während ihres Liedes PKK-Fahnen im Publikum geschwenkt wurden.
            (jW, 30.3., ISKU)


Iran: Todesurteile gegen drei Personen einer Familie

Vom Gericht in Mahabad wurden drei Personen, die der gleichen Familie angehören, zum Tode verurteilt. Es handelt sich um eine Mutter, ihre Tochter und ihren Sohn aus der ostkurdischen Stadt Urmiye.
Der iranische Staat hat in den letzen Jahren den Vollzug von Todesurteilen unter der Begründung des Schutzes des islamischen Regimes intensiviert. Die Menschenrechtsorganisation Ostkurdistans meldete, dass es sich bei den Verurteilten um Caziye Derviş Zade, ihre Tocher Derviş Zade (19) und ihren Sohn Fetullah Derviş Zade (21) handelt und dass drei weitere Personen der gleichen Familie ebenfalls im Gefängnis von Mahabad inhaftiert sind.
Die Todesurteile und die Vollstreckungen im Iran insbesondere gegen KurdInnen nehmen zu. Seit Beginn dieses Jahres haben mindestens drei politische Gefangene in Haft auf zweifelhafte Weise ihr Leben verloren.
Momentan sind in iranischen Gefängnissen 20 politische Gefangene kurdischer Abstammung, die akut von Todesstrafe bedrohte sind. Zwei davon sind Frauen.
Menschenrechtsorganisationen melden, dass 2009 388 Menschen hingerichtet wurden, 42 mehr als 2008.
            (ANF, 30.3., ISKU)


 
Al-Qamischli: Vier Schüler von der Militärpolizei gefoltert

Mitglieder der Militärpolizei haben am 12. März 2010 im Dorf Xezna (Bezirk al-Qamischli) vier Schüler verhaftet. Sie wurden am gleichen Tag zur Militärpolizei in al-Qamischli gebracht, wo sie geschlagen und mit Tritten traktiert wurden.
Mitglieder der Militärpolizei waren am 12. März, noch bevor Bewohner des Dorfes anlässlich des Jahrestages der Unruhen vom März 2004 den damaligen Opfern mit einer Schweigeminute gedenken konnten, nach Xezna gekommen. Sie schossen in die Luft und forderten von den Bewohnern, ihnen die vier Schüler zu übergeben. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten die Post in Xezna in Brand ­stecken wollen.
Ein Schüler wurde am 21. März 2010 aus der Haft entlassen. Die anderen drei hingegen befinden sich seit dem 22. März 2010 bei der Militärpolizei in Damaskus. Die drei Schüler hatten am 11. März 2010 Kerzen entzündet, um an die Opfer der Unruhen von März 2004 zu erinnern. Seit 2005 rufen kurdische Parteien in Syrien zu dieser Aktion auf.
Drei Monate nach der Verhaftung von vier Mitgliedern der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) haben sie noch immer keinen Kontakt zur Außenwelt. Die Vier befinden sich im al Faihaʾ Gefängnis des Direktorats für politische Sicherheit in Damaskus. Weder Anwälte noch Familienangehörige durften die Gefangenen bislang besuchen.
            (KurdWatch, 30.3., ISKU)



Aktionskünstler planen Demo für Kurdenfrage

Der Verein der Aktionskünstler in der Türkei (BISG) wird am 2. April in Istanbul eine Demonstration für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage durchführen. Zum Abschluss wird ein Konzert der Gruppe Kardeş Türküler stattfinden.
„Für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Gesellschaft, zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung, damit Kinder im Spiel­alter nicht verhaftet werden, werden wir als Künstler gemeinsam mit Arbeitern, Studenten, Frauen und jungen Menschen Hand in Hand gemeinsam laufen und Volkslieder singen“, hieß es in der Erklärung des Vereins. „Egal wie viele Sprachen, Kulturen, Stimmen es gibt: Hauptsache, alle mögen sich für den Frieden vereinen.“
            (AKnews, 26.3., ISKU)



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 04. Apr 2010, 15:15
Claudia Roth in Diyarbakir: „Kurdische Politiker und Kinder müssen frei gelassen werden“

Diyarbakir, 2. April (AKnews) – Die Bundesvorsitzende der deutschen Partei Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth (Bild rechts), hat am Donnerstag nach ihrem zweitägigen Besuch des irakischen Kurdistan die roth and baydemirkurdischen Gebiete der Türkei aufgesucht. Die Menschenrechte in der Türkei waren das zentrale Thema ihres Besuches.

(http://95.170.203.115/images/cms-image-000042369.jpg)

Roth besuchte unter anderem den bekannten kurdischen Bürgermeister und Menschenrechtler Diyarbakirs, Osman Baydemir (Bild links). „Als Großstadt-Gemeinde sollten Sie Mitglied eines Netzwerks der Weltstädte werden“, erklärte Roth.

„Wir haben viel über die Menschenrechte gesprochen“, berichtete Roth. „Das Sorgerecht ist ein großes Problem in der Türkei. Leider gibt es mehr als 3.000 Kinder, die in Gefängnissen inhaftiert sind. Diese Kinder gehören nicht ins Gefängnis, sondern auf Spielplätze. Sie müssen frei sein.”

„Wir haben gehört, dass in einem Jahr rund 1.500 Personen festgenommen worden sind, die in Ämtern und in der Verwaltung beschäftigt sind, unter ihnen viele gewählte Politiker. Auch Bürgermeister und Oberbürgermeister in Kurdistan sollten nicht inhaftiert sein, sondern in ihren Ämtern die Entwicklung der Städte voranbringen.“


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 06. Apr 2010, 03:33
Mitarbeiter der Zeitung Azadiya Welat erhängt aufgefunden

(http://www.gundem-online.net/sonresimler/metinalatas_cenaze2.jpg)
20 tausend Menschen auf der Trauerfeier [Foto: Gündem-Online]

ADANA – der Mitarbeiter der Zeitung Azadiya Welat Metin Alataş (34) wurde an einem Orangenbaum erhängt aufgefunden. Das letzte Mal wurde er gegen 14.00 Uhr beim Verteilen der Zeitung im Stadtteil Hadırlı gesehen. Später hat man ihn dort an einem Orangenbaum erhängt aufgefunden.
Nachdem die Leiche von Alataş in das gerichtsmedizinische Institut von Adana gebracht worden war, haben sich viele Angehörige, Freund_innen und Mitglieder der BDP vor dem Gebäude versammelt.
Vor drei Monaten schon war Alataş vor dem BDP-Bezirksgebäude von 3 Personen, die aus einem Zivilauto ausgestiegen waren, zusammengeschlagen worden. Alataş hatte erklärt, ständig verfolgt zu werden. Er erstattete bei der Staatsanwaltschaft von Adana Strafanzeige, doch es kam zu keinem Ergebnis.

Quelle: ANF, 02.04.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 06. Apr 2010, 23:48
Zitat
Prozess gegen 17 Personen aus Maxmur und Kandil
 
AMED – Gegen 17 der 34 Personen, die freiwillig, mit dem Ziel einer friedliche Lösung für die kurdische Frage in die Türkei gekommen waren, wird nun ein Verfahren wegen „PKK-Propaganda“ eröffnet. Mit 17 Weiteren waren sie von den Kandil-Bergen und dem Maxmur-Flüchtlingscamp im Herbst vergangenen Jahres als sog. Friedensgruppe in die Türkei eingereist.
Laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von Diyarbakir wird den 17 Personen vorgeworfen, am 30. November 2009 während einer Presseerklärung im Menschenrechtsverein (IHD) von Diyarbakir PKK-Propaganda gemacht zu haben.
In der Anklageschrift wurde für die 17 Angeklagten aufgrund von PKK-Propaganda entsprechend des Artikels 7/2. des Antiterrorgesetzes zwischen 1 Jahr und 6 Monaten bis zu 7,5 Jahren Haft gefordert. Es wurde auch gefordert, dass während der Haftzeit alle gesellschaftlichen Rechte einschließlich des aktiven und des passiven Wahlrechts eingeschränkt werden.
 
Quelle: ANF, 04.04.2010, ISKU
 
 
 
„Jeden Tag werden 3 Frauen ermordet“
 
İSTANBUL – Das Sozialistische Feministische Kollektiv erklärte, dass innerhalb von 7 Jahren die Zahl der Morde an Frauen um 1400 Prozent zugenommen hat. Jeden Tag werden 3 Frauen ermordet.
 
Als Protest gegen Frauenmorde und gegen die Gewalt gegen Frauen hat das Sozialistische Feministische Kollektiv (SFK) am zentralen Taksim-Platz in Istanbul eine Pressekundgebung abgehalten.
Auf den Transparenten der Teilnehmerinnen war zu lesen: „Den Aufruf sollen alle hören, Schluss mit der männlichen Gewalt“, „Die Liebe der Männer bringt jeden Tag 3 Frauen um“, „Frauenmorde sind Politik“, „der gebrochene Arm darf nicht zu Hause bleiben“.
In eine Erklärung äußerte Ayşe Toksöz, der Konservativismus, der Sexismus und die Frauenfeindlichkeit, die unter der AKP-Regierung zugenommen haben, dazu geführt hätten, dass innerhalb 7 Jahren die Morde an Frauen um 1400 Prozent gestiegen seien.
Toksöz weist darauf hin, dass jeden Tag drei Frauen ermordet werden. „Um ermordet zu werden genügt es, eine Frau zu sein. Doch es wird von den Frauenmorden nicht gesprochen geschweige denn sich empört. Nur die Frauen hören diese Stimmen. Nur die Frauen kämpfen dagegen.
Der Polizei, die sich entsprechend der patriarchalen Ideologie verhält, wenn sie Frauen, die Gewalt erfuhren, wieder nach Hause schickt,
der Gesetzgebung, die auf der Seite der Männer steht,
den staatlichen Institutionen, die Frauen, welche von Gewalt betroffen sind nicht schützen können,
den Medien, die Frauen-Morde als legal darstellen und in einer sexistischen Art und Weise berichten,
den Gerichten, die Begründungen für Morde an Frauen auch noch belohnen,
den Gemeinden, die keine Zufluchtsstätten für Frauen eröffnen,
euch allen möchten wir sagen, dass ihr mitverantwortlich seid für die Morden an Frauen.“
 
Während der Erklärung verschaffte sich eine Gruppe von Frauen Zutritt in das Nobelhotel Taksim Hill und breitete dort ein Transparent aus mit der Aufschrift „Wir kämpfen gegen Frauenmorde“. Nach der Pressekundgebung führten die Frauen eine kurze Spontandemonstration bis zur Mis Sokak durch. Dabei wurden Parolen gerufen wie: „Der Mann schlägt, der Staat schützt“, „wir sind die Ehre von niemandem“, „Wir sind keine Schande, wir sind kein Fleisch, wir sind keine Ware, wir sind Frauen.“ Danach endete die Versammlung.
 
Quelle: ANF, 04.04.2010, ISKU


Ahmedi Tahir zu Tode gefoltert
 
PİRANŞEHİR – Die Leiche von Ahmedi Tahir, der vor drei Monaten in der ostkurdischen Stadt Piranşehir verhaftet und seitdem gefoltert wurde, ist seiner Familie ausgehändigt worden. In den letzten vier Monaten haben in iranischen Gefängnissen vier politische Gefangene kurdischer Herkunft auf zweifelhafte Art ihr Leben verloren.
Laut der ostkurdischen Menschenrechtsorganisation RMMK wurde eine Person namens Ahmedi Tahir in seiner Wohnung in Piranşehir bei einer Razzia von Angehörigen des Nachrichtendienstes festgenommen.
Tahir wurde beschuldigt, Kontakte zu einer regimefeindlichen kurdischen Partei unterhalten zu haben und in seiner Wohnung Waffen aufbewahrt zu haben.
Obwohl das genaue Datum seiner Festnahme nicht in Erfahrung gebracht werden konnte, geht der RMMK davon aus, dass Tahir seit 3 Monaten befragt und dabei schwer gefoltert wurde. Die Leiche, die nun seiner Familie übergeben wurde, zeige Spuren von Schlägen und Folterungen.
 
Quelle: ANF, 06.04.2010, ISKU
 
 
 
Kurdische Schüler in Tire von Lynchmobs angegriffen
 
İZMİR – Im Landkreis Tire in der Provinz Izmir hat das Gerücht, Schüler_innen des Albay İbrahim Karaoğlanoğlu Gymnasiums hätten eine Fahne verbrannt, zu Lynchmobs geführt. Nachdem der Vorwurf über Facebook weitergetragen wurde, hat sich in der Nacht vor der Gruppenunterkunft der Schüler_innen eine Gruppe Faschist_innen versammelt und versucht in das Gebäude einzudringen. Die Polizei hat die Gruppe gewaltsam aufgelöst.
 
Laut der Gerüchte entstand in den Nachmittagsstunden ein Streit zwischen drei kurdischen Schüler_innen, die, wie 200 andere auch im Wohnheim des Şehit Albay İbrahim Karaoğlanoğlu Gymnasiums untergebracht sind und 3 Einwohnern aus Tire, die keine Schüler waren. Die Auseinandersetzung sei immer mehr eskaliert, hieß es. In den Abendstunden ist daraufhin das Gerücht entstanden, dass „kurdische Schüler_innen eine Fahne verbrannt hätten“. Per Facebook und Mund zu Mund Propaganda wurde dies verbreitet, und artete in einen Lynchmob aus.
 
Etwa um 22.30 Uhr hat sich eine 50–60 starke Gruppe Faschist_innen mit türkischen Fahnen ausgerüstet versammelt, Parolen gerufen und versucht in das Gebäude einzudringen. Die Polizei hat dies durch den Einsatz von Tränengas verhindern können.
Die Verantwortlichen des Wohnheims erklärten, dass die Vorwürfe gegenstandslos seien.
Die Faschist_innen wurden auseinandergetrieben. Keiner von ihnen wurde festgenommen.
 
Quelle: ANF, 06.04.2010, ISKU



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 07. Apr 2010, 15:05
Sicherheitsschef Kurdistans (Südkurdistan) will Kurden anderer Länder friedlich unterstützen

Erbil, 6. April (AKnews) – Masrur Barzani, der Vorsitzende des Sicherheitsamtes der nordirakischen Region Kurdistan in der kurdischen Hauptstadt Erbil, sagte, die sichere Atmosphäre und Stabilität des Region Kurdistan erwecke „Weltinteresse.“

(http://www.aknews.com/images/cms-image-000037917.jpg)

„Durch ihre Stabilität und gute Sicherheitslage ist die kurdische Region geeignet für internationale Investitionen. Deshalb kam es auch in der letzten Zeit zu mehreren Handelsabkommen mit ausländischen Unternehmen in der Region Kurdistan“, sagte  Masrur Barzani in einem Interview mit der Sicherheitsnachrichten-Website „worldsecuritynetwork“.

Zur von den kurdischen Parteien seit Jahren geforderten Umsetzung des 140. Artikels der irakischen Verfassung, der ein Referendum der Bevölkerung in mehreren nordirakischen  Provinzen wie Niniveh und Kirkuk über den Beitritt an die Region Kurdistans vorsieht, sagte Barzani: „Wenn der Artikel 140 zum Leben erweckt wird, ist dies zugunsten Kirkuks und des ganzen Irak.“

Kurden, die in den anderen irakischen Provinzen und in den Nachbarländern zum Irak lebten, würden von der Region Kurdistan „auf friedliche Arft“ in ihrem Bestreben um Demokratie und Selbständigkeit unterstützt. „Aber wir werden uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen.“


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: SiWan am 08. Apr 2010, 21:15
Leyla Zana erneut verurteilt

Ein türkisches Gericht hat die bekannten kurdische Politikerin Leyla Zana wegen "Verbreitung terroristischer Propaganda" zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die Richter legten der Sacharow-Preisträgerin heute im südostanatolischen Diyarbakir Reden auf einem Kurdenkongress und bei einer Protestdemonstration 2008 zur Last, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansis. Die Angeklagte und ihr Anwalt nahmen an der Urteilsverkündung nicht teil.

Zana war 1994 unter dem Vorwurf der Verbindung zur Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verurteilt worden, nachdem sie bei ihrer Vereidigung als Parlamentsabgeordnete Kurdisch gesprochen hatte. 2004 kam sie aufgrund einer Entscheidung des Berufungsgerichtshofs frei. Das Europaparlament ehrte sie 1995 mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit.

http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F364357.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 09. Apr 2010, 02:11
AMED / Cegerxwîn Jugend- und Kulturzentrum eröffnet

(http://www.firatnews.com/wene/gallery/17c2eb60-cegerxwin.jpg)

Das von der Gemeinde Kayapinar gebaute „Cegerxwîn Jugend- und Kulturzentrum“ wird offiziell
zwischen 9-11 April eröffnet. Das Projekt wurde 2007 gestartet und ist in 15 Monaten verwirklicht worden. Die Errichtung des Zentrums war am 1. September 2009 wegen seines Namens vom Landrat verboten worden. Für die Jugend bietet es viele Möglichkeiten an und der Platz ist 5500 qm groß.
Das Kulturzentrum besitzt 2 Vorführräume: einen Kinoraum für 100 Personen, einen Theatersalon für 370 Personen, einen Saal für 500 Personen, eine 600 qm große Bücherei sowie eine Cafeteria.
In den bereits gestarteten Kursen für Theater, Kino, Fotografie, Geigen, Malen und Volkstanz werden schon 200 Schüler unterrichtet, für Kurse, die demnächst hinzukommen, haben sich schon 900 Personen angemeldet.

Vor allem Kinder machen bereits von der Bücherei Gebrauch.

Quelle: DiHA


Titel: Feiger anschlag auf ahmet türk
Beitrag von: welato am 12. Apr 2010, 18:50
Zitat
  Der prominente Kurdenpolitiker Ahmet Türk ist in der Stadt Samsun mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest. iner der prominentesten Kurdenpolitiker der Türkei ist am Montag vor laufenden Kameras verprügelt worden. Ein Angreifer schlug Ahmet Türk vor dem Justizpalast der Stadt Samsun an der türkischen Schwarzmeerküste mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Der 67-jährige Türk kam mit Verletzungen an Nase und Mund ins Krankenhaus. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest.........

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/557807/index.do?_vl_backlink=/home/politik/index.do


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 12. Apr 2010, 19:00
Der Videoclip dazu: http://www.dailymotion.com/video/xcx5bc_ahmet-turk-saldyry_news


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 13. Apr 2010, 14:54
Der Schrei einer Mutter-Es gelang ihr nicht ihren Sohn aus den Händen der Polizei zu befreien


Yüksekovahaber: Nach einer öffentlichen Erklärung zum  Thema des Anschlages auf Ahmet Türk in Hakkari, versuchte eine Mutter ihren Sohn aus den Händen der Polizei zu retten. Es gelang ihr nicht, beide wurden geschlagen und der Sohn wurde verhaftet. Später wurden beide im Krankenhaus von Hakkari behandelt.

Hierzu ein Video: www.yuksekovahaber.com/haber/bir-annenin-feryadi-28977.htm


Titel: Razzien bei kurdischen Politikern in Berlin
Beitrag von: Nick_ am 14. Apr 2010, 14:54
Am Morgen des 14.04.10 führte das Landeskriminalamt Berlin bei den kurdischen Politikern Ismail Parmaksiz, Ahmet Sever, Cabbar Dogan und Muharrem Aral Razzien durch. 

Herr Parmaksiz, Mitglied im Kurdistan Nationalkongress, äußerte zu den Durchsuchungen: „Sie fingen beim Bad an alles genauestens zu durchsuchen. Alles wurde durcheinander geworfen. Es gab im  Haus nicht den kleinsten Ort oder Gegenstand, der nicht durchsucht worden ist. Der Grund war, wir hätten die PKK unterstützt. Sie blieben Stunden lang  in der Wohnung, um ein Dokument zu finden. Sie gingen ohne etwas zu finden“. Er erklärte weiter: „Die Durchsuchungen gegen uns sind ein Teil der Repressionsmaßnahmen gegen Roj TV, gegen Kurden und Kurdinnen in Frankreich und Italien. Obwohl sie nichts fanden wenden sie willkürliche  Repression an. Dies ist unrechtmäßig und undemokratisch.“ In Abstimmung mit der Türkei und den USA finden seit mehreren Wochen europaweite Polizeiaktionen gegen kurdische Institutionen und Medien statt.

Der Durchsuchungsbefehl für die Razzien in Berlin war schon im Januar ausgestellt. Es ist interessant, dass die Durchsuchungen jetzt nach dem Besuch von Angela  Merkel in der Türkei stattfanden. Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem der  türkische Staat großangelegte militärische Operationen in den kurdischen  Provinzen durchführt und einen Einmarsch nach Südkurdistan/Nordirak direkt bevorsteht, versprach Merkel die Lieferung von weiteren 56 Leopard II. Panzern aus Deutschland. Kurz darauf werden Repressionsmaßnahmen gegen kurdische Exilpolitiker in Deutschland durchgeführt. Dies ist eine offensichtliche Bestätigung Deutschlands für den Kriegskurs der Türkei, die trotz jahrelanger Friedensbemühungen von kurdischer Seite auf eine Vernichtung demokratischer kurdischer Kräfte abzielt. Der deutsche Staat setzt damit auf eine Allianz mit der islamisch-neoliberalen türkischen Regierungspartei AKP, trotz Anstiegs der Menschenrechtsverletzungen und schweren Übergriffen und Kriegstreiberei. Denn die AKP garantiert der EU den neoliberalen Zugriff auf Arbeitskräfte und Bodenschätze in der Türkei.

Kundgebung gegen Krieg in Kurdistan und deutsche Waffenhilfe:

Unter dem Motto „Stoppt den Krieg in Kurdistan! Schluss mit der deutschen Beihilfe zum Mord“ ruft das  Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin  gemeinsam mit kurdischen und antifaschistischen Vereinen und Organisationen zu einer Kundgebung am Samstag den 17.04.10 um 13:30 am Breitscheidplatz in Berlin auf. 

Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 14. Apr 2010, 20:35
Zitat
Stoppt den Krieg in Kurdistan! Schluss mit der deutschen
Beihilfe zum Mord!

 
Kundgebung am Samstag 17.April um 13.30 am Breitscheidplatz
Berlin

 
Frühjahr in Kurdistan – das sollte neues Leben bedeuten, ein
Aufblühen der Natur nach der Schneeschmelze. Frühjahr in Kurdistan – das
bedeutet heute ein Wiederaufflammen des Krieges, Zerstörung und Tod.
Zehntausende türkische Soldaten bereiten sich mit Panzern und
Kampfhubschraubern auf massive Militäroperationen gegen kurdische
Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer vor. Eine Invasion nach
Südkurdistan  (Nordirak) steht bevor. Fast täglich beschießt die türkische Artillerie Gebiete jenseits der Grenze.Ganze Dörfer wurden so in den letzten Jahren entvölkert. Ganze Regionen sind mit Minen aus deutscher Produktion verseucht, immer wieder werden Dorfbewohner zerfetzt. Die deutsche Regierung und die deutsche Rüstungsindustrie leisten an führender Stelle Beihilfe zur Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung, zu Mord und Vernichtung. Bereits in den 90er Jahren wurden von der türkischen Armee mit Panzern aus deutschen Beständen 4000 kurdische Dörfer zerstört. Weiterhin ist Deutschland ein führender Waffenlieferant der türkischen Armee. Während die türkischen Streitkräfte sich auf einen erneuten völkerrechtswidrigen Einmarsch in den Nordirak vorbereiten, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Türkeibesuch im März die Lieferung weiterer 56 Leopard-II-Panzer und anderer Waffen zu. 
 
Die türkische Kriegspolitik findet ihre Entsprechung in der türkischen
Innenpolitik. Im Rahmen angeblicher demokratischer Reformen wurde unter der islamisch-konservativen AKP-Regierung von Ministerpräsident Erdogan in
Wirklichkeit ein Polizeistaat errichtet.
Am 1.April hatte der Gouverneur von Ankara eine Protestaktion von
Tabakarbeiterinnen und Tabakarbeitern des Staatsmonopols Tekel gegen ihre
privatisierungsbedingte Entlassung verboten. Tausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden mit Tränengas, Knüppeln und Wasserwerfern an ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gehindert. 3000 Mitglieder der mittlerweile verbotenen prokurdischen Partei für eine Demokratische Gesellschaft DTP wurden seit dem 12. April 2009 festgenommen, 1500 von ihnen befinden sich meist ohne Anklageschrift in Haft, darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Von Verhaftungen betroffen sind auch Sozialisten, Frauenaktivistinnen und Gewerkschaftsmitglieder. Am 12. April konnte ein türkischer Nationalist in Samsun vor den Augen der Polizei und vor laufenden Kameras dem Ex-Vorsitzenden der DTP, Ahmet Türk,  mehrfach ins Gesicht schlagen und ihm die Nase brechen. Indem das Verfassungsgericht beim Verbot der DTP im Dezember 2009 Ahmet Türks Abgeordnetenmandat raubte und ihm Politikverbot erteilte, wurde dieser Politiker, der sich immer für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage einsetzte, für vogelfrei erklärt.
 
Wir fordern:
 
Keine Beihilfe zum Mord: Schluss mit den deutschen
Waffenlieferungen an die Türkei!
 
Weder Militärdiktatur noch Polizeistaat: Freiheit für die
politischen Gefangenen in der Türkei!
 
Schluss mit der nationalistischen Hetze: Stoppt Pogrome und
Lynchattacken in der Türkei!
 
Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin




Proteste, faschistische Angriffe, Misshandlungen, Polizeischüsse
 
Einen Tag, bevor die kurdische Guerilla ihren Waffenstillstand aufgrund der massiven Repression und Angriffe neu bewerten will, häufen sich faschistische Provokationen, Festnahmen, Polizeiübergriffe und Angriffe des türkischen Militärs. Nachdem am 12. April dem mit Politikverbot belegten ehemaligen Covorsitzenden der verbotenen linken kurdischen DTP Ahmet Türk beim Angriff eines Faschisten in Samsun die Nase gebrochen worden war, fanden heute eine Vielzahl von Protesten statt, die leider von massiver Polizeigewalt gegenüber Demonstrant_innen wie auch Anwohner_innen überschattet waren.
 
DENIZLI – Faschistischer Angriff unter den Augen der Polizei
Eine kurdische Kundgebung der BDP-Kreisorganisation, die den Angriff auf Ahmet Türk am Vortag verurteilte, wurde unter den Augen der Polizei von Faschisten mit Steinen angegriffen. An der Kundgebung nahmen ca. 400 Personen teil. Die wiederholten Angriffe wurden von einer 5–6-köpfigen Gruppe Faschisten ausgeführt. Zwei Person wurde von Steinen am Kopf getroffen und kollabierten. Die Polizei machte keine Anstalten die Angreifer zu verfolgen, sondern forderte die BDP auf, die Kundgebung zu beenden.
 
AYDIN – 13 Festnahmen
In Aydın im Kreis Didim griff die Polizei eine Protestkundgebung gegen den gestrigen Übergriff auf Ahmet Türk an und nahm 13 Personen,davon 9 Kinder und Jugendliche fest.
 
HAKKARI – 10.000 Demonstrant_innen schwere Übergriffe – 13jähriger auf offener Straße misshandelt – 12-jährigem in den Kopf geschossen – 17 verletzte Demonstrant_innen – Polizei terrorisiert Einwohner_innen von Hakkari
Die kurdische Protestdemonstration gegen den Angriff auf Ahmet Türk, an der mehr als 10.000 Menschen teilnahmen, wurde von der Polizei angegriffen. Die Demonstrant_innen riefen Parolen wie „Verflucht sei der rassistische Faschismus“, „Die Hände, die sich an Ahmet Türk vergreifen, sollen brechen“. Der MEYA-DER-Bürovorsitzende Mikail Atan erklärte: „Die Kriegstreiber fürchten sich vor der Friedensbemühung unserer Gesellschaft und führen Provokationen durch.“ Während der Kundgebung griff die Polizei die Demonstration mit Tränengas, scharfen Waffen und Wasserwerfern an. Die Kämpfe breiteten sich aus.
Der 13-jährige Sohn des ehemaligen DTP-Bürgermeisters Kazım Kurt, Hatip Kurt wurde von Polizisten vor laufender Kamera zusammengeschlagen und schwer verletzt. Anschließend wurde das stark blutende Kind von Zivilpolizisten über den Boden geschleift. Er befindet sich im Moment im Krankenhaus.
Ein zwölfjähriger Junge, dem von der Polizei eine Kugel in den Kopf geschossen worden ist, wird im Moment operiert. Das Krankenhaus von Hakkari, in dem sich die vier schwer verletzten Demonstrant_innen befinden, befindet sich im Moment unter Blockade durch vermummte Spezialeinheiten.
Bei den Angriffen auf die Demonstration, aber auch bei den zur Stunde immer noch andauernden Auseinandersetzungen in verschiedenen Stadtvierteln tun sich insbesondere Spezialeinheiten durch die Benutzung scharfer Munition hervor.
Die Polizei schießt willkürlich Gasgranaten und scharfe Patronen in Häuser und verletzt dadurch ihre Bewohner_innen und zerstört Einrichtung. Etliche Anwohner_innen wurden von Polizisten zusammengeschlagen.
 
Video zu Straßenschlachten, Verletzten und Übergriffe in Privatwohnungen hinein mit scharfen Waffen und Gasgranaten:
 
http://www.hakkarihabertv.com//haber/keklikpinara_saldiri_yaralilar_var.asp
 
Bilder und Video zu Misshandlung von Jugendlichem in Hakkari:
http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=11546
 
Video zu Auseinandersetzungen in Hakkari:
http://www.yuksekovahaber.com/video/hakkari-savas-alani-459.htm

GEVER/YÜKSEKOVA: Proteste und Straßenkämpfe
Die Proteste gegen den Angriff auf Ahmet Türk dauern hier ebenfalls an. Die Ladenbesitzer ließen heute aus Protest die Rollläden geschlossen und überall finden dezentrale Protestaktionen statt. Hunderte lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, nachdem diese Jugendliche, die eine Barrikade errichtet hatten, mit Wasserwerfern und Gasgranaten angegriffen hatte. Bis jetzt sind zwei Verletzte und 9 Festnahmen bekannt. Auch hier dauern die Straßenschlachten in der Nacht noch an. Ein Mann wurde durch einen Polizeischuss mit einer Gasgranate ins Gesicht vor seinem Haus schwer verletzt.
Videos über die Straßenschlachten in Yüksekova:
http://www.yuksekovahaber.com/video/yuksekovada-gerginlik-2-461.htm
           
http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=11547
 
WAN
Hier gingen ebenfalls spontan heute viele Tausend Menschen unter Parolen für die PKK und gegen die rassistischen Angriffe auf die Straße.
 
ŞEMZINAN/ ŞEMDINLI
Auch in der Kleinstadt Şemdinli fand eine entschlossene Demonstration gegen den Übergriff statt.
 
Hamburg
Auch in Hamburg protestierten etwa 200 Personen unter einem massiven Polizeiaufgebot gegen die Misshandlung von Ahmet Türk vor dem türkischen Generalkonsulat. Mit Parolen wurde die Forderung nach einer friedlichen Lösung gefordert und die Verbundenheit mit der PKK und Öcalan demonstriert.
 
Quelle: ANF, Yuksekovahaber, 13.04.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 17. Apr 2010, 21:52
Zitat
von Martin Dolzer 14.04.2010 / Ausland


Trauer, Hoffnung und Stolz der Kurden

Newroz-Feiern im Südosten der Türkei: Vielstimmige Forderung nach Beendigung der Repressionen



Die ersten Frühlingstage in den kurdischen Provinzen der Türkei. Noch bedeckt Schnee die bergige Landschaft. Es ist die Zeit, da überall in dieser Region das Frühjahrsfest Newroz gefeiert wird.


Wir fahren in einem Kleinbus nach Bugulukaynak (kurdisch Kel). 130 Kilometer nördlich der zweitgrößten kurdischen Stadt Van liegt das Dorf nahe der türkisch-iranischen Grenze. Mazlum, einer unserer Begleiter, erzählt vom legendären Ursprung des Newroz. Der Schmied Kawa soll im Jahre 612 v. u. Z. das Volk mit einem einzigen Schwerthieb von der Tyrannei des Despoten Dehok befreit haben. Seither wird Newroz in Kurdistan als Fest der Befreiung und des Friedens gefeiert.


Die Landschaft um Bugulukaynak strahlt eine fast unwirkliche Ruhe Pferde und Schafe weiden friedlich auf Grasflecken, von denen die Sonne den Schnee geleckt hat. Dorfbewohner erzählen jedoch ganz und gar Unfriedliches: In einer nahen Schlucht war es, wo türkische Sondereinheiten am 7. Oktober 2009 drei Jugendliche hinrichteten. Paramilitärische Jandarmas hatten sie während einer Razzia festgenommen und dem Militär übergeben. Zwei der Hingerichteten waren PKK-Guerilleros, der dritte, der 17-jährige Ibrahim Atabay, ein Gymnasiast aus dem Dorf.


Laut Augenzeugen waren die Jungen unbewaffnet. Die Militärs zertrümmerten ihnen die Schädel, die Leichen wurden von Kugeln durchsiebt. Einer der Soldaten, der das grausige Geschehen beobachtet hatte, berichtete anonym darüber: Die beiden Guerilleros hätten ihre Mörder vergebens gebeten, Ibrahim zu verschonen, der unschuldig sei.


Zur gleichen Zeit misshandelten Sicherheitskräfte auch Ibrahims Brüder in einem Haus der Familie. Einer befindet sich seither in Haft, ohne dass Anklage gegen ihn erhoben wurde. Vater Gafur Atabay, ein besonnener Endvierziger, war seit Jahren in der Partei für eine Demokratische Gesellschaft (DTP) aktiv und trat nach deren Verbot in die Partei für Frieden und Demokratie (BDP) über. Er erzählt, dass sich die Familie wegen der Errichtung eines Gedenksteins für ihren Sohn vor Gericht verantworten muss. Das Verfahren gegen seine Mörder wurde indessen eingestellt. Mehrmals wurden die Atabays und ihr Anwalt nach Ibrahims Tod von Sicherheitskräften bedroht. Eine der Schwestern hat ein trauriges, aber kraftvolles Gedicht geschrieben, in dem sie ihre Trauer beschreibt, den ungebrochenen Willen der Kurden und ihre Hoffnung auf Frieden.


Später erfahren wir, dass der Staat die Morde seiner Soldaten in der Region mit allen Mitteln zu vertuschen sucht. Die Straflosigkeit von Tätern mit Polizeibefugnissen wird auch von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einer Studie beklagt. Unweit der Grenzstadt Caldiran liegt der Berg Ararat. Die PKK hat in diesem Gebiet starken Rückhalt. Bei Militäroperationen gegen die Guerilla werden bisweilen ganze Dörfer niedergerissen und die Bewohner werden kollektiv mit Lebensmittelembargos belegt.


Kein Wunder, dass bei den Newroz-Feiern in Caldiran, Hakkari und Semdinli, die wir besuchen, immer wieder – von Rednern, auf Spruchbändern und in Chören – die Beendigung der Militäroperationen gefordert wurde. Das Motto »Entweder demokratischer Frieden oder aufrechter Widerstand« führte in diesem Jahr türkeiweit mehr Newroz-Teilnehmer zusammen als je zuvor in der Vergangenheit. Kritisiert wurde die Welle der Repressionen gegen kurdische Aktivisten in der Türkei – seit April 2009 wurden mehr als 1500 Menschen inhaftiert – und gegen kurdische Politiker in Europa. Gefordert wurde, dass auch Abdullah Öcalan und die PKK Dialogpartner in einem Friedensprozess sein müssten. Zynisch nennt Beriwan, eine junge Frau, die wir auf einem der Feste kennenlernen, die »Demokratische Initiative« der Regierungspartei AKP, die den Kurden nur geringfügige Zugeständnisse macht.


In Hakkari und Cukurca, einer Stadt nahe der türkisch-irakischen Grenze, sprechen wir mit BDP-Bürgermeistern, Anwälten und Menschenrechtlern. Auch hier herrscht praktisch Krieg. Befürchtet wird eine Frühjahrsoffensive der türkischen Armee. Mehr als 30 000 Soldaten wurden bereits in die Region verlegt. Unsere Gesprächspartner rechnen jederzeit mit Verhaftungen. Einige werden noch während unseres Aufenthalts zu Verhören vorgeladen.


Die in einer frühlingsblühenden Berglandschaft gelegene Kleinstadt Cukurca hat armenische und jesidische Ursprünge. Ihre Umgebung würde eine sehr fruchtbare Landwirtschaft ermöglichen, wenn das Militär nicht Weideverbote verhängt und eine Ausfahrtsstraße durch Beschuss völlig entvölkert hätte. Fast jeden Tag feuern Artilleriegeschütze aus den umliegenden Kasernen meist ziellos in Richtung Irak. In der Provinz Hakkari wurden allein während unserer Reise sechs Menschen Opfer von Minen. Rund 1,6 Millionen Minen, viele aus deutscher Produktion, sollen in der Region verlegt worden sein. Ärzte berichten, die Zahl der Krebserkrankungen habe sich aufgrund der chemischen Entlaubung der Wälder auf den wasserspendenden Hochebenen verdoppelt.

Wir fahren zurück nach Van am gleichnamigen See, der sieben Mal so groß wie der Bodensee ist. Zwischen 850 und 600 v.u.Z. lag hier das Zentrum des blühenden Reiches Urartu. Vom Kale, der Burg von Van, sieht man hinunter auf die Reste von Tuspa, der Hauptstadt Urartus. Ruinen sind davon geblieben.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 17. Apr 2010, 21:56
Zitat
Vermeintlicher Mörder zweier DTPler verhaftet
 
Im Landkreis Beytüşşebap der Provinz Şırnak wurde Hüsnü Akdoğan festgenommen. Er ist Dorfschützer, Mitglied des „Dolch-Teams“ und soll an der Folter und Ermordung der DTP-Mitglieder Necman Ölmez und Ferhat Erdiş ver­wickelt sein.
In der Nähe des Dorfs Günyüzü im Landkreis Beytüşşebap sind am 25. Juli 2009 die DTP-Mitglieder Necman Ölmez und Ferhat Erdiş unter Folter gestorben. An den Morden beteiligt soll auch Hüsnü Akdoğan sein. Nun wurde dieser in Şırnak gefasst.
8 Personen, davon 6 Dorfschützer wurden nach den Morden an Ferhat Ediş und Necman Ölmez gefasst, nach einer Person wurde noch gesucht. Nun, 8 Monate später, nachdem auch Hüsnü Akdoğan festgenommen worden ist, wird gegen die 9 Personen am 16. April der Prozess vor dem Strafgericht von Şırnak beginnen.
Direkt nach der Folter und den Morden ist durch eine Tonaufzeichnung ans Licht gekommen, dass der Dorfschützer Zeki Akdoğan, Ölmez und Ediş nicht für Geld getötet habe, sondern weil sie DTP-Mitglieder waren. Der Staat soll ebenfalls davon gewusst haben. Akdoğan erklärte, dass die „Todesakte“ von Ediş und Ölmez schon vor zwei Jahren vorbereitet und der Befehl für ihre Ermordung gegeben worden sei. Damals habe der große Bruder von Ediş in dem Sender Roj TV davon berichtet, wie sie in der Polizeiwache Çeman von einem ranghohen Militär bedroht worden seien.
            (ANF, 14.4., ISKU)
 
 
 
Meldungen
 
Die Journalistin und Drehbuchautorin des Films „Min Dit“ Evrim Alatas ist am 12. April mit 34 Jahren an Krebs gestorben
Die Kurdin Evrin Alatas begann ihre journalistische Arbeit 1994 als Korrespondentin der Tageszeitung Yeni Politika, sie arbeitete als Reporterin und Redakteurin für verschiedene Tageszeitungen, darunter Demokrasi und Özgür Bakis. Als Kolumnistin schrieb sie für türkische Tageszeitungen wie Evrensel, Birgün und der Wochenendbeilage von Radikal sowie in der Tageszeitung Taraf. Am Dienstag fand eine Zeremonie für Alatas vorm Haus der Journalisten im Sümerpark in Diyarbakır statt.
            (TZ, 14.4., ISKU)
 
Junger Kurde auf Polizeiwache in Diyarbakir wiedergefunden
Erdal Tutmaz wurde am 12. April bei seiner Einreise aus Frankreich von der Polizei am Sabiha Gökcen Flughafen in Istanbul festgenommen. Der Grund für seine Festnahme durch die Polizei ist nicht bekannt. Seitdem gab es keine Nachrichten mehr über seinen Verbleib.
Sein Vater Nedim Tutmaz hatte erklärt, dass es keine Nachricht von ihm gebe, seit er aus Frankreich vor zwei Tagen abgereist sei. Er sei von einer Person angerufen worden, der ihm mitgeteilt habe, dass sein Sohn von Zivilbeamten der Polizei festgehalten worden ist. Als der Vater auf der Polizeistation vom Flughafen anrief, gab es dort keine Informationen über die Festnahme. Jetzt meldete sich die Polizeiabteilung von Diyarbakir, dass Erdal Tutmaz von der Anti-Terror-Einheit von Diyarbakir verhaftet wurde und er sich seitdem dort befindet.
            (DIHA, 14.4., ISKU)
 
Militärische Auseinandersetzungen an drei Orten
In den Landkreisen Eruh und Güçlükonak der Provinz Siirt fanden in den Abendstunden des 13.4. zwischen der Guerilla der HPG und dem türkischen Militär Gefechte statt. 1 Soldat wurde dabei schwer, 3 wurden leicht verletzt.
Seit Monaten werden Militärbewegungen der türkischen Armee in dieser Region gemeldet. Nun kam es an drei Orten zu Gefechten. Die erste Auseinandersetzung ereignete sich im Balveren Engpass Şırnak. Laut der ersten Meldungen sind 4 Soldaten verletzt, davon einer schwer. Nach diesen kurzen Gefechten begann das türkische Militär mit Operationen aus der Luft.
Auch aus den Regionen Göründü und Çiyayê Bizina kommen Berichte, dass Gefechte zwischen der HPG-Guerilla und dem türkischen Militär entbrannt seien und inzwischen Unterstützung für das türkische Militär per Helikopter eingetroffen sei. (ANF, 14.4., ISKU)

Armee für Minenexplosion verantwortlich gemacht
Die Staatsanwaltschaft ist bei ihren Ermittlungen zum Tod von 7 Soldaten durch eine Minenexplosion in der Provinz Hakkari am 27. Mai 2009 zu dem Schluss gekommen, dass die Mine aus Armeebeständen stammt und von der Armee gelegt wurde. Sie leitete den Ermittlungsstand an den Generalstab weiter und erhebt den Vorwurf fahrlässiger Tötung.
            (Zaman, 8.4., ISKU)
 
Leyla Zana zu drei Jahren Haft verurteilt
Wie die türkische Nachrichtenagentur CHA berichtet, wurde die ehemalige Abgeordnete der DEP durch die 5. Große Strafkammer in Diyarbakir zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht verurteilte Zana in zwei unterschiedlichen Anklagepunkten, die besagen, dass sie auf zwei Veranstaltungen in Diyarbakir Propaganda für die PKK betrieben habe.
            (AKnews, 10.4., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Apr 2010, 19:28
Zitat
1. Mai auf dem Taksim
 
Das erste Mal seit 33 Jahren dürfen die türkischen Gewerkschaften ihre Maifeier wieder auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul veranstalten. Das erklärte der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen von sechs Gewerkschaftsdachverbänden am Dienstag. Der Taksim-Platz sei laut Versammlungsgesetz zwar kein Ort für Demonstrationen, doch für den 1. Mai werde eine Ausnahme gemacht, so Güler. Möglich wurde dieser symbolische Erfolg, weil diesmal alle sechs sonst weltanschaulich gespaltenen Gewerkschaftsdachverbände – von der linken Angestelltengewerkschaft KESK bis zum staatsnahen und größten Gewerkschaftsverband Türk-Is – gemeinsam den Platz für sich eingefordert hatten.
Der Taksim-Platz hat für die Arbeiterbewegung der Türkei eine besondere symbolische Bedeutung. Am 1. Mai 1977 eröffneten dort Gladio-Einheiten der NATO von einem Hotel aus das Feuer auf Zehntausende Anhänger der Konföderation der revolutionären Arbeitergewerkschaften DISK. 36 Menschen wurden damals getötet, während die Täter straffrei entkamen. Seitdem blieb der Taksim für die Gewerkschaften gesperrt.
2007 und 2008 war es zu schweren Auseinandersetzungen ge­kommen, als die Polizei Tausende Gewerkschafter gewaltsam daran hinderte, auf den Taksim zu gelangen. Hunderte Arbeiter wurden festgenommen und eine Gewerkschaftszentrale mit Gasgranaten bombardiert. 2009 hatte der Gouverneur zwar eine symbolische Delegation von einigen hundert Gewerkschaftern auf dem Taksim zugelassen, doch als dennoch Tausende dorthin strömten, griff die Polizei erneut an.
»Nur unsere Arbeiter, Gewerkschaften und Gewerkschaftsdachverbände sollen zusammenkommen«, erklärte Innenminister Besir Atalay von der islamisch-konservativen AK-Partei. Die Gewerkschaften würden »der Regierung helfen und die illegalen Elemente wegsäubern, die diesen Tag mißbrauchen könnten«, zeigte sich der Minister zuversichtlich, daß staatsnahe Gewerkschaftsbürokraten in diesem Jahr als Hilfssheriffs fungieren würden. Mit den »illegalen Elementen« sind offenbar die Anhänger illegaler sozialistischer Organisationen und der Arbeiterpartei Kurdistans PKK gemeint, die ebenfalls zu den Maikundgebungen mobilisieren. Zusammenstöße mit der Polizei sind so trotz der Öffnung des Taksim am 1. Mai nicht ausgeschlossen. Bereits in den letzten zwei Wochen griff die Polizei in Ankara und Istanbul Kundgebungen von Gewerkschaften, sozialistischen und prokurdischen Parteien an.
2008 war der 1. Mai in der Türkei als »Tag der Arbeit und Solidarität« zum gesetzlichen Feiertag erklärt worden. Schon dies war ein Erfolg einer internationalen Kampagne von Gewerkschaften aus 28 Ländern gemeinsam mit den türkischen Gewerkschaftsdachverbänden Türk-Is, DISK und dem KESK. Auch in diesem Jahr wollen zahlreiche Gewerkschaftsdelegationen aus Europa an den Maifeiern in Istanbul teilnehmen. So macht sich die Lebensmittelgewerkschaft NGG Dortmund in einem auch von mehreren Bundestags- und Europaabgeordneten der Linkspartei unterstützten Appell für ein »uneingeschränktes Demonstrationsrecht am 1. Mai 2010 in der europäischen Kulturhauptstadt Istanbul« stark.             (jW, 15.4., ISKU)
 
 
 
112. Jahrestag der Kurdischen Zeitung wird gefeiert
 
Die Kurdische Zeitung war die erste kurdischsprachige Zeitung der Welt. Sie wurde erstmals am 22. April 1898 von Mikdad Midhat Bedirxan, einem Sohn des bekannten kurdischen Intellektuellen Bedirxan Begs, in Kairo veröffentlicht, bestand aber nur wenige Jahre. Die Zeitungsgewerkschaft der nordirakischen Region Kurdistan wird im Rahmen des 112. Jahrestages nun in der Region eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, vor allem Seminare zu Journalismus und Medien in der Region Kurdistan.
Farhad Awni, Vorsitzender der Zeitungsgewerkschaft Kurdistan, sagte zu AKnews: „Aus Anlass des 112. Jahrestages der Kurdischen Zeitung werden wir fünf Tage lang an verschiedenen Orten in der Region Kurdistan mit Veranstaltungen zu den Feiern beitragen.“ Am 21. April werden von der Vereinigung zum Beispiel Seminare zum Journalismus in der nordirakisch-kurdischen Hauptstadt Erbil und am 22. April in der Provinzhauptstadt Suleimaniya angeboten.
Die Kurdische Zeitung emigrierte nach ihren ersten Veröffentlichungen 1898 bereits nach der 5. Ausgabe wegen der politischen Lage in Ägypten zunächst in das schweizerische Genf, dann wieder nach Kairo und danach über die englischen Städte London und Folkstone wieder nach Genf.
Wichtigster kultureller Beitrag der Kurdischen Zeitung war die Veröffentlichung des Epos Mem û Zîn von Ehmedê Xanî. Die politischen Beiträge bestanden aus Artikeln gegen die Politik des osmanischen Sultans Abdülhamid II. und die Rolle der Kurden im osmanischen Reich. Die Zeitung ermahnte die Kurden, sich nicht von Abdülhamid II. gegen die Armenier missbrauchen zu lassen.
1902 wurde die Zeitung nach 31 Ausgaben eingestellt. In Deutschland hat die Stadtbibliothek von Marburg mit Ausnahme von fünf Ausgaben originale Exemplare der Zeitung. Mehmed Emin Bozarslan transkribierte die Zeitung in das lateinische Alphabet und veröffentlichte sie 1991 in zwei Sammelbänden.      (AKnews, 22.4., ISKU)

 
Türkische Intellektuelle planen Armenier-Gedenkveranstaltung
Zum ersten Mal soll in der Türkei bei einer öffentlichen Veranstaltung der Massaker an den Armeniern gedacht werden. Namhafte Intellektuelle haben zur Teilnahme an der Kundgebung an diesem Samstag aufgerufen, dem Jahrestag des Beginns der Massaker im Jahr 1915. Die Organisatoren halten gewaltsame Störungen der Kundgebung durch Nationalisten für möglich, wie die Zeitung "Milliyet" am Donnerstag meldete.         (AFP, 22.4., ISKU)
 
14-Jähriger starb nach der Explosion eines Sprengkörpers
Der 14-jährige Izzet B. fand in Kabala im Bezirk Mardin einen bis jetzt unbekannten Gegenstand auf der Erde. Als er damit spielte, explodierte es in seinen Händen. Kurz danach erlag Izzet B. seinen schweren Verletzungen. Jetzt wird untersucht, was der Gegenstand gewesen ist, der in tötete.              (DIHA, 22.4., ISKU)
 
Türkische Armee unter Verdacht Antipersonenminen einzusetzen
Das Aktionsbündnis Landmine.de zeigt sich zutiefst besorgt über Berichte wonach die türkische Armee im April 2009 im Südosten des Landes M2A4 Antipersonenminen eingesetzt haben soll. Der Vorwurf beruht auf offiziellen türkischen Regierungsberichten, die in der türkischen Zeitung "Taraf daily" am 15.4. 2010 veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wurde bekannt, dass im April 2009 sechs türkische Soldaten bei einer Minenexplosion in derselben Gegend ums Leben kamen, was die Absurdität des Waffensystems Landmine unterstreicht.
"Ein Einsatz von Antipersonenminen durch türkische Streitkräfte wäre ein klarer Verstoß gegen geltendes Völkerrecht," betont Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de, einem Zusammenschluss von 17 deutschen Hilfswerken und Organisationen. Die Türkei hat die Ottawa Konvention zum Verbot von Antipersonenminen unterzeichnet und sich damit verpflichtet weder Antipersonenminen einzusetzen noch herzustellen bzw. alle Bestände zu vernichten.
Die Türkei habe darüber hinaus die durch die Ottawa Konvention vorgegebene Frist für die Zerstörung ihrer Bestände von Antipersonenminen zum 1. Mai 2008 verstreichen lassen. Die Türkei verfügt laut eigenen Angaben u.a. immer noch über fast 1 Mio. deutsche DM-11 Antipersonenminen.      (Landmine.de, 22.4, ISKU)
 
2.629 Kinder sind hinter Gittern
Nach einem Bericht des Justizministeriums befinden sich zurzeit 119.082 Menschen im Gefängnis. 2.629 von ihnen sind Kinder.
Von den 2.629 Kindern sind 629 verurteilt worden, die Restlichen warten noch auf ein Gerichtsurteil. Ebenso ist die Zahl der 18–20-Jährigen erschreckend hoch. Aus dieser Altersgruppe befinden sich Momentan 8.554 im Gefängnis.             (DIHA, 17.4., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 25. Apr 2010, 15:22
Mahnung der HPG bezüglich der Staudämme

Die Kommandantur Botan Saha der HPG (Volksverteiligungskräfte) weist darauf hin, dass die Staudämme, die in Kurdistan gebaut werden sowohl militärischen Zwecken nutzen als auch enorme demografische Folgen haben werden. Sie mahnt die Firmen und Beschäftigten an, sich daran nicht mitschuldig zu machen.

Die HPG-Kommandantur Botan Saha startete einen Aufruf an die Firmen, die am Bau der Staudämme beteiligt sind sowie an die Dorfschützer, die an Operationen teilgenommen haben. In einer Erklärung ihrerseits heißt es, dass in den letzten Jahren die Bautätigkeit bei den Staudammprojekten enorm zugenommen habe. Sie weist darauf hin, dass der Bau von Staudämmen in der Realität nicht harmlos sei. Der weitere Bau sei, laut ihrer Erklärung, ein Versuch, mit den demografischen Strukturen zu spielen, indem versucht würde, Kurdistan menschenleer zu machen. Die militärischen Ziele seien sowieso unübersehbar. Zudem werde versucht, die Wege für die Guerilla zu sperren und das Gelände zu unterteilen. Daher hätten die Staudämme an sich schon ein militärisches Ziel, so die Botan Saha Kommandantur, und mahnt die beteiligten Firmen an, sich nicht mitschuldig zu machen an den Verbrechen am kurdischen Volk.

Die Botan Saha Kommandantur der HPG wies auch darauf hin, dass in der letzten Zeit an den Vernichtungsoperationen im Gebiet Botan Dorfschützer beteiligt waren. Es sei unverzeihlich, dass sie sich an dem Vernichtungskonzept der türkischen Armee beteiligen. Sie sollen sich nicht weiter gegen das eigene Volk instrumentalisieren lassen. Sie seien jetzt zum letzten Mal gewarnt, von ihrer jetzigen Praxis abstand zu nehmen um nicht selbst zu Schaden zu kommen.

(http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kurdi-almani-kassel/aktuell/pixel/ilisu_batman_hasankeyf.jpg)

Quelle: ÖP, 22.4.2010, ISKU






Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 29. Apr 2010, 22:20
Zitat
Kurdische Frauenkonferenz in Amed
 
Am 24. April trafen sich kurdische Frauen zu einer nationalen Konferenz, organisiert von der DÖKH, in Amed. Hauptthema der Konferenz war Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigung. 150 Frauen darunter Abgeordnete, Wissenschaftlerinnen, Autorinnen, Intellektuelle und Aktivistinnen aus Kanada, Deutschland, der Schweiz und Parlamentarierinnen der KDP, YNK, GORAN, aus dem Irak und der Yekgirti Syrien nahmen an der Konferenz teil.
 
Die Professorin, Kakal Rahmani und Suhela Qazi, die Tochter von Qazi Muhammed waren prominente Gäste der Konferenz.
 
Die frühere Abgeordnete Leyla Zana sprach ebenso auf der Konferenz: „Die Benachteiligung sollte uns zwingen uns zu vereinigen, da kurdische Frauen der am meisten unterdrückte Teil der Gesellschaft sind. Frauen sollten ihre Verantwortung realisieren, dass sie die Welt verändern müssen und noch stärker werden müssen, um diese Verantwortung zu tragen. Freiheit und Gleichheit müssen unser Ziel sein, und Einigkeit ist dafür der erste Schritt. Diese Konferenz ist der erste Schritt und muss als Wiedergeburt der kurdischen Frau verstanden werden. Ich rufe alle kurdischen Frauen mit dieser Konferenz auf, wir brauchen Einigkeit und Harmonie. Sonst kann der Frieden nicht erreicht werden.“
 
Mulkiye Birtane, Mitglied des Vorbereitungskomitees der Konferenz betonte in ihrer Rede, dass die Konferenz eine Brücke zwischen kurdischen Frauen, die in vier verschiedenen Ländern leben, sein müsse.        (ANF, 24.4., ISKU)

 
Aleppo: Drei Studenten und ein Schüler wieder frei – Verbleib des vierten Studenten ungewiss
Henadî T. M., Ronak E. M. und Siamend M. E., alle Studenten der Universität Aleppo, sowie der Schüler Ebdilezîz M. E. wurden am 24. April 2010 aus der Haft in Aleppo entlassen. Nach ihrer Verhaftung am 16. März 2010 waren sie zunächst von der dortigen Militärpolizei festgehalten worden. Zehn Tage später wurden sie dem Direktorat für politische Sicherheit in Aleppo überstellt und dort wegen ihrer Teilnahme an einer Gedenkminute für die Opfer des Giftgasangriffs auf die irakisch-kurdische Stadt Halabdscha verhört. Über den Verbleib des Studenten Ferman H. M. E., der ebenfalls am 16. März 2010 verhaftet worden war, ist bisher nichts bekannt.
            (kw, 28.4., ISKU)

 
Hausdurchsuchungen in Halle
In Halle durchsuchte die Polizei morgens um vier Wohnungen von kurdischen PatriotInnen. Sie suchten nach Handys und Telefonnummern. Nachdem die Festgenommenen sich weigerten Aussagen zu machen wurden sie wieder freigelassen.             (ANF, 28.4., ISKU)

 
8.000 arabische Familien sollen Kirkuk verlassen
8.000 in das nordirakische Kirkuk immigrierte arabische Familien aus dem Süden des Irak sollen wieder in ihre Heimat zurückkehren, fordert die kurdische Bruderschaftsliste im Provinzrat, und begründet dies mit auftretenden Sicherheitsproblemen.
Kirkuks Provinzratsmitglied Ahmed Askeri von der Bruderschaftsliste sagte zu AKnews: „Nach dem Sturz des Baath-Regimes 2003 sind bis heute 8.000 arabische Familien illegal und ohne Genehmigung nach Kirkuk umgezogen. Die Sicherheitssituation hat sich in den anderen Teilen des Irak beruhigt, in Kirkuk aber haben sich die Probleme gesteigert. Deshalb sollen die Familien wieder in ihre Heimat zurückkehren.“
Für die Rückkehr der arabischen Familien habe die Bruderschaftsliste einen formellen Antrag gestellt, so Askeri. „Wir können in keinem Fall für die Sicherheit der arabischen Migranten garantieren. Diese Verantwortung werden wir nicht weiter tragen.“
Die Provinz Kirkuk hat in den letzten Jahren offiziell die christlichen Iraker aus dem Süden des Landes aufgenommen. „Die Christen werden hier auch weiterhin geschützt“, sagte Ahmed Askeri.     (AK, 28.4., ISKU)
 

Abschiebung von Sait A. gestoppt
Der Tübinger Kurde Sait A., der in Mannheim im Abschiebegefängnis saß und am 28. April in die Türkei abgeschoben werden sollte, ist auf freiem Fuß.
Wie sein Tübinger Anwalt mitteilt, wurde A. Abschiebung storniert. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe entschied aufgrund eines Eilantrags, dass für den Kurden ein weiteres Asylverfahren durchgeführt werden muss. Daraufhin stoppte das baden-württembergische Innenministerium die Abschiebung. A., der sich in seiner Heimat aktiv für die kurdische Eigenständigkeit einsetzte und deswegen in der Türkei verfolgt wurde, war 2000 erstmals in die Bundesrepublik geflüchtet; er wurde 2004 schon einmal abgeschoben und in der Türkei sofort wieder verhaftet.
Zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen hatten in den letzten Tagen gegen eine neuerliche Abschiebung protestiert.      (tb, 28.4., ISKU)
 

Türkische Armee übt gemeinsam mit syrischem Militär
Die Armeen der Türkei und Syriens halten in dieser Woche ein gemeinsamen Manöver ab. Die am Dienstag beginnende dreitägige Übung finde auf der türkischen Seite der gemeinsamen Grenze statt, teilte die türkische Armee am Montag mit. Das Manöver der Landstreitkräfte habe das Ziel, die Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zu verbessern. Die Übung ist ein weiteres Zeichen der Verbesserung der Beziehungen zwischen Ankara und Damaskus. Die beiden Länder hatten vor kurzem die Visumspflicht für ihre Bürger aufgehoben.   (AFP, 26.4., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 02. Mai 2010, 22:17
Zitat
„Bewegung der freien demokratischen Kommunalverwaltungen“ gegründet
 
Die Kommision für Kommunalverwaltungen der BDP hat unter dem Motto „Mit freien demokratischen Kommunalverwaltungen zur demokratischen Autonomie“ eine Konferenz durchgeführt, auf der beschlossen wurde, die Arbeit künftig unter dem Namen „Bewegung der freien demokratischen Kommunalverwaltungen“ fortzusetzen. Der stellvertretende BDP-Vorsitzende Demir Celik kündigte an, im Parlament der Türkei einen Gesetzesvorschlag für ein alternatives Kommunalverwaltungsmodell einzubringen, da ein solches für die Demokratisierung der Gesellschaft eine wichtige Rolle spiele.
 
Der in Diyarbakir stattgefundenen dreitägigen Konferenz vorausgegangen waren Arbeitssitzungen an 16 verschiedenen Orten, auf denen Vorschläge der kommunalen Basis gesammelt wurden, aus denen ein Programmentwurf entstanden ist, dem in Diyarbakir die letzte Form verpasst wurde. Vorgesehen ist in dem Programm eine demokratische, partizipatorische und offene Kommunalverwaltung, deren Selbstverständnis auf Demokratie, Ökologie und Geschlechtergleichheit basiert.


Demir Celik erklärte dazu, dass das seit 5000 Jahren währende staatsbezogene Machtverständnis dazu geführt habe, dass die Gesellschaft nicht in Entscheidungen über die eigenen Belange einbezogen werde. Für eine neue demokratische Organisierung der Gesellschaft seien insbesondere die Kommunalverwaltungen von großer Bedeutung: „Wir sehen eine kommunale Organisierung vor, die auf einem Selbstverwaltungsprinzip von Straßen bis zu Stadtteilen und Dörfern bis zu Städten basiert.“ Hierbei spielten auch die kommunalen Räte eine große Rolle. „Anstelle der 88-jährigen autoritären und zentralistischen Staatsauffassung in der Türkei, setzen wir auf eine Verwaltungsstruktur, die dem bestehenden Mosaik von Überzeugungen Beachtung schenkt, die Rechte aller achtet und die den verschiedenen Identitäten und Kulturen Autonomie gewährt. Dieses Modell ermöglicht auch eine konföderale Struktur, die sowohl zur Demokratisierung der Gesellschaft beiträgt als auch über eine demokratische Politik den Staat zur Transformation zwingt.“
 
Quelle: DIHA, 20.04.2010, ISKU
 
 
 
JITEM geht, „neues“ Polizeisystem kommt
 
MEHMET DİYAR – ANF
 
İSTANBUL – Nachdem unter der AKP-Regierung 2002 der Ausnahmezustand über die kurdischen Provinzen aufgehoben worden ist, wurde er über das Polizeisystem von neuem wieder eingeführt. Die Zahl der Polizisten wurde massiv erhöht und Spezialeinheiten zur Unterstützung hinzugezogen. Sie bilden die stärkste und zahlreichste staatliche Kraft in der Region. Dieses Polizeisystem, das mittlerweile 400.000 Angehörige in Kurdistan zählt, foltert und führt extralegale Hinrichtungen durch, setzt Massaker um, ohne Unterschied ob alt, jung oder gar Baby, zerquetscht Menschen mit Panzern und fällt besonders durch Morde an Kindern auf. Die neuen Kontras der Polizei haben die Aufgaben des JITEM übernommen.
In den 90er Jahren, als der Krieg am heftigsten tobte, war die strategisch bedeutsamste militärische Kraft die unter dem Namen JITEM auftretende Mordmaschine. Der JITEM räumte Dörfer, entführte Menschen, folterte und brachte sie um. Nach der Aufhebung des Ausnahmezustands 2002 änderte sich diese Situation. Das, was sich änderte, war aber nicht die Praxis. Die staatliche Einheit, die diese Praxis umsetzte, änderte sich. Die Praxis der bis Oktober 2002 in Kurdistan breit angewandten extralegalen Hinrichtungen, Folter und Menschenrechtsverletzungen, wurde vom JITEM an die Polizei übergeben. Da dies in der Öffentlichkeit als „Demokratisierung“ dargestellt wurde, blieb der JITEM als Sündenbock auf der Strecke. Dennoch führte die Polizei die Arbeit des JITEM fort und die Kurd_innen kamen vom Regen in die Traufe. (…)
Die Verstärkung der Polizei durch die AKP-Regierung führte zu radikalen Veränderungen in Kurdistan. (…) Ein Standbein der neuen Struktur ist die Erhöhung der Anzahl der Polizei. Von 650.000 in der ganzen Türkei beschäftigten Polizisten, sind 400.000 in Kurdistan stationiert. Als zweites Standbein wurden die Spezialeinheiten genutzt. Die Spezialeinheiten, die für einen Großteil der Grausamkeiten der 90er Jahre verantwortlich sind, sind mit 4900 Mitgliedern in die kurdischen Städte und Dörfer zurückgekehrt.
Die mit M-16-, Kalaschnikow-, Uzi-, und Kannas-Gewehren ausgerüsteten Spezialeinheiten meldeten sich mit dem Mord an Uğur Kaymaz zurück.
Das dritte Standbein dieser neuen Struktur sind die Projekte mit „gesellschaftlicher Unterstützung“. Unter dem Vorwand die Jugendlichen vor schlechten Angewohnheiten und Straftaten zu schützen, durchdringt die Polizei die Schulen in Kurdistan und bereitet den Boden dafür, die Kinder als Agent_innen zu benutzen.
Das vierte Standbein der neuen Struktur sind die juristischen Änderungen. Dafür wurde das Straf-, das Antiterror- sowie das Polizeiaufgabengesetz geändert. Mit den Gesetzesänderungen wurden brutale Angriffe auf Demonstrationen in ähnlicher Form wie extralegalen Hinrichtungen der 90er legalisiert.
Dieses Polizeisystem, das in Kurdistan auf diesen vier Beinen steht, führt die heftigsten Angriffe in Kurdistan durch. Es hat sich in eine Tötungsmaschine verwandelt. Sei es ein 18 Monate altes Baby oder eine 78 Jahre alte Frau, die umgebracht wurden, Polizisten wenden solche Praxen verbreitet und systematisch an. Dazu einige Beispiele:

* 21. Oktober 2004: In Mardin Kızıltepe wird der 12-jährige Uğur Kaymaz und sein Vater ermordet. Die Polizei schoss in den kleinen Körper von Kaymaz 13 Kugeln. Danach wurde das Kind zum Terroristen erklärt.
* März 2006: In Diyarbakir greift die Polizei eine Massenkundgebung an und tötet 6 Personen. Unter den dort ermordeten war auch die 78-jährige Halit Söğüt.
* Am 16. Februar 2008: In Şırnak wurde eine Protestkundgebung gegen die Auslieferung Öcalans an die Türkei angegriffen. Der 16-jährige Yahya Menekşe wurde getötet. Er wurde von einem Panzer zerquetscht.
* Im März 2008: Dem 15-jährigen C.E. wurde in Hakkari vor Kameras der Arm gebrochen. Danach wurde er verhaftet.
* April 2009: Protestierende gegen die anhaltenden Operationen gegen die DTP wurden von Spezialeinheiten angegriffen. Der 14-jährige Seyfi Turan wurde durch Gewehrkolbenschläge schwer verletzt.
* 9. Oktober 2009: In Cizre wurde das 18-monate alte Baby Mehmet Uytun durch eine Gasgranate, die auf seinen Kopf gezielt war, getötet.
* April 2010: Wurde bei einer Kundgebung zum Protest gegen den Angriff auf Ahmet Türk, der Sohn des ehemaligen DTP-Bürgermeisters von Hakkari Kazim Kurt, der 14-jährige Hatip Kurt zusammen mit seiner Mutter über den Boden geschleift und festgenommen.
* Dezember 2009: Die Polizei greift eine Demonstration von 50.000 Menschen in Van an und verprügelt alte Frauen minutenlang.
 
ES WIRD SICH AN KURDENFEINDLICHKEIT ÜBERBOTEN
Es vergeht kein Tag, an dem nicht Menschenrechtsverletzungen des von der AKP eingeführten Polizeisystems gemeldet werden. Dass die Polizei zu so einem brutalen und mitleidlosen Instrument geworden ist, wurzelt in der Ausbildung. Alle Polizist_innen, sowohl an der Polizeischule, als auch im Dienst werden nach einem von der Polizeiakademie vorgegebenen Lehrplan unterrichtet. So wird an diesen Schulen jede/r Polizeianwärter_innen mit türkisch-islamischen und rassistischen Ansichten ausgestattet.
 
WER BILDET DIE POLIZEI AUS?
Hinter der brutalen und feindlichen Haltung der Polizei gegen die kurdische Bevölkerung steht außerdem die Fettulah Gülen Stiftung und die AKP nahestehende Polizeiführung. Diesen Führungskräften steht an der Spitze der Polizeiakademie Zühtü Arslan vor. Bevor er an die Spitze der Polizeiakademie kam, schrieb er für die Zeitung der Fettulah Gülen Stiftung Zaman. Nachdem er von der Fetullah Gülen Bewegung an der Universität von Leicetster in der USA als Spezialist installiert worden war, wurde er Verantwortlicher der Polizeiakademie.
Der zweite Vorsitzende und Stellvertreter von Arslan ist Önder Aytac. Er ist Berater von Ministerpräsident Erdoğan und des Tourismusministers Ertuğrul Günay, außerdem schreibt er für die Zeitung taraf. Er wurde von der Stiftung nach England zur Hull Universität geschickt und dort zum Spezialisten für Spezialkriegsführung ausgebildet.
Ein weiterer Stellvertreter von Arslan ist Ihsan Bal, ehemaliger MHPler, jetzt Anhänger von Fetullah Gülen. Er schreibt ebenfalls für Zaman. Er wurde in Kriminalistik in Bezug auf die PKK in England ausgebildet.
Der vierte Leiter ist keine offizielle sondern eine faktische Führungsperson. Er heißt Emrullah Uslu und ist ebenfalls Fethullah Gülen Anhänger. Er wurde an der US-Universität von Utah ausgebildet und ist verantwortlich für die Runden Tische gegen die PKK. Außerdem ist der dem eurasischen Arm von Ergenekon nahestehende Bedrettin Dalanin, der Ausbildungsverantwortliche der Yedi Tepe Universität.
 
Quelle: ANF, 25.04.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 05. Mai 2010, 17:05
Zitat
Lice: Oberleutnant von Soldaten getötet
 
Die Volksverteidigungskräfte HPG erklärten, dass sie mit dem Angriff auf den Militärstützpunkt in Lice am 30.04. nichts zu tun habe. Der dort bei einem Gefecht getötete Oberleutnant sei durch eigene Soldaten umgebracht worden. Nach der Erklärung der HPG seien von einer Operation zurückkehrende Soldaten von der Besatzung des Militärstützpunkts für Guerillas gehalten und beschossen. Dabei sei der Oberleutnant getötet worden. Die HPG rief die Öffentlichkeit auf, sensibel mit Nachrichten der Spezialkriegspresse und des türkischen Militärs umzugehen.
Die auf das Gefecht folgenden groß angelegten Militäroperationen in der Region Lice dauern nun den dritten Tag in Folge an.
 
Militäroperationen in Şirnex
ŞIRNEX – In Çiyayê Spî, nahe der Kreisstadt Idil, wurden massive Militäroperationen begonnen. Auch Polizeieinheiten nehmen daran Teil. Soldaten werden aus Sikorsky-Hubschraubern abgesetzt und Kobra-Helikopter bombardieren die Region. Die Wege in die Dörfer der Region werden durch Kontrollpunkte versperrt und an strategischen Punkten hat Bereitschaftspolizei Stellung bezogen.
 
Die Dersim-Berge werden weiter bombardiert
DERSİM – Die Operationen in den Regionen Pülümür, Hozan und Nazimiye in der Provinz Dersim weiten sich aus. Im Operationsgebiet werden weiter die Berge bombardiert. In der Region Hozat kommt es zu vereinzelten Gefechten. Eine Guerillaeinheit führte am 3.05. nun schon den zweiten Angriff innerhalb einer Woche auf einen Stützpunkt der Jandarma durch. Es kam zu einem einstündigen Gefecht.
 
Quelle: ANF, 04.05.2010, ISKU
 
 
 
Cizre: Repressionswelle nach einem Attentat auf Auto des Stabsunteroffiziers
Nach einem Attentat durch bis jetzt Unbekannte auf einen bei der Kommandantur der Garnison von Cizre arbeitenden Stabsunteroffizier, bei dem eine Person getötet und drei verletzt wurden, kam es in Cizre zu einer massiven Repressionswelle auf kurdische Strukturen.
Sondereinheiten führten eine große Zahl von Razzien durch und nahmen den BDP-Kreisvorsitzenden Mehmet Tunç und den Angestellten der Zeitung Özgür Halk Fırat Kızıl und eine bis jetzt unbekannte Persone fest. Die Polizisten brachen auch in das Haus des stellvertretenden Bürgermeisters von Cizre ein und bedrohten alle Anwesenden, indem sie ihnen Waffen an die Köpfe hielten.
 
Quelle: ANF, 04.05.2010, ISKU
 
 
 
Aufstand der gefangen Kinder und Jugendlichen im E-Typ Gefängnis von Amed
 
Die nach dem Antiterrorgesetz verhafteten Kinder und Jugendliche haben am 03.05. in ihren Zellen die Matratzen in Brand gesetzt. Mit diesem Protest wollten sie durchsetzen, dass ihre kranken Freund_innen ins Krankenhaus gebracht werden. Während der 7 Stunden dauernden Aktion versammelten sich die Familien der Kinder vor dem Gefängnis und eine Delegation aus BDP Abgeordneten besuchte die Kinder im Gefängnis.
 
Quelle: ANF, 03.05.2010, ISKU
 
 
 
In jedem Gefängnis wurden A-Teams zur Folter eingerichtet!
 
AMED – Auf einer Kundgebung vor dem E-Typ Gefängnis von Amed (Diyarbakır) für die Freilassung der gefangenen Kinder, der kranken Gefangenen und gegen die andauernden Menschenrechtsverletzungen, erklärte der Vorsitzende des Vereins TUHAD-FED, Nimetullah Yürek, dass in jeden Gefängnis unter dem Namen „A-Team“ spezielle Foltereinheiten gebildet wurden. Er erklärte: „Die A-Teams sind eingerichtet worden, jede Art von Grausamkeit  (…) und menschenunwürdigere Behandlung zu begehen …“
Zur allgemeinen Situation in den Gefängnissen sagte er: „Die Gefängnisse sind völlig überbelegt. (…) Man schläft ohne Betten. Wer ein Bedürfnis nach Wasser oder Bad hat, wird entwürdigend behandelt. Die Gemeinschaftsbereiche sind meist nicht zu benutzen (…). Kurdisch sprechen, Zeitungen oder ein Buch zu lesen oder Briefe schreiben ist, verboten. Die Familienangehörigen, die zu Besuch kommen, werden entwürdigend durchsucht und ihre Sachen werden durcheinander geworfen und sogar Essen und Trinken durchwühlt. Im Gefängnisessen finden sich ständig Nadeln, Käfer, Fußnägel und andere ekelhafte Dinge.“
Insbesondere zur Situation der Kinder berichtete er: „Sie werden von den im Gefängniseingang tätigen Soldaten splitternackt ausgezogen und mit Wasser aus dem Schlauch abgespritzt und gefoltert. Als ob dies nicht reichen würde, setzen sich die Soldaten auf die Rücken der Kinder und zwingen sie zum Laufen. Sie werden mitten in der Nacht aufgeweckt, unter psychologischen Druck gesetzt und bedroht. Diese Repressalien und Folter haben einen schweren Einfluss auf die Psyche der Kinder, die bis in den Selbstmord getrieben werden. Ein Beispiel ist ein im E-Typ gefangenes Kind, das im letzten Moment von anderen Kindern bei einem Suizidversuch gerettet werden konnte.“
Die Situation von Frauen in Haft hat ebenfalls eine besondere Schärfe: „Auf dem Transport, bei Verlegungen, bei Einweisungen ins Krankenhaus erleben die Frauen massive Repression und Folter und Misshandlung. Sie werden entwürdigend behandelt und sexuell belästigt.“ Weiterhin wies Yürek auf die schwere Situation der kranken Gefangenen hin. Er forderte, dass die todkranken Gefangenen entlassen und die kranken Gefangenen behandelt, und die Fälle wie der des mutmaßlich durch Folter im Gefängnis ermordeten Mehmet Kılıç aufgeklärt werden müssten.
 
Quelle: ANF, 03.05.2010, ISKU
 
 
 
Verdächtiger Todesfall eines politischen Gefangenen
 
İZMİR – Der Fall des politischen Gefangenen Mehmet Kılınç, der am 10.04.10 angeblich durch „Selbstmord“ in Haft umgekommen sei, wirft immer neue Fragen auf. Es ist bekannt geworden, dass die diensthabenden Jandarma-Mitglieder ihn als er Blut erbrach, ihn zunächst mit Hand und Fußfesseln fesselten, die Versorgung verzögerten und ihn dann schließlich mit dem Gefangenentransporter ins Krankenhaus brachten. Sein Körper war mit Schlagspuren übersäht. Als Todesursache wurde „Hirnblutung durch schweres Trauma“ festgestellt. Es wird behauptet, er habe sich die Treppe heruntergestürzt. Die Schädelfrakturen und multiplen Schlagverletzungen lassen seinen Tod jedoch verdächtig erscheinen.
Quelle: DIHA, 18.04.2010, ISKU
 
 
 
Sprengfalle an Haus von BDP-Aktivist
 
An einer Tür des Anwesens des stellvertretenden BDP-Kreisvorsitzenden von Kumçatı in der Provinz Şirnex, Osman Ayan und seiner Familie, wurde am 30.04.10 eine Sprengfalle mit Hilfe einer Handgranate aus türkischen Armeebeständen gefunden. Die Sicherung war durch eine Schnur mit der Tür verbunden. Die Anwesenden hatten Glück, die Schnur zerriss, und konnte so den Sicherungsring nicht herauslösen, sodass die Handgranate nicht zur Explosion gebracht werden konnte.  Die Täter hatten auch noch die Reifen des Autos der Familie abgestochen, damit vermeintliche Verletzte nicht ins Krankenhaus gebracht hätten werden können. Huhi Ayan, die beinahe dem Anschlag zum Opfer gefallen wäre, sagte dazu „Weil wir BDPlerinnen sind, tun sie uns das an. (…) Sie versuchen uns einzuschüchtern, aber was sie auch tun, wir werden keinen Schritt zurückweichen.“ Schon vorher war die Familie zum Opfer ähnlicher Attacken geworden. 2004 fand die Familie einen Sprengsatz vor ihrer Tür.
In Şirnex wurde von der Stadtverwaltung eine Protestaktion aufgrund dieser Repressionen und den Terror gegen BDP-Aktivist_innen organisiert. Es nahmen Hunderte, darunter auch mehrere Bürgermeister_innen teil. In Reden wurde erklärt, dass die Angriffe ständig zunehmen und die „Mordkomplotte mit Unterstützung der AKP-Regierung durchgeführt werden. Sie sagen uns, wir sollen von unserem Ziel abweichen.“
 
Quelle: ANF, 03.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 06. Mai 2010, 21:44
Zitat
Gedenken an Deportationen

Der türkische Menschenrechtsverein IHD hat mit einer Presseerklärung vor dem Bahnhof Haydarpasa (Istanbul) Armeniern gedacht, die von hier aus 1915 deportiert wurden. Der IHD wies darauf hin, dass von 70 nach Ayas deportierten armenischen Intellektuellen 58 und von 150 nach Cankiri deportierten 81 getötet wurden. Am Taksim Platz versammelten sich nach einem Aufruf der Initiative "Stoppt den Rassismus" 500 Menschen, um der Deportationsentscheidung von 1915 zu gedenken. (Va, 25.4., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 06. Mai 2010, 22:40
Zitat
Die Volksverteidigungskräfte HPG erklärten, dass sie mit dem Angriff auf den Militärstützpunkt in Lice am 30.04. nichts zu tun habe. Der dort bei einem Gefecht getötete Oberleutnant sei durch eigene Soldaten umgebracht worden. Nach der Erklärung der HPG seien von einer Operation zurückkehrende Soldaten von der Besatzung des Militärstützpunkts für Guerillas gehalten und beschossen. Dabei sei der Oberleutnant getötet worden.

Der Generalstabschef der Unsicherheitskräfte von Inkompetentistan wertet schon weit weniger brisante Meldungen als diese als "Hoch- und Landesverrat", nennt die dafür verantwortlichen Journalisten deshalb auch "Verräter". Der Chefredakteur von "Taraf" hat dies in einem Kommentar gestern auch deutlich zurückgewiesen. Dieser Kommentar erschien heute in "Today's Zaman" auf Englisch. "Taraf" legte heute nach und brachte die ANF/HPG-Meldung heute als einen der Hauptartikel.

"Lügen haben kurze Beine", Herr Başbuğ! Nicht nur viele Kurden, auch immer mehr Türken schauen auf die Ihren. Also, wenn ihre Hosenbeine länger werden als die Knochen darunter, wird es Zeit an einen neuen Beruf zu denken. Dann hilft es auch nicht mehr die Hosenbeine in Schaftstiefeln ("Knobelbecher") zu verstecken. Das virtuelle Missverhältnis zwischen Mützenschirm und "Fahrgestell" wird langsam allgemein sichtbar.  ::)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 08. Mai 2010, 12:44
Qers: Türkische Justiz verbietet Kurdische Studentenorganisation


KAÜ-ÖDER, der Verein der Studenten an der Kaukasus-Universität in Qers, wurde 2004 gegründet und war seither sehr aktiv. Ein Gericht in Qers löste kürzlich den Verein auf und begann mit Ermittliungen gegen 300 Studenten. Dem Verein wird vorgeworfen, PKK-Propaganda zu betreiben.

Den Unsicherheitskräfte in nordöstlichen Provinz gelang es zuvor durch Druck,  Verhaftungen und zahlreiche Razzien, die Mitgliederzahl des Vereins von 1500 (2004) auf nur noch wenige Hundert Studenten zu verkleinern. In der nordöstlichen Serhed-Region gehen Justiz und Polizei besonders hart gegen Kurdische Gruppen vor.


"KAÜ-ÖDER'e 'polis, valilik, yargı' kıskacı", ANF NEWS AGENCY (http://firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=25887l), 7.5.2010




Mazlumder hatte Erfolg: OIC wird eine unabhängige Menschenrechtskommission gründen

Die von Kurden dominierte Menschenrechtsorganisation "Mazlumder" konnte mit ihrem Vorschlag an das türkische Außenministerium einen großen Erfolg verbuchen. Nun wird es in der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) eine Menschenrechtskommission geben. Der OIC hat seit 2005  einen türkischen Generalsekräter und hat 57 Mitgliedsstaaten. Die meisten OIC-Mitgliedsländer  (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Oic_countries_map.png&filetimestamp=20080915170200)haben massive Menschenrechtsdefizite . .

Mazlumder'in çağrısı yankı buldu, TIMETURK (http://www.timeturk.com/mazlumderin-cagrisi-yanki-buldu_124219-haberi.html)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 08. Mai 2010, 14:37
BDP eröffnet eigene Vertretung in Washington

Washington, 8. Mai (AKnews) - Die türkisch-kurdische Partei für Frieden und Demokratie (BDP) hat am Mittwoch in Washington ihre eigene Vertretung eröffnet. Die BDP-Delegation hat sich nach eigenen Angaben im Rahmen des Besuchs auch mit Vertretern des Außenministeriums der USA getroffen. Am Freitag reiste die Delegation zusätzlich nach New York weiter.

(http://www.aknews.com/images/cms-image-000042310.jpg)

Laut türkischem Nachrichtendienst CHA sagte BDP-Vorsitzender Selahattin Demirtaş (Bild )bei der Eröffnung: „Wir möchten an möglichst vielen Orten der Welt an den Entwicklungen teilhaben. Deshalb haben wir nach der Eröffnung eines eigenen Büros in Brüssel nun in Washington unsere Vertretung eröffnet.“ Die wichtigsten Bedürfnisse der Menschheit seien Frieden und Demokratie, sagte Demirtaş.

„Wir unternehmen intensive Anstrengungen, um das größte Problem in der Türkei, die Kurdenfrage, zu lösen“, sagte Demirtaş weiter. „Die Türkei kann ihre Probleme selbst lösen, das Land hat dieses enorme Potenzial. Mit Bruderschaft als Grundlage des Dialogs werden wir in einem demokratischen Rahmen weiterhin unsere oppositionelle Rolle bewahren.“

An der Eröffnung nahmen BDP-Stellvertreterin Emine Ayna, der Vorsitzende der im Dezember vom türkischen Verfassungsgericht verbotenen BDP-Vorgänger-Partei, der Partei für eine demokratische Gesellschaft (DTP), Ahmet Türk, sowie der neue Leiter der BDP-Vertretung Washington und ehemalige Abgeordnete der Demokratischen Volkspartei (DEHAP), Nazmi Gur teil, ebenso Exil-Kurden aus den USA und Kanada.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 08. Mai 2010, 16:20
Militäroperationen in Kurdistan weiten sich aus

Die mit dem Frühling begonnenen militärischen Operationen in Kurdistan weiten sich aus. In Pîran (tr. Lice), in der Provinz Amed dauern die Operation schon seit einer Woche an. In Dersim werden seit zwei Monaten im Rahmen von Operationen ländliche Gebiete bombardiert. Auch in Elih (Batman) wurde eine militärische Operation begonnen.

Amed
Während große Soldatenkontingente an den Grenzen zusammengezogen werden, weiten sich auch im Land, wie in der Provinz Amed (Diyarbakır) die Kriegshandlungen des türkischen Militärs aus. Fast jeden Tag starten von Amed aus eine große Anzahl von Kriegsflugzeugen, darunter F-16 Bomber. Wegen des großen Lärms der Bomber mussten in der Nähe des Flughafens aber auch im Stadtzentrum ein großer Teil der Aktivitäten im Freien eingestellt werden. Es ist nicht bekannt, wohin die andauernd startenden Flugzeuge fliegen. Neben Trainingsmissionen werden im Moment in Pîran in der Provinz Amed eine große Zahl von Operationen mit Luftunterstützung durchgeführt. Der als Anlass genommene angebliche Angriff der HPG auf einen Militärstützpunkt, welcher seit Tagen in den türkischen Medien diskutiert wird, wurde schon längst von der Guerilla dementiert. Stattdessen scheint ein Missverständnis unter den Soldaten zu dem Gefecht geführt zu haben.

DERSİM
Die Mitte März in der Region Dersim begonnen Operationen und Soldatentransporte weiten sich von Tag zu Tag aus. Einige Weiden im Kreis Nazimiye wurden zum verbotenen Gebiet erklärt und die Operationen gehen zu Luft und am Boden andauernd weiter. Gebiete in Pülümür, Dokuzkayalıklar, Kutu Dere und Buyer Baba werden pausenlos bombardiert. Auch in der Umgebung von Mazgırt, wo die Soldaten an einigen Orten Leuchtfeuer entzündeten, dauern die Operationen fort. Im Mercan-Tal bei Ovacık bombardieren Kobra-Helikopter strategische Punkte. Das Lac Deresi wird jeden Morgen beim ersten Licht von Soldaten besetzt. In dem Gebiet werden auch motorisierte Bataillone stationiert. In Hozat wurde vor drei Tagen das Geyik Su Tal aus Kampfjets bombardiert. Die Tunceli 4. Alay Komando Brigade bombardiert die Bergregionen den ganzen Tag über mit Kobra-Helikoptern. Deshalb waren die Dorfbewohner und Hirt_innen gezwungen, ihr Vieh von den Weiden zu nehmen.

ÊLÎH
In Kozluk (Hezo) und Sason in der Provinz Êlîh und im Landkreis Kulp in Amed wurde ebenfalls eine groß angelegte Operation begonnen. An der Operation nehmen auch eine große Zahl Dorfschützer teil. Die Gebiete werden seit 3 Tagen von Heron-Drohnen und Kobra-Helikopern überflogen. In Sason brach aufgrund eingesetzter Störsender das Telefonnetz und Internet zusammen.

ŞIRNEX
Die Operation in der Provinz Şirnex in Çiyayê Spî dauert an. Die Berge werden sporadisch bombardiert und Soldaten werden dort abgesetzt.

ŞEMZINAN
In Şemzinan (Şemdinli) in der Provinz Colemêrg (Hakkari) werden ländliche Regionen aus Kobra-Helikoptern bombardiert. Eine große Zahl von Kampfjets überfliegt die Grenze nach Südkurdistan. Weiterhin wird massiv Artillerie eingesetzt und auch Dörfer sind direkt vom Bombardement betroffen.

MILITÄR BEREITET SICH AUF AUSNAHMEZUSTAND AM SCHWARZEN MEER VOR
Nach Aktionen der HPG in den Schwarzmeerstädten trafen Mitglieder der Armee, des Geheimdienstes und der Polizei zu einem „PKK Gipfel“ in Giresun zusammen. Daran nahmen Staatsbedienstete aus Tokat, Giresun, Samsun, Ordu, İstanbul, Dersim, Sivas und Cewlig (Bingöl) teil. Es wurde entschieden, dass die Militäroperationen im Schwarzmeergebiet ausgeweitet werden und insbesondere in den alevitischen und kurdischen Dörfern besondere „Sicherheitsmaßnahmen“ durchgeführt werden sollen.
Das System: „Derjenige, der die Guerilla unterstützt, ist ebenfalls Terrorist und wird die gleiche Behandlung erfahren“, weitet sich über die Schwarzmeerregion aus. Der Staat bringt das Dorfschützer- und Agentensystem ebenfalls in dieses Gebiet. Dieses System wurde auf dem Gipfel Region für Region durchgegangen, insbesondere bezüglich Amasya, Sivas, Giresun, Ordu, Gümüşhane und Tokat, wo insbesondere Dorfschützer, sprich rechte Paramilitärs, installiert und bewaffnet und Geheimdienstkräfte ausgesandt werden sollten. Außerdem wurden groß angelegte Militäroperationen vorbereitet. Die Personen, welche die Guerilla unterstützen könnten, sollen ermittelt werden und insbesondere die kurdischen und alevitischen Dörfer und besondere Bewachung gestellt werden.

Quelle: ANF, 05.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 09. Mai 2010, 23:05
SCHWERE GEFECHTE, 15 SOLDATEN, 2 GUERILLAS GEFALLEN

Auch in den letzten beiden Tagen kam es an vielen Orten in Kurdistan zu schweren Gefechten. In Oramar (Dağlıca) bei Şemzinan (Şemdinli) starben am 07.05. nach Guerillaangaben 15 Soldaten und 2 Guerillas bei einem Gefecht, als türkische Soldaten in die von der Guerilla kontrollierten Gebiete vorzudringen versuchten. In Mardin griffen Guerillas einen Militärstützpunkt an und in Wan starb ein Guerilla aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse.

Quellen:
Yuksekovahaber
ANF



Titel: Schwere Kämpfe im Grenzgebiet
Beitrag von: rezgar am 10. Mai 2010, 23:18
Gefechte zwischen türkischer Armee und PKK-Kämpfern. Auch Ziele im Nordirak bombardiert
Von Nick Brauns


In den kurdischen Landesteilen der Türkei kommt es seit Tagen zu schweren Gefechten zwischen der türkischen Armee und Guerillakämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans PKK. Die türkische Luftwaffe bombardierte dabei auch Ziele im Nordirak. »Nachdem von verschiedenen Stellungen jenseits der Grenze Luftabwehrfeuer auf Helikopter eröffnet wurde, hat die Luftwaffe diese Ziele beschossen«, erklärte die Armee in einem am Wochenende veröffentlichten Statement. In der Region Mardin seien Spezialeinheiten in Guerillauniform aktiv, warnte die PKK die örtliche Bevölkerung vor Provokationen der staatlichen Konterguerilla.

Innerhalb der ersten vier Monate des Jahres 2010 habe es 22 Militäroperationen gegen die Guerilla gegeben, bei denen es in 13 Fällen zu Gefechten kam. Dabei seien 22 Soldaten und zehn Guerillakämpfer getötet worden, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Bilanz der Guerilla, die offiziell seit über einem Jahr einen Waffenstillstand verkündet hat. Seit Anfang Mai seien weitere 15 Soldaten und zwei Guerillakämpfer gefallen. Gezählt wurden auch 86 Artillerieangriffe auf Ziele im Nordirak, bei denen großer Schaden an ziviler Infrastruktur entstanden sei. »Damit soll Druck auf die Dorfbewohner ausgeübt werde, die Region zu verlassen, um eine menschenleere Zone zu schaffen«, vermutet ein Guerillasprecher.

Unterdessen wurde bekannt, daß im Iran bereits am Freitag vier kurdische politische Gefangene hingerichtet wurden. Ihnen wurde vorgeworfen, der mit der PKK verbündeten Partei für ein freies Leben in Kurdistan PJAK anzugehören, die auch bewaffnet für die Rechte der kurdischen Bevölkerung im Iran kämpft. Zu den wegen angeblicher PJAK-Mitgliedschaft Hingerichteten gehören der Lehrer Farzad Kemangar und die Frauenrechtsaktivistin Shirin Elem Hulu, meldet die kurdische Agentur Firat. Sie seien zuvor schwer gefoltert worden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: rezgar am 10. Mai 2010, 23:38
Iran ermordet kurdische Aktivist_innen

KİRMANŞAH – Nachdem heute in Ostkurdistan/Iran 5 politische Gefangene hingerichtet worden sind, wurde bekannt, dass ebenfalls in Dalaho 5 Guerillas der linken kurdischen PJAK durch Vergiften durch Agenten des iranischen Regimes ermordet worden sind.
Die PJAK erklärte, dass sie diese Morde als Kriegserklärung auffasse und für die hingerichteten Gefangenen und ermordeten Guerillas Vergeltung üben werde. Die PJAK erklärte, dass die Hinrichtungen teil einer gemeinsamen Vernichtungspolitik des türkischen, iranischen und syrischen Staates gegen die kurdische Bewegung sei.
„Während im Êwîn Gefängnis wurden fünf Gefangeneermordet wurden, brachten Kollabaroteure und Dorfschützer 5 unsere Guerillas mit Gift um. Die Durchführung der Hinrichtung der kurdischen Gefangenen wurde auf einem Treffen zwischen Iran, Syrien und der Türkei beschlossen. Die Kräfte, die Kurdistan besetzt halten, arbeiten zusammen. Insbesondere in der letzten Zeit stand die kurdische Freiheitsbewegung immer auf der Tagesordnung der Treffen der drei Länder. Gegen die Kurd_innen gibt es EINE schmutzige Allianz, und diese Allianz wird jetzt umgesetzt.“
Die PJAK erklärte weiter, dass die Vergiftung der Guerillas den Beginn einer neuen Phase markiere. Sie erklärte, dass sie, die PJAK, bisher für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage kämpfte. Dennoch habe das iranische Regime nur mit Angriffen und Massakern geantwortet. Die Hinrichtungen und Morde seien als eine Kriegserklärung zu verstehen. Außerdem sei es notwendig zu sehen, dass bei diesen Angriffen einerseits die anderen Besatzungsmächte Kurdistans und auch die westlichen Länder ihre Hände im Spiel haben. Die PJAK werde Vergeltung üben.

Quelle, ANF, 09.05.2010, ISKU

 
 
ISKU | Informationsstelle Kurdistan 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 12. Mai 2010, 18:25
Fachtagung: Kurden in London 14.05.2010

Nachricht: KurdishMedia.com
Zeit: 12/05/2010 00:00:00

Durch diese Fachtagung wird ein Forum angeboten, um die Diskussion über den Fokus der Kurden in der Türkei zu reflektieren.
Seit den 80er Jahren gibt es einen drastischen Anstieg von kurdischen Immigranten nach West-Europa. Eben gerade Kurden aus der Türkei (Nordkurdistan) bilden einen bedeutenden Anteil von Londons ethnischer Minderheitsbevölkerung. Sie stellen eine unsichtbare Dispora Gemeinde dar. Sowohl in der kürzlichen Volkszugehörigkeiten-Debatte im Vereinigten Königreich (UK) sowie auch in den Dispora Studien. Die Unterlagen berücksichtigen einen theoretischen und politischen Umfang ebenso gut wie Diskussionen über erfahrungsgemäße Arbeit.

University of Leicester
übersetzt Almanci


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 12. Mai 2010, 22:23
Zitat
Proteste gegen die Hinrichtungen im Iran - Berlin

BERLİN - In Berlin haben heute Kurd_innen vor der iranischen Botschaft einen schwarzen Kranz niedergelegt. Damit sollten die Hinrichtungen der politischen Gefangenen im Iran kritisiert werden. Weitere Proteste der Berliner Kurd_innen werden erwartet.

Mit Wut und Trauer reagierten die Berlin lebenden Kurd_innen auf die Hinrichtungen im Iran.
Mit einer Aktion vor der iranischen Botschaft kritisierte der Berliner Volksrat der Kurd_innen den iranischen Staat. Vor dem Konsulat fand heute in den Mittagsstunden eine Versammlung statt.
Die Teilnehmer_innen der Veranstaltung legten einen schwarzen Kranz nieder auf dem zu lesen war: "wir protestieren gegen das iranische Regime. Stoppt sofort die Hinrichtungen!"
Auffallend war das enorme Polizeiaufgebot während der Aktion.
Der Berliner Volksrat der Kurd_innen rief in einer Erklärung alle Kurd_innen zum gemeinsamen Kampf gegen die Tyrannei des Irans auf.

Das Berliner Aktionsprogramm ist wie folgt:
Am Mittwoch wird eine Delegation dem deutschen Außenminister, dem deutschen Parlamentsvorsitzenden, dem Berliner Mitglied der Vereinten Nationen vun dem Europaratsmitglied einen Brief überreichen.
Am Freitag wird um 16.oo Uhr auf dem Breidscheidplatz vor der Gedächtniskirche eine Kundgebung stattfinden.

Quelle: ANF, 11.05.2010, ISKU



In Ostkurdistan wurde der Notstand ausgerufen

Das iranische Regime hat, aufgrund der anhaltenden Proteste der Bevölkerung gegen die Hinrichtungen, weitere Soldateneinheiten in einige Städte in Ostkurdistan gesandt und den Notstand erklärt. Soldaten haben eine Razzia bei der in Mako lebenden Familie der hingerichteten Şirin elem Hulu durchgeführt und ihre Mutter, ihren Vater und ihre Geschwister festgenommen.

Nachdem das iranische Regime 4 politische Gefangene kurdischer Herkunft mit dem Vorwurf der PJAK Mitgliedschaft verhaftet und nun hingerichtet hat, wurde heute, um die anhaltenden Proteste der Bevölkerung zu verhindern, in einigen ostkurdischen Städten der Notstand ausgerufen.

In der englischen Zeitung "the Guardian" war zu lesen, dass neben Protesten der Universität von Teheran, auch in Piranşehir und in Kamyaran Protestkundgebungen geplant seien. "Städte wie Mahabad und Sine, die hauptsächlich von Kurd_innen bewohnt werden, befinden sich in einem Belagerungszustand."

Laut Quellen von vor Ort, wird das Militär in den Städten Piranşehir, Kamyaran, Mako, Sine und Mahabad verstärkt und die Menschen daran gehindert, auf der Straße gegen die Hinrichtungen zu protestieren.

Razzien während der Trauerfeiern, Familie von Hulu in Polizeigewahrsam
Die Trauerfeier im Hause der Familie der hingerichteten Şirin Elem Hulu wurde durch eine Razzia von Soldaten und Polizisten gestört. Dabei wurde die Mutter, der Vater und die Geschwister von Elem Hulu festgenommen. Es wurde gemeldet, dass in der Stadt die Spannungen weiter andauern und sich in vielen Stadtteilen Menschen versammeln und Demonstrationen vorbereitet werden.

Aus Angst, die Proteste könnten die internationale Öffentlichkeit erreichen, hat das iranische Regime in Ostkurdistan die polizeilichen und militärischen Maßnahmen auf ein Höchstmaß ausgeweitet.

Die Mutter von Kemanger: Mein Sohn ist nicht gestorben sondern wiedergeboren

In Kamyaran, dem Geburtsort des hingerichteten Ferzad Kemanker, empfängt seine Famile Kondolenzbesuche. In einer Rede der Mutter von Kemanger vor den Trauergästen sagt sie: "Mein Ferzad ist nicht gestorben, Ferzad ist jetzt wiedergeboren. Alle Schüler und das ganze Volk Kurdistans sind nun Ferzad geworden."
Kemanger, der 12 Jahre in armen Stadtteilen von Kamyaran als Lehrer gearbeitet hat, war Mitglied des Lehrerzusammenschlusses Kurdistans. Am Morgen des 9. Mai wurde er im Teheraner Evin Gefängnis zusammen mit seinen Freunden erhängt. Die Verantwortlichen haben die Familie am Tag der Hinrichtung nicht informiert; dem Anwalt wurde die Lüge erzählt, seine Akte sei verloren gegangen.

Politische Gefangene im Protest.

Gleichzeitig fanden auch Proteste der politischen Gefangenen gegen die Hinrichtungen statt. Nach den Hinrichtungen kam es im Teheraner Evin Gefängnis im Bereich 37 und 7, in Urmiye, Huseniye und in den Bereichen 1,2, und 4 des Gohadardaşt Gefängnis in Kerec nahe der Hauptstadt zu Aufständen der politischen Gefangenen. Laut des Menschenrechtskomitees sind die politischen Gefangenen im Evin Gefängnis außerdem in einen bis Donnerstag geplanten Hungerstreik getreten

Sie könnten morgen hingerichtet werden

Gerüchten zufolge sollen 4 Gefangene, deren momentaner Aufenthaltsort unbekannt ist ,morgen hingerichtet werden. Es handelt sich um Zeyneb Celaliyan, Eziz Mimhemedzade Seqiz, Qadir Mihemedzade und Husen Xizri. Zeyneb Celaliyan wurde zuletzt im Dizilabad Gefängnis in Kirmaşan gesehen, Eziz Mimhemedzade im Seqiz Gefängnis, Qadir Mihemedzade und Husen Xizri in Urmiye. Es ist ungewiss wo sie sind und wie es ihnen geht.

Quelle: ANF, 11.05.2010, ISKU



KNK: Iran provoziert zum Krieg

Exekutiverat des KNK - Am 9. Mai wurden gegen die kurdischen politischen Gefangenen Ferzad Kemanger, Eli Heyderiyan, Ferhad Wekili und  Şirin Elem Hulu im Foltergefängnis Evin nähe der iranischen Haupstadt Teheran die Todesstrafe durch Aufhängen vollzogen.
Wir verurteilen diese unmenschliche und grausame Art der Ermordung durch das iranische Mullah Regime. Alle der vier politischen Gefangen waren aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der PJAK (Partei des Freien Lebens Kurdistans) seit ihrer Festnahme ohnehin tagtäglicher Folter unterzogen worden. Auch wurde ihnen kein Recht auf Verteidigung gewährt. Denn in Iran herrscht kein Recht. Durch den Missbrauch des Islam als politisches Instrument werden alle Morde im Namen Allahs gerechtfertigt, wobei diese eindeutig gegen den Islam selbst sprechen.
Es ist daher genauso illegitim und unmenschlich, wenn einige der internationalen Berichterstatter direkt oder indirekt diese Morde unter dem Vorwand der PJAK-Mitgliedschaft zu legitimieren suchen. Der Iran versucht das Verbrechen gegen die Menschlichkeit politisch durch die Denunziation der PJAK zu legitimieren. Die Todesstrafe in diesem Jahrhundert gilt allerdings als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gehört daher abgeschafft. Egal gegen wen, egal aus welchem Grund.
Die PJAK ist aufgrund der grausamen Mordpolitik gegen die Kurden und andere Oppositionskräfte im Iran als eine historische Notwendigkeit entstanden. Sie ist nicht der Grund für die labile, antidemokratische Miesere in Iran, sondern die eindeutige Folge. Außerdem muss zur Kenntnis genommen werden, dass die Ermordung der vier Kurden eine Woche nach der Bekanntgabe der Beschlüsse der I. Konferenz der PJAK stattfand. Auf dieser hat die PJAK erneut zu einem iranisch-kurdischen Dialog für Frieden auf der Basis elementarer Freiheitsrechte des kurdischen Volkes aufgerufen.
Mit der Ermordung von vier Mitglieder der PJAK sucht der Iran die Konfrontation und den Krieg gegen die Kurden. Dies hat zwei wesentliche Gründe. Einerseits sollen dadurch die Kurden zum Krieg provoziert werden. Andererseits – und dies ist der ausschlaggebende Grund – ermutigt der Iran durch diese Konfrontationspolitik die Türkei zu einem Krieg gegen die Kurden.
Es ist bekannt, dass die Türkei seit dem Frühlingsbeginn Vorbereitungen für eine militärische Offensive gegen die Kurden in Nordirak trifft. Der Iran erhofft dabei für sich ein militärisch erfolgreiches Ergebnis, da man in Teheran weiß, dass der türkische Staat unter der AKP-Regierung in seiner Manipulationspolitik unter dem Namen „Kurdische Öffnung“ gegenüber den Kurden gescheitert ist. Die AKP-Regierung hatte im Rahmen dieses Projekts auch außenpolitisch mit der Politik „Nullprobleme mit den Nachbarn“ die Unterstützung des Iran gesucht. Nun macht der Iran von der vorhandenen bilateralen antikurdischen Koalition Gebrauch und ermutigt den Partner zum Krieg.
Irans Kalkül ist eindeutig: von einem Krieg gegen die Kurden Zeit für eigene Großmachtprojekte im Mittleren Osten zu gewinnen und dadurch auf einen internationalen politischen Durchbruch zu balancieren.
Wir glauben, dass es keiner Macht der Politik erlaubt werden darf, auf Kosten von Menschlichkeitsverbrechen Politik zu machen. Das Recht auf Leben ist ein universales, unantastbares Recht. Die Todesstrafe gilt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und muss abgeschafft  werden. Ferner rufen wir alle Menschen auf, gegen die iranischen Bestrebungen auf eine neue Eskalation und Gewaltwelle durch Ermordung der Kurden gemeinsam mit uns Kurden zu kämpfen.

Quelle: kurdish info, 11.05.2010, ISKU


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Dorfschützer zum Dienst gerufen!

Im Landkreis Yüksekova der Provinz Hakkari haben Dorfschützer, die 1999 an verschiedenen Schulen und öffentlichen Einrichtungen als Beamte und Vertretungslehrer eingesetzt wurden, nun die Anweisung "ihre Waffen wieder in die Hand zu nehmen“, bekommen.

In Yüksekova wurden 1999 viele "vorläufige Dorfschützer" als Beamte und Vertretungslehrer eingesetzt. Nach dieser Zusammenarbeit haben die Dorfschützern, die in öffentlichen Einrichtungen eingesetzt wurden, die Anweisung bekommen, wegen dem näher rückenden Sommer und den zunehmenden militärischen Aktivitäten ihre Waffen wieder in die Hand zu nehmen. Die Befehlshaber der Landkreis Gendarmarie hat in einem Schreiben an 20 der Dorfschützer, diese dazu aufgefordert, ihre Dienste wieder aufzunehmen. Er hat daran erinnert, dass ihre eigentlich Aufgabe die des Dorfschützer sei. Diejenigen, die dieser Entscheidung nicht gerecht werden, wurden gewarnt, dass sie "entweder ihre Waffen nehmen, oder nach Hause gehen" sollten.

Senar Kahraman, ein Dorfschützer im Dorf Gökyurt (Tekurava), der dieser Anweisung nicht folgen möchte, gab bekannt, dass er seine jahrelange Arbeit als Vertretungslehrer nun beenden werde. Kahraman, der Vertretungslehrer an der Schule im Dorf Bağdaş (Pernis) war, erklärte, dass "sie gesagt hätte, dies sei die letzte Aufforderung an uns."

‘Sie ziehen uns in die Gefechte mit rein’

Eine andere Person, die anonym bleiben möchte und ebenfalls unter dem Status des vorläufigen Dorfschützers als Vertretungslehrer gearbeitet hat, gab bekannt, dass sie zuletzt zum Vorsitzenden der Nationalen Bildungsdirektion des Landkreises Yüksekovas Hamza Anuş gerufen wurden. Sie wurden informiert, dass ihnen ab jetzt keine Löhne gezahlt werden würden. Wegen ihres Status würden sie ab jetzt von der Landkreis Gendarmarie Yüksekova bezahlt werden. "Daraufhin sagte die Landkreis Gendarmarie denen die zu ihnen kamen, dass 'man da nichts machen könne; wenn ihr die Waffen wieder aufnehmt, dann könnt ihr weiter arbeiten. Wenn nicht, dann müsst ihr nach Hause gehen'. Sie machen uns wieder zu Dorfschützern. Sie wollen uns wieder in die Gefechte mit reinziehen."

BDP: Es ist ein Zeichen, dass die Gewalt zunehmen wird

Der Landkreisvorsitzende der BDP Yüksekova Hüsnü Bulgan erklärte dazu, dass die Gefechte 2010 möglicherweise wieder zunehmen werden.

Gegen die Gewerkschaft Eğitim Sen gerichtet

Yavuz Akgül, Mitglied der Lehrergewerkschaft Eğitim Sen Yüksekova, spricht sich gegen die Beschäftigung von Dorfschützern als Lehrer und Beamte aus und äußert: "Es kann nicht akzeptiert werden, dass diese Menschen, die ohne Persönlichkeitsrechte arbeiten und ihnen nach Jahren wieder Waffen in die Hand gegeben werden. Wir fordern, dass diesen Menschen ihre Persönlichkeitsrechte gegeben und ihre Beschäftigung in einen normalen Beamtenstatus gewandelt wird. Obwohl wir als Gewerkschaft gegen das Dorfschützersystem sind, missbilligen wir, dass Menschen, die als Lehrer oder Beamte arbeiten gezwungen werden, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Zu sagen "entweder die Waffe oder der Rücktritt" ist menschenrechtswidrig. Die Hände der Menschen, die keine Persönlichkeitsrechte besitzen und die für 600 Lira im Monat arbeiten, sind noch voller Kreide. Diese Hände wieder an den Abzug einer Waffe zu dirigieren, ist falsch."

Die Behandlung hat schon vor 12 Jahren begonnen

1998 wurden 116 Abiturienten von der Landkreis Bildungsdirektion als Vertretungslehrer über die Dörfer verteilt. Diese wurden später als "vorläufige Dorfschützer" (GGK) registriert. Sie dachten zuerst, sie seinen als Vertretungen beschäftigt und wurden, nachdem sie begonnen hatten zu arbeiten, etwa 5-6 Monate später informiert, dass sie den Status der Dorfschützers bekommen haben. Trotzdem haben sie weitergearbeitet. Mit den Unterschriften des amtierenden Landrats von Yüksekova Celalettin Cantürk und des amtierenden Bildungsdirektors von Yüksekova Hamza Anuş wurden 71 Dorfschützer in Form von Vertretungslehrern eingesetzt. Die nationale Bildungsdirektion von Yüksekova hat 119 Personen als Beamte eingesetzt.

Quelle: Yeni Özgür Politika, 12.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 14. Mai 2010, 21:12
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Proteste gegen Hinrichtungen politischer Gefangener im Iran
 
PROTESTE IN NORDKURDISTAN/TÜRKEI
AMED – Nachdem im Iran 5 politische Gefangene, davon 4 PJAK-Mitglieder hingerichtet worden sind, weiten sich die Proteste aus. Die ostkurdische Guerilla HRK bekannte sich zu zwei Vergeltungsangriffen, bei denen 16 iranische Soldaten starben, U.a. in Diyarbakır, Ankara, Manisa, Iğdır und Erciş beteiligten sich viele Menschen an den Protesten, die von den Friedensmüttern, der linken BDP und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt wurden. Hier wurde auch insbesondere das Schweigen Europas gegenüber den Grausamkeiten des iranischen Regimes hingewiesen.
 
IZMIR: DEMONSTRATIONSVERBOT
In Izmir wurden die Proteste mit dem Argument der „Angespanntheit“ verboten. Dies ist nun die zweite BDP-Demonstration in einem Monat, die verboten worden ist, während die Lage entspannt genug dafür zu seien scheint, eine Gruppe nationalistischen Demonstrant_innen vor das BDP-Büro ziehen zu lassen und hinzunehmen, dass sie darauf Steine werfen.
 
GEVER/YÜKSEKOVA: TAUSENDE DEMONSTRIEREN; SCHWERE STRASSENKÄMPFE
In Gever/Yüksekova, nahmen viele tausend Menschen an den Protesten gegen das iranische Regime teil. Sie riefen Parolen in Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung, gegen das iranische Regime und ihrem Vorsitzenden Abdullah Öcalan. Gleichzeitig schlossen die Geschäfte im Landkreis und die Polizei zog mit einem Großaufgebot auf. Daraufhin errichteten die Menschen Barrikaden und wehrten sich mit Steinen gegen die Polizeiangriffe. Hunderte Vermummte entzündeten Feuer und warfen ebenfalls Steine. Die Polizei setzt zur Stunde Wasserwerfer und Gasgranaten ein, während sich die Auseinandersetzungen auf die ganze Stadt ausweiten. Ein 15-jähriger Schüler ist in diesem Rahmen in Meriwan festgenommen worden.
 

PROTESTE IN OSTKURDISTAN

In den ostkurdischen Gebieten im Iran weiteten sich die Proteste heute zu einem Generalstreik aus. Insbesondere in den Städten Mahabad, Seqiz, Kamyaran, Qurwe, Bane, Meriwan, Şino, Diwandere, Bokan, Nexede, Bicar, Mako und Sine blieben alle Geschäfte geschlossen. Die kurdischen Studierenden boykottierten den Unterricht. An dem Streik nehmen kurdische Studierende in Teheran, Beheştî, Elame Tebatebayî, Terbiyet Muelim, Şehîd Recayî, Emîr Kebîr, Xwace Nesîh, Şerîf, Azadî, Tahran –Navned, Kirman, Zahîdan, Bûelî Hemedan, Zencan, Qezwîn, Sine, Tewrêz, Urmiyê, Kirmaşan, Îlam und Mahabad teil.
 
SINE: AUSNAHMEZUSTAND UND STRASSENKÄMPFE
In der Stadt Sine, die ca. 1 Million Einwohner_innen zählt, rief das iranische Regime den Ausnahmezustand aus. Dort hält sich zur Stunde niemand außer Soldaten und Polizisten auf den Straßen auf. Aus Protest gegen die Hinrichtungen hängt die Bevölkerung schwarze Tücher aus den Fenstern.
Seit den Morgenstunden führen Jugendliche Demonstrationen durch. Mindestens zwei Personen wurden bei Straßenschlachten mit staatlichen Kräften bereits verletzt.
 
MAHABAD: LÄDEN BLEIBEN GESCHLOSSEN
Auch in Mahabad findet ein Generalstreik statt. Banken und staatliche Einrichtungen wurden gewarnt, dass sie auch nicht öffnen dürften, sonst würden sie in Brand gesetzt.
 
KAMYARAN: FAMILIE EINES HINGERICHTET ERHÄLT HAFTBEFEHL
In dem Geburtsort des hingerichteten kurdischen Lehrers Ferzad Kemanger herrscht eine äußerst angespannte Stimmung. Der Staat hat über alle Familienangehörigen einen Haftbefehl erlassen. Bisher konnte er jedoch aufgrund der angespannten Lage nicht vollstreckt werden.
 
BEWAFFNETE AKTIONEN IN OSTKURDISTAN
Die HRK, der bewaffnete Arm der linken kurdischen PJAK, erklärte, dass sowohl für die 5 Hingerichteten, als auch für weitere 5 vom iranischen Regime durch Gift ermordete Guerillas, trotz eines Waffenstillstands Vergeltung üben werde.
Nachdem am 9. Mai im Iran 4 politische Gefangene mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der PJAK hingerichtet wurden, hat die HRK (Hêzên Rojhilata Kurdistan, militärischer Arm der PJAK) in der ostkurdischen Stadt Meriwan eine Polizeistation angegriffen. In Piranşehir wurde ein Militärfahrzeug einen Abhang hinunter gestürzt. Bei der Besetzung der Polizeistation in Meriwan wurden 12, in Piranşehir 4 Soldaten getötet.

Auch in einigen europäischen Städten wie Den Haag, Kopenhagen, Hamburg, zogen am 13.5. die Menschen vor die iranischen Botschaften und Konsulat, um gegen das iranische Regime zu protestieren. Sie forderten die Freilassung der politischen Gefangenen und ein Stopp der Hinrichtungen.

In Berlin wird am Freitag den 14.Mai eine Kundgebung auf dem Breidscheidplatz um 16 Uhr stattfinden.
 
Quelle: ANF, yuksekovahaber, yuksekovaguncel, 12./13.05.2010, ISKU




Zitat
Angriffe auf Wohnungen in Gever/Yüksekova
 
Aus den Protesten gegen die Hinrichtung von 5 Personen, darunter 4 PJAK-Aktivist_innen im Iran, entstanden nach Polizeiangriffen heftige Straßenschlachten. Die Polizei verursacht großen Sachschäden, indem sie willkürlich mit Wasserwerfern und Tränengasgranaten um sich schoss. Die Fenster von zahlreichen Wohnungen wurden zerstört und teilweise brannten Gasgranaten in den Wohnungen ab. Viele Häuser mussten deswegen fluchtartig verlassen werden. Einige Häuser wurden durch die Polizeiangriffe unbewohnbar gemacht. Personen wurden des weitern festgenommen und vier verletzt.
 
Video über entstandene Schäden:
http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=12296
Video über Straßenkämpfe:
http://www.yuksekovahaber.com/video-galeri/yuksekovada-iran-gerginligi-505.htm
 
Quelle: ANF, 13.05.2010, ISKU
 
 
 
Polizei und Faschisten versuchen kurdische Studierende zu lynchen
 
MUĞLA - Die gestern von türkischen Faschisten und der Polizei in Tateinheit begonnenen bewaffneten Lynchangriffe setzten sich auch heute fort. Die Auseinandersetzungen begannen, als die Polizei zusammen mit türkischen Faschisten einen kurdischen Studenten schwer verletzte. Die Polizei hatte nach einem Angriff von Faschisten auf zwei kurdische Studentinnen, die anschließend von Freund_innen unterstützt worden waren, für die Faschisten Partei ergriffen und exzessiv Gewalt angewendet.
Die kurdischen Studierenden wurden von der Polizei anschließend erneut in einen Hinterhalt der Faschisten getrieben. Hier ergriff die Polizei erneut Partei, verletzte einen kurdischen Studenten schwer durch eine Polizeikugel und nahm mehr als 20 kurdische Studierende fest.
Auch am folgenden Tag griff die Polizei gegen dieses Vorgehen demonstrierende Studierende am Abend an, verletzte eine große Zahl Demonstrant_innen und nahm über 100 fest. Sie setzte Tränengas und Knüppel ein. Während die Polizei bis in die Nacht hinein gegen kurdische und allgemein linke Studierende vorging, versammelten sich gegen 2:00 Uhr nachts 500 Faschisten unter nationalistischen Liedern und riefen Parolen gegen Kurd_innen und die PKK. Sie riefen z.B.: „Es lebe die Polizei“, „Wir sind Türken, wir sind stark, wir sind Kemalisten“, „Ihr armenischen Bastarde werdet uns nicht einschüchtern“ oder „Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar.“ Sie trugen türkische Fahnen und wurden durch zurufe von Balkonen der Anwohner_innen unterstützt. Die Polizei beobachtete den Aufmarsch nur.
Nach Angaben des Menschenrechtsvereins IHD hat die Polizei bis jetzt keinen der in die andauernden Angriffe verwickelten Faschisten festgenommen.
In Istanbul kam es aufgrund dieses Vorgehens zu Protestaktionen von Studierenden.
 
Erneuter faschistischer Angriff auf kurdische Studierende
Nach den faschistischen Angriffen auf Studierende in Muğla, griffen nun Faschisten an der Osmangazi Universität in Eskişehir zwei kurdische Studierende mit Eisenstangen und Messern an. Einer von ihnen wurde durch einen Messerstich in die Schulter verletzt und anschließend von der Polizei festgenommen. Nachdem Freund_innen des Verletzten sich über dessen Situation informieren wollten, waren sie mit der selben Gruppe türkischer Nationalisten konfrontiert. Während die Gruppe floh, wurden die kurdischen Studierenden von der Polizei mit Tränengas und Knüppeln angegriffen. Außerdem schossen die Polizisten in die Luft. Eine große Zahl Studierender wurde bei dem Angriff verletzt und nach Angaben der BDP mindestens 20 festgenommen. Die Auseinandersetzungen an der Uni dauern an.
 
Quelle: ANF,DIHA, 13.05.2010, ISKU
 
 
 
166 Jahre Gefängnis für kurdischen Journalisten
 
AMED – Der Presseverantwortlich und Redaktionsdirektor, der auf kurdisch verbreiteten Zeitung Azadiya Welat, Vedat Kurşun ist vom 5. Schwurgericht in Diyarbakır zu einer Gefängnisstrafe von 166 Jahren verurteilt worden. Der Prozess war von mehreren Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen und Zeitungen, darunter die baskische Zeitung Berria, begleitet worden. Die Entscheidung des Gerichtes wurde als historischer Eingriff in die Meinungsfreiheit beschrieben.
Die Anwältin des Angeklagten betonte, dass er weder des Aufrufs zur Gewalt, noch des Mordes beschuldigt werde, sein einziges Verbrechen sei die freie Meinungsäußerung. Gegen ihn waren 103 Anklagen wegen „Propagandadelikten“ erhoben worden. Sogar Menschen, die an Aktionen in den Bergen teigenommen haben, bekommen meistens höchstens 36 Jahre, jede der Propagandaanklagen in der Strafe zu summieren, hält die Anwältin für rechtswidrig. Kurşun erklärte in seiner Abschlussrede, dass keiner der Journalisten verurteilt worden sei, die gefordert hätten „Das für jeden Soldaten fünf DTPlern die Kehle durchgeschnitten“ werden solle.
Er wurde 103 Mal zu einem Jahr und 6 Monaten wegen Organisationspropaganda und zu 12 Jahren wegen Mitgliedschaft in einer „verbotenen Organisation“, also insgesamt 166 Jahre und 6 Monate verurteilt.
 
Quelle: ANF, 13.05.2010, ISKU
 
 
 
Aufruf der BDP
 
Der in der Türkei inhaftierte Bürgermeister der Stadt Diyarbarkir/Sur, Abdullah Demirbas, schwebt in Lebensgefahr


Am 24. Dezember wurde der bereits seit zwei Wahlperioden regierende Bürgermeister von Diyarbakir Sur, Abdullah Demirbas mit 7 weiteren Bürgermeistern von den türkischen Behörden inhaftiert. Der weltweit für seine multilingualen Verwaltungskonzepte bekannte Demirbas war zuvor nach Europa und Amerika gereist, um dort über Multilingualität in der kurdischen Kommunalverwaltungsarbeit zu referieren. Den türkischen Behörden war die international wirksame Kommunalpolitik bereits in der letzten Wahlperiode 2004–2009 ein Dorn im Auge. Er wurde 2007 mit einem Politikverbot belegt und vom Amt suspendiert. Zudem klagte die Staatsanwaltschaft mit dem Ziel eines lebenslangen Politikverbots. Dem renommierten und bevölkerungsnahen Politiker sollte zusätzlich jegliche Lohnarbeit untersagt werden. Nach seiner Wiederwahl mit mehr als 60% der Stimmen bei der Kommunalwahl 2009, wird ihm jetzt aufgrund eines juristisch unhaltbaren Konstrukts die vermeintliche Mitgliedschaft in der PKK vorgeworfen.
 
Demirbas leidet unter einer starken und lebensgefährlichen Thromboseneigung und musste deshalb bereits 2002 auf einer Intensivstation behandelt werden. Sein Gesundheitszustand hat sich durch die Haft stark verschlechtert. Auch in seiner Lunge wurden bedenkliche Veränderungen festgestellt. Medizinischen Berichten von Ärzten der Dicle Universitätsklinik vom 5. und 27. April zufolge befindet sich Demirbas in einem bedrohlichen Gesundheitszustand, der sich durch die Haftbedingungen ständig verschlechtert. Die Untersuchungen des Politikers konnten nur aufgrund starken öffentlichen Drucks durch die Partei für Frieden und Demokratie BDP und den Menschenrechtsverein IHD durchgesetzt werden. Jeglicher Versuch der Anwälte des Politikers eine Haftentlassung zu bewirken wiesen die türkischen Behörden bisher zurück.
 
Die Fortsetzung der Haft ist eine klare Verletzung internationaler Menschenrechtsregulierungen inklusive der UN Regulierungen zum minimalen Schutz von Inhaftierten. Anstatt die gewählten politischen Vertreter der kurdischen Bevölkerung als Dialogpartner anzuerkennen und ihre Bemühungen um Frieden und Demokratie anzuerkennen, werden sie kriminalisiert. 1483 Politiker und Menschenrechtsaktivisten wurden seit den Kommunalwahlen 2009 unter Anwendung des „Anti Terror Gesetzes“ grundlos inhaftiert. Als Partei für Frieden und Demokratie BDP fordern wir Menschen mit Bewusstsein dazu auf, sich an den türkischen Justizminister zu wenden und die Freilassung von Abdullah Demirbas und den weiteren 1483 BDP AktivistInnen und MenschenrechtlerInnen zu fordern, die seit dem 14 April inhaftiert wurden.
 
edit: Die Protestbriefe für Abdullah Demirbas werden vorerst nicht mehr benötigt, denn er wurde heute nachmittag freigelassen. Wünschen wir ihm stattdessen eine baldige und völlige Genesung, damit er bald wieder in seinem Büro Gäste empfangen kann!

KM-Team
 
 
 
Cemil Bayık: Krieg oder Frieden entscheidet der türkische Staat!
 
KCK-Exekutivratsmitglied Cemil Bayık sprach mit der Tageszeitung „Yeni Özgür Politika“.
 
 
YÖP: Mit Ihrer Deklaration Ende 2009 haben Sie der demokratischen Lösung noch eine Chance gegeben. Momentan werden die Militäroperationen ausgeweitet und die Stützpunkte an den Grenzen weiter ausgebaut. Auf der anderen Seite wird eine Verfassungsänderung diskutiert. Was bedeutet diese zwiespältige Haltung?
 
Bayık: Die AKP versetzt der Grundlage einer demokratischen, politischen und friedlichen Lösung einen herben Rückschlag, sie provoziert und versucht sie somit zu zerstören. Die Türkei hat ein sehr großes Problem, das der Verfassungsänderung. Die Gesellschaft braucht eine neue Verfassung. Die AKP versucht auch das zu sabotieren. Sie will die Verfassung vom 12. September [1980; Militärputsch] retuschieren und so weiter am Leben halten.
 
Wir haben Erklärungen abgegeben, der Vorsitzende hat eine Roadmap vorgelegt, danach schickten wir Friedensgruppen und zu Jahresanfang haben wir noch eine Deklaration veröffentlicht. Wir haben als Bewegung ständig gewarnt, dass eine neue Herrschaft über das kurdische Volk nicht machbar ist. Das sind nutzlose Anstrengungen. Ergreift die Hand des kurdischen Volkes, unserer Bewegung, unseres Vorsitzenden für eine Lösung. Ansonsten werden unsere Friedensbestrebungen erfolglos bleiben, die Lösung wird unmöglich gemacht und der anschließende Prozess wird äußerst gefährlich. Wir sagten, dass wir das nicht akzeptieren werden.
 
Sie selbst haben diesen Prozess schon längst abgeschlossen. Läge eine Lösung in ihrer Absicht, dann würden sie unsere plausibelsten Vorschläge annehmen. Wir haben ihnen die Arbeit sehr erleichtert. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie unsere Schritte immer mit Gegenschritten beantworten. Auf unsere Deklaration vom 13. April [2009] antworten sie mit einer großen Verhaftungswelle. Wir arbeiten eine Roadmap aus, die beschlagnahmen sie. Wir schicken Friedensgruppen, der Ministerpräsident sagt „Wir fangen von vorn an“ und tut das. Anschließend wird der Vorsitzende angegriffen und noch mehr Leute werden verhaftet. Politische und militärische Operationen werden ausgeweitet. Sie werden nicht nur auf die Türkei beschränkt, sondern auch auf das Ausland ausgeweitet.
 
Auf der anderen Seite ist die türkisch-irakische Grenze völlig mit Militäreinheiten überschwemmt worden.
Die Gegend soll zu einer Pufferzone gemacht werden und dann gleichzeitig auch zur Invasion der Medya-Verteidigungsgebiete dienen. Sie wollen auf internationaler Ebene einige Probleme lösen und eine Invasion im Süden machen. Der türkische Staat ist derjenige, der ganz offen keine Lösung will. Das muss gesehen werden.
 
YÖP: Einige AKP-nahe Medien behaupten, dass die letzten Gefechte zur Provokation der Diskussionen um die Verfassungsänderung dienen, ohne die angespannte Atmosphäre und die Operationen zu beachten. Wird dies bewusst gemacht?
 
Bayık: Das geschieht völlig bewusst. Es ist ein regelrechter psychologischer Krieg. Sie wollen alle Fakten verdrehen – darin sind sie sehr geschickt – und versuchen, die Gesellschaft zu betrügen. Wann immer die AKP in die Ecke gedrängt wird, versucht sie sich daraus zu befreien, indem sie das Opfer spielt. Sie wollen auf diese Weise die Schwierigkeiten überwinden, ihre eigene Regierung retten und daraus politischen bzw. wirtschaftlichen Profit schlagen. So binden sie einige Kreise an sich und waren damit auch schon sehr erfolgreich. Wer sich da entgegenstellt, wird beschuldigt, Wandel, Demokratie, Aufbruch und Freiheit abzulehnen. So wollen sie sich die Hindernisse aus dem Weg schaffen.
 
YÖP: Einige wenige liberale Kreise kritisieren die AKP wegen den „KCK-Operationen“ bzw. den Militäroperationen, die seien nicht logisch ...
 
Bayık: Jeder, der auf der Seite der Demokratie steht und an die Zukunft der Türkei denkt, sollte auf die Propaganda der AKP und deren Freunde achten und sich nicht zum Spielball machen lassen. Einerseits macht sie Verfassungsänderungen, auf der anderen Seite Operationen, in Wahrheit aber will sie große Militäroperationen.
 
Wenn dieses Genozid nicht gestoppt wird, dann werden nicht nur die Kurden verlieren. Dann werden in der Türkei auch die Demokratie, das Volk und die Zukunft verlieren. Heute ist die größte demokratische Kraft der Türkei die PKK. Die PKK leistet für die Demokratisierung der Türkei großen Widerstand.
 
YÖP: Es herrscht reger diplomatischer Verkehr. Soll so eine anti-kurdische Allianz geschmiedet werden?
 
Bayık: Die PKK leistet auch für die Völker aus dem Mittleren Osten diesen Widerstand, der einen wichtigen Punkt erreicht hat. Wenn dieser Widerstand der PKK nicht aufgehalten wird, dann wird er so einiges mit sich bringen. Wenn es nach denen geht, dann muss er sofort ausgeschaltet werden. Es soll eine neue Herrschaft über das kurdische Volk errichtet werden durch die Vernichtung der PKK. Das ist der wahre Grund für die diplomatischen Bemühungen. Einfach deshalb, weil die PKK die Verleugnungs- und Vernichtungspolitik der Gegenseite entlarvt und somit nutzlos gemacht hat. Darum fehlt dieser Politik die Legitimation, weswegen eine neue Politik ausgearbeitet wurde. Der türkische Staat wurde restauriert. Erheblicher Druck wurde auf die PKK ausgeübt, Tausende wurden verhaftet. Das reicht ihnen auch nicht, sodass sie alles Kurdische ausmerzen und damit die PKK vernichten wollen. Das ging jahrelang so. Im Süden wurden dazu einige Kräfte benutzt. All das hat ihnen nicht gereicht, sie suchen die PKK und die Guerilla vom eigenen Volk zu isolieren und zu vernichten. Wäre die PKK vom eigenen Volk isoliert, dann würde sie überhaupt keine Unterstützung mehr bekommen. Dann würde sie entweder übernommen oder vernichtet werden. Darauf ist der diplomatische Verkehr ausgerichtet, international und regional.
Wenn heute Gespräche stattfinden mit Deutschland, Frankreich, USA, Iran, Irak und PDK, dann nur deswegen.
Wenn die legale kurdische Politik in „Falken und Tauben“ gespalten werden soll, dann nur deswegen.
In unserer Bewegung will man einige haben, die keine Lösung wollen, Ergenekon nahe stehen, gemäßigt sind – dies alles dient diesem Ziel.
 
Für diese Politik wird Legitimität gesucht. Man will zu einem Ergebnis kommen, indem auf die PKK Druck ausgeübt und sie isoliert wird und sie nicht mehr Widerstand leisten können soll.
 
YÖP: Der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Mesûd Barzanî, wurde nach Ankara eingeladen. Worauf müssen Ihrer Meinung nach die südkurdischen Kräfte in ihren Beziehungen mit dem türkischen Staat achten?
 
Bayık: Schon in der früheren Verleugnungs- und Vernichtungstaktik sollte der Süden ausgenutzt werden und wurde er ausgenutzt. Während heute das entwickelt wird, was „kurdische Politik“ genannt wird, werden die südkurdischen Kräfte als Legitimation gebraucht. Wenn der Süden das nicht akzeptiert, nicht dahintersteht und nicht im kurdischen Volk durchsetzen kann, dann werden der türkische Staat und das kapitalistisch-modernistische System diese neue Politik unter den Kurden nicht verankern bzw. legitimieren können. Der Kontakt mit den südkurdischen Kräften wird heute nicht gesucht, weil man „befreundet“ ist, sondern weil ihnen die Vernichtung der PKK aufgezwungen werden soll. Denn ohne den Süden kann die PKK nicht vernichtet werden. Das wissen sie. Als Gegenleistung soll der Süden eine Reihe politischer und wirtschaftlicher Zugeständnisse erhalten und so zum Teil des Plans gemacht werden.
 
YÖP: Ist es nicht so, dass die Existenz von PDK und YNK gefährdet ist, wenn die PKK schwächer wird?
 
Bayık: Na klar. Die Regierung und die Parteien aus dem Süden und alle anderen sollten genau wissen: Wenn die PKK vernichtet wird, dann werden sie auch vernichtet. Man will gar nicht davon sprechen, welche Dimension das alles annehmen wird, wenn Südkurdistan zum Teil des Vernichtungskonzepts wird ... Das wäre eine große Schande. Sie könnten das nie wieder gutmachen. Ihre Errungenschaften bis zum heutigen Tage haben sie dank der PKK. Die Zukunft ist auch an die Situation der PKK gebunden. Wenn die kurdische Frage im Norden nicht gelöst wird, dann wird der Süden niemals bequem leben können. Das müssen sie wissen.
 
Das größte Bedürfnis der Kurden ist ein „nationaler Kongress“. Die nationale Einheit, die Idee müssen gestärkt und die nationalen Werte demokratisch ausgebaut werden. Gegeneinander Krieg zu führen, auf Seiten entweder der Kolonialmächte oder des kapitalistisch-modernistischen Systems, wird niemals eine freie Zukunft bedeuten.
 
YÖP: Die kurdischen Frauen haben eine Kampagne gegen die „Vergewaltigungskultur“ begonnen, außerdem auf einer nationalen Konferenz wichtige Beschlüsse gefasst. Was ist Ihre Meinung dazu?
 
Bayık: Gerade in einer solchen Phase passiert so etwas wie in Sêrt [Vergewaltigung von Kindern], eigens um eines der wichtigsten Projekte der Frauen nutzlos zu machen. Das sind Kampagnen, um das Kurdische zu diskreditieren, herabzuwürdigen. Das zeigt eigentlich, wie ausgefeilt die psychologische Kriegsführung in der Türkei ist. Viele sind sich dessen nicht einmal bewusst.
Man will den Leuten bedeuten: „Wenn Ihr Türken werdet, dann werdet Ihr zu Menschen, lebt wie Menschen und werdet auch so behandelt.“ Das kurdische Volk wird so unter Druck gesetzt. Mit Druck, Beleidigungen, Lynchjustiz, Festnahmen, Folter, Zwangsassimilation, Prostitution und Drogen will man es auslöschen. Das soll auch auf das Land selbst ausgeweitet werden, indem es unter Wasser gesetzt und von Menschen geleert werden soll. Die Türkisierung wird angestrebt.
 
– Die Türkei ist Expertin in Sachen Spezialkrieg. In der Vergangenheit gingen eine Menge „Morde unbekannter Täter“ auf ihr Konto, die eigentlich der Staat höchstselbst zu verantworten hat. Von 17.000 Morden ist die Rede. Er hat das auf die Hisbollah geschoben und von sich selbst abgelenkt. Sehr fachgerecht. Wir kennen den türkischen Staat nur zu gut.
 
– Dazu kommt eine Reihe von Banden, komplett vom Staat geschaffen und von einigen psychologisch Geschulten organisiert. Diese verbreiten Drogen, Prostitution, Diebstähle, Raubüberfälle etc. Sie werden als außerhalb des Wissens des Staates, der AKP, dargestellt, sind in Wahrheit aber alle vollständig vom Staat gebildet. Dafür haben wir Beweise. Die können wir bei Bedarf auch allen zur Verfügung stellen.
 
– Gegen das kurdische Volk wird eine „Politik des Aushungerns“ angewandt. Dadurch soll eine Bindung an den Staat geschaffen werden. Auf dieser Basis werden die Menschen dann entweder zu Agenten, Dorfschützern, Denunzianten, Dieben gemacht oder sie müssen auswandern, müssen sich selbst verkaufen, werden drogenabhängig. Alle Lebensperspektiven werden genommen. Auf der einen Seite macht der Staat das selbst, auf der anderen Seite bezichtigt er die Kurden dessen.
 
– Die Gesellschaft der Türkei wurde in die Irre geführt. Bei jeder Gelegenheit werden die Kurden, die PKK und/oder der Vorsitzende Apo beschuldigt. Die Kurden werden als Quelle allen Übels bezeichnet. Deswegen schiebt jeder beim kleinsten Anlass alles sofort auf die Kurden.
 
YÖP: Kann die Gesellschaft in der Türkei Ihrer Meinung nach den Krieg spüren? Ein Verwandter eines kürzlich gestorbenen Soldaten sagte: „Haben sie nun ein reines Gewissen? Mein Sohn ist während des Militärdienstes gestorben.“ Kann so etwas richtig gefühlt werden? Was wird jetzt passieren?
 
Bayık: Ich habe früher gesagt: Probleme, die mit der Waffe zu lösen sind, wurden gelöst. Das, was uns jetzt noch bevorsteht, sind Probleme, die auf politisch-demokratischem Wege gelöst werden müssen. Das läuft über den Dialog.
Der türkische Staat aber beharrt auf der militärischen Lösung, auf Krieg. Das ist auch ein Wunsch des kapitalistisch-modernistischen Systems.
 
Wir haben alles getan, um einen Krieg zu verhindern. Es gibt nun nichts mehr, was wir machen können. Wir haben mehrmals gesagt, dass der Dialog unser Wunsch ist. Wir haben uns jahrelang bekriegt. Das bedeutet also, dass mit Krieg das Problem nicht gelöst werden kann. Aber das kapitalistisch-modernistische System und der ihm verbundene türkische Staat, die AKP-Regierung und das Militär sagen Nein, das werden sie mit Krieg lösen. Sie wollen uns unbedingt vernichten, uns das Lebensrecht absprechen. Das Festhalten an diesem Krieg, das Ziel, die PKK zu vernichten, sind der Grund für die Gefechte. Diese gäbe es nicht, wenn der türkische Staat sagen würde: „Wir machen keine Operationen mehr. Krieg löst das nicht. Wir haben jahrelang Krieg geführt. Das Volk wurde strapaziert. Wir wollen dieses Problem endlich lösen.“ Weil sie ganz offen auf unsere Vernichtung fixiert sind, müssen wir uns verteidigen – das werden wir auch tun. Das müssen alle wissen. Wir werden unsere Existenz und unsere Würde schützen. Wir werden, um unsere Zukunft zu sichern, uns selbst verteidigen. Das ist unser natürlichstes Recht. Niemand sollte von uns erwarten zu akzeptieren, dass wir ausgelöscht werden sollen. Sie können dies als ihr eigenes Recht ansehen, aber wir haben ein Recht auf Widerstand. Das ist ein legitimes Recht. Es nicht zu nutzen würde bedeuten, unsere Menschenwürde zu verlieren. Das kann niemand von der PKK und den Kurden erwarten. Wenn heute irgendwo Gefechte stattfinden, dann sind der türkische Staat, die türkische Regierung, die AKP, das kapitalistische System und seine Vertreter dafür verantwortlich. Das muss von allen so begriffen werden. Wenn man nicht weiterhin Tote und Gefechte will, wenn das türkische Volk keinen Krieg haben will, dann muss es „Schluss“ dazu sagen.
 
Niemand kann den Kurden vorwerfen, dass sie ihre Würde, ihre Existenz und ihre freie Zukunft verteidigen. Das würde heißen, dass man die Menschheit anklagt, dass man mit Menschsein nichts mehr zu tun hat. Wenn die Bevölkerung der Türkei, die Vorreiter, die demokratischen Kräfte und jene, die die Türkei lieben, diesem Krieg Einhalt gebieten, dann wird die Türkei diesen Krieg nicht mehr vorantreiben können. Dann wird kein Blut fließen. Dann werden Geschwisterlichkeit und Frieden kommen. Geschwisterlichkeit, Frieden und gemeinsames Leben kommen über die natürlichsten Rechte des kurdischen Volkes.
 
Das kurdische Volk und die PKK haben ihre Aufgaben mehr als genügend erledigt. Wer das nicht getan hat, sind der Staat, die Regierung, die AKP.
In der PKK und im kurdischen Volk hat sich trotz allem niemals eine Feindschaft gegen das türkische Volk entwickelt. Heute wird sogar dauernd vom Frieden, von der Einheit und der Geschwisterlichkeit gesprochen. Jeder Kurde spricht davon. In der PKK, unter ihren Kadern und in der Bevölkerung, die die PKK hervorgebracht hat, werdet ihr niemals Feindseligkeit gegenüber dem türkischen Volk finden. Widerstand auf der Welt basierte bisher auf Feindschaft. Bei der PKK aber war das nicht der Fall und wird es auch nicht sein. Im Gegenteil, die PKK strebt das gemeinsame Leben an.
 
Das türkische Regime ist nicht so stark, wie es aussieht. Es geriert sich so, weil es ein Spezialkriegsregime ist. Aber in Wahrheit fällt es momentan Stück für Stück zusammen. Man versucht eine Restauration. Die demokratischen Kräfte müssen aufstehen!
 
Quelle: YÖP, 05.05.10, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 14. Mai 2010, 22:25
 Der Bürgermeister von Sur A. Demirbas wurde freigesprochen

Auf Grund eines Antrages seiner Anwälte wurde Abdullah Demirbas heute auf richterlichen Beschluss freigesprochen.
Nachdem er heute früh, das Krankenhaus  der Dicle -Universität nach eigenem Wunsch verlassen hat und ins Diyarbakir D Tip Gefängnis zurückgekehrt ist , haben mittags seine Anwälte einen Antrag, dem die ärztlichen Untersuchungsergebnisse beigefügt waren an den Strafrichter übergeben. Der zuständige Richter fasste den Freilassungsentschluss. Wenn der Freilassungsbeschluss das Gefängnis  erreicht, kann A. Demirbas heute das Gefängnis verlassen.
(ANF)

www.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=26298


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 17. Mai 2010, 16:51
(http://en.firatnews.com/photos/headline/demirbas.jpeg)
Der Bürgermeister des Bezirks Sur in Amed, Abdullah Demirbaş, wurde am Sonnabend, 15. Mai 2010 nach fast 5-monatiger Haft aus dem Gefängnis entlassen und kehrte heute, 17. Mai 2010, an seinen Arbeitsplatz zurück 

Er wurde am 24. Dezember 2009 verhaftet im Rahmen einer vom türkischen Justizwesen veranstalteten Operation gegen kurdische Politiker, knapp 2 Wochen nach dem Verbot der Patei für eine demokratische Gesellschaft (DTP) durch den türkischen Verfassungsgerichtshof. Wegen ernsthafter Gesundheitsprobleme wurde Abdullah Demirbaş jetzt freigelassen.

Im Rathaus wurde er von den Angestellten der Verwaltung mit Blumen begrüßt, die er an die anwesenden Pressevertreter weitergab und sich damit für deren Anstrengungen zu seiner Freilassung bedankte. Er betonte, dass er zwar aus Gesundheitsgründen freigelassen wurde, sein Herz aber schmerze, darum fordere er die Freilassung seiner FreundInnen: "Einige von ihnen sind schon seit fast 13 Monaten inhaftiert. Das kann ich nicht akzeptieren. Ich möchte, dass sie mit mir vereinigt werden".

In einem Gespräch mit Journalisten bedankte sich Demirbaş für die von ihnen erfahrene Unterstützung und bemerkte: "Vor meiner Wahl zum Bürgermeister von Sur war ich Lehrer für Philosophie. Das seltsamste Ereignis im Rahmen meiner Verhaftung war, dass der Polizist, welcher mir Handschellen anlegte, einer meiner früheren Schüler war. Mein Anwalt war auch einer meiner ehemaligen Schüler. So trafen viele Jahre später 2 Schüler auf ihren Lehrer."

________________________________________________________________________
Aus dem neuen englischsprachigen Dienst von ANF, deutsche Fassung erstellt von Amos


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 18. Mai 2010, 22:19
Zitat
MINEN IN DER TÜRKEI/KURDISTAN
 
Die Explosionen in Amed, Hakkari, Van, Şırnak, Siirt und zuletzt in Mardin verletzen am meisten die Kinder. Besonders zugenommen haben diese Ereignisse ab dem Jahr 2000. Geräumte Dörfer und Minenstreifen, wurden nicht geräumt und Blindgänger der türkischen Armee liegen in vielen Gegenden offen herum. Die durch Minen Verletzten werden ihrem Schicksal überlassen, sie erhalten keinerlei Rehabilitation. Die Türkei nimmt einen vorderen Platz auf der Liste der Minen verlegenden Länder ein. Wie viele Minen und wo genau sie verlegt wurden, ist nicht bekannt. Menschenrechtsorganisationen erklären, dass insbesondere in Hakkari, Mardin, Şırnak, Amed, Bingöl und Siirt, die meisten Minen und Sprengkörper offen herumliegen. Sie erklären, dass die meisten Sprengkörper aus Armeebeständen stammen.
 
IN 8 JAHREN STARBEN 285 MENSCHEN
Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2010 wurden bei Explosionen von Minen bzw. Sprengkörpern des türkischen Militärs, in Amed, Mardin, Bingöl, Hakkari, Van, Antep und Siirt 2 Kinder getötet und 19 Personen, darunter 13 Kinder, verletzt. Durch solche Explosionen starben in den letzten acht Jahren mindesten 285 Personen und 728 wurden verletzt. Dies sind nur die offiziellen Statistiken, wenn man die Dunkelziffer hinzunimmt, erhält man eine erschreckend höhere Zahl.
 
SPRENGKÖRPER STAMMEN AUS ARMEEBESTÄNDEN
Durch Untersuchungen, die Menschenrechtsorganisationen nach Explosionen anstellten, sind die Ursachen für die Operationen nicht explodierte Sprengkörper des Militärs.
 
DIE VERLEGTEN MINEN WERDEN NICHT GERÄUMT
In den 90er Jahren waren tausende Dörfer geräumt worden und viele dieser Dörfer wurden anschließend von Soldaten als Basen benutzt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Umgebung dieser Basen vermint und diese Minen blieben, wie auch Blindgänger, nach dem Abzug des Militärs zurück. Für die im Jahr 2000 zurückkehrenden Dorfbewohner_innen war die Situation vollkommen traumatisierend. Die Dörfer, die Äcker und Felder waren nicht geräumt worden und die Zurückkehrenden wurden wieder zum zweiten Mal Opfer durch die explodierenden Minen und Sprengkörper. (…) Die Minen werden nicht geräumt und die Verantwortung dafür wird zwischen Militär und Ministerien hin und hergeschoben.
 
921.080 MINEN VERGRABEN
Nach der am 1.März 2004 unterzeichneten Ottawa-Konvention hat die Türkei bis 2014 die Bestimmungen des Vertrages zu erfüllen. Die Minen müssen bis 2014 geräumt werden. Nach einem Bericht an der Türkei von 2004 hat die Türkei 2.973.481 Minen auf Lager, im Boden liegen 921.080 Minen in 15 Landkreisen. (…)
 
DIE OPFER WERDEN MIT IHREM SCHICKSAL ALLEINE GELASSEN
Nach der Ottawa-Konvention müssten die Staaten Rehabilitationszentren einrichten, ärztliche Hilfe angeboten und Berufsausbildungskurse organisiert werden. Es müsste dafür gesorgt werden, dass die Opfer wieder auf eigenen Füßen stehen können. Aber in der Türkei ist die Situation in keinster Weise so. Soldaten, die auf Minen treten, bekommen Rehabilitationen und Umschulungen, Zivilist_innen werden ihrem Schicksal überlassen. Wenn man die Zahl der Rehabilitationszentren betrachtet, dann wird dies offensichtlich. In der Türkei gibt es ein an den Generalstab angeschlossenes Behandlungszentrum und eines in der medizinischen Fakultät von Diyarbakır. Dieses Zentrum hat nur eine sehr geringe Kapazität und ist vollkommen unausreichend. Die Minenopfer werden in den staatlichen Krankenhäusern unzureichend behandelt. Spezialist_innen, die den Menschen spezielle Prothesen anfertigen können, oder ihnen helfen könnten ihre Traumata zu überwinden, fehlen dort.
 
Quelle: YUKSEKOVAGUNCEL, 24.04.2010, ISKU
 
 
Die Grenzregion von Hakkari wird unbewohnbar gemacht
 
Die Bewohner_innen der Dörfer an der türkisch iranischen Grenze in der Provinz Hakkari erklärten, dass wenn die Repression so weitergehe, sie ihre erneut ihre Orte verlassen würden.
 
SAMİ YILMAZ/DİHA/HAKKARİ
 
Die Menschen, die an der Grenze zum Iran leben, sind aufgrund des Artilleriebombardements derartig eingeschränkt, dass sie ihre Häuser nicht mehr verlassen können. Sie erklärte, dass eine neue Migrationswelle beginnen werde, wenn die Repression nicht endlich aufhöre:
„Wir leben in einem offenen Gefängnis und fürchten massakriert zu werden.“
Die Blockade der Dörfer, Soğuksu (Tisi), Mikser (Miğse), Güvenli (Helanki), Erdemli (Meleya), Çatalca (Dıman) im Landkreis Şemdinli, durch das türkische, iranische Militär und Dorfschützer, stürzt das Leben dort ins Chaos. 3000 dort stationierte iranische Dorfschützer und tausende iranische und türkische Soldaten halten die Grenze besetzt. Beide Seiten schießen andauernd mit Artillerie. Im ganzen Gebiet werden Minen verlegt, und insbesondere im Şehidan wird so oft bombardiert, dass sich die Dorfbewohner_innen nicht mehr aus den Häusern trauen können. Die Dörfer waren in den 90er Jahren geräumt worden und die Bewohner_innen kehrten um 2000 zurück. Sie erklärten, wenn es so weiter geht, müssten sie erneut fliehen. Die Dorfschützer überfallen und durchsuchen häufig die Dörfer und die Dofbewohner_innen werden sowohl vom türkischen als auch vom iranischen Militär erpresst Dorfschützer zu werden. Die Berge sind nicht mehr zu betreten, denn sie sind vermint.
Hurşıt Tekin, von der Stadtverwaltung von Şemdinli erklärte: „Schauen sie, an diesem Dorf in dem wir uns im Moment befinden, liegt die Grenze. Hier sind andauernd die Explosionen der Artillerie zu hören. Seit etwa 30 Jahren sterben hier Menschen in den Bergen wegen der Operationen. Früher spazierten die Menschen durch die Berge, jetzt ist alles voller Minen. Früher kamen die Menschen her, um zu picknicken oder spazieren zu gehen, jetzt leben sie in Angst vor dem Tod. Die Tierhaltung hat quasi aufgehört. Diese Repressionen gegen uns müssen endlich aufhören:“
Der Dorfbewohner İdris Çelik erklärte folgendes: „Ich wohne im Moment an der Grenze im Dorf Soğuksu. Unser Dorf war 1995 aus Sicherheitsgründen von Soldaten geräumt worden. In Friedenszeit nach 2000 kehrten wir in unser Dorf zurück. Aber nun stehen wir den gleichen Praxen wie in den 90er Jahren gegenüber. Jetzt sind uns wieder alle Weiden und Almen verboten. Der Handel über die Grenze ist gestoppt worden, und wir können nicht einmal mehr unsere Häuser verlassen. Wenn es so weiter geht, werden wir unser Dorf erneut verlassen.“
Şirzat Ekinci erklärte: „Bis jetzt sind zwei Dorfbewohner_innen hier durch Minenexplosionen ums Leben gekommen. Weil unser Gebiet an der Grenze liegt, ist es vollständig vermint. Wir können unsere Häuser nicht mehr verlassen. Als ob die Minen nicht reichen würden, ist hier alles voller Soldaten. Unsere Tiere können nur in den Dörfern weiden. In einem Monat werden die Tiere verhungern. Die 90er Jahre sind zurückgekehrt. Insbesondere die Grenzregionen werden unter schweres Bombardement genommen. Wegen des Lärms können wir nicht mehr in unseren Häusern wohnen. Manchmal fallen die Bomben direkt neben unser Dorf. Wir leben jeden Moment in Todesangst. Diese Repression und Unterdrückung muss endlich enden.“
 
Quelle: DIHA, 07.05.2010, ISKU
 
 
 
ANF nun auch in englischer Sprache
 
Die kurdische Nachrichtenagentur Firat(ANF), die 2005 mit ihren Publikationen begann, publiziert demnächst auch auf Englisch. ANF-Mitarbeiter, die bei ihrer eigenen Agentur ein Statement abgaben, erklärten:
"Die ANF, die 2005 mit ihren Publikationen auf Türkisch begann, wird demnächst ihre Publikationen in drei Sprachen veröffentlichen.“
 
Nach dem Kurdisch-Service wird die ANF ab dem 17. Mai auch mit einem Englisch-Service beginnen. ANF, die, trotz der begrenzten Möglichkeiten, im Jahre 2005 mit Türkisch begann, erweiterte dies am 5. April 2010 mit der kurdischen Sprache zu einer doppelsprachigen Agentur. Die kurdischsprachige Agentur war schon viel früher geplant, nur haben die Möglichkeiten dies nicht ergeben.
 
Die Agentur hat, trotz der wenigen aktiven Mitarbeiter, dem kleinen Budget und den schweren Umständen, nach fünf Jahren nun auch eine englischsprachige Redaktion. Wir freuen uns darüber, dass unserer Artikel auf verschiedenen Sprachen in viele Kreise gelangen.
 
http://www.firatnews.com/



Zitat
Türkei, Nordkurdistan: Die Aktionen gegen die Operationen beginnen
 
Um ein Ende der Operationen auch praktisch einzufordern, haben sich Künstler_innen, Politiker_innen, Prominente und sonstige Akivist_innen entschlossen, in den nächsten Tagen Demonstrationen in die Kriegsgebiete in Nordkurdistan durchzuführen. Die Kampagne begann mit einer Demonstration Zehntausender in Diyarbakır. Am 16.05. sollten die „Lebenden Schutzschilde“ zunächst in das Operationsgebiet bei Lice vordringen. Das Militär verhinderte die Aktion jedoch mit einem Großaufgebot.
 
AMED: ZEHNTAUSENDE DEMONSTRIEREN FÜR FRIEDEN
Am 15.05. demonstrierten mehrere zehntausend Menschen in Amed/Diyarbakır für ein Ende der Operationen. Diese Demonstration diente als Auftakt für die Kampagne „Lebende Schutzschilde.“ Sie richtete sich ebenfalls gegen die Hinrichtungen im Iran. Der BDP-Abgeordnete aus Siirt, Osman Özçelik, erklärte auf der Demonstration: „Panzer, Hubschrauber und Flugzeuge bombardieren Kurdistan. Wir werden dies stoppen. Wir wollen keine Brüderlichkeit, wir wollen Gleichheit. Wir kennen seid der osmanischen Zeit Eure Brüderlichkeit. Ihr habt eure Brüder umgebracht, ins Exil geschickt, in die Gefängnisse geworfen. Diese Brüderlichkeit wollen wir nicht.“
 
ISTANBUL: HUNDERTE TEILNEHMER_INNEN AUF UNTERSTÜTZUNGSAKTION
Um die Aktion der „Lebenden Schutzschilde“ zu unterstützen, haben sich Hunderte Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen, Aktivist_innen und Angehörige der BDP auf dem Taksim zu einem Sitzstreik versammelt. Sie trugen Parolen für den Frieden und für Abdullah Öcalan.
 
„SCHUTZSCHILDE“ BEI LICE GESTOPPT
Die Aktion der „Lebenden Schutzschilde“ wurde verboten und die Busse mit den Aktivist_innen der verschiedenen kurdischen und türkischen Organisationen und Gewerkschaften zwei Kilometer vor Lice von Soldaten gestoppt. Der Gouverneur sperrte schließlich die ganze Straße, wegen eines angeblichen Sprengstofffundes und ein großer Stau bildete sich. Als das Militär normale Reisende durchlassen wollte, weigerten sich diese und solidarisierten sich mit den „lebenden Schutzschilden.“ Zusammen warteten sie mehrere Stunden. Nachdem auch nach langem Warten keine Erlaubnis da war, wurde die Aktion mit einer Kundgebung beendet.
Der Covorsitzende der BDP, Selahattin Demirtaş, erklärte dazu: „Wir wollen nicht, dass diese jungen Soldaten die uns behindern oder Guerillas in den Bergen sterben. Deswegen sind wir hier. Unsere Aktionen sind hiermit nicht beendet, nächste Woche sind wir in Şırnak. Die Woche danach werden wir in Şemdinli sein. Wo Blut fließt, werden wir sein, um es zu stoppen. Heute sind wir als Vertreter_innen hier. Morgen werden wir Zehntausende auf den Plätzen und in den Bergen sein. “
 
Quelle: ANF, 15.05.2010, ISKU
 
 
 
Türkei, Iran, Irak: Grenze soll durch 134 neue Militärbasen geschlossen werden!
 
ANKARA – In einer schriftlichen Erklärung des türkischen Generalstabs soll an der Grenze der Türkei zu Ost- (Iran) und Südkurdistan (Irak) eine neue 459 km lange Straße gebaut und 134 neue Armeestützpunkte errichtet werden. An der Grenze nach Ostkurdistan bei Şemdinli und Başkale haben Hunderte von Arbeiter und Dutzende Bulldozer begonnen, eine Mauer zu errichten. Weiterhin bauen sich viele tausend Soldaten an der Grenze auf. Aufklärungseinheiten mit modernster Technik werden stationiert. Die Bauarbeiten werden von Soldaten und Dorfschützern überwacht. In den Baklya-, Govend- und Çarçela-Bergen finden ohne Pause Operationen statt. Große Mengen militärisches Material, Panzer und Jammer werden pausenlos in die Region transportiert.
 
Quelle: ANF, 14.05.2010, ISKU
 
 
 
Erneut faschistische Angriffe auf kurdisch Studierende
 
Die Welle von Angriffen auf kurdische Studierende reißt nicht ab. Nachdem Faschisten und Polizist_innen kurdische Sturdierende in Muğla drangsalierten, kam es hier nun zu einem erneuten Angriff. Auch in Izmir und Eskişehir kam es in den letzten Tagen zu entsprechenden Angriffen. In Ankara griffen vermummte Faschisten kurdische Studierende an. Der Menschenrechtsverein IHD erklärte in Orten wie Muğla gibt es keine Sicherheit für die Unversehrtheit kurdischer Studierender mehr.
 
MUĞLA: LYNCHANGRIFF AUF LINKE KURDISCHE STUDIERENDE
Nachdem die Opfer von Angriffen türkischer Faschisten vorgestern in Haft genommen wurden, wurden heute 42 von ihnen freigelassen. Die Freigelassenen wurden erneut angegriffen, wobei ein kurdischer Studierender schwer verletzt wurde. Der Student Izzet F., wurde von Faschisten auf dem Nachhauseweg abgefangen und zusammengeschlagen. Er befindet sich im Moment im Krankenhaus. Die Polizei ignorierte die mehrfach mit türkischen Fahnen am Krankenhaus vorbeifahrenden und erneut drohenden Faschisten.
 
ANKARA: MASKIERTE FASCHISTEN GREIFEN LINKE STRUDIERENDE AN
Eine Gruppe maskierter Faschisten griff am 14.05. in Ankara linke Studierende u.a. mit Dönermessern an. Eine Frau wurde durch die Messer u.a. an der Schulter verletzt.
 
Quelle: ANF, 14.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 20. Mai 2010, 00:04
Zitat
Lebende Schutzschilde wurden mit Panzern in Şirnex gestoppt

ŞIRNEX - Um die Operationen in Şirnex (Şırnak) zu stoppen, sind Hunderte Menschen als sogenannte Lebende Schutzschilde in die Kriegsregionen gefahren. Mit Panzern versperrte das Militär der Menge den Weg zu den Zufahrtsstraßen. Daraufhin wurde ein Sitzstreik durchgeführt.
Die Straße bei den Kohlenzeche von Şirnex wurde von Soldaten mit Barrikaden und aufgereihten Panzern versperrten haben, so dass die Menschenmenge nicht weiterkam. Parolen rufend haben die Lebenden Schutzschilde einen Sitzstreik begonnen.

Quelle: ANF, 19.05.2010, ISKU




HPG: 4 Soldaten und 1 Guerilla bei Gefecht in Tetvan gestorben

BEHDİNAN - Bei einem Gefecht am 17. Mai nahe des Dorfes Onax im Landkreis Tetvan (Tatvan) der Provinz Bedlis (Bitlis) sind 4 türkische Soldaten und ein Mitglied der HPG-Guerilla getötet worden.
Laut einer Erklärung der HPG-Pressekontaktstelle kam es im Zuge der Operationen, die das türkische Militär seit einiger Zeit im Landkreis Tetvan durchgeführt hat, zu Gefechten.

Bombardierungen in Zağros und Zap dauern an
Nach einer Erklärung der HPG wurden Bombardierungen auf die Regionen Zap und Zağros durchgeführt. Laut der Erklärung wurden am 17. Mai zwischen 13.00 und 15.00 die Dörfer Bêdevê und Erdevê, am 18. Mai zwischen 17.00 und 18.00 Uhr das Gebiet Gewriya Ertîş von der türkischen Armee mit Mörser-und Granatgeschossen beschossen. Auch die Şehit Zeki, Şehit Neval und die Çeko-Anhöhen wurden am 17. und 18. Mai in den Mittagsstunden bombardiert. Ob es Tote gab ist nicht bekannt.

Quelle: ANF, 19.05.2010, ISKU



Israelische Soldaten an der kurdischen Grenze

ŞIRNEX- Eine 5-köpfige israelische Delegation, an der auch Soldaten beteiligt waren, hat auf die Einladung der Türkei hin zwischen dem 12. und 17. Mai eine Untersuchung in Şirnex (Şırnak) und Colemêrg (Hakkari) an der südkurdischen Grenze durchgeführt. Gemeldet wurde auch, dass die Delegation an der Grenze, an der es häufig zu militärischen Bewegungen kommt, bezüglich der neu gebauten Militärstationen Informationen sammelt.

Gemeinsam mit Soldaten der türkischen Armee hat die israelische Delegation ,bestehend aus einem Ingenieur, zwei Soldaten und zwei Zivilisten, Militärstationen an den Grenzlinien von Şemzînan (Şemdinli), Çelê (Çukurca), Qilaban (Uludere), Elkê (Beytüşşebap), Gever (Yüksekova) besucht und Informationen über die sich im Bau befindlichen neuen Militärstationen an der südkurdischen Grenze eingeholt.
Die Delegation war in der Militärkaserne von Şirnex untergebracht und ihnen wurde ein Hubschrauber des Typs Sikorky zur Verfügung gestellt, mit dem sie am letzten Tag vor ihrer Abreise aus Şirnex die Grenzlinie aus der Luft begutachteten.
Laut Informationen, die an die Firatnachrichtenagentur weitergeleitet wurden, hat die Delegation an der südkurdischen Grenze Messungen durchgeführt, diese auf Landkarten verzeichnet und auch den türkischen Soldaten ausgehändigt.

Nach einer am 28. April von Firatnews veröffentlichten Nachricht wurde in der 250 Kilometer großen Grenzregion in den Landkreisen Çelê, Gever und Şemzînan der Provinz Colemêrg zusätzlich zu den bestehenden Militär- und Lazarettstationen neue gebaut. Es wird vermutet, dass entlang der Grenze eine Pufferzone eingerichtet werden soll.

In den genannten Landkreisen, die einen Zugang zu dem immer stark umkämpften Zap-Tal bilden, sind die Militärstationen und Bataillone an den Grenzposten in den letzten Tagen verstärkt worden.

Quelle: ANF, 19.05.2010, ISKU



Erneut Polizeiterror in Colemêrg:
Angriff auf Demonstration gegen Vergewaltigung, vier schwer verletzte Kinder in 48 Stunden



Die Kampagne der BDP mit dem Namen “Lasst uns eine demokratische und freie Gesellschaft aufbauen, Schluss mit der Vergewaltigungskultur”, die mit einer großen Auftaktdemonstration am Samstag den 15. Mai in Colemêrg (Hakkari) begann, wurde gegen Ende von der Polizei angegriffen. Dabei kam es zu mehreren Festnahmen sowie zu vier schwer verletzten Kinder durch Schüsse aus scharfen Waffen, bzw. Plastikpatronen.
Die Kampagne kritisiert einerseits die patriarchalen und feudalen gesellschaftlichen Verhältnisse, greift aber andererseits ebenfalls den jahrelangen systematischen Missbrauch kurdischer Kinder an einer Schule in Sêrt (Siirt) durch Soldaten, Schulfunktionäre und Angehörige der türkischen Regierungspartei AKP auf.
Viele Tausend Frauen waren mit Fahnen, Transparenten und Parolen durch die Kleinstadt gezogen. Es demonstrierten junge und alte Frauen, in traditioneller und moderner Kleidung. Am Ende der Demonstration wurde eine Figur, die den iranischen Ministerpräsidenten Ahmadinedschad darstellen sollte, aus Protest gegen die Hinrichtungen im Iran verbrannt. An diesem Punkt griff die Polizei mit Gasgranaten, Plastikpatronen, Wasserwerfern und scharfen Schüssen an. Die Kämpfe weiteten sich auf das ganze Stadtgebiet von Colemêrg aus.


VIER KINDER SCHWER VERLETZT
Innerhalb von 48 Stunden nach der Demonstration wurden 4 Kinder durch die Polizei schwer verletzt. Der 8-jährige Cafer Erik verlor bei den Polizeiangriffen auf die Demonstration und Anwohner_innen, durch eine Plastikpatrone das rechte Auge.
Weiterhin wurde ein 14-Jähriger durch einen Schuss aus einer scharfen Polizeiwaffe schwer verletzt. Die Polizei hatte eine Hochzeitsgesellschaft angegriffen, nachdem dort Parolen gerufen worden waren und verletzten den 14-jährigen Remzi Duman durch einen Bauchschuss schwer.
Außerdem wurde ebenfalls am 16.05. in Colemêrg der 5-jährige Aziz Ayaz, der Ball spielte, von einem Panzerwagen angefahren und bei Gever (Yüksekova) ein 12-Jähriger von Sicherheitskräften auf die gleiche Weise lebensgefährlich verletzt.
Dass Stadtratsmitglied Nusret Kurt erklärte dazu: „In der letzten Zeit üben insbesondere die Sicherheitskräfte bei ihren Einsätzen exzessive Gewalt gegenüber Kindern aus. Wir sind sehr ärgerlich über diese Situation.“


http://www.hakkarihabertv.com//haber/yaralanan_cocuk_vana_sevk_edildi.asp


Quellen: ANF, YÜKSEKOVAHABER, 19.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 20. Mai 2010, 01:10
Zitat
ŞIRNEX - Um die Operationen in Şirnex (Şırnak) zu stoppen, sind Hunderte Menschen als sogenannte Lebende Schutzschilde in die Kriegsregionen gefahren. Mit Panzern versperrte das Militär der Menge den Weg zu den Zufahrtsstraßen. Daraufhin wurde ein Sitzstreik durchgeführt.
Die Straße bei den Kohlenzeche von Şirnex wurde von Soldaten mit Barrikaden und aufgereihten Panzern versperrten haben, so dass die Menschenmenge nicht weiterkam. Parolen rufend haben die Lebenden Schutzschilde einen Sitzstreik begonnen. - Um die Operationen in Şirnex (Şırnak) zu stoppen, sind Hunderte Menschen als sogenannte Lebende Schutzschilde in die Kriegsregionen gefahren. Mit Panzern versperrte das Militär der Menge den Weg zu den Zufahrtsstraßen. Daraufhin wurde ein Sitzstreik durchgeführt.
Die Straße bei den Kohlenzeche von Şirnex wurde von Soldaten mit Barrikaden und aufgereihten Panzern versperrten haben, so dass die Menschenmenge nicht weiterkam. Parolen rufend haben die Lebenden Schutzschilde einen Sitzstreik begonnen.

"radikal" hatte dazu in der Ausgabe von Mittwoch eindrucksvolle Fotos: (http://i.radikal.com.tr/644x385/2010/05/19/fft5_mf438573.Jpeg)
(http://i.radikal.com.tr/RY12li510x340/2010/05/19/fft28_mf438582.Jpeg)
Ich kann mir nicht helfen: ich finde die Bilder der Frauen von Şêrnêx respektheischend, die Panzer sind daneben doch nur noch lächerlich. Aber immerhin hat der Soldat sein Gewehr auf dem Rücken und nicht im Anschlag.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 24. Mai 2010, 13:29
Zitat
Vergeltungsschlag der HRK: 5 iranische Soldaten getötet

MERİWAN - Bei einer Aktion der PJAK-Guerilla in der ostkurdischen Region Soma wurden 5 iranische Revolutionswächter getötet. Am Tag zuvor wurden in der gleichen Region 5 iranische Pasdar (Soldaten der Revolutionsgarde) getötet.

Laut einer Erklärung der PJAK wurden bei einer Guerillaaktion gegen iranische Soldaten in Dizli und in dem Dorf Zelke, nahe der Kleinstadt Merivan in der Region Soma, 5 Revolutionswächter getötet.
Mit dieser letzten Aktion sind in den letzten 48 Stunden in der Soma Region 10 iranische Streitkräfte zu Tode gekommen.
Nach der Hinrichtung 5 kurdischer politischer Gefangener am 9. Mai und dem Komplott gegen Guerilla, das eine Vergiftung von 5 Guerillas zur Folge hatte, hat die HRK angekündigt, eine harte Linie gegen den iranischen Staat zu fahren.

Quelle: ANF, 20.05.2010, ISKU



Der Anwalt Kemangers: Mein Mandant war unschuldig


SİNE - Xelil Berhramiyan, Anwalt des am 9. Mai im Iran hingerichteten kurdischen Lehrers Ferzad Kemanger äußerte, dass sein Mandant unschuldig gewesen sei. Der Anwalt von Hebibulla Letifi sagte, das nun die Hinrichtung seines Mandanten auf die Tagesordnung gebracht worden sei.

Am 9. Mai wurden im Teheraner Evin Gefängnis die kurdischen Lehrer Ferzad Kemanger, Eli Heyderiyan und Ferhad Wekili, die kurdische Frauenaktivistin Şirin Elem Hulu und Mehdi Eslamiyan von der monarchistischen Organisation Tondar hingerichtet. Der Anwalt der 5 politischen Gefangenen Xelil Behramiyan veröffentlichte in einer Erklärung auf der Website Cers, dass Kemanger keinerlei Schuld treffe und er unschuldig hingerichtet worden sei.

Sollte es, so Behramiyan, im offiziellen Staatsfernsehen eine Sendung zu dem Thema geben und sollte dabei erfahrene Richter und Anwälte teilnehmen, dann würde klar werden, dass Ferzad unschuldig gewesen sei. Behrimiyan, der bestätigte der Anwalt aller 5 hingerichteten politischen Gefangenen gewesen zu sein, äußerte außerdem, dass die Mandant_innen über ihre Hinrichtungen in keinster Weise informiert gewesen seien.

Die Hinrichtung Letifis auf der Tagesordnung

Außerdem wurde bekannt gegeben, dass eine Kommission bestehend aus dem Innenministerium und Geheimdienst in der ostkurdischen Stadt Sine zusammenkamen, und die Hinrichtung des kurdischen Studenten Hebibulla Letifi, der ebenfalls zum Tode verurteilt ist, für den 17. Juni ansetzten. Von Letifis Anwalt, Salih Nikbext, wurde bestätigt, dass die Hinrichtung Letifis auf die Tagesordnung gesetzt wurde, ein genauer Termin stünde jedoch noch nicht fest.

Der 26-jährige kurdische Student Hebibullah Letifi befindet sich im Gefängnis von Sine und ist akut von Hinrichtung bedroht. Er wurde 2007 in Sine mit dem Vorwurf verhaftet, die PJAK unterstützt zu haben. Am 12. August 2008 wurde er vor dem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Im Oktober 2009 wurde Letifi in eine Einzelzelle verlegt.

Im Iran sind momentan 18 kurdische Gefangenen, davon 8 unter dem Vorwurf der PJAK-Mitgliedschaft, zum Tode verurteilt. Von den Gefangenen Zeynep Celaliyan, Eziz Mimhemedzade, Husen Xizri und Qadir Mihemedzade gibt es seit Wochen weder Informationen über ihren Aufenthaltsort, noch ein Lebenszeichen.

Quelle: ANF, 20.05.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 25. Mai 2010, 11:01
Serzan Kurt wurde gestern in Batman beigesetzt

Der kurdische Student Serzan Kurt (21), der bei einem rassistischen Überfall in Mugla schwer verletzt wurde und im Krankenhaus kurz danach verstorben ist, wurde gestern in Batman beigesetzt. An der Trauerfeier nahmen zehntausende Menschen teil. Die Mutter von Serzan Kurt sagte bei der Beisetzung, dass sie ihren Sohn töteten, weil sie sich vor seinem Namen fürchteten und sie wünscht sich nur eins, dass viele Neugeborene den Namen  Serzan erhalten werden, dass es tausende, hunderttausende Serzan`s gibt, sollen sie sich weiter fürchten.

yüksekovahaber

http://www.yuksekovahaber.com/haber/serzani-onbinler-ugurladi-31260.htm


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 27. Mai 2010, 19:03
Zitat
Türkei gewinnt mehr Einfluss bei der UN

Während die Türkei vorübergehendes Mitglied im Weltsicherheitsrat ist, wirkt sie an drei UN-Projekten führend mit. Sie hat die Präsidentschaft im Nord Korea Sanktionskomitee und des Komitees zur Bekämpfung des Terrorismus inne und ist zugleich "leading country" der Afghanistan-Mission. (CH, 19.5., ISKU)


Solidarität mit Tekel-Arbeitern

Ankara. Unter der Losung »Die Tekel-Arbeiter sind nicht alleine!« zeigten Hunderttausende Arbeiter am Mittwoch in der Türkei ihre Solidarität mit den Angestellten des staatlichen Tabakmonopols Tekel. Seit Dezember wehren sich Tausende Tekel-Angestellte gegen ihre privatisierungsbedingte Kündigung oder Überführung in den rechtlosen Leiharbeitsstatus 4/C.

Obwohl im Februar sechs Gewerkschaftsföderationen einen Generalstreik für den 26. Mai zur Unterstützung der Tekel-Arbeiter vereinbart hatten, rief der größte Gewerkschaftsdachverband Türk-Is lediglich zu einer einstündigen Arbeitsniederlegung auf. Gegen diese Entscheidung protestierten Tekel-Arbeiter seit Montag landesweit mit der Besetzung von Türk-Is-Büros. Nur die linke Gewerkschaftsföderation des öffentlichen Dienstes KESK sowie klassenkämpferische Teile von Türk-Is führten ganztägige Streiks durch.

In Bergwerken wurde die Arbeit für mehrere Stunden ausgesetzt, um 30 Bergleuten zu gedenken, die vor wenigen Tagen bei einer Gasexplosion in Zonguldak ums Leben kamen. (jW, 27.5., ISKU)


USA eröffnet Konsulat in Region Kurdistan

Der US-Kongress hat im Repräsentantenhauses in der US-Hauptstadt Washington die Entscheidung Nr. 873 getroffen, in der Hauptstadt der nordirakischen Region Kurdistan, Erbil, ein Konsulat zu eröffnen.

Laut der offiziellen Website der Kurdischen Regionalregierung hat der US-Kongress die Entscheidung getroffen, nachdem sich auch die Regionalregierung acht Monate lang um diese Vertretung bemüht hatte.

„Diese Entscheidung wird die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern stärken“, hieß es auf der Website der Regionalregierung. Verbesserungen würden im Bereich der Politik und Wirtschaft, aber auch im Tourismus und bei Investitionen erwartet. (AK, 21.5., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 03. Jun 2010, 23:29
Zitat
Sêrt: 60 Jugendliche festgenommen
In Sêrt wurden 60 Jugendliche, die an einer Demonstration unter dem Motto :"Stoppt die Eskalation des kulturellen Völkermordes, Prostitution, Drogenhandel und Agententum!" teilnehmen wollten, festgenommen.
Die Demonstration wurde von der revolutionären patriotischen Jugend (Devrimci Yurtsever Gençlik, DYG) organisiert und sollte vom Viehmarkt bis zur BDP-Landkreiszentrale laufen. TeilnehmerInnen wurden auf dem Weg zur Demonstration von der Polizei gestoppt und ohne jeden Grund festgenommen und in Kleingruppen zur Sicherheitsdirektion in Sêrt abtransportiert.
            (ANF, 30.5., ISKU)


 
Diskussion über Beziehung von Roj TV und PKK in Dänemark
Die dänische Tageszeitung BerlinskeTidende berichtet über Verbindungen zwischen dem kurdischen Fernsehsender Roj TV und der PKK, die der dänischen Polizei seit einem Jahr bekannt sein sollen. Der Bericht wird mit Fotos belegt. Die dänischen Sozialdemokraten fordern den Rücktritt des Justizministers. Die Türkei fordert seit Jahren die Schließung des Senders. Dies wurde von der dänischen Regierung bisher mit Hinweis auf fehlende Beweise über die Beziehungen zur PKK zurückgewiesen.
            (NTV, 27.5., ISKU)
 


Kampagne für Kinder in Haft
Die CHAK (The Centre of Halabja against Anfalazation and Genocide of Kurds) hat eine Kampagne zur Freilassung inhaftierter Kinder in Nordwestkurdistan begonnen.
Auf ihrer Versammlung am 30. Mai, an der sich Mitglieder aus 12 Ländern beteiligten, beschloss die CHAK mit der Kampagne zu beginnen. Der zweite Vorsitzende Gabar Ciyan gab zunächst einen Bericht über die Lage der Kinder in den Gefängnissen ab. Er wies darauf hin, dass auch die Türkei, wenn sie der EU betreten wolle, das internationale Abkommen über Rechte von Kindern unterschreiben müsse. Der erste Vorsitzende Goran Halabcayî erklärte, man werde mit der Kampagne überwiegend an die europäische Öffentlichkeit gehen.
Nach Informationen der BBC sind mehr als 350 Kinder in der Türkei aufgrund des „Anti-Terror“ Gesetzes inhaftiert
            institutakurdi.com
 


Solidarität mit Tekel-Arbeitern
Unter der Losung »Die Tekel-Arbeiter sind nicht alleine!« zeigten Hunderttausende Arbeiter am Mittwoch in der Türkei ihre Solidarität mit den Angestellten des staatlichen Tabakmonopols Tekel. Seit Dezember wehren sich Tausende Tekel-Angestellte gegen ihre privatisierungsbedingte Kündigung oder Überführung in den rechtlosen Leiharbeitsstatus 4/C.
Obwohl im Februar sechs Gewerkschaftsföderationen einen Generalstreik für den 26. Mai zur Unterstützung der Tekel-Arbeiter vereinbart hatten, rief der größte Gewerkschaftsdachverband Türk-Is lediglich zu einer einstündigen Arbeitsniederlegung auf. Gegen diese Entscheidung protestierten Tekel-Arbeiter seit Montag landesweit mit der Besetzung von Türk-Is-Büros. Nur die linke Gewerkschaftsföderation des öffentlichen Dienstes KESK sowie klassenkämpferische Teile von Türk-Is führten ganztägige Streiks durch.
In Bergwerken wurde die Arbeit für mehrere Stunden ausgesetzt, um 30 Bergleuten zu gedenken, die vor wenigen Tagen bei einer Gasexplosion in Zonguldak ums Leben kamen.
            (jW, 25.5., ISKU)
 
Quellen:
 
ANF     Fırat
            Nachrichtenagentur
jW        junge Welt
 


4. Kurdische Filmtage Hamburg | Rojên filmên kurdî
10.–16.6.2010
Die 4. Kurdischen Filmtage Hamburg sind den kurdischen Regisseuren Yilmaz Güney, Halil Uysal und der Autorin und Jornalistin Evrim Alatas gewidmet.
Nûjiyan Frauenzentrum e.V.
YXK, Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. 3. Generation
In Kooperation mit dem Kino 3001
Programm unter:
http://kurdischefilmtagehamburg.blogspot.com/


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 10. Jun 2010, 23:41
Zitat
Familie zweifelt an Selbstmord ihres Sohnes beim Militär

Emrah Demirel soll sich in seiner Einheit in Kiziltepe das Leben genommen haben, obwohl er nur noch 40 Tage bis zu seiner Entlassung hatte. Der Onkel Nusret Demirel zweifelt an dem Selbstmord, weil der Familie im Anschluss widersprüchliche Gründe genannt wurden. Seinen in Istanbul lebenden älteren Brüder sei sowohl "Selbstmord" als "Erschießung durch einen Soldaten" als Grund des Todes genannt worden.
Der Onkel Seyithan Alican war zugegen, als die Vorgesetzten von Emrah Demirel die Verwandten in Istanbul besuchten und gab an, dass auf ihren Einspruch gegen Selbstmord – da Emrah Demirel so etwas nicht tun würde – einer der Offiziere von einem Soldaten aus Wan gesprochen habe, der ihn wohl in den Unterleib geschossen habe. Außerdem habe sein Neffe fünf Stunden vor dem Tod mit seiner Schwägerin gesprochen und er habe gesagt, dass es ihm gut gehe und er in 40 Tagen bei ihnen sei.
Am 8. Juni 2010 hielt die Plattform "Verweigerung aus Gewissensgründen für den Frieden" eine Pressekonferenz in den Räumen des Zweigstelle Istanbul des Menschenrechtsvereins (IHD) ab. Ihr Sprecher Ercan Aktaş gab an, dass sie per elektronischer Post ständig auf die unmenschliche Behandlungen von kurdischen Jugendlichen im Militär aufmerksam gemacht würden. Er las aus einem dieser Briefe vor. Unter Hinweis auf den Tod von Emrah Demirel sagte Aktaş, dass diese Vorfälle in den letzten 6 Monaten zugenommen hätten.
            (Gündem, dtf, 7./8.6., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 19. Jun 2010, 21:32
Zitat
Anklageschrift zu den KCK-Ermittlungen
Nach mehr als 18-monatigen Ermittlungen wurde die Anklageschrift gegen die "Zivilorganisation der PKK" – wie die KCK bewertet wird – vorgelegt. Von der Anklageschrift werden 151 Personen erfasst, von denen sich 103 in Untersuchungshaft befinden. Die Vorwürfe lauten: "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung", "Verstoß gegen das Demonstrationsgesetz" und "Propaganda für eine Terrororganisation". Die Strafanträge lauten für 11 Personen Lebenslänglich. Gegen den Oberbürgermeister von Amed wird eine Haftstrafe von 36,5 Jahren gefordert.
            (CH, 13.6., ISKU)
 
Anwalt der Dink-Familie erhängt aufgefunden
Rechtsanwalt Hakan Karadağ wurde erhängt in seinem Haus aufgefunden. Erste Autopsieergebnisse deuten auf einen Selbstmord. Karadağ gehörte zu den Anwälten der Dink-Familie im Verfahren um die Ermordung des Herausgebers der armenischen Zeitung Agos Hrant Dink. Die Familie Karadağ verweist auf Drohungen gegen den Anwalt und schließt einen Selbstmord aus.
            (CH, 5.6., ISKU)
 
Gehen wir zurück in unser Dorf, anstatt in der Stadt leben
Der Verein Göc-Der Van (Verein der Vertriebenen) hat auf einer Pressekonferenz das Motto der Aktionwoche zum Thema Flucht vorgestellt.
Die Aktionswoche findet vom 14.–22. Juni unter dem Motto: “Gehen wir zurück in unser Dorf, anstatt in der Stadt leben” statt. Auf der Pressekonferenz redete der Vorsitzende von Göc-Der Van Ali Emire. Er betonte, dass der Krieg sie gezwungen hat, das Land zu verlassen auf dem sie glücklich waren. Einige Dörfer wären ganz von der Landkarte gelöscht worden. Eine Lösung des Problems kann nur mit der Lösung der kurdischen Frage kommen. Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und fordern die Menschen auf, sich aktiv für eine Lösung einzusetzen.
Emire forderte die Aufhebung des Dorfschützersystems und bessere Lebensbedingungen für die Flüchtlinge. Es müssen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden und die Vertriebenen müssen Entschädigungen erhalten.
Für eine Rückkehr müssen die Gebiete von Minen gesäubert und eine friedvolle Athmosphäre geschaffen werden. Die AKP-Regierung sollte ein Aktionsplan für die Rückkehr nach international anerkannten Regeln der Vereinten Nationen (UN) ausarbeiten. Die zerstörten Dörfer sollen wieder aufgebaut und zu Orten des Lebens werden.    (Diha, 16.6., ISKU)


Dänische Behörden gehen gegen kurdischen TV-Sender vor
Dänische Behörden gehen juristisch gegen den kurdischen Fernsehsender Roj TV vor. Die Behörde für Zivilangelegenheiten, die dem Justizministerium untersteht, setzte der Kurdischen Kulturstiftung ein auf zwei Wochen befristetes Ultimatum. In dieser Zeit soll die kurdische Organisation eine hinreichende Dokumentation über die Finanzierung des TV-Senders vorlegen, wie die Behörde am 3. Juni in Kopenhagen mitteilte.
Nach Informationen der dänischen Tageszeitung "Berlingske Tidende" erhielt Roj TV seit 2004 bis zu 16 Millionen Euro. Ein Großteil davon stamme von der Kurdischen Kulturstiftung. Diese wird verdächtigt, enge Kontakte zur Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu unterhalten, die von der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Die dänische Behörde für Zivilangelegenheiten prüft derzeit ein Strafverfahren gegen die Stiftung.
Der ehemalige Roj TV-Direktor Manouchehr Zonoozi hatte nach seinem Rücktritt im Jahr 2008 enge Beziehungen zwischen Roj TV und der PKK eingeräumt. In den vergangenen Wochen veröffentlichte die Tageszeitung "Berlingske Tidende" Fotos, die leitende Mitarbeiter des Senders mit PKK-Führern zeigen. Nach Angaben des Blattes kontrolliert derzeit der ehemalige Leibwächter und persönliche Assistent des PKK-Führers Abdullah Öcalan, Ibrahim Ayaz, Roj TV. Die Presseberichte lösten Proteste mehrerer kurdischer Organisationen in Dänemark aus. Sie kritisieren die "Berlingske Tidende" als "voreingenommen".
            (epd, 16.6., ISKU)


Europäische Union will türkischen Sicherheitsorganen auf die Sprünge helfen
EU forciert Repression gegen PKK

 
Der Rat der Europäischen Union will mit einem Aktionsplan europaweit gegen die als terroristisch eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans PKK vorgehen. Das geht aus zwei internen Maßnahmenpapieren des EU-Antiterroris­muskoordinators Gilles de Kerch­ove hervor, die junge Welt vorliegen. Besonders brisant sind geplante EU-Schulungsmaßnahmen für türkische Sicherheitsorgane zur Auslieferung von kurdischen Exilpolitikern an die türkische Justiz. Auch entsprechende Praktika für Mitarbeiter türkischer Behörden sind für Mitte 2011 vorgesehen. Bislang scheiterte die Auslieferung aufgrund türkischer Interpolhaftbefehle etwa in Deutschland verhafteter kurdischer und türkischer Linksoppositioneller, weil die Auslieferungsersuchen nicht europäischen Rechtsstandards entsprachen.
 
Schwerpunkt des zweiten Maßnahmenpapiers sind noch nicht näher definierte »Aktionen zur Unterbrechung von PKK-Finanznetzwerken« wie das Abfangen von Geldkurieren in die Region Kurdistan. Dazu wird auch eine Einbeziehung der EU-Grenzschutzagentur Frontex erwogen.
 
Im »Ständigen Ausschuß des EU-Rats für die operative Zusammenarbeit im Bereich der inneren Sicherheit (COSI)« sei im März beschlossen worden, an den Maßnahmenpapieren noch weiter zu arbeiten, erklärte jetzt die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zu »EU-Maßnahmen gegen die Arbeiterpartei Kurdistans PKK«. Gefragt hatte Die Linke auch, wieweit die USA von der EU Maßnahmen gegen die Partei verlangt hätten.
 
So hatte sich die Koordinatorin in der Abteilung Terrorbekämpfung des US-Außenministeriums, Shari Villarosa, gegenüber der türkischen Tageszeitung Today’s Zaman vom 20.März gerühmt, die vorangegangenen EU-weiten Polizeiaktionen gegen kurdische Institutionen wie den Fernsehsender Roj TV und den Kurdistan Nationalkongreß in Brüssel und die Verhaftung kurdischer Exilpolitiker in Belgien, Deutschland, Italien und Frankreich seien auf Druck der US-Behörden erfolgt.
 
Bereits im April 2007 hätten die USA bei einem Treffen auf der Ebene der EU-Ratsarbeitsgruppe zur Terrorbekämpfung COTER in Brüssel zum koordinierten Umgang gegen die PKK aufgerufen, bestätigt nun die Bundesregierung. Im Oktober 2009 wurden von der damaligen schwedischen Ratspräsidentschaft Handlungsempfehlungen zur EU-weiten Bekämpfung der PKK ausgearbeitet. Das BKA habe zudem an Europolbesprechungen »zu strategischen und operativen Aspekten der Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität« teilgenommen, bei denen es um die PKK ging. Wie außerdem dem Maßnahmenpapier des EU-Antiterrorkoordinators zu entnehmen ist, hat die EU-Justizbehörde Eurojust im vergangenen Jahr in Istanbul ein Treffen zur Bekämpfung der PKK abgehalten.
 
Soweit bei diesen Initiativen und Besprechungen auf EU-Ebene operative Maßnahmen gegen die PKK beschlossen wurden, »unterliegt die grundsätzliche Antwortpflicht der Bundesregierung hierzu einer Grenze, die aus dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit folgt, nämlich dem hier betroffenen Interesse der Allgemeinheit an der Gewährleistung einer funktionstüchtigen Strafrechtspflege«, will die Bundesregierung keine Auskunft über konkret geplante Maßnahmen geben.
            (jW, 11.6., ISKU)




Eine Million Unterschriften für die Freiheit von Abdullah Öcalan‏

http://www.thepetitionsite.com/1/free-abdullah-ocalan

Free Abdullah Ocalan
Target:
Prime Minister of Turkey

International Campaign   

One million signatures for the release of Abdullah Ocalan, the legitimate leader of the Kurdish People.

Millions of Kurds in the Middle East, like the Palestinians and like the majority of South Africans under apartheid, have for decades had to endure the dispossession of their land, the systematic stripping away of their human rights and the suppression of their culture and dignity. The Kurds have been victims of massive human rights abuses, particularly in Iraq and Turkey.

Popular Kurdish leader Abdullah Ocalan, is incarcerated on a prison island, as Nelson Mandela was. Ocalan was en route to seek political asylum in South Africa in 1999, when he was abducted in Kenya by Western intelligence agents and handed over to Turkey. He has been a prisoner for 11 years.

The Kurdish Human Rights Action Group, under the leadership of Justice Essa Moosa, is stepping up its efforts to secure the release of Abdullah Ocalan and bring about a resolution of the Kurdish question through peaceful negotiation. In recent months, many human rights activists have put their weight behind this cause and linked up with similar groups around the world.

The million signature campaign is one of several initiatives being undertaken.

Please read, sign and circulate among family, friends and associates. At most, it will take a few minutes of your time. But for Abdullah Ocalan, hundreds of political prisoners and millions of Kurdish people, it could make the world of difference.

Let us keep alive the spirit of a powerful rallying call during international struggle against apartheid %u2013 AN INJURY TO ONE IS AN INJURY TO ALL!

PETITION

Whereas Abdullah Ocalan was en route to South Africa to seek political asylum in February 1999;

 And whereas his effort was frustrated when on 15 February 1999 he was intercepted by certain intelligence agencies in Kenya, kidnapped, blindfolded and handed over to Turkish authorities;

 And whereas he was tried and sentenced to death in an unfair trial before a semi-military court but the sentence was subsequently commuted to life imprisonment;

 And whereas the European Court of Human Rights subsequently found that his trial before the said tribunal in Turkey was unfair;

 And whereas Abdullah Ocalan is to the Kurdish people what President Mandela was to the oppressed people of South Africa;

 And whereas Abdullah Ocalan's contribution to the peace process in Turkey is vital for the peace process in the entire Middle East; 

 Now therefore we call upon the Prime Minister of Turkey to immediately release him from prison to enable him to contribute to the resolution of the Kurdish question in Turkey and to a lasting peace between the Turkish people and the Kurdish people!

International Campaign   

One million signatures for the release of Abdullah Ocalan, the legitimate leader of the Kurdish People.

Millions of Kurds in the Middle East, like the Palestinians and like the majority of South Africans under apartheid, have for decades had to endure the dispossession of their land, the systematic stripping away of their human rights and the suppression of their culture and dignity. The Kurds have been victims of massive human rights abuses, particularly in Iraq and Turkey.

Popular Kurdish leader Abdullah Ocalan, is incarcerated on a prison island, as Nelson Mandela was. Ocalan was en route to seek political asylum in South Africa in 1999, when he was abducted in Kenya by Western intelligence agents and handed over to Turkey. He has been a prisoner for 11 years.

The Kurdish Human Rights Action Group, under the leadership of Justice Essa Moosa, is stepping up its efforts to secure the release of Abdullah Ocalan and bring about a resolution of the Kurdish question through peaceful negotiation. In recent months, many human rights activists have put their weight behind this cause and linked up with similar groups around the world.

The million signature campaign is one of several initiatives being undertaken.

Please read, sign and circulate among family, friends and associates. At most, it will take a few minutes of your time. But for Abdullah Ocalan, hundreds of political prisoners and millions of Kurdish people, it could make the world of difference.

Let us keep alive the spirit of a powerful rallying call during international struggle against apartheid %u2013 AN INJURY TO ONE IS AN INJURY TO ALL!

PETITION

Whereas Abdullah Ocalan was en route to South Africa to seek political asylum in February 1999;

 And whereas his effort was frustrated when on 15 February 1999 he was intercepted by certain intelligence agencies in Kenya, kidnapped, blindfolded and handed over to Turkish authorities;

 And whereas he was tried and sentenced to death in an unfair trial before a semi-military court but the sentence was subsequently commuted to life imprisonment;

 And whereas the European Court of Human Rights subsequently found that his trial before the said tribunal in Turkey was unfair;

 And whereas Abdullah Ocalan is to the Kurdish people what President Mandela was to the oppressed people of South Africa;

 And whereas Abdullah Ocalan's contribution to the peace process in Turkey is vital for the peace process in the entire Middle East; 

 Now therefore we call upon the Prime Minister of Turkey to immediately release him from prison to enable him to contribute to the resolution of the Kurdish question in Turkey and to a lasting peace between the Turkish people and the Kurdish people!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 21. Jun 2010, 00:06
Zitat
Önder Aytac: „Man sollte Öcalan mit dem Tode bedrohen, wenn er darauf nicht reagiert, dann sollte man ihn umbringen“

Der Taraf Journalist Dr. Önder Aytaç, sprach bei dem im Besitz der Gülen-Stiftung befindlichen Sender Küre TV. Er erklärte, dass die Operationen und der Staatsterror andauern müssten und sprach folgende gefährliche Worte: „Der Kampf gegen den Terror ist die Aufgabe des Staates, des Militärs, und der Polizei. Auch wenn sie sterben, seid ihr verpflichtet diese Aufgabe zu erfüllen. Hat Abdullah Öcalan nicht vom Gefängnis aus gesagt, dass diese ganzen Terrorereignisse passieren sollen? Wenn das so ist, dann sagt ihm, `Wenn du nicht innerhalb eines Monats (...) den Terror beendest, dann werden wir dich umbringen, wir werden dich hinrichten, wir werden dich aufhängen.´ Und dann mal sehen, wenn die Angriffe nicht aufhören, dann nehmt ihn und hängt ihn auf, tötet ihn. Dann könnt ihr die Zukunft retten. Denn bei den Aktionen gibt es keine Obergrenze mehr, ob Abdullah Öcalan lebt oder stirbt.“
Önder Aytaç ist mit dem Anfang der sog. „demokratischen Öffnung“ zum stellvertretenden Vorsitzenden der Polizeiakademie ernannt worden und wurde ebenfalls beauftragt „am runden Tisch zur PKK“ mitzuarbeiten. Er ist außerdem Berater des Kulturministers Ertuğrul Günay und steht aus familiärer Tradition der Fetullah-Gülen-Stiftung nahe.

Quelle: Kurdish Info 19.06.2010, ISKU
 
 
 
Die Friedensmütter zu Erdoğan: „Dein Sohn ist nicht beim Militär!“

Die Friedensmutter Hava Kıran machte im Namen ihrer Organisation folgende Erklärung: “Erdoğans Sohn ist nicht beim Militär. Unsere Herzen werden zum Mılitär geschickt. Weil dein Sohn nicht dort ist, wird das Problem nicht gelöst und alle die für einen Frieden eintreten, werden verhaftet. Gestern wurden die, die für Frieden gekommen sind [die Friedensbotschafter_innen aus Guerilla und Maxmur] verhaftet, wir sind gespannt was ihr Morgen macht.”
Kıran erklärte weiter: „Es reicht, dieser Krieg muss endlich aufhören”, jeder müsse etwas tun. Bezüglich der tausenden inhaftierten Kinder, die Opfer des Antiterrorgesetzes wurden, erklärte sie „Von einem Staat, der immer weiter auf Krieg beharrt, wird man nicht erwarten können, dass er die Kinder freilässt.“
 
Quelle: Kurdish Info 19.06.2010, ISKU
 
 
Intellektuelle, Künstler_innen, Journalist_innen zu den Verhaftungen der Friedensbotschafter_innen: „Die AKP hat ihre Regierungszeit miserabel geführt, die Krise wird sich vertiefen.“
 
Hakan Tahmaz: „Diese Situation ist inakzeptabel. Diese Menschen [der Friedensbotschafter_innen] sind seit 8 Monaten in der Türkei. Einer der Verhafteten ist 60 Jahre alt.“
Ahmet Faruk Ünsal :“Die Verhaftungen [der Friedensbotschafter_innen] haben eine Desillusionierung geschaffen, sie sind der aktuellste Schlag der letzten Verurteilungswelle. Wieder verlor Erdoğan jeglichen gesunden Menschenverstand und er lässt weiterhin Mütter [über ihre gefallen Kinder] weinen. Unter dem Namen einer sog. `KCK Operation´ wurde die Absicht umgesetzt, alle gewählten Vertreter_innen des kurdischen Volkes in Fesseln zu schlagen. Dadurch wurden sowohl kurdische als auch türkische Bürger verletzt und der politische Wille kurdischer und türkischer Bürger in Ketten geschlagen ...“
Oral Çalışlar: “Die Menschen, die von den Bergen herunterkommen, die Waffen niederlegen und am zivilen Leben teilnehmen wollen, werft ihr ins Gefängnis. Kann das etwas anderes bedeuten als `Macht den Krieg weiter?` ... Die Verhaftungen zu akzeptieren oder auch nur zu verstehen ist unmöglich. Wenn die Waffen sprechen, verlieren Menschen wie wir, die den Frieden wollen und unbewaffnet sind, die Bedeutung. Die Gerichte, die dies entschieden haben unterstützen die, die den Krieg fortsetzen wollen.”
Ertuğrul Kürkçü: „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Die AKP ist beim Test ihrer Aufrichtigkeit durchgefallen. Oder eigentlich können wir auch sagen, sie hat bestanden. Erdoğan sagte ‚Ob es Kinder sind, ob es Frauen sind, wer auch immer es sei, der ein Strohmann für den Terror ist, unsere Sicherheitskräfte werden was auch immer notwendig sein wird tun.’ ... Erdoğan hat wieder einen Waffenstillstand miserabel hinterlassen.“
Lale Mansur: „Die Verhaftung der Friedensgruppen ist inakzeptabel. Die Meinungsfreiheit ist wichtig und wenn Gedanken ein Verbrechen darstellen sollen, dann werden wir in dieser Phase keinen Zentimeter weiterkommen. Wir kämpfen seit Jahren aber wir waren in keinem Bereich erfolgreich.“
 
İlkay Akkaya :“Von meiner Kindheit bis heute war ich Zeuge der merkwürdigen Ereignisse in diesem Land. Die Verhaftungen haben mich erschüttert, aber nicht erstaunt. Wenn man die Dunkelheit vor und nach dem 12. September [1980 Militärputsch], den seit Jahrzehnten andauernden Krieg, und den Preis, den wir dafür bezahlt haben, in Bezug auf den Punkt den wir jetzt erreicht haben betrachtet, und man an diesem Punkt erneut den Krieg erklärt, dann kann man es nur bedauern. Die rückratlosen Politiker wurden mit KCK-Operationen, mit Kindern als Opfer des Antiterrorgesetzes, den täglichen Todesnachrichten und von den aktuellen Verhaftungen gekrönt. Jeden Schritt für den Frieden haben sie zerstört, und eine große, wirklich große Schande begangen.“
Nazım Alpman: „Diese Verhaftungen [der Friedensbotschafter_innen] lassen sich mit unabhängigen Gerichten nicht erklären. In Silopi war ein Gericht eingerichtet worden, es wurde geklärt, warum sie gekommen sind und sie wurden freigelassen, aber jetzt wurde genau das Gegenteil getan. Für die kurdische Bevölkerung ist dieses Ereignis sehr enttäuschend. Erst werden sie gerufen, gebracht, danach verhaftet. Wenn ich Kurde wäre, dann wäre für mich das letzte Vertrauen in diesen Staat gebrochen oder vollständig zerstört. Die Kurden können das nicht so wegstecken.“
 
Ertuğrul Mavioğlu: „Es war sehr wohl bekannt, warum sie [die Friedensbotschafter_innen] aus dem Kandil und aus Maxmur gekommen waren. ... [An den Verhaftungen] ist sehr deutlich zu sehen, wie sich das Recht politisiert hat.”
Erdoğan Aydın: “Wenn nicht die Ereignisse der letzten Monate gewesen wären, dann könnte man dies als Unfall oder Einzelentscheidung eines Gerichts bewerten. Aber wir können sehen, dass von der “Öffnung” vollständig Abstand genommen worden ist. Die  or uns liegenden Zeit von Wahlen und Referendum, wird uns eine türkisch islamische Synthese von Nationalismus bringen, das ist offensichtlich.“
Roni Marguiles: „Menschen, die als Friedensbotschafter gekommen sind vor Gericht zu bringen, bedeutet eine Bombe auf den Friedensprozess zu werfen. (...) Der Staat muss innehalten und überlegen. Er muss überlegen, ob er verantwortlich sein will, für das Blut, dass diesen Sommer fließen wird. So wie es im Moment aussieht, will der Staat und die Regierung aber weder innehalten noch nachdenken.“
 
Quelle: Kurdish Info 19.06.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 22. Jun 2010, 14:47
Angriff auf Gendarmeriewache in Diyarbakir

Diyarbakir, 22. Juni (AKnews) - Im Bezirk Silvan in der kurdisch-türkischen Provinz Diyarbakir wurde gestern Abend ein Außenposten der Polizeiwache von Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) angegriffen. Dabei kam ein Soldat ums Leben, ebenso vier PKK-Rebellen.

Gestern Abend haben PKK Kampfer im Dorf Bagdere den Außenposten der Gendarmerie angegriffen. Infolge des Gefechts kam ein Soldat ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.
Laut türkischen Medien wurden bei den Auseinandersetzungen vier PKK-Mitglieder getötet.

(http://www.aknews.com/images/cms-image-000051449.jpg)

Die Angriffe der PKK-Rebellen haben sich in den letzten Wochen erhöht.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 22. Jun 2010, 16:36
Die kurdische Freiheitsfalken (TAK) zum Anschlag auf einen Militärbus in Istanbul

(http://img5.mynet.com/ha5/h/halkali-otobus-patlama5.jpg)

Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Großstadt Istanbul starben 4 Soldaten und die 17 jährige Tochter eines Offiziers. Ein Dutzend weitere Soldaten wurden verletzt. TAK-Sprecher Dogan Boz hat erklärt, dass sie auf den Armeebus ausgeübt haben und dies sei eine Vergeltungsaktion für die letzten Angriffe der türkischen Armee und für den ungerechten Krieg gegen die Kurden. Die Organisation kündigte an, dass sie ihre Angriffe verstärken werden.

Die Militärkräfte, staatliche Einrichtungen und bürokratische Personen, die eine Rolle in diesem rassistischen Krieg gegen das kurdische Volk spielen, sind Ziele der TAK. In der Erklärung heißt es weiter:
"Auch diese geplante Aktion ist gegen die türkische Armee gerichtet. Seit der Vergangenheit benutzt die türkische Armee die Zivilisten als Schutzschilder. Die türkische Armee ist für betroffenen Zivilisten verantwortlich. Wir warnen die türkischen Zivilisten vor Benutzung von Militärfahrzeugen und den Aufenthalt in Militärgebieten. Wir werden die Verantwortung für die Ereignisse in der Zukunft nicht tragen. Wir hatten auch schon mal gesagt, dass wir in diesem totalen Krieg gegen das kurdische Volk eine Position einnehmen und uns verstärken werden. Die Position des faschistisch-türkischen Staates zwingt uns zur Ausübung von gewaltsamen Aktionen. Solange der türkische Staat mit ihrer schmutzigen Politik und den Angriffen auf Kurden nicht aufhört, werden wir alles tun, was notwendig ist. Das ist unser Versprechen an unser Volk.

Es lebe die Kriegsorganisation des kurdischen Volkes !
Es lebe der Führer Apo!
Nieder mit Staatsterror und Kollaboration
Nieder mit dem faschisischen Staat!

Freiheitsfalken Kurdistans (TAK)"

Quelle: ANF, 22.06.10


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Cizire_Botan am 22. Jun 2010, 18:31
AgitMahsun
Auf Bezug zu der TAK(Teyrêbazên Azadiya Kurdistan) würde ich eher vorsichtig sein. Die TAK ist keine Organisation wie die PKK die nur gegen das türkische Millitär/Staat kämpft indem sie Millitärposten und Kasernen angreifen. Nein die TAK verübt auch geziehlt Anschläge auf Touristenregionen der Türkei mit der Hoffnung die Touristen/Urlauber von dort zu verjagen. Grund dafür ist das ein wesentlich großer Teil der Touristeneinnahmen der Türkei zum Krieg gegen die kurdische Bevölkerung genutzt wird,was ja auch nur zum Teil stimmt,denn so groß sind diese Einnahmen auch nicht und man kann auch nicht mit voller Wahrscheinlichkeit sagen ob dieses Geld oder jenes zur Kriegsführung genutzt wird. Aber auch wenn es stimmen sollte das die Türkei durch Touristeneinnahmen ihren Krieg in Kurdistan fortführt, gibt es der TAK noch lange nicht das Recht Anschläge auf Touristen zu verüben die einfach nur ihren Urlaub in der Türkei verbringen wollen und nichts mit diesem Konflikt zu tun haben.
Übrigens gibt es kein Beweis dafür das die TAK Beziehung zur PKK hat. Für die TAK ist ja die PKK nicht radikal genug. Wenn die PKK verlangt das sie aus der ter...Liste gestrichen wird, sollte sie sich klar von solchen Organisationen wie die TAK trennen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: AgitMahsun am 22. Jun 2010, 20:20
Wenn auf einer Seite ein Volk steht, das mit seiner Wille kämpft, und auf der anderen Seite der Feind mit einer hochgerüsteten Armee, die auf dich Tonnen Bomben regnen lässt und ihre Soldaten in Istanbul, Izmir, Tokat, Konya etc. ausbildet und nach Kurdistan schickt, um dort die Kurden zu unterdrücken, so haben die Kurden auch das Recht in den Metropolen der Türkei Aktionen auszuüben. Seit Jahren kämpft die PKK auf den Bergen gegen die Soldaten. Wenn in den kurdischen Provinzen Angriffe auf Militärstationen durchgeführt werden, leidet auch wieder die kurdische Bevölkerung darunter und nicht die türkische Bevölkerung, die Kriegsparolen ruft und vor der Unterdrückung die Augen zudrückt. Es sind wieder kurdische Kinder, die aus dem Schlaf gerissen werden und nicht die Bevölkerung in den Metropolen der Türkei, die ruhig schläft und Kurden auf den Straßen lynchiert. Die PKK hat auch erklärt, dass sie ihre Vertedigungsgebiete in die Türkei ausweiten wird, was ich völlig in Ordnung finde. Die TAK ist auch nicht eine Schwesterorganisation der PKK. Der Feind ist schon in unser Land eingedrungen, durch Tourismus ermöglicht der Staat die Luftangriffe auf Kurdistan. Wenn Kurdistan den Krieg spürt und leidet, soll auch ganz Türkei den Krieg spüren.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Jun 2010, 21:43
Zitat
Presserklärung des Kurdistan Solidaritätskomitees Berlin zur Demonstration „Free Kurdistan – Stoppt den Krieg!“
Berlin: Erfolgreiche Demonstration trotz Provokationen der Berliner Polizei und türkischer Faschisten

 
Heut um 14.00 veranstalteten kurdische Jugendliche, das Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin und antifaschistische Gruppen eine gemeinsame Demonstration gegen die türkische Kriegspolitik unter dem Motto „Free Kurdistan – Stoppt den Krieg!“, an der zeitweise mehr als tausend Menschen teilnahmen.
Schon im Vorfeld der Demonstration wurden von der Berliner Polizei, scharfe Auflagen erteilt. So waren Sprechchöre, welche PKK thematisierten und Fahnen mit Abdullah Öcalan verboten.
Die Demonstration wurde schon vor Beginn von der Berliner Polizei u.a. dadurch behindert, dass sie den Lautsprecherwagen auf dem Weg zur Auftaktkundgebung mit einem massiven Aufgebot stoppte und nahezu eine Stunde lang durchsuchen ließ. Jedes Transparent wurde abgefilmt und alle Fahnen, die Bilder des inhaftierten Vorsitzenden der kurdischen Arbeiterpartei PKK zeigten beschlagnahmt. Durch diese Verzögerungstaktik kam der Lautsprecherwagen erst mehr als 30 Minuten nach offiziellem Kundgebungsbeginn am Auftaktort an. Dieser war mit mehreren hundert PolizistInnen in Uniform und Zivil abgesperrt. Alle TeilnehmerInnen wurden massiven Vorkontrollen unterzogen.
Nachdem die Demonstration losgegangen war, wurden aus den wenigen hundert Menschen, die am Oranienplatz gestartet waren auf der Strecke zeitweise mehr als tausend, die ihre Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf bekundeten. Auffällig war auch die Beteiligung vieler Antifa AktivistInnen u.a. von JANO (Jugendantifa Nordost) und ARAB (Autonome Revolutionäre Antifa Berlin), die zusammen mit der kurdischen Jugend entschlossen und kraftvoll demonstrierten. Sie riefen zusammen Parolen wie „Antifa gençlik enternasyonal“ (Internationale Antifa Jugend) und Parolen für die Freiheit von Abdullah Öcalan und das Ende der Militäroperationen. Die Demonstration wurde von einem dichten Polizeispalier und einem Großaufgebot von Polizei begleitet, dank der Entschlossenheit und Geschlossenheit der Demonstration konnten Polizeiübergriffe jedoch verhindert werden. In der Reuterstraße griffen türkische Faschisten die Demonstration mit Eiern an und schwenkten türkische Fahnen. Trotz dieser Provokation blieben die TeilnehmerInnen einerseits kraftvoll und entschlossen, ließen sich jedoch weder von der Polizei noch von den Faschisten provozieren.
Auf der Abschlusskundgebung am Karl Marx Platz wurden mehrere Redebeiträge auf Deutsch, Türkisch und Kurdisch gehalten, welche u.a. die Politik des türkischen Regierungschefs Erdoğan als „heuchlerisch und verlogen“ angriffen, da der einerseits Angriffe Israels auf die palästinensische Bevölkerung und FriedensaktivistInnen scharf kritisiere, andererseits jedoch eben diese Menschenrechtsverletzungen an der kurdischen Bevölkerung in der Türkei begehen ließe und gutheisse. Auch die Rolle der EU und Deutschlands als Waffenexporteur und Verbündeter der Türkei stand im Mittelpunkt der Kritik. Das PKK Verbot, die Abschiebungen von KurdInnen und die Repression gegen kurdische Medien und PolitikerInnen wurden angegriffen.
Die Demonstration ging friedlich unter Halay Tänzen zu kurdischer Widerstandsmusik zu Ende.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 22. Jun 2010, 21:51
@ AgitMahsun:

Aktionen der TAK dienen schon seit Jahren den Interessen der türkischen Militärs und der von ihnen abhängigen Regierung in Enqere.

Es gibt keine plausieblere Propagandamethode als mit Hinweis auf diese Anschläge die türkische Bevölkerung, vor allem in den großen Städten, auf dem vom Generalstag gewünschten Anti-Friedenskurs - und damit auf einem Anti-Öcalan-Kurs zu halten. Auch Lynchaktionen finden hier einen fast idealen Nährboden.

Die PKK spricht nicht unüberlegt von "Verteidigungsgebieten". Das sind inzwischen alle Regionen, wo u.a. Bürgermeister aus den Reihen der BDP gewählt wurden, die zum Teil mit hanebüchen konstruierten Vorwürfen in Prozesse verwickelt werden und in erheblicher Zahl in U-Haft sitzen. Deren Ämter und deren politische Aktivität ist zu verteidigen, u.a. durch parallele Verwaltungsorganisationen der KCK. Dies alles, um einen Frieden mit Gerechtigkeit zu erreichen und - ganz im Sinne Abdullah Öcalans - eine Zukunft für beide Völker, Seite an Seite, zu ermöglichen. Daher sollte gerade aus dem Exil jede Unterstützung für das schädliche Polit-Abenteurertum der TAK eingestellt werden.

Die Herrschenden in Enqere haben kaum etwas bezahlen müssen, dass Kurden gegen die Zukunft des kurdischen Volkes in Nordkurdistan auftreten und Basbug die Begründuing für seine Terrortaten leicht machen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Salman46 am 23. Jun 2010, 00:27
Jeder türkische Soldat der stirbt, ist ein Ehrenmann - keine Frage; dennoch stirbt er für Ehrenlose! Bei der HPG sind nur EHRENMÄNNER und sie sterben für eine EHRENSACHE!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 23. Jun 2010, 00:57
du vergisst die Frauen bei HPG!  ;)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Pretender am 24. Jun 2010, 15:09
Es ist erfeulich, dass die Kurden ganz egal ob es jetzt Frauen waren oder Männer, zählen beide gleich...

Und ja bei der HPG sind sowohl Frauen  als auch Männer vorhanden ....

Dass die Demonstranten sich nicht provizieren haben lassen ist schon ein großer Schritt, weil es eigentlich immer wieder jugendliche gibt die sich allein durch die emotionen beeinflussen lassen und angreifen, zeigt uns dass es zwar ein kleiner Schritt ist, aber dennoch ein wertvoller :)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 25. Jun 2010, 12:30
Militär brennt Dörfer nieder

Das türkische Militär brannte am Donnerstag, den 24.6., in der Region Êlîh (Batman) im Kreis Hasankeyf zwei Dörfer nieder. Die Dörfer Bizinka (Keçeli) und Xerbekar (Palamutlu) stehen immer noch in Flammen.
Die beiden Dörfer sind von türkischen Soldaten in Brand gesetzt worden. Die DorfbewohnerInnen werden vom türkischen Militär am Löschen gehindert. Eine Menschenrechtsdelegation aus Amed (Diyarbakır) ist in die Region aufgebrochen. Es stehen ebenfalls Waldgebiete, landwirtschaftliche Flächen und Obstplantagen in Flammen.
Das türkische Militär eskaliert den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung offensichtlich immer weiter und greift immer mehr auf die Spezialkriegsmethoden der 90er Jahre zurück. Im Rahmen dieses Krieges zerstörte das Militär mehr als 4 000 Dörfer.

Quelle: ANF, 23.06.2010, ISKU
------------------

PKK Angriff in Nordkurdistan auf einen türkischen Millitärposten in Elazig
drei Tote
Bei einem Angriff der PKK sind im Osten der Türkei 2 Soldaten getötet worden. Eine 70-jährige Frau in dem folgenden Schusswechsel tödlich verletzt worden.
PKK-Kämpfer hätten in der Provinz Elazig das Feuer auf einen Armeeposten eröffnet. Danach habe es auf dem Gebiet mehrerer Dörfer Schießereien gegeben.
25.06.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 26. Jun 2010, 00:45
Zitat
Innerhalb eines Jahres starben 28 Soldaten unter ungeklärten Umständen
 
Aufgrund der wachsenden Zahl ungeklärter Tode junger Wehrdienstleistender, haben sich Wehrdienstverweigerer und Familienangehörige von Soldaten, die unter ungeklärten Umständen gestorben sind, zusammengeschlossen, um die Todesursachen aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Die Mitglieder der „Plattform der Wehrdienstverweigerer für Frieden“ wurden daran gehindert, eine Pressekonferenz abzuhalten.
Ersin Sedefoğlu, Sprecher der Plattform, sagte: „Die Initiative [zur demokratischen Öffnung] wurde nicht umgesetzt. Anstelle dessen ist der Zugang zur kurdischen Frage von Seiten des Staates nun noch gewalttätiger. Ungeklärte Tode beim Militär haben Tränen und Blut hinterlassen. Ihr müsst der Stimme des Friedens zuhören und nicht der des Krieges, wenn ihr wirklich Frieden wollt. Deswegen müssen die Militäroperationen sofort beendet werden.“
Mittlerweile haben Familienangehörige eine Pressekonferenz beim Menschenrechtsverein (IHD) in Istanbul durchgeführt und eine Aufklärung des Todes von Serhat Yildiz gefordert, der in Gaziantep stationiert war, und von Murat Polat, der in Adana im 6. Militärgefängnis starb.
Innerhalb eines Jahres sind 28 Soldaten unter ungeklärten Umständen gestorben, sagen deren Familienangehörige, davon allein 4 im letzten Monat.
            (ANF, 20.6., ISKU)
 
 
 
Wer die PKK unterstützt, kann in den USA angeklagt werden
 
In einem Grundsatzurteil hat das Oberste Gericht der USA die Strafverfolgung unter dem Verdacht der Unterstützung terroristischer Gruppen erleichtert.
Die Richter entschieden in ihrem am Montag in Washington veröffentlichten Urteil, dass nicht nur Finanzhilfen oder aktive Mitarbeit als Terrorunterstützung gewertet werden können, sondern auch zivile Hilfsleistungen wie juristische Aufklärung über die Rechte von Angeklagten oder Seminare zur friedlichen Konfliktlösung.
In dem Verfahren hatte die US-Regierung gegen die Menschenrechtsgruppe Humanitarian Law Project geklagt, die derartige Hilfsleistungen unter anderem der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) in Sri Lanka zukommen ließ.
Dem Urteil zufolge muss die Gruppe künftig mit einer Anklage wegen Terrorunterstützung rechnen, sollte sie ihr Engagement für von der US-Regierung als Terroristen eingestuften Gruppen fortsetzen.
            (ta, 21.6., ISKU)

Gefängnisstrafen für Wehrdienstverweigerer
Vier von 19 Wehrdienstverweigerern wurden vor dem 10. Strafgerichtshof in Ankara von der 1. Instanz zu Gefängnisstrafen verurteilt. Laut der Nachrichtenagentur DIHA wurden sie für schuldig befunden, „Menschen gegen das Militär aufzuhetzen“ und „die Türkischen Streitkräfte (TSK) zu beleidigen“. Volkan Sevinç wurde zu 18 Monaten verurteilt, Halil Savda, Gökçe Otlu, Vorsitzender vom Menschenrechtsverein in Ankara und Zarife Ferda Çakmak zu jeweils 6 Monaten Haft aufgrund von „Aufhetzung gegen das Militär“. 15 weitere wurden freigesprochen.        (ANF, 23.6., ISKU)


Friedensmütter zu Erdoğan: „Dein Sohn ist nicht beim Militär!“
Die Friedensmutter Hava Kiran machte im Namen ihrer Organisation folgende Erklärung: „Erdoğans Sohn ist nicht beim Militär. Unsere Herzen werden zum Militär geschickt. Weil dein Sohn nicht dort ist, wird das Problem nicht gelöst und alle, die für einen Frieden eintreten, werden verhaftet. Gestern wurden die FriedensbotschafterInnen aus Guerilla und Maxmur verhaftet, wir sind gespannt was ihr Morgen macht.”
Kiran erklärte weiter: „Es reicht, dieser Krieg muss endlich aufhören”, jeder müsse etwas tun. Bezüglich der tausenden inhaftierten Kinder, die Opfer des Antiterrorgesetzes wurden, erklärte sie: „Von einem Staat, der immer weiter auf Krieg beharrt, wird man nicht erwarten können, dass er die Kinder freilässt.“
    (KI, 19.6., ISKU) 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Hurricane am 28. Jun 2010, 20:56
Eiszeit zwischen Obama und Erdogan

So schlecht war das Verhältnis lange nicht: Die Türkei gilt jetzt nicht einmal mehr als "strategischer Partner" der USA.

von Boris Kálnoky

Vor einem Jahr besuchte US-Präsident Barack Obama die Türkei. Vor dem versammelten Parlament in Ankara zelebrierte der Präsident die „strategische Partnerschaft“ mit einer Türkei, die er als „Modell für die Welt“ pries.

Nur ein Jahr später ist die Euphorie verflogen. Als der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Rande des G-20-Treffens in Kanada mehr als eine Stunde lang mit Obama zusammensaß, waren die protokollarischen Details auf amerikanischer Seite fast herabwürdigend. Im Vorfeld forderte Vizeaußenminister Philip Gordon, zuständig für Europa und „Eurasien“, die Türkei auf zu „beweisen“, dass sie noch immer ein verlässlicher Partner des Westens sei.

Sie sage das zwar immer, sagte Gordon, aber ihre Taten würden in Washington „nicht verstanden“. Er verwies auf das Nein-Votum im Weltsicherheitsrat gegen Iran-Sanktionen und auf die türkische Rhetorik nach dem Zwischenfall um eine radikal-islamische türkische „Hilfsflotte“ für Gaza, deren gewaltsames Auftreten gegen israelische Kommandos Ende Mai zum Tod von neun Militanten geführt hatte.
So stürmte Israel das Gaza-Schiff

Wie um Gordons Aufforderung Folge zu leisten, klar Farbe zu bekennen, erklärte Erdogan in Toronto, die Türkei habe ihren Luftraum für israelische Militärflüge gesperrt. Das Verbot gelte nicht pauschal, sondern es werde von Fall zu Fall entschieden. Die israelische Zeitung „Yedioth Aharonoth“ berichtete, der Überflug einer israelischen Maschine mit 100 israelischen Offizieren an Bord sei verweigert worden – auf dem Weg zu einer Holocaust-Gedenkveranstaltung in Auschwitz.

Erdogans Gespräch mit Obama wurde von beiden Seiten als „ehrlich, klar und offen“ bezeichnet. Übersetzt heißt diese Diplomatenfloskel, dass mehr oder minder die Fetzen flogen. Themen waren der Iran, der Nahe Osten, der Irak und die Bekämpfung des Terrors der kurdischen Guerilla PKK. Im anschließenden, sehr kurzen Communiqué der Amerikaner fehlte der Standardbegriff „strategischer Partner“, um die Türkei zu beschreiben.

Das Treffen selbst war von den Amerikanern gar nicht erst erwähnt worden, als sie im Vorfeld des kanadischen Gipfels die geplanten Begegnungen Obamas auflisteten. Bereits eine Woche zuvor waren türkische Parlamentarier ins Leere gelaufen, als kein führender US-Volksvertreter in Washington mit ihnen sprechen wollte.

Europa hat sich eher beflissen gezeigt, der Türkei entgegenzukommen, um ihr gefürchtetes „Abdriften“ ins islamische Lager zu verhindern. Türkische Kommentatoren fragen indes, ob ihre Regierung unfähig sei, die US-Positionen zu verstehen und ihnen zu entsprechen, oder ob es Absicht sei, den Partner zu brüskieren. Die Regierung sei von ihrer Botschaft in Washington schon seit Wochen gewarnt worden, dass sich diplomatisches Unheil zusammenbraue, schrieb die Zeitung „Hürriyet“ und fragte, wer denn eigentlich die Amerika-Politik der Türkei gegen jeden Rat des eigenen Botschafters gestalte.


Quelle: Welt Online
http://www.welt.de/politik/ausland/article8211986/Eiszeit-zwischen-Obama-und-Erdogan.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 28. Jun 2010, 22:38
Zitat
Rüstungsgüter für 1,8 Milliarden Euro an die Türkei geliefert

Wirtschaft und Technologie/Antwort

Berlin: (hib/HLE/BOB) Deutschland hat der Türkei zwischen 2000 und 2009 Rüstungsgüter im Wert von knapp 1,8 Milliarden Euro geliefert. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17/2207) auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/1884) hervor. Unter den gelieferten Rüstungsgütern waren 2005 unter anderem 298 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A4. 2009 wurden weitere 41 Panzer dieses Typs geliefert. 15 Leopard-Panzer gingen als ”Ersatzteilspender“ an die türkische Armee.

Vertragliche Zusagen, die gelieferten Waffen, Munition und Rüstungsgüter nicht bei internen Konflikten und bei grenzüberschreitenden Militäraktionen zu verwenden, gebe es nicht, teilt die Bundesregierung weiter mit. Die Türkei sei NATO-Partner und habe seit 2002 ”mit mehreren Reformpaketen die innere Stabilisierung und Demokratisierung gestärkt“. Außerdem habe die EU Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufgenommen, ”da die EU-Kommission festgestellt hat, dass die Türkei die Politischen Kopenhagener Kriterien (insbesondere Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Schutz von Menschenrechten) hinreichend erfüllt“.

meldungen@dbtg-newsletter.de, 28.06.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Cizire_Botan am 28. Jun 2010, 23:21
Türkei debattiert über Verhandlungen mit der PKK

Istanbul - Sedat Aloglu ist nicht das, was man landläufig einen Radikalen nennen würde. Der 60-jährige Geschäftsmann aus Istanbul studierte in den USA und saß vor Jahren als Abgeordneter einer bürgerlich-konservativen Partei im Parlament von Ankara. Doch nun trat Aloglu mit Vorschlägen zur Kurdenfrage an die Öffentlichkeit, die viele schockierten. Die Türkei dürfe nicht länger die Augen vor den drei wichtigsten Forderungen der kurdischen Seite verschließen, fordert Aloglu: verfassungsmäßige Anerkennung der Kurden als Staatsvolk, lokale Selbstverwaltung und Freiheit für PKK-Chef Abdullah Öcalan.

Er sage ja nicht, dass die Türkei gleich auf alles eingehen müsse, verteidigte sich Aloglu, nachdem seine bei der Sitzung eines Industriellenverbandes vorgetragenen Thesen publik wurden. „Aber wenn wir nicht die richtige Diagnose stellen, können wir das Problem nicht behandeln.“ Also müsse sich Ankara zumindest anhören, was die Kurden wollten. Und dazu gehöre auch die Frage nach Öcalans Schicksal. Bisher lehnt Ankara es ab, den inhaftierten Chef der PKK-Kurdenrebellen in die Suche nach einer Lösung der Kurdenfrage einzubeziehen. Aloglu ist nicht der Einzige, der angesichts der jüngsten Gewaltwelle der PKK Tabus in der türkischen Kurdenpolitik infrage stellt. Auch Kommentatoren großer bürgerlicher Zeitungen bringen Verhandlungen ins Spiel – so wie sich die britische Regierung im Nordirlandkonflikt mit der IRA befasste und dabei „mit dem Teufel redete“, wie der Kolumnist Semih Idiz in der Zeitung „Milliyet“ schrieb.

Seit dem PKK-Angriff auf einen Militärposten in der Nähe der türkisch-irakischen Grenze am 19. Juni sind nach offiziellen Angaben fast 40 Menschen bei Anschlägen und Gefechten ums Leben gekommen, darunter 17 PKK-Kämpfer. Am Sonntagabend griffen PKK-Leute erneut einen Posten im äußersten Südosten Anatoliens mit Raketenwerfern und Feuerwaffen an. Thomas Seibert

http://www.tagesspiegel.de/politik/tuerkei-debattiert-ueber-verhandlungen-mit-der-pkk/1870854.html

_________________________________________________________________________________________________
Fragt sich wohl nur wie lange es dauert bis er auch wie Orhan Pamuk von seinem eigenem Volk gelyncht wird.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 01. Jul 2010, 16:13
Donnerstag, 01. Juli 2010 11:00 Uhr

Vier türkische Soldaten von PKK-Anhängern erschossen

Im Südosten der Türkei sind vier Soldaten bei einem Feuergefecht mit Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden. Nach türkischen Medienberichten ereignete sich der Zwischenfall in der Provinz Siirt. Die Spannungen in der Region hatten nach mehreren Angriffen der PKK in den vergangenen Wochen wieder zugenommen.

Quelle: dradio


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 01. Jul 2010, 16:51
400 Kurden in Syrien festgenommen

Aleppo, 1. Juli (AKnews) – In verschiedenen kurdisch-syrischen Regionen wurden heute Razzien gegen mutmaßliche Mitglieder der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) durchgeführt, bei denen laut türkischen Medien mindestens 400 Menschen festgenommen worden sind.

Syrische Sicherheitskräfte haben die Razzien in den nordsyrischen Städten Aleppo, Kamışlı, Afrin, Rakka und Haseki durchgeführt. Mindestens 400 Kurden sind wegen angeblicher PKK-Mitgliedschaft verhaftet worden.

(http://www.aknews.com/images/cms-image-000041097.jpg)

Die syrischen Kurden werden wegen des Verdachts auf „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“, dem Versuch, „mit Gewalt Spenden im Volk einzutreiben“ sowie dem Versuch, „syrisches Gebiet zu teilen“ in Haft genommen.

PKK-Sympathisanten, verlautete aus syrischen Sicherheitskreisen, würden künftig schwer bestraft. Wer von nun an der PKK helfe, dem würden staatliche Beihilfen sowie Land und Acker entzogen. Solcherlei Aktionen werde man in nächster Zeit an allen Orten durchführen.

Zuvor hatte der syrische Präsident Bashar al-Assad erklärt, dass Syrien und die Türkei eine „Vereinbarung über die vollständige Zusammenarbeit gegen den Terrorismus“ unterschrieben habe.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 02. Jul 2010, 13:10
Statement zur Verbreitung türkischer Medien der Festnahme von 400 Kurden in Syrien !

Zitat
Wir klären auf, wie die Anadolu Ajans 11 Araber für PKKler erklärt hat

Die Nachrichtenagentur Anadolu Ajans (staatliche Agentur) hat heute einen Bericht veröffentlicht, wonach die syrische Regierung der PKK einen „großen Schlag“ versetzt haben soll. Dabei sollen die Sicherheitsbehörden zeitgleich in Halep, Qamislo, Afrin und Rakka zugeschlagen haben und im Zuge der Aktion 400 PKKler verhaftet haben.
Das der Bericht nicht der Wahrheit entsprach war klar, jedoch haben wir uns trotzdem die Mühe gemacht dies bzgl. zu recherchieren. Die Hürriyet, Vatan, Zaman und andere Blätter haben eifrig diese Meldung verbreitet, so dass diese auch von internationalen Medien aufgriffen wurde. Die Täuschung der internationalen Medienwelt war voll in Gang.

Das Informationsministerium: Diese Meldung ist eine Lüge

Wir haben das syrische Informationsministerium telefonisch erreicht und uns vorgestellt. Selbstverständlich haben wir die Meldung thematisiert und ein klares Statement dazu erhalten: Es gibt keinerlei Operationen oder Verhaftungen, diese Meldung sei nichts als eine Lüge.
Als nächstes haben wir Herrn Mustafa Ebu Hasan von der PYD (Partei der demokratischen Einheit – syrisch Kurdistan) in Halep kontaktiert und dieselben Fragen zum Sachverhalt gestellt. Dieser war zunächst irritiert und bat uns in 15 Minuten zurückzurufen. Durch die Fragen verunsichert wollte sich Ebu Hasan vergewissern, ob die gemeldete Massenverhaftungen von ihm unbemerkt von statten gingen.
Er hat innerhalb dieser viertel Stunde seine Parteifreunde in Qamislo, Afrin und Rakka kontaktiert und um Informationen zur Sachlage gebeten. So konnte er dann auch relativ schnell die Meldung von den 400 verhafteten Kurden verneinen und fügte noch hinzu, dass im gesamten vergangenen Monat keine einzige Verhaftung zu verzeichnen war.
Des Weiteren hat diese Quelle uns eine weitere sehr wichtige Information geben können. Die 11 PKKler, die angeblich durch syrische Sicherheitsbehörden getötet wurden, sein gar keine Kurden gewesen und auch keine PKKler. Vor noch zwei Wochen hatte sogar die nach eigenen Angaben linksliberale Zeitung Taraf dieses Berichtet. Sie stammen alle aus einem Dorf namens Azaz in dem ausschließlich Araber leben. Dort sei eine Stammesfehde eskaliert und es habe Zusammenstöße gegeben, in Folge derer 11 Mitglieder der zerstrittenen Clans ums Leben kamen. Der Anadolu Ajans schien wohl der Unterschied zwischen arabischen Mitgliedern eines Clans und PKKlern nicht wichtig zu sein…

Vielleicht können sie so einige Türken täuschen, uns aber nicht

Der PYD-Vertreter Mustafa Ebu Hasan hat folgendes unserer Nachrichtenagentur gegenüber geäußert: „In letzter Zeit nahm die Zahl der Meldungen in der türkischen Presse zu, welche die Kurden in Syrien zur Zielscheibe machen. Nachvollziehen können wir dies nicht. Ja es gibt eine Unterdrückung der Kurden in Syrien, der arabische Gürtel wird wieder thematisiert, es gibt 300.000 Kurden ohne Papiere und Status, den Kurden ist es untersagt zu wirtschaften und Eigentum zu besitzen. Dieses ist bekannt, aber die Meldung zu den 400 Kurden ist eine Lüge.
Möchte die Türkei den syrischen Staat gegen die Kurden aufbringen oder die türkische Öffentlichkeit befrieden? Es ist unmöglich, dass hier 400 Kurden verhaftet und 11 getötet werden. Es ist undenkbar, dass wir bei solchen Vorfällen ruhig bleiben und dem ganzen nur beiwohnen. Wenn beabsichtigen sie zu täuschen? Es werden 11 Mitglieder der PKK getötet, die gegen den syrischen Staat nie eine bewaffnete Aktion geführt hat und es werden 400 Mitglieder dieser Bewegung verhaftet und die internationale Presse kriegt das nicht mit.
Nur Ankara scheint um diese Vorfälle zu wissen und berichtet zu diesen! Hier will man wohl Kinder täuschen. Uns kann man so nicht täuschen aber vielleicht einige Türken.

Wie sind die 11 Araber PKK´ler geworden?

Vor zwei Wochen starben 11 Araber bei einem Zusammenstoß zweier Clans im Dorf Azaz, das im Norden Syriens liegt und von der Stadt Kilis ca. 7 km entfernt ist. In diesem Dorf leben keine Kurden, es ist ein rein arabisches Dorf. Jedoch werden diese Toten als Kurden noch überzogener als PKK´ler dargestellt.
Wir haben nach der heutigen Meldung all unsere Freunde und Kontakte in den Städten angerufen und wissen wollen was Stand der Dinge ist. Es gibt nichts zu vermelden. Gestern haben Gedenkveranstaltungen in Halep und Derik für Zilan(Zeynep Kinaci) aufgrund ihres Todestages stattgefunden. Dort war nicht ein Mal die Polizei angerückt“

Quelle: ANF, 01.07.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 02. Jul 2010, 13:15
Staatsanwaltschaft fordert 8,5 Jahre für Ismail Beşikçi

Zitat
Gegen den Soziologen und Autor Ismail Beşikçi, der aufgrund seiner Bücher über kurdische Themen bereits mehrere Jahre im Gefängnis saß, wird eine 8,5 jährige Haftstrafe aufgrund angeblicher PKK-Propaganda gefordert. Beşikçi soll wegen seines Artikels “Nationale Selbstbestimmung und die Kurden”, der in der Zeitschrift “Our Age” veröffentlicht wurde, verurteilt werden.
Die Anklageschrift bezieht sich auf folgende Punkte seines Artikels: „Die Kurden hab gekämpft und einen hohen Preis für eine freie Heimat bezahlt … Syrien, Iran und Türkei regieren die Kurden mit Zwang und Gewalt.“ oder: „Es ist ein Recht der Kurden, einen Kampf für Freiheit gegen diesen zwanghaften und brutalen Prozess zu führen.“ Beşikçi rufe hier zu Nötigung und Gewalt auf mit dem Ziel, Propaganda für bewaffnete Organisationen zu machen.
Für den Herausgeber der Zeitung, Zeycan Balcı., wird ebenfalls eine Haftstrafe gefordert.

Quelle: ANF, 01.07.2010

Kinder leiden am meisten unter dem Krieg

Zitat
Kinder sind die Hauptleidtragenden des Krieges, sie werden immer wieder getötet, eingesperrt und Folter und Misshandlungen während Gewahrsam und Gefangenschaft unterworfen.
Hier sind einige Überschriften bezüglich der Situation der Kinder: Ceylan Onköl wurde von Granatwerfer getötet, der Bluter Hasan Dündar wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, Kinder werden im Maltepe Gefängnis gefoltert.

Es ist jetzt 9 Monate her, dass Ceylan Onköl getötet worden ist.
Der Granatwerfer, der ihren Tod verursacht hat, wurde auf Betreiben der Familie der Getöteten und ihrer Anwälte untersucht. Dennoch beschützt auch der Untersuchungsbericht über den Granatwerfer die Seite der Täter. Es wird behauptet, dass Ceylan auf die Munition mit einem schweren Gegenstand geschlagen hätte. Es wird behauptet, dass die Munition nicht ohne einen Aufschlag explodieren könne. Eine der Besonderheiten dieser Granaten ist, dass sie einen pfeifenden Laut abgeben, während sie durch die Luft fliegen. Zeug_innen sagen aus, dass sie vor der Explosion ein solches Pfeifen gehört hätten. Andererseits, wenn auf die Granate eingeschlagen worden wäre, während sie auf dem Boden lag, hätte es einen Krater geben müssen. Wenn Ceylan die Explosion verursacht hätte, wären vor allem ihre Hände und Füße verletzt worden. Ihre Hände und Füße sind aber unverletzt.

FOLTER UND MISSHANDLUNGEN VON KURDISCHEN KINDERN UND JUGENDLICHEN IN DEN GEFÄNGNISSEN DAUERT AN

Es ist allgemein bekannt geworden, dass die inhaftierten Kinder und Jugendlichen im Maltepe F-Typ Gefängnis gefoltert werden. Die Abteilung des Menschenrechtsvereins in Istanbul forderte ein Ende der alarmierenden Praxis, Kinder in 6 m² Zellen zu halten. Die Vorsitzende der Istanbuler Abteilung des Menschenrechtsvereins Meral Cıldır erklärte, dass Kinder in diesem Gefängnis schwer gefoltert werden. Die Jugendlichen, welche das 18. Lebensjahr erreichen, werden in Einzelhaft genommen und die kranken Kinder nicht behandelt. Sie erklärte, dass die Jugendlichen und Kinder von den Wärtern misshandelt werden und auch von anderen Gefangenen, die wegen allgemeiner Delikte einsitzen, missbraucht würden. Sie erklärte, dass die Kinder und Jugendlichen einen Hungerstreik begonnen haben: “Wir rufen alle auf etwas zu tun, um die unmenschliche Behandlung dieser kleinen Menschen zu beenden.”

Hasan Dündar (13) zu vier Jahren verurteilt
Kinder werden weiterhin für Steinwürfe zu Haftstrafen verteilt. Hasan Dündar, der mit 13 inhaftiert wurde, wurde nach seiner Freilassung erneut inhaftiert. Dündar wurde, obwohl er Bluter ist, zu vier Jahren Haft, nach 4 Monaten Untersuchungshaft verurteilt.

Quelle: kurdish-info, 01.07.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 02. Jul 2010, 13:29
Besuche bei Öcalan verhindert

Zitat
Während die staatlichen Autoritäten beschlossen haben, einen Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung auf allen Ebenen zu führen, haben sie auch begonnen die Besuche auf der Gefängnisinsel Imralı zu verhindern. Das Gespräch zwischen AnwältInnen und dem kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan wurde letzte Woche zweimal verhindert. Auch das Gespräch mit seinem Bruder, Mehmet Öcalan, wurde unter dem Vorwand: „Die Fähre sei kaputt“ nicht ermöglicht. Es ist deutlich, dass diese Besuche bewusst verhindert wurden.Den Medien zufolge sucht das türkische Justizministerium neue juristische Gründe, um Besuche prinzipiell zu verhindern. Nach Turkish Press sucht das Justizministerium u.a. international nach Präzedenzfällen, die der Situation von Öcalan ähnlich sind. Der türkische Staat kann im Moment aufgrund einer immer noch laufenden Verhandlung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die Besuche juristisch nicht verhindern. Öcalans Situation ist für die kurdische Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Das verhindern der Besuche kann die Spannungen weiter verschärfen.

Quelle: kurdish-info, 30.06.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 02. Jul 2010, 13:40
Der Spezialkrieg nimmt die Möglichkeit einer Lösung

Zitat
In einer Sendung des Senders Roj TV erklärte das Mitglied des KCK-Exekutivkomitees Mustafa Karasu den Medien die sich am Spezialkrieg beteiligen, dass „die Wirklichkeit in keiner Weise verborgen werden kann“.
Er erklärte, dass der Spezialkrieg eine Lösung des Konfliktes verhindert.
Zu den Erfolgsaussichten der des jetzigen Spezialkrieges von Seiten der Türkei erklärte er: „Wenn die Methoden des Spezialkriegs Erfolg versprechend wären, dann hätten sie in den 90er Jahren Erfolg haben müssen, als der schmutzige Krieg seinen Höhepunkt erreicht hatte.“ Zu den Intellektuelle in der Türkei sagte er, dass sie mutiger sein müssten. Sie sollten ihre Opposition zu denen bekunden, welche die Angelegenheit mit Gewalt lösen wollen.
Zu der Auseinandersetzung um die Ausrufung eines Waffenstillstandes erklärte er, dass eine einseitige Waffenruhe nur Bedeutung haben kann, wenn sie die Basis für eine Lösung bildet und beide Seiten ihre Bereitschaft signalisierten. Der türkische Staat habe aber bis jetzt jede einzelne Waffenruhe von Seiten der Freiheitsbewegung in eine Waffe der psychologischen Kriegsführung verwandelt. Der Staat benutze die Zeit der Waffenruhen, um Zeit zu gewinnen und seine Politik der Vernichtung weiterzuführen. Dies wird besonders deutlich, wenn die letzte Waffenruhe vom 13. April 2009 bis zum 1. Juni betrachtet wird. Mustafa Karasu erklärte, dass sie geduldig gewesen seien, trotz der Politik eines politischen, militärischen und kulturellen Massakers, doch wollten sie, „nicht länger eine Partei im Rahmen einer solchen Politik sein“. Wenn aber endlich die Tatsache anerkannt würde, dass der Konflikt nicht mit Gewalt gelöst werden könne und eine Phase des Dialogs und der Lösung beginne, dann könnte sich ihre Position ändern. Die erste Bedingung wäre, direkte statt indirekte Treffen mit Öcalan zu organisieren.


Quelle: kurdist-info, 30.06.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Partizan am 02. Jul 2010, 18:36
Zitat
Inhaftierter Kurdenführer Öcalan legt PKK Waffenruhe nahe!

(AFP) – Vor 3 Stunden

Ankara — Der kurdische Rebellenführer Abdullah Öcalan hat seinen Anhängern und der türkischen Regierung aus dem Gefängnis heraus einen Waffenstillstand nahegelegt. Ein "gegenseitiger Prozess" des Gewaltverzichts sei möglich, sagte Öcalan nach Angaben der Nachrichtenagentur Firat. Die türkische Luftwaffe griff in der Nacht erneut Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak an.

"Es gibt Erwartungen, die Kämpfe zu beenden. Unser Volk, die Kurden, hat diese Erwartungen", sagte Öcalan bei einem Treffen mit seinen Anwälten, wie die PKK-nahe Agentur Firat meldete. Der inhaftierte Rebellenführer rief zu einer "Lösung auf demokratischer Grundlage" und einer neuen Verfassung auf, in der die Autonomie der Kurden anerkannt werde.

Im Konflikt zwischen dem türkischen Staat und kurdischen Rebellen sind seit Beginn des PKK-Aufstands 1984 nach Armeeangaben bislang mehr als 45.000 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt hat sich wieder verschärft, seit Öcalan Ende Mai seine Bemühungen um einen Dialog mit der Regierung in Ankara für beendet erklärt hatte.

Ziele der jüngsten Luftangriffe seien Verstecke in der Region Chakurk und in den Bergen von Kandil im autonomen Kurdengebiet im Irak gewesen, teilte die türkische Armee mit. Die PKK bestätigte den Angriff. In der Ortschaft Kusina sei ein Haus zerstört worden, dabei sei niemand verletzt worden, sagte ein PKK-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Am Vortag waren bei schweren Gefechten zwischen türkischen Sicherheitskräften und kurdischen Rebellen im Südosten der Türkei 17 Menschen getötet worden. Nach Angaben der türkischen Armee griffen Aufständische der PKK eine Militäreinheit nahe des Dorfs Dogan in der Provinz Siirt an. In der Nähe attackierten sie zeitgleich Mitglieder einer kurdischen Miliz, die im Auftrag der türkischen Regierung gegen die PKK kämpft.

Öcalan sitzt seit mehr als zehn Jahren im Gefängnis. Der Gründer und Chef der PKK war am 15. Februar 1999 von türkischen Agenten in Kenia gefasst und in die Türkei gebracht worden. Ein Gericht verurteilte ihn dort wenige Monate später zum Tode; die Todesstrafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt. Nach zehn Jahren Einzelhaft auf der Gefängnisinsel Imrali wurden die Haftbedingungen für Öcalan im vergangenen Jahr gelockert.

Copyright © 2010 AFP. Alle Rechte vorbehalten. Mehr »

Quelle: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hwM_YgG1lebHSXDtwmfcOb6n7zTg


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Sultan am 02. Jul 2010, 18:59
Zitat
)Türkei: Politiker will Kurdenkonflikt mit Zweitfrauen lösen

01.07.2010 | 10:10 |   (DiePresse.com)

Ein Lokalpolitiker der türkischen Regierungspartei AKP hat angeregt, dass sich türkische Männer kurdische Zweitfrauen zulegen. Damit könne die Feindschaft zwischen den beiden Volksgruppen überwunden werden.

In der Türkei hat ein Lokalpolitiker mit einem skurrilen Vorschlag zur Lösung des Kurden-Konfliktes für Empörung gesorgt. Halil Bakirci, Bürgermeister der türkischen Schwarzmeer-Stadt Rize, regte an, die Türken sollten sich kurdische Zweitfrauen zulegen. Damit könne die Feindschaft zwischen den beiden Volksgruppen überwunden werden.

Seine Partei, die religiös-konservative Regierungspartei AKP, leitete daraufhin ein parteiinternes Untersuchungsverfahren ein. Das berichteten türkische Medien am Donnerstag.
"Verwandtschaft überwindet Feindschaft"

Die säkulare Türkei verbietet Polygamie. In ländlichen Gebieten des Landes gibt es aber dennoch häufig Mehrfach-Ehen. Der Islam erlaubt einem Mann bis zu vier Ehefrauen. Bakirci sagte, in seiner eigenen Familie habe es viele Zweit-Ehen zwischen Türken und Kurden gegeben. "Die Verwandtschaft überwand die Feindschaft", sagte er. Ähnliches sei landesweit zur Lösung des Kurden-Konfliktes möglich.

Bakircis Vorschlag laufe darauf hinaus, kurdische Frauen durch Heirat zu unterjochen und sei damit blanker Rassismus, kommentierte die Zeitung "Milliyet". Die Kurdenpartei BDP forderte den Ausschluss Bakircis aus der AKP. Bakirci entschuldigte sich inzwischen für seine Äußerung und erklärte, er sei falsch verstanden worden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Partizan am 03. Jul 2010, 14:08
Zitat
Kurdische Frauen kämpfen gegen die „Vergewaltigungskultur“

Jake R. Hess


SIRNAK (Türkei): In einem der bekannteren Fälle, einer Serie von andauernden Vergewaltigungsskandalen, im kurdische dominierten Südosten der Türkei, wurden in Siirt mindestens vier Mädchen, im Alter zwischen 12 und 14 über einen Zeitraum von zwei Jahren, sexuell Missbraucht von Staatsbeamten, einschließlich dem stellvertretenden Direktor und einem Mitarbeiter der Polizei. Siirt ist eine Stadt, die gezeichnet ist von den Kämpfen zwischen kurdischen Aufständischen und der türkischen Armee. Andere Schüler und Ladenbesitzer sind ebenfalls in den Skandal verwickelt.
Die Anwältin Meral Danış-Beştaş, die in die Verfolgung des Falls involviert ist, argumentiert, dass Vergewaltigung im politischen Konflikt verwurzelt ist: „ Das Ereignis ist verbunden mit der kurdischen Frage, häuslicher Gewalt und der soziopolitischen Situation in der Region.“ Die Anwältin ist eine wichtige Figur in der linken, prokurdischen Friedens- und Demokratie Partei (BDP), sagt IPS in einem Interview mit ihr in Diyarbakır, der inoffiziellen Hauptstadt Türkischkurdistans und Zentrum politischer Aktivität.
Kurdinnen und Kurden aus der Region, sehen dies als ein neues Beispiel des Angriffs des türkischen Staats auf die kurdische Gesellschaft. „Es ist unmöglich, dass die Polizei und die öffentlichen Autoritäten nicht davon wussten… Der Provinzgouverneur von Siirt, der Polizeichef, und die lokalen Direktoren des Erziehungsministerium sind die Verantwortlichen“, sagt Danış-Beştaş.
Die türkische Regierung benutzt häufig Gewalt, Drohungen und andere Formen der Repression gegen weibliche kurdische Aktivistinnen. Im Juli letzten Jahres wurde ein Mitglied der Demokratischen freien Frauenbewegung (DÖKH), einem Zusammenschluss vor Allem kurdischer Frauenorganisationen, von Zivilpolizisten in ihrer Wohnung vergewaltigt. Sie sagten nach der Vergewaltigung: „Geh und erzähl das deinen Freundinnen, dass wir das mit allen von Euch tun werden.“
Das Opfer stellte später Anzeige gegen die öffentlichen Autoritäten und erklärte, dass es die Täter identifizieren können. „Wir fragten nach den Bildern der Polizisten, die an diesem Tag im Dienst waren und Durchsuchungsbefehle hatten… Sie zeigten etwa 5000 Bilder und natürlich war das Opfer nicht in der Lage die Täter zu identifizieren.“ Erzählte Danış-Beştaş. Auch ein Jahr später dauert die Untersuchung noch an.
Neben der Vorbereitung und Durchführung solcher Kampagnen spielt die DÖKH auch eine Rolle in der institutionalisierten Politik, vor allem durch die Linke, prokurdische BDP. Es gibt keine formelle Beziehung zwischen den beiden Organisationen, obwohl ihre Forderungen und Mitglieder sich häufig überschneiden.
Unter dem Druck der DÖKH und anderer Frauenrechtlerinnen in der Partei, haben die BDP und ihre Vorgängerorganisationen Gender-Quoten für Frauen angewandt. Dies half kurdische Frauen in Führungspositionen, sowohl in der parlamentarischen Politik als in der Partei zu bringen. Dies ist eine Tatsache von großer psychologischer Bedeutung für die Frauen der Region. Von allen politischen Parteien in der Türkei, hat die BDP den größten Anteil von weiblichen Abgeordneten und BürgermeisterInnen.
„Für feudale Plätze wir Şırnak ist es revolutionär, weibliche Abgeordnete im Parlament, Bürgermeisterinnen und Parteiverantwortliche zu haben,“ erklärt Zilan Botan aus der DÖKH Führung in Şırnak gegenüber IPS, „aber dennoch, weder Staat noch Gesellschaft haben diese Revolution akzeptiert.“
Die DÖKH hat nun eine Kampagne unter dem Motto begonnen, „Lasst uns eine freie demokratische Gesellschaft schaffen und die Vergewaltigungskultur überwinden.“
„Das Ziel der Kampagne ist es, Kampf gegen die gesellschaftlichen Probleme, die auf allen Ebenen erfahren werden, zu verbreitern und eine demokratische Gesellschaft zu errichten,“ erklärt die DÖKH Aktivistin Azize Yağız gegenüber IPS.
Nach UN Statistiken sind 42% der Frauen in der Türkei Gewalt ihrer Partner ausgesetzt. In einer im Jahr 2000 publizierten Studie, erklärten 2% der Frauen in den südöstlichen Provinzen, dass sie sexualisierte Gewalt von Sicherheitskräften erfahren hat. Das ist wahrscheinlich eine sehr konservative Rechnung, wenn man die kulturellen Tabus in diesem Zusammenhang mit einbezieht.
„Wir sind gezwungen an zwei Fronten zu kämpfen – gegen männliche Dominanz und das politische System“, sagt Botan, die eine der ersten Frauen im Stadtrat von Şırnak war. „Kulturelle Normen sind hier in der Region sehr streng und die Tyrannei und Unterdrückung des Staates sind offensichtlich.“ Gegen Botan stehen im Moment 40 Verfahren aus.
Die DÖKH-Aktivistin Azize Yağız, 23, war dreimal jeweils drei Monate wegen ihrer politischen Aktivitäten inhaftiert. Das erste Mal als sie 17 Jahre alt war, und auch gegen sie stehen noch 20 Verfahren wegen ihrer Arbeit aus.
Yağız schätzt, dass etwa 300 DÖKH-Mitglieder im letzten Jahr inhaftiert worden sind, unter ihnen die talentiertesten und erfahrensten Führerinnen ihrer Organisation, und das etwa die Hälfte aller Aktivistinnen der Organisation mindestens einmal inhaftiert war.
DÖKH-Aktivistinnen machen kein Geheimnis aus ihrer Bezugnahme auf den inhaftierten Führer des sozialistischen Aufstands Abdullah Öcalan, „DÖKH ist eine Struktur, die aus der kurdischen Freiheitsbewegung entstanden ist, sie ist sowohl eine sozialistische, als auch eine demokratische Bewegung.“ Sagt Yağız gegenüber IPS. „Wir sehen Abdullah Öcalan, den Repräsentanten des kurdischen Volkes, als großen Einfluss. Er hat den Frauen geholfen, ihre eigene Geschichte und ihren Selbstrespekt sich anzueignen.“

ISKU | Informationsstelle Kurdistan

Quelle: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2010/26/14.htm


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 08. Jul 2010, 01:01
Zitat
Wir hatten die Meldung über die Massenverhaftungen in Syrien aus „Der Standard“ in der aktuellen Nuce verbreitet. Mitarbeiter der Nachrichtenagentur ANF haben recherchiert, um diese Meldung zu korrigieren. Die Nachricht hat sich als Unwahrheit herausgestellt.
 
Wir klären auf wie die Anadolu Ajans 11 Araber für PKK´ler erklärt hat
 
Die Nachrichtenagentur Anadolu Ajans (staatliche Agentur) hat heute einen Bericht veröffentlicht, wonach die syrische Regierung der PKK einen „großen Schlag“ versetzt haben soll. Dabei sollen die Sicherheitsbehörden zeitgleich in Halep, Qamislo, Afrin und Rakka zugeschlagen haben und im Zuge der Aktion 400 PKKler verhaftet haben.
Das der Bericht nicht der Wahrheit entsprach war klar, jedoch haben wir uns trotzdem die Mühe gemacht dies bzgl. zu recherchieren. Die Hürriyet, Vatan, Zaman und andere Blätter haben eifrig diese Meldung verbreitet, so dass diese auch von internationalen Medien aufgriffen wurde. Die Täuschung der internationalen Medienwelt war voll in Gang.
 
Das Informationsministerium: Diese Meldung ist eine Lüge
 
Wir haben das syrische Informationsministerium telefonisch erreicht und uns vorgestellt. Selbstverständlich haben wir die Meldung thematisiert und ein klares Statement dazu erhalten: Es gibt keinerlei Operationen oder Verhaftungen, diese Meldung sei nichts als eine Lüge.
Als nächstes haben wir Herrn Mustafa Ebu Hasan von der PYD (Partei der demokratischen Einheit – syrisch Kurdistan) in Halep kontaktiert und dieselben Fragen zum Sachverhalt gestellt. Dieser war zunächst irritiert und bat uns in 15 Minuten zurückzurufen. Durch die Fragen verunsichert wollte sich Ebu Hasan vergewissern, ob die gemeldete Massenverhaftungen von ihm unbemerkt von statten gingen.
Er hat innerhalb dieser viertel Stunde seine Parteifreunde in Qamislo, Afrin und Rakka kontaktiert und um Informationen zur Sachlage gebeten. So konnte er dann auch relativ schnell die Meldung von den 400 verhafteten Kurden verneinen und fügte noch hinzu, dass im gesamten vergangenen Monat keine einzige Verhaftung zu verzeichnen war.
Des Weiteren hat diese Quelle uns eine weitere sehr wichtige Information geben können. Die 11 PKKler, die angeblich durch syrische Sicherheitsbehörden getötet wurden, sein gar keine Kurden gewesen und auch keine PKKler. Vor noch zwei Wochen hatte sogar die nach eigenen Angaben linksliberale Zeitung Taraf dieses Berichtet. Sie stammen alle aus einem Dorf namens Azaz in dem ausschließlich Araber leben. Dort sei eine Stammesfehde eskaliert und es habe Zusammenstöße gegeben, in Folge derer 11 Mitglieder der zerstrittenen Clans ums Leben kamen. Der Anadolu Ajans schien wohl der Unterschied zwischen arabischen Mitgliedern eines Clans und PKKlern nicht wichtig zu sein…
 
Vielleicht können sie so einige Türken täuschen, uns aber nicht
 
Der PYD-Vertreter Mustafa Ebu Hasan hat folgendes unserer Nachrichtenagentur gegenüber geäußert: „In letzter Zeit nahm die Zahl der Meldungen in der türkischen Presse zu, welche die Kurden in Syrien zur Zielscheibe machen. Nachvollziehen können wir dies nicht. Ja es gibt eine Unterdrückung der Kurden in Syrien, der arabische Gürtel wird wieder thematisiert, es gibt 300.000 Kurden ohne Papiere und Status, den Kurden ist es untersagt zu wirtschaften und Eigentum zu besitzen. Dieses ist bekannt, aber die Meldung zu den 400 Kurden ist eine Lüge.
Möchte die Türkei den syrischen Staat gegen die Kurden aufbringen oder die türkische Öffentlichkeit befrieden? Es ist unmöglich, dass hier 400 Kurden verhaftet und 11 getötet werden. Es ist undenkbar, dass wir bei solchen Vorfällen ruhig bleiben und dem ganzen nur beiwohnen. Wenn beabsichtigen sie zu täuschen? Es werden 11 Mitglieder der PKK getötet, die gegen den syrischen Staat nie eine bewaffnete Aktion geführt hat und es werden 400 Mitglieder dieser Bewegung verhaftet und die internationale Presse kriegt das nicht mit. Nur Ankara scheint um diese Vorfälle zu wissen und berichtet zu diesen! Hier will man wohl Kinder täuschen. Uns kann man so nicht täuschen aber vielleicht einige Türken.
 
Wie sind die 11 Araber PKK´ler geworden?
 
Vor zwei Wochen starben 11 Araber bei einem Zusammenstoß zweier Clans im Dorf Azaz, das im Norden Syriens liegt und von der Stadt Kilis ca. 7 km entfernt ist. In diesem Dorf leben keine Kurden, es ist ein rein arabisches Dorf. Jedoch werden diese Toten als Kurden noch überzogener als PKK´ler dargestellt.
Wir haben nach der heutigen Meldung all unsere Freunde und Kontakte in den Städten angerufen und wissen wollen was Stand der Dinge ist. Es gibt nichts zu vermelden. Gestern haben Gedenkveranstaltungen in Halep und Derik für Zilan(Zeynep Kinaci) aufgrund ihres Todestages stattgefunden. Dort war nicht ein Mal die Polizei angerückt“
 
Quelle: ANF, 01.07.2010
 
 
 
2-tägiger Hungerstreik aller PKK-Gefangenen
 
Aufgrund der Angriffe gegen Kurd_innen haben alle PKK-Gefangenen einen 2-tägigen Hungerstreik begonnen. Die Gefängnisinsassen fordern die Regierung auf, die militärischen und politischen Operationen umgehend zu beenden und mit Abdullah Öcalan zu reden.
 
Deniz Kaya sprach im Namen aller PKK-Gefangenen: “Wir beginnen diesen Hungerstreik, um gegen die Operationen und die Repression der Regierung gegen Kurd_innen zu protestieren und fordern eine sofortige demokratische Lösung für die kurdische Frage.“ Die Rede weist auf die wachsende Repression in den Gefängnissen hin und darauf dass es wieder tägliche Todes- und Foltermeldungen aus den Gefängnissen geben wird. In der Rede wird auch auf die Angriffe auf Familien eingegangen und ein Ende von all diesem gefordert.
 
Die PKK-Gefangenen fordern von der Regierung: „Die Regierung muss sich mit Öcalan in Verbindung setzen und seine Forderungen beantworten. Alle politischen Gefangenen müssen entlassen werden, aber zu allererst die ernsthaft erkrankten und die Minderjährigen. Rechtswidrige Verurteilungen und Strafen müssen abgeschafft werden. Rassistische und diskriminierende Gesetze wie z .B. TMK (Antiterror-Gesetze) müssen beseitigt werden. Die Repression gegen kurdische Sprache, Kultur und Medien muss beendet werden.“
 
Quelle ANF, 30.06.2010, ISKU
 
 
 
Kinder leiden am meisten unter dem Krieg
 
Kinder sind die Hauptleidtragenden des Krieges, sie werden immer wieder getötet, eingesperrt und Folter und Misshandlungen während Gewahrsam und Gefangenschaft unterworfen.
Hier sind einige Überschriften bezüglich der Situation der Kinder: Ceylan Onköl wurde von Granatwerfer getötet, der Bluter Hasan Dündar wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, Kinder werden im Maltepe Gefängnis gefoltert.
 
Es ist jetzt 9 Monate her, dass Ceylan Onköl getötet worden ist.
Der Granatwerfer, der ihren Tod verursacht hat, wurde auf Betreiben der Familie der Getöteten und ihrer Anwälte untersucht. Dennoch beschützt auch der Untersuchungsbericht über den Granatwerfer die Seite der Täter. Es wird behauptet, dass Ceylan auf die Munition mit einem schweren Gegenstand geschlagen hätte. Es wird behauptet, dass die Munition nicht ohne einen Aufschlag explodieren könne. Eine der Besonderheiten dieser Granaten ist, dass sie einen pfeifenden Laut abgeben, während sie durch die Luft fliegen. Zeug_innen sagen aus, dass sie vor der Explosion ein solches Pfeifen gehört hätten. Andererseits, wenn auf die Granate eingeschlagen worden wäre, während sie auf dem Boden lag, hätte es einen Krater geben müssen. Wenn Ceylan die Explosion verursacht hätte, wären vor allem ihre Hände und Füße verletzt worden. Ihre Hände und Füße sind aber unverletzt.
 
FOLTER UND MISSHANDLUNGEN VON KURDISCHEN KINDERN UND JUGENDLICHEN IN DEN GEFÄNGNISSEN DAUERT AN
 
Es ist allgemein bekannt geworden, dass die inhaftierten Kinder und Jugendlichen im Maltepe F-Typ Gefängnis gefoltert werden. Die Abteilung des Menschenrechtsvereins in Istanbul forderte ein Ende der alarmierenden Praxis, Kinder in 6 m² Zellen zu halten. Die Vorsitzende der Istanbuler Abteilung des Menschenrechtsvereins Meral Cıldır erklärte, dass Kinder in diesem Gefängnis schwer gefoltert werden. Die Jugendlichen, welche das 18. Lebensjahr erreichen, werden in Einzelhaft genommen und die kranken Kinder nicht behandelt. Sie erklärte, dass die Jugendlichen und Kinder von den Wärtern misshandelt werden und auch von anderen Gefangenen, die wegen allgemeiner Delikte einsitzen, missbraucht würden. Sie erklärte, dass die Kinder und Jugendlichen einen Hungerstreik begonnen haben: “Wir rufen alle auf etwas zu tun, um die unmenschliche Behandlung dieser kleinen Menschen zu beenden.”
 
Hasan Dündar (13) zu vier Jahren verurteilt
Kinder werden weiterhin für Steinwürfe zu Haftstrafen verteilt. Hasan Dündar, der mit 13 inhaftiert wurde, wurde nach seiner Freilassung erneut inhaftiert. Dündar wurde, obwohl er Bluter ist, zu vier Jahren Haft, nach 4 Monaten Untersuchungshaft verurteilt.
 
Quelle: kurdish-info, 01.07.2010, ISKU
 
 
 
Iranische Armee tötet 2 Personen, darunter ein Kind
 
Iranische Soldaten haben zwei junge Menschen getötet. Die beiden Kurden, die die Grenze bei Urmiye überquerten, wurden erschossen. Zanyar Braimi (14) und Sahap Bigzade wurden bei dem Angriff getötet. Die Soldaten massakrierten außerdem 60 Pferde und nahmen 20 mit. In den letzten 6 Monaten tötete die iranische Armee 32 Kurd_innen beim Grenzübertritt.
 
Weitere Hinrichtungen im Iran befürchtet
Zeynep Celaliyan, die an einem unbekannten Ort inhaftiert ist, steht vor der Hinrichtung. Es wird erklärt, dass Celaliyan, deren Fall der Exekutionsbehörde übergeben worden ist, jederzeit hingerichtet werden kann. Ein anderer kurdischer politischer Gefangener mit dem Namen Hebibulla Gulperipur, der sich im Mahabad Gefängnis befindet, ist ebenfalls von Hinrichtung bedroht. Gulperipur, der lange Zeit für seinen Hungerstreik gefoltert worden ist, steht unter permanenter Todesdrohung. Die Leichname von 5 Gefangenen, 4 davon PJAK-Mitglieder, die am 9. Mai exekutiert worden sind, wurden immer noch nicht an ihre Familien übergeben.
 
Quelle: kurdish-info, 01.07.2010, ISKU
 
 
 
 
Absurder Vorschlag vom AKP-Bürgermeister von Rize
 
Halil Bakirci, der Bürgermeister von Rize und Angehöriger der AKP, schlug vor, dass zur Verringerung des Konflikts zwischen „Kurden und Türken“, Männer in der Türkei Zweitfrauen aus den kurdischen Provinzen nehmen sollten. Dieser Vorschlag wurde als sexistisch und rassistisch bewertet und scharf kritisiert. Weibliche Abgeordnete von der BDP, Frauenrechts NGOs und Feministinnen organisierten Kundgebungen und hielten Reden als Protest gegen diesen Vorschlag.
Die Covorsitzende der BDP Gültan Kışanak forderte, dass Bakırçı von der AKP seiner Ämter enthoben werden solle. „Er ist rassistisch und begeht ein Verbrechen mit solch einer Rede. Ich rufe alle Frauen in Rize und der ganzen Türkei auf, gegen diese rassistische und sexistische Rede mit der er die kurdischen Frauen und die ganze kurdische Bevölkerung beleidigt, zu protestieren.“
Meral Danış Beştaş, die stellvertretende Covorsitzende der BDP, sagte, dass Rassismus und Sexismus genauso wenig diskutabel seien wie die Rede des Bürgermeisters von Rize: „Er muss in Haft genommen werden. Diese Rede zeigt, wie ignorant und unbewusst die AKP-Verantwortlichen bezüglich der Forderungen der kurdischen Bevölkerung nach Freiheit und Gleichberechtigung sind. „
Reyhan Yalçındağ: „Er muss aus der Partei ausgeschlossen werden. Diese Rede ist ein Angriff auf die Menschlichkeit. Er zeigte wie viel Feindseligkeit er gegenüber Frauen und Kurd_innen empfindet. Diese Rede ist auch eine Verleugnung der Kurd_innen. Er ist eine große Bedrohung für alle Frauen, insbesondere die Kurdischen.“
Bedriye Yorgun, die Präsidenten die Gewerkschaft der Gesundheitsarbeiter_innen: „Schande über dich Herr Bürgermeister. Das ist definitiv die rassistischste Ansprache, die wir je gehört haben. Ich befürchte, dass diese Art ignoranter Äußerungen von reaktionären Politikern der AKP fortgesetzt wird. Deswegen müssen wir so gut wir können dagegen kämpfen.“
Nebile Irmak, Vorsitzende der Hausarbeiter_innen Gewerkschaft: „Es ist klar geworden, wie die AKP gegenüber der kurdischen Frage und Frauenpolitik eingestellt ist. Das ist keine normale Äußerung, die wir ignorieren können. Wir werden gegen diese Einstellung kämpfen.“
Viele andere Frauen, einschließlich Gewerkschaftsvorsitzenden und NGOs, verurteilten diese Rede.
 

Quelle: kurdish-info, 01.07.2010, ISKU



Zitat
Abdullah Öcalan: Frieden ist immer noch möglich
 
„Die 10% Hürde heruntersetzen, das Antiterrorgesetz abschaffen, die Gefangenen Kinder freilassen, dies sind die Bedingungen für den Frieden,“ sagte Öcalan. „Wenn keine Lösung gefunden wird, dann werden die ‚Spezialkriegslobbys’ das Land in einen Bürgerkrieg ziehen,“ so der inhaftierte Vorsitzende der Arbeiterpartei Kurdistans, PKK Abdullah Öcalan weiter. Der inhaftierte Repräsentant der kurdischen Bevölkerung nannte mehrere Bedingungen als Ausgangsbasis für eine Lösung. Diese Bedingungen beinhalten die Absenkung der 10% Hürde, die Abschaffung des Antiterrorgesetzes und die Freilassung der inhaftierten Kinder, wie auch der Gefangenen aus dem KCK-Verfahren und die Vorbereitung einer demokratischen Verfassung.
 
Bei einem Besuch seiner Anwälte am Mittwoch machte Öcalan auf die zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Rebellen und der türkischen Armee aufmerksam und nannte obige Bedingungen.
 
Öcalan: Eine passende psychologische Umgebung muss geschaffen werden
„Mein Ansatz hinsichtlich einer Lösung ist klar. Ich könnte die kurdische Revolution vertiefen, was Millionen Tote bedeuten würde, wie es das auch für die vietnamesische Revolution bedeutet hat. Ich ziehe eine demokratische Lösung auf einer demokratischen Verfassung basierend vor. Eine demokratische Verfassung ist für uns die zentrale Bedingung ohne die nichts möglich ist. Bevor so eine Verfassung erarbeitet wird sind andere konkrete Schritte notwendig, welche auch als Gesten des guten Willens betrachtet werden können. Um eine passende psychologische Umgebung zu schaffen, muss die 10% Hürde gesenkt, das Antiterrorgesetz abgeschafft, und die inhaftierten Kinder, wie auch die Gefangenen aus dem KCK-Verfahren müssen freigelassen werden. Nach diesen Schritten kann eine neue Verfassung erarbeitet werden.“
 
Aufruf an die Mitglieder des türkischen Parlaments
„Die AKP Regierung kann diese Bedingungen mit der Unterstützung der Opposition, wie auch der Zivilgesellschaft in der Türkei verwirklichen. Ich wiederhole hiermit meinen Aufruf an Erdoğan, dass eine friedliche Lösung immer noch möglich und das Parlament der Ort dafür ist. Ich bin mir nicht sicher, ob Erdoğan in der Lage ist, eine solche Lösung zu entwickeln. Seine Macht mag begrenzt sein. Aber wenn die AKP es nicht schafft eine Lösung auf der Basis einer demokratischen Verfassung zu finden, können sie sich ebenso mitten in einer Verschwörung wiederfinden, wie schon 3 andere Verschwörungen in der Vergangenheit durchgeführt wurden. In diesem Fall sollten sie uns nicht beschuldigen. Weder die BDP, noch die PKK kann dafür verantwortlich gemacht werden. Die Verantwortung liegt alleine bei der regierenden AKP. Wenn einmal die Chance für eine Lösung verpasst ist, dann werden die Lobbys des Spezialkriegs auf der Bühne erscheinen und die AKP wird nicht in der Lage sein, mit ihnen fertig zu werden. Diese Lobbys sind in Bürokratie, Justiz, Armee und überall zu finden. Ich warne die AKP vor ihnen. Und wenn die AKP keinem neuen Putsch gegenüberstehen will, dann muss sie mutig sein. Die AKP sollte eine kohärente, stabile und entschlossene Einstellung an den Tag legen. Wenn dem nicht so ist werden die Spezialkriegslobbyisten ihre Existenz ebenfalls beenden.“
 
Ich bestehe auf einer Lösung
„Wenn eine demokratische Lösung nicht gefunden werden kann, dann wird sich die kurdische Revolution vertiefen und die Zusammenstöße werden sich verschärfen. Aber ich weiß, dass niemand in der Lage sein wird, die Kurd_innen aus kurdischen Bergen zu vernichten. Auch wenn sie tausende Soldaten schicken, können sie nichts erreichen. Auch wenn bei Seiten im Moment große Verluste erleiden, wird die kurdische Seite gewinnen. Aber wie ich sagte, das ist nicht das was wir vorziehen. Ich habe darum gekämpft, dass es dazu nicht kommt. Ich arbeite für eine demokratische Lösung ohne Blutvergießen, und ich bestehe darauf.“
 
Ein beidseitiger Waffenstillstand ist notwendig
„Ich stimme vollständig mit der Erklärung der NGOs in Diyarbakır überein. Ein beidseitiger Waffenstillstand kann gemacht werden. Die KCK könnte dem zustimmen. Aber jeder sollte wissen, dass niemand wie ein Opferlamm warten wird. Sie werden ihr Recht zur Selbstverteidigung nutzen. Das ist ein universelles Recht. Selbstverteidigung sollte auf verschiedenen Bereichen organisiert werden, wie im Gesetz, der Ökonomie und der Diplomatie. Diese Selbstverteidigung wird die de facto Autonomie bringen.“
 
Alle sollten zu den Wahlen mobilisiert werden
„Eine demokratische Mobilisierung ist notwendig. Nicht für den Krieg, sondern für die Wahlen. Um eine demokratische Verfassung umzusetzen, ist ein großer Wahlerfolg die Vorbedingung. Nicht nur im rechtlichen Bereich, sondern auch in der Bürokratie, der Gesellschaft, der Politik gibt es Hindernisse. Es ist die Verantwortung der Regierung diese Lobbys daran zu hindern, Hindernisse und Beschränkungen zu schaffen.“
 
Quelle: ANF, 02.07.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 15. Jul 2010, 19:55
Zitat
Die fünfzehnjährige Berivan in Isolationshaft
Die fünfzehnjährige Berivan erlebt im E-Typ-Gefängnis von Diyarbakir ein Trauma. Seit neun Monaten ist sie in Isolation. Berivan S. wurde zu sieben Jahren und neun Monaten wegen der Teilnahme an einer Demonstration im Oktober letzen Jahres verurteilt. Sie soll Steine auf die Polizei geworfen haben, dass bedeutet: Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation.
Der Fall um Berivan ist im Gegensatz zu den anderen inhaftierten Minderjährigen weit über die Türkei bekannt geworden. Sie schrieb einen Brief an den Menschenrechtsverein in Elazig. Dieser Brief wurde von Journalisten aufgegriffen und veröffentlicht. Mit diesem Brief und dem Schicksal von Berivan kam die Situation der weit über Tausend festgenommenen und Hunderten verhafteten Minderjährigen in der Türkei an die Öffentlichkeit. Erst kürzlich wurde Berivan im Namen aller inhaftierten Kinder von der schwedischen  Human Rights Association symbolisch geehrt. Sollte Berivan ihre Haftstrafe absitzen müssen, wird sie erst mit 23 Jahren das Gefängnis verlassen dürfen. Ihrer Jugend beraubt.
            (ANF, 15.7., ISKU)
 
Türkisches Parlament ratifiziert Abkommen mit Russland über erstes AKW
Das türkische Parlament hat in der Nacht zum Donnerstag ein russisch-türkisches Regierungsabkommen über den Bau des ersten Atomkraftwerkes in der Türkei ratifiziert.
Wie der Pressedienst des Parlaments am Donnerstag weiter mitteilte, sieht das Abkommen den Bau von vier Energieblö­cken (Reaktoren vom Typ WWER) mit einer Wärmeleistung von 1,2 Gigawatt nach dem russischen Projekt „AKW-2006“ vor. Die Inbetriebnahme des AKW ist für 2016 bis 2019 vorgesehen.
            (RN, 12.7., ISKU)
 
Bevölkerung von Hasankeyf protestiert gegen Abtragungen
Mehrere hundert Menschen aus Hasankeyf haben gegen die Abtragungen der historischen Stadt protestiert, weil die historische Struktur der Stadt zerstört und es der geplanten Überflutung zuarbeitet.
Eine Vereinigung aus Hasankeyf hatte diese Demonstration organisiert, die von allen EinwohnerInnen der Stadt unterstützt wurde. Los ging es am Rathaus und führte zum Bauamt, wo mit Sprechchören und Redebeiträgen der Bauleiter Prof. Abdulselam Ulucam in die Kritik genommen wurde.
Kritisiert wurden vor allem die aktuellen Abtragungen am Friedhof von Hasankeyf, obwohl an vielen Orten und Monumenten gearbeitet wird. Sie kritisierten insbesondere, dass Knochen aus den Gräber herausgenommen und unverantwortlich in der Gegend verstreut wurden. Sie verlangten Respekt für die Gefühle und die Spiritualität der Bewohner.
Es wurden Transparente gezeigt mit der Aufschrift „Hasankeyf gehört uns, die Gräber auch“  und sie riefen „Hasankeyf wach auf und pass auf deine Geschichte auf“. Bereits vergangenes Wochenende versammelten sich Hunderte vor der Polizeizentrale, wo vier Menschen festgenommen worden sind, weil sie Knochen einsammelten, die bei den Abtragungen vom Bauteam ohne Respekt in die Umgebung geworfen worden sind.
            (IzRvH, 15.7., ISKU)
 
Iran will Grenzmauer bauen
Der iranische Innenminister Mohammed Necar kündigte vor wenigen Tagen an, dass eine Mauer zum Irak, der Türkei, Pakistan und Afghanistan gebaut werden solle.
Kawa Mahmud, Sprecher der Kurdischen Regionalregierung (KRG), erklärte dazu, dass der Iran alle Maßnahmen innerhalb seiner eigenen Grenzen treffen könne. Dagegen erklärte der stellvertretende Innenminister Fayeq Tofiq, dass die Mauer die Beziehungen des Iran mit der Region Kurdistan und mit der irakischen Regierung beschädigen werde. „Mit der Mauer will der Iran die Kurden unterdrü­cken.“ Tofiq sagte, ohne die Zustimmung der Kurdischen Regionalregierung dürfe der Iran keine Mauer bauen.
            (AKnews, 12.7., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 20. Jul 2010, 15:09
Überblick: Guerillaaktionen und militante Angriffe der letzten 14 Tage

Seit dem 01.06. hat die kurdische Guerilla ihren einseitigen Waffenstillstand aufgekündigt. Sie zeigte ihre Präsenz und Stärke in allen Regionen Kurdistans und bewies, dass sie an jedem Ort und zu jeder Zeit in der Lage ist, dem türkischen Militär schwere Schläge zu versetzen. Trotz der massiven Guerillaaktionen erklärte der Vorsitzende des Exekutivrats der HPG Murat Karayılan, die kurdische Guerilla befände sich immer noch in einer Position der Warnung und kämpfe bei weitem nicht mit dem Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel. Trotz der schweren militärischen Angriffe und Kriegsverbrechen von türkischer Seite, setzt die kurdische Freiheitsbewegung weiterhin auf eine friedliche Lösung im Dialog. Ziel ist, einen beidseitigen Waffenstillstand herzustellen, an den sich auch das türkische Militär hält. Der türkische Staat setzt jedoch weiter auf Eskalation, indem schwerste Menschenrechtsverletzungen an gefangenen und gefallenen Guerillakämpfer_innen durchgeführt werden, die Natur und die Lebensgrundlage der Menschen durch Brandbomben zerstört, Friedensaktivist_innen und kurdische Politiker_innen inhaftiert und kurdische Dörfer weiter zerstört und die Bevölkerung vertrieben werden. Aufgrund dieser Eskalation erklärte die kurdische Freiheitsbewegung die kurdische Region zur autonomen Region und führt viele Aktionen in diesem Gebiet durch. Es finden Guerillaaktionen in allen Teilen Nordkurdistans statt. Die Zerstückelung und Verstümmelung von Guerillaleichnamen durch das türkische Militär, hat große Bestürzung hervorgerufen und zu einem weiteren Anstieg militanter Aktionen durch organisierte Jugendliche geführt. In vielen Städten, allen voran Gever (Yüksekova) kam es zu schwersten Straßenkämpfen.

DERSIM: GUERILLAAKTIONEN WEISEN AUF „AUTONOMES KURDISTAN“ HIN
Die weit westlich gelegene kurdische Provinz Dersim, ist traditionell ein Schwerpunkt aufständischer Bewegungen. Aufgrund dieser Tradition versucht der türkische Staat auf verschiedenen Ebenen, den Widerstandsgeist der Bevölkerung zu brechen. Nach der Erklärung des Gebietskommandos der HPG Dersim ist eine besondere Methode des Spezialkriegs, die Benutzung der Prostitution, des Drogenhandels und die Einrichtung von Nachtklubs. Insbesondere die in der feministischen Tradition stehende und in Dersim starke linke Frauenguerilla YJA-Star wendete sich immer wieder gegen diese Einrichtungen. Nach mehreren Warnungen gab es in den letzten Wochen mehrere Bombenangriffe auf Läden dieser Art. Dabei wurde darauf geachtet, dass Menschen nicht in Gefahr kamen. Angriffe wurden ausschließlich außerhalb der Öffnungszeiten durchgeführt. Mit diesen Aktionen setzt die kurdische Guerilla in der Region ein deutliches Zeichen gegen die zerstörerische Politik.
Die Guerilla in der Region Dersim führte aber auch im Rahmen der Aktionen innerhalb der Kampagne für das „Autonome Kurdistan“ weitere Aktionen durch. Guerillas führten in den letzten Wochen an mehreren Orten in der Provinz Dersim Straßenkontrollen durch, bei denen sie Öffentlichkeitsarbeit machten und mit den Insassen der Autos politisch diskutierten.

COLÊMÊRG (HAKKARI): SCHWERE KÄMPFE, TÄGLICHE GUERILLAAKTIONEN
Die Provinz Colêmêrg, die sich u.a. in die Kreise Şemzînan (Şemdinli), Gever (Yüksekova), Çelê (Çukurca) und Colêmêrg unterteilt, stellt einen Schwerpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Guerilla und Militär dar. Täglich und zu jeder Uhrzeit führt die Guerilla hier Aktionen gegen die massive Militärpräsenz durch. Bei kleineren Angriffen werden des Öfteren Raketenwerfer und ferngezündete Bomben verwendet, die sich gegen das Militär richten. Bei größeren Aktionen, wie am 07.07. in Şemzînan, konnte die Guerilla erneut militärische Stellungen überrennen und einnehmen. Bei diesen Kämpfen starben mindestens 18 Soldaten. Die Guerilla konnte etliche Waffen beschlagnahmen. Ein weiteres Beispiel für die Vielzahl von Guerillaaktionen ist ein Angriff am 16.Juli gegen einen Sikorsky-Transporthubschrauber, der Soldaten und militärisches Material transportierte. Er geriet über der Region Şemzînan in Brand und musste sich rasch entfernen.

ANGRIFFE AUF MILITÄRISCHE LOGISTIK
Die Guerilla führte mehrere Aktionen gegen die militärischen Nachschubwege u.a. in der Provinz Colêmêrg durch. So griff sie am 5. Juli Lastwagen an, die dem Militär Nahrung bringen sollten. Dabei kam es zu einem hohen Sachschaden. Dabei warnte sie Zivilist_innen nochmals dem Militär Nahrung und Logistik zur Verfügung zu stellen. Am 12. Juli zerstörte die HPG eine Tankstelle in Çelê, die dem Militär Benzin zur Verfügung stellte. Auch in Dersim und anderen Provinzen fanden ähnliche Aktionen statt. Bei all diesen Angriffen kamen keine Zivilist_innen zu Schaden.

VERGELTUNGSAKTIONEN DER GUERILLA WEGEN VERSTÜMMELUNG VON LEICHEN
Die HPG und die Frauenguerilla YJA-Star führten mehrere Vergeltungsaktionen in Gedenken an die ermordeten und vom türkischen Militär zerstückelten Guerillas durch. Die YJA-Star griff am 6.07. mehrere Ziele in den Provinzen Xarpêt (Elâzığ), Colêmêrg, Cewlig (Bingöl) und Agirî (Ağrı) an. Dabei starben mindestens 13 Soldaten und 3 Verteidigungsstellungen des türkischen Militärs wurden zerstört. In Bazîd (Doğubeyazıt) wurde um 12:30 Uhr ein gepanzertes Fahrzeug vernichtet, in Xarpêt drei Verteidigungsstellungen des Militärs eingenommen, in Gever ein Militärkonvoi angegriffen und in Genç ein Militärstützpunkt mit zwei Aktionen angegriffen. Große Mengen militärischen Materials wurden beschlagnahmt. Bei den Aktionen starb eine Guerilla.

AKTIONEN GEGEN TODESSCHAWADRONEN DES JITEM
Der Geheimdienst der Jandarma, Jitem, der für mehr als 17.000 „Verschwundene“ in den letzten 30 Jahren verantwortlich ist, steigerte in den kurdischen Regionen erneut seine Aktivität und bedroht die Bevölkerung massiv. Die Guerilla führte mehrere Aktionen gegen Jitem-Mitglieder und Einrichtungen durch. In Wan tötete die Guerilla am 12.07. vier Mitglieder einer Aufklärungseinheit des Jitem. Am 07.07. zerstörte die Guerilla ein als „Teppichknüpfwerkstatt“ des Gouverneurs von Amed (Diyarbakır) getarntes Jitem-Zentrum.

ANGRIFFE AUF PIPELINES
Neben militärischen Zielen, nahm die kurdische Guerilla in den letzten Wochen mehrfach auch Ziele von hoher ökonomischer Bedeutung ins Visier. Am 03.07. griff die Guerilla die aus Kerkuk kommende Ölpipeline in der Nähe von Midyat an. Es entstand sehr hoher Sachschaden.
Am 16. Juli griffen HPG Guerillas in Giresun am Schwarzen Meer eine Erdgas-Pipeline zwischen Giresun und Ordu an. Es entstand ebenfalls hoher Sachschaden und die Pipeline war unterbrochen.

MILITANTE AKTIONEN DER APOISTISCHEN JUGENDBEWEGUNG
Die Wut über die fortgesetzt militärischen Aktionen und die schweren Menschenrechtsverletzungen durch türkisches Militär und Polizei brechen sich auch in einer Vielzahl militanter Aktionen vor Allem jugendlicher Aktivist_innen Bahn. Es kam vielerorts, auch in westtürkische Metropolen wie Istanbul und Izmir, zu militanten Aktionen kurdischer Aktivist_innen gegen die Operationen und die Verstümmelung der Guerillaleichname. Am 6.Juli erklärte die Apoistische Jugendbewegung innerhalb einer Woche mehr als 200 Autos in Istanbul in Brand gesteckt zu haben. Insbesondere Autos von Polizisten, Polizeifahrzeuge und offizielle Fahrzeuge waren Ziel der teilweise mit kleinen Sprengsätzen durchgeführten Angriffe. Sie erklärte: „Bis unser Volk und unsere Führung befreit ist, werden wir jeden Ort in ein Kriegsgebiet verwandeln. Jeder, der zum staatlichen Terror schweigt, ist ein Komplize. Deswegen wird jetzt in der vierten Phase bis zum Sieg niemand ruhig schlafen können. Unsere Ziele sind hauptsächlich staatliche Einrichtungen, Kollaborateure mit der schmutzigen Kriegspolitik und Institutionen. Unsere Aktionen gehen weiter.“ Auch am 07.07. wurden in Istanbul drei Fahrzeuge der der AKP nahestehenden Fetullah-Gülen-Stiftung in Brand gesetzt. In verschiedenen Städten fanden weiter militante Aktionen statt. So wurde am 06.07. in RIHA (Urfa) ein Sprengsatz auf einen Militärstützpunkt geworfen, Am 14.07. steckte die Apoistische Jugendbewegung in Istanbul aus Protest gegen die Folterungen sieben Autos und drei Läden von „Polizeiagenten“ in Brand. Am 13. Juli wurden drei Angriffe mit Molotowcocktails auf staatliche Einrichtungen und Supermärkte in Amed durchgeführt.
In vielen Städten wie Adana, Gever, Sêrt, Cizire, Istanbul, Mersin und Amed kommt es in den letzten Wochen immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Aktivist_innen und Polizei und Militär.

Quellen: ANF, ÖP. Gündem, Hakkarinews, Yüksekovahaber, Yüksekovaguncel


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 20. Jul 2010, 16:06
Gefechte in Hakkari: Sechs türkische Soldaten tot

Dienstag, Juli 20th 2010 3:40 PM
 
(http://95.170.203.115/images/cms-image-000055745.jpg)

Hakkari, 20. Juli (AKnews) – In der türkisch-kurdischen Provinz Hakkari kam es gestern Nacht zwischen den türkischen Streitkräften und den Guerillakämpfern der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu turkish soldiers in hakkari provinceerneuten Auseinandersetzungen. Bei den Gefechten kamen sechs türkische Soldaten ums Leben.

Laut Berichten türkischer Medien haben die Gefechte im Bezirk Kavuşak Hantepe in der  Provinz Hakkari von gestern Nacht bis in die Morgenstunden angedauert. Eine militärische Einheit, die aus dem türkischen Kayseri kam, wurde dabei von PKK-Rebellen angegriffen. Bei den Gefechten kamen sechs Soldaten ums Leben, mehrere sind verletzt.
 
Mehrere Kommando-Einheiten der türkischen Streitkräfte wurden mit Hubschraubern an den Kampfort gebracht. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Krankenwagen zu dem Ort fuhren.
 
Nach dem Kampf starteten die Streitkräfte eine umfangreiche Suchaktion in dem Gebiet. Murat Karayilan, der Vorsitzende der mit der PKK verbundenen Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), erklärte derweil zum wiederholten Male, dass die PKK „keine Kriegspropaganda“ betreibe, sondern sich nur gegen die türkischen Militärs verteidige.
 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 21. Jul 2010, 18:14
Zitat
Friedensgruppe kehrt zurück in den Irak
 
Mitglieder der Friedensgruppe, die einem Aufruf von Abdullah Öcalan gefolgt und am 19. Oktober in die Türkei gekommen waren, berichten, in die kurdischen Gebiete im Irak zurückzukehren. Beide Friedensgruppen, aus den Kandil-Bergen und aus dem Maxmur-Flüchtlingskamp, gehen auf Grund des Drucks der türkischen Armee zurück.
 
8 PKK-Mitglieder aus Kandil und 22 Flüchtlinge aus dem Maxmur-Flüchtlings-Camp waren dem Aufruf Abdullah Öcalan, in die Türkei zu kommen, gefolgt. Während sie nach ihrer Rückkehr aus dem Irak im Oktober von den Behörden zunächst unbehelligt blieben, sollen sie nun 8 Monate später vor Gericht.
Mit der Friedensdelegation sollte der Friedenswille der kurdischen Bevölkerung und der Freiheitsbewegung demonstriert werden und gleichzeitig die Türkei in ihrer Ernsthaftigkeit zur Lösung des kurdischen Konflikts in der Türkei getestet werden.
Die Entscheidung der Behörden im Oktober, die Friedensgruppen juristisch nicht zu verfolgen – wie es bei anderen Friedensgruppen vorher geschah –, wurde von kurdischer Seite als Geste der Versöhnung gesehen. Doch schon bald wurde die Gangart der Regierung gegen die politischen Vertreter und die Zivilbevölkerung härter. Die Polizei benutzte übermäßige und unverhältnismäßige Gewalt gegen kurdische Demonstrationen, bei denen Hunderte von Kindern verhaftet, eingesperrt und mit dem Vorwurf des Terrorismus bedacht wurden, weil sie Steine gegen die Polizei warfen.
 
Den Mitgliedern der Friedensdelegation wird nun vorgeworfen, für eine terroristische Organisation zu werben. Sie müssen mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren rechnen.
 
Quelle: ANF, 19.07.2010, ISKU


Zitat
Friedensdelegation: Der türkische Staat sabotiert die Verhandlungen
 
Die Friedensgruppen aus Kandil und aus dem Maxmur Flüchtlingscamp erklärten, dass der türkische Staat die Friedensverhandlungen sabotiert. Die Gruppe hielt nach ihrer Ankunft in Maxmur eine Pressekonferenz ab. Sie erklärten, dass sie in die Türkei gefahren seien, um einen Beitrag zu den Friedensgesprächen zu leisten, allerdings Aufgrund der Repression des türkischen Staates und des Verfahrens gegen sie war es ihnen unter diesen Umständen nicht möglich, länger in der Türkei zu verbleiben.
In einer Rede vor dem UN-Büro in Maxmur erklärte die Sprecherin der Gruppe Gülbahar Cicek, dass einige Mitglieder der Gruppe aus Kandil nicht in die Berge zurückkehren werden um zu kämpfen sondern in Maxmur bleiben werden, um ihren Einsatz für den Frieden fortzuführen.
Bülent Aka von der Gruppe vom Maxmur Camp sagte, die Umstände, die sie in den 1990iger Jahren dazu gezwungen haben zu fliehen, haben sich nicht verändert. Deshalb mussten sie in das Flüchtlingscamp zurückkehren.
Daran erinnernd, dass immer noch einige Mitglieder der Friedensdelegation in Haft sind, sagte Gülbahar Cicek: „Unsere Bewegung erklärte am 13 April 2009 zum sechsten Mal einen Waffenstillstand. Allerdings startete die AKP-Regierung am 14. April 2009 Festnahmen von Mitgliedern legaler kurdischer demokratischer Parteien und Organisationen. Ebenso wurden kurdische Frauen unterdrückt und misshandelt. Kurdische Kinder wurden verhaftet und Militäroperationen gegen die Guerilla verstärkt.“
Cicek erinnerte auch daran, dass anfangs eine dritte Gruppe aus Europa kommen sollte, aber auf Grund der Annäherung der türkischen Regierung wurde diese Initiative fallen gelassen. Weiter erklärte sie, dass der türkische Premierminister Erdogan seine Vorgehensweise geändert hatte, die so moderat begann. Aber später versuchte er unsere Rückkehr in die Türkei so darzustellen, als hätten wir aufgegeben. Die Friedensgruppe hat Briefe an den Präsidenten, das Parlament, den Premierminister und den Generalstab verschickt haben, um die Gründe für ihre Rückkehr in die Türkei darzulegen, aber sie haben keine Antwort bekommen. Außerdem haben sie beabsichtigt, die türkische Bevölkerung zu erreichen, um die Friedensbotschaft zu überbringen. Aber bedingt durch die von den türkischen Behörden geschaffen Atmosphäre, schlugen die Versuche fehl und blieben begrenzt auf die kurdischen Regionen.
Die Mitglieder der Friedensgruppe beantragten von den UN-Vertretern die Anerkennung als Flüchtlinge.
 
Quelle: ANF, 20.07.2010, ISKU
 
 
 
Eine Geschichte eines „Steine werfenden Terroristen“
 
Hunderte kurdische Kinder und Jugendliche sind in der Türkei eingesperrt worden. Ihnen werden terroristische Verbrechen vorgeworfen, weil sie Steine auf die Polizei geworfen haben sollen.
Einige dieser „Stein-Terroristen“ sind mit Erwachsenen zusammen inhaftiert und leiden unter verschiedenen Krankheiten.
Der Epileptiker Enes B. war 16 Jahre alt als er wegen Steinwürfe auf die Polizei inhaftiert wurde. Seine Mutter Valide B. beschreibt ihn als guten Sohn und Schüler in der Schule.
Enes wurde am dritten Tag von Eid el-Adha (Opferfest) 2009 verhaftet, als er das Haus verließ um Verwandte zu besuchen. Der Familie wurde bis zum nächsten Abend verweigert ihn zu sehen, obwohl er minderjährig ist. Valide B. berichtete, dass ihr Sohn im Gefängnis in der ersten Nacht 8 Stunden lang geschlagen wurde. Enes letzter epileptischer Anfall war 2 Jahre zuvor bis zu dieser Nacht, seitdem wird er öfters ohnmächtig.
Die Mutter protestierte gegen die Behandlung ihres Sohnes, indem sie 15 Nächte vor dem Gefängnis in Amed (Diyarbakir) übernachtete. Aber sie konnte ihrem Sohn hinter den hohen Mauern des berüchtigten Gefängnisses von Amed nicht helfen.
Enes wurde nach Elazig ins Gefängnis verbracht, wegen versuchter Rebellion im Gefängnis, weil er sich über die Haftbedingungen beschwert hatte. Außerdem wurde er mit 14 Tagen Einzelhaft bestraft, weil er sich, als er in Elazig ankam, weigerte mit unpolitischen Häftlingen zusammengelegt zu werden.
Seine Mutter Valide B. kann das Fahrgeld nach Elazig nicht aufbringen, um ihren Sohn jede Woche zu besuchen. Auch verlangt die Gefängnisverwaltung, dass sie die Fahrtkosten zum Gericht nach Amed übernimmt. Enes hat schon einige Anhörungstermine vor Gericht verpasst, weil die Familie die Fahrtkosten nicht bezahlen kann. Der Mutter ist es unverständlich, wie der Staat ein Gefängnis finanzieren kann, aber für die Überstellung der Gefangenen zum Gericht kein Geld hat.
Valide B. erklärte, dass ihr Sohn besser zur Schule gehen sollte als im Gefängnis zu sitzen. Auch sollte der türkische Premierminister Erdogan den kurdischen Konflikt lösen, indem er den Kurden mehr Rechte zugesteht anstatt kurdische Kinder ins Gefängnis zu werfen.
 
Quelle: ANF, 19.07.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 21. Jul 2010, 20:22
Karayilan hat Abrüstungsbedingungen festgelegt

(http://en.firatnews.com/photos/headline/karayilankandil.jpg)

Nach Gespräch mit BBC, sagte Murat Karayilan, er würde seinen Kämpfern befehlen die Waffen niederzulegen unter der Aufsicht der Vereinten Nationen, wenn die Türkei einem Waffenstillstand zustimmt und bestimmte Bedingungen erfüllt.

Alle seine Forderungen ließ er verlauten, inbegriffen das Ende der Angriffe auf kurdische Zivilisten und politische Gefangene in der Osttürkei.

„Wenn die kurdische Frage in einem demokratischen Weg durch Dialog gelöst würde, werden wir unsere Waffen niederlegen. Wir werden die Waffen dann nicht mehr tragen“ sagte Karayilan.
Wenn die türkische Regierung ablehnt dies zu akzeptieren, werden wir unsere Unabhängigkeit verkünden.

ANF / LONDON
ANF NEWS AGENCY; 21.07.2010
übersetzt Almanci


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 21. Jul 2010, 20:38
Gas Leitung in Agri sapotiert

(http://www.kulakco.com.tr/projeler/botas5.jpg)

Dogubeyazit in Nordkurdistan

Eine durch die Provinz Dogubeyazit verlaufende Gasleitung wurde sabotiert.
Während das Gasunternehmen BOTAS den Gasfluss abgeschnitten hat wurden Sicherheitskräfte in der Region eingesetzt.

Die Gasleitung transportiert iranisches Erdgas und wurde heute um 00:05 Uhr angegriffen. Der Gouverneur der kurdischen Provinz Agri  Ali Yerlikaya hat angegeben, das eine untergeschobene ferngesteuerte Bombe die Explusion verursacht haben könnte.

Die HPG hat also die Giresun-Ordu Gasleitung angegriffen am 16.07.2010.

ANF / AGRI

ANF NEWS AGENCY

übersetzt Almanci


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 21. Jul 2010, 21:14
Kurdisch ist türkischen Richtern noch „unbekannt“

Während der türkische Staatskanal in kurdisch sendet und die AKP Regierung sich selbst lobt das Verbot der kurdischen Sprache abgeschafft zu haben, sehen die türkischen Gerichte weiterhin „kurdisch“ als unbekannt.

7 von 18 kurdischen Studenten der Hochschule sind in Izmir vor dem Strafgericht Nr. 8 und werden für Mitglieder der PKK gehalten, weil sie sich in kurdisch verteidigen wollten.
Obwohl die Angeklagten aussagten sie könnten sich besser auf kurdisch verteidigen, da es ihre Muttersprache sei, haben die Richter die Bitte abgelehnt wegen der Tatsache, dass die Angeklagten im Stande seien müssten türkisch zu sprechen wegen der hohen Qualifikation. Und kurdische wurde beschrieben als „unbekannte Sprache“ in den richterlichen Akten.

ANF / IZMIR
ANF NEWS AGENCY, 21.07.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Keske___sor am 21. Jul 2010, 21:47
    Das Militär hat noch eine "Ceylan" getötet.

ANF -  In dem mit Van verbundenen Dorf Kurubas wurde Calan Sadik (16), als sie mit ihrer Familie zu einem Picknick gegangen war, von einem Schuss in den  Kopf getroffen, als Schüsse  von der Hacibekas -Kaserne abgegeben wurden. Der Picknickplatz befindet sich neben der Kaserne. Sie wurde sofort nach Van ins das Yüzüncü Yil Üniversitesi Egitim ve Aristirma Krankenhaus in Van gebracht , wo sie bei der Operation verstarb.

www.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=30093


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 23. Jul 2010, 20:04
Zitat
Şirnex wieder zur „militärischen Sicherheitszone“ erklärt
Während die türkische Armee verstärkt ihre Operationen gegen die PKK-Guerilla erklärt hat, wurden einige Teile der Provinz Şirnex als „vorübergehende militärische Sicherheitszone“ für Zivilisten und Journalisten geschlossen.
Laut Internetseite des türkischen Generalstabs wurden die Berge in Elkê (Beytüşşebap) in der Provinz Şirnex für den Zeitraum vom 25 Juli bis 25 September 2010 zur Sicherheitszone erklärt.
            (ANF, 22.7., ISKU)
 
38 Verhaftungen in Xisxêr
Als Folge der Angriffe der HPG-Guerilla auf die Polizeistation und die Polizeiunterkünfte in Xisxêr (Pervari) in der Provinz Sêrt am 17.07., wurden 38 Personen verhaftet. Die türkische Armee verwandelt die Provinz in einen Militärposten, Ein- bzw. Ausreise aus dem Gebiet ist für die Bevölkerung verboten worden. Zudem wurde eine 2-tägige Nachrichtensperre verhängt. Die Telefonleitungen wurden un­brauchbar gemacht und die Stromversorgung wurde unterbrochen.
            (ANF, 18.7., ISKU)
 
Disziplinarstrafen gegen kurdische Gefangene
180 kurdischen Gefangenen, darunter 18 Minderjährige, wurden mit einer zweimonatigen Disziplinarstrafe wegen Teilnahme an einem Hungerstreik bestraft. Die Gefangenen hatten im Juni mit einem Hungerstreik gegen die schlechten Haftbedingungen im Gefängnis von Mêrdîn protestiert. Die Mutter eines Gefangenen berichtete, dass den Gefangenen der Hofgang sowie jegliche Freizeitaktivitäten verwehrt werden.
            (ANF, 22.7., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 25. Jul 2010, 14:07
Kurden protestieren am Jahrestag gegen Vertrag von Lausanne

(http://en.firatnews.com/photos/headline/losanna.jpg)

Quelle: Firat News
Artikeldatum: 25.07.2010
übersetzt von Almanci

Die in der Schweiz lebenden Kurden protestierten gegen den Vertrag von Lausanne vor dem Gebäude, wo er unterzeichnet wurde.
Die Protestanten forderten die UN dazu auf, den Druck der türkischen Regierung gegen Kurden zu unterbinden.

Hunderte Kurden und deren Freunde versammelten sich am Riponne-Platz und marschierten bis zu dem Platz an dem der Vertrag von Lausanne am 24.07.1923 unterzeichnet wurde. Einige türkische sozialistische Parteiangehörige und Einwanderungsorganisationen unterstützen den Protest.

Metin Aydin der als Leiter der Versammlung in Lausanne sprach, sagte, dass der damalige türkische Deligierte Ismet Önünü den Vertrag im Namen der Kurden unterschrieben hatte. Allerdings unterzeichnete er den Vertrag, um die Existenz der Kurden zu leugnen und ihre Heimat auf vier Staaten (Türkei, Irak, Iran, Syrien) aufzuverteilen.

Der Sprecher der kurdischen Vereinigung in Basel, Bahattin Altuntaş, sagte: „Die Schweiz wo der Vertrag von Lausanne unterzeichnet wurde, ließ die Kurden leiden, bis sie für die demokratische Lösung des Kurdenproblems eine Rolle spielen.

Er verurteilte die neuste Hinrichtung kurdischer Freiheitskämpfer durch türkische Soldaten und die Misshandlung ihrer Körper, weiter sagte Altuntaş, die Türkei verletze die Genver Konvention und andere Staaten sollten etwas gegen die unmenschliche Brutalität tun, welche dem kurdischen Volk angetan wird.

Der Vertrag von Lausane wurde zwischen dem osmanischen Reich und den westlichen Allierten unterzeichnet, nachdem der Vertrag von Sevres (1920) aufgehoben worden war.

Wogegen der Vertrag von Sevres die Existenz der Kurden anerkannte und Ihnen dort wo sie in der Mehrheit lebten, erlaubte, einen eigenen Staat zu bilden.

Der Vertrag von Lausanne verweigert nicht nur das Recht auf Selbstbestimmung der Kurden, sondern auch ihre Existenz. Lediglich Nicht-Muslime wurden unter diesem Vertrag als Minderheit anerkannt, es wurde verhindert das Kurden Minderheitenrechte genossen, diese bekamen nur Griechen, Armenier und Juden.

Edit: nach Anfrage von Alamci Übersetzung korrigiert.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 26. Jul 2010, 14:25
Kom Kurd Präsident erwartet eine Reaktion

(http://en.firatnews.com/photos/headline/roma4.jpg)

Quelle: Firat News
Datum: 26.07.2010
Übersetzer: Almanci


Das Berufungsgericht in Venice wird in den nächsten Tagen eine Stellungnahme zu Nizamettin Toguc Anwalt abgeben, auf den Antrag seinen Mandaten auf freien Fuß zu setzen.

Toguc wurde letzte Woche in Padova von der italienischen Polizei inhaftiert nachdem die Türkei dies verlangt hatte.

ANF sprach mit Toguc Anwalt, Arturo Salerni.

„Wie ich die Situation um Toguc bestellt?“

Toguc hat es klar abgelehnt in die Türkei ausgeliefert zu werden und nun müssen wir abwarten auf die Entscheidung des Gerichtes.

"Können Sie diese Verhaftung in Zusammenhang stellen mit den kürzlichen europäischen und insbesondere italienischen Aktionen gegen Kurden?“

Toguc, ehemaliger MP in der Türkei und ein wichtiger kurdisch politischer Repräsentant in Europa, ist seit Jahren ein politischer Flüchtling in Holland gewesen. Er wurde holländischer Bürger ungeachtet der zahlreichen Auslieferungsersuchen der Türkei. Er bewegte sich frei durch die Länder der europäischen Union. Die Tatsache das Italien einen internationalen Haftbefehl anordnet, zeigt das die Türkei starken Druck auf unser Land betreibt.
Aber es zeigt auch, dass das unsere Sicherheitsorgane diesem Druck nachgeben. Glücklicherweise haben bisher das Gericht in Venice genauso wie das Berufungsgericht in Florenz und Rom geäußert, dass sie ihre Meinungen und Begründungen von Recht und Gesetz über die Begründungen von Regierungsbeziehungen stellen.

Vielleicht sind die letzten Ereignisse in Italien beeinflusst worden von ungewöhnlichen Beziehungen zwischen dem italienischen Präsident Silvio Berlusconi und dem türkischen Premier Minister Recep Tayyip Erdogan.

"Können Sie irgendwelche Beziehungen mit anderen kurdischen politischen Persönlichkeiten (Nedin Seven) erkennen?"

Einige Monate zuvor hatte das Berufungsgericht in Rom den Antrag gegen Mr. Seven wegen neuerlicher Auslieferung (von Frankreich in die Türkei) abgelehnt, er wurde von Richtern der Türkei beschuldigt ein Mitglied der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) in Europa zu sein, darum sagte Paris „Nein“ zur Auslieferung.

Im Fall von Herr Toguc ist immer mehr klar das infolge dessen Seven genau die Rolle von Herrn Toguc seit 1994 gehabt hatte, beide im türkischen Parlament und dann hier in Europa.
Die Türkei fragt nach Auslieferung von Herrn Toguc auf der Basis von zwei Haftbefehlen, einer vom Gericht in Ankara (wegen Terrorismus und Verbindung zur PKK) und der zweite von einem Gericht in Diyarbekir (wegen Separatismus). Die Türkei hat eine komplette Akte vorgelegt welche die Anklage formuliert, aber wie wir hat die Verteidigung in Venice erklärt, das die Beschuldigung politisch ist und daher nicht für eine Grundlage der Auslieferung verwendet werden kann.
Jetzt warten wir auf die erste Antwort des Berufungsgerichtes in Venice und die Unterlagen aus der Türkei noch vor der ersten Anhörung betreffend der Auslieferung. Die erste Anhörung wird im Oktober stattfinden.
Wir haben eine sehr lange detaillierte Memoire sowie ein umfangreiches Dokument vorgelegt.
Wir werden neue Dokumente vorlegen und darauf bestehen, Herr Toguc auf freien Fuß zu setzen, solange er auf seine Anhörung wartet.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 01. Aug 2010, 16:56
Reaktion in London gegen die „Lynchversuche“

Quelle: Firat News
Datum: 31.07.2010

Die Lynchversuche gegen kurdische Menschen in İnegöl und Dörtyol hat die Presse in Englands Hauptstadt protestieren lassen.
Die Presseerklärung, welche vom britischen Rat für Frieden gehalten wurde, wurde durch zivile Gesellschaftsorganisationen unterstützt.
In der Erklärung rief der britische Friedensrat zur Aufmerksamkeit der Lynchversuche und zur gegenseitigen Feuereinstellung auf.

Jene Stellungnahme unterstützt von zahlreichen Behörden, wurde vor dem Gebäude von Amnesty International gehalten.
Laut weiteren Aussagen traf die Gruppe Obrigkeiten von Amnesty und gab ihnen Ihre Erklärung ab.
Sie wurde auch von der Friedenskampagne "Kurdistan", Fed-Bir, Roj Ratsvorsitzende Halkevi folgendermaßen unterstützt:

„Die Ablehnung der Minister und Führungskräfte sollte nicht mitberücksichtigt werden. Wenn der Ministerpräsident und der Generalstab nicht einmal einer politischen Partei für kurdischen Menschen antwortet und sie vertretet, werden sie nachgeben, um wieder gegen die BDP (Partei für Frieden und Demokratie) anzugreifen. Vorangegangen ist der Punkt in verschiedenen Städten westlich des Firat das Leute Angriffen ausgesetzt wurden, nur weil sie Kurden sind. Bei den Ingöl Wahlen hatte die AKP Mehrheit der Stimmen, weil dort viele kurdische Menschen leben. Ein einfacher Fall ist genau Dörtyol wo Geschäfte kurdischer Menschen ausgewählt und zerstört wurden.“


Auch indiymedia hat einen Artikel über das türkisch-rassistische Problem veröffentlicht
http://de.indymedia.org/2010/07/287022.shtml


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 01. Aug 2010, 23:38
Leider sitzen in der engl. Redaktion von Firat-News keine Sprachgenies. Und wenn dann die Übersetzung einer schlechten Übersetzung noch weitere Fehler beinhaltet, kommt sowas raus wie diese letzte Kurzmeldung, die dann alle Klarheiten beseitigt. Es ist sinnvoller, die englischsprachigen trk. Zeitungen auszuwerten und evtl. Kurzkommentare hier einzusetzen, die nur kleinere übersetzte Passagen enthalten, die ann ich dannauch zur sprachliche korrigierend redigieren  denn da kann ich mit dem Original vergleichen. Aber bei diesem Text, weiß ich an einigen Stellen nicht, was der Autor beabsichtigt hatte.

Ich werde jetzt auch regelmäßiger diese Artikel im Original in der KM-Fanpage (oben links auf den grünen Namen klicken!) verlinken, mit einem kurzen "Aufmacherkommentar" von mir. Zu mehr lassen mir meine Familienpflichten keine Zeit mehr. Werde die relevanten Artikel aus meinem Archiv dort heute nacht noch einsetzen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 02. Aug 2010, 21:51
Zitat
Haftbedingungen von Abdullah Öcalan

CPT-Bericht soll von türkischen Medien manipuliert worden sein


Die AnwältInnen des inhaftierten Abdullah Öcalan berichten, dass der CPT-Bericht über die Gefängnisinsel Imralı absichtlich von den türkischen Medien falsch dargestellt wurde.

Die AnwältInnen berichteten, dass die Standards im Imralı-Gefängnis nicht mit den anderen F-Typ Gefängnissen in der Türkei übereinstimmen. Das CPT zeige diese Defizite auf und schlägt der Türkei vor, den minimal Standard einzuhalten.

Die AnwältInnen Öcalans hatten den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu den Haftbedingungen im Imrali F-Typ Hochsicherheitsgefängnis angerufen. Vom 26.-27. Januar 2010 hielt sich eine Delegation des europäischen Komitees zur Verhinderung von Folter und unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Bestrafung (CPT) auf der Gefängnisinsel Imralı auf.

Der zwanzigseitige Bericht über die Haftbedingungen wurde am 9. Juli 2010 mit Einverständnis des türkischen Staates herausgegeben.

Nach den türkischen Medien soll das CPT bestätigt haben, „dass es keine Isolation in Imralı gibt.“ Nachdem die Anwälte Öcalans den Bericht sorgfältig gelesen hatten kamen sie zu dem Schluss, dass „die Nachrichten der türkischen Medien eine klare Verfälschung des Berichtes seien und sich weit entfernt haben von Inhalt und Geist des CPT-Berichts.“

Die Anwälte wiesen ausdrück­lich auf die Bedingungen hin, die im Bericht unterstrichen waren:


Die Einzelhaftbedingungen

Die Zelle, in der sich der Abdullah Öcalan befindet, bekommt nicht genügend Sonnenlicht. Es ist nicht möglich ohne künstliches Licht zu lesen. Grund dafür sind die 7 Meter hohen Mauern, die das Gebäude umgeben. Die Mauer schirmt auch die Sonne im Außenbereich ab, was zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen könnte.


Verletzung des Rechtes auf Kommunikation

Das CPT stattete auch dem F-Typ Gefängnis Kırıkkale einen Besuch ab, welches dem gleichen Sicherheitsstandards wie dem F-Typ Gefängnis Imralı entsprechen soll.

Die Bedingungen in Kırıkkale sind besser als in Imralı. Trotz der Tatsache, dass in beiden Gefängnissen Gefangene le­bens­lang einsitzen, können Insassen in Kırıkkale andere Insassen außerhalb ihrer Zellen bis zu 90 Stunden in der Woche treffen. Die Gefangenen in Imralı dürfen nur 36,5 Stunden außerhalb ihrer Zellen verbringen. Ihnen ist nur für 8 Stunden gestattet, andere Insassen zu treffen.

Das CPT findet es unverständlich, warum Öcalan nicht erlaubt wird, mit anderen Gefangenen während des Ausgangs Kontakt zu haben und schlägt der Türkei vor, ihm dies zu erlauben.

Das CPT berichtet, dass andere Insassen in Imralı TVs in ihren Zellen haben. Öcalan wird dieses Recht verweigert. CPT fragt die türkische Regierung nach einer Erklärung.


Kontakt mit der Außenwelt

Das CPT schlägt der Türkei vor, den Insassen einmal im Monat Besuch von nahen Familienangehörigen zu gestatten. Wiederholt wird gefordert, Öcalan Telefongespräche mit Familienangehörigen zu gestatten.


Gesundheitliche Belange

CPT berichtet, dass die diensthabenden Ärzte für Notfälle nicht qualifiziert genug sind. Es sollte ein Notfallsystem geben, um Insassen in ein Krankenhaus zu transportieren.

Öcalan ist psychologisch fit, er hat nur Furcht wegen der Anträge, welche die türkische Regierung nicht erfüllt.

Öcalan ist gezwungen jeden Morgen an einer medizinischen Untersuchung teilzunehmen. Dies ist nicht nur unnötig, sondern stört auch seine psychologische Situation. (ANF, 20.7.2010)
 


Putsch-Ermittlungen erschüttern Militärführung

Die Aufarbeitung eines mutmaßlich geplanten Militärputsches in der Türkei aus dem Jahr 2003 erschüttert die Militärführung des Landes. Unter den 102 Verdächtigen, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, seien 25 amtierende Generäle und Admiräle, berichtete die Zeitung "Milliyet" am Montag auf ihrer Website. Am Vortag war der pensionierte Vier-Sterne-General Cetin Dogan als Kopf der mutmaßlichen Verschwörer festgenommen worden.

Dogan soll mit fast 200 anderen Beteiligten 2003 einen Putsch gegen die islamisch geprägte Regierungspartei AKP geplant haben. Er war am Sonntag nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Istanbul von Polizisten in Zivil abgeführt worden, wie der Fernsehsender CNN-Türk berichtete. Dem Sender NTV zufolge sollte er am Montag einem Richter vorgeführt werden. Stattdessen wurde er nach Angaben seiner Anwälte in der Nacht zu Montag in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er wegen eines drohenden Herzinfarktes zwi­schen­zeitlich auf die Intensivstation gebracht wurde.

Die Haftbefehle gehen ihn und 101 mutmaßliche Mitverschwörer waren am Freitag erlassen worden. Insgesamt sind damit nun 196 mutmaßliche Beteiligte angeklagt. Zu ihnen gehören laut "Milliyet" auch 17 pensionierte Generäle - darunter die früheren Chefs der Marine und der Luftwaffe des Landes. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag berichtete, fochten die Anwälte von 32 Verdächtigen die Haftbefehle gegen ihre Mandanten inzwischen an.

Den Verschwörern wird vorgeworfen, sie hätten nach dem Amtsantritt von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und seiner religiös geprägten AKP einen gewaltsamen Umsturz geplant. Unter dem Decknamen "Operation Schmie­dehammer" soll dabei unter anderem geplant worden sein, Anschläge auf Moscheen zu verüben und Spannungen mit Griechenland zu schüren, um die Türkei ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen.Die türkische Armee versteht sich als Hüterin der laizistischen Grundordnung des Landes und stürzte in einem halben Jahrhundert bereits vier Regierungen. (DS, 26.7., ISKU)


Zitat
NGOs: Öcalan sollte als Gesprächspartner anerkannt werden

649 Nichtregierungsorganisationen aus allen kurdischen Gebieten kamen in Amed (Diyarbakır) zusammen, um eine Friedensinitiative für eine friedliche Lösung des Kurden-Konflikts in der Türkei zu gründen. Sie riefen den türkischen Staat auf, die militärischen Angriffe gegen die PKK einzustellen. Die NGOs forderten ebenfalls die PKK auf, einen Waffenstillstand zu erklären.

Die Initiative fordert beide Seiten auf, ihre Waffen niederzulegen. Die Türkei müsse die verhafteten kurdischen Kinder freilassen. Der Geltungsbereich des Anti-Terrorgesetzes darf nicht weiter auf Kinder angewendet werden. Die 10%-Wahlklausel soll verringert werden.

Der Vorsitzende der PKK, Abdullah Öcalan, der weiterhin eine einflussreiche Persönlichkeit für das kurdische Volk ist, sollte als Gesprächspartner für die Verhandlungen anerkannt werden. (ANF, 21.7., ISKU)

 

BDP-Friedenskonvoi nach Dörtyol

Wegen der faschistischen Angriffe gegen die KurdInnen in Dörtyol im Bezirk Hatay beschloss die Partei für Frieden und Demokratie (BDP) einen „Friedenskonvoi“ nach Dörtyol. Vor Ort will sich die Delegation mit den Opfern der Angriffe sowie mit den zuständigen Beamten treffen, um die Gründe für die Unruhen in der Stadt und die Nachlässigkeit der Beamten bei der Verhinderung der Angriffe herauszufinden.

Der Konvoi, an dem sich die BDP-Kovorsitzenden Selahattin Demirtas und Gulten Kisanak sowie andere BDP-Abgeordnete beteiligen, setzte sich am frühen Morgen in Amed in Bewegung. Etwa 50 Fahrzeuge beteiligen sich an dem Konvoi. Zwischen Riha (Urfa) und Antep wurde der Konvoi von türkischen Sicherheitskräfte gestoppt. Die AktivistInnen sowie deren Papiere wurden überprüft.

Während die KurdInnen in Dörtyol sich auf den Konvoi vorbereiten, hat der Gouverneur von Hatay dem Konvoi, einschließlich der kurdischen Abgeordneten, das Betreten der Stadt untersagt. Das Verbot begründet er mit der „Empfindlichkeit“ der Einheimischen. (ANF, 29.7., ISKU)

 

Italien verhaftet Vorstandsmitglied von KON-KURD

Nizamettin Toguc, Vorstandsmitglied der Föderation der kurdischen Vereinigungen in Europa (KON-KURD) wurde in Italien verhaftet.

Die italienische Polizei soll in Zusammenarbeit mit dem italienischen Geheimdienst Digos auf Antrag der Türkei den Vorsitzenden von KON-KURD bereits am 18. Juli in Padova Venedig verhaftet haben.

Nizamettin Toguc (58) ist Nie­derländischer Staatsbürger. Herr Toguc ist ein bekannter Politiker, erwurde 1991 in das türkische Parlament gewählt und musste Aufgrund des Drucks des türkischen Staates das Land verlassen. Er ist seit 2006 Vorsitzender einer legalen Organisation, die die Kurden in ganz Europa vertritt.

KON-KURD fordert Italien auf, Herrn Toguc sofort frei zu lassen. (ANF, 21.7., ISKU)




Anmelderin einer Solidaritätsdemonstration mit der kurdischen Freiheitsbewegung vor Gericht verurteilt
 
Vor dem Landgericht Berlin in der Turmstraße fand heute der Prozess gegen
die Anmelderin der Demonstration „Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf“ vom 15.08.2009. Die Polizei, die  während der Demonstration immer wieder durch ihre besondere Aggressivität und der mehrfachen massiven Gewaltanwendung auffiel, warf der Aktivistin
Landfriedensbruch, versuchte Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen  Vollstreckungsbeamte vor.
Am Anfang des Prozesses machte die Aktivistin in einer politischen  Prozesserklärung deutlich, dass hier nicht die angeblichen Straftaten  Gegenstand sein sollten, sondern:  „dass der türkische Staat in alldem [der Repression, dem Krieg, den  extralegalen Morden, der Folter] von der Bundesregierung tatkräftig  unterstützt wird, durch Rüstungsexporte – seien es nun geschenkte NVA
Panzer, verkaufte Helikopter oder Schusswaffen, durch Polizeiausbildung  oder Export von Gefängnismodellen. Als europäische Vorreiterin im PKK  Verbot diffamiert die Bundesregierung das Recht auf Widerstand,  kriminalisiert politische Aktivisten, mit dem Ziel eine politische  Basisbewegung wiederum in Europa mundtot zu machen.“
 
Geladen waren zur heutigen Verhandlung drei Zeugen - zwei Polizeibeamte und  ein kurdischer Demonstrationsteilnehmer. Der kurdische  Demonstrationsteilnehmer war unter dem Einsatz völlig unverhältnismäßiger  Gewalt von diesen beiden und weiteren Polizisten, wegen des angeblichen
Tragens einer verbotenen Fahne festgenommen worden. Bei dieser Festnamesituation, in der der Teilnehmer der Brutalität der  Beamten ausgesetzt war, soll die Anmelderin interveniert haben. Während sich die beiden Polizeizeugen ganz offensichtlich widersprachen und vor  allem der erste Polizeizeuge an entscheidenden Stellen „Gedächtnislücken“  aufwies, konnte er sich an alles, was in die Verurteilungsstrategie von  Staatsanwaltschaft und Gericht passte, unwahrscheinlich genau „erinnern“. Die Schilderung dieses Polizeizeugen grenzte dabei ans Absurde - die  Anmelderin soll einen Polizisten am Nacken gepackt haben und gleichzeitig mit der anderen Hand versucht haben, den Gefangenen zu befreien.
 
Der kurdische Demonstrationsteilnehmer schilderte sehr eindrücklich die für ihn persönlich schweren Konsequenzen, der an ihm verübten Polizeigewalt. Der schon zuvor Traumatisierte(,) erlebte durch den Angriff erneut ein schweres Trauma. Er erklärte, noch Monate später unter schweren  Schlafstörungen zu leiden und das Gesicht des prügelnden Polizisten nicht  mehr aus dem Gedächtnis zu bekommen. Aus diesem Grund hatte er auch im vorrangegangenen Prozess gegen ihn, das Urteil akzeptiert, obwohl er ganz offensichtlich nach Aktenlage das Opfer einer Verwechslung geworden war. Er sah sich aufgrund seiner Erlebnisse an diesem Demonstrationstag nicht mehr in der Lage, dem Beamten ein weiteres Mal gegenüberzutreten, der ihn so schwer traumatisiert hatte und der
Justiz, deren einziges Interesse in der Verurteilung des jungen Kurden zu liegen schien.
Die Staatsanwältin fiel durch offen zur Schau gestellte Ablehnung auf, in dem sie während der Befragung des Zeugen lediglich eine Frage beantwortet haben wollte: „Wie lange sind sie schon in Deutschland und ist ihnen ihr Fehlverhalten bewusst gewesen?“ In den Prozesspausen fiel die Staatsanwältin zudem durch abfällige Äußerungen bezüglich des kurdischen Zeugen und offensichtlicher Kumpanei mit den Polizeibeamten auf.
Später - im Plädoyer - der Staatsanwaltschaft wurde der traumatisierte Flüchtling ironisch als „absolutes Opfer“ verhöhnt, während der ihn, nach Augenzeugenaussagen verschiedener DemonstrationsteilnehmerInnen, misshandelnde Polizist als glaubwürdiges Opfer von „Gewalttätern“ aus der Demonstration heraus und vor Allem von der Anmelderin dargestellt wurde.
Dass diese Praxis der Polizeigewalt, Einschüchterung und anschließender juristischer Verfolgung der Opfer keinen Einzelfall darstellt, ist in der aktuellen Amnesty International Kampagne „Mehr Verantwortung bei der Polizei“ gut dokumentiert.
 
Die Richterin folgte weitgehend der Argumentation der Polizisten und Staatsanwältin und verurteilte die Anmelderin wegen Widerstand und versuchter Gefangenenbefreiung zu 60 Tagessätzen a 30,-. Dagegen werden Rechtsmittel eingelegt.
Das Urteil zeigt den Verurteilungswillen deutscher Gerichte auch bei widersprüchlicher Beweislage(,) gegen linke politische AktivistInnen und Bewegungen. Im Besonderen zeigt sich das(,) an der Repression gegen die kurdische Freiheitsbewegung in der BRD. Nach diesem Prozess bleibt nur noch in Anlehnung an Döblin mit den Worten der Akivistin zu schließen:
 
„Mir kommt die Inszenierung dieses Prozesses vor, als wenn derjenige, der über den Rasen gelaufen ist verurteilt werden soll, anstatt derjenigen, die unter dem Rasen die Leichen verscharrt haben.“
 
Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin, 27.7.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 04. Aug 2010, 11:22
Guerilla übernimmt Verantwortung für Zug-Sabotage

Die Volksverteidigungskräfte HPG bekennen sich zu der Sabotage-Aktion auf einen Zug zwischen den Städten Erzingan und Sêwaz.
Laut einer Pressemitteilung der HPG wurde gezielt ein Zug mit Militärfahrzeugen und -ausrüstung am Montag den 2. August um 8:30 Uhr angegriffen. Acht Waggons entgleisten. Die militärische Ausrüstung wurde zerstört. Der Guerilla sei bewusst gewesen, dass auch Zivilisten mit dem Zug unterwegs waren. Es seien aber gezielt die Waggons des Militärs angegriffen worden. Die HPG warnte die Zivilisten und riet ihnen für die Zukunft, nicht mit Zügen, die militärisches Material transportieren, zu reisen.

Quelle: ANF, 03.08.010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 04. Aug 2010, 13:53
Zitat
Kurden sind ein solzes Volk – sie kämpfen für ihre Freiheit

(http://en.firatnews.com/photos/headline/daghan.JPG)

"Riechst du das? Das ist der Geruch des Krieges. Das geht dir an die Gurgel, das ist überall."

Der junge Mann riecht die Luft und möchte, dass wir es auch tun. Krieg hat einen Geruch. Bitter und intensiv. Der Geruch, hinterlassen von einem der F16 Jagdbomber, die in dichter Folge über uns hinweg fliegen. Oder der Geruch eines beschleunigenden Autos; der Geruch des Staubes in dieser gefolterten Stadt. „Amed (Diyarbakır)“, spricht der junge Mann mit leiser Stimme.

Er wirkt gefasst.


weiterlesen im Online-Magazin von Kurdmania: http://www.kurdmania.com/News-sid-Kurden-sind-ein-stolzes-Volk-sie-kaempfen-fuer-ihre-Freiheit--1177.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 05. Aug 2010, 01:18
Zeitbombe im Rathaus von Dersim gefunden - von Polizei entschärft.
(http://www.keditor.com/uploads/news/olaylar/dersim_belediye_bomba.jpg)
Im Rathaus von Dersim entdeckten Mitarbeiter einen hochwirksamem Sprengkörper mit Zeiteinstellung und 250 Gramm Plastiksprengstoff ("C-4" und "A-4").

Die zur Entschärfung eingesetzten Sicherheitskräfte sagten, die Bombe wäre so eingestellt gewesen, dass sie am Samstagmittag detonieren sollte, allerdings versagte die Batterie.

Die Bürgermeisterin von Dersim, Edibe Şahin, erklärte dazu, dass das Rathaus in den letzten Wochen wegen des Kulturfestivals in der Stadt geöffnet war. Die Bombenleger hätten sich wohl die Menschenmenge, zunutze machen wollen, die am Samtatmittag im und am Rathaus erwartet wurde.

Zu diesem Termin fand dort eine Podiumsdiskussion statt, bei der Osman Baydemir, Oberbürgermeister von Diyarbakır, der größten Stadt im überwiegend von Kurden bewohnten Teil der Türkei, eine Rede hielt zum Theam des kommunalen Selbstverwaltungsprojekts seiner Partei BDP. Dabei betonte Baydemir, dass er und seine Parteifreunde die kurdische Flagge neben der türkischen vor öffentlichen Gebäuden wehen sehen möchten.

Edibe Sahin erläuterte weiter, die Bombe wäre von Belegschaftsangehörigen der Stadtverwaltung gefunden worden, als diese das Materiallager aufsuchten, um Arbeitsgeräte zu holen. Sie erklärte, dass die Polizei eine Untersuchung begonnen habe und man den oder die Bombenleger zu ermitteln erwarte.

Der BDP-Parlamentsabgeordnete Seraffetin Halis informierte sich auch vor Ort bei der Bürgermeisterin.

Quelle: Meldung im englischen Dienst der Agentur ANF-Firat am 4. August 2010.

Edit: Auf Bitte von Almanci von Amos korrigiert.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 06. Aug 2010, 13:00
Baydemir: Dersim Bombe war eine Probe für ein Massaker

(http://gundem-online.net/resimler/dersim_panel_baydemir.jpg)

Quelle: http://en.firatnews.com/index.php?rupel=article&nuceID=717
Zitat
Bei der Eröffnungsveranstaltung des Projektes "Wir beginnen die Umgestaltung der Welt in unserer Stadt" sagte Ameds [trk.: Diyarbakırs] Oberbürgermeister Osman Baydemir, dass die im Dersimer Rathaus platzierte Bombe "der Probelauf für ein Massaker war".

Der Empfang zur Projekteröffnung fand statt im Festsaal des Sümerpaks und thematisierte "Die Rolle der Jugend für gutes [Projekt-]Management und [hohe} Beteiligung". Teilnehmer waren neben Oberbürgermeister Baydemir auch der rumänische Parlamentsabgeordnete Edler Andras und der ungarische Abgeordnete Kriztan Kapus. In seiner Rede zu dieser Veranstaltung wies Baydemir darauf hin, dass normales Leben nicht erwartet werden kann, solange die grundlegenden Voraussetzungen für eine soziale Ordnung nicht erfüllt werden.

Anschließend beantwortee Baydemir Journalistenfragen zum Bombenanschlag im Rathaus von Dersim so: "Wie ich schon zuvor betont habe, gilt es für mich zwei Pflichten: eine ist [die Sorge für] mein Leben, die mir von Gott aufgetragen wurde, die andere ist die Vertretung meines Volkes. Wenn es an der Zeit ist, werde ich für beide Rechenschaft ablegen. Wenn wahr ist, was über {den Vorfall in] Dersim behauptet wurde, dann war dies der Probelauf für eine Schlächterei. Um die Wahrheit zu sagen: Ich bat weder früher noch tue ich es heute um Gnade gegenüber den Drohungen und Einschüchterungsversuchen mir gegenüber. Aber, wenn jemand mir übel gesonnen ist, sollten Kinder und Frauen unversehrt bleiben. Deshalb möchte ich klarstellen: Ich trage keine Waffen. Wenn Sie mich also erschießen möchten, können sie das leicht bewerkstelligen, weil mein Aufenthaltsort allen bekannt ist. So etwas zu versuchen in der Mitte einer großen Menschengemeinde, ist jenseits jeder Moral.

(edit: Übersetzung nach Absprache bearbeitet)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 06. Aug 2010, 19:43
Zitat
Kurdischer Bürgermeister wegen Rede über Autonomie angeklagt

Die Staatsanwaltschaft von Dersim hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister von Amed (Diyarbakır), wegen seiner Rede über Autonomie und Demokratie für Kurdistan eingeleitet.

Osman Baydemir, Bürgermeister der größten kurdischen Stadt in der Türkei, erwartet ein Ermittlungsverfahren wegen seiner Rede über kurdische Probleme und demokratische Autonomie, die er auf dem Kulturfestival am 31. Juli in Dersim hielt.

 

Was hat Baydemir auf dem Festival gesagt?

„Wir schlagen ein demokratisches autonomes Projekt gegen das Projekt der nationalen Einheit der AKP vor. Das bedeutet, dass es neben dem bestehenden türkischen Parlament ein lokales Parlament, welches ein kurdisches Parlament beinhaltet, gibt,“ sagt der Bürgermeister von Amed am Munzur-Fluss auf dem Festival in Dersim.

Hinsichtlich der Debatte über Verhandlungen des kurdischen Problems erklärte Baydemir: „Diejenigen, die einen Gesprächspartner suchen, sollten sich die Newroz-Feier von 2010 in Amed ansehen, an der eine Million Menschen teilnahmen. Und die Menschen machten deutlich, wer für die Lösung angesprochen werden sollte.“

In Bezug auf das „demokratische Autonomie Projekt“ der BDP sagt Baydemir: „Autonomie wird von der Türkei falsch verstanden. Es ist nicht Abtrennung sondern ein Projekt des Zusammenlebens. Es gibt Menschen in Europa, die an der Autonomie zweifeln, weil die Bevölkerungsanzahl nicht mehr als 2 Millionen beträgt. Wie auch immer, unsere demokratischen autonomen Rahmenbedingungen sind viel umfassender, als die der europäischen."

 

„Dieses Projekt sollte als ‚demokratisch kurdische Autonomie in der Türkei‘ gesehen werden, was bedeutet, dass der nationale türkische Zusam­men­halt bestehen bleibt, es aber auch ein kurdisches Parlament gibt. Neben der türkischen Fahne wird es auch unsere mit den Farben Grün Gelb Rot geben. Zum Beispiel, neben der türkischen Fahne vor dem Rathaus in Dersim wird es auch eine kurdische geben," erklärte er weiter.

Hinsichtlich Baydemirs Äußerung diffamierte ihn der Staatsminister Cemil Cicek verrückt zu sein und nicht zu wissen was er sagt.     (ANF, 2.8., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 10. Aug 2010, 23:55
Wieder geheimnisvolle Morde mit unbekanntem Täter - diesmal 2 Tote



Bei einer Explosion entlang der Erdölpipline zwischen Midyat und Hezex (trk.: Idil) sind 2 Zivilisten getötet worden. Die getöteten Zivilisten fuhren mit ihrem Fahrzeug vorbei, als sie von der Explosion überrascht wurden. Die Insassen des Fahrzeuges verbrannten. Türkische Medien behaupten, ferngezündete Minen der PKK hätten die Explosion verursacht.

Wenige Tage zuvor waren  in Êlih (trk. Batman) 4 Kurden ums Leben gekommen. Bei den Getöteten handelte es sich um den ehem. Kurdischen Politiker Salih Özdemir (HEP), den Menschenrechtler Sadi Özdemir sowie Sıddık Özdemir und Sedat Özevin.  Die Getöteten waren auf dem Weg zu einer Erdöl-Förderanlage, gegen die ein Anschlag verübt wurde. Dabei wurden sie selbst Opfer einer Minenexplosion.


(http://www.haberbiz.com/wp-content/uploads/2010/08/batman-cenazeler_mf503602.jpeg)


An der Beerdigung der 4 Kurdischen Altivisten nahmen auch BDP-Politike teil. PKK-Medien gaben damals bekannt, man müsse die Vorfälle untersuchen, während Türkische Medien die PKK für die Morde verantwortlich machten. 72 NGO´s verurteilten die Morde.



Quellen:
BOTAŞ boru hattında patlamada 2 kişi öldü (http://url=http://firatnews.eu/index.php?rupel=nuce&nuceID=31175l), ANF, 10.8.2020
Şırnak'ta patlama! (http://www.haberturk.com/yasam/haber/540934-sirnakta-patlama), Haberturk, 10.8.2010
Batman kete şînê; saziyên sivîl serî hildan (http://netkurd.com/?mod=news&option=view&id=5149l), Netkurd, 4.8.2010
‘Oraya PKK nasıl mayın koyar? (http://www.haberbiz.com/guncel/oraya-pkk-nasil-mayin-koyar.htm)’, Haberbiz, 1.8.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 11. Aug 2010, 23:30
Türkei missachtet Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen
Zitat
"Türkei weitet Grenzen auf irakisches Terretorium aus"
(http://en.firatnews.com/photos/headline/confineturco.jpg)
Während Staatsminister Hayati Yazıcı vor einigen Wochen vorschlug, eine Debatte über die Änderung der irakisch-türkischen Grenze ähnlich zu diskutieren wie 1934 mit dem Iran, bemerkte dazu Duran Kalkan, Exekutivkomitee-Mitglied der "Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK)", dass es der Türkei nur um die Ausweitung ihrer Grenzen auf irakisches Territorium ginge.

Gegenüber ANF sagte Duran Kalkan, dass die Diskussion nichts Neues sei, weil die Grenzausweitung seit 30 Jahren stattfindet und zurück geht auf Zeiten von Turgut Özal und Süleyman Demirel. "Die Türkei hat schon versucht die Grenzausweitungen umzusetzen. Derzeit ist es nicht möglich über eine bestehende Grenze zu verhandeln. Die [machtpolitisch relevante] Grenze befindet sich dort, wo die türkischen Soldaten eingesetzt sind. Da gibt es sogenannte Grenzsteine aber diese werden nie als Grenzmarkierung anerkannt", sagte Duran Kalkan.

Man möge sich der Tatsache erinnern, dass die momentane [international anerkannte] Grenze am 05.06.1926 durch die Verträge zwischen Türken und Briten festgelegt wurde. Zur Vorbereitung für Kriegshandlungen wurde die die Bevölkerung der Grenzregion [vor allem auf türkischer Seite] von der türkischen Armee evakuiert, so Kalkan und fügte hinzu, dass bisher alle türkischen Einbrüche und grenzübergreifenden Oparationen gescheitert.

Das Ausdehnen der Grenzen oder noch mehr Millitäroperationen werden keine Lösung ergeben und keinerlei Ergebnisse erreichen.
"Das ist eine millitaristische Auffassung der Mongolen unter Genghis Khan und kann in der heutigen Zeit nicht mehr praktiziert werden. Unsere Ära ist aber nicht mehr die Chengiz Khans."
Quelle: ANF-engl., Datum 11.08.2010
edit. Nach Absprache Korrektur auf Basis der engl. Ausgabe von ANF


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Firat Amed am 12. Aug 2010, 18:46
Aktivist Jake Hess festgenommen


Quelle: Indymedia: http://de.indymedia.org/2010/08/287639.shtml

Der linke Menschenrechtsaktivist und amerikanische Staatsbürger Jake Hess wurde gestern von der türkischen Polizei unter der Anschuldigung der „Unterstützung der PKK“ festgenommen. Voraussichtlich wird die Türkei den missliebigen Aktivisten Abschieben.
Er ist bekannt für seine kritischen Reportagen über die Menschenrechtslage in der Türkei und Kurdistan. Er ist einer der wenigen Journalist_innen, die durch das türkische Militär angesteckten Wälder, die Bombardierungen und die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung berichteten. Viele seiner Reportagen wurden auf linken Medienportal IPS und ebenfalls in deutscher Übersetzung auf indymedia veröffentlicht. Im letzten Jahr besuchte er Berlin und hielt eine Veranstaltung zur aktuellen Menschenrechtslage in der Türkei und der Repression gegen Aktivist_innen des Menschenvereins IHD, von denen etliche unter Ähnlichen Anschuldigungen seit nun fast über einem Jahr inhaftiert sind.
Jakes letzter Artikel vom 4.August bezog sich auf eine Reise durch Südkurdistan, in dem er die Konsequenzen der aktuellen Dorfzerstörungen und Vertreibungen darstellte. Seine Recherche erbracht unter anderem, dass in den letzten 2 Monaten allein in der Region Kandil mehr als 6500 Menschen durch türkische und iranische Bomben vertrieben worden sind. Solch eine kritische Berichterstattung wird von der Türkei nicht geduldet und mit Repression bedacht. Mit Jake Hess wurde nun ein weiterer international bekannter Journalist, der Nachrichten aus den Kriegsgebieten übermittelt inhaftiert. Erst vor wenigen Monaten war die kritische Journalistin Hamdiye Ciftci unter ähnlichen Vorwürfen inhaftiert worden. Auch ihre Artikel waren in deutscher Übersetzung auf indymedia zu finden. Viele kritische Journalist_innen in der Türkei und Kurdistan wurden umgebracht oder inhaftiert.

Innerhalb der nächsten 24 Stunden entscheidet sich weiteres.
Wir fordern Schluss mit der Repression gegen kritische Journalist_innen in der Türkei und Kurdistan! Freiheit für Hamdiye Ciftci und Jake Hess!
Werdet aktiv, achtet auf Ankündigungen

Einige seiner Artikel sind hier zu finden:

 http://de.indymedia.org/2010/08/287375.shtml
 http://de.indymedia.org/2010/02/272505.shtml

Informationen zur inhaftierten Journalistin Hamdiye Ciftci:

 http://de.indymedia.org/2010/06/283917.shtml
 http://www.meinpolitikblog.de/2010/05/09/tr-kurdistan-bevlkerung-kriegstraumatisiert/


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 12. Aug 2010, 19:26
Zitat
Amerikanischer Journalist von Abschiebung bedroht
 
Der amerikanische Journalist Jake Hess wurde Mittwochnacht von der türkischen Polizei in Amed (Diyarbakır) unter dem Vorwurf der „Unterstützung der PKK“ verhaftet. Berichten zufolge steht die Verhaftung im Zusammenhang mit den KCK-Ermittlungen, in deren Rahmen seit dem letzten Jahr hunderte kurdische PolitikerInnen verhaftet worden waren. Dem inhaftierten Journalisten droht nun die Abschiebung.
Jake Hess ist als freier Journalist tätig. Er war der einzige westliche Journalist, der über die Bombenangriffe der türkischen Armee auf zivile Ortschaften und die von Soldaten gelegten Waldbrände berichtet hatte. Er berichtete von Amed aus; die meisten seiner Reportagen wurden von der linken oppositionellen Nachrichtenagentur IPS veröffentlicht.
In seinem bislang letzten Artikel (siehe oben) berichtete er am 4. August aus Suleymaniya und erwähnte dort die Bombardierungen von ZivilistInnen und Flüchtlingen.
Es war bekannt, dass den türkischen Behörden die Reportagen von Hess missfielen – letzt­endlich verhafteten sie ihn am Mittwoch vor seiner Wohnung. Momentan befindet er sich in der Sicherheitsdirektion von Diyarbakir. Es wird damit gerechnet, dass kurzfristig seine Abschiebung erfolgt.
            (ANF, 12.8., ISKU)
 
 
 
Kurdische Gefangene prangern Haftbedingungen an
 
Der kurdische Gefangene Ebedin Abi, der im E-Typ-Gefängnis in in Trabzon einsitzt, hat sich mit einem Brief an den Menschenrechtsverein IHD gewandt und beschreibt darin unter anderem völlig überfüllte Zellen und ungenießbares Essen. So seien für drei Personen vorgesehene Zellen in der Regel mit sechs Insassen belegt. Das an die Gefangen ausgegebene Essen ist voller Insekten.
Proteste gegen die Haftbedingungen werden von der Gefängnisverwaltung mit Disziplinarstrafen beantwortet, schreibt Abi und fügt hinzu: „Nach unserer Beschwerden wurden wir in eine Zelle verlegt, wo sich Küche und Schlafsaal in einem Raum befinden. Auf Grund der Luftfeuchtigkeit verderben die Nahrungsmittel und selbst die Matratzen schimmeln.“
 
Diskriminierung der politischen Gefangenen
Abi beschreibt auch, dass die politischen Gefangenen, obwohl im Gefängnis eigentlich genug Platz sei, in überfüllten Isolationszellen gehalten werden, während andere Gefangene zu fünft oder sechst in Zwölf-Personen-Zellen leben. Sport ist den politischen Gefangenen nur zwei Mal im Monat erlaubt; von anderen sozialen und Freizeit-Aktivitäten sind sie ganz ausgeschlossen.
 
Provokative Zellendurchsuchungen
Während der monatlich stattfindenden Durchsuchung der Zellen sind die Gefangenen willkürlichen Maßnahmen ausgesetzt. So wurden zuvor von der Verwaltung genehmigte Radios ohne Begründung beschlagnahmt. „Selbst die Rosen, die die wir hier angepflanzt hatten, wurden uns weggenommen. Dieses Verhalten dient klar der Provokation.“
Abi führt auch aus, dass die Familien der meisten politischen Gefangenen im Südosten leben und lange Wege für Besuche auf sich nehmen müssen. Alle Anträge auf eine Verlegung in die Nähe ihrer Angehörigen seien ohne Begründung abgelehnt worden.
Abi, der an Diabetes und einer Herzkrankheit leidet, müsste monatlich von einem Arzt untersucht werden, was ihm ebenfalls verweigert wird.
            (ANF, 12.8., ISKU)
 
 
 
Kurdische Ortsschilder angekündigt
 
Bei einem Treffen mit Dorfvorstehern aus dem Bezirk Bağlar in Amed (Diyarbakır), in dem auf Bitten der Dorfbewohner über die Infrastrukturprobleme der Region diskutiert wurde, kündigte der Bürgermeister von Amed Osman Baydemir an, dass die Dörfer, deren Namen türkisiert worden waren, neue Ortsschilder erhatlten, auf denen auch der kurdische Ortsname aufgeführt ist.
 
Assimilationspolitik des türkischen Staates
Im Rahmen der Verleugnung der Existenz der KurdInnen und des Verbots der kurdischen Sprache wurden auch alle kurdischen geographischen Bezeichnungen geändert. Auch armenische, griechische und lazische Namen waren davon betroffen.
Die „Türkifizierung“ von geographischen Namen in Anatolien hat ihre Ursprünge in den frühen Jahren der Republik Türkei. So bekamen z. B. die meist georgischen Siedlungen in der Provinz Artvin am Schwarzen Meer 1925 einen türkischen Namen.
Diese „Türkifizierung“ erreichte in den 1940er Jahren mit dem Erlass Nr. 8589 des Innenminis­teriums ihren Höhepunkt. Darin wurde die Entfernung aller nicht-türkischen Namen angeordnet, insbesondere kurdische, armenische und lazische.
Die Umsetzung dieser Verordnung wurde auf Grund des zweiten Weltkrieges verzögert, bekam dann aber 1949 mit dem Gesetz über die Provinzverwaltung Nr. 5442 eine neue legale Grundlage. Eine spezielle Umbenennungskommission wurde 1957 gebildet und erst 1978 aufgelöst, nachdem sie mit der Umbenennung historischer Stätten begonnen hatte.
Es wird geschätzt, dass die Namen von mehr als 12.000 Dörfern verändert wurden, was 35% aller Dörfer in der Türkei entspricht.
            (ANF, 12.8., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 16. Aug 2010, 20:44
Zitat
Türkei schiebt amerikanischen Journalisten ab
 
Die Türkei hat den amerikanischen Journalisten Jake Hess, der am Donnerstag in Amed (Diyarbakir) verhaftet wurde, abgeschoben.
Hess stand am Sonntag vor Gericht, wo der Bezirksstaatsanwalt von Amed die Ausweisung beantragte.
Hess, der amerikanischer Staatsbürger ist, hat Unterstützung durch US-Behörden abgelehnt.
Jake Hess lebte und arbeitete in Amed; seine Reportagen wurden vor allem von der linken oppositionellen Nachrichtenagentur IPS veröffentlicht.
 
Quelle: ANF, 15.8.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 17. Aug 2010, 12:07
Messe eröffnet in Ankara

(http://en.firatnews.com/photos/headline/museo.jpg)

Quelle: ANF
Datum 17.08.2010


Eine revolutionäre Vereinigung der 78er Generation befindet sich in Vorbereitung ein Museum anlässlich des Millitärputsches von 12.09.1980 zu eröffnen.
Die erste Maßnahme soll eine Messe sein die in Ankara zwischen dem 01. und dem 15. September gehalten wird.

Es wurde berichtet das der Verband plant das „Ulucanlar Gefängnis“ in ein Museum zu umzugestalten, allerdings haben die Behörden das abgelehnt.
Für die Anträge der Gefängnisse Mamak, Buca oder Sinop haben die Leiter noch keine Antwort. Vereinigungsmitglied Filiz Yalçın
sagte gegenüber ANF, Ziel ist ein Museum zu errichten das die Vergangenheit vor Augen führt, sie werden die Sachen die benötigt werden sammeln, um sie im Museum auszustellen, dazu zählen auch die Briefe der Gefangenen, Foltergeräte und die Gefängnisszellen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 18. Aug 2010, 20:40
Weibliche Gefangene sammeln Geld für Roj TV

(http://en.firatnews.com/photos/headline/rojtvdemo.jpg)

ANF 18.08.2010

Kurdische politisch gefangene Frauen von Diyarbakir (E-Typ) begannen eine Spendenaktion für Roj TV. Es wird berichtet, dass die inhaftierten Frauen die Kampagne starteten, nachdem die belgische Polizei Roj TV-Studios in Brüssel durchsuchte und seine Ausrüstung beschädigte. Bisher sind 450 Türkische Lira gesammelt worden, und es wird an die Familien des Senders geliefert werden.

Die letzte große Operation wurde am 4. März dieses Jahres durchgeführt, es folgten dutzende Festnahmen, erneut wurde von den belgischen Behörden auf Anfrage aus der Türkei gehandelt. Und in der Tat nahmen türkischen Polizisten an der Razzia bei Roj TV-Studios teil, die anschließend zerstört wurden. Das Fernsehen ist als Ergebnis dieser Operation eindeutig politisch motiviert. Roj TV erlitt einen Verlust 1.200.000 € Sachschaden.

Von MED TV zu ROJ TV

Roj TV wurde als Med Tv am 30. März 1995 geboren und am 14. April diesen Jahres vom Gründungskongress des kurdischen Parlaments im Exil ausgestrahlt. Im Laufe der Jahre wuchsen die Satellitenschüsseln in den vier Teilen des geteilten Kurdistans (Iran, Türkei, Irak und Syrien) sowie in der ganzen Welt wie Pilze als kostbares Signal, das aus Europa kommt, um den Kurden überall eine Stimme ihres Landes zu geben und sie zu empfangen.
Die Bekanntmachung von Med TV überzeugte Belgien bald auch wegen des türkischen Drucks, so dass die lokalen Behörden gegen den Fernsehsender tätig wurden. Im September 1996 wird Med TV mit einem massiven Polizeieinsatz überfallen, ihre Mitarbeiter verhaftet, und Archive beschlagnahmt.

Im Februar 1997 hat der MGK (Nationaler Sicherheitsrat der Türkei) erneut die Schließung von Med TV gefordert.
Nach der Festnahme des kurdischen Führers Abdullah Öcalan, stand es wiederum schlecht für den Kanal. Am 22. März 1999, einen Monat nach der Festnahme von Öcalan in Kenia (Ergebnis eines internationalen Komplotts), widerriefen die Engländer die Lizenz-und ITC und Med TV kann nicht mehr ausgestrahlt werden.
Aber die Kurden akzeptierten diesen Missbrauch nicht einfach so und öffneten einen neuen Fernsehkanal, Medya TV, diesmal in Frankreich. Das alles ging nicht ohne Weiteres , aber eine neue Lizenz wird von CTV mit Sitz in den Vatikan erreicht. Und nach kurzer Zeit ist Dänemark bereit, eine neue Lizenz zu vergeben. Der kurdische Kanal ging wieder auf Sendung, zunächst mit dem Namen Mesopotamien TV und dann mit dem Namen Roj TV.

Roj TV gibt es in sehr verschiedenen Sprachen, von Nachrichten, bis hin zu Dokus, Live-Musik-Programmen. Es gibt Sendungen in kurdischer Sprache (Sorani, Kurmanci und Zazaki) sowie in der türkischen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 19. Aug 2010, 15:12
AKP: Wir werden nicht mit der PKK verhandeln

ANF  19.08.2010

Zitat
Die regierende Partei (AKP) der Türkei verweigert jegliche Verhandlungen mit Kurdistans Arbeiterpartei oder ihres Anführers Abdullah Öcalan.
In einer schriftlichen Erklärung auf ihrer Website hat die AKP alle Berichte über die Verhandlungen mit der PKK und Öcalan als Spekulationen bezeichnet.
„Die AKP-Regierung ist nicht in Verhandlungen mit einer illegalen Organisation“, so die Aussage
AKP ist der Ansicht die Spekulationen wären absichtliche Versuche, das Ergebnis der Volksabstimmung, die am 12. September stattfinden wird, zu beeinflussen.





Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 19. Aug 2010, 15:29
Angehörige toter Soldaten verklagen türkisches Militär


Zitat
AK News Donnerstag, August 19th 2010 2:39 PM

In der Türkei haben Angehörige gefallener Soldaten eine Strafanzeige gegen die Militärführung in Ankara eingereicht. Die Militärs hätten einige Soldaten wissentlich ins Feuer der PKK-Kurdenrebellen laufen lassen, lautet der Vorwurf, wie mehrere Zeitungen am Donnerstag meldeten.

Vertreter von mindestens 45 Familien beteiligen sich laut dem Nachrichtenmagazin Stern an der Anzeige gegen die Armee, ein in der Türkei höchst ungewöhnlicher Schritt. Einige Familienmitglieder berichteten, sie seien von anonymen Anrufern aufgefordert worden, auf die Strafanzeige zu verzichten.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 19. Aug 2010, 17:03
Europäische Delegation aus Diyarbakir-Gefängnis ausgeschlossen

(http://medya.todayszaman.com/sundayszaman/2007/09/30/coup.jpg) (http://t1.gstatic.com/images?q=tbn:8vZFkVN2CKjtuM:http://www.derwesten.de/omg/1308517-415665012/530_530_0016250682-0052582248.JPG.jpg)

Quelle: Firat News
Datum: 19.08.2010

Eine europäische Delegation wurde der Zutritt ins Diyarbakir D-Typ-Gefängnis versperrt, nachdem sie die Erlaubnis forderten, kurdische Politiker im Gefängnis zu besuchen.

Jürgen Klute (Abgeordneter im Europäisches Parlament), Grid Remers (Abgeordnete des Bundestages in Berlin), Bärbel Beuermann und Rüdiger Sagal (Abgeordnete in Nord-Rhein Westfalen) verlangten von den türkischen Behörden die Genehmigung die kurdischen Politiker, Firat Anli und Muharrem Erbey im Gefägniss zu besuchen.

Die Gefängnisverwaltung teilte der Delegation mit, die sie benötigen die Erlaubnis vom Ministerium der Justiz, bevor sie die Gefangenen sehen können.
Als ihre Versuche erfolglos blieben verließ die europäische Delegation das Gefängnis Gebäude.

Mehr als 1000 kurdische Politiker sind in Diyarbakir D-Typ-Gefängnis inhaftiert wegen Verbindungen zur Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK). 53 von ihnen sind ohne Gerichtsverfahren seit dem 13.04.2009 in Haft.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 23. Aug 2010, 15:03
"Türkische Regierung eröffnete Dialog mit Öcalan"

(http://en.firatnews.com/photos/headline/kck.jpg)

Quelle: ANF
Datum. 23.08.2010


Laut der PKK eröffnete die türkische Regierung bereits den Dialog mit dem kurdischen Führer Abdullah Öcalan vor der Waffenstillstandserklärung am 13. August.
Die Gemeinschaft für die Gesellschaften Kurdistans (KCK) veröffentlichte eine Stellungnahme zu Spekulationen über den Dialog der türkische Regierung mit Öcalan.

Darin heißt es, ihr liegen eindeutige Information vor, dass die türkische Regierung den Dialog mit Abdullah Öcalan in Imrali Hochsicherheitsgefängnis herstellte.

„Nach den Forderungen der NGO´s, „Öcalan schicken Sie uns eine Nachricht einen Waffenstillstand vorzuschlagen und für den Dialog mit türkischen Funktionären" ist in der Erklärung zu lesen.

Die KCK sagte weiter, Ministerpräsident Erdogan bestreitet den Dialog, weil er Angst hat nationalistische Stimmen zu verlieren, im Referendum über die Verfassung am 12. September.

Die KCK hat auch die Regierung hart für die Fortdauer der militärischen Operationen gegen kurdische Guerillas kritisiert.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 24. Aug 2010, 12:24
Erdogan bestätigt Dialog mit Öcalan

ANF 24.08.2010

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bestätigt Dialoge mit den Kurden-Führer Abdullah Öcalan.

In einem TV-Interview sagte Erdogan, seine Regierung habe keinen Kontakt mit Öcalan, aber einige Staatsbeamte sprachen mit Öcalan in Imrali-Island.

Er sagte, Gespräche mit Öcalan wurden mit der Erlaubnis der Regierung gehalten.

Erdogan sagte, die Beamten, die mit Öcalan gesprochen haben sind aus dem türkischen Geheimdienst.

"Sie haben keine Macht, mit Öcalan zu verhandeln", sagte er.

Erdogan fügte hinzu, dass die AKP-Regierung niemals mit Öcalan verhandeln wird.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 24. Aug 2010, 13:09
Dazu dichtete Heinrich Heine schon vor 1827:

Zitat
Blamier mich nicht, mein schönes Kind,
Und grüß mich nicht unter den Linden;
Wenn wir nachher zu Hause sind,
Wird sich schon alles finden.

soll heißen: wenn ein schönes Kind aus den unteren, also "nicht standesgemäßen" Schichten der Bevölkerung ihren regelmäßigen Liebhaber auf dier Pracht- und Flaniermeile (im Berlin von damals wie heute eben die Alle "Unter den Linden") anspricht oder begrüßt, würde das der "Reputation" des entsprechenden vornehmen Herrn schaden. Die Parallelen sind wohl sichtbar.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 25. Aug 2010, 10:01
"Die türkische Polizei griff die Teilnehmer der Beerdigung des verstorbenen kurdischen Guerilla Seyma Yildiz an"

(http://www.hakkarinews.com/images/news/8755.jpg)

ANF 25.08.2010

Şeyma Yildiz ist eine der vier kurdischen Guerillas, die ihr Leben im Kreis Semdinli der Provinz Colemêrg verloren.
Sie wurde im Bezirk-Dogubayazid in der Provinz Agirî begraben.
Es wird berichtet, dass die Polizei die Anwesenden der Beerdigung angriff,
die nach der Beerdigung einem Trauermarsch folgten.
Zur gleichen Zeit kam es Zusammenstößen mit der Polizei bei der 10 Personen
festgenommen und Dutzende weitere verletzt worden. Die Zusammenstöße dauern immernoch an.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 30. Aug 2010, 13:34
Türken beschädigen Assyrisches Genozid-Denkmal in Australien

(http://en.firatnews.com/photos/headline/auagmvan.jpg)

ANF 30.08.2010

Das assyrische Genozid-Monument, das am 7. August aufgestellt wurde ist durch türkische Nationalisten in Australien in Fairfield beschädigt worden.

Die Vandalen malten einen türkischen Halbmond und Stern auf dem Denkmal der Welt, die auf einem Podest sitzt wie eine Hand, sowie die Worte "f *** assyrische Hunde" und "F ** k Assyrien" auf der linken Seite und nach vorne Seiten des Sockel des Denkmals. Die Tafel an der Vorderseite des Denkmals wurde entfernt.
Die lokale Zeitung „Champion“ in der Stadt Fairfield, wurde ein Kriegerdenkmal in Fairfield Park australischen und assyrischen Soldaten gewidmet, die gemeinsam kämpften, wurde mutwillig mit einer Mischung aus Beton und Farbe beschädigt.

Nach der Einweihung des Denkmals, hatten die Vorsitzenden der assyrischen Gemeinschaft Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Denkmals zum Ausdruck gebracht.

Das Denkmal ist den 750.000 Assyrer gewidmet, die vom türkischen Staat im Ersten Weltkrieg zwischen 1915 und 1918 getötet wurden.


Titel: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Riya Azadi am 31. Aug 2010, 15:02
http://www.dradio.de/dlf/programmtipp/dasfeature/1206187/

F E A T U R E

Feature: Fluchtpunkt Agcasar
Von Hüseyin Michael Cirpici und Lothar Kittstein

Dienstag, 31. August 2010
19.15 - 20.00 Uhr | Deutschlandfunk

 
Agcasar ist ein kleines Familiendorf von kaum 30 Häusern. Es liegt fernab im zentralanatolischen Taurusgebirge. Hier ließ sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Familie nieder, um ethnischer und religiöser Verfolgung durch türkische Nationalisten zu entgehen. Denn die Gründer Agcasars waren Kurden alevitischen Glaubens.

Heute leben nur noch acht Bewohner in Agcasar Die anderen sind erneut emigriert, diesmal nach Westeuropa. Der erste Auswanderer ging in den 60er-Jahren nach Deutschland. Ihm folgten bald weitere, erst legal, dann - als sich in den 80er-Jahren Europas Tore für Arbeitsmigranten schlossen - illegal. Heute leben die Familien des Dorfes verstreut in den Metropolen Europas.

Das Feature führt in das aussterbende Dorf, in das jeden Sommer Dutzende Familien aus ganz Europa zurückkehren, um für kurze Zeit die alte Heimat zu sehen. Dann füllt sich Agcasar mit neuem Leben - bevor die Urlauber wieder Richtung Westen abreisen und das Dorf erneut in seinen Winterschlaf verfällt.

Autor:
Hüseyin Michael Cirpici
Lothar Kittstein


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 01. Sep 2010, 13:20
DTK (Demokratischer Gesellschaftskongress) Gesandte treffen Talabani

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/gozler-dtk-kongeresinde-46928.jpg)

ANF 01.09.2010

Der Demokratische Gesellschaftskongress (Demokratik Toplum Kongresi) (DTK) wird eine Delegation nach Suleymaniyah für Gespräche über die
Vorbereitungen der kurdischen Nationalkonferenz schicken.

Die Delegation wird den irakischen Präsidenten Jalal Talabani am 5. September treffen. Beide Seiten werden über die Bedingungen für die Organisation einer kurdischen Nationalkonferenz unter Beteiligung aller politischen Parteien sprechen.

DTK's Co-Präsident Aysel Tugluk sagte der Gesandte wird das Treffen am 5. September in Suleymaniyah leiten.

Eine kurdische Nationlkonferenz ist seit den letzten paar Jahren auf der kurdischen politischen Agenda. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und Kurdenführer Abdullah Öcalan hat wiederholt dazu aufgerufen das sich alle kurdischen politischen Akteure für eine nationale Konferenz zusammenfinden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 07. Sep 2010, 16:38
Nordkurdische Delegation besucht irakischen Präsidenten

(http://www.gazete5.com/images/news/23794.jpg)

(Kurdish Info, 07.09.2010, ISKU)

Zitat
Die Delegation bestehend aus Vertretern der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) und der Demokratischen Gesellschaftspartei (DTK) besuchten während ihres Besuches in Südkurdistan den Irakischen Präsidenten Jalal Talabani. Die stellvertretenden Vorsitzenden der DTK Ahmet Türk und Aysel Tugluk, die Parlamentarier Bengi Yildiz, Sirri Sakik und die BDP Vertreterin in Erbil, Rusen Mahmutoglu trafen den irakischen Präsidenten Jalal Talabani gestern in Suleymaniya. Wie berichtet wird, waren hohe PUK-Vertreter ebenfalls anwesend: Omer Fetah, Imad Ehmed, Necmedin Kerim, Qadir Hemecan, Behroz Gelali und Mehmud Haci Salih.
In der folgenden Pressekonferenz wurde veröffentlicht, dass der einseitige Waffenstillstand, die die KCK erklärt hatten sowie eine Nationale Kurdistan Konferenz, Thema des Treffens waren.
Obwohl die BDP-DTK-Delegation geplant hatte, den KDP-Vizepräsidenten Necirvan Barzani In Erbil zu treffen, war dieses Treffen von Necirvan Barzani abgesagt worden, da dieser nicht in Erbil anwesend sei.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Firat Amed am 07. Sep 2010, 17:59
@ Almanci und alle anderen:

DTK steht doch für Demokratischer Gesellschafts Kongress oder nicht? Ich weiß, dass die Nachricht von der ISKU veröffentlicht wurde, aber die Demokratische Gesellschaftspartei ist noch was anderes gewesen.
Ich glaube den Menschen bei der ISKU ist hier ein kleiner Fehler unterlaufen, aber vielleicht habe ich gerade nur einen Denkfehler.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: rezgar am 08. Sep 2010, 02:11
Ich weiß auch nicht was DTK bedeuten soll  :-\,  ich weiß nur das man KCD ( Kongra Civaka Demokrtaîk) schreiben sollte.  ;)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 08. Sep 2010, 02:35
Es handelt sich hier um die Abkürzung der trk. Fassung dieses Begriffs, auf Kurdisch: KCD, wie "rezgar" richtig bemerkte. Ist mir auch ein Rätsel, warum ISKU und eben auch so manche User solche Abkürzungen verwenden. Wenn ANF sich an die trk. Öffentlichkeit wendet, ist solche Begrifflichkeit ok, damit sie verstanden wird. Für ein kurdisches Medium in Deutschland und in deutscher Sprache ist das aber nicht in Ordnung. Darauf sollte besonders bei Übersetzungen geachtet werden. Vielleicht macht ein Experte auf diesem Gebiet ja mal eine Übersicht, wie die Begriffe (und ihre Kurzformen) in den jeweilig für uns wichtigen Sprachen lauten.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Firat Amed am 09. Sep 2010, 14:57
Wie starb Andrea Wolf?
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Türkei

Von: Nick Brauns, am: 9. September 2010, in: junge Welt

Die türkische Justiz hat die Todesumstände einer deutschen Internationalistin in den kurdischen Bergen vor zwölf Jahren vertuscht. Das ist der Tenor eines jetzt veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Strasbourg zum Fall der Münchnerin Andrea Wolf, die im Alter von 33 Jahren als Kämpferin der Frauenguerilla der Arbeiterpartei Kurdistans PKK ermordet wurde. Andrea Wolf, die aus der autonomen Frauenbewegung kam, hatte sich in den 90er Jahren der kurdischen Befreiungsbewegung angeschlossen.

Ronahi (Licht) – so ihr Parteiname – sei am 23. Oktober 1998 nach einem Gefecht in der Provinz Van zusammen mit weiteren Genossinnen den Soldaten lebend in die Hände gefallen, gefoltert und erschossen worden. So hatten überlebende Guerillakämpferinnen berichtet. Freunde und Genossen von Andrea Wolf, die eine internationale unabhängige Untersuchungskommission (IUK) gebildet hatten, versuchten seitdem gemeinsam mit ihrer Mutter, Liselotte Wolf, das Kriegsverbrechen aufzuklären. Die IUK beauftragte die türkische Rechtsanwältin Eren ­Keskin, befragte Zeugen der Mordtat und machte den Ort des Grabes ausfindig. Doch 2002 schlug das Schwurgericht im türkischen Ercis das Verfahren endgültig nieder und auch die deutsche Justiz stellte 2005 ein Ermittlungsverfahren ein.

Nach sieben Jahren verurteilte nun der EGMR in einer Entscheidung vom 8. Juni 2010 die Türkei wegen eines Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. So hätten die türkischen Behörden »keine adäquate und effektive Untersuchung in Bezug auf das Schicksal der Tochter der Klägerin geführt«, gab das Gericht Liselotte Wolf recht und forderte die Zahlung einer »angemessenen Genugtuung für die seelischen Leiden«. Die türkische Staatsanwaltschaft habe weder versucht, die am Gefecht beteiligten Soldaten ausfindig zu machen und zu verhören, noch sei ein ernsthafter Versuch unternommen worden, das Grab von Andrea Wolf zu suchen. »Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft nur diejenigen Elemente der Aussagen von E.Y. berücksichtigt hätte, die für eine Einstellung des Verfahrens sprachen«, heißt es zum Umgang mit einer Zeugenaussage.

Auch die von der IUK erbrachten Beweise seien mißachtet worden, würdigt das Gericht ausdrücklich die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten. Da zwar die Schlußfolgerung der IUK, daß Andrea Wolf erst nach ihrer Gefangennahme getötet wurde, »auf legitime Verdachtsmomente gestützt, aber nicht durch Beweise untermauert« sei, verurteilte der Gerichtshof die Türkei nicht auch wegen Folter und Tötung der Guerillakämpferin. »Unser Ziel ist es, daß sich die Türkei die Tötung von Andrea Wolf durch staatliche Organe zurechnen lassen muß«, erklärt Liselotte Wolfs Prozeßbevollmächtigter, Jörg Arnold, gegenüber jW. Erforderlich seien für eine Wiederaufnahme des Verfahrens in der Türkei juristische und politische Anstrengungen durch Deutschland.


Titel: Andrea Wolf
Beitrag von: Rosa am 09. Sep 2010, 17:31
Roj bas!
Na das ist ja eine gute Nachricht:).....ruhe in Frieden Ronahi...Andrea.
Viel Erfolg für eine Wiederaufnahme des Verfahrens ....ob Deutschland sich jedoch juristisch und politisch gegenüber der Türkei einsetzen wird?????
Sämtliche Kriegsverbrechen gegenüber der kurdischen Bevölkerung und die der gefallenen Freiheitskämpfer müssen aufgerollt und bearbeitet werden...für Gerechtigkeit und Menschenwürde.
Meine Hochachtung und Verehrung gilt auch der türkischen Rechtsanwältin Frau Eren Keskin, die Arbeit der IUK und die aufopferungsvollen Arbeit der Genossen, Freunde von Andrea Wolf...sowie ihrer Mutter Liselotte Wolf!
Roj bas Rosa


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 09. Sep 2010, 23:22
Wie starb Andrea Wolf?
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Türkei

Von: Nick Brauns, am: 9. September 2010, in: junge Welt

Die türkische Justiz hat die Todesumstände einer deutschen Internationalistin in den kurdischen Bergen vor zwölf Jahren vertuscht. Das ist der Tenor eines jetzt veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Strasbourg zum Fall der Münchnerin Andrea Wolf, die im Alter von 33 Jahren als Kämpferin der Frauenguerilla der Arbeiterpartei Kurdistans PKK ermordet wurde. Andrea Wolf, die aus der autonomen Frauenbewegung kam, hatte sich in den 90er Jahren der kurdischen Befreiungsbewegung angeschlossen.

Ronahi (Licht) – so ihr Parteiname – sei am 23. Oktober 1998 nach einem Gefecht in der Provinz Van zusammen mit weiteren Genossinnen den Soldaten lebend in die Hände gefallen, gefoltert und erschossen worden. So hatten überlebende Guerillakämpferinnen berichtet. Freunde und Genossen von Andrea Wolf, die eine internationale unabhängige Untersuchungskommission (IUK) gebildet hatten, versuchten seitdem gemeinsam mit ihrer Mutter, Liselotte Wolf, das Kriegsverbrechen aufzuklären. Die IUK beauftragte die türkische Rechtsanwältin Eren ­Keskin, befragte Zeugen der Mordtat und machte den Ort des Grabes ausfindig. Doch 2002 schlug das Schwurgericht im türkischen Ercis das Verfahren endgültig nieder und auch die deutsche Justiz stellte 2005 ein Ermittlungsverfahren ein.

Nach sieben Jahren verurteilte nun der EGMR in einer Entscheidung vom 8. Juni 2010 die Türkei wegen eines Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. So hätten die türkischen Behörden »keine adäquate und effektive Untersuchung in Bezug auf das Schicksal der Tochter der Klägerin geführt«, gab das Gericht Liselotte Wolf recht und forderte die Zahlung einer »angemessenen Genugtuung für die seelischen Leiden«. Die türkische Staatsanwaltschaft habe weder versucht, die am Gefecht beteiligten Soldaten ausfindig zu machen und zu verhören, noch sei ein ernsthafter Versuch unternommen worden, das Grab von Andrea Wolf zu suchen. »Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft nur diejenigen Elemente der Aussagen von E.Y. berücksichtigt hätte, die für eine Einstellung des Verfahrens sprachen«, heißt es zum Umgang mit einer Zeugenaussage.

Auch die von der IUK erbrachten Beweise seien mißachtet worden, würdigt das Gericht ausdrücklich die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten. Da zwar die Schlußfolgerung der IUK, daß Andrea Wolf erst nach ihrer Gefangennahme getötet wurde, »auf legitime Verdachtsmomente gestützt, aber nicht durch Beweise untermauert« sei, verurteilte der Gerichtshof die Türkei nicht auch wegen Folter und Tötung der Guerillakämpferin. »Unser Ziel ist es, daß sich die Türkei die Tötung von Andrea Wolf durch staatliche Organe zurechnen lassen muß«, erklärt Liselotte Wolfs Prozeßbevollmächtigter, Jörg Arnold, gegenüber jW. Erforderlich seien für eine Wiederaufnahme des Verfahrens in der Türkei juristische und politische Anstrengungen durch Deutschland.



Zitat
Pressemitteilung der Internationalen Unabhängige Untersuchungskommission (IUK) zur Aufklärung der Todesumstände von Andrea Wolf
Verantwortliche Militärs müssen endlich vor Gericht gestellt werden

 
Im Fall der Tötung der Münchenerin Andrea Wolf gibt es nach nunmehr über sieben Jahren ein Urteil gegen den türkischen Staat: In seiner Entscheidung vom 8.6.2010, verurteilt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Türkei wegen eines Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), weil „die nationalen Behörden entgegen den Forderungen von Artikel 2* der Konvention keine adäquate und effektive Untersuchung in Bezug auf das Schicksal der Tochter der Klägerin (Anmerkung: die Mutter von Andrea Wolf) geführt haben“. Die Türkei wird darüber hinaus zur Zahlung einer „angemessenen Genugtuung für die seelischen Leiden“ an Lilo Wolf, die Mutter der getöteten Andrea Wolf, verurteilt.
 
Akribisch listen die Richter in ihrem Urteil die einzelnen Punkte der Missachtung und Verletzung der Mindestanforderungen für ein rechtsstaatliches Ermittlungsverfahren durch die türkischen Justizbehörden auf und rügen dabei insbesondere einerseits die Unterlassungen von Ermittlungen und andererseits die Voreingenommenheit bei der Auswahl von Beweisen, die gerade nicht zur Aufklärung der Tötung beigetragen haben, sondern von vornherein auf die Einstellung des Verfahrens zielten. Das betrifft im Einzelnen u. a. die Feststellungen des EGMR, dass die türkische Justiz nicht nach dem Auffindungsort des Leichnams von Andrea Wolf gesucht hat, dass benannte und vorhandene Zeugen nicht gehört wurden sowie ungeprüft und einseitig bestimmte Zeugenaussagen übernommen worden sind. Der Gerichtshof beanstandet weiter, dass die türkische Staatsanwaltschaft nicht versucht hat herauszufinden, welche militärischen Einheiten und deren Akteure, die sich dem Vorwurf der Folter und vorsätzlichen Tötung von Andrea Wolf ausgesetzt sehen, an für den Sachverhalt relevanten militärischen Aktionen beteiligt waren. Im Hinblick auf die von der deutschen Justiz der türkischen Justiz zur Verfügung gestellten Beweise kritisiert der EGMR, dass die sich daraus ergebenden Ermittlungsansätze in keiner Weise für die Aufklärung des Todes von Andrea Wolf genutzt wurden. Diese Kritik bezieht der Gerichtshof explizit auch auf die Missachtung der der türkischen Justiz von der Internationalen unabhängigen Untersuchungskommission (IUK) übermittelten Beweise. Der EGMR bestätigt darüber hinaus, dass die Schlussfolgerung der IUK, die im Januar 2003 zu der Klage gegen die Türkei vor dem EGMR geführt hatten, sich auf „legitime Verdachtsmomente“ stützen kann: Die Nicht-Regierungskommission IUK kam bereits damals zu dem Schluss, dass die Münchenerin Andrea Wolf am 23. Oktober 1998 von der türkischen Armee im Gebiet Van gemeinsam mit anderen Mitgliedern der PKK lebend gefangen genommen und anschließend verhört, gefoltert und hingerichtet worden sei – die Leiche sei von den Soldaten am Ort des Kriegsverbrechens in den Bergen Kurdistans zurück­gelassen worden. Auch der EGMR geht davon aus, dass Andrea Wolf dort getötet worden ist. Da dafür jedoch ausreichende gerichtsverwertbare Beweise noch fehlten, die „über jeden Zweifel erhaben“ die Verantwortung des türkischen Militärs beweisen, konnte der Gerichtshof die Türkei nicht auch wegen Verantwortlichkeit für die Tötung und Folter von Andrea Wolf nach Art. 2 EMRK verurteilen.
 
Rechtsanwalt Jörg Arnold, Mitglied im Vorstand des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins und Prozessbevollmächtigter der Mutter von Andrea Wolf: „Die Türkei hat sich eines schweren Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention schuldig gemacht. Die türkische Justiz hat versagt und offensichtlich aus politischem Interesse eine adäquate Aufklärung des Todes von Andrea Wolf seit Jahren unterlassen. Es ist zu hoffen, dass das Urteil des EGMR dazu führt, dass die Ermittlungen in der Türkei wieder aufgenommen werden, wozu es auch juristischer und politischer Anstrengungen durch die Bundesrepublik Deutschland bedarf. “
 
Rechtsanwältin Angelika Lex, die die Internationale Unabhängige Untersuchungskommission (IUK) vertritt: „Das Urteil ist eine schallende Ohrfeige für den türkischen Staat. Jetzt müssen endlich die verantwortlichen Militärs, die Andrea Wolf gefoltert und vorsätzlich getötet haben, ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Deshalb fordern wir die Staatsanwaltschaft Frankfurt dazu auf, die Ermittlungen im Fall Andrea Wolf wieder aufzunehmen, die überlebenden Zeugen des Kriegsverbrechens zu vernehmen und gemeinsam mit der IUK eine Öffnung des Grabes von Andrea Wolf und eine Obduktion durch internationale Gerichtsmediziner vorzubereiten. Dazu werden wir weitere Beweise vorlegen.“
 
Oskar Schmid, Mitglied der IUK: „Es darf kein Vergessen geben – auch dann nicht, wenn man für die Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen wie der extralegalen Hinrichtung von Andrea Wolf Jahrzehnte braucht: Denn Kriegsverbrecher und staatliche Folterer dürfen und können sich nie in Sicherheit wiegen. Deswegen ist das Urteil des EGMR so bedeutend: Jetzt ist auch für die Türkei die Zeit gekommen, dass die Verantwortlichen für Folter und Tötung zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Dafür sind die Impulse von außen nötig, genauso wie die Initiativen demokratischer Kräfte in der Türkei selbst.“
* Artikel 2 der Konvention: „1. Das Recht jedes Menschen auf das Leben wird gesetzlich geschützt.“
            (Internationale Unabhängige Untersuchungs­kommission (IUK), 8.9.2010)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 09. Sep 2010, 23:28
Zitat
Kurdenpolitik: Von der Schulbank in die Zelle
 
4000 Kinder und Jugendliche –meist Kurden – sind seit 2006 in der Türkei in Gefängnisse gesteckt worden. Mit der jüngs­ten Welle von Freilassungen nach einer Gesetzesänderung wurde die Öffentlichkeit getäuscht, sagen Bürgerrechtler.
 
Sein Heft mit den Gedichten zieht er aus einem Bettkasten unter der Couch hervor. Man denkt: So muss man das wohl machen, wenn die Polizei jeden Augenblick wieder in die Wohnung stürmen kann. Selim Tekel liest vor: "O wertvolle Freiheit, / Ich weiß, du bist bei mir, / Ich kann dich in meinen Adern fühlen / Ich gehe zu Bett mit dir und wache auf mit dir."
Ein ganzes Schuljahr hat die Justiz dem jungen Kurden geraubt, vom Dezember 2009 bis zum August dieses Jahres. Dann kam er frei wie 150 bis 160 andere, weil das türkische Parlament kurz vor der Sommerpause und dem Referendum über die Verfassungsänderung die Gefängnisstrafen für Minderjährige neu regelte. Was die Europäische Konvention für Menschenrechte nicht zulässt, machte das Anti-Terrorgesetz TMK der Türkei möglich: Festnahme von Kindern und Jugendlichen bei Demonstrationen und ihre Verurteilung wegen "Unterstützung terroristischer Aktivitäten", also der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.
 
Selim Tekel war bei einer solchen Demonstrationen in Di­yarbakir, der Hauptstadt der Kurden im Südosten der Türkei. Das heißt, eigentlich sei er nur auf dem Weg zu seinem Onkel an der gewalttätigen Menge vorbeigekommen, damals am 29. November 2009, so erzählt er. An die 20 Jugendliche griffen den Sitz der Regierungspartei AKP an und schleuderten Steine und Molotowcocktails. Ein Sicherheitsmann der Partei feuerte und traf Selim am rechten Oberschenkel. Es war ein glatter Durchschuss, ein Nervenstrang wurde wohl durchtrennt. Selim hinkt jetzt.
 
"Ich lag auf dem Boden, Polizis­ten kamen sofort und setzten mir ein Gewehr an den Kopf. Ich soll meinen Namen sagen, brüllten sie." Acht Kinder und Jugendliche wurden an dem Tag verhaftet, vier blieben im Gefängnis, darunter Selim, ein schmächtiger, klein gewachsener Bub, mangelhaft ernährt. Vor ein paar Tagen wurde er 18. Man sieht es ihm nicht an. Wäre er nicht niedergeschossen worden, so lässt sich mutmaßen, hätte die Justiz keinen Fall gehabt, den sie irgendwie bearbeiten musste. Dann wäre Selim vielleicht einfach weitergegangen.
 
Ein Polizeikommando drang gleich nach den Krawallen vor dem AKP-Gebäude in die Wohnung der Tekels im Stadtteil Baglar ein. Alles hätten sie auf den Kopf gestellt, die Wohnung gefilmt, den Vater gleich zum Verhör mitgenommen, erzählt die Mutter. Dass die Polizisten nichts über Selims Verletzung sagten, verzeiht sie ihnen bis heute nicht.
 
Jugendliche wie Selim findet man leicht in Diyarbakir. Oder deren Eltern und Verwandte, die von den Gefängnisbesuchen berichten. Einmal in der Woche, der Sohn hinter der Scheibe. Arif Akaya zum Beispiel, Vater eines damals 15-jährigen Häftlings, durfte seinen Sohn nicht mehr sehen, weil er einmal am Ende eines Besuchs auf das "Victory"-Zeichen der Kinder auch mit zwei gespreizten Fingern geantwortet hatte. Jetzt kümmert er sich mit einem Verein um die Jugendlichen, viele sind psychisch und körperlich geschädigt. (...)
 
Die Gesetzesänderungen vom vergangenen Juli seien eine Augenauswischerei, sagt die Rechtswanwältin Keziban Yilmaz vom türkischen Menschenrechtsverein IHD in Diyarbakir. Kinder und Jugendliche könnten zwar nun nicht mehr wegen angeblicher Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation angeklagt werden. Dafür wurden Tatbestände in drei Artikeln umformuliert. Die Teilnahme an einer Kundgebung mit einer Waffe ist nun strafbar, wobei etwa ein Stein als Waffe gilt. Sechs Monate bis fünf Jahre Haft seien für einen Steinwurf möglich, zwischen fünf und 15 Jahren für das Ausrollen einer kurdischen Fahne. "Die Richter haben es mit einem chaotischen und vage gehaltenen Gesetz zu tun", sagt Yilmaz, "und der Druck der Öffentlichkeit, rasch die jungen Häftlinge freizulassen, ist jetzt wieder weg".
 
So kommt es, dass auch nach der gesetzlichen Neuregelung noch an die 130 Minderjährige in Haft sind. Nach Angaben der Anwältin wurden in der Türkei nach der Ausweitung der Anti-Terrorgesetze auf Minderjährige im Jahr 2006 innerhalb von vier Jahren mindestens 4000 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren in Gefängnisse gesteckt.
            (Markus Bernath aus Diyarkabir, Der Standard, 07.09.2010, ISKU)


Nordkurdische Delegation besucht irakischen Präsidenten
Eine Delegation der  Partei für Frieden und Demokratie (BDP) und des Demokratischen Gesellschaftskongresses (DTK) besuchten während ihres Aufenthaltes in Südkurdistan den irakischen Präsidenten Jalal Talabani. Die stellvertretenden Vorsitzenden der DTK Ahmet Türk und Aysel Tugluk, die Parlamentarier Bengi Yildiz, Sirri Sakik und die BDP-Vertreterin in Erbil, Rusen Mahmutoglu trafen den irakischen Präsidenten Jalal Talabani gestern in Suleymaniya. Wie berichtet wird, waren hohe PUK-Vertreter ebenfalls anwesend.
Bei einer Pressekonferenz wurde veröffentlicht, dass der einseitige Waffenstillstand, die die KCK erklärt hatten sowie eine Nationale Kurdistan Konferenz, Thema des Treffens waren.
Obwohl die BDP-DTK-Delegation geplant hatte, den KDP-Vizepräsidenten Necirvan Barzani in Erbil zu treffen, war dieses Treffen von Necirvan Barzani abgesagt worden, da dieser nicht in Erbil anwesend sei.
            (Kurdish Info, 7.9., ISKU)
 

Nabucco-Konsortium kann auf vier Milliarden Euro Darlehen hoffen
Die als Konkurrenz zu russischen Gasleitungen geplante Nabucco-Pipeline kann auf milliardenschwere Kredite von Weltbank und anderen öffentlichen Geldgebern hoffen. Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwick­lung (EBRD) sowie die Weltbank unterzeichneten am Montag in Brüssel ein Mandat zur Prüfung des Projekts mit dem Konsortium, dem auch der Essener RWE-Konzern angehört.
            (AFP, 6.9., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 12. Sep 2010, 04:10
Nordkurdistan
Gewaltsame Proteste in Mardin und Hakkari

(http://www.gazete5.com/images/news/22401.jpg)

ANF 11.09.2010

Tausende kurdische Demonstranten protestierten gegen die millitärischen Operationen der türkischen Armee trotz des Waffenstillstands durch die PKK.

Heftige Proteste brachen in Nusaybin, einem Ortsteil der Provinz Mêrdin aus, nachdem man sich versammelte um gegen die türkischen Millitäroperationen zu protestieren griff die Polizei tausende Demonstranten in der Innenstadt an. Die Demonstranten wehrten sich hinter Straßensperren mit Steinen.

Als die Auseinandersetzungen sich verschärften setzen die Demonstranten Molotow Cocktails gegen die gepanzerten Polizeifahrzeuge ein. Ein Fahrzeug das mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vorging wurde angezündet.

Die Polizei benutze bei Gelegenheit scharfe Munition gegen die Demonstranten. Mindestens 12 wurden festgenommen.

Die Demonstranten stießen auch mit der türkischen Polizei in Colemerg Stadtzentrum zusammen. Mehrere Gruppen errichteten Straßensperren in den Vierteln der Stadt Bulak, Pehlivan und Merzan. Als gepanzerte Polizeifahrzeuge loszogen um die Straßensperren zu entfernen kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Abend gingen die Zusammenstöße weiter.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: siyabendo am 16. Sep 2010, 13:01
Zitat
Pressemitteilung vom 15.09.2010 | 11:32
Auswärtiges Amt
Deutsche Schule in Erbil wird eröffnet


Am morgigen Donnerstag (16.09.) wird die Deutsche Schule Erbil (Region Kurdistan-Irak) durch den Bildungsminister der Regionalregierung Safin Muhsen Dizayee, den Vorsitzenden des Schulträger-Vereins Nihad Qoja sowie den Leiter des Deutschen Generalkonsulats in Erbil Stefan Bantle offiziell eröffnet.

Sie ist damit die jüngste von insgesamt über 130 deutschen Auslandsschulen und die erste Deutsche Schule im Irak seit Schließung der Deutschen Schule Bagdad 1990. An ihr werden ca. 50 Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 5 unterrichtet, hinzu kommen über 50 Kinder im Kindergarten und in der Vorschule.

Die Schule bietet vor allem für Kinder aus kurdischen Familien, die aus Europa zurückkehren, einen Ort des gemeinsamen Lernens und des interkulturellen Dialogs. Das Auswärtige Amt fördert die Deutsche Schule Erbil finanziell und personell.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, sagte anlässlich der bevorstehenden Eröffnung:

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=109207&sektor=pm&detail=1&r=424367&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 16. Sep 2010, 13:17
Zweiunddreißig Kurden in Wan und Colemêrg verhaftet

ANF 16.09.2010

Zweiunddreißig Kurden, die man bei Hausdurchsuchungen in Wan und Colemerg (Hakkari) gestern festgenommen hat, wurden heute verhaftet und ins Gefängnis geschickt.
Einundvierzig Kurden erschienen in Wan vor dem hohen Strafgericht bei den Verurteilungen wegen "einer Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation". Nach den Unterlagen ordnete das Gericht die Verhaftung von zweiunddreißig Angeklagten und neun Freilassungen an.
Alle wurden ins Wan-Gefängniss D Typ geschickt.
Die Verfahren der 53 Kurden die am 12. September im Waner Gerichtshof festgenommen wurden gehen weiter.
Die Türkische Polizei hat mindestens 160 Kurden in den kurdischen Städten vor und während des Referendums festgenommen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 16. Sep 2010, 13:36
Nordkurdistan
Ahtisaari: „Türkei muss mit Öcalan und der PKK verhandeln“

(http://www.yuksekova.bel.tr/images/news/3715.jpg)  (http://www.haberjet.com/Resources/2010/9/15/725854_1.gif)

ANF 16 September 2010

Ahtisaari traf sich mit dem demokratischen Gesellschaftskongress und dem Bürgermeister Osman Baydemir der größten nordkurdischen Stadt Diyarbekir.

Der ehemalige finnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari, sagt türkische Staat muss mit Kurdenführer Öcalan und Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für eine Lösung der „kurdischen Frage“ verhandeln.

Ahtisaari traf sich gestern mit Führern des Demokratischen Gesellschaftskongress Ahmet Türk, Aysel Tugluk und Bürgermeister Osman Baydemir.

Der ehemalige finnische Präsident sprach gestern in der Presse nicht nur über die kurdische Frage.
Nach einer diplomatischen Quelle sagte Ahtisaari zu kurdischen Politikern, dass die kurdische Frage das wichtigste Problem der Türkei ist, und es auch ein Problem der Demokratie ist.

Er sagte, die Türkei wird der EU nicht beitreten, wenn nicht eine demokratische Lösung der kurdischen Frage gefunden wird.

Ahtisaari betonte, dass die Dynamik der Türkei ein großes Potential für einen Verhandlungsprozess zeigt.

„Der türkische Staat muss mit Kurdenführer Öcalan und Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für eine Lösung der kurdischen Frage verhandeln“, so Ahtisaari

Auf der anderen Seite sagte die „Open Society Association“, dass der Besuch Ahtisaari das Ziel hat, einen Bericht über die Situation in der Region vorzubereiten.

Ahtisaari besucht heute den türkischen Präsidenten Abdullah Gül, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und Außenminister Ahmed Davudoglu.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Pachtiar am 22. Sep 2010, 17:09
In Mahabad wurde ein Anschlag auf die iranische besatzer Armee verübt. Der Anschlag ereignete sich während einer Militärparade die zum 30. Jahrestag des Auftaktes zum Iran- Irak Krieg abgehalten wurde. Es gabs mindestens 10 Tote.

http://www.tagesschau.de/ausland/iran1182.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Sep 2010, 20:05
Zitat
Innenminister Thomas de Maizière in der Türkei
 
Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière ist auf Einladung des türkischen Innenministers Beşir Atalay vom 22. bis zum 24. September auf Visite in der Türkei. Bei dem 2-tägigen Besuch stehen vor allem Themen wie Integration und innere Sicherheit auf dem Programm. Es wird erwartet das von Seiten der Türkei vor allem aber ein weiteres Vorgehen Europas gegen die PKK thematisiert wird.
 
Quelle: ANF; 21.09.2010, ISKU
 
 
 
Zeyneb Celaliyan wurde nach Kirmaşan verlegt
 
Zeyneb Celaliyan, eine politische Gefangene, die im Iran zum Tode verurteilt worden ist und deren Verbleib lange Zeit ungewiss war ist jetzt vom berüchtigten Gefängnis Evin in Teheran in ein Gefängnis in Kirmaşan verlegt worden. Zeyneb Celaliyan war 2008 in Kirmaşan verhaftet worden. Unter dem Vorwurf der „Mitgliedschaft in der PJAK“ wurde über sie 2009 in einer nur 7 Minuten dauernden Gerichtsverhandlung die Todesstrafe verhängt. Ihr Anwalt war weder bei der Gerichtsverhandlung zugelassen noch hat er bis heute Akteneinsicht erhalten.
 
Quelle: ANF; 20.09.2010, ISKU



Schulboykott für kurdische Muttersprache
 
In Nordkurdistan und der Türkei sind Schulen Orte an denen besonders scharf Nationalismus, Ausgrenzung und Assimilation vermittelt werden. Angefangen vom allmorgendlichen Fahneneid unter dem Motto „Ich bin Türke, ich bin aufrichtig und fleißig“ bis hin zum Verbot einer anderen Sprache oder Identität als der Türkischen über das Unterdrückung jeder Form von anderer Religion oder Weltanschauung als die des sunnitischen Islam. Die Schulen dienen einerseits als Projekte des Spezialkriegs, um neue Soldaten zu schaffen und Loyalität zu sichern und andererseits um die Menschen, die nicht in dieses Schema passen, zu überwachen, auszugrenzen und zu verfolgen. Gerade in den kurdischen Provinzen kommt es häufig zu Aufständen gegen das Schulsystem und gegen die häufigen Misshandlungen durch Lehrkräfte. Nachdem Erfolg der kurdischen Bewegung im Boykott des Verfassungsreferendums wird nun dieses Schulsystem, dass der Assimilation dient, angegangen. Unter der Forderung nach Ausbildung in der Muttersprache begann am Montag, den 20.09., ein einwöchiger Boykott der Schulen in Kurdistan. Das Boykott war bis jetzt insbesondere in den Städten Colemêrg (Hakkari), Şirnex (Şırnak), Wan, Mûş, Agirî (Ağrı), Gever (Yüksekova), Çelê (Çukurca), Geçitli, Amed (Diyarbakır), Silîvan (Silvan), Çınar, Pîran (Lice), Bismil, Giyadîn (Diyadin), Panos (Patnos), Dûtax (Tutak), Bazîd (Doğubeyazit), Kop (Bulanık), Kelê (Malazgirt), Gimgim (Varto), Bostaniçi, Şemzînan (Şemdinli), Çelebibağ, Cizîr (Cizre), Girgê Amo (Silopi), Hezex (İdil), Elkê (Beytüşşebap), Qilaban (Uludere), Mêrdîn (Mardin), Qoser (Kızıltepe), Nisêbîn (Nusaybin) und Iğdır besonders deutlich zu spüren. Die geschieht trotz massiver Drohungen durch Polizei, Armee, Gouverneur und Schuldirektoren und der Behauptung der türkischen Medien, der Boykott sei nicht erfolgreich. Alle Schüler_innen, die nicht zum Unterricht erscheinen, werden erfasst und es wird mit rechtlichen Schritten, wie z.B. den Entzug der „grünen Karte“ zur Krankenversicherung gedroht. Aufgrund des großen Erfolgs des Boykotts überlegen nun auch andere gesellschaftliche Gruppen zu diesem Mittel zu greifen, so wird gerade in alevitischen Kreisen diskutiert, einen Boykott gegen den zwangsweise durchgeführten sunnitischen Religionsunterricht zu beginnen. 
 
Wan
In der Großstadt Wan mit etwa 700.000 Einwohner_innen, folgte ein Großteil der Schüler_innen dem Boykottaufruf der kurdischen Bewegung. Einige Schulen wurden überhaupt nicht besucht. In den Stadtteilen am Rand von Wan war das Boykott zu 100% wirksam, im Stadtzentrum gingen etwa 100 Schüler_innen zur Schule. Vor den Schulen gaben Schüler_innen Erklärungen ab, wie: „Wir wollen in unserer Muttersprache ausgebildet werden. Wir wollen Kurdisch sprechen. Wir können kein Türkisch. Die Lehrer in unseren Kursen sprechen Türkisch aber wir verstehen sie nicht. Wenn wir Kurdisch sprechen, verstehen sie uns nicht und daraus entstehen immer wieder Probleme. Es sollen Schulen in unserer Sprache errichtet werden, dann gehen wir auch hin.“ Die Schüler_innen führten Spontandemonstrationen durch die Stadtviertel durch.
Auch in Bostaniçi und Çelebibağ in der Nähe von Wan war das Boykott ebenfalls wirksam und es fand eine Demonstration vom Büro der linken, prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie (BDP) zum Gouverneursamt statt.
 
Colemêrg
In der Stadt Colemêrg (Hakkari) wurde keine der 150 Schulen besucht. Nur Kinder von Soldaten und Polizisten gingen zur Schule, insgesamt lag daher die Teilnahme am Boykott bei etwa 95%
In der Kleinstadt Geçitli in der Provinz Colemêrg Hakkari nahmen ebenfalls nur 4 Schüler_innen am Unterricht teil. Am 16.09. begingen vermutlich Kontrakräfte dort ein Massaker dem 9 Zivilpersonen zum Opfer fielen.
Auch in Çelê (Çukurca) in der Provinz Colemêrg (Hakkari), nahm keiner der 1150 Schüler_innen am Unterricht teil. Auch in Şemzînan (Şemdinli) war der Boykott unter der kurdischen Bevölkerung vollständig erfolgreich, auch hier besuchten nur die Kinder von Soldaten und Polizisten den Unterricht.
In der Stadt Gever (Yüksekova), die etwa 110.000 Einwohner_innen hat, machte keine Schule auf, da niemand erschienen war. Obwohl der regionale Verantwortliche für Erziehung angeordnet hatte, „Wenn auch nur ein Schüler erscheint, dann macht die Schulen auf.“ Eine Demonstration von Schüler_innen wurde aufgelöst.
Auch in der Nachbarprovinz Şirnex (Şırnak) sind die Schulen nun den zweiten Tag leer.
 
Amed
Auch in Amed (Diyarbakır) war das Boykott wirksam und die Mehrheit der Schüler_innen nahm nicht am Unterricht teil. Vor einigen Schulen fanden Kundgebungen statt, mit denen die Schüler_innen deutliche Zeichen setzten.
 
Quellen: ANF, Yuksekovahaber, Hakkarinews, DIHA, Gündem, ÖP, 21.09.2010, ISKU


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 24. Sep 2010, 00:40
Zitat
Murat Karayilan wirft Israel Hilfe bei ihrer „Ausrottung“ vor
Murat Karayilan (KCK), hat Israel vorgeworfen, die Türkei durch Waffenlieferungen bei der „Unterdrückung und Ausrottung“ der Kurden zu unterstützen. In den 60er und 70er Jahren seien die Kurden und Israel noch „Freunde“ gewesen, sagte Murat Karayilan in einem Interview mit einem israelischen Fernsehsender, das am Mittwoch auszugsweise von der Zeitung „Haaretz“ veröffentlicht wurde. „Aber seit Israel seine militärische Zusammenarbeit mit der Türkei verstärkt hat, seid ihr Teil jener, die sich an unserer Unterdrückung und Ausrottung beteiligen.“
            (AFP, 22.9., ISKU)
 
Protest gegen Staudämme in Dersim
In Dersim haben die Bodensondierungsarbeiten für die Staudämme Karatepe 1 und Haratepe 2 begonnen. Die beiden Staudämme sind Teil der 14 Staudämme, die in Dersim von der türkischen Regierung zur Ausschreibung gestellt sind. Erst im letzten Jahr war ein Staudamm in Dersim fertiggestellt worden. Die Ankunft der Ingeneure der Hazal Hidroelektronik, die die Bodensondierungsarbeiten durchführen sollen, hat Unmut bei der Bevölkerung ausgelöst. Spontan demonstrierten hunderte Dersimer, darunter auch Aysel Doğan, Mitglied der 2. Friedensgruppe, gegen den Bau des Staudamms, und forderten die Aussetzung der Bauvorhaben.
            (ANF, 18.9., ISKU)
 
Lösungsweg der kurdischen Frage in Syrien
In einem Interview gegenüber ANF hat die PYD ihren Lösungsansatz für die Überwindung der Probleme der Kurden in Syrien dargestellt. Für die Überwindung der Probleme der Kurden in Syrien hält die PYD grundsätzlich drei Punkte für unumgänglich: Herstellung der Eigenständigkeit der lokalen Verwaltung, kulturelle Autonomie und die Absicherung des Existenzrechtes der Kurden in der Landesverfassung. In Syrien gäbe es zwar ein Gesetz, das die lokale Verwaltung beinhalte, doch in der Realität beherrsche die regierende BAAS Partei alles. Alle Bürger Syriens gelten als Araber. Das Land wird über Notstandsgesetze mit oligarchischen Führungsclique regiert. Mit der Fortführung der Politik des „Arabischen Gürtels“ werden die Kurden in Syrien weiterhin von ihrem Land vertrieben, assimiliert, verleugnet und in die Armut getrieben. Eine Anzahl von mehreren hundert Kurden befände sich aus politischen Gründen in Gefängnissen. Folter sei an der Tagesordnung. Auch komme es in letzter Zeit vermehrt zu ungeklärten Todesfällen kurdischer Soldaten in der syrischen Armee.
            (ANF, 23.9., ISKU)
 


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Partizan am 24. Sep 2010, 01:27
Zitat
Schuhwurf auf Präsidenten: Drei Jahre Haft

MADRID. Drei Jahre hinter Gitter muss ein syrischer Kurde, der im Februar in Sevilla einen Schuh nach dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan geworfen hatte.
Als Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in Sevilla im Februar dieses Jahres in ein Auto stieg, warf der Kurde einen Schuh in Richtung des Präsidenten, verfehlte diesen allerdings knapp. Der Schuhwerfer rief auf Spanisch "Lang lebe Kurdistan" - ein Anspielung auf die umstrittene Politik der türkischen Regierung gegenüber der kurdischen Minderheit im Südosten des Landes. Seit 1984 liefern sich die türkischen Streitkräfte Kämpfe mit kurdischen Rebellen.

Ein Provinzgericht wies die Berufung des Kurden zurück und bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz, teilte die Justizbehörde in Südandalusien am Mittwoch mit - der Mann muss daher für drei Jahre ins Gefängnis.

Schuhe werfen wird beliebter

Seit dem Versuch eines irakischen Journalisten, Ende 2008 in Bagdad einen Schuh auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush zu werfen, hat es viele Nachahmer gegeben. Auch der irakische Schuhwerfer wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, später wurde die Strafe aber auf ein Jahr reduziert. In der arabischen Welt gilt es als Zeichen größter Verachtung, einen Schuh auf jemanden zu werfen.
___
Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,468395


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 30. Sep 2010, 12:00
Tugluk besuchte Öcalan
Tugluk: "Wir wissen noch nicht, was der Staat anstrebt"
(http://en.firatnews.com/photos/headline/turktugluk.jpg)
ANF-englisch 30.09.2010

"Ich habe einen starken Willen für den Frieden und die Lösung in Imrali gesehen, aber was dem Staat angeht, bin ich mir nicht so sicher. Wir wissen noch nicht, ob der Staat auf Lösung oder Säuberung abzielt", so fasste Aysel Tugluk, die Co-Vorsitzende der DTK, ihre Eindrücke über den Besuch beim Kurdenführer Abdullah Öcalan im Gefängnis Imrali zusammen.

Im Gespräch mit Dicle News Agency wertete Tugluk ihren ersten Besuch in Imrali nach 5 Jahren aus.

Weiterlesen im Online-Magazin von Kurdmania:
http://www.kurdmania.com/News-sid-Tu-287-luk-Wir-wissen-noch-nicht-was-der-Staat-anstrebt--1189.html


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Firat Amed am 01. Okt 2010, 19:07
Die KCK erklärt die Verlängerung der einseitigen Waffenruhe

Der Exekutivrat der KCK (Koma Civakên Kurdistan/ Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans) erklärte gestern, am 30. September, die Verlängerung der einseitigen Waffenruhe, welche bereits am 13. August ausgerufen worden war. Außer auf das Recht der legitimen Selbstverteidigung zurückzugreifen, wird die KCK auf jegliche militärischen Operationen in diesem Zeitraum verzichten, um den politischen Schritten im Friedensprozess mehr Raum zu geben.

Das Fortbestehen und Ausweiten der Waffenruhe wurde an folgende Bedingungen geknüpft:
- Beendigung der militärischen Operationen gegen die Guerilla
- Beendigung der politischen Operationen gegen das kurdische Volk in den Bereichen Soziales, Politik und Kultur
- Vorbereitungen zu einer demokratischen Verfassung
- Vertiefung des Dialogs und der Verhandlungen mit Abdullah Öcalan, sowie dem DTK (Demokratik Toplum Kongresi/ Demokratischer Gesellschafts Kongress) und der BDP (Baris ve Demokratik Partei/ Friedens und Demokratie Partei)

Die Schlussfolgerungen lauten: "Der Gesprächspartner für das Problem ist eindeutig: Der Führer des kurdischen Volkes Abdullah Öcalan. Und die Lösung ist die Demokratische Republik und ein autonomes Kurdistan."

Weitere Informationen auf Englisch: http://en.firatnews.com/index.php?rupel=article&nuceID=1120


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 02. Okt 2010, 21:44
Menschenrechte
IHD forderte Schaffung einer Wahrheits-Kommission
(http://en.firatnews.com/photos/headline/kayip1.jpg)
ANF 02.10.2010

Ein Sprecher für die Menschenrechtsorganisation IHD forderte die Schaffung einer Wahrheitskommission um verbrecherische Tötungen [angeblich zum Staatswohl] während des Konflikts [im Zusammenhang mit vermuteten Aktivitäten der PKK] seit 1980 zu untersuchen.

Seit 86. Wochen versammeln sich Verwandte der Verschwundenen im Kosuyolu Park in Diyarbekir, um weiterhin Rechenschaft zu fordern [von den Verantwortlichen] dür ihre vermissten Angehörigen. Sie trafeb sich dort jeden Samstag seit 2009 und sind entschlossen, solange weiterzumachen bis das Verschwindenlassen aufhört und Rechenschaft gelegt wurde [über das Verschwinden] ihrer Angehörigen.

Raci Bilici, ein Sprecher des IHD, hat die Schaffung einer Wahrheitskommission wegen Tötungsverbrechen in Nordkurdistan angekündigt.
"Wenn die Regierung aufrichtig für den Frieden des Landes ist, müssen sie solche Tötungsverbrechen untersuchen und  die Verantwortlichen vor Gericht zu belangen".

Bilici rief die türkische Regierung auf, die militärischen Operationen gegen die PKK zu beenden und bestimmte Schritte zu unternehmen, um die PKK zu überzeugen den Waffenstillstand zu verlängern. Er verurteilte auch den Polizeieinsatz gegen Funktionäre der Partei für Frieden und Demokratie Partei (BDP) in Urfa [Riha]. Mindestens 40 Beamte der BDP wurden gestern bei Hausdurchsuchungen in Riha festgenommen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 02. Okt 2010, 23:06
"Tötungen" sind immer "unrechtmäßig". In allen Ländern, welche die Todesstrafe abgeschafft haben, wozu auch - allerdings erst seit rund 10 Jahren - die Republik Türkei gehört. Unter zivilisierten Menschen wird sowas "Mord" genannt. Das sollte sich auch in Kreisen von Übersetzern aus dem Türkischen ins Englische rumgesprochen haben. Denn wo es außergesetzliche Tötungen ("unlawful killings") gibt, muss es logischerweise auch "gesetzliche" geben. Nach dieser Devise handeln zwar jene Mörder. Aber eine demokratische politische Opposition sollte sich möglichst nie die "Sprachregelungen" autoritärer Regierungen und Verwaltungsbehörden zu eigen machen. Und darum nicht zwischen außerlegalen und vermeintlich legalen Justizmorden unterscheiden. Im Deutschen kennen wir den Begriff: "Der Hehler ist genausoschlimm wie der Stehler". Dies trifft auch auf Leute zu, die im Namen eines kranken Gewissens vermeintlich für ihren Staat Morde begehen. Und ein Staat, der Mördern seine Sicherheit anvertraut ist halt ein Mörderstaat und muss sich gefallen lassen, so genannt zu werden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 03. Okt 2010, 00:09
Zitat
Jetzt auch Fluglinie zwischen Hewler und Riha

Zwischen Riha (Urfa) und Hewler wurde eine Flugverbindung eingerichtet. An drei Tagen der Woche, jeweils am Dienstag, Mittwoch und am Sonntag sind Flüge zwischen Riha (Urfa) und Hewler möglich. Die Flüge werden von der Reiseagentur Bora Jet betrieben. Der Preis fürs Ticket liegt dabei bei 49 TL. Der erste Flug ist für den 4. Oktober geplant. Bisher waren Flüge nach Hewler nur über Istanbul und europäische Länder möglich.

Quelle: ANF, 28.09.2010, ISKU



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 03. Okt 2010, 19:12
Denkmalschutz Nordkurdistan
Stadtmauern von Amed in Gefahr

(http://en.firatnews.com/photos/headline/sur1.jpg)

ANF 03.10.2010

Die Stadtmauern von Amed (Diyarbekir) sind nach der chinesischen Mauer die zweitlängsten Mauern in der Welt. Die 10.000 Jahre alte Stadtmauer sind eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Kurdistan.

Die Wände waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in einem relativ guten Zustand.
Doch als die Bevölkerung der Stadt zunahm, sind die Wände vor allem nach 1990 ernsthaft beschädigt worden. Innere Teile der Wände sind renoviert worden, Außenteile sind Ruinen.

Hunderttausende Kurden wurden in Nordkurdistan in Folge des Konflikts zwischen der Türkei und der PKK vertrieben. Die meisten von ihnen lebten in kleinen Häusern in der Nähe der Stadtmauer. Einige haben sogar Steine der Stadtmauer verwendet um Häuser bauen zu können.

Dies betraf die Stadtmauer im Umkreis von Mêrdin Kapi-Yeni Kapi und Riha Kapi-Benu Sen-Mêrdin Kapi. Archäologen sagen, einige Abschnitte drohen komplett einzustürzen. Der überwiegende Teil der Stadtmauer wird nicht ohne einen umfassenden Sanierungsplan der umgesetzt wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts stehenbleiben.
Die Stadtmauern sind etwa sechs Kilometer lang. Diyarbekir war durch die Jahrhunderte die Heimat verschiedener Kulturen es gibt verschiedene Zeichen wie Löwenkopf Zahlen, Kreuze und Halbmonde.

Die Stadtmauern waren in den 30er Jahren unter der Stadtentwicklung in Gefahr. Der Gouverneur von Diyarbekir entschied einige Teile abzureißen in dem Bemühen, mehr Straßen zu bauen. Aber dieser Versuch wurde durch den französischen Archäologen Albert Louis Gabriel und den Stadt-Ältesten behindert.
Abgesehen von Gabriels wirksamen Anstrengungen, wurden aber Teile in der Nähe von Dag und Mêrdin Kapi Kapi abgerissen.
Seitdem ist seit über achtzig Jahren keine umfassende Renovierung vorgenommen worden. Vor zehn Jahren wurden in der Nähe der Stadtmauer Kaffeehäuser und Teegärten entfernt und durch Parks ersetzt.
Nur einige der zweiundachtzig Türme von Diyarbekir Stadtmauer stehen heute noch.

Die Gemeinde von Diyarbekir hat die Mittel für die Renovierung der Stadtmauer begrenzt. Ohne die Schutz der Zentralregierung und internationalen Einrichtungen wird die Stadtmauer von Diyarbekir kein weiteres Jahrhundert stehen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 03. Okt 2010, 19:37
Es zeichnet sich Vertuschung ab
Untersuchung der chemischen Waffen für "vertraulich" erklärt

ANF 03.10.2010

Ein türkisches Gericht erklärte die Untersuchung über chemische Waffen gegen die kurdische Guerilla für amtlich geheim.
Menschenrechtsorganisationen haben eine Petition eingereicht, die die Generalstaatsanwaltschaft in Batman letzten Monat aufforderte eine Untersuchung zum Einsatz von chemischen Waffen gegen kurdische Guerillas einzuleiten.
Der Generalstaatsanwalt erklärte die Untersuchung heute für vertraulich und weigerte sich, irgendwelche Details an die Vertreter der Menschenrechtsorganisationen zu geben.
Am 8. August kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der HPG Guerillas und türkischen Einheiten die eine Operation in der Region Hicre bei Besiri durchführten. Fünf kurdische Guerillas kamen dabei ums Leben.
Die Verwandten der Guerillas entdeckten bei der Identifikation ungewöhnliche Verbrennungen auf den Körpern.




yuksekova 02.10.2010

Außerdem sprach gestern Osman Kündeş (IHD Vorsitzender) in Batman über die in Haft sitzenden Journalisten, Bürgermeister und Politiker. Er appelierte für eine Freilassung und an die Öffentlichkeit demokratische Initiativen zur Lösung der kurdischen Frage zu unterstützen. Nach der Pressemitteilung folgte ein 5 Minuten Sitzstreik die Gruppe löste sich danach friedlich auf. (Übersetzung soweit möglich war)

(http://www.aktifhaber.com/images/other/ihd-batman-sube-baskani-kundes-faili-mechuller-konusunda-gerekli-adimlari-atilmadi-1077704-01.jpg)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 03. Okt 2010, 20:02
("unlawful killings")

Ich musste auch zweimal lesen. Diese Bezeichnung erklärt einiges.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 05. Okt 2010, 19:20
völlig neue Verfassung
BDP fordert Schaffung einer demokratischen, zivilen Verfassungsplattform

(http://www.gazete5.com/images/news/3680.jpg)

04.10.2010

Selahattin Demirtas forderte die Schaffung einer "demokratischen, zivilen Verfassungsplattform", um eine neue Verfassung zu verabschieden.

In einer Sitzung im türkischen Parlament sagte Demirtas, die Ergebnisse der Volksabstimmung zeigten starke öffentliche Unterstützung für die Herstellung einer neuen Verfassung. "Die Türkei diskutiert jetzt über eine neue Verfassung durch den Erfolg des Referendums und der Boykott-Kampagne. Das ist unser gemeinsamer Gewinn" so die BDP Fraktion.

Er sagte auch das die NGO´s in dieser Verfassung vertreten sein müssen.
„Das ist der einzige Weg eine neue Verfassung für die Menschen zu machen“
Er sagte die BDP wird keine anderen Methoden bei der Herstellung einer neuen Verfassung akzeptieren.

Die Bildung in kurdischer Muttersprache ist eine zentrale Forderung der kurdischen Menschen bei der neuen Verfassung. "Bildung in eigener Muttersprache wird das Land nicht spalten“ Wir versuchen, die Menschen damit und unserer Kampagne für allgemeine Wahlen zu überzeugen", sagte er.

Demirtas kritisierte die Bemerkungen des türkischen Ministerpräsidenten R. Tayyip Erdogan scharf indem er sagte "Niemand sollte Bildung in Muttersprache von uns erwarten" und erwiderte: "Niemand erwartet etwas von AKP.“

Demirtas sprach auch über die Menschenrechtsverletzungen in türkischen Gefängnissen und sagte, dass die Haftbedingungen ein Spiegelbild für das Gewissen der Menschen ist. Er sagte, dass die türkischen Gefängnisse überfüllt sind und Tausende in die Gefängnisse wegen falscher oder unbewiesener Verurteilungen geschickt wurden. Demirtas sagte, die Regierung hat todkranke Gefangene aus familiären Gründen unverzüglich freizulassen.

Wieder hat er die Regierung hingewiesen, dass die 10 Prozent Klausel ein Grund ist, dass ein Drittel der türkischen Bevölkerung ist nicht palamentarisch vertreten ist.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Tolhildan2010 am 05. Okt 2010, 20:46
Erdogan wird nach und nach zum internationalen Hamplemann! In der Welt fordert er gerechtigkeit und Freiheit und geizt nicht mit Kritik, aber noch nie hat ihn jemand gesagt dass er genauso ein "MÖRDER" ist auf denen er mit nacktem Finger zeigt!
Kerdogan wach auf!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 06. Okt 2010, 13:53
Erdogan wird nach und nach zum internationalen Hamplemann! In der Welt fordert er gerechtigkeit und Freiheit und geizt nicht mit Kritik, aber noch nie hat ihn jemand gesagt dass er genauso ein "MÖRDER" ist auf denen er mit nacktem Finger zeigt!
Kerdogan wach auf!

Demnächst wird nicht mehr mit Schuhen geworfen sondern mit Medikamenten :D


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 06. Okt 2010, 14:31
Türkei Nordkurdistan
Karayilan: "Türkei bereitet Militäreinsatz gegen die PKK vor"

(http://www.borsagundem.com/resimler/img_55_murat_karayilan.jpg)

ANF 06.10.2010

Der Präsident der (KCK) Murat Karayilan, sagte das die PKK erwartungsvoll den Waffenstillstand verlängert, aber die türkische Armee im Gegensatz dazu eine militärische Operation gegen die PKK vorbereitet.

Karayilan hielt gestern eine Rede über das militärische Radio an die kurdischen Guerillas.
Er erzählte den Guerillas über das Bestreben der Türkei die PKK zu zerschlagen und dass Ankara möglicherweise versuchen könnte die kurdische Bewegung mit einer großen militärischen Operation zu zerstören.

Er sagte, die jüngsten türkischen diplomatischen Bemühungen hängen mit mit den Vorbereitungen für eine militärische Operation gegen die PKK zusammen.

Der türkische Innenminister Besir Atalay besuchte den Irak, Syrien und die kurdischen Städte nahe der Grenze innerhalb von zwei Wochen.

Er sagte diese diplomatischen Bemühungen mit den Vereinigten Staaten und regionalen Mächten beabsichtigen gegen die kurdische Bewegung militärische, wirtschaftliche und politische Aspekte zu ergreifen. "Deshalb wollen sie ihre Lösung in Kurdistan implementieren."
Karayilan erwähnte auch erhöhte türkische Unterstützung für verschiedene politische Bewegungen in Kurdistan.
"Die Türkei versucht, eine alternative politische Bewegung zu PKK zu erstellen. Sie wollen politische Dorfwächter erschaffen"

Die Verhandlungen mit Kurdenführer Abdullah Öcalan, sehen sie nur als "strategisch". Eine neue Periode mit neuen Methoden für die kurdische Bewegung wurde gerade gestartet.

Er sagte auch, wenn die türkische Regierung bestimmte Schritte unternimmt, wird die kurdische Seite den Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit verlängern. Aber wenn nicht, wird die kurdische Seite neue Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Bei den polizeilichen Operationen gegen die (BDP), sprach Karayilan von einer gewollten politischen Kriminalisierung der kurdischen politischen Bewegung. "Sie inhaftieren BDP Mitglieder und sagen einfach dass sie Mitglieder der KCK sind. Wir sind die KCK und wir sind hier. Wir haben keine Verbindung mit dem inhaftierten kurdischen Politikern"

Er rief die Guerilla auf, den Waffenstillstand einzuhalten und jegliche Auseinandersetzungen mit der türkischen Armee zu vermeiden.
Aber er sagte, dass das Recht auf Selbstverteidigung ein natürliches Recht darstellt und die Guerilla sollten sich aggressiv verteidigen, wenn sie angegriffen werden.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 06. Okt 2010, 16:02
Semdinli öffentlichen Sitzung

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/semdinlide-halk-toplantisi-50354.jpg) (http://www.yuksekovahaber.com/images/news/50355.jpg)

yuksekova 06.10.2010

In der Stadt Semdinli in der Provinz Colemerg wurde eine Sitzung im BDP Gebäude eine öffentliche Sitzung am Jahrestag der Festnahme Öcalans gehalten.

Die öffentlichen Sitzung wurde von der Bevölkerung und der BDP organisiert. Darunter Bürgermeister Sadat Töre, Präsident des Landkreises Resit Erbas (BDP), HRA Zweigpräsident Emin Sarı, BDP Stadtverwaltung Meclis Üyeleri, Mitglieder des Landtags, Mütter für den Frieden, Mitglieder des Landkreis und eine große Zahl von Bürgern.

Während der Sitzung verurteilte der Vorsitzende des Landkreises der BDP Erbaş den „Komplott vom 09. Oktober“ und begann seine Rede mit den Worten; Semdinli behielt immer seinen freiheitlichen kämpferischen Geist der Menschen darauf seien sie stolz. Unter den vielen Teilnehmern der Sitzung sagte Erbas: "In dieser Situation verurteilen wir die Festnahmen der Beschäftigten der Partei in Riha (Urfa) und in Istanbul,  die Türkei zeigt das Gesicht ihrer Absichten." sagte er.

Der Präsident verurteile ausdrücklich die Ermordung und Vergewaltigung eines 4 jährigen Jungen in Kırşehir. (Siehe Bild)

(http://img5.mynet.com/ha5/k/kirsehir-cinayet.jpg)

Erbas sagte weiter "zwei Mal wurde der Aufruf zum Frieden verlängert aber er blieb unerwidert.“ Der jahrelange schmutzige Krieg gegen das kurdische Volk soll abgeschlossen werden. Eine Art von diesem schmutzigen Krieg der Türkei muss zu einem langen und dauerhaften Frieden führen und alle Arten demokratischer Rechte für uns beinhalten."


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 09. Okt 2010, 15:25
Erinnerung an Aktion gegen die kurdische Freiheit vor 12 Jahren
Geschäfte am Jahrestag in Nordkurdistan wegen des internationalen Komplott gegen Ocalan geschlossen

(http://en.firatnews.com/photos/headline/serrande.jpg) (http://www.xebatkar.com/images/news/1814.jpg)
(http://www.firatnews.org/wene/gallery/21f02252-3.jpg) (http://www.firatnews.com/wene/gallery/74f068ca-1.jpg) (http://www.firatnews.org/wene/gallery/24be65c7-kepenk3.jpg) (http://www.firatnews.org/wene/gallery/98bed072-kepenk2.jpg) (http://www.firatnews.org/wene/gallery/f9f3dfa6-kepenk1.jpg) (http://www.diclehaber.com/files/270H/2010/10/09/dyb-polis-catisma-serfirazaydin-yaralanma.JPG)

ANF 09.10.2010

Am 9. Oktober 1998 wurde Ocalan gezwungen Syrien auf Druck von der Türkei zu verlassen und landete in Griechenland. Dies war der erste Schritt der Reise für Ocalan, die in Nairobi endete, als er durch eine türkische Spezialeinheit mit Hilfe von Israel und der USA gefangen genommen wurde.

Dieser Vorfall wird seitdem Komplott des 9. Oktobers genannt.

Alle Geschäfte blieben daher in Diyarbekir, Mus, Batman, Colemerg, Sêrt, Şirnex und Wan aus Protest gegen das Komplott vom 9. Oktober geschlossen. Auch in Cizîra Botan, Silopi und Idil, der Städte der Provinz Şirnex und in den Städten Yuksekowa, Semdinli und Cukurca der Provinz Colemerg waren alle Geschäfte geschlossen und nur wenige Menschen waren auf den Straßen.

In Cizîra Botan sind Auseinandersetzungen mit Demonstranten und der türkischen Polizei ausgebrochen, nachdem kurdische Jugendliche Straßensperren auf der auf der Cizîra-Idil Hauptstrasse aufstellten.
Sie skandierten Parolen zugunsten der PKK und dem kurdischen Führer Abdullah Ocalan, als die Sicherheitskräfte sie mit Gasbomben angriffen drängten die Demonstranten die türkische Polizei mit Steinen und Molotow-Cocktails zurück.

Ein Teenager wurde bei Demonstrationen festgenommen.

Im bevölkerungsreichsten kurdischen Stadt Diyarbekir (Amed) wurden die meisten Geschäfte aus Protest des Komplotts vom 9. Oktober geschlossen. Als die türkische Polizei Sicherheitslage verschärfte blieb die Lage angespannt.

Die Proteste wurden auch in Farqîn, Pîran, Bismil und Dicle den Städten der Provinz Diyarbekir wirksam.

Mêrdin wurde ein Gefahrenherd für die Demonstranten. In Qoser, Nisêbîn, Derik, Dargecit und Şemrex blieben sogut wie alle Geschäfte außer Apotheken und Bäckereien geschlossen.
Die Einwohner von Sêrt, Batman und Mûş schlossen sich dem Protest an.

In Batman hat die  türkische Polizei Ladenbesitzer bedroht, ihre Geschäfte zu öffnen.
Trotzdem, sind fast 90 Prozent der Geschäfte geschlossen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 12. Okt 2010, 12:12
Türkei Nordkurdistan
Rasmussen: „Türkei kann das PKK-Problem selbst lösen“


(http://www.ajansdiyarbakir.com/haberresim/anders%20fogh%20rasmussen.jpg)

ANF 12.10.2010

Generalsekretär der NATO Anders Fogh Rasmussen sagte, es gebe keine Notwendigkeit für ein Eingreifen der Allianz, das Problem der Türkei mit der (Arbeiterpartei Kurdistans) zu lösen.
Rasmussen sprach mit den Reportern am Vorabend des Treffens der Außen- und Verteidigungsminister der NATO-Mitglieder über die Türkei und die PKK.

Er sagte, dass er glaubt, die Türkei kann ihr Problem mit der PKK selbst lösen. Er bezeichnete die PKK als ein
"internes Problem des Landes" und das die Türkei keine Intervention der NATO braucht.

"Ich hoffe, wir werden das Ende der Terroranschläge in der nahen Zukunft sehen", sagte er.
Rasmussen besuchte die Türkei und traf sich mit türkischen Beamten um über neue Strategien der NATO in Zypern zu sprechen.

Der Besuch war Teil einer Tour vor dem NATO-Gipfel der im November in Lissabon ist.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 12. Okt 2010, 12:25
Türkei Nordkurdistan
Ocalan: „Kurden werden keinen gefälschten-Friedenprozess unterstützen“


ANF 12.10.2010

Kurdenführer Abdullah Ocalan sagte, er werde nur einen demokratischen Frieden unterstützen und fügte hinzu: "Kurden werden keinen gefälschten Friedensprozess unterstützen.“

Ocalan traf mit seinem Bruder Mehmet Ocalan am Montag im Imrali Hochsicherheitsgefängnis. Der Bruder sagte, dass der Kurdenführer den Waffenstillstand und die jüngsten Operationen gegen die Partei Frieden und Demokratie kommentierte.

Nach den Aussagen des Bruders sagte Kurdenführer Ocalan, dass er nur einen aufrichtigen und demokratischen Frieden unterstütze und das kein Frieden mit der Liquidierung der kurdischen Organisationen erreicht werden kann.

"Alle Kurden werden einen demokratischen Frieden unterstützen, ausgenommen einen gefälschten Frieden", sagte er.

Öcalan sagte, er werde bis zum 31. Oktober warten und wenn die Türkei ihre Politik der Zerstörung gegen die kurdische Bewegung nicht aufgeben wird, dann werden sie neue Entscheidungen treffen.

Ocalan sagte auch, dass er Briefe an die türkische Regierung und die PKK gesendet habe, aber keine Antwort bekommen hat.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 13. Okt 2010, 19:15
Verteidigung während des Waffenstillstand
Zusammenstoß in Dersim / Zerenik


Quelle Yuksekova 13.10.2010

Nachdem Einheiten der türkischen Armee eine umfassende Operation in der ländlichen Gegend starteten die 15 Stunden andauerte wurden 2 Soldaten getötet. Nach örtlichen Quellen wurden weitere Oparationen in der Region gestartet und die Auseinandersetzung hält in einigen Orten an.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 18. Okt 2010, 13:38
Türkei: Flatterhafte Kurden-Politik

http://kurier.at/nachrichten/2042229.php

(http://www.dw-world.de/image/0,,1327515_4,00.jpg)

"Wir brauchen eine Dezentralisierung, die den örtlichen (kurdischen) Behörden mehr Einfluss gewährt. Die Zehn-Prozent-Hürde für den Einzug ins nationale Parlament muss drastisch gesenkt werden (Kurden-Parteien scheitern immer daran) , und - am wichtigsten - auch in den staatlichen Schulen muss es künftig muttersprachlichen Unterricht auf Kurdisch geben", fasst der in Wien lebende Ali Çan im KURIER-Gespräch die Forderungen seiner Mitstreiter in der Türkei zusammen. Doch der kurdische Aktivist mit besten Beziehungen in seine alte Heimat ist pessimistisch.

Ankara betreibe ein Spiel auf Zeit mit einem Ziel: Die PKK soll "minimalisiert" werden. Die "Arbeiterpartei Kurdistans" kämpfte seit 1984 zunächst für einen unabhängigen Staat, jetzt für mehr Autonomie. Bisher starben in dem Konflikt 42.000 Menschen.
Die Zentralregierung ließ sogar indirekte Gespräche mit dem zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-PKK-Chef Abdullah Öcalan zu, doch die Vorstellungen der Kurden dürften Erdogan dann doch zu weit gehen, er zog die Notbremse. Der Dialog, analysieren die meisten Beobachter, stecke in einer Sackgasse fest.

Neue Verfassung

Es gebe nur einen zielführenden Weg, sagte jüngst Akin Birdal von der Kurdenpartei BDP vor österreichischen Journalisten in Ankara, "die Regierung muss mit uns, mit Öcalan und der PKK verhandeln, ohne diese Akteure kommt keine Lösung zu Stande". Zudem plädierte er für eine grundlegend neue Verfassung. Die jetzt leicht reformierte atme nach wie vor den Geist der Militärdiktatur und sei "diskriminierend". Birdal machte sich auch für eine Verankerung der Rechte der Kurden im Grundgesetz stark. Seine Begründung: "So wie das Kulturerbe der Stadt Wien geschützt werden muss, so müssen auch wir Kurden geschützt werden."


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 22. Okt 2010, 21:57
Zitat
Es gibt keinen Grund warum wir zur Armee gehen sollten
 
Aktivisten der kurdischen Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen riefen alle Jugendlichen der Türkei auf, um das Töten zu beenden, den Militärdienst zu verweigern.
Der Kriegsdienstverweigerer Savaş Hîndîoglu rief die Jugendlichen auf, sich nicht an dem Töten von Jugendlichen und den Schmerzen die dadurch den Müttern zugefügt werden zu beteiligen. Hîndîoglu erklärte, es gebe keinen Grund zum Militärdienst zu gehen.
Die kurdische Bewegung der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen richtete eine Presseerklärung im Gebäude der BDP der Gemeinde Akdeniz in Mersin aus.
Im Namen der Organisation sprach Savaş Hîndîoglu: „Im Krieg werden Jugendliche getötet und den Herzen der Mütter Schmerzen zugefügt. In der Türkei ist der Krieg Schauplatz von Profiteuren geworden. Die Regierung sollte endlich von dem Verständnis eine Sprache, eine Kultur und eine Nation abweichen.
Der Staat sollte den Militärdienst abschaffen. Diejenigen, die uns gesagt haben, dass sie zum Militärdienst gehen, haben unsere Dörfer niedergebrannt. Wir werden vertrieben. Unsere Kinder bleiben ohne Haus und Hof und werden traumatisiert. Es gibt so viele Gründe nicht zum Militärdienst zu gehen, dafür hinzugehen, gibt es keinen erkenntlichen Grund.”
Hîndîoglu rief alle Jugendlichen, ob kurdisch oder türkisch auf, nicht das Blut ihrer Geschwister zu vergießen und den Kriegsdienst zu verweigern, und sich nicht am Töten zu beteiligen.
            (Roj TV, 20.10.; ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 23. Okt 2010, 16:03
Nordkurdistan
Familien und Angehörige der Verschwundenen kamen erneut zusammen zu einem Sitzprotest in Amed
(http://en.firatnews.com/photos/headline/kayip9.jpg)
ANF 23.10.2010

Wie jeden Samstag veranstalteten heute die Familien und Angehörigen der Verschwundenen einem Sitzprotest im Kosuyolu Park in Nordkurdistans Hauptstadt Amed. Die Demonstration wird von der Menschenrechtsorganisation (IHD) organisiert.

Dieser Samstag markierte die 89. Woche des Protestes. Die Familien und Angehörigen der Verschwundenen fordertn, dass die Regierung für das Verschwinden hrer Lieben verantwortlich zu sein hat. Wie jede Woche, erzählten auch gestern einige der Verwandten die Lebensgeschichten ihrer Angehörigen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 23. Okt 2010, 17:53
Nordkurdistan Türkei
Duran Kalkan wertet augenblickliche politische Lage


ANF 23.10.2010

Als Ergebnis der Treffen mit den PKK-Führer Abdullah Ocalan auf Imrali stehen neue Versuche zur Lösung der kurdischen Frage an der Tagesordnung.
Die PKK hatte die militärische Inaktivität bis zum 31. Oktober verlängert.

Die PKK hat ihre einseitige Waffenruhe verlängert zur Unterstützung derjenigen, die eine demokratisch-politische Lösung bevorzugen. Allerdings hat die türkische Regierung keine vertrauensbildenden konkreten Schritte unternommen.

Im Gegenteil, Staatsbeamten hielten Reden, in denen gesagt wurde, dass "Bildung in der Muttersprache nicht infrage kommt. Wenn Kurdisch an Schulen gelehrt wird, dann wird es eine neue Nation, einen neuen Staat geben."

Türkische Beamte begannen dann einen intensiven diplomatischen Verkehr mit Syrien, Iran und Irak gegen die PKK. Sie haben auch versucht Besuche der Anwälte Öcalans zu verhindern. Herr Ocalan wies darauf hin, dass "eine neue Verschwörung" gegen die kurdische nationale Bewegung vor der Tür steht.

Tatsächlich hat der türkische Ministerpräsident Erdogan mit den Worten "Das Abstimmungsverhalten der BDP ist widersprüchlich" vergangene Woche erklärt, dass der Staat keine Schritte für eine friedliche Lösung des kurdischen Problems unternehmen wird, und auf seiner Leugnungspolitik bestehen wird.

Im Gespräch mit ANF bewertet das Mitglied des Exekutivrates der KCK, Duran Kalkan, die jüngsten Entwicklungen. Kalkan sprach über die Versprechungen während der Verhandlungen in Imrali, über die spezielle Kriegspolitik des Staates, wie sie in Ṣernêx und Colemêrg ausgeführt wird, die türkische Diplomatie, religiöse Organisationen in Kurdistan und Vorbereitungen die von der PKK getroffen werden.

Duran Kalkan sagte:

Der Führer Abdullah Ocalan sagte, dass die kurdische nationale Unabhängigkeitsbewegung einer vierten Verschwörung gegenübersteht.
Der erste war zwischen 1992 und 1994, die zweite zwischen 1997 und 1999 und die dritte zwischen 2002 und 2004. Und der vierte begann nach den Parlamentswahlen 2007 und im November 2009 wurde sien vom türkischen Premierminister selbst ausgearbeitet. Alle diese Verschwörungen zielen auf die Zerstörung der kurdischen Nationalbewegung ab. Sie verhindern auch eine politische Lösung der kurdischen Frage in der Türkei und Nordkurdistan. Dies wird zu Hause und im Ausland unterstützt, was bedeutet das sie nicht nur auf bestimmte Kräfte beschänkt sind.

1991: Militärische Operationen sowohl in Nord- und Südkurdistan nach dem "Operation Provide Comfort".

1992: Vom Staat gestützte Massaker, gezielt gegen Kurden in den Städten und im Herbst führte die türkische Armee eine grenzüberschreitende Operation im Nordirak durch.

1993: Die türkische Armee versuchte den einseitigen Waffenstillstand seitens der PKK zu sabotieren.

1994: Die türkische Armee zerstörte tausende kurdische Dörfer und setzte die Vertreibung der Kurden in Gang.

Während dieser Zeit widersetzten sich einige hochrangige türkische Soldaten einer militärischen Lösung und schlugen eine angebliche politische Lösung vor, sie wurden zum Zielobjekt geheimdienstlicher Aktivität.

Die zweite Verschwörung fand statt, als Necmetin Erbakan an der Macht war. Dies ist auch bekannt als der Staatsstreich vom 28. Februar. Erbakan wurde für 13 Jahre aus der Politik entfernt und seine politische Bewegung wurde aufgeteilt. Auf der anderen Seite entwickelte sich diese Verschwörung zwischen dem 9 Oktober 1998 und dem 15. Februar 1999 zur Piraterie und schuf das Imrali-System.

Die dritte Verschwörung fand statt zwischen 2002 und 2004. Diesmal hatte man es auf Bülent Ecevit und seine Regierung abgesehen. Dies sowohl intern als auch extern. Sie haben auch die PKK im Visier gehabt und versucht, einige schwache Persönlichkeiten mit Geld zu kaufen.

Die vierte Verschwörung begann man am 17. November [2009]. Sie zielt auf die Zerstörung unserer Bewegung und richtet sich gegen rechtliche Politiker. Sie praktizieren einen politischen Völkermord an den Kurden. Dafür nutzen sie Unterdrückung, Verfolgung und Folter gegen das kurdische Volk. Neben den Operationen gegen die kurdische Guerilla nimmt also die Unterdrückung gegen die legale kurdische Politik stetig zu.

Wer führt den laufenden vierten Komplott durch?

Unser Führer Öcalan agierte sehr vorsichtig, um die aktuelle Situation zu verstehen. Er wollte vor alle nicht die Schuld nur der AKP-Regierung geben. Nach langer Bewertung blieb allerdings nur diese Schlussfolgerung übrig. Die Verschwörung zielt auch auf die AKP-Regierung. Allerdings hat sich die AKP mit diesen Mächten versöhnt, hat sich ihnen ergeben. Auf dieser Ebene hat die AKP 2 Möglichkeiten, entweder weiter Krieg führen gegen die PKK und gegen das kurdische Volk, oder selbst das Opfer der Verschwörung werden.

Die AKP hat ihre Versprechen vergessen

Die AKP-Regierung und der Premierminister machte vor dem Referendum mehrerer Versprechen, am 12. September jedoch hielt Erdogan eine Rede, die eindeutig zeigt, dass er seine Versprechen nicht hält. Der Premierminister hat auch die Verhandlungen mit Ocalan in Imrali verleugnet. Er macht die die BDP dafür verantwortlich. Auf diese Weise benutzt er die BDP als Sündenbock. Mit anderen Worten, sieht er die beste Verteidigung in solch einem Angriff.

Handel mit der NATO über Roj TV

Die Türkei nutzt die Diplomatie gegen die PKK. Kurdische Organisationen in Europa werden durch die Polizei durchsucht, Kurden werden festgenommen. Kurden werden kriminalisiert und terrorisiert. Als Beispiel verhandelt die Türkei mit dem NATO-Generalsekretär [der zuvor dänischer Ministerpräsident war] über den kurdischen Sender Roj TV, um ihn schließen zu lassen. Zudem diskutierten sie darüber mit Deutschland und anderen europäischen Ländern. Diese Aktionen wurden alle während des Treffens mit den Amerikanern geplant. Roj TV ist ein Test für die europäische Demokratie. Werte und Demokratie wofür Europa steht und auf der anderen Seite die wirtschaftlichen Beziehungen und die Versprechen, die sie der Türkei und den USA gaben.

Die Diplomatie mit Syrien, Iran und Irak sind nicht neu. Aber AKP bringt es rüber, als ob sie gerade erst damit begannen.

Die türkischen Versuch sind aber kaum geeignet Ergebnisse zu bringen. Die AKP verzichtet auf eine Menge Möglichkeiten, die für die Türkei nützlich wären. Und den Nachbarländern ist der schwache Punkt der Türkei sehr wohl bewusst: PKK. Die AKP ließ sie von dieser Schwachstelle profitieren.

USA wollen Türkei als Vorposten verwenden

Seit die Türkei Mitglied der NATO geworden ist, benutzen die US sie als militärischen Vorposten. Sie wurde gegen die UdSSR benutzt aber nun haben die Vereinigten Staaten andere Pläne für den Nahen Osten sowie Russland. Der Raketenschild ist nur ein Teil dieses Projekts. Die USA wollen die Türkei wegen ihr Großes Nahost-Projekt benutzen.

Die USA benutzt die Türkei nicht nur wegen Iran, sondern auch hinsichtlich der anderen asiatischen Länder wie China, Indien. Aber im Falle einer Intervention in den Iran wollen die USA die Türkei  nutzen.

Angebot zum Thema PKK im Gegenzug für Raketenstationierung

Wenn die Türkei das Raketenschild-Projekt in Lissabon unterzeichnet, bedeutet dies, dass die USA der Türkei politisch und militärisch Unterstützung zusichert gegen die kurdische nßNationalbewegung. Es bedeutet, dass die Türkei ihre Verleugnungs- und Vernichtungspolitik fortsetzen wird und jeder politischen demokratischen Lösung aus dem Weg gehen wird.

Natürlich sind die Raketen keine Bedrohung für die Kurden, aber der Handel wird auf dem Rücken der Kurden gemacht. Die USA verkauft die Existenz der Kurden für die Stationierung von Raketen, und verweigert somit die Freiheit der Kurden. Es ist auch eine Unterstützung der Türkei, um ihren Völkermord an den Kurden fortzusetzen. Wenn diese Art von Problemen diskutiert werden, dann werden die grundlegenden Prinzipien der westlichen Welt leicht vergessen.

Leider ist dies die aktuelle politische Realität der Welt.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 29. Okt 2010, 00:35
Zitat
Berüchtigtes Diyarbakir-Gefängnis soll Museum werden
Mehr und mehr Menschen fordern in einer Unterschriftenkampagne, dass das ehemalige Gefängnis von Diyarbakir, das Militärgefängnis Nummer 5, das bekannt wurde wegen seiner grausamen Folter an den Häftlingen, in ein Museum umgewandelt werden soll. Ehemalige Häftlinge, die während des Militärputsches dort inhaftiert waren, starteten die Kampagne am 18.10. In kürzester Zeit unterschrieben allein in Amed (Diyarbakir) 20.000 Menschen.
Die Initiative wird mit verschiedenen Aktivitäten die Kampagne in andere Regionen und Städte der Türkei ausweiten. Außerdem wurde eine Kommission eingerichtet, die die Geschichte des Gefängnisses und die Bedingungen für die Gefangenen untersucht. Ein Sprecher der Initiative erklärte, dass das Gefängnis eine Schande für die Türkei sei. Die Initiative habe den Kampf gegen die Zerstörung des Militärgefängnisses Nummer 5 aufgenommen und werden alles in ihrer Macht stehende tun, damit das ehemalige Gefängnis in ein Museum umgewandelt werde.
            (DIHA, 27.10., ISKU)
 

Tuğluk beantragt erneuten Besuch bei Öcalan
Aysel Tuğluk beantragte erneut einen Besuch bei Abdullah Öcalan, damit er sich für eine Verlängerung der derzeitigen Waffenruhe, die am 31. Ok­tober enden soll, einsetzt. Tuğluk will Öcalan bitten, sich nicht aus der Verantwortung zu ziehen. Öcalan hatte bei dem ersten Besuch mit Frau Tuğluk gewarnt, dass, wenn es keine Veränderungen bis zum 31. Oktober geben werde, er sich von einer weiteren Verantwortung zurückziehen wird.
Die Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistan KCK hatte die Waffenruhe in einer Erklärung vom 30.9. bis zum 31.10. verlängert. Ziel soll ein beidseitiger Waffenstillstand sein, den die KCK jedoch von der Praxis der Türkei abhängig macht.
            (DIHA, 27.10., ISKU)
 

Prozess gegen 58 Umweltschützer wegen Anti-Atom-Protesten
Vor einem Gericht in Ankara hat ein Prozess gegen 58 Umweltschützer begonnen, denen wegen einer Demonstration gegen das erste türkische Atomkraftwerk mehrjährige Haftstrafen drohen. Aus Verfahrensgründen wurde der Prozess am Donnerstag auf den 12. Januar vertagt, wie die Umweltorganisation Greenpeace mitteilte. Den Angeklagten drohten wegen Teilnahme an einer nicht angemeldeten Demons­tration und Widerstands gegen die Staatsgewalt Haftstrafen von bis zu drei Jahren, sagte Deniz Sözüdogru von Greenpeace Türkei. Die Hälfte von ihnen sind demnach Greenpeace-Mitglieder.
            (AFP, 28.10., ISKU)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Peskevin am 05. Nov 2010, 22:43
Zitat
649 NGOs zur Diskussion nach Amed eingeladen

Der Demokratische Gesellschafts Kongress (DTK) hat 649 NGOs aus kurdischen Städten zu einem Treffen in Amed (Diyarbakır) für die nächste Woche eingeladen. Die VertreterInnen treffen sich, um die möglichen Entwicklungen nach der KCK-Erklärung zur Verlängerung der Waffenruhe zu diskutieren. Der Prozess, der im Rahmen der „KCK-Operationen“ zurzeit gegen 151 kurdische PolitikerInnen in Amed geführt wird, soll ebenfalls auf der Tagesordnung stehen.

Die NGOs hatten im vergangenen Juli die Gemeinschaften der Gesellschaften Kurdistan KCK aufgefordert, eine einseitige Waffenruhe auszurufen. Daraufhin wurde die Waffenruhe zum 13. August erklärt.

Jetzt, nach einer Verlängerung der Waffenruhe für weitere acht Monate – bis zu den allgemeinen Wahlen im Juni 2011 – sind die NGOs aufgerufen, über weitere Schritte zu einem dauerhaften Frieden in der Region zu diskutieren. In der letzten Woche rief die Türkei Versammlung für den Frieden (TBM) alle politischen Parteien und NGOs auf, die Anstrengungen für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage zu intensivieren. Auch die Partei für Frieden und Demokratie (BDP) formulierte einen ähnlichen Anruf. (ANF, 3.11., ISKU)

 

 
352 tote Gefangene in zehn Jahren

Nach einem Bericht des Dokumentationszentrums der türkischen Menschenrechtsstiftung (TIHV) zu Rechtsverstößen in den ersten sechs Monaten diesen Jahres warten derzeit 97 schwer erkrankte Gefangene auf eine Behandlung. Trotz zahlreicher Intervention dutzender Institutionen und politischer Organisationen wie IHD, Mazlum-Der, Tuhad-Fed, DTO, BDP und Blue Libra Jurists bei der Regierung wurden bislang keinerlei Schritte unternommen.

Laut Untersuchungen sind in den letzten zehn Jahren 352 Gefangene in den Knästen verstorben. Während die Untätigkeit der Behörden die Gefangenen jeden Tag dem Tod näher bringt, wächst die Sorge der Angehörigen zu einem Aufstand heran. In dem die bisherigen Todesfälle als „Altersschwäche“ deklariert werden, schaffen die Behörden einen legalen Rahmen für weitere Todesfälle wie den von Abdullah Akçay, der vor seinem achtzehnten Lebensjahr an Krebs erkrankt war und im Gefängnis verstarb.

Die Situation einiger erkrankter Gefangener hat sich in den letzten Wochen besorgniseregend entwickelt. Nurettin Soysal, der an sein Bett gebunden ist und keine Chance zum Überleben hat, wartet im D-Typ-Gefängnis von Diyarbakir auf seinen Tod. Versorgt wird er ausschließlich von seinen Mitgefangenen. Auf eine Entscheidung der forensischen Abteilung, zu der Soysal bereits drei mal gebracht wurde, wird weiter gewartet.

Bei Ismet Azay im E-Typ-Gefängnis von Adıyaman hat sich der Schilddrüsenkrebs mittlerweile zu einem Kehlkopfkrebs entwickelt. Der Versuch seiner Familie, einen Ambulanzwagen für den Transport zur medizinischen Untersuchung zu mieten, da der Zustand des Gefangenen einen regulären Gefangenentransport nicht zulässt, wurde bislang von der Gefängnisleitung blockiert. (ANF, 3.11., ISKU)



EU: Türkei kommt bei Grundrechten nicht voran

Im EU-Fortschrittsbericht kritisiert die EU, dass die Türkei zu wenig für Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Frauenrechte tut. Der Report beurteilt jährlich die Arbeit der Beitrittskandidaten.

Trotz einiger Fortschritte komme die Türkei nach Ansicht der Europäischen Union in Sachen Grundrechte nicht voran. "Meinungsfreiheit und die Freiheit der Medien müssen sowohl per Gesetz als auch in der Praxis gestärkt werden. Defizite bleiben bei der Ausübung der Religionsfreiheit. Fortschritt ist auch bei Frauenrechten, Geschlechtergleichheit und den Rechten der Gewerkschaften notwendig", zitiert die Tageszeitung "Die Welt" aus dem diesjährigen Fortschrittsbericht, der dem Blatt vorliegt.

Der Report, der kommenden Dienstag präsentiert wird, zieht ein jährliches Resümee über die Arbeit der EU-Beitrittskandidaten. Kritisch beurteilt Brüssel darin auch das Verhältnis zwischen der Türkei und Zypern: "Es gab keinen Fortschritt in Richtung einer Normalisierung der bilateralen Beziehungen", resümiert der Bericht. Zudem habe die von Premierminister Recep Tayyip Erdogan Ende 2009 begonnene demokratische Öffnung, welche die Rechte der Kurden und anderer Minderheiten stärken soll, "vor allem in Bezug auf die Kurden-Frage bisher nur begrenzte Ergebnisse gezeigt." (DP, 2.11., ISKU)



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 08. Nov 2010, 15:23
türkisches Gericht: kurdische Sprache in Nordkurdistan ist unbekannt
Proteste gegen „unbekannte Sprache“ in Sirnak und Kars

(http://www.serhatgundem.com/resim.php?resim=resimler/ae9310.jpg&en=240&boy=160)

Quelle: ANF 07.11.2010

Hunderte von Kurden gingen am Sonntag in den Kurdenprovinzen Sirnak und Kars auf die Straßen um gegen die Definition des türkischen Gerichtes der kurdischen Sprache als "unbekannte Sprache" zu protestieren.

Der stellvertretende Bürgermeister Zeynep Inan sowie Bürgermeister Sükran Sincar und der Leiter der örtlichen Filiale der BDP Abit Ike leitete die Demonstration unter dem Slogan "Unsere Sprache ist unsere Ehre."

Die Menschenmenge versammelte sich vor dem BDP-Gebäude in der Sirnaker Innenstadt. Eine Presseerklärung wurde abgegeben die besagt, dass die Menschen in Sirnak die Assimilationsbemühungen des türkischen Staates gegen das kurdische Volk nicht akzeptieren werden.

Der Aussage war gleichwohl eine solidarische Nachricht für die kurdischen Politiker, die in Diyarbekir vor Gericht stehen, dass kurdische Volk unterstützt sie in deren Haltung für die kurdische Muttersprache.

Der Leiter der örtlichen Filiale der BDP Abit Ike hielt eine kurze Rede und sagte, dass ein Volk nur überleben kann, wenn seine Sprache überlebt und rief alle Kurden auf den Protesten beitreten.
Ein ähnlicher Protest fand im Stadtzentrum von Kars statt, wo etwa 200 Anhänger der BDP gegen die Verweigerung des Rechts auf Verteidigung in kurdischer Sprache in türkischen Gerichten protestierten.




Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 08. Nov 2010, 15:47
Türkei Nordkurdistan
EU: Weitere Fortschritte erfordern kurdische Sprachrechte


ANF 08.11.2010

Das Konzept der Türkei für die ethnischen und sprachlichen Probleme bleibt restriktiv, ein Vorabdruck der Europäischen Kommission 2010 ist im Fortschrittsbericht über die Türkei zu lesen.

Die Verwendung von anderen Sprachen als „türkisch“ im politischen Leben fällt immer noch unter das Gesetz über die Wahlen und politischen Parteien. Die Gerichte erlassen unvereinbare Entscheidungen in Fällen gegen kurdische Politiker, ist dem Dokument zu entnehmen.
Bei der Öffnung der Regierung gegenüber den Aleviten, inbegriffen den Workshops mit alevitischen Vertretern, wurde festgestellt, dass zwangsmäßiger Religionsunterricht an öffentlichen Schulen weiterhin besteht was sehr beunruhigend ist.

Der Dialog mit Aleviten und mit nicht-muslimischen Religionsgemeinschaften haben noch nicht zu Ergebnissen geführt, so der Bericht.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 08. Nov 2010, 22:59
Auch die Bürger von Gewer protestierten heute. Ich habe nur nicht herausbekommen, ob sie das bei sich im Städtchen getan oder eine Delegation zum Gericht in Amed geschickt hatten. Hier sind einige Fotos dazu aus ihrem Lokalblatt "Yüksekova Haber":
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_1.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_4.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_3.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_5.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_6.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_8.jpg)
Und so sehen einige der "gestandenen" kurdischen "Manns- und Weibsbilder" aus, die da für die Freiheit ihrer Kultur und Sprache demonstrierten:
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_7.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_2.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_9.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_10.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_11.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_12.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_14.jpg)
(http://www.yuksekovahaber.com/galeri/images/gallery/553_13.jpg)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: xemxwar am 09. Nov 2010, 20:52
Zur Erinnerung: In diesem Faden sollten vor allem Kurzmeldungen veröffentlicht werden. Viele Artikel in diesem Faden hätten leicht in bereits vorhandenen Themen untergebracht werden können! Es ist schade, dass diese Artikel hier in der Menge an unterschiedlichsten Meldungen untertauchen!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 10. Nov 2010, 16:49
faschistische Übergriffe auf kurdische Schüler und Studenten
Angriffe auf kurdische Studenten in der Türkei auf der Tagesordnung des Parlaments

(http://www.kizilbayrak.net/typo3temp/pics/8dd61a061f.jpg)

ANF 10.11.2010

Die Abgeordnete der BDP Fatma Kurtulan befragte den türkischen Innenminister zu den Angriffen die gegen Studenten an der Dumlupinar Universität in Kutahya stattfanden.
Sie wies darauf hin, dass solche Angriffe kürzlich zunahmen und fast alle Opfer kurdische Schüler und Studenten sind.

In ihrer parlamentarischen Ansprache hat sie den türkischen Innenministeriums Besir Atalay darauf angesprochen, dass der kurdische Student Örnek Ozdemir aus dem Bezirk Erci der Provinz Wan die Menschenrechtsorganisation (IHD) aufsuchte und sich über den Druck beschwerte, dem kurdische Studenten in dem Studetenwohnheim ausgesetzt sind. Der Student Örnek wurde von einer Gruppe von 7 Personen angegriffen die Mitglieder der nationalistischen türkischen Gruppe Alperen Ocaklari sind und durch spezielle Sicherheitskräfte geschützt werden. Sie erklärte ferner, dass Örnek über sein Leben und seine Sicherheit besorgt ist und derartige Vorfälle gegen kurdische Studenten zunehmen würden, gegen die Beamte erforderliche Maßnahmen zu treffen haben.

Kurtulan fragte:

"Hat der Innenminister eine Untersuchung zum Antrag von Herrn Örnek veranlasst?
Warum wurden nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen trotz der Tatsache, dass das Opfer bereits zuvor von der gleichen Gruppe angegriffen wurde? Zu vergleichbaren Vorfällen die sich von 2002 bis 2010 ereigneten gibt es eine Statistik, die Opfer wurden übereinstimmend nach ihrer ethnischen Identitäten eingestuft."




Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 10. Nov 2010, 20:53
Vier Kinder wurden in Amed von Regenfluten erfasst und weggespült. 2 Leichen wurden gefunden. Die türkisch-kemalistische Tageszeitung "RADIKAL" druckte dazu dieses Foto am 72. Todestag des Staatsgründers:
(http://i.radikal.com.tr/644x385/2010/11/10/fft5_mf593571.Jpeg)
(Artikel: "Baydemir'in yıkıldığı an: Su birikintisinde kaybolan 2 çocuğun cesedi bulundu" vom 10.11.2010)
AgitMahsum signalisierte mir gerade, dass die 2 gefundenen Kinderleichen zu Osman Baydemirs Verwandtschaft gehören, Baydemir habe dazu gesagt:
Zitat
"Wir alle haben schuld, wir haben den pPreis für die Nachlässigkeit zu zahlen. Egal wer da nachlässig war, ich werde mich darum bemühen, denjenigen zu finden."
(http://g.mynet.com/i/194/174239-1.jpg) Foto aus: "mynet"


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 10. Nov 2010, 23:02
Inzwischen habe ich die Nachricht bekommen, dass die beiden anderen in Amed weggeschwemmten Kinder sich rettten konnten.

Herzliches Beileid an die Eltern der beiden getöteten Kinder und an Osman Baydemir!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 11. Nov 2010, 13:33
Barzani lädt irakische Christen nach Südkurdistan ein

ANF 11.11.2010

Barzani sagte, dass sie die Verbrechen gegen die Christen sehr bedauern.
"Ich möchte sie wissen lassen, dass Ihnen die Region Kurdistan offen steht. Wenn sie kommen wollen, werden wir sie schützen und ihnen alle Leistungen zur Verfügung stellen", sagte er.
In der Vergangenheit hat die Landesregierung ihre Türen für andere verfolgte Minderheiten geöffnet.
Barzani reagierte nachdem der UN-Sicherheitsrat am Mittwoch Bedenken über die fortgesetzten Angriffe auf christliche und andere religiöse Gruppen im Irak äußerte.
Ein irakischer Beamter des Innenministeriums gab am Mittwochmorgen bekannt, dass mindestens drei Menschen getötet und 25 verletzt wurden.
Eine Gruppe namens „Islamischer Staat des Irak“ übernahm die Verantwortung für die grausame Belagerung vom 31. Oktober in der Sayidat Al-Nejat Kathedrale, wo 70 Menschen getötet und 75 verwundet wurden. Die Dachorganisation umfasst eine Reihe von sunnitischen extremistischen Organisationen und hat Verbindungen zu Al-Qaida im Irak.
Fünfunddreißig überlebende Christen des Angriffs kamen diese Woche in Frankreich an, wo sie Asyl bekommen sollen.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 11. Nov 2010, 23:32
(http://bianet.org/articles/spot_image/000/126/015/normal/EU_pr_rep_gr.jpg?1289459906)

Der Fortschrittsbericht der EU-Kommission kritisiert die zahlreichen Prozesse gegen die Journalisten,
die über den "Ergenekon" - Fall berichteten und warnte die Türkei über Vorgehensweisen die Pressenzensuren zur Folge haben.

Kritik an Prozessen gegen Journalisten

Der Bericht erwähnt, dass seit 2007 im Rahmen der Ergenekon-Ermittlungen und anderen Studien insgesamt 4091 Fälle wegen "Verletzung der Geheimhaltung einer Untersuchung" (türkisches Strafrecht TCK Art. 285) und "Versuch, einen fairen Prozess zu beeinflussen" (TCK Art. 288) eröffnet worden sind.
Der Bericht unterstreicht, dass unter Artikel 301 des TCK die Meinungsfreiheit und andere Bestimmungen ständig eingeschränkt werden.
Der Bericht nennt als Beispiel die kurdische Zeitung "Azadiya Welat": "Der Druck auf die Zeitungen, die Diskussion der kurdischen Frage, oder die Veröffentlichungen in kurdisch, hat zugenommen.
Im Laufe des Jahres wurde die Veröffentlichung der Zeitung „Azadiya Welat“ in Diyarbekır mehrmals verboten und ihre Journalisten wegen Terrorismus-Propaganda verurteilt.
Insgesamt wurde eine offene und freie Debatte weitergeführt und erweitert. In der Praxis allerdings beeinträchtigt die hohe Anzahl der gerichtlichen Klagen, gegen Journalisten und der übermäßige Druck auf die Medien, die Pressefreiheit.

weiterlesen BiaNet 11.11.2010


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 11. Nov 2010, 23:59
Türkei Nordkurdistan
Kurdische Konferenz im EU Parlament geplant

(http://en.firatnews.com/photos/headline/eu.jpg)

ANF 11.11.2010

Die EU Bürger-Kommission der Türkei (EUTCC) wird die 7. Internationale Konferenz der EU über die Türkei und die Kurden im EU-Parlament in Brüssel am 17-18 November 2010 abhalten.

Prominente Redner und Gruppen aus der Türkei und einigen anderen beteiligten Staaten werden die „demokratische Lösung der kurdischen Frage“ und die Auswirkungen des gegenwärtigen Konflikts auf die Zivilgesellschaft sowie Lösungen für die Politik der Zukunft ansprechen.
Konfliktlösung: Eingriff in den politischen Dialog und Friedensarbeit.

Die EUTCC hofft, dass diese Konferenz dazu beitragen wird den festgefahrenen EU-Beitrittsprozess der Türkei zu erneuern. Mit Vorschlägen und positiven Möglichkeiten für den Staat zur Lösung ihres anhaltenden „Türkeiproblems“ in Zusammenarbeit mit kurdischen legitimen Partnern.

Den Quellen zufolge, werden viele Intellektuelle, Schriftsteller, Politiker und Vertreter vieler Organisationen der Zivilgesellschaft an der Konferenz teilnehmen. Der Frieden und die Verhandlungen für den Fortgang sollen diskutiert werden.

Es wird berichtet, dass südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi die ehemalige DEP Parlamentarierin Leyla Zana, der Autor Noam Chomsky, Yasar Kemal und Vedat Turkali die Konferenz besuchen werden.
Der BDP Vorsitzende Selahattin Demirtas und DTK Co-Vorsitzende Ahmet Türk werden ebenso anwesend sein.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 16. Nov 2010, 12:30
Anlässlich des Opferfestes strömten Tausende Menschen zu den Friedhöfen der verstorbenen Gerillas von Diyarbekir, Colemerg, Yuksekova, Silopi, Dogubayazit, die ihr Leben im Kampf für Freiheit verloren und besuchten ihre Gräber. Während der Besuche wurde kurdisch gesprochen, um auf den Druck gegen die kurdische Sprache aufmerksam zu machen, gleichwohl wurde ein Aufruf gemacht die kurdische Sprache in allen Bereichen des Lebens zu nutzen.

ANF 16.11.2010, 11.47 Uhr

(http://www.firatnews.com/wene/gallery/2a6f2729-mezarlik13.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/af33eaf6-mezarlik12.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/7a5b1203-mezarlik11.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/9adea69e-mezarlik9.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/17ee2d5a-mezarlik8.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/49429fa1-mezarlik7.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/036eaa94-mezarlik6.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/5f5e9156-mezarlik5.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/83d2cf05-mezarlik3.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/40c8717b-mezarlik2.jpg)
(http://www.firatnews.com/wene/gallery/8b0c2369-mezarlik1.jpg)



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 16. Nov 2010, 19:20
Versammlung einer gesamtkurdischen Konferenz für Frühling geplant

In Paris traf der BDP Co-Vorsitzende Selahattin Demirtas, auf Einladung den irakischen Präsidenten Jalal Talabani zum Mittagessen.
Nach seiner Wiederwahl sagte Talabani kurdische Vertreter aus allen Regionen können sich in einer Konferenz im kommenden Frühjahr versammeln.

(http://www.firatnews.com/wene/mansetler/jpg/talabanidemirtas.jpg)

weiterlesen...
http://ku.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=7567 (http://ku.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=7567)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Almanci am 18. Nov 2010, 14:27
Stimme zu Nordkurdistan und der Türkei

Massimo D'Alema: "Die „kurdische Frage“ muss durch Dialog gelöst werden"

(http://en.firatnews.com/photos/headline/dalema.jpg)

ANF 18.11.2010

Massimo D'Alema wertet Gespräche mit Kurdenchef Ocalan positiv.

Der ehemalige italienische Ministerpräsident und Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen Massimo D'Alema erklärte, dass er Gespräche der türkischen Regierung mit der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) und Abdullah Ocalan unterstützt.
Im Gespräch mit Roj TV während der Tagung der Sozialistischen Internationalen in Paris, beschrieb Massimo D'Alema, dass die "kurdische Frage" nur durch einen politischen Dialog gelöst werden kann.
Massimo D'Alema sagte, dass er die Gespräche mit PKK-Führer Ocalan in Imrali als positiv empfindet und sagte, "Ich höre, dass die Gespräche positiv voran kommen. Ich denke, die Sitzungen sind auf jeden Fall positiv. Darüber hinaus kann eine Lösung nur durch politischen Dialog und Verhandlungen erreicht werden. Alles, was ich weiß ist, dass die Vertreter Nordkurdistans und die Regierungsvertreter der Türkei zusammenkommen sollen um miteinander zu sprechen. Es ist gut, dass Gespräche mit Herrn Ocalan gehalten werden.
D'Alema sagte, dass sie Erwartungen und Forderungen von der türkischen Regierung haben was das Thema Kurden und Kurdistan betrifft und hielt fest das notwendigen Schritte unternommen werden müssen, inbesondere im Bereich der Menschenrechte.
D'Alema wies darauf hin, dass dies die Forderung der Europäischen Union ist, und nicht nur der Sozialistischen Internationalen.

Die Sozialistische Internationale zeigt Solidarität mit dem kurdischen Volk, D'Alema sagt dazu: "Das möchte ich bestätigen. Die Menschenrechte und Rechte einer Nation sind die Grundlagen für unsere Solidarität."
D'Alema wies darauf hin, dass Beratungen in der Sitzung der Sozialistischen Internationalen geführt wurden, wie die bestehenden Konflikte in verschiedenen Teilen der Welt verhindert werden können.
Massimo D'Alema war Premierminister von Italien als Abdullah Ocalan, Italien im November 2008 besuchte.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 14. Dez 2010, 21:52
(http://arsiv.ntvmsnbc.com/news/297199.jpg)
Worauf es ankommt . .
Hasip Kaplan protestiert gegen die Alkohol - Verteuerung in der Türkei


"Gönnt ihr den Bürgern in Momenten des Kummers nicht einmal Alkohol und Zigaretten?" sagte der Abgeordnete der BDP im Türkischen Parlament und verglich die AKP mit den Taliban. Zu Recht machte Kaplan darauf aufmerksam, daß die AKP bei Kneipengängern bei allen bisherigen Wahlen schlecht abgeschnitten hat.

Die AKP-Regierung sei für die Verarmung einkommensschwacher Menschen verantwortlich.

Als Reaktion darauf, daß die AKP den Waffenbesitz erleichtert hat, sagte Kaplan, die AKP habe die Türkei in ein 2. Texas verwandelt.


'Kaplan' gibi - 'Madenlerde kalan cesetlerin resimlerini yapabilir misin Erdoğan', Kanaldhaber (http://www.kanaldhaber.com.tr/Haber/Gundem-32/Kaplan-gibi-11972.aspx), 13.12.2010



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: aagit am 14. Dez 2010, 22:50
naja, erinnert mich iwie an ktja und die linke.
wer hat sich denn da von wem was abgeschaut;)


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 23. Jan 2011, 16:46
Die "Islamistische"  Türkei im heiligen Krieg gegen Kopftuchträgerinnen


In der Kreisstadt Hilvan (1) wird Kopftuchträgerinnen das Recht auf Bildung verweigert. Es handelt sich um 25 Mädchen, die seit einem Monat nicht am Unterricht teilnehmen dürfen, weil sie mit ihrem Kopftuch zum Unterricht erschienen sind.  Ali Cidal, der Vater von 2 betroffenen Schülerinnen wurde laut "ILKHA" zur Polizei gerufen, wo ihm nahegelegt worden sei, er solle seine Kinder zur Schule schicken - ohne Kopftuch.

Vorfälle dieser Art häufen sich - insbesondere in Kurdistan. Erst kürzlich gingen in Ağrı (2) Schulleitung und Polizei gegen Schülerinnen vor, die gegen die Kleiderordnung verstoßen hatten.






(1) Hilvan in der Provinz Şanlıurfa (krd. "Riha").
"Başörtülü Kızları Okula Alınmayan Velilere Baskı", İLKHA/Haberdiyarbakir (http://www.haberdiyarbakir.com/news_detail.php?id=39455), 23.01.2011

(2) In der gleichnamigen Provinz Ağrı  (krd. "Agirî"). "
Başörtülü Öğrenci İkna Edilemeyince Okula Alınmadı", Hürsedâ (http://hurseda.net/Egitim/35287-Basortulu-Ogrenci-Ikna-Edilemeyince-Okula-Alinmadi.html), 1.12.2010



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: aagit am 05. Feb 2011, 02:04
http://www.youtube.com/watch?v=ahCwBBndlVY&feature=player_embedded

hoffen, dass es bald in kurdistan ähnlich hallt


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 05. Feb 2011, 02:59
Da sind sicher einige Herrschaften in Hewlêr gar nicht deiner Meinung, aagit. Und der oberste Diktator Irans lobt zwar die DemonstantInnen in Kairo, lässt aber seit Anfang des Jahres täglich im Duchschnitt 2 Menschen aufhängen, die meisten davon Kurden. Kurden müssen vor allem dafür sorgen, dass sich bei ihnen keine Mubaraks breitmachen, und da, wo schon raffgierige Chefs sitzen, diese dem Mubarak hinterherschicken.


Titel: Kurdisch-Islamischer Zeitschrift wurde die Teilnahme an der Diyanet-Messe verweigert
Beitrag von: Qers am 26. Jul 2011, 23:55
Kurdisch-Islamischer Zeitschrift wurde die Teilnahme an der Diyanet-Messe verweigert

Der langlebigsten kurdischen Zeitschrift "Nûbihar" wurde die Teilnahme an einer islamischen Messe verweigert. Veranstalter der Messe war die staatliche Religionsbehörde der Türkei ("Diyanet"). "Nûbihar" reagierte empört und bezeichnete die staatliche Religionsbehörde der Türkei als "faschistischste Behörde der Türkei" . .


"Nubihar: En faşist kurum Diyanet!", Ilkehaber (http://www.ilkehaber.com/haber/nubihar-en-fasist-kurum-diyanet-17843.htm), 24.07.2011


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Cegerxwinoo am 27. Jul 2011, 10:16
@ Qers
es tut mir leid aber ich muss es los werden!!!!
Wie lange noch wollen die Kurden hockend auf ihren Knien vor ihren Füßen betteln um als "aufrichtige" und "fromme" muslime akzeptiert zu werden???
Entweder ihr wollt es nciht verstehen oder ihr könnt es nciht!
Weder die Araber, die Türken noch irgendein anderes muslimisches LAND akzeptiert die Kurden als "Brüder" und "Muslim"!
Für sie seid ihr und bleibt ihr "ungläubige"!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sehen wir uns nur mal den Vorfall in Halabca an, wer hat uns damals geholfen??? wer hat mit euch Tränen fließen lassen???................ja niemand ganz im gegenteil!

Sowohl heute als auch damals sind sich plötzlich Gegner, Freunde wenn esum die zerschlagung/Vernichtung der Kurden geht.

Die Türkei ist weder muslimisch noch Christlich, sie ist 100 % faschistisch dass müssen die Kurden endlich einsehen.
ALs die Konferenz der Syrischen "pseudo" Opposition ihr Meeting in der Türkei hatten, wurdend ie Kurden provokativ aussenvorgelassen und ihr dasein geleugnet!
Nun hat das auch die Zeitschrift "Nubuhar" miterleben dürfen!

Ich will damit sagen, wir haben selber genug potenzial und müssen nicht auf die Basstarde angewiesen sein!
Hört auf den Arabern und Türke in den Arsch zu kriechen und der Islam wird euch auch nicht die Rettung bringen.


Ich will jetzt niemanden angreifen!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Qers am 27. Jul 2011, 12:13
Cegerxwîno, es ist ja schön, dass du deine Meinung loswerden willst - aber bist du dir sicher, dass du den richtigen Ansatz verfolgst?

Kein Kurde "bettelt" ausgerechnet  bei den Türken, um "als frommer Muslim anerkannt zu werden".
Auch umgekehrt geht es den Besatzerstaaten primär nicht um Religion, sondern um den Erhalt ihrer Macht.

Aber ich will dir sagen, für wen Religion eine Rolle spielt: für die Kurdischen Linksfaschisten, die in ihrer Denkweise mit Kemalisten und Baathisten auf einer Stufe stehen. "Linksfaschismus" will ich als parteiübergreifend verstanden haben.

Was "Nûbihar" angeht, haben wir es mit der einzigen ernsthaften und professionellen kurdischsprachigen Publikation zu tun.


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Cegerxwinoo am 29. Jul 2011, 16:22
Lieber Qers

diese "Linksfaschisten" wie du sie nennst sind meine Brüder!
Ich lehne ebenfalls den Kommunismus ab, weil wir wissen dass er nicht zu uns Kurden passen würde, aufgrund der verschieden Ethnien und religiösen Minderheiten. Aber ich würde Sie niemals so defamieren wie du und die AKP Kurden tun.

Ich schäme mich die Kurden die immer glauben das der Islam ihnen die Freiheit und den Frieden bringen wird!
Unsere Zukunft heisst DEMOKRATIE und die wird uns die PKK/BDP bringen!



Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: newrozkurdistan am 18. Sep 2011, 16:44
So sehen also Erdogans "besondere" Pläne für Gewer aus.

Polizeiliche "Spezialeinheiten" in und um Gewer.

http://ku.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=19762


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 18. Sep 2011, 17:18
Leute, hört bitte endlich auf, andere zu kategorisieren. Kein Volk ist 100-prozentig der einen oder anderen Charaktereigenschaft angehörig, das türkische so wenig wie das kurdische!!

Allerdings haben 90 Jahre kemalistischer Indoktrination vom Kindergarten bis zum Militärdienst tiefe Spuren im türkischen Volkscharakter hinterlassen. Wie tiefe, das zeigt sich jetzt, wo diese Indoktrination gerade auch von türkischen Intellektuellen ernsthaft infrage gestellt wird.

Da fählen sich natürlich die Profiteure der alten Ordnung in die Ecke gedrängt und reagieren aggressiv wie ein angeschossenes Raubtier. Dabei bekämpfen sich auch noch "Alt-Kemalisten" (CHP, MHP etc.) und "Neoliberal-Kemalisten" (AKP). Und beide versuchen je auf ihre Weise die islamische Religion für sich zu instrumentalisieren.

Kurden wurden von beiden Richtungen verarscht und verfolgt, sollten sich also von beiden emanziipieren, vor allem aber vom überkommenen tribalistisch nationalistischen Denken. Und sie sollten sich, und gerade auch dem Rat Abdullah Öcalans gemäß, ihre Verbündeten unter den fortschrittlich denken Menschen im Lande suchen, ganz gleich, welcher Ethnie oder Religion die angehören, um selbstverwaltete (autonome) Kommunen aufzubauen als Basis für einen künftigen demokratischen und trans-ethnischen Bundesstaat.

Nur, wer bereit ist bestehende Grenzen verantwortungsbewusst zu überschreiten, wird in der Lage sein Zukunft zu gestalten!


Titel: Re: Sammelthread: Kurzmeldungen
Beitrag von: Amos am 19. Sep 2011, 00:02
Dengê Azad: Neue Interpretation des iranischen Staatswappens:
(http://www.dengeazad.com/Img/News/Untitled-iran-darvekirin-sedara-idam.jpg)
Quelle: http://www.dengeazad.com/en/NewsDetailN.aspx?id=14518&LinkID=114


Titel: Überflutung im kurdisch-ezidischen Siedlungsgebiet Shengal
Beitrag von: Amos am 08. Okt 2011, 23:45
(http://www.dengeazad.com/Img/News/cms-image-000091683.jpg)
Quelle: http://www.dengeazad.com/En/NewsDetailN.aspx?id=14953&LinkID=114