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Kurdistan => Parteien / Wahlen => Thema gestartet von: Jaban am 29. Dez 2008, 17:08



Titel: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Jaban am 29. Dez 2008, 17:08
"Die Vorbereitungen für die Kommunalwahlen im März 2009 laufen schon auf Hochtouren. Der Ton unter den Parteien ist  aggresiver geworden. Viele Parteien werben bereits in den verschiedenen Regionen der Türkei um die Gunst der Wählerschaft: Für insgesamt 754 Kreise, 4218 Amtsbezirke und 34.833 Dörfer werden neue Landräte, Bürgermeister und Ortsvorsteher gesucht."

 [weiter...]  (http://www.kurdmania.com/News-sid-Kommunalwahl-2009-Die-trk-Parteien-laufen-sich-warm-930.html)

Im März 2009 finden Kommunalwahlen statt, die Republikanische Volkspartei (CHP) verspricht erstmals die Anerkennung der alevitischen Gebetshäuser, und selbst die rechtsnationale MHP will sich der Aleviten annehmen. Der AKP-Abgeordnete und Kultur- bzw. Tourismusminister Ertuğrul Günay entschuldigt sich im Namen des Staates bei Aleviten ( Radikal, 23.12.2008  (http://www.radikal.com.tr/Default.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=914013&Date=24.12.2008&CategoryID=77)). Versprechen und Lügen laufen auf Hochtouren...

Die Parteien wählen ihre Kandidaten für die verschienen Kreise aus. Wer soll für die DTP in Cewlig (Bingöl) antreten: Mahmut Demir, Ömer Faruk Ersöz oder gar Mehmet Bezencir? ( Haberdiyarbakir, 23.12.2008  (http://haberdiyarbakir.com/news_detail.php?id=15642))

Obwohl die CHP um ihre sehr geringen Chancen in Amed weiss, fragte die Partei tatsächlich bei  Sezgin Tanrikulu  (http://www.kurdmania.com/News-sid--Kurden-duerfen-Ergenekon-gegenueber-nicht-gleichgueltig-bleiben--887.html)an - Hr. Tanrikulu lehnte ab! Nun denkt CHP-Chef Deniz Baykal an folgende Namen: Muhsin Koçyiğit, Prof. Dr. Halil Değertekin, Mahmut Şevketoğlu, Fuat Demir und Adnan Erbil. ( Yüksekovahaber, 24.12.2008  (http://yuksekovahaber.com/news_detail.php?id=10824))

Die DTP denkt über linke Parteien (EMEK, SDP...)  über eine "Dachpartei" nach! ( Yüksekohaber, 23.12.2008  (http://yuksekovahaber.com/news_detail.php?id=10807))
Dazu sagt DTP-Abgeordnete Emine Ayna: "Wir müssen uns zusammenschließen, um größer zu werden"
Unterstützung erhält das Projekt seitens Akin Birdal und Tarik Ziya Ekinci.

Zum Anklicken:

 Kommunale Arbeit der DTP  (http://www.kurdmania.com/Forum-top-Die-kommunale-Arbeit-der-DTP-Teil-I-II-1745.html)

 DTP zwischen Aufstieg und Untergang  (http://www.kurdmania.com/Forum-top-DTP-zwischen-Aufstieg-und-Untergang-1758.html)

 Das demokratische Autonomiemodell der DTP  (http://www.kurdmania.com/Forum-top-Das-demokratische-Autonomiemodell-der-DTP-3610.html)

 AKP auf Kurdenjagd  (http://www.kurdmania.com/Forum-topic-2168-start-11.html)




Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Dez 2008, 19:27
Weitere Artikel zu den Kommunalwahlen aus dem KM-Magazin:

Kemalistische Lebenslüge: Hypothek für Erdogans Kommunalwahlkampf (http://www.kurdmania.com/News-sid-Kemalistische-Lebensluege-Hypothek-fuer-Erdo-287-ans-Kommunalwahlkampf-926.html)

Ein Kampf um Amed (http://www.kurdmania.com/News-sid-Ein-Kampf-um-Amed-941.html)

AKP: Mal so - mal anders (http://www.kurdmania.com/News-sid-AKP-Mal-so-mal-anders-936.html)

Kommunalwahl 2009: Die trk. Parteien laufen sich warm (http://www.kurdmania.com/News-sid-Kommunalwahl-2009-Die-trk-Parteien-laufen-sich-warm-930.html)



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Dez 2008, 19:45
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kommunalwahl gerade mal eine Woche nach den Newroz-Feierlichkeiten stattfindet, was mit Sicherheit zu einer zusätlichen Mobilisierung unter den Kurden führen wird. Ich werde zu dieser Zeit live aus Kurdistan einige Stimmungsberichte verfassen und wichtige Veränderungen kurz vor den Wahlen konstatieren.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Dez 2008, 20:01
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kommunalwahl gerade mal eine Woche nach den Newroz-Feierlichkeiten stattfindet, was mit Sicherheit zu einer zusätlichen Mobilisierung unter den Kurden führen wird. Ich werde zu dieser Zeit live aus Kurdistan einige Stimmungsberichte verfassen und wichtige Veränderungen kurz vor den Wahlen konstatieren.

Das wäre wirklich super von dir! Hoffen wir, dass die Kommunalwahl 2009 ein positives Ende für die Kurden nimmt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 30. Dez 2008, 20:08
Aufbau einer türkischen Dachpartei
SiWan für Kurdmania

(http://www.kurdshow.com/alikari/articlefiles/13878-cati-partisi.jpg)

Die Vorbereitungen für eine Dachpartei, die im Jahr 2002 mit einem Gremium einiger linker Parteien begann, nimmt langsam Gestalt an. Vertreter aus über 20 Parteien verkündeten nach einer Konferenz am 20./21. Dezember, dass sie bei den Kommunalwahlen 09 gemeinsam kooperieren wollen. Unter den Parteien befinden sich die kurdische DTP und zahlreiche linke Parteien wie EMEP, EHP, ÖDP, TKP, SDP, DSIP, Sozialistische Partei, Partei der Grünen, Föderation für demokratischen Rechte, SODAP, TÖP, HKM, KÖZ, Proletariatische Befreiungspartei, die 78er usw.

"Unser Ziel ist es, dem Volk mehr Macht zu verleihen, um den Rechtsradikalismus und den Einfluss des Militärs einzudämmen. Das Ziel der Dachpartei ist die Vereinigung verschiedener Strömungen unter einem Dach. Das Kurdenproblem ist nicht das einzige Problem der Türkei. Die Probleme der Türkei zeigten sich immer wieder an Newroz, am 1.Mai oder bei der Ermordung Hrant Dinks", so Filiz Kocali, Vorsitzende der SDP.

"Die Dachpartei ist eine Solidarisierung verschiedener Parteien. Mit diesem Projekt wollen wir nicht nur unser Wählerpotential erweitern, wir wollen unser Widerstandsgebiet ausweiten. Wenn nun eine Partei am 1.Mai beschließt auf dem Taksim-Platz zu demonstrieren, dann wird die andere Partei nicht tatenlos zusehen. Das wäre keine richtige Solidarität. Wir werden alle auf den Taksim-Platz gehen und Polizeigewalt und Verhaftungen in Kauf nehmen. Genauso werden wir alle gegen Banden wie Ergenekon vorgehen und auf anderen Gebieten kooperieren. Nur das ist wahre Solidarität und das Ziel der Dachpartei", so Ahmet Türk (DTP) im Interview mit Gündem Online.

In einer Abschlusserklärung verkündeten die Initiatoren der Dachpartei ihre gemeinsamen Ziele. Zunächst wolle man sich der unterdrückten und ärmeren Bevölkerungsgruppen annehmen. Die Parteien einigten sich darauf, eine friedliche und demokratische Lösung der Kurdenfrage herbeiführen zu wollen, die Armut bekämpfen zu wollen und gegen Sexismus und Militarismus zu sein. Ferner soll den Aleviten Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung Zuteil werden. Auch einigten sich alle Parteien darauf, dass demokratische Autonomiemodell der DTP zu unterstützen.

Ahmet Türk führt seine Vorstellungen der Dachpartei folgendermaßen fort: "Es muss eine Vereinigung sein, zu der die Aleviten sagen können 'Ja, ich vertraue ihr', es muss eine Vereinigung sein, zu der die Kurden sagen können "Ja, diese Menschen glauben an die Demokratie", es muss eine Vereinigung sein, die die Rechte der Arbeiter in die Hand nimmt. Die Vereinigung verschiedener Bewegungen dient also der Pluralität und soll sich der Probleme aller Bevölkerungsgruppen annehmen."

Auch Hakan Öztürk, Vorsitzender der EHP, betont, dass die Dachpartei keiner speziellen Bevölkerungsgruppe zuzuordnen sei. Die Dachpartei sei ein Synonym für Menschenrechte und Demokratie. Die Dachpartei setze sich nicht nur mit der Kurdenproblematik auseinander, sondern auch mit der Armut, der Situation der Aleviten, den Problemen der Arbeiterklasse usw. "Aus diesem Grund glaube ich daran, dass die Dachpartei in absehbarer Zukunft eine zunehmende Wählerschaft erhalten wird", so Öztürks Abschlussbemerkung.

Bereits bei den Parlamentswahlen 2007 stellten die Parteien DTP, ÖDP, EMEP und SDP ihre gemeinsamen unabhängigen "1000 Kandidaten der Hoffnung auf.


[auf eigenen Wunsch berichtigt]


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Jaban am 31. Dez 2008, 13:47
TEVKURD: An DTP, HAK-PAR und KADEP!

 TEVKURD  (http://www.rizgari.com/modules.php?name=News&file=article&sid=16891) [Sebahattin Korkmaz, Fûad Onen und Arif Sevînç) traf mit Vertretern von DTP [Vorsitz: Ahmet Türk / Emine Ayna],   HAK-PAR  (http://www.hakpar.org.tr/) (Vorsitz: Sertac Bucak) und  KADEP  (http://www.kadep.org.tr/) [Vorsitz: Serafettin Elci] zusammen.

In einem Brief an die kurdischen Parteien in Nordkurdistan ruft TEVKURD die kurdischen Parteien auf sich zusammenzuschließen und für die kommenden Kommunalwahlen als gemeinsame Stimme aufzutreten!

Kommentar: Da ist gar eine Dachpartei der DTP mit türkischen Linken eher möglich als eine Zusammenkunft zwischen den nordkurdischen Parteien, die dafür alle weit über ihren Schatten springen müssten!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: sekevir am 31. Dez 2008, 15:19
... und was ist das Hindernis an einem erweiterten Wahlbündnis zwischen allen nordkurdischen Parteien und den türkischer Linken ?

Anmerkung am Rande: Vorsitzender der Hak-Par ist nicht mehr Sertac Bucak, sondern Bayram Bozyel.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 06. Jan 2009, 14:45
Das erste DTP-Kongress des Jahres 2009:
Ahmet Türk: "Lasst uns 2009 zum Jahr der Lösung der Kurdenfrage machen"

Bei der ersten Versammlung der DTP-Fraktion zog der DTP-Vorsitzende Ahmet Türk Bilanz des letzten Jahres. Türk kritisierte den Nahost-Besuch Erdogans und bezeichnete die Aussage Erdogans "im Gaze ereignet sich ein Völkermord" als unglaubwürdig. Erdogan solle zuerst vor seiner eigenen Haustüre kehren, bevor er andere kritisiere. Türk wies auch auf das Treffen Erdogans mit dem israelischen Staatspräsidenten Ehud Olmert hin und fragte, was es damit auf sich habe.

Der kurdische Sender TRT-6 ist Ahmet Türk zufolge das Verdienst des kurdischen Volkes, dass sich trotz jahrzehntelanger Unterdrückung nicht assimiliert haben lasse. Von der AKP fordert Türk weitere Demokratisierungsschritte v.a. in Bezug auf die Kurdenfrage, andernfalls könne man vermuten, dass TRT-6 eine Investiton in die anstehende Kommunalwahl sei. Dem Staat und Erdogan stünde es frei kurdisch zu sprechen, den Kurden und der DTP hingegen sei es Verbot Gebrauch von ihrer Muttersprache zu machen.

Türk kündigte an, den Kampf für Demokratie und Gleichberechtigung auch im Jahr 2009 weiterführen zu wollen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 06. Jan 2009, 21:56
(http://netkurd.com/wene/baydemir.jpg)

Baydemir: Wir wollen alle Städte Kurdistans (http://netkurd.com/nuce_bixwine.asp?id=14666)

Baydemir betont, dass die Kurden weiterkämpfen müssen.
"Jahrzehntelanger Widerstand hat die versuchte Assimilierung geschlagen. Nun ist es nicht mehr weit, bis sie den wahren Namen dieser Region [Kurdistan] anerkennen".


Ein Applaus für den Ehmedê Xanî und Feqîyê Teyran-Fan Osman Baydemir.


Titel: Delegationsaufruf zu Newroz und Kommunalwahlen
Beitrag von: Peskevin am 09. Jan 2009, 19:57
Delegationsaufruf zu Newroz und Kommunalwahlen


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie auch Ihnen bekannt ist, feiern die Völker des Mittleren Ostens am 21. März Newroz als Fest des Friedens und Beginn des Neuen Jahres. Auch Millionen Kurdinnen und Kurden werden an diesem Tag erneut ihre Forderungen für eine politische Lösung der kurdischen Frage zum Ausdruck bringen.

Besonderer Bedeutung erhält diese Forderungen vor der Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen am 29. März 2009. In den kurdischen Gebieten ist die Demokratische Gesellschaftspartei DTP, einzige Partei mit einem konkreten und gerechten Lösungskonzept für die kurdische Frage, klarer Favorit. Die Regierungspartei AKP hat angekündigt, den Wahlsieg der DTP mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Die Repressalien gegen Kandidaten, Mitglieder und Funktionäre der DTP sind intensiver denn je; Anschläge auf Parteibüros gehören zum Alltag. Dass der kurdischsprachige TV-Sender TRT6 ins Leben gerufen wurde, erscheint im Hinblick auf die gerichtlichen Verurteilungen von Politikern, Studenten, Schülern, Sängern usw. wegen des Gebrauches der kurdischen Sprache als reine Farce. Am Tage der Erstausstrahlung wurden 4 kurdische Studenten wegen ihrer Forderung nach Unterricht in kurdischer Sprache an den Universitäten zu einer Haftstrafe von insgesamt 36 Jahren verurteilt. Im Parlament spricht man nicht von der kurdischen Sprache, sondern von einer "unbekannten" oder "anderen als die türkische Sprache". Leyla Zana, ehem. Abgeordnete des türkischen Parlamentes und Trägerin des Sacharow-Friedenspreises, ist nach Abbüßen einer 10 jährigen Haftstrafe wegen des Gebrauches der kurdischen Sprache im türkischen Parlament erneut zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Hinzu kommen stärkste Militäroffensiven, auch grenzüberschreitend; Folter der politischen Gefangenen in den Gefängnissen; stetige Intensivierung der Isolationshaft von Abdullah Öcalan, dem politischen Repräsentanten des kurdischen Volkes.

Faire Wahlen sind in der Türkei vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten. Man erinnere sich an verschwundene Stimmzettel, Repressionen gegen Wahlhelfer, Militärpräsenz vor den Wahlbüros u.a. bei vorangegangenen Wahlen. Vergessen sind auch nicht die Repressalien rund um die Newroz- Veranstaltungen.

Das Pulverfass Mittlerer Osten muss jedoch endlich zu einer Oase des Friedens werden. Die Kommunalwahlen und Newroz sind eine Chance hierfür. Und ihre Delegationsreise zur Newroz- und Wahlbeobachtung ist Ihr Beitrag dafür.

In diesem Sinne hoffen wir, auch Sie auf der Reise zum Aufbau einer Oase des Friedens mitnehmen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

YEK-KOM
Düsseldorf, 8. Januar 2009

PS: Wir bitten um Rückmeldung bis zum 20. Februar 2009

YEK-KOM | Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland e.V.
Graf Adolf Str. 70a, 40210 Düsseldorf,
Tel:+49(0)2111711452, Fax:+49(0)2111711453, E-mail:yekkom@gmx.net


Quelle: ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 09. Jan 2009, 23:42
Die Demokratischen Wahlplattformen (Özgür Seçim Platformları)

Ein weiteres Projekt, das die DTP dieser Tage in die Tat umgesetzt hat, sind die demokratischen Wahlplattformen. In verschiedenen Provinzen und kleineren Bezirken hat die DTP sogenannte Wahlplattformen errichtet. Das Volk könne so selbst entscheiden, welche Politiker es in die Kommunalwahlen 2009 schicken will. Zunächst werden dem Volk die verschiedenen Anwärter vorgestellt und im Anschluss findet die Abstimmung statt. Die Kandidaten mit den meisten Stimmen, werden von der DTP zur Kommunalwahl zugelassen.


 (http://s11b.directupload.net/images/090109/n6egepyw.jpg) (http://www.directupload.net)
Demokratische Wahlplattform in Van

Die DTP verspricht sich von diesem Konzept einen Anstieg an Wahlstimmen. Außerdem würde sich das Konzept hervorragend dafür eignen, dem Volk die Politik und zukünftigen Projekte der Partei näher zu bringen. Aysel Tugluk betonte, dass die Kommunalwahlen keine normale Wahl sei, sondern eine Wahl zwischen dem Staat und der DTP. Die AKP plane erneut als stärkste Kraft aus den Kommunalwahlen hervozugehen. Bei der Kommunalwahl ginge es darum, entweder für das aktuelle Staatssystem zu stimmen, oder "ein eigenes System zu errichten".

Halil Irmez betonte auf dem demokratischen Wahlkongress in Sirnak, dass es bei den Kommunalwahlen auch darum gehe, die AKP zu entmachten. "Sogar an unseren Feiertagen bombardieren sie unsere Gebiete und vergießen das Blut unseres Volkes. Die beste Antwort darauf wäre es, so eine Partei (AKP) mit leeren Händen aus Sirnak zu verabschieden."

Die Demokratischen Wahlplattformen erhielten auch von anderen Parteien und Organisationen moralische Unterstützung. So äußerte sich Feti Gümüs, Vorsitzende der Demokratischen Freien Frauenbewegung (DÖKH) sehr zuversichtlich über das Projekt. In Dersim verkündeten die ESP und die HKM gemeinsame Kandidaten mit der DTP in die Kommunalwahlen zu schicken und versicherten der DTP ihren Beistand.


Ich bitte die Adminstration darum, den Thread "Das Demokratische Autonomiemodell der DTP" (http://www.kurdmania.com/Forum-top-Das-demokratische-Autonomiemodell-der-DTP-3610.html) ebenfalls in diesen Strang zu integrieren.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 10. Jan 2009, 00:07
Reformvorschläge der DTP seit ihrem Parlamentseinzug vor 1 1/2 Jahren.

Verweigerung des Kriegsdienstes:
Erst vor kurzem hat die DTP einen Gesetzesvorschlag eingereicht, der das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gewähren soll. Die Begründung ist, dass jeder Mensch selber entscheiden müsse, ob er töten will oder ob sein eigenes Leben aufs Spiel setzen will. Man könne einen Menschen nicht dazu zwingen zu töten oder sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

Kurdisch-türkische Namen:
Mit der Begründung, dass in der Türkei über 30 000 Ortsbezeichnungen umgeändert wurden, schlug die DTP dem Parlament vor, die alten Ortsbezeichnungen wieder einführen zu lassen. Der Staat habe die Namen geändert, da sie früher Namen aus den Muttersprachen der ethnischen Minderheiten trugen. Die Änderung dieser Namen sei ein offizieller Akt der Assimilationspolitik des türkischen Staates.

Veränderung der Stellung des Militärs:
Im Mai 2008 richtete Hasip Kaplan ein Appell an die Abgeordneten im türkischen Parlament: Alle Parteien bzw. Politiker, die bereits mit Politikverboten belegt wurden oder deren Parteien verboten wurden, sollten sich Gedanken über die Stellung des Militärs und der ständigen militärischen Interventionen in die Politik machen. Das Militär habe die Aufgabe ein Land vor äußeren Gefahren zu beschützen und diene nicht der Aufrechterhaltung gewisser politischer Engpässe. Das Militär solle folglich nicht über dem Parlament stehen, sondern das Parlament solle über das Militär bestimmen. Die DTP schlug auch vor, den Teil der Verfassung zu streichen, der besagt, dass die "Aufgabe der türkischen Streitkräfte die Bewachung der inneren Sicherheit und der türkischen Verfassung" sei. "Über die türkische Verfassung sollten andere Organe wachen, als das Militär", so die DTP.

Abschaffung des Paragraphen 301:
"Jeder weiß, dass wir aufgrund dieses Paragraphen von der gesamten Europäischen Union gerügt werden und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte uns mehrere Geldstrafen wegen der Anwendung dieses Paragraphen verhängt hat". Mit diesen Worten forderte die DTP die Abschaffung des Paragraphen 301, mit dem auch berühmte Personen wie Orhan Pamuk oder Hrant Dink in Kontakt kamen. Das Gesetz stellt die "Beleidigung der türkischen Republik und seiner Organe" unter Strafe. Der DTP zufolge wäre dies ein großer Verstoß gegen die Meinungsfreiheit des Volkes.

1.Mai als offizieller Feiertag:
Angesichts der seit Jahren Gewaltausbrüche zwischen Gewerkschaften und Sicherheitskräften, schlug die DTP vor den 1.Mai als offiziellen Feiertag in der Türkei zuzulassen und Kundgebungen von Arbeitern und Gewerkschaften nicht verbieten zu lassen bzw. nicht gewaltsam unterdrücken zu wollen. Dadurch würde man sich viel Blutvergießen sparen und den Arbeitern Gehör verschaffen.

Senkung der Wahlhürde:
Die Sperrklausel von 10% ist laut Angaben der DTP absolut unzumutbar. Daher verlangt die DTP eine Senkung der Wahlhürde auf 3%. Mehr politische Parteien im Parlament würden verhindern, dass eine einzige Partei eine absolute Mehrheit erhielte und würde den Dialog zwischen den Parteien fördern. Außerdem würden mehr Parteien mehr Pluralität bedeuten und anderen Ansichten ins Parlament bringen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Murat21 am 10. Jan 2009, 20:41
also was mich total stört ist das die AKP in mehreren teilen kurdistans das newrozfest verboten hat und dass die
kurden die akp noch wählen das finde ich einfach bekloppt von ihnen und hört sich beinahe so an als ob sie
sterben wollen (sry das ich das so sage)! und das was die chp und mhp gegenüber den alewiten zum ausdruck
bringen will ist nur dicke fette lüge! gegenüber christen haben sie sich kaum geäußert und ihre religion ist
immer noch stark eingeschränlt
also ich hoffe von ganzen herzen dass sie die CHP und AKP nicht wählen sie sollen die DTP (ihre unabhängigen kanditaten)
wählen nur sie kann alles verändern : die ungleicheit ost-west-gefälle..............
und alles was die AKP bisjetzt gemacht ist nichts besonderes auser ein paar "schwachen" reformen
ich hoffe aba auch dass dit DTP diyabakir nicht verliert und van sowie noch ein paar andere provinzen
wie einkassiert


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 10. Jan 2009, 20:48
[...]ist nur dicke fette lüge

... genau das war auch der Wahlkampf Erdogans.

Das beantwortet dann auch deine nächste Frage:

[...]dass die kurden die akp noch wählen das finde ich einfach bekloppt

Die gleiche Frage könnte man aber auch auf die Aleviten wählen. Sie wählen seit Jahren die CHP, obwohl die CHP bisher noch nichts für die Aleviten geleistet hat, außer Arif Sag in ihre Reihen aufzunehmen um dann von einer "Annäherung an die Aleviten" zu sprechen.


Übrigens: Das in manch anderen Ländern als "Protestwahl" bezeichnete Phänomen gibt es in der Türkei nicht. Wird hierzulande z.B. der "Wahlerfolg" der Linke als Protest der Wählerschaft gegenüber den etablierten Parteien gewertet, ist eine Protestwahl in der Türkei geradezu abwegig, da die Türkei eine extreme Neigung nach Rechts hat. Linke Parteien und die DTP dürfen also wieder nur auf ihre angestammte Wählerschaft hoffen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Deniz-Salahdin am 11. Jan 2009, 10:46
das die Kurden die Akp wählen ist doch leicht zu sagen beanworten. Sie sind die Partei wo einige Reformen in der Türkei geschaffen haben, mit dem Wahlgeschenk trt 6 sind sie jetzt wieder hoch im Kurs. Einerseits ist die Kurdische Gesellschaft Religös und nichts so Links orientiert wie die DTP, das andere ist das die DTP bis jetzt ausser vorschlägen nichts umgesetzt hat.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 11. Jan 2009, 12:42
Ich denke auch, dass TRT-6 Erdogan und seiner Partei einen kleinen Aufschwung liefern wird. Hoffen wir, dass die Kurden trotzdem nicht Aussagen Erdogans wie "Liebe es oder verlasse es" (Ya sev, ya terk et) oder "Ein Volk, eine Sprache, eine Fahne" vergessen werden.

Die DTP würde ich nicht so gering schätzen, wie du (Deniz-Salahdin) es tust. Es ist nicht leicht, mit knapp 20 Leuten im Parlament aktiv Gesetze zu verabschieden, v.a. wenn alle anderen Parteien gegen diese Partei sind und sie am liebsten aus dem Parlament vertreiben würden. Zu den Verdiensten der DTP zitiere ich folgende Textstelle aus Ein Kampf um Amed: (http://www.kurdmania.com/News-sid-Ein-Kampf-um-Amed-941.html)

Zitat
Die DTP startete aber eine weitere Kampagne, um ihre Erfolge der letzten Jahre öffentlich darzustellen. Seit einigen Tagen schmücken sehr viele Werbetafeln die Stadt Amed, auf denen die Leistungen der DTP dokumentiert werden. Auf den Werbetafeln stehen Sprüche wie "Wir haben das Straßennetzwerk von Diyarbakır bis Ankara ausgebaut", "Wir haben moderne Wasserklärwerke bauen lassen und lassen täglich 130 Tonnen Wasser reinigen, "Unsere Leitungshähne waren ausgetrocknet, nun trinken wir das qualitativste und günstigste Wasser der Türkei", "Wir haben 41 420 Schüler gefördert", "Wir haben mit 373 200 Menschen unsere Impfungen geteilt, "Wir haben kein Problem mehr mit der Infrastruktur, wir haben das 4-fache von dem gemacht, was andere in 80 Jahren gemacht haben", "Wir haben mit 485 603 Personen kostenlose Gesundheitsfürsorgen geteilt".

So sehen die Werbetafeln in Diyarbakir aus:
(http://i.radikal.com.tr/150x113/2008/11/15/fft16_mf68958.Jpeg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 11. Jan 2009, 14:01
SiWan:

Die Freunde von der DTP scheinen großes Vertrauen zu haben in die Fähigkeit der KurdInnen von Amed, Satire mit der Wirklichkeit vergleichen zu können und daraus ihre wahlentscheidenden Schlüsse zu ziehen. "Deniz-Salahdin" scheint auf diesem Gebiet noch üben zu müssen. Und das ist der entscheidende Punkt. Es wäre schön, wenn wir die entsprechenden Plakate hier Stück für Stück in der Größe veranschaulichen könnten, dass alle unsere LeserInnen den intelligenten Witz dieser Aktion begreifen! Aber im Prinzip denke ich, dass z.B. Osman Baydemir seine Mitbürger kennt und gut weiß, wieviel Grips er ihnen zutrauen darf.  ;)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 14. Jan 2009, 20:56
Sie werden das Wort Kurdistan akzeptieren müssen
Siwan für Kurdmania

Als die DTP am 22.Juli 2007 es schaffte die türkische Wahlhürde von 10% zu umgehen und 21 unabhängige Kandidaten ins Parlament schleusen konnte, stellte sich jeder die Frage: "Wie lange wird es diesmal dauern, bis die DTP verboten wird"? Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, denn bereits nach 6 Monaten, also im November 2007, eröffnete die türkische Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die DTP, um die Verfassungswidrigkeit dieser Partei zu überprüfen und die Partei möglicherweise zu verbieten. Mittlerweile ist das Verfahren ziemlich weit vorangeschritten und befindet sich in seiner letzten Phase. Nachdem die DTP nun ein 250-seitiges Verteidigungsschreiben verfasst hat, wartet man nun gespannt auf ein Ergebnis.

Parteiverbote sind nichts neues in der kurdischen Geschichte. Die 1990 gegründete HEP wurde im Juli 1993 bereits wieder verboten. Die HEP hatte allerdings vorgesorgt und vor dem Verbot ihrer Partei eine Ersatzpartei Namens DEP vorbereitet. Diese nahm sogleich ihre Arbeit auf. Jedoch wurde sie bereits ein Jahr später im Juli 1994 schon wieder verboten. Auch hier hatten die kurdischen Politiker bereits vorgesorgt und die Partei HADEP gegründet. Als auch gegen die HADEP ein Verbotsverfahren eingeleitet wurde, beschlossen die kurdischen Politiker bei den Parlamentswahlen 2002 mit der Ersatzpartei DEHAP anzutreten. Als die Gründung der DEHAP bekannt wurde, regte die Staatsanwaltschaft auch ein Verbotsverfahren gegen die DEHAP an. Die DEHAP blieb aber unversehrt, dennoch verkündeten kurdische Politiker am 17.August 2005 die Partei zur DTP umzufunktionieren.

Genauso alt wie Verbotsverfahren sind Anschläge und staatliche Verfolgung kurdischer Politiker. Den Rekord schlug man mit 54 HEP-Mitgliedern, die von "unbekannten Tätern" ermordet wurden. Die Ermordungen kurdischer Politikern wurden mit der Zeit zwar weniger, allerdings wurden alle kurdischen Parteien Opfer von Bombenattentaten. Sowohl in den Parteibüros der HEP, DEP und HADEP, als auch der DEHAP und DTP kam es zu Bombenanschlägen. Je älter die kurdische Bewegung wurde, desto mehr musste sich die türkische Regierung eingestehen, dass sie mit der Unterdrückung von Politikern und Zivilbevölkerung nicht weit kommen würde. Der türkische Staat musste einsehen, dass diese Methoden eher negative Auswirkungen hatten als positive. Aus jedem Verbot und jedem Anschlag ging die kurdische Bewegung verstärkt hervor. An Stelle alter Parteien traten neue Parteien. Mit jeder Partei, die verboten wurde, wuchs der Stimmenanteil der neueren Parteien - bis zum Parlamentseinzug der DTP im Juli 2007.

Errungenschaften wie TRT-6 sind also nicht der Gutmütigkeit der türkischen Regierung zuzuschreiben, sondern dem nie enden wollenden Widerstand des kurdischen Volkes und ihrer Parteien. Die DTP kommentierte die Eröffnung von TRT-6 richtigermaßen damit, dass sie das Ergebnis des jahrelangen Widerstands des kurdischen Volkes sei. Nur dieser Widerstansbewegung ist es zu verdanken, dass eine jahrelang verbotene Sprache heute Einzug auf den Mattscheiben der Türkei erhält. Heute bricht die DTP weiterhin Tabus der türkischen Regierung: sie spricht im türkischen Parlament offen über Völkermorde, die an Armeniern, Kurden und Pontiern begangen worden seien. Sie bezeichnet die von den Kurden bewohnten Gebiete als Kurdistan - ein Wort, das in der Türkei noch immer verboten ist. Wenn heute das kurdische Volk assimiliert wäre, dann hätte Erdogan keinen Grund gesehen, einen kurdischen Sender zu etablieren. Es ist offensichtlich, dass der kurdische Widerstand zu einer beinahen Anerkennung der kurdischen Existenz geführt hat. Die völlige Anerkennung des kurdischen Volkes wird früher oder später eintreffen. Die kurdische Widerstandsbewegung lässt sich nicht aufhalten. Sie werden das Wort Kurdistan akzeptieren.

Vermerk: Im Falle eines Verbots der DTP steht schon eine weitere Ersatzpartei bereit. Neben den Parteiverboten wurden viele kurdische Politiker auch mit einem Politikverbot belegt oder gar verhaftet. Die prominentesten Politiker, die verhaftet wurden sind Leyla Zana, Ahmet Türk, Orhan Dogan und Hatip Dicle. Auch im aktuellen Verfahren gegen die DTP drohen erneut Verbote, Politik zu betreiben. Allen bisherigen kurdischen Parteien wurde vorgeworfen mit der PKK zu partizipieren. Emine Ayna, die Ko-Vorsitzende der DTP äußerte jedoch, dass die DTP nicht - wie ihr vorgeworfen wird - der politische Arm der PKK sei. Die DTP sei gegen Krieg und wolle eine Lösung der Kurdenfrage mit demokratischen Mitteln. Eine Lösung auf diesem Weg würde auch die PKK beseitigen. Die DTP wolle die PKK nicht leugnen und sie nicht als Terrororganisation abtun. Die DTP habe einen gewissen Abstand zu den Kriegsparteien und setze sich dafür ein, dass die Kriegsparteien über friedliche Verhandlungen zu einer Lösung kämen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Hemin am 14. Jan 2009, 22:34
[[ohh danke biraye siwan habe es vergessen gehabt, ja trotzdem das finde ich gut ausgesuchte, klüge worte und politisch sehr stark und die DTP kann hiermit die Türkische regierung zwingen auf ihren arsch zu sitzen und die Kurdische sache Lösen und Rechte verlangen ]]

wey bijî biraye Siwan deste te sax bin,

dann so ist es "Errungenschaften wie TRT-6 sind also nicht der Gutmütigkeit der türkischen Regierung zuzuschreiben, sondern dem nie enden wollenden Widerstand des kurdischen Volkes und ihrer Parteien."

und so soll es sein "Allen bisherigen kurdischen Parteien wurde vorgeworfen mit der PKK zu partizipieren. Emine Ayna, die Ko-Vorsitzende der DTP äußerte jedoch, dass die DTP nicht - wie ihr vorgeworfen wird - der politische Arm der PKK sei. Die DTP sei gegen Krieg und wolle eine Lösung der Kurdenfrage mit demokratischen Mitteln. Eine Lösung auf diesem Weg würde auch die PKK beseitigen. Die DTP wolle die PKK nicht leugnen und sie nicht als Terrororganisation abtun. Die DTP habe einen gewissen Abstand zu den Kriegsparteien und setze sich dafür ein, dass die Kriegsparteien über friedliche Verhandlungen zu einer Lösung kämen."

nur das "beseitigen" stört mich im text gibt keine alternative wort/satz dafür ?

z.B. Eine Lösung zum Frieden in Kurdistan um den Krieg zu benden!

"änderung nach siwans antwort sie hätte durch so einen satz wie von mir gegeben das wort "beseitigen" umgehen das finde ich nciht schön und nciht fair gegenüber das kurdische widerstand und unsere gefallenen Märtyrer die  in RojavaKurdistan (Kurdistan/Türkei)"



jetzt soll DTP den Kurdischen Widerstand übernhemen und Politisch weiter führen und zeigen das sie nicht mal Politisch es schaffen werden uns zu besiegen!


Biji Kurd û Kurdistan !



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 14. Jan 2009, 22:46
Das war eine Aussage Emine Aynas, welche sie im Interview mit dem Standard (http://derstandard.at/?url=/?id=3148408) fällte.

Zitat
Ayna: Was uns unterscheidet, ist, dass die PKK einen militärischen Kampf führt und wir gegen Krieg sind. Wir wollen eine Lösung der Kurdenfrage mit demokratischen Mitteln. Wir denken, dass eine Lösung auf diesem Weg auch die PKK beseitigen würde. Die DTP hat auch nicht nur die Kurdenfrage als Programm, sie beschäftigt sich ebenso mit Minderheitenfragen, wirtschaftlichen Problemen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: United-Kurdistan am 15. Jan 2009, 00:02
Ich stufe die AKP für die Kurden als weitaus gefährlicher ein als die MHP oder die CHP. Zu mindestens wenn es um die Assimilationspolitik geht. Die AKP weis ihre "Geschenke" an die Kurden nur besser zu verpacken, der Inhalt bleibt von Partei zu Partei jedoch gleich: Die Erschaffung eines Kurden der zu seinem "Vaterland" steht, der Türkei.


Die AKP ist ausserdem Gift für den kurdischen Wiederstand, da die MHP oder die CHP niemals auf die Idee kommen würde uns Kurden zu assimilieren.

Ich will keine Sender die unter staatlicher Oberherrschaft sind, und auch brauch ich keinen Staat der mir weis machen will das die kurdische Kultur , "alt türkisch" ist.

Ich will ein Kurdistan, ein demokratisches und tolerantes Kurdistan.

Yan Kurdistan, yan neman!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Semir am 15. Jan 2009, 00:24
Reformvorschläge der DTP seit ihrem Parlamentseinzug vor 1 1/2 Jahren.

Senkung der Wahlhürde:
Die Sperrklausel von 10% ist laut Angaben der DTP absolut unzumutbar. Daher verlangt die DTP eine Senkung der Wahlhürde auf 3%. Mehr politische Parteien im Parlament würden verhindern, dass eine einzige Partei eine absolute Mehrheit erhielte und würde den Dialog zwischen den Parteien fördern. Außerdem würden mehr Parteien mehr Pluralität bedeuten und anderen Ansichten ins Parlament bringen.

10 Prozent sind in der Tat wirklich unzumutbar. Aber gleich auf 3 Prozent runter gehen? Der Plualismus in allen Ehren, aber gleichzeitig brauchen wir auch eine stabile Regierung, die nicht im getöse der vielen Meinungen untergeht und auch politische Vorhaben mit der nötigen Mehrheit umsetzen kann. Vertretbar wären, getreu dem deutschen Modell, 5 Prozent.

Was mich aber viel mehr interessiert, als die Frage nach der Wahlhürde ist, inwiefern in der Türkei überhaupt eine Wahl nach demokratischen Wahlgrundsätzen stattfindet. Kann doch nicht sein, dass die DTP, eine kurdische Partei in der Türkei, nur 20 Abgeordnete in diesem fragwürdigen Parlament besitzt. Ich glaube hier sollte die DTP eher ansetzen, als sich Sorgen um die Wahlhürde zu machen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Artikel:

Um einen Erfolg der DTP bei den Kommunalwahlen am 29. März in der Türkei zu verhindern, greift der Staat zu verschiedenen Formen des Betrugs. Als jüngstes Beispiel wurde das in Lice anhand von Wählerlisten deutlich. So wurde als Wohnsitz einer Vielzahl von Soldaten ein Stall angegeben. In manchen Vierteln leben nach den Listen in einem einzigen Haus 150 Personen. Zweifel an der Echtheit der Listen waren bereits zuvor entstanden, als bekannt wurde, dass sich die Anzahl der Wahlberechtigten um sechs Millionen erhöht hat.

So war die Anzahl der Wahlberechtigten im Stadtteil Kali in Lice zuvor 466; auf der erneuerten Liste beträgt sie plötzlich 666, und die meisten der neu Registrierten sind wehrpflichtige junge Soldaten, die unter der Adresse Diyarbakir Caddesi Nr. 30 und 32 gemeldet sind – einem Kuhstall. Auch der Besitzer des Stalles Halit Yigitel zeigte sich erstaunt: „Das Gebäude ist seit über 30 Jahren ein Stall. Ich verstehe das nicht.“

Der DTP-Kreisvorsitzende von Lice Harun Erkus erklärte, auf diese Weise seien knapp 1000 Soldaten auf der Wählerliste registriert worden. „Lice ist ein sehr kleiner Kreis, in dem jeder jeden kennt. Niemand der hier neu Registrierten hat seinen Wohnsitz hier. Wir werden Widerspruch beim hohen Wahlrat einlegen.“

Quelle: ÖP, 12.01.2009, ISKU


Um auf das eigentliche Problem aufmerksam zu machen, zitiere ich nochmals : "Das Gebäude ist seit über 30 Jahren ein Stall. Ich verstehe das nicht.“  ;D ;D ;D



Silavên Dostanî

Semir


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 15. Jan 2009, 01:20
SiWan:

Ich muss noch einmal zurückkommen auf das Zitat im österreichischen Blatt "Der Standard", wo Emine Ayna interviewt wurde. Ich störe mich auch an diesem Wort "beseitigt", das ja Emine Ayna so kaum gesagt haben wird, weil das Interview ja wohl nicht auf Deutsch geführt wurde!

Da ist es eben Sache des Übersetzers, was dann in der Zeitung steht. Ich hätte vermutlich übersetzt: "dass eine Lösung auf diesem Weg auch die PKK unnötig machen würde" und hätte damit wohl genauer getroffen, was Frau Ayna in ihrer Sprache gesagt hatte.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Miro am 15. Jan 2009, 02:30
Semir, vielen Dank für den Artikel von ISKU. Was uns wieder einmal zeigt, mit  was für einem Schurken Staat die Kurden zu kämpfen haben!

Was die Kurden (DTP) dagegen tun können, um sich vor Wahlmanipulationen schützen zu können, weiß ich leider nicht, aber dass der Staat in Form von AKP gegen die DTP ins Rennen geschickt wird, steht fest!

Denn die Wahlen in den kurdischen Gebieten, wird nicht zwischen Parteien ausgetragen, sondern zwischen DTP- kurdischer seits und AKP- seitens des türkischen Staates, die mit all ihren Möglichkeiten, die ein Staat besitzt einsetzen wird, um die Wahlen für sich so zu biegen, dass es ins gesamt Konzept passt und auf dieser Basis die Leugnung der Kurden fortgeführt wird!

Erdogan spricht immer wieder in Richtung Europa und Kurden, dass seine Partei in den kurdischen Gebieten sehr hohe Wählerstimmen bei den Parlamentswahlen im Jahre 2007 für sich verbuchen konnte und somit über 70 kurdisch stämmige Abgeordnete in der Partei hat und somit auch die Kurden vertritt! Und sollte das gleiche auch bei den bevorstehenden Kommunalwahlen am 29 März 2009 wieder der Fall sein, dann haben die Kurden und somit die DTP sehr schwer in nächster Zeit im Namen der Kurden Politik zu machen, weil sich Erdogan mit den Stimmen, die er von kurdischen Wählern erhalten hat aufbrüsten wird und somit der DTP die Vertretung des kurdischen Volkes absprechen wird!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 15. Jan 2009, 16:01
Die 3 Prozent werden wohl verlangt, damit "verbündete" Parteien wie EMEP oder ÖDP der Einzug ins Parlament gelingt. Außerdem hätte diese Reform zur Folge, dass die Opposition gestärkt würde, während die Regierung einen Teil ihrer Mach abgeben müsste.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 18. Jan 2009, 04:10
Kampfansage an AKP: DTP bestimmt erste Kandidaten für Kommunalwahl

Mit einer Kampfansage an die AKP hat die DTP gestern 58 Wahlkandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen veröffentlicht. Unter den Kandidaten befindet sich auch Abdullah Demirbas, der im Jahr 2007 seines Amtes enthoben wurde, da er kommunale Dienste in kurdischer Sprache anbot.

Das Ziel der DTP sei möglichst viele Ämter zu ergattern. Auch wolle man die Provinzen Siirt, Van und Bingöl zurückerobern, die damals noch von der DTP-Vorgängerpartei DEHAP regiert wurden und 2004 an die AKP fielen. Als diese Provinzen von der DEHAP verwaltet wurden, waren ihre finanzielle Situationen deutlich besser als aktuell unter der AKP. Die AKP habe für viel Schulden gesorgt und es sei Zeit ihr diese Provinzen wieder abzunehmen, so Kamuran Yüksek auf einer Pressekonferenz.



Im Folgenden die 58 Kandidaten der DTP:
AMED (Diyarbakir)
Suna Ünsal Aydın (Bezirk Çermik), Petek Çapanoğlu (Bezirk Eğil), Abdullah Demirbaş (Bezirk Sur), Mecit Ateş (Ortschaft Bismil Ambar), M.Lütfi Gürbüz (Ortschaft Çınar Alatosun), Seyit Narin Sur (Ortschaft: Hani Kuyular), Mehmet Salik (Bezirk Kaygusuz), Yılmaz Kılıç ((Bezirk Hani Gürbüz)

Elih (Batman)
Esat Öner (Bezirk Gercüş), Burhan Korhan (Bezirk Beşiri), Salahattin Bulut (Bezirk Kozluk-Bekirhan)

Dersim (Tunceli)
Veli Haydar Güleç (Bezirk Pulur (Ovacik)), Sönmez Aydın (Mazgirt)

Xarpert (Elazığ)
M. Sıdıl Çelik

Riha (Urfa)
Berettin Kayıran (Bezirk Birecik), Abdulrahman Pişkin (Ortschaft Yaylak), Mitat Karadağ (Ortschaft Karaköprü)

Gurgum (Maras)
Ali Şıhyürek (Bezirk Pazarcık), Salman Akdeniz (Bezirk Narlı), Hüseyin Yıldız (Bezirk Elbistan)

Semsur (Adiyaman)
Arif Atalay (Bezirk Besi), Mehmet Çalgan (Bezirk Bulam), Nusret Erbay (Bezirk Kömür)

Agiri/Gridax (Agri)
Giyasettin Evliyaoğlu (Bezirk Eleşkirt), Kamil Orak (Bezirk Tutak)

Erdexan (Ardahan)
Mehmet Surali (Zentrum), Mehmet Karadağ (Bezirk Göle)

Idir (Igdir)
Mehmet Gültekin (Bezirk Tuzluca)

Sirnex (Sirnak)
Aydın Budak (Bezirk Cizre)

Qers (Kars)
Muzafer Kutay (Bezirk Digor)

Wan (Van)
Emin Zirek Bilek (Bezirk Noşar), Çetin Gülmez (Bezirk Gölpınar), Cevdet Altıntaş (Bezirk Gevaş), Yusuf Kılıç (Ortschaft Çiçekli), Mehmet Nuri Koç (Çaldıran)

Colemerg (Hakkari)
Idris Sevi (Bezirk Şemdinli Derecik)

Erzirom (Erzurum)
Sıdık Uğur (Bezirk Karacoban), Mutahir Karakuş (Bezirk Tekman)

Merdin (Mardin)
Ömer Altun (Ortschaft Girmeli), Abdülkerim Adam (Ortschaft Yalım)

Sert (Siirt)
Fikri Örenç (Bezirk Kurtalan), Kerem Tokat (Bezirk Pervari Begendik),  Mehmet Emihan Oktay (Bezirk Eruh)

Xetay (Hatay)
Mahmut Aydinci (Bezirk Iskenderun), Diyadin Sirca (Bezirk Erzih), Halis Yurtsev (Bezirk Dörtyol), Süleyman Çagri (Bezirk Karakes)

Edena (Adana)
Seyfetin Aydemir (Bezirk Ceyhan)

MANİSA
Celal Özgen (Zentrum), Refik Arslan (Ortschaft Salihli Yilmaz), Ramazan Gök (Ortschaft Salihli Sart)
GÖLMARMARA: MUSTAFA ELBİR

AYDIN
Muzaffer Yöndemli (Bezirk Ovaemir)
Ahmet Ölçer (Bezirk Söke Savuca)

KONYA
Mola Şimşek (Bezirk Gülyazi), Mustafa Ceran (Bezirk Bulduk), Hüseyin Yapıcı (Bezirk Kuşca)

Kurdische Städtenamen eingefügt! KM-Team!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Erkano am 18. Jan 2009, 10:04
ein versteh ich jetzt nicht was ist mit Gaziantep,  Dersim, Elazig und Malatya? Wo sind die Kandidaten aus der Region? Ich empfehle Celal Dogan der aus Antep stammt als Kandidaten mit den aussichtsreichsten chancen wenn er für antreten würde für die DTP der ist Kurde und kommt aus dem Landkreis Nizip in Antep.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: xemxwar am 23. Jan 2009, 13:37
Der AKP-Kandidat für Amed steht fest

Für die Kommunalwahlen am 29. März 2009 wird Kutbettin Arzu für die AKP in Amed kandidieren.

Wer ist Kutbettin Arzu?

Kutbettin Arzu wurde am 1. April 1955 in Amed geboren.
Er schloss ein Studium als Architekt ab und war Vorsitzender der Architektenkammer in Amed.
Die Arzu-Familie stellt seit 1983 in Cinar/Amed den Bürgermeister.

PS: Erkano,

eine Antwort vor dir hat Siwan die möglichen Kandidaten für Dersim und Xarpet aufgelistet!
Celal Dogan wird - wie viele Treffen bereits bestätigt haben - höchstwahrscheinlich nicht für eine kurdische Partei kandidieren! Er schimpfte gar auf die Gründung ethnischer - ergo auch kurdischer - Parteien! Darüberhinaus wird er mit vielen anderen Parteien in Verbindung gebracht. Nur eine Dachpartei unter Einbeziehung der DTP und  türkisch-linken Parteien (denn diese Absicht hegt die DTP für Regionen mit eigenen pessimistischen Aussischten) könnte eventuell das Interesse C. Dogans wecken, wenn ich auch daran zweifle!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: xemxwar am 27. Jan 2009, 15:50
Anbei eine vollständige Liste der Kandidaten der DTP in Kurdistan:

haberdiyarbakir.com

Zitat
Amed (Diyarbakir)

Amed: Osman Baydemir
Bağlar: Yüksel Baran
Kayapınar: Zülküf Karatekin
Yenişehir: Selim Kurbanoğlu
Sur: Abdullah Demirbaş
Bismil: Cemile Eminoğlu
Lice: Fikriye Aytin
Çermik: Suna Ünsal Aydın
Eğil: Petek Çapanoğlu
Ergani: Fesih Yalçın
Silvan: Fadıl Erdede
Çınar: Ahmet Cengiz
Çınar Alatosun Beldesi: Lütfi Gürbüz
Dicle: Mustafa Uyguner
Kocaköy: Remzi Çallı
Hazro: Hüseyin İncel
Kulp: M. Nesim Şimşek
Kulp Ağaçlı Beldesi: Metin Dinar
Hani: Abdurrahman Zorlu
Hani Kuyular Beldesi: Seyit Narin
Hani Gürbüz Beldesi: Yılmaz Kılıç
Dicle Kaygusuz Beldesi: Mehmet Salık
Bismil Yukarısalat Beldesi: Mehmet Cançetin

Semsur (Adiyaman)

Merkez (dt. = Zentrum) :
Kahta: M.Sadık DEDE.
Besni: Arif ATALAY
Bulam: Mehmet ÇALGAN
Kömür Beldesi: Nusret ERBAY

Agiri/Gridax (Agri)

Ağrı Merkez: Murat ÖZTÜRK
Diyadin : Celal TANRIVERDİ
Taşlıçay: Necati ASLAN
Patnos: Yusuf YILMAZ
Tutak: Kamil ORAL
Eleşkirt :Kıyas EVLİYAOĞLU

Gurgum (Maras)

Maraş - Elbistan: Hüseyin YILDIZ
Maraş - Pazarcık: Ali SIKIYÜREK

Dilok (Antep)

Şehitkamil: Bedran FERMANOĞLU
Şahinbey: Deniz YILDIZ
Kömür Beldesi: Nusret ERBAY
İslahiye: Mehmet DALOĞLU
İslahiye Altın Üzüm Beldesi: Ömer ÇELEBİ
Nizip:

Erdexan (Ardahan)

Ardahan Merkez: Mehmet SÜRALİ
Göle: Mehmet KARADAĞ.

Elih (Batman)

Batman merkez: Necdet Atalay
Gercüş : Esat Önen
Beşiri: Burhan Korhan
Kozluk Bekirhan Beldesi: Selahattin Bulut

Cewlig (Bingöl)
Karlıova: Ferit ÇELİK
Solhan: Hüsamettin ORAK
Genç: Halil Yürekli
Sancak: İ. Hakkı BANA

Bedlis (Bitlis)

Bitlis merkez: Şefik BEYAZ
Tatvan: Abdullah OK
Güroymak: M. Emin ÖZKAN
Mutki: M.Sait ERÇELİK
Ahlat: Mehmet ORAL
Hizan: Mustafa Özcan
Hizan Kolludere Beldesi: Lezgin BİNGÖL
Ahlat Ovakışla Beldesi: Mehmet DEMİR
Adilcevaz Aydınlar Beldesi: Kasım TOSUN

Dersim (Tunceli)

Ovacık: Veli Haydar GÜLEÇ
Mazgirt: Sönmez AYDIN .
Mazgirt Akpazar Beldesi: Mehmet SEZGİN
Nazimiye: Ali Metin AKYAR

Erzirom (Erzurum)

Tekman: Mütahir KARAKUŞ
Hınıs: Mehmet Diyadin İMRE
Karaçoban: sıdık UĞUN

Xarpet (Elazığ)

Merkez: M. Sıdık ÇELİK
Karakoçan – Sarıca Beldesi: İsa GÜRBÜZ

Erzingan (Erzincan)

Merkez: Ayhan PEKAN
Kavakyolu: Turhan KİT
Ulular: Müslüm ÖZKAN

Colemerg (Hakkari)

Çukurca: Mehmet KANAR
Şemdinli: Av. Sedat TÖRE
Şemdinli Derecik. İdris SEVİN
Durankaya Beldesi: Sait GEZER

Idir (Igdir)

Merkez: M.Nuri GÜNEŞ
Tuzluca: Mehmet GÜLTEKİN
Hoşhaber Beldesi : Nüsret ARAS
Halfeli Beldesi: Ömer AKSOY

Qers (Kars)

Kağızman: Nedim TAŞ
Digor: Muzaffer KUTAY.
Dağpınar Beldesi: Ayhan ERKMEN
Sarıkamış: Hüseyin Altun

Merdin (Mardin)

Sürgücü: Fikri ÖKMEN
Yalım beldesi: A.Kerim ADAM
Nusaybin Girmeli Beldesi: Ömer ALTUN
Kılavuz beldesi: Ahmet İNCİ
Mazıdağı: Habib AKTAŞ
Pınardere: A. Kadir DAĞ

Mûş (Muş)

Merkez: Nimet SEZGİN
Malazgirt. Nuri BALCI
Malazgirt Gölkoru: Ali YILDIZ
Bulanık: Ziya AKKAYA
Bulanık Yemişen: Ali Haydar AYDIN
Bulanık Elmakaya: Mustafa ORHAN
Bulanık Mola kent: Mazhar YILMAZ
Bulanık Özgörür: Abdülbari GÜNDOĞDU
Bulanık Rüstemgedik: Av. Resul YÜCA
Bulanık --Sarıpınar: Cemil YÜNAÇTI
Korkut Karakale: M. Şakir TUĞRUL
Korkut Karaağıl: Abdulbaki ERDOĞAN
Muş Merkez Kırköyü: M.Şirin KAYA
Muş Merkez Serinova: Metin YATMA
Muş Merkez Kızılağaç: Şirin GÖKTÜRK

Sêrt (Siirt)

Merkez: Selim SADAK
Kurtalan: Nejat YILMAZ
Kayabağlar: Nimettullah SEVEN
Beğendik: Kerem TOKAT
Gökçebağ: Ahmet BARDAK
Eruh: Mehmet Melihan OKTAY
Baykan: Yılmaz ÇINAR
Kurtalan Gözpınar Beldesi: Cüneyt GÜNDOĞDU
Pervari: Mehmet VANÇİN
Ziyaret: Aydın YAPRAK
Siirt – Atabağı Beldesi: Fikri ÖRENÇ

Sirnex (Sirnak)
 
Beytüşebap : Yusuf TEMEL
Cizre: Aydın BUDAK
İdil: Resul SADAK
Hilal beldesi : Ali ŞABANOĞLU
Kumçatı : Abit DURAK
Başverimli : Sinan UYSAL
Gürümlü : Salih EMİRHAN
Şenova : Halil BABAT
Uzungeçit: Ali BAYRAM
Balveren: A. Rezak YILDIZ

Riha (Urfa)

Suruç: Etem ŞAHİN
Karaköprü Beldesi: Mithat KARADAĞ
Hilvan: M.Emin ACEMOĞLU
Ceylanpınar: İsmail ASLAN
Birecik: Berattin KAYIRAN
Yaylak Beldesi: A.Rahman PİŞKİN
Birecik Ayıran Beldesi: İzzettin ŞEN
Yaylak Beldesi: A.Rahman PİŞKİN

Wan (Van)

Merkez: Bekir KAYA
Erciş: Abdurahman ÇAĞAN
Başkale: İhsan GÜLER
Özalp: Murat DURMAZ
Gürpınar. Çetin GÜLMEZ
Bahçesaray:Faruk ÖZ
Edremit: A.Kerim SAYAN
Gevaş: Cevdet ALTINDAĞ
Muradiye: İzzet ÇELİK
Çaldıran: M. Nuri KOÇ
Çiçekli: Yusuf KILIÇ


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 27. Jan 2009, 17:30
"Vollständig" scheint mir diese Auflistung noch nicht zu sein. Es fehlen darin diverse Orte, bei denen ich sicher bin, dass dort DTP-Kandidaten aufgestellt sind. U.a., weil es bisher dort erfolgreiche BürgermeisterInnen aus den Reihen der DTP gibt!

Sollte sich DTP in einigen der bisher nicht aufgeführten Kommunen mit anderen Parteien zu einem Wahlbündnis verabredet haben, so ist es sinnvoll auch diese KandidatInnen zu nennen, eventuell mit dem Klammerhinweis (Bündnis).


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 27. Jan 2009, 18:32
ein versteh ich jetzt nicht was ist mit Gaziantep,  Dersim, Elazig und Malatya? Wo sind die Kandidaten aus der Region? Ich empfehle Celal Dogan der aus Antep stammt als Kandidaten mit den aussichtsreichsten chancen wenn er für antreten würde für die DTP der ist Kurde und kommt aus dem Landkreis Nizip in Antep.

Herr Dogan ist Kemalist und ist in Antep populär bei seiner türkischen und getürkten Wählerschaft. Die wenigen nicht-assimilierten Kurden in Dîlok dürften ihm egal sein. Nichtsdestotrotz kann ich vermuten, dass in meinem Heimatstädtchen das kurdische Bewusstsein erwacht ist, wenn dort tatsächlich ein DTP-Kandidat aufgestellt wird. Hoffen wir dasselbe für Dîlok, Elazix usw.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 29. Jan 2009, 11:13
Der große Boss in Ankara schien mit seinem Mann in Sêrt nicht mehr zufrieden zu sein, und beschloss kraft seiner Wassersuppe, das Oberhaupt dieser kleinen Großstadt und der dazu gehörenden Kommunen auszuwechseln.

Welchen seiner Parteisoldaten er erwählte, damit das Volk von Sêrt ihm am 29.3. gehorsam seine Stimme geben darf, enthüllte heute "Hürriyet Daily News":

Zitat
’Will learn on the job’
January 29, 2009

SİİRT - The ruling Justice and Development Party, or AKP's, mayoral candidate for the province of Siirt in southeastern Turkey said he knew nothing about municipal governance but was willing to learn, according to his own public admission Tuesday.

Speaking at a press conference with AKP’s Siirt deputies Yılmaz Helvacıoğlu and Afif Demirkıran and provincial party boss, Bayram Kızılay, the candidate for the March 29 local elections, Kasım Ceylan said: "As of now, I know nothing about municipal government, but I will learn soon enough. If I become the mayor, I will resign if anyone talks bad about me. Let everyone be assured that I will fully perform my duties if I am elected." Demirkıran said it was Prime Minister Tayyip Erdoğan who had picked Ceylan, adding that he was sure the AKP would win the Siirt mayoral post.

Der Provinzvorsteher-Kandidat (Vali) der AKP für die Provinz Sêrt sagte, dass er keine Ahnung von Kommunalpolitik habe aber lernwillig sei, als er sich bei seiner öffentlichen Vorstellung am Dienstag dazu äußerte.

Bei einer Pressekonferenz mit den AKP-Abgeordneten aus Sêrt, Yılmaz Helvacıoğlu und Afif Demirkıran sowie dem Provinzpartei-Vorsitzenden Bayram Kızılay sagte der Kandidat für die Kommunalwahl am 29. März, Kasım Ceylan: "Zur Zeit weiß ich nichts über Kommunalverwaltung, aber das werde ich so bald wie möglich lernen. Wenn ich der Verwaltungschef werde, würde ich zurücktreten, sowie jemand über mich redet. Es soll jedermensch versichert sein, dass ich meine Pflichten in vollem Umfang erfüllen werde, sollte ich gewählt werden." Demirkıran sagte, dass Premier Tayyip Erdoğan Ceylan für den Posten ausgesucht habe und fügte hinzu, dass er sicher wäre, die AKP würde für dieses Amt in Sêrt gewählt werden.
   


Wenn mensch sich die offizielle Website der Provinz Sêrt anschaut und sieht wie häufig sich der Amtsinhaber als Kindergrapscher fotografieren lässt und im übrigen die Türkischkeit der Provinz herausstreicht, dann kann man "R.T.E"s Wunsch nach Wechsel schon verstehen. Aber wir hoffen, dass das Volk von Sêrt ihm was hustet und an Stelle dessen Kandidaten aus seiner Mitte für die Provinz-, Kreis- und Gemeindevorsteherposten wählt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 18. Feb 2009, 13:04
Radikal hat heute die komplette Liste aller Kandidaten für alle Provinzen veröffentlicht. Unter folgendem Link, könnt ihr diese Liste einsehen:

http://www.radikal.com.tr/Default.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=922303&Date=18.02.2009&CategoryID=78


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: welato am 19. Feb 2009, 00:29
Radikal hat heute die komplette Liste aller Kandidaten für alle Provinzen veröffentlicht. Unter folgendem Link, könnt ihr diese Liste einsehen:

http://www.radikal.com.tr/Default.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=922303&Date=18.02.2009&CategoryID=78

Wunder mich warum die DTP  in den Provinzen Sivas, Malatya und Erzincan keine Kandidaten aufgestellt hat, obwohl da  viele Kurden leben.

@SiWan sind auch nicht alle Provinzen dabei, wie z.b. Batman


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: xemxwar am 19. Feb 2009, 09:58
Welato,

die DTP-Kandidaten für Erzingan stehen im letzten Beitrag von mir. In Meleti möchte die DTP, wie bereits im Faden erwähnt, mit ESP, ÖDP, EMEP, TKP, DHF, 'Partizan', MESOP ua. als Dachpartei ("Regionale demokratische Einheitsplattform") auftreten! Insgesamt hat die DTP in den genannten Provinzen stets schlechte Karten, denn in Sewas gehen die Stimmen vor allem an türkische Nationalisten! Daher stellte die DTP auch in den Wahlen 2007 keine unabhängigen Kandidaten für Sewas auf: Yazicioglu, der Vorsitzende der faschistischen BBP, wurde nach AKP und CHP drittstärkste Kraft!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Miro am 02. Mär 2009, 11:38
Sivan Perwer nach mehr als 30 Jahren zurück in Nordkurdistan?

(http://www.taraf.com.tr/fotoraflar/1trfs10sivandek.jpg)


Die türkischsprachige Tageszeitung Taraf berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass Sivan Perwer eventuell auf dem diesjährigen Newroz Feier in Amed [trk: Diyarbakir] auftreten wird. Entsprechend sei Sivan Perwer von DTP und der Organisationskomitee zur Vorbreitung von Newroz Feierlichkeiten am 21. März in Amed eingeladen worden und Sivan sei nicht abgeneigt. Zuvor hatten Regierungsvertreter des türkischen Regimes Sivan in die Türkei eingeladen, damit er im kurdischsprachigen Sender des türkischen Staatsfernsehens auftreten soll, was Sivan Perwer abgelehnt hatte, mit der Begründung, dass die kurdische Sprache und Kultur nach wie vor in der Türkei unter Repressalien stehe und sein auftritt für nichts anderes gedacht ist, als dem Propaganda der Regeierungspartei AKP zu dienen, die in kommenden Kommunalwahlen bei den kurdischen Wählern punkten will. Zuletzt vor einer Woche hatte Recep Tayyip Erdogan auf einer Wahlkundgebung seiner Partei in Amed selber den Sivan Perwer noch einmal eingeladen, um vor der Wählerschaft im kurdischen Amed zu glänzen, aber so wie es aussieht hat die DTP den Ministerpräsidenten und seiner Partei einen Strich durch die Rechnung gemacht in dem man Sivan zu Newroz eingeladen hat.

 Quelle- türkischsprachige Tageszeitung Taraf  (http://www.taraf.com.tr/haber/28790.htm)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 08. Mär 2009, 01:10
Zufall oder steckt da mehr dahinter?

(http://i.radikal.com.tr/644x385/2009/03/07/fft5_mf132716.Jpeg)

Jedes frisch vermählte Paar erhält in Amed (trk.: Diyarbakir) die Einrichtung der Wohnung von Herrn Erdogan gesponsert. Damit auch jeder wirklich weiß, dass die Geschenke von Herrn Erdogan stammen, werden die Möbelstücke in Lastwagen aufgeliefert, auf deren Rückseite ein schönes Bild vom Premierminister zu sehen ist.


Bereits in Dersim (trk.: Tunceli) ließ die AKP an die arme kurdische Bevölkerung Kühlschränke, Fernseher und andere Haushaltswaren verteilen. Obwohl das vom Hohen Wahlrat (YÖK) verboten wurde, kam nun ans Tageslicht, dass die AKP die Kampagne trotzdem fortgesetzt hat. Erdogan verspricht bei einer Kundgebung in Wan (trk.: Van): "Schaffe ich es nicht die Arbeitslosigkeit abzuschaffen, so werde ich mein Amt niederlegen." Da hat sich Erdogan aber viel zugenommen. Angesichts der starken Finanzkrise, die das Land in Atem hält und der immensen Kriegskosten erscheint es nicht wirklich glaubwürdig, dass Erdogan die Arbeitslosigkeit in der Türkei (ganz besonders in den Kurdengebieten) beseitigen kann.

(http://fotogaleri.hurriyet.com.tr/LiveImages/Foto%20Haber/Se%C3%A7im%20%C3%B6ncesi%20beyaz%20e%C5%9Fya%20da%C4%9F%C4%B1t%C4%B1m%C4%B1/D04131120.jpg)
"Hilfs"kampagne der AKP in Dersim


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: xemxwar am 08. Mär 2009, 02:20
Bereits Prof. Dr. Esfender Korkmaz kritisierte auf SIYASALBIRIKIM die mangelnde und bescheidene Förderung der AKP in den Kurdengebieten, dh. die Regionen würden sehr wohl gefördert werden, aber nur für kurzfristige Erfolge, die jede Nachhaltigkeit entbehren. Diese Entwicklung führt zu einer Migration aus Nordkurdistan nach Westen, wodurch die Region weiter verarmt.

Auch der kurdische Intellektuelle Tarik Ziya Ekinci kritisierte bereits 2007 auf Diyarbakir.net die Täuschung der AKP über den angeblichen Aufschwung in Nordkurdistan. Diese Aussage bestätigt der Ökonom Mustafa Sönmez, nach dessen Untersuchung sich die wirtschaftliche Lage des Ostens und Südostens (Nordkurdistan) unter der AKP-Regierung verschlechtert habe.

Ich selbst bin auch der Ansicht, dass die Kurden der benachteiligten Regionen mitunter eine verbesserte Sicherheitslage, wenn man sie mit anarchischen Zuständen der Vergangenheit vergleicht, als wirtschaftliche Verbesserung wahrnehmen. In vielen kurdischen Provinzen herrschen Arbeitslosenquoten von über 60%, unter Migranten liegt die Quote gar weitaus höher.

Genau so wie der CHP-Vorsitzende nach einem misslungenen Versprechen nicht bis nach Zypern geschwommen ist, wird Erdogan auch sein Amt nicht niederlegen. Sicherlich wird Erdogan die Arbeitslosigkeit nicht bekämpfen können, jedoch versuchen die Wahrnehmung zu trüben, denn die Kurden neigen dazu von kurzfristigen Erfolgen und Versprechen schnell beeinflusst zu werden.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 15. Mär 2009, 11:48
Notizen aus dem Wahlkampf...

Mit dem Slogan "Serokê CHP'e Deniz Baykal tú bi xêr hati Bajarê Merdinê" ist Deniz Baykal gestern erstmals in eine kurdische Provinz gereist. Seit geraumer Zeit leisten sich Premierminister Erdogan und der Vorsitzende der CHP eine harte Auseinandersetzung. Erdogan hatte während seines Aufenthaltes in den kurdischen Provinzen vor einigen Tagen getönt, dass Baykal sich nicht traue in die kurdischen Provinzen zu kommen. "Es ist gut, dass Baykal Vorsitzender der CHP ist, denn außer Verschwörungstheorien gegen die AKP zu entwickeln hat er nicht viel drauf", so Erdogan bei einer Kundgebung in Malatya.

(http://i.radikal.com.tr/644x385/2009/03/15/fft5_mf137299.Jpeg)

Baykal ließ sich nicht die Gelegenheit nehmen, zurückzuschlagen. Erdogan wisse nicht, was es heißt, arbeitslos zu sein. Unter Erdogans Regierung sei die Arbeitslosenzahl um eine Millionen Menschen gestiegen. Erdogan würde die Landwirten in Mardin höher besteuern als Fabriken in Istanbul. Erdogans Regierung habe die Türkei in eine tiefe Schuldenfalle geschleudert.
"Zum Newroz gratuliere ich euch schon jetzt. Bitte seid vorsichtig. Beim diesjährigen Newroz soll niemandes Nase bluten." Die CHP und MHP hatten vor einigen Tagen verkündet, Newroz als offiziellen Feiertag anerkennen zu wollen.

Auch Devlet Bahceli (Vorsitzender der MHP) kritisierte unter der Woche Premierminister Erdogan. "Erdogan spricht von 36 Ethnien. Wie kann es Erdogan wagen 70 Millionen Menschen durch 36 zu teilen?"


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 15. Mär 2009, 23:40
Kein Wunder, wenn Käptn Tayyip Blaubär immer Hunger hat, weil Schiffskoch Hein Bahceli immer wieder den Dummfisch anbrennen lässt.  ;D

Nur: die fixen Drillinge aus Amed lassen sich nicht so leicht hinters Licht führen! Auch nicht von Wassermann Deniz.


Aber solch ein Wahlkampf hat auch noch andere lustige Seiten, wie gestern bei Hürriyet (engl.) nachzulesen war:
Zitat
No missing photo-op
March 14, 2009
 
NİĞDE - A mayoral candidate in the central province of Niğde became a victim of his own enthusiasm when he stuck his head under the prime minister’s arm in order to appear in the same photo with him.

Posing hand-in-hand with regional mayoral candidates after an hour-long speech, Prime Minister Recep Tayyip Erdoğan was furious when he realized there was a head sticking out from under his armpit. The antics of Kemal Beşer, the Justice and Development Party candidate for Niğde’s Bozköy district, amused the local crowd. Erdoğan, however, told him to move to the end of the line.


Da hat also der Bürgermeister-Kandidat aus einer Gemeinde in der kappadozischen Provinz Nigde die absolute Nähe zu seinem Herrn und Meister gesucht, und sich einen Ellbogen-Check eingehandelt. "Die Mätzchen von Kemal Beşer, dem AKP-Kandidaten für Nigdes Bozkoy-Bezirk, amüsierten die Menge", lesen wir. Na ja, so kann man auch in der tiefsten Provinz berühmt werden  ;D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 16. Mär 2009, 00:46
AKPler bedrohen Rojda

In Kurtalan (Provinz Siirt) wurde die kurdische Sängerin Rojda laut
Kurdshow (http://www.kurdshow.com/?sf=haber&haberid=19674&ktg=1570)/Diha von den Jüngern des Herrn R. T. Kerdogan bedroht. Rojda unterstützt die DTP. Sie besuchte die Provinz anlässlich eines kleinen Konzertes gemeinsam mit dem DTP-Abgeordneten Osman Özçelik. Nun hat Rojda Anzeige erstattet gegen die AKP-Frauen, die sie offenbar telefonisch bedroht haben.

Meine Persönliche Meinung: Rojda macht einen Fehler. Einst hat die AKP diesen braven Bürgern Nudeln und Kohle gegeben. Gratis. For free! Aus reiner Menschlichkeit. Dass die AKP nun Kühlschränke verteilt, ist doch ein Fortschritt. Das musst du doch einsehen, Rojda! Bald kriegt jeder Kurde einen riesen Plasmafernseher, dann kann man sich "Recep Ivedik-2" und "Tek Türkiye" anschauen! Grosses Kino!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 20. Mär 2009, 23:12
Gestern in der deutschen Presse:

Zitat
Erdogans "Goodwill-Tour"
Türkischer Charme auf Kurdisch

von Ömer Erzeren

Den bewaffneten Kampf mit den kurdischen Separatisten kann der türkische Präsident Erdogan nicht gewinnen. So wirbt er um die Herzen der Kurden. Doch die Chancen für einen Sieg seiner Partei bei den Kommunalwahlen schwinden.

Unsere Aufgabe ist es, zu dienen. Unsere Kraft ist die Nation", verkündet der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan auf einem Wahlplakat. Auch in der kurdischen Millionenstadt Diyarbakir stößt man allerorts auf das Plakat der regierenden islamisch-konservativen "Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung" (AKP). "Diyarbakir müssen wir auf jeden Fall gewinnen", so Erdogans Losung. Er will die Bürgermeisterämter in den Kurdenstädten im Südosten erobern.

Für Erdogan und seine AKP sind die landesweiten Kommunalwahlen am 29. März extrem wichtig. Mit 46 Prozent der Stimmen hatte er bei den Parlamentswahlen 2007 ein Traumergebnis erreicht. Die Erfolge in der Kommunalpolitik - Erdogans Karriere begann als Istanbuler Bürgermeister - trugen zum Aufstieg der AKP erheblich bei. Doch in der Kurdenregion kam sie bislang nicht an gegen die "Partei der demokratischen Gesellschaft"(DTP) - im offiziellen Diskurs der verlängerte Arm der Terrororganisation PKK.

Ein Sieg der AKP in "Kurdistan" würde Erdogan stärken, der in der Wirtschaftskrise dringend Erfolge braucht. Es wäre ein Zeichen dafür, dass immer mehr Kurden auf Reformen setzen, wie er sie verspricht, statt auf den bewaffneten Konflikt, den die PKK propagiert. Als erster Regierungschef hatte Erdogan von einer "kurdischen Identität" gesprochen. Noch immer gibt es aber keine Minderheitenrechte, die Region ist verarmt, in den Vorstädten geht nur jedes zweite Kind zur Schule.
 weiterlesen  (http://www.ftd.de/politik/international/:Erdogans-Goodwill-Tour-T%FCrkischer-Charme-auf-Kurdisch/489004.html?mode=print)
Zum Artikel gehört auch eine oberflächlich betrachtet recht eindrucksvolle Linkliste auf weitere Artikel des Blattes zum Thema. Die Qualität dieser und anderer Artikel der FTD, die ja nicht gerade im Verdacht unternehmer- und kapitalfeindlicher Berichterstattung steht, müssen von den Betrachtern dieser Artikel selbst ermittelt werden.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 21. Mär 2009, 08:32
Wahlimpressionen I


Die Kommunalwahlen spielen für die Kurden in Nordkurdistan und in der Türke eine ungemein größere Rolle als die Parlamentswahl, bei der die 10%-Wahlhürde vor Allem den kurdischen Wählerinnen und Wählern den Urnengang vermiest und sie verunsichert. Es ist nicht verkehrt -höchstens etwas überspitzt- wenn der Vorsitzende der DTP Ahmet Türk von einem "Referendum (http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=159469)" für die Kurden spricht. Schließlich betreffen die Entscheidungen von Abgeordneten in Ankara nur in stark vermindertem Umfang die Region, allen voran die bewusst benachteiligten kurdischen Städte. Kommunalwahlen sind also Kurdistanwahlen (http://www.kurdistan-post.com/Niviskar-op-viewarticle-artid-1675.html).


Ich befinde mich im Busbahnhof von Ankara. Mir fällt ein Werbeplakat des türkischen Staatssenders auf: "Die neue Internetpräsenz von TRT nun in 30 Sprachen (http://www.trt.net.tr/Haber/HaberDetay.aspx?HaberKodu=f4012a17-c654-4180-b918-2580766381bc)". Wow! "Bestimmt ist Kurdisch auch dabei" flüstere ich im Vorbeigehen. Nach VOA (http://www.voanews.com/kurdi/index.cfm) und VOR  (http://ruvr.ru/index.php?lng=kur)wäre jetzt VOT (http://www.trt.net.tr/wwwtrt/tsr.aspx) endlich auch dran, so zumindest meine ersten Gedanken. Einige stunden und einige Clicks später werde ich schlauer. Denn wie die Urdu (http://www.trturdu.com/)- oder Chinesisch (http://www.trtchinese.com/)-Dienste zeigen, scheint die Anzahl der Sprecher ein gewichtiges Aufnahmekriterium zu sein. Denn was sind schon 20 Millionen Kurden im eigenen Land gegen 1,5 Milliarden Chinesen?

Wie war das nochmal mit TRT 6 (http://www.trt.net.tr/TV/TvAkis.aspx?gunler=1&kanal=9&akistur=1&tdgun=0&control=-1)? Natürlich! Es ist der Staat, der entscheidet, in welchem Umfang und von wem Kurdisch gesprochen wird. Falls es Trittbrettfahrer (http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/kurdisch-sorgt-fuer-eklat/) gibt, die etwas Zweifelhaftes am Kurdisch-Monopol des Staates finden, so wird selbstverständlich dagegen vorgegangen.

Was aber Ahmet Tuerk an jenem Tag im Parlament tat, stellte die Fronten klar. Es gibt keine zwei kurdischen Parteien, sondern eine einzige ernstzunehmende Vertreterin. Auch die jenigen, die in AKP unrealistisch grosse Hoffnungen gesetzt haben, sind nun dank der Demaskierung durch den DTP-Vorsitzenden mit der Realitaet konfrontiert. Der Staat gegen und nicht fuer die Kurden. Zumindest in der kurdischen Sache ist der Staatspartei AKP die Glaubwuerdigkeit abhanden gekommen.


in längerem Umfang:
Ab Sonntag/Montag: Impressionen aus Amed - Newroz und Wahlen
Ab nächster Woche: Wie werden die Kurden in Nordkurdistan wählen? Welche Akteure gibt es? Welche Faktoren spielen eine Rolle?
Ab übernächster Woche: Was der Wahlausgang aussagt



Auf Wunsch des Users eine Formulierung geändert. Rewsen


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: oldFox am 21. Mär 2009, 19:38
Ich kann nicht beurteilen ob dies für Euch alle wichtig ist. Dennoch seh ich mich veranlasst gerade zu diesem Thema meine unmaßgebliche Meinung loszuwerden.

Seit Jahren beobachte ich die Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. Nicht weil mir Kurdistan besonders wichtig wäre, sondern weil die Region für mich als Mitteleuropäer relevant ist. Darum sind iranische, irakische, syrische und türkische Ereignisse für mich beachtenswert.

Was die Kurden betrifft ist in den genannten Nationalstaaten maximal eine Rückentwicklung festzustellen. Mit Ausnahme der Türkei.

Die globalen Gegebenheiten zwingen die türkische Gesellschaft, entgegen jahrelang praktizierter Politik, Minderheiten Freiraum zu gewähren. Was nicht bedeutet, das Kurden überall am 21. März Feuer machen dürfen. Auch die Griechen dürfen nicht in ihre Kirchen. Und selbst die Juden (Israelis), die mit dem kemalistischen Staat erfolgreich zusammenarbeiten, genießen keinen besonderen Schutz.

Dennoch ist in der Türkei eine Veränderung festzustellen. Gut und richtig ist, wenn hier im Forum jede Bewegung kritisch bewertet wird. Wenn TRT6 als AKP Kampagne zur Wahl verstanden wird. Sehe ich auch so. Aber allen Türken den Willen zur Besserung abzusprechen (aus welchen Motiven auch immer), ist der kurdischen Sache nicht dienlich. Vielleicht sogar schädlich. Selbst die CHP kann nicht von der Welle (nach hinten) runter, die einmal in der Vorwärtsbewegung ist.

Von Menschen, die seit mehren Jahrhunderten unterdrückt und verfolgt wurden, verlangen Geduld zu haben? Nein, ich traue mich das nicht wirklich. Aber in der Realität ist das die einzigste Chance! Kleine Schritte zum letztendlichen Erfolg. Zu relativer Freiheit.

Besonders möcht ich hier AMOS bitten, die Schärfen aus den Diskussionen zu nehmen. Aus meiner Sicht sind sie nicht angebracht.

Zu den kleinen Schritten zur Freiheit fand ich diesen Artikel in SPON brauchbar

Zitat
Minderheiten streben aus der politischen Isolation
 
Von Daniel Steinvorth, Istanbul
 
Die EU beklagt, dass in der Türkei noch immer Minderheiten angefeindet werden. Doch politisch werden diese immer selbstbewusster: Noch nie traten bei türkischen Wahlen so viele Angehörige von Minderheiten an. Zum ersten Mal könnte nun ein Jude Bürgermeister werden.
 
Es ist der beschaulichste Wahlkreis von Istanbul. Es gibt keinen Smog, keinen Stau, keine Polizeisirenen. Auf den Prinzeninseln draußen im Marmara-Meer sind nur Pferdekutschen erlaubt, für die Touristen. Doch die bleiben in diesen Tagen auf dem Festland, denn es ist eisig kalt; heftiger Regen peitscht über den Fähranleger von "Büyükada", der größten der neun Inseln.
 
MINDERHEITEN IN DER TÜRKEI: WAHLKAMPF IM TEEHAUS
 
Yusuf Bahar, 37, Geschäftsmann und Politiker, steigt aus einem Schnellboot. Der freundliche, etwas schüchtern wirkende Insulaner hat gerade ein Radiointerview gegeben, drüben im hektischen Istanbul. Jetzt will er sich wieder um die Bürger in seinem Wahlkreis kümmern, er will in die Teehäuser gehen, Hände schütteln und Broschüren verteilen.
 
Dabei kennen sie ihn hier sowieso schon alle. Doch jetzt haben auch die türkischen Medien Notiz von ihm genommen. Nicht nur, weil Bahar bei den Wahlen am kommenden Sonntag ziemlich gute Chancen hat, als Kandidat der Demokratischen Partei (DP) nächster Bürgermeister für die Prinzeninseln zu werden. Sondern auch, weil er jüdisch ist. Ein nicht-muslimischer Bürgermeister, das wäre ein Novum in der Geschichte dieses Landes. "Ich wäre der Erste", sagt Bahar.
 
Allerdings will er seine Herkunft gar nicht besonders betonen. Und auch seine Gemeinde habe ihm geraten, die Religion nur publik zu machen, wenn er danach gefragt werde. "Mein Name klingt türkisch, ich sehe türkisch aus, ich fühle mich als Türke. Mein Volk ist seit 500 Jahren hier."
 
Minderheiten duckten sich weg
 
Knapp 20.000 Juden leben heute am Bosporus, und sie sind aus Erfahrung zurückhaltend. Sie bilden eine von drei staatlich anerkannten Minderheiten in der Türkei, neben 60.000 Armeniern und nur noch 2500 Griechen. Dieser Status sichert den Mitgliedern gewisse Privilegien, etwa das Recht auf eigene Schulen und Gotteshäuser.
 
Doch stets haben die Diskriminierungen überwogen. "Nach Gründung der Republik durfte ein Nichtmuslim nicht einmal den unbedeutendsten Beamtenjob ausüben", sagt Ayhan Aktar von der Istanbuler Bilgi-Universität. Schuld daran war die Angst des Staates vor ethnischer Vielfalt. Als "echter" Türke galt nur, wer sich zum "Türkentum" bekannte und sunnitischer Muslim war; derart eingeschüchtert versuchten die Nichtmuslime, bloß nicht aufzufallen. Sie duckten sich, jahrzehntelang.
 
Und noch immer ist es schwer, Fortschritte zu erkennen, auch in ihrem letzten Türkeibericht spricht die EU-Kommission von "anhaltender Feindseligkeit und Gewalt gegenüber Minderheiten". Doch scheinen diese immerhin selbstbewusster geworden zu sein: So werden bei den Kommunalwahlen am 29. März insgesamt 30 Vertreter von Minderheiten als Bürgermeister oder Stadtrat kandidieren - so viele wie noch nie.
 
"Meine Freunde waren fassungslos"
 
Einer von ihnen ist Karun Kovan, ein armenischer Zahnarzt. Auch er tritt auf den Prinzeninseln an, und er tut dies ausgerechnet für die islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.
 
MEHR ÜBER...
Türkei AKP Recep Tayyip Erdogan Istanbul Abdullah Gül Armenier CHP
zu SPIEGEL WISSEN
 
"Meine Freunde waren fassungslos, als ich ihnen von meinem Entschluss erzählte", sagt er. "Aber waren es nicht die sogenannten Islamisten, die sich zum ersten Mal für die Rechte von uns einsetzten? Und warum sollte ich die Kemalisten wählen, wenn für diese Leute das Wort Armenier ein Schimpfwort ist?"
 
Kovan und viele andere türkische Armenier gaben bei den letzten Wahlen Erdogan ihre Stimme, weil sie ihm glaubten, dass er das Land in die EU führen wolle. Auch Etyen Mahçupyan, Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung "Agos" hatte aus dem gleichen Grund jüngst wieder eine Wahlempfehlung für die AKP ausgesprochen.
 
"Armenier in der Politik, das macht sich doch gut, oder?"
 
Die größte Oppositionspartei können sie jedenfalls schlecht wählen. Da hatte zum Beispiel die Abgeordnete von der kemalistischen Republikanischen Volkspartei (CHP), Canan Aritman, Staatspräsident Abdullah Gül beschimpft und ihn zum Ausdruck ihrer Verachtung als Sohn einer armenischen Mutter bezeichnet.
 
Als Gül daraufhin beleidigt erklärte, alle seine Vorfahren seien selbstverständlich Türken und Muslime gewesen, verlangte Aritman als Beweis ein DNA-Gutachten. "Unsäglich rassistisch" findet das der armenische Schriftsteller Raffi Hermonn - was ihn allerdings nicht daran hinderte, selber CHP-Mitglied zu werden, um für das Amt eines Stadtrats zu kandidieren.
 
Hermonn, 42, ein massiger Kerl mit Fünftagebart und Pferdeschwanz, ist einer der freisinnigsten Denker seiner Gemeinde. Er hat seine ganz eigene Erklärung dafür, dass die Minderheiten sichtbarer geworden sind: "Die alte armenische Bourgeoisie existiert nicht mehr. Deswegen sind wir keine Gefahr mehr für den türkischen Staat, und deswegen kann er sich jetzt sogar mit uns schmücken. Armenier in der Politik, das macht sich doch gut, oder?"
 
Beigetreten ist der Querdenker ausgerechnet der CHP, weil er deren Istanbuler Bürgermeisterkandidaten als einen der wenigen Liberalen in der Partei verehrt. Und er hofft, dass die AKP nach sieben Jahren Alleinherrschaft endlich wieder Konkurrenz bekommt.
 
Das wünscht sich auch Yusuf Bahar, der Mann von den Prinzeninseln. Er hält sich, was die eigene politische Zukunft betrifft, an sein Vorbild Obama. "Die Türkei sollte stolz sein, wenn jemand Erfolg hat, der einer Minderheit entstammt. Das wäre ein echter Demokratiebeweis für unser Land."
 
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,614581,00.html#ref=rss

Mit frühlingshaften Gedanken
oldFox


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 21. Mär 2009, 21:17
Lieber oldFox,
ich möchte nur die Aleviten als Beispiel nennen, die seit mehreren Jahrzehnten die CHP wählen und an deren Lage sich trotzdem nichts verändert hat. Wie soll man es verstehen, wenn Devlet Bahceli (Vorsitzender der MHP) davon spricht Newroz als offiziellen Feiertag anzuerkennen und gleichzeitig bei einem Wahlkampfauftritt Erdogan kritisiert, weil dieser es wagte, "die heilige türkische Nation durch 39 Ethnien zu teilen". Die gleiche Frage gilt Herrn Erdogan. Er spricht von "einem Land, einer Sprache, einer Fahne" und gleichzeitig erwartet er Beifall für TRT-6...?

Das sind keine Fortschritte, das ist die neue Dimension des Wahlbetrugs... Selbst die AKP versucht die Aleviten für sich zu gewinnen (Stichwort Madimak-Hotel, Kebaphaus, Museum)...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 26. Mär 2009, 21:54
Zitat
Türkische Regierungspartei versucht Kommunalwahlen zu manipulieren

Die türkische Regierungspartei AKP versucht offenbar, die bevorstehenden Kommunalwahlen am kommenden Sonntag zum Nachteil der kurdischen Bevölkerungsgruppe im Südosten des Landes zu manipulieren. Dafür liegen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen zahlreiche Hinweise vor. Die Menschenrechtsorganisation berichtete am Mittwoch, Polizei und Armee würden prokurdische Wahlveranstaltungen und prokurdische Wahlwerbung rigoros unterbinden. Wahlplakate würden abgerissen, jugendliche Wahlwerber seien geschlagen und misshandelt worden. Schließlich gäben staatliche Stellen zu erkennen, dass jede Kommune, in der die prokurdische Partei der Demokratischen Gesellschaft (DTP) die Wahl gewinnen sollte, von staatlichen Hilfen und Investitionen ausgeschlossen werde.

Außerdem gibt es nach Angaben der GfbV Streit über die Zahl der Wahlberechtigten. Waren es bei der Parlamentswahl vom Juli 2007 noch 42,6 Millionen, wird ihre Zahl jetzt von der obersten Wahlbehörde (YSK) mit 48,2 Millionen beziffert - eine Differenz von 5,6 Millionen. Die Wahlbehörden werden von kurdischen Oppositionspolitikern beschuldigt, Wählerlisten mit zahlreichen nicht existierenden Personen aufgestellt und wehrpflichtige Soldaten gezielt als Wähler in anderen Gemeinden gemeldet zu haben. In den 81 Provinzen der Türkei bewerben sich die Kandidaten von 19 Parteien um rund 200.000 Bürgermeister- und andere Gemeindeposten.

Die einflussreichste der beiden pro-kurdischen Parteien, DTP und HAK PAR, ist die DTP. Ihr Wahlmotto lautet: "Lasst uns 2009 zum Jahr der friedlichen Lösung der Kurdenfrage machen". Damit macht sie demokratische Mittel im Kampf für die nationalen Rechte der Kurden zum Programm. Die DTP ist in der Kurdenregion der einzige ernstzunehmende Konkurrent der regierenden AKP.

Die türkische Regierungspartei versucht, unterstützt von Armee und Medien, das Kurdengebiet mit allen Mitteln "neu zu erobern". Von ihr kommen widersprüchliche Signale. Einerseits hat sie Verbote gegen die kurdische Sprache und Kultur gelockert. Andererseits bedient sich Parteichef Recep Tayyip Erdogan extremer nationalistischer Aussagen, wie "Liebe es oder verlasse es" (Ya sev, ya terk et) oder "Ein Volk, eine Sprache, eine Fahne" und setzt so die "traditionelle" Politik der Unterdrückung der Kurden fort. Ferner missbraucht die AKP die Justiz, um kurdische Politiker mit einer Lawine von Gerichtsverfahren zu überrollen.. Prominente kurdische Politiker wie Leyla Zana, die gute Chancen hätten, gewählt zu werden, werden angeklagt und so an einer Kandidatur gehindert.

http://www.gfbv.it/2c-stampa/2009/090325de.html


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 27. Mär 2009, 12:07
Wahlimpressionen II - Newroz in Amed

Kommunalwahlen sind die eigentlichen Wahlen in Nordkurdistan.

Sanftes Rauschen der Lautsprecher weckt uns aus dem Schlaf. Aus dem DTP-Bus tönt es danach "Ew roja sala tezeye / Newroz hatiye / Cejna kevnê Kurde / bi xweşî hatiye". Es ist noch recht früh, als wir das Haus verlassen und kurdische Frauen, Männer und Kinder mit ihren Trachten stolz an den Bushaltestellen wartend sehen. Heute gibt es nur Newroz-Busse, heute  ... bitte hier weiterlesen (http://www.kurdmania.com/News-sid-Wahlkampf-Impressionen-aus-Amed-1015.html)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 27. Mär 2009, 13:07
danke ciwan für die einblicke in unsere schöne heimat.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 27. Mär 2009, 17:32
Wahlimpressionen II - Newroz in Amed

Kommunalwahlen sind die eigentlichen Wahlen in Nordkurdistan.

Sanftes Rauschen der Lautsprecher weckt uns aus dem Schlaf. Aus dem DTP-Bus tönt es danach "Ew roja sala tezeye / Newroz hatiye / Cejna kevnê Kurde / bi xweşî hatiye". Es ist noch recht früh, als wir das Haus verlassen und kurdische Frauen, Männer und Kinder mit ihren Trachten stolz an den Bushaltestellen wartend sehen. Heute gibt es nur Newroz-Busse, heute  ... bitte hier weiterlesen (http://www.kurdmania.com/News-sid-Wahlkampf-Impressionen-aus-Amed-1015.html)

Sehr schöner Text Ciwan. Es ist wirklich interessant aus erster Hand zu erfahren, wie die Lage vor Ort ist. Mich wundert es auch, wie offen die DTP Stellung zur PKK bezieht. Die kurdische Bewegung wird immer stärker und es fällt der Türkei zusehends schwerer etwas dagegen auszurichten. Selbst bei einem Verbot der DTP steht bereits eine Ersatzpartei bereit. Nun geht es nur noch darum das wahre Gesicht der AKP zu entlarven.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: welato am 27. Mär 2009, 17:53
2 sehr interessante Artikel


  Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/941183/)


  TAZ (http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/der-stern-von-premier-erdogan-sinkt/)


Ich bin sicher das die DTP sich Riha  und Wan auch holt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Emine79 am 27. Mär 2009, 21:16
Recht herzlichen Dank, CiWan für die interessanten und schönen Impressionen die Du mit uns teilst.
Ich hoffe doch, Du wirst weiterhin einen entspannenden Urlaub in der Heimat verbingen. Und viele, viele Menschen Kennenlernen und neue Eindrücke sammeln.
Weiterhin viel Spaß ...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 27. Mär 2009, 22:46
Nicht nur Öcalan-Bilder waren in Amed zu sehen, sondern u.a. auch eine schöne kurdische Nationalflagge in XXXXL:

(http://www.rojev.se/images/phocagallery/Newroz2009/thumbs/phoca_thumb_l_amed_17.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 13:55
zwar eine törkische tageszeitung,aber dafür auf englisch...

4 tote,einer in riha, 2 in amed/lice, und etliche verletze.

weiß nicht wo,aber glaube in botan oder mus wurde ein zur wahl gestellter bürgermeister entführt...hat wer infos?
hatten mit verwandtschaft telefoniert,in amed behindern törkische schergen die wahllokale.

wozu wahlen einführen wenn man doch nicht wählen lässt...

Zitat
Four killed and dozens injured in election-related clashes in Turkey
   
Four people were killed and nearly 50 others injured Sunday in election-related violence when opponent candidates and their supporters clashed in five separate provinces.

In the small village of Akziyaret of the southeastern province of Sanliurfa a candidate for village headman was shot dead as supporters for rival candidates attacked each other, private Dogan News Agency said. The fight left 12 other people wounded, the report added...


Quelle:  Hürriyet (http://www.hurriyet.com.tr/english/domestic/11315745.asp?gid=244)


Nach Rücksprache wurde die Quelle nachträglich eingefügt. Rewsen


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Miro am 29. Mär 2009, 14:48
Leyla Zana, die kurdische Bürgerrechtlerin und ehemalige Abgeordnete der  “Demokratischen Partei” (DEP) war heute nach mehr als 18 Jahren das erste mal wieder wählen.


(http://www.firatnews.com/wene/gallery/thumb/thumb728.jpg)


Nach ihrer Einzug in das türkische Nationalversammlung im Jahre 1991 und darauf folgender Haft von über 10 Jahren (weil sie sich für die Verständigung des türkischen und kurdischen Volkes eingesetzt hatte) wurde sie mit weiteren kurdischen Politikern zur mehrjährigen Haft verurteilt. Die Menschenrechtlerin kam mit drei weiteren kurdischen Abgeordneten erst im Jahre 2004 frei. Beim Gang zur Wahlurne sagte sie "sie wäre sehr aufgeregt nach so langer Zeit wieder wählen zu dürfen"


 Quelle ANF  (http://www.firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=5222)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 29. Mär 2009, 14:58
Nach meiner Recherche, erschwert durch ungenaue Ortsangaben der Quelle, wurde im Dorf mit dem trk. Namen Akziyaret (ca. 800 Einwohner)  im Kreis Qoser (trk. Kızıltepe), Provinz Mêrdîn, ein Kandidat für den Posten des Mukhtar von Konkurrenten erschossen und 12 weitere Einwohner verletzt. Über den/die Täter wird nichts ausgesagt.

2 Tote und 10 Verletzte soll es bei ähnlichen Auseinandersetzungen im Kreis Licê / Amed gegeben haben.

Ferner wurden in der Kreisstadt Pîrsûs (bzw. Sirûç, trk: Suruç), Provinz Riha (S.Urfa), 15 Menschen bei einer Wahlkampfveranstaltug angeschossen.

 Im Kreis Qaxizman (trk.: Kağızman) der Provinz Qers (trk.: Kars) wurden bei einem ähnlichen Streit eine Person getötet und 5 weitere verletzt.

In der Provinz Agirî (trk. Ağrı) gerieten Anhänger der etablierten trk. Parteien AKP und DP aneinander, wobei eine Person verletzt worden sein soll.

Die Quelle ist, wie die Provinzzuordnung des Kreises Qoser zeigt, nicht immer allzu zuverslässig

Quelle: gleiche wie beim Beitrag von Siyabendo.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Mär 2009, 15:03
Zur Erinnerung:
Die Wahlurnen haben in Nordkurdistan von 6 - 15 Uhr geöffnet, in den restlichen Provinzen von 6 - 16 Uhr (deutscher Uhrzeit). Somit dürften sich die ersten Stimmauswertungen auf Nordkurdistan konzentrieren. Das hohe Wahlrat (YSK) hat ein Berichterstattungsverbot für die türkischen Medien bis 17 Uhr (deutscher Uhrzeit) erteilt. Ab 17 Uhr dürfte man also die Auswertung live im türkischen TV mitverfolgen können.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 15:07
Ab 17 Uhr dürfte man also die Auswertung live im türkischen TV mitverfolgen können.

Soweit ich weiß, ist es dem nicht so. Die ersten Ergebnisse dürfen erst ab 21:00 (Zeitrechnung Istanbul) ausgestrahlt werden, ab 18:00 darf über die Wahlen berichtet werden. Es besteht aber die Möglichkeit für YSK, den Sendeverbot vorzeitig aufzuheben.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 16:05
Nun ist der Urnengang vorbei.

Es gibt aber weitere Berichte (http://www.diclehaber.com/) von Angriffen gegen die DTP. In meiner Heimatprovinz in Varto wurde der Chef der DTP-Ersatzpartei (BDP) Demir Çelik und vier weitere DTP-Wahlbeobachter mit einem Messer attackiert und verletzt worden.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Mär 2009, 17:21
Ab 17 Uhr dürfte man also die Auswertung live im türkischen TV mitverfolgen können.

Soweit ich weiß, ist es dem nicht so. Die ersten Ergebnisse dürfen erst ab 21:00 (Zeitrechnung Istanbul) ausgestrahlt werden, ab 18:00 darf über die Wahlen berichtet werden. Es besteht aber die Möglichkeit für YSK, den Sendeverbot vorzeitig aufzuheben.

Auf ATV laufen gerade erste Auswertungen  :D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 17:27
nach 2% der ausgezählten stimmen 72% - 24%,jedoch stand da nicht für welche partei...

in amed


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 17:32
Man munkelt darüber, dass die Wahlkommission den Sendeverbot in 30 Minuten aufhebt.
ShowTV zeigt gerade imposante Bilder aus Amed. Es haben sich viele 1000 Menschen vor der DTP-Zentrale versammelt.
Nach weiteren Infos steht das Wahlergebnis in Amed, Istanbul und Izmir fest (alle drei Städte ohne Überraschung, d.h.: Istanbul: AKP, Izmir: CHP, und Amed: DTP).

edit: DTP führt anscheinend mit über 60% in Amed


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 17:49
Kurzmeldungen über die aktuellen Ergebnisse gibt es hier (http://twitter.com/gosor)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Rasteme Zal am 29. Mär 2009, 18:27
Befinde mich gerade in Midyat! Nach den ersten Ergebnıssen:

DP: 44%
DTP: 33%
AKP: 16%
CHP: 0,08%
Anavatan: 0,25%


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 18:47
Bei Gundemonline könnt ihr auch Ergebnisse sehen:

http://www.gundem-online.com/secim2009/


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: aram am 29. Mär 2009, 19:03
Befinde mich gerade in Midyat! Nach den ersten Ergebnıssen:

DP: 44%
DTP: 33%
AKP: 16%
CHP: 0,08%
Anavatan: 0,25%


Wie schaft es eine kemalistische Partei 44 % in einer kurdischen Stadt zu erreichen?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 19:17
Sowie es aussieht, wird AKP in vielen Gebieten wieder gewinnen. Wenn Krieg in Kurdistan schlimmer wird, dann sind die Kurden
selbst schuld. Vor paar Jahren verkauften sie ihre Stimme ohne an diese Jugendliche die gerade sich auf den Bergen befinden zu denken und das alles kam mit Bomben zurück. Dann reden wir vom Frieden oder Freiheit, von so ein Volk wie kurdische Volk kann ich sowas erwarten das sie immer noch ihre Stimmen an AKP geben.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 19:20

Wie schaft es eine kemalistische Partei 44 % in einer kurdischen Stadt zu erreichen?

DP bzw. die ehemalige DYP hat tiefergehende Bindungen zu dortigen Stämmen.

Außerdem stimme ich dem nicht zu, dass wir an Stimmen verloren haben. Sowie es bislang aussieht, hat die DTP zwei weitere Städte dazugewonnen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Erkano am 29. Mär 2009, 19:25
So wie es aussieht hat sich die DTP nur etwas verbessert. In Mus gewinnt sie klar in diyarbakir, siirt, dersim genauso. Hoffe das das nicht alles ist von der DTP.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 19:32
So wie es aussieht hat sich die DTP nur etwas verbessert. In Mus gewinnt sie klar in diyarbakir, siirt, dersim genauso. Hoffe das das nicht alles ist von der DTP.


wie kommst du auf Mus? Necmettin Dede liegt dort bei 49%, 41%. Eine herbe Enttäuschung ist das für alle Musler.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 29. Mär 2009, 19:38
Die Menschen in Digor (Provinz Qers) haben das Massaker vom 14. August 1993 (http://www.gundem-online.com/haber.asp?haberid=41813) offenbar nicht vergessen. DTP führt mit über 40%.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: roj_evindar am 29. Mär 2009, 19:46
Kars ist ein verlorener Posten...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 19:50
Orangene Gebiete sind AKP und graue Gebiete sind von DTP...

http://www.ensonhaber.com/


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:01
die Wahlen lieber auf ntvmsnbc verfolgen:
http://secim2009.ntvmsnbc.com/default.htm
DTP ist pink, AKP orange


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 29. Mär 2009, 20:12
Kars ist ein verlorener Posten...

Die 3 Provinzen Erdêxan, Qers und Ixdir, die aus der Provinz Qers (Kars) hervorgegangen sind, sind ein ethnischer Flickenteppich. Nur Digor ist ethnisch homogen und daher stets DTP-Hochburg in der Region. Das Zentrum der Provinzhauptstadt Qers ist in den letzten Jahren zunehmend kurdisch geworden, das Potential das sich daraus ergibt kann allerdings aus Mangel an guten Kandidaten nicht ausgeschöpft werden . .


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 20:13
Habe bisher auf HaberTurk die Wahlen verfolgt. Danke Ciwan.

Mir dreht sich der Magen um, bei den bisherigen Ergebnissen.
Kurden waren, sind und bleiben nun Mal ... naja, ich sags lieber nicht..



Und Dersim sieht so einsam aus.. als einzig rosaner Fleck inmitten von gelben Flächen (-:





Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:17
DAS IST DER WAHNSINN.

In ÎDIR (IGDIR) liegen wir vorne!


6 Städte sind mehr oder weniger sicher, Sirnex steht stark unter Kippe und in Îdir sieht es gut aus.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 20:17
Habe bisher auf HaberTurk die Wahlen verfolgt. Danke Ciwan.

Mir dreht sich der Magen um, bei den bisherigen Ergebnissen.
Kurden waren, sind und bleiben nun Mal ... naja, ich sags lieber nicht..



Und Dersim sieht so einsam aus.. als einzig rosaner Fleck inmitten von gelben Flächen (-:





Naja,wenn ich mir diese Seite ansehe http://secim2009.ntvmsnbc.com/default.htm

Siehts eig garnicht mal so schlecht aus.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:22
Ich habe mit Muş telefoniert, sowie es aussieht, wurde AKP in den letzten Stunden durch die Hilfe durch Saadet Partisi und MHP unterstützt (Die SP- und MHP-Wähler unterstützten den AKP-Kandidaten Necmettin Dede). Es gab Auseinandersetzungen in der Stadt, die Zentralen der MHP und SP liegen in Trümmern.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 20:24

Boaaah das gibts ja nicht. In keiner einzigen Provinz in Dersim liegt die DTP vorne, nur in Mameki.
Ich krieg die Kriese. Und in meiner dummen Provinz (Mazgirt) liegt die EMEP vorne. Wie kann man so hirnlos sein und so eine unnötige, kleine, nichtszustandebringende Partei wählen?
Dumm unsere Leute echt..!



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Emine79 am 29. Mär 2009, 20:26
 Siliye
Hauptsache sie wählen nicht die CHP   :)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 20:27
Ich habe mit Muş telefoniert, sowie es aussieht, wurde AKP in den letzten Stunden die Hilfe durch Saadet Partisi und MHP unterstützt. Es gab Auseinandersetzungen in der Stadt, die Zentralen der MHP und SP liegen in Trümmern.

Was für eine Hilfe?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Soresger am 29. Mär 2009, 20:30
Ich habe mit Muş telefoniert, sowie es aussieht, wurde AKP in den letzten Stunden die Hilfe durch Saadet Partisi und MHP unterstützt. Es gab Auseinandersetzungen in der Stadt, die Zentralen der MHP und SP liegen in Trümmern.

Was für eine Hilfe?

Na, vermutlich haben sie ihre Stimmen an die AKP gegeben, bzw. ihre Anhänger zur Wahl der AKP aufgerufen. Wie sonst?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:31

Boaaah das gibts ja nicht. In keiner einzigen Provinz in Dersim liegt die DTP vorne, nur in Mameki.
Ich krieg die Kriese. Und in meiner dummen Provinz (Mazgirt) liegt die EMEP vorne. Wie kann man so hirnlos sein und so eine unnötige, kleine, nichtszustandebringende Partei wählen?
Dumm unsere Leute echt..!




Die EMEP hat dieses Mal zu viel gefordert. Die DTP unterstützte in Izmir zum größten Teil deren Kandidaten, aber sie pochten auf weitere Orte. Freuen wir uns aber für Edibe Şahin. Dêrsim gehört uns!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 20:35
Ich habe mit Muş telefoniert, sowie es aussieht, wurde AKP in den letzten Stunden die Hilfe durch Saadet Partisi und MHP unterstützt. Es gab Auseinandersetzungen in der Stadt, die Zentralen der MHP und SP liegen in Trümmern.

Was für eine Hilfe?

Na, vermutlich haben sie ihre Stimmen an die AKP gegeben, bzw. ihre Anhänger zur Wahl der AKP aufgerufen. Wie sonst?

kA,bin nicht sofort darauf gekommen <.<


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Mär 2009, 20:37
Was ist mit Murat Kur? Ich glaube, dass er der Grund ist für den Stimmverlust der DTP. Er ist offiziell ein "unabhängiger Kandidat", ich habe aber in verschiedenen Artikeln gelesen, dass die EMEP bei diesen Wahlen Murat Kur unterstützt, anstatt wie bei den vorherigen Wahlen die DTP. Leider weiß ich nicht, inwiefern dieses Gerücht wahr ist...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:40
Was ist mit Murat Kur? Ich glaube, dass er der Grund ist für den Stimmverlust der DTP. Er ist offiziell ein "unabhängiger Kandidat", ich habe aber in verschiedenen Artikeln gelesen, dass die EMEP bei diesen Wahlen Murat Kur unterstützt, anstatt wie bei den vorherigen Wahlen die DTP. Leider weiß ich nicht, inwiefern dieses Gerücht wahr ist...


Offiziell hat die EMEP die DTP unterstützt, aber so wie es aus der Region heißt, haben sich viele EMEPler nicht darangehalten. Aber das war abzusehen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwanro Kani am 29. Mär 2009, 20:46

DTP liegt in Dersim, Amed, Van, Batman und Colemerg vorne.  Alle anderen kurdischen Städte gehen an AKP, bis auf Sirnex wo es aber auch in Richtung AKP geht.

So in etwa habe ich es erwartet.
Einen Grund zum Feiern gibt es nicht wirklich.

Als Dersimer bin ich froh das mein Heimatort sich richtig entschieden hat.


Ps. Wieso wird wieder Dersim über diskutiert, und nicht über die anderen kurdischen Städte, z.B. Mus, Agri, Idir, Bitlis, Qers, Urfa oder Merdin wo DTP verloren hat?





Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 20:48

Und Batman und Siirt




Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 20:52
In Dersim hat DTP Xozat und Ovacik verloren..
Kein Wunder wenn dort nichts gut läuft wenn die Bevölkerung noch AKP und CHP gewinnt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 20:53
Ps. Wieso wird wieder Dersim über diskutiert, und nicht über die anderen kurdischen Städte, z.B. Mus, Agri, Idir, Bitlis, Qers, Urfa oder Merdin wo DTP verloren hat?

1.) Die Erwartungen an Dersim sind größer.
2.) Niemanden wundert es, dass in vielen kurdischen Gebieten die AKP vorne liegt. Da ist das Volk ja sowieso so Moe-fanatisch und das ist generell bekannt.
3.) Mus wurde kurz diskutiert und Dersim wurde auch kurz diskutiert. Ich habe mich im Forum öffentlich über Mazgirt empört und es wurde kurz Thema. Du kannst Dich auch gerne über etwas empören, und versprochen, es wird auch kurz Thema.
4.) Weshalb stört es Dich denn so sehr?
5.) Mit dieser Antwort habe ich hoffentlich mein gerade eben gegebenes Versprechen eingehalten!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 20:53

DTP liegt in Dersim, Amed, Van, Batman und Colemerg vorne.  Alle anderen kurdischen Städte gehen an AKP, bis auf Sirnex wo es aber auch in Richtung AKP geht.

So in etwa habe ich es erwartet.
Einen Grund zum Feiern gibt es nicht wirklich.

Als Dersimer bin ich froh das mein Heimatort sich richtig entschieden hat.


Ps. Wieso wird wieder Dersim über diskutiert, und nicht über die anderen kurdischen Städte, z.B. Mus, Agri, Idir, Bitlis, Qers, Urfa oder Merdin wo DTP verloren hat?


Was soll denn heißen? Wenn sich das Bild nicht zum Schlechten wandelt (Sêrt, Şirnex) haben wir drei weitere Städte hinzugewonnen. Außerdem wird hier nicht nur über Dêrsim diskutiert. Bedlîs, Agirî, Qers, Mêrdîn, Riha etc. sollten sich wirklich schämen, nicht aber Îdir, dort werden wir allem Anschein nach gewinnen.


Nachtrag: In Şirnex ist AKP gerade in Führung gegangen, 40% der Stimmauszählung fehlt noch.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 20:56
In Dersim hat DTP Xozat und Ovacik verloren..
Kein Wunder wenn dort nichts gut läuft wenn die Bevölkerung noch AKP und CHP gewinnt.


Also wie es in Hozat und Ovacik läuft, weiß ich ja nicht, aber die Tatsache, dass genau diese beiden Bezirke nicht die DTP voran gebracht haben, enttäuscht mich auch sehr. Von Pülümür (alles verlogene möchtegern Erzincanlis, dh Türken) und Cemisgezek (Moe-Fanatiker) war ohnehin nichts anderes zu erwarten..



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 20:57
sirnex führt grad wieder akp...

erdi meinte doch dass wenn seine partei unter 40% erhält,er aus der politik aussteigt oder,sind grad bei 39%...

riha haben wir nicht erst seit heute verloren.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: welato am 29. Mär 2009, 20:57
In meine Heimatstadt Batman liegt die DTP bei über 60%
Entäuscht hat mich Bitlis,Urfa Mardin ganz besonderes Mardin.  :'(
Und das es in Sirnak so Eng werden würde hätte ich nicht gedacht. Dachte immer das Sirnak
eine DTP und PKK Hochburg wäre.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 20:58
Mal abgesehen davon kann man Kars nicht wirklich als kurdische Stadt bezeichnen,weil dort wirklich sehr viele Azeris leben und auch Terekeme.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 29. Mär 2009, 20:59
Weiß jemand wer die "Unabhängigen" in Sanliurfa sind? Die liegen gerade 60% vor AKP und DTP?!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 21:01
Ist einer der sich von der AKP abgespalten hat.Mehr weiß ich zu dem Typ allerdings auch nicht : /


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 21:02
Weiß jemand wer die "Unabhängigen" in Sanliurfa sind? Die liegen gerade 60% vor AKP und DTP?!

Wenn du Unabhängigen Kandidat Esref Ahmet Fakibaba meinst, er ist ehemaliger AKPler..
Er wird von Saadet Partisi unterstützt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwanro Kani am 29. Mär 2009, 21:05
Wichtig ist die Stadt, die Bezirke spielen aus politischer Sicht keine besonders wichtige Rolle, ausserdem war die DTP in so einigen Bezirken kaum aktiv, in manchen wurde nicht einmal ein Kandidat aufgestellt.





Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 21:07
Weiß jemand wer die "Unabhängigen" in Sanliurfa sind? Die liegen gerade 60% vor AKP und DTP?!

Erdogan sagte über Riha, er könne auch seine Jacke aufstellen und würde gewinnen.  ;D
In Riha wurde dann der beliebte Fakibaba nicht aufgstellt und er ließ sich als Unabhängiger aufstellen wird aber ganz krass von SP unterstützt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: welato am 29. Mär 2009, 21:08
Weiß jemand wer die "Unabhängigen" in Sanliurfa sind? Die liegen gerade 60% vor AKP und DTP?!


Das sind Islamisten, Erbakans Gefolgsleute. Das sie so viele stimmen holten ist überraschend, dachte die BMGR und AKP Klauen sich gegenseitig die Stimmen und die DTP ist der lachende 3. . Naja falsch Gedacht.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 21:14


Wenigstens ist  in Suruc, die DTP vorne.. das ist erfreulich (-:





Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 29. Mär 2009, 21:16
Mal abgesehen davon kann man Kars nicht wirklich als kurdische Stadt bezeichnen,weil dort wirklich sehr viele Azeris leben und auch Terekeme.

Genau das wissen viele Kurden nicht. Manche düdüks, die sich zufällig Journalisten nennen inkl. ihrer treuen Leser, beginnen dann wieder mit den Sprüchen "kürtler haindir" und behaupten in ihren Selbsthass-Orgien sogar, die Kurden wären unter den MHPlern sogar die schlimmsten Faschisten.

ps: Im "verlorenen Posten" ist die DTP in zwei Städten vorne: Kaxızman  (http://ku.wikipedia.org/wiki/Kaxizman) und Digor


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 21:16
weiß jemand was in sirnex war?
haben in jedem bezirk gewonnen,auch in der stadt,aber in einer provinz haben sie keinen kandidaten aufgestellt,dort haben sich akp und unabhängigen die 100% geteilt,daher das überraschende ergebnis,weiß jemand mehr?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 21:17
Das Volk feiert in Colemerg (Şemdinli,Yüksekova)..

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18423.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18424.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18425.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18426.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18427.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18428.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18429.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18430.jpg)

(http://www.yuksekovahaber.com/images/news/18431.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Pazarcik46 am 29. Mär 2009, 21:18
evar xwes,

Maras, Bazarcix No Comment. Ist und war sowieso nie eine kurdische Stadt.

Aber stolz bin auf die Städte Amed, Dersim, Batman, Van, Igdir und Hakkari(80%!) Hammer. Her bijî!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 21:22
Was ich einfach nicht fassen kann ist das in Sirnak die AKP so verdammt viele Stimmen bekommt.Eine Stadt in der so viele Menschen gestorben sind durch die Türkische Regierung,das ist einfach unglaublich


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 21:24
weiß jemand was in sirnex war?
haben in jedem bezirk gewonnen,auch in der stadt,aber in einer provinz haben sie keinen kandidaten aufgestellt,dort haben sich akp und unabhängigen die 100% geteilt,daher das überraschende ergebnis,weiß jemand mehr?

Du meinst sicher Güclükonak. Das ist eine Korucu-Hochburg (bei den letzten Wahlen hatten wir dort 0,3% geholt). Wenn die DTP Şirnex nicht holt, wird das ein Nachspiel haben, das steht fest.

In Şirnex überrascht vor allem, dass SP und die anderen so schwach sind. DTP hat ihre Stimmen um 6% erhöht, aber wir haben ja am Beispiel von Muş gesehen, dass Parteien durch ein antikurdisches Bündnis eine Stadt gewinnen kann.


NACHTRAG: IN ŞIRNEX SIND WIR WIEDER VORNE (4%), in SÊRT hat sich der Abstand zwischen uns und AKP auf 2,5 erhöht (97% ist ausgezählt)



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 21:25
Mal abgesehen davon kann man Kars nicht wirklich als kurdische Stadt bezeichnen,weil dort wirklich sehr viele Azeris leben und auch Terekeme.

Genau das wissen viele Kurden nicht. Manche düdüks, die sich zufällig Journalisten nennen inkl. ihrer treuen Leser, beginnen dann wieder mit den Sprüchen "kürtler haindir" und behaupten in ihren Selbsthass-Orgien sogar, die Kurden wären unter den MHPlern sogar die schlimmsten Faschisten.

ps: Im "verlorenen Posten" ist die DTP in zwei Städten vorne: Kaxızman  (http://ku.wikipedia.org/wiki/Kaxizman) und Digor

Bei Kars muss ich allerdings dazu sagen,dass mich Sarikamis sehr enttäuscht hat.Dort leben so viele Kurden und nur 8 % für die DTP.Arpacay (Meine Heimat^^) war sowieso abzusehen,da dort kaum Kurden leben.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 21:27
In Sirnex und in Merdin leben auch Korucis (Banditen) und immer wieder gibt es Kurden die an AKP glauben wegen Religion..
Wenn kurdische Volk immer noch so blind ist wunder ich mich garnicht das AKP gewinnt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: GulaAmede am 29. Mär 2009, 21:30
Das schlimmste ist das Hasankeyf in AKPs Hand ist, das liegt dadran das da viele Araber leben genauso wie in Mardin.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Siliye am 29. Mär 2009, 21:40

Wann sind die Wahlen eigentlich zu Ende?
Mag noch schlafen gehen heute )-:



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 21:44
nach knapp 60% der auszählung liegt die dtp bei nem gesamtergebnis von knapp 6%,im vergleich zu 2004 3 städte dazugewonnen,sert,wan und igdir.

gegen 18uhr lag dtp bei 11%,die stimmen werden von ost nach west ausgezählt,daher der absturz.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 21:50
Nach Telefonaten mit Freunden aus Îdir, Şirnex und Sêrt bin ich mir nun sicher, dass DTP in diesen Städten gewinnen wird. Die Stimmung dort ist klasse.

In Van sind Zehntausende auf den Straßen. Amed lebt einen zweiten Newroz. Wir haben drei Städte dazuerobert.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: welato am 29. Mär 2009, 21:52
Das schlimmste ist das Hasankeyf in AKPs Hand ist, das liegt dadran das da viele Araber leben genauso wie in Mardin.
In Sert leben auch viele Araber trotzdem hat die DTP gewonnen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 29. Mär 2009, 21:53
@Tread

Ich habe eben gehört, dass sechs Menschen gestorben sind - oder besser gesagt getötet worden sind. Was wisst ihr diesbezüglich?



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 21:56
@Tread

Ich habe eben gehört, dass sechs Menschen gestorben sind - oder besser gesagt getötet worden sind. Was wisst ihr diesbezüglich?



Das sind Bauern gewesen, die bei den Wahlen zum Gemeindevorsteher die Waffen sprechen lassen wollten, also nichts wirklich Politisches. Es gab in den verschiedensten Dörfern (vor allem in den kurdischen Dörfern, aber auch türkische Ortschaften wie Afyon) fünf Tote und über 100 Verletzte.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 29. Mär 2009, 21:59
Nach Telefonaten mit Freunden aus Îdir, Şirnex und Sêrt bin ich mir nun sicher, dass DTP in diesen Städten gewinnen wird. Die Stimmung dort ist klasse.

In Van sind Zehntausende auf den Straßen. Amed lebt einen zweiten Newroz. Wir haben drei Städte dazuerobert.

Ich wusste nicht, dass IGDIR eine Hochburg der DTP war -ich dachte immer, dass dort ausschließlich Azeris leben.

Urfa und Mardin, die zwei wichtigen Städte, wie auch kultureller und religöser Hinsicht, wenn wir nur diese zwei Städte für uns erobern könnten, dann hätten wir es geschafft - aber dank den neuen Filmen, den Serien, siedeln sich immer mehr Türken an.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 22:03

Urfa und Mardin, die zwei wichtigen Städte, wie auch kultureller und religöser Hinsicht und wenn wir diese zwei Städte für uns erobern könnten, dann hätten wir es geschafft - aber dank den neuen Filmen, den Serien, siedeln sich immer mehr Türken an.

In Mêrdîn haben wir nur wegen 1500 Stimmen verloren und Riha ist eine traditionell tribalistische Stadt, die geben dem ihre Stimmen, der die besten Posten und das Meiste Geld gibt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 29. Mär 2009, 22:09
Riha (Urfa) war schon immer unzuverlässig für mich, was peinlichste ist hat CHP in Halfeti gewonnen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 22:11
Riha (Urfa) war schon immer unzuverlässig für mich, was peinlichste ist hat CHP in Halfeti gewonnen.

In Halfetî sind erst 5% der Stimmen ausgezählt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 29. Mär 2009, 22:13
Der istanbuler Bürgermeisterkandidat der CHP, Kilicdaroglu, wirft der Regierung gerade in einer Live-Schaltung Manipulation vor.

Demnach sollen u.a. in Istanbul und Ankara mehrere Stromnetze ausgefallen sein, die auch so einige Server lahmgelegt haben und somit falsche Prognosen veröffentlicht wurden.



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 29. Mär 2009, 22:16
@Tread

Ich habe eben gehört, dass sechs Menschen gestorben sind - oder besser gesagt getötet worden sind. Was wisst ihr diesbezüglich?



In den Nachrichten kam auch kurz eine Meldung über zwei tote Kandidaten aus Antalya/ Manavgat. Genaueres dazu konnte ich aber nicht finden.

Und in Midyat soll es, nach Bekanntwerden des DP-Sieges, zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen DTP-Anhängern und der Polizei gekommen sein.

http://www.cnnturk.com/2009/turkiye/03/29/midyatta.dtpliler.polisle.catisti/520024.0/index.html


Edit: Nicht der Wahlsieg der DTP war gemeint, sondern der der DP. Die DTP hat Wahlmanipulation vorgeworfen, da ganze 5 Wahlurnen nicht gezählt worden sein sollen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 29. Mär 2009, 22:17
Der istanbuler Bürgermeisterkandidat der CHP, Kilicdaroglu, wirft der Regierung gerade in einer Live-Schaltung Manipulation vor.

Demnach sollen u.a. in Istanbul und Ankara mehrere Stromnetze ausgefallen sein, die auch so einige Server lahmgelegt haben und somit falsche Prognosen veröffentlicht wurden.




In Istanbul vielleicht nicht, aber in Ankara besteht die Möglichkeit für Karayalcin, den unbeliebten Melih Gökcek abzulösen, aber so wie man M. Gökcek kennt, wird er versuchen alles in seiner Macht stehende zu tun, um zu gewinnen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Djohar am 29. Mär 2009, 22:19

Urfa und Mardin, die zwei wichtigen Städte, wie auch kultureller und religöser Hinsicht und wenn wir diese zwei Städte für uns erobern könnten, dann hätten wir es geschafft - aber dank den neuen Filmen, den Serien, siedeln sich immer mehr Türken an.

In Mêrdîn haben wir nur wegen 1500 Stimmen verloren und Riha ist eine traditionell tribalistische Stadt, die geben dem ihre Stimmen, der die besten Posten und das Meiste Geld gibt.

So ist es.Urfa wird die DTP wegen den 2 großen Stämmen (Bucak und den Namen von dem anderen habe ich gerade vergessen) niemals einnehmen können.Beide sind auf der Seite vom türkischen Staat.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 22:21
@miran

du meinst wegen des sieges der DP und nicht der dtp :)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 29. Mär 2009, 22:23
Du hast recht, habe es gerade editiert.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 29. Mär 2009, 22:29
@Ciwan
Laut eigenen Aussagen der CHP, liegen sie in Istanbul und Ankara vorne. Ob dies auch auch im Endergebnis eintreffen wird, ist natürlich eine andere Frage. Zudem hat die CHP die MHP-Hochburg in Adana wahrscheinlich eingenommen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 29. Mär 2009, 22:31

Urfa und Mardin, die zwei wichtigen Städte, wie auch kultureller und religöser Hinsicht und wenn wir diese zwei Städte für uns erobern könnten, dann hätten wir es geschafft - aber dank den neuen Filmen, den Serien, siedeln sich immer mehr Türken an.

In Mêrdîn haben wir nur wegen 1500 Stimmen verloren und Riha ist eine traditionell tribalistische Stadt, die geben dem ihre Stimmen, der die besten Posten und das Meiste Geld gibt.

Letztens im TV war so ein AGA oder Scheikh, der meinte:"Wenn ich meine Stimme der AKP gebe, dann geben meine "Gefolgsleute" auch ihre Stimme der AKP", daraufhin wurde ein bemitleidender Lakai des Agas gefragt, der neben ihm stand und er erwiderte im schlechten türkisch: "Ich gebe da meine Stimme, wo mein Scheikh/Aga sagt", plötzlich schwenkt noch einmal der Kameramann seine Kamera auf den Aga/Scheiks, der dann sagte:" Ich bin nicht mit AKP zufrieden... ich glaube ich gebe meine Stimme der MHP"

Ich habe mich so Kaputt gelacht ;D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 22:34
dass die akp viele stimmen verloren hat liegt nicht unbedingt an den wirtschaftlichen folgen,ich glaube eher dass das damit zu tun hat dass er den kurden "entgegengekommen" ist,das hat vielen türken nicht geschmeckt,was auch erklärt warum die mhp 5 städte und 50 provinzen dazugewonnen hat.

allein in ankara hat mhp einen zuwachs von über 20%,man stelle sich mal vor in berlin erreiche die npd knapp 30%...

ich weiß dass die kurden in erzincan schon lange assimiliert sind,aber wenn ich sehe wie stark dort die mhp vertreten ist wird mir schlecht,in tercan haben sie 57%,schon n starkes stück.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 29. Mär 2009, 22:50
Was ist eigentlich mit Pazarcik?

Wie haben die dort gestimmt?




Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 29. Mär 2009, 23:13
Der Bürgermeisterkandidat der MHP in Ankara, Mansur Yavas, äusserte eben die selben Vorwürfe wie Kilicdaroglu in Istanbul. Ständige Stromausfälle und zudem sollen in Ankara Wahlurnen geklaut worden sein.

Wenn noch mehr solcher Meldungen kommen, kann man das Ergebnis der Wahl wohl anzweifeln.

Alle Bananenrepubliken lassen grüssen!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 29. Mär 2009, 23:32
Was ist eigentlich mit Pazarcik?

Wie haben die dort gestimmt?


chp 34,63
mhp 32,00
akp 31,99
dtp 0,56


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwanro Kani am 29. Mär 2009, 23:56


Zitat
ich weiß dass die kurden in erzincan schon lange assimiliert sind,aber wenn ich sehe wie stark dort die mhp vertreten ist wird mir schlecht,in tercan haben sie 57%,schon n starkes stück.


Die einheimischen Kurden Erzincans machen gerada mal 7-8% Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Erzincan ist wie Erzurum und Elaziz eine Hochburg des türksichen Faschismus. Was die Assimlierung anbetrifft gebe ich dir recht, wobei in Refahiye und dieser Gegend durchaus patriotische Kurden leben.


Zitat
Was ist eigentlich mit Pazarcik?

Wie haben die dort gestimmt?


chp 34,63
mhp 32,00
akp 31,99
dtp 0,56

Die 34% der CHP sind die Stimmen der Kurden aus Pazarcik. Ich finde das bissel dubios, in Europa sind sie meist PKK-Sympathisanten, in Pazarcik CHPler. Wie kommt dieser plötzliche Sinneswandel, sobald sie in Europa sind, etwa wegen Asyl?



Zitat
Der istanbuler Bürgermeisterkandidat der CHP, Kilicdaroglu, wirft der Regierung gerade in einer Live-Schaltung Manipulation vor.

Demnach sollen u.a. in Istanbul und Ankara mehrere Stromnetze ausgefallen sein, die auch so einige Server lahmgelegt haben und somit falsche Prognosen veröffentlicht wurden.


Die CHP hatte bei den letzten Kommunalwahlen in Istanbul 18-20% geholt. Diesmal durch die Präsenz von Kilicdaroglu und mediale Unterstützung liegt die CHP bei 39%.
Wenn ich Kilicdaroglu sehe, wird mir übel, ich würde lieber ein Stinktier wählen, als diesen cewto. Einer der seine Idenität leugnet und die Mörder Dersims feiert, sollte nicht Bürgermeister, sondern Häftling werden.






Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 00:04
http://www.hurriyet.com.tr/gundem/11319351.asp?gid=229

Hier sagt Kerdogan was über Sirnex,Amed,Colemerg. Ich musste lachen als ich las..
Er sagt "Wir haben das alles nicht als Identität-Politik gesehn sondern als Werkpolitik. Also
Städte modernisieren und dafür Stimmen kriegen. Unser erstes Ziel war das, aber wir haben gesehn
das es nicht wirksam ist, hier war Identitätspolitik stärker.. "

Wir haben Amed,Dersim,Sirnex,Siirt,Colemerg,Igdir,Wan gewonnen
12 Kandidatinnen von DTP sind Bürgermeisterin geworden..
Wenigstens hat Kerdogan Amed,Batman,Dersim,Sirnex nicht gewonnen..
Hätte er Amed gewonnen würde er sagen das er Vertreter der Kurden ist.

Gewonnene Gebiete von DTP

Merdin "Derik,Dargecit,Kiziltepe,Niseybin,Mazidagi"

Wan "Wan-Zentrum, Baskale,Muradiye,Özalp,"

Agiri "Diyadin,Dogubeyazit,Patnos,"

Igdir "Igdir-Zentrum"

Qers "Digor,Kagizman"

Riha "Suruc"

Dersim "Dersim-Zentrum"

Batman "Batman-Zentrum,Gercüs,Kozluk"

Siirt "Siirt-Zentrum,Eruh,Kurtalan"

Bitlis "Güroymak,Tatvan"

Colemerg "Colemerg-Zentrum,Cukurca,Semdinli,Yüksekova,"

Cewlig "Karliova"

In Mersin "Akdeniz" ist DTP vorne..


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 30. Mär 2009, 00:08


Zitat
ich weiß dass die kurden in erzincan schon lange assimiliert sind,aber wenn ich sehe wie stark dort die mhp vertreten ist wird mir schlecht,in tercan haben sie 57%,schon n starkes stück.


Die einheimischen Kurden Erzincans machen gerada mal 7-8% Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Erzincan ist wie Erzurum und Elaziz eine Hochburg des türksichen Faschismus. Was die Assimlierung anbetrifft gebe ich dir recht, wobei in Refahiye und dieser Gegend durchaus patriotische Kurden leben.


Zitat
Was ist eigentlich mit Pazarcik?

Wie haben die dort gestimmt?


chp 34,63
mhp 32,00
akp 31,99
dtp 0,56

Die 34% der CHP sind die Stimmen der Kurden aus Pazarcik. Ich finde das bissel dubios, in Europa sind sie meist PKK-Sympathisanten, in Pazarcik CHPler. Wie kommt dieser plötzliche Sinneswandel, sobald sie in Europa sind, etwa wegen Asyl?



Zitat
Der istanbuler Bürgermeisterkandidat der CHP, Kilicdaroglu, wirft der Regierung gerade in einer Live-Schaltung Manipulation vor.

Demnach sollen u.a. in Istanbul und Ankara mehrere Stromnetze ausgefallen sein, die auch so einige Server lahmgelegt haben und somit falsche Prognosen veröffentlicht wurden.


Die CHP hatte bei den letzten Kommunalwahlen in Istanbul 18-20% geholt. Diesmal durch die Präsenz von Kilicdaroglu und mediale Unterstützung liegt die CHP bei 39%.
Wenn ich Kilicdaroglu sehe, wird mir übel, ich würde lieber ein Stinktier wählen, als diesen cewto. Einer der seine Identität leugnet und die Mörder Dersims feiert, sollte nicht Bürgermeister, sondern Häftling werden.






Also ich würde es anders sagen. Ich finde, dass so ein großartiger Politiker wie er in der DTP keine Chance hätte und er leugnet seine Identität auch nicht. Er sieht sich als einen alevitischen Kurden. Und es gab weitaus schlimmere Verräter in der kurdischen Geschichte, sogar welche, die aus Améd stammen.

Ich finde, dass er ein guter Verräter ist. Besser als die ganzen AKP-Verräter


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 30. Mär 2009, 00:10
http://www.hurriyet.com.tr/gundem/11319351.asp?gid=229

Hier sagt Kerdogan was über Sirnex,Amed,Colemerg. Ich musste lachen als ich las..
Er sagt "Wir haben das alles nicht als Identität-Politik gesehn sondern als Werkpolitik. Also
Städte modernisieren und dafür Stimmen kriegen. Unser erstes Ziel war das, aber wir haben gesehn
das es nicht wirksam ist, hier war Identitätspolitik stärker.. "

Wir haben Amed,Dersim,Sirnex,Siirt,Colemerg,Igdir,Wan gewonnen
12 Kandidatinnen von DTP sind Bürgermeisterin geworden..
Wenigstens hat Kerdogan Amed,Batman,Dersim,Sirnex nicht gewonnen..
Hätte er Amed gewonnen würde er sagen das er Vertreter der Kurden ist.

Gewonnene Gebiete von DTP

Merdin "Derik,Dargecit,Kiziltepe,Niseybin,Mazidagi"

Wan "Wan-Zentrum, Baskale,Muradiye,Özalp,"

Agiri "Diyadin,Dogubeyazit,Patnos,"

Igdir "Igdir-Zentrum"

Qers "Digor,Kagizman"

Riha "Suruc"

Dersim "Dersim-Zentrum"

Batman "Batman-Zentrum,Gercüs,Kozluk"

Siirt "Siirt-Zentrum,Eruh,Kurtalan"

Bitlis "Güroymak,Tatvan"

Colemerg "Colemerg-Zentrum,Cukurca,Semdinli,Yüksekova,"

Cewlig "Karliova"

Die eroberten gebiete sollten mehr im Vordergrund stehen.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 00:14
In Istanbul haben auch manche Kurden Kilicdaroglu gewählt.
Ein Kurde der Uni geht fragte ihn was er über Dersim 38 denkt, er sagte das er davon nicht weis und leugnete es.

In Amed sind türkische Polizisten gegen Kurden vorgegangen und eine Frau ist jetzt schwer verletzt und
liegt im Krankenhaus.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 30. Mär 2009, 00:50
Ich finde, dass er ein guter Verräter ist. Besser als die ganzen AKP-Verräter

.. ist jetzt nicht dein Ernst, oder?

Der Kemalismus in Original ist also besser als das "Update" des Kemalismus. Aysel Tuktuk lässt grüßen ...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salman46 am 30. Mär 2009, 01:05
Ich finde, dass er ein guter Verräter ist. Besser als die ganzen AKP-Verräter

.. ist jetzt nicht dein Ernst, oder?

Der Kemalismus in Original ist also besser als das "Update" des Kemalismus. Aysel Tuktuk lässt grüßen ...


Er hat öffentlich zugegeben das er Kurde und Alevit ist. Also ist er kein Hardcore-Kemalist.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 30. Mär 2009, 02:12
Wir haben drei Städte hinzugewonnen und in fünf weiteren Städten bewiesen, dass wir das Potenzial haben, sie zu gewinnen. Zum Schluss hat uns sogar die freudige Nachricht aus Akdeniz, der größten Provinz von Mersin erreicht, das ist sehr schön. Die lieben KurdInnen in Gölyazı (Konya) dürfen wir natürlich nicht vergessen, auch sie haben ihre Stimme sich selbst geben. Heute haben die Kurden gewonnen, heute hat Kurdistan gewonnen.



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 30. Mär 2009, 02:34
Die gesicherten Endergebnisse werden wir erst Montag vormittag erhalten. Im Augenblick bringen die Wahlticker der einzelnen Zeitungen keine Updates mehr. Nach dem letzten Stand bei "Radikal" hat DTP Aussicht auf bis zu 61 Rathäuser, davon wurden, davon sieht "Radikal" 58 DTP-BürgermeisterInnen als gesichert an, "Zaman" aber nur 51. In einigen Kreisstädten ist aber noch einiges offen. Und dabei sind die vielen Dorfvorsteher natürlich nicht berücksichtigt. Wegen der Konzentration auf die nordkurdischen Gebiete schlägt sich das aber nur mit knapp 2 Millionen Stimmen republikweit als 4,9 % Ergebnis nieder. Und weil Stenbol wohl die Bevölkerungszusammensetzung der Republik wiederspiegelt, konnte Akin Birdal dort auch nur 4,8 % der Stimmen holen, immerhin gut 310128.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 30. Mär 2009, 03:57
Aus "Hürriyet Daily News":
Zitat
In the southeast Anatolia, where the AKP was pushing hard to get the municipalities from DTP, it failed to succeed. On the contrary, the DTP seems to have increased its political visibility in the region where the AKP distributed social aid to the poor just before the elections. In addition, neither the government’s initiative of the start of Kurdish broadcasting on state TV (TRT-6) nor its recent attempts to extend an olive branch to Iraqi Kurds for cooperation produced sufficient results for the AKP.

deutsch: In Südostanatolien, wo die AKP hart am Ball war um die Gemeindeverwaltungen der DTP zu gewinnen, ist sie erfolglos geblieben. Im Gegenteil, die DTP scheint ihre politische Sichtbarkeit verstärkt zu haben ein der Region wo die AKP vor der Wahl Sozialhilfe and die Armen verteilt hatte. Zusätzlich konnte weder die Regierungsinitiative zur Einführung kurdischen Fernsehens (TRT 6) noch die kürzlichen Versuche den irakischen Kurden einen Olivenzweig für Zusammenarbeit zu reichen ausreichende Resultate für die AKP einfahren.


Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung!  8)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salar am 30. Mär 2009, 04:26
Ich habe die Wahlen von anfang an mit verfolgt und muss sagen, Ich bin positiv überracht über manch ein Gebiet.
z.B. wer hätte gedacht das Gebiete wie Bitlis Bingöl  die Dtp kennen.Ich erinner an die Wahlen 2007 bei denen 80% der stimmen an die Akp gingen mit dem Ergebniss den die Dtp heute dort erzielt hat haben so manche Gebiete bewiesen das sie doch noch nicht so verloren sind. Dtp giing zwar nicht als Sieger heraus aber als Starker 2 platzierter mit c.a 35% die sie der Akp weg genommen haben.Diese Ergebnisse zeigen mir das in solchen Gebieten mehr zu holen ist, wenn man sich auch um diese Gebiete kümmert. Das Orte wie Erzincan Maras u.s.w. schon lange verloren sind ist jedem bekannt und muss nicht mehr drüber diskutiert werden. Ich finde bei den heutigen Wahlen hat sich auch gut abgezeichnet welche Gebiete wirklich Irgenwann mal zu einem Kurdistan im Norden gehören werden welche nicht.Ich habe eine Karte hier von dem ich denke das sie die Grenze in etwas sein wird,mit vllt etwas zuwachs vom Südwesten (teil Urfa)

(http://www.bilder-space.de/thumb/30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG) (http://www.bilder-space.de/show.php?file=30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Spielverderber am 30. Mär 2009, 07:15
Tut mir leid, das zu sagen, aber eines der Gründe für das relativ schlechte Abschneiden der DTP wird ihre verhältnismäßig hohe Frauenquote sein. Die Kurden (die DTP) täten gut daran, in Kurdistan erst mal politisch mehr Fuß zu fassen - DANN erst Maßnahmen zu treffen, die die Modernisierung in die doch sehr konservative kurdische Gesellschaft bringen.

Im Vergleich zu den anderen Parteien ist die Frauenquote in der DTP nämlich sehr hoch (40%), was in der kurdischen Bevölkerung für m. E. unnötige Irritierungen sorgt. Klingt natürlich nicht schön für die Frauen unserer Gesellschaft, lässt sich aber auch nur wenn durch gezielte Politik und vor allem mit viel Zeit ändern.

Versteht mich nicht falsch, ich bin der Letzte, der den kurdischen Frauen, die für ihr Recht so viel geopfert haben und opfern, die aktive, politische Beteiligung nicht gönnt. Nichtsdestotrotz sollten wir unsere Lage nüchtern und mit kühlem, berechnendem Kopf beurteilen und konsequent auf unserem Weg in Richtung Besserung voran schreiten.

Was haltet Ihr davon?

Ey ihr Patrioten Kurdistan's... Ich liebe Euch alle...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 30. Mär 2009, 07:22
Wahlergebnisse: AMED

In Amed  hat die DTP in 14 von 17 Wahlbezirken triumphiert und ist mit 67 %, die mit Abstand stärkste Partei. Osman Baydemir wurde wieder zum Oberbürgermeister von Amed gewählt. Stärkster Bezirk in Amed ist die PKK Hochburg Licê :)



A M E D:

Amed: DTP
Osman Baydemir


Licê:
DTP 80,2 %
Fikriye Aytin


Bismil:
DTP 70,6 %
Cemile Eminoğlu


Baglar:
DTP 70 %
Yüksel Baran


Farqîn:
DTP 68,2 %
Fadıl Erdede


Sur:
DTP 63,9 %
Abdullah Demirbaş


Kayapınar:
DTP 63,1 %
Zülküf Karatekin


Çınar:
DTP  60,1 %
Ahmet Cengiz 


Yenişehir:
DTP 57,1 %
Selim Kurbanoğlu


Erxenî:
DTP 56,1 %
Fesih Yalçın


Hênê:
DTP 52,6 %
Abdurrahman Zuğurlu


Pîran:

DTP 50,2 %
Mustafa Uyguner


Gelê:
DTP
   

Karazê:
DTP 50 %
Remzi Çallı


Pasûr:

DTP 47 %
M.Nesim Şimşek

------------------------------------------------------------------------------------

Çêrmûg:
DSP
Mehmet Akdağ
[In diesem Bezirk leben ausschließlich Staatstreue Zaza’s]

Sankus:
CHP
Mehmet Geçitli
[Auch hier leben ausschließlich Staatreue Zaza’s.]

Hezro:
AKP
Fethullah Mehmetoğlu
[In diesem Bezirk geht man von einem Wahlbetrug seitens der AKP aus]






Ich gratuliere der DTP zu ihrem Wahlerfolg in Amed. Die AKP etc. konnte trotz Koran-Missbrauch sich in kaum einem Bezirk in Amed behaupten und die toten Menschen die sie auferstehen ließ, damit sie die AKP wählen, haben auch nicht viel gebracht. Auch der Skandal um die Registrierung von Hundertern von Türkische Soldaten in einem Kuhstall in Licê haben ihre Wirkung verfehlt. Wie war das noch mal Herr Kerdogan, Sie möchten Amed erobern ?

AMED GEHÖRT UNS ...Biji Kurd û Kurdistan !!!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 30. Mär 2009, 07:58
erdi kann den leuten in amed auch die nächsten lottozahlen verraten,trotzdem bekommt er amed nicht,schon garnicht lice.
ich bin froh dass mein geburtsort cinar wieder in händen der dtp ist,sah die letzten jahre aus.
hast recht,in cermig leben hauptsächlich kirmanckisprechende kurden,ist wohl auch ein grund.umso mehr freuen mich die ergebnisse aus varto,hauptsächlich kirmancki.
bei telefonaten gestern in die heimat war es nicht ganz einfach,da auf den straßen gefeiert wurde und ständige autorkosos  :)

@spielverderber
nein,ich bin dafür die frauenquote beizubehalten,allein wegen unserer bewegung und unseren ganzen dayes,natürlich schaden kompetente männer nicht,die sind aber lieber bei der akp,wenn man schon mit ehrenmorden und frauenrechten konfrontiert wird,dann kann man stolz die frauenquote in der politik und die damals erste weibliche bürgermeisterin der tr hochhalten  :)
mit baydemir,ahmet türk,hasim kaplan,demirtas etc haben wir finde ich einige gute männer ganz oben.das zauberwort hier ist "aufklärung" und das können frauen besser als männer,die in der heimat sich auch viel für die frauen einsetzen und organisiert,wenn ein kurde vernünftig aufgeklärt wird und ihm die weltanschauung etwas verdeutlicht wird,ist ihm auch egal ob er eine frau oder einen mann wählt.und nicht zu vergessen dass es für die kurdischen mädchen ein ansporn ist wenn eine geschlechtsgenossin oben steht.

das gesamtergebnis im vergleich zu einer parlamentswahl trügt etwas,bei kommunalwahlen wird meist anders gewählt als bei parlamentswahlen,wenns darum gehen würde die dtp nicht ins rathaus schicken,sondern ins parlament,dann würden auch die kurden im westen der dtp ihre stimme geben,da sie wohl den kandidaten das rathaus nicht zugetraut haben,zugetraut im sinne von stimmen,haben sie eine türkische partei gewählt,und ich gehe davon aus dass diesmal viele kurden die chp gewählt haben anstatt die akp.
ist auch in deutschland gut zu beobachten,hier gibts einige orte in denen die spd der cdu seit jahren keine konkurrenz ist bei bundestagswahlen,aber besitzen trotzdem die rathäuser,bsp.münchen.

glaube dtp hat den denkzettel von der letzten parlamentswahl verstanden,haben sich daher auch ins zeug gelegt und einen starken wahlkampf abgeliefert,bitte weiter so.
wir können uns bis zu den parlamentswahlen wohl auf viele zugeständnisse von erdi freuen,und wieder soll es für unsere bevölkerung in der heimat heißen,nimmt ruhig alles an,aber gibt dafür nix weg,lasst ihn verzweifeln  :D



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salar am 30. Mär 2009, 10:43
Wahlergebnisse: AMED



------------------------------------------------------------------------------------

Çêrmûg:
DSP
Mehmet Akdağ
[In diesem Bezirk leben ausschließlich Staatstreue Zaza’s]




Naya cermik würd ich nicht so direkt abschreiben wenn man daran denkt das sie eine linke partei gewählt haben auch wenn es Dsp ist links ist Links und Dtp hat auch nicht gerade wenige stimmen bekommen. c.a.24,45% nur 0.67% unter akp das heist jeder 4 in Cermik hat seine stimme Dtp gegeben.da gibt es weit aus schlimmere Gebiete wie Elazi wo (ich fass es nicht) die 2 stärkste Partei Mhp ist und Dtp nur 3% bekam und das auch nur von karakocan.Für mich ist Elazi gestorben und ich habe meine Karte schon gezeigt das wird neu Nordkurdistan Erzincan tersincan maras elazi Antep sind schon lange verlorene Posten.Schönes Gefühl zu sehen das wenigstens 2 der 4 Zaza Gebiete auf den richtigen Weg sind (Dersim,Cewlig)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Erkano am 30. Mär 2009, 13:18
Ich habe die Wahlen von anfang an mit verfolgt und muss sagen, Ich bin positiv überracht über manch ein Gebiet.
z.B. wer hätte gedacht das Gebiete wie Bitlis Bingöl  die Dtp kennen.Ich erinner an die Wahlen 2007 bei denen 80% der stimmen an die Akp gingen mit dem Ergebniss den die Dtp heute dort erzielt hat haben so manche Gebiete bewiesen das sie doch noch nicht so verloren sind. Dtp giing zwar nicht als Sieger heraus aber als Starker 2 platzierter mit c.a 35% die sie der Akp weg genommen haben.Diese Ergebnisse zeigen mir das in solchen Gebieten mehr zu holen ist, wenn man sich auch um diese Gebiete kümmert. Das Orte wie Erzincan Maras u.s.w. schon lange verloren sind ist jedem bekannt und muss nicht mehr drüber diskutiert werden. Ich finde bei den heutigen Wahlen hat sich auch gut abgezeichnet welche Gebiete wirklich Irgenwann mal zu einem Kurdistan im Norden gehören werden welche nicht.Ich habe eine Karte hier von dem ich denke das sie die Grenze in etwas sein wird,mit vllt etwas zuwachs vom Südwesten (teil Urfa)

(http://www.bilder-space.de/thumb/30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG) (http://www.bilder-space.de/show.php?file=30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG)
Da gib ich dir nicht recht Salar denn Teile von  Gaziantep gehören uns wie die Landkreise NIzip, Islahiye, Karkamis, Araban die sind vorwiegend von Kurden bewohnt ich als Patriot nenne deine Karte ein Farce im warsten sinne des Wortes.
Maras ist heut noch in den Landkreisen Pazarcik, Elbistan und Nurhak mehrheitlich Kurdisch besiedelt.
Erzingan da leben in den Landkreisen Cayirli, Refahiye fast nur Kurden.
Adiyaman muss ich nicht erwähnen gibts wenn man es sogar grosszügig schätzt 15% Türken der Rest Kurden im Landkreis Gerger Kirmancki sprechende Kurden.
Auch Malatya ist Kurdisch Landkreise wie Dogansehir, Akcadag, Hekimhan, Battalgazi sind in Kurdisch aber Assimiliert.
Wir müssen unsere Kurden in diesen Städten vom Kurdentum überzeugen.
Schande über Erzurum und Mus denn die sind nicht assimiliert und haben die AKP gewählt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 13:28
(http://firatnews.com/wene/mansetler/dtp-halk.png)

8 Städte sind auch mal was, Agiri und Merdin war knapp.. da konnte die DTP auch gewinnen aber AKP hat mehr Stimmen bekommen. Erdogan sagte: "Hier in der Türkei gibt es nur ein Volk, einen Staat, eine Fahne, eine Sprache, eine Religion". In Amed wollen wir nicht Atatürks Statue sondern Statue
von unseren heldenhafte Sehids, nicht nur eine Fahne sondern Fahne die wir wollen muss in Kurdistan gehisst werden.
Sie können nicht sagen das es kein Kurdenproblem gibt. In paar Jahren wird AKP wie Anap sein, also nur 20 Prozent Stimmen kriegen, weil sie bisher für das Volk nichts tun. Nach örtlichen Wahlen wird die Türkei wirtschaftlich noch schlimmer. Über Erzurum,Erzingan,Elaziz,Meledi müssen wir garnicht reden, das war schon klar das sie MHP,AKP wählen.

In Riha (Halfeti) ist die DTP vorne..
DTP %68.35 (1.473 Stimmen)
AKP %20.19 (435 Stimmen)

Unter dem folgenden Link könnt ihr sehen welche Gebiete DTP gewonnen hat:
http://firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=5329

Wegen Ergebnisse von Wahlen kam es zu einem Streit in Erzirom (Karacoban Gebiet)
Verwandte von DTP Kandidat Siddik Ogur und mit CHP Mitglied Mehmet Emin Caglar hatten sich gestritten und
es wurden auch Waffen benutzt. Nach dem bewaffneten Kampf starb Mehmet Emin Caglar und Cebrail Ogun.
4 Personen sind verletzt und einer ist schwer verletzt.
Wegen Wahlen sind bis jetzt 8 Menschen insgesamt gestorben.

http://firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=5334

Gestern Nacht hat das Feier in Mersin (Akdeniz) angefangen. Vor DTP Gebäude versammelten
sich mehr als 50 Tausend Menschen und das Volk feiert den Sieg der DTP.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: aram am 30. Mär 2009, 14:15

Im Großen und Ganzen ein großer Erfolg für die DTP.

Sie konnte in 12 Provinzen stark zulegen:

Hakkari +17,5 %
Mus + 14,3 %
Sirnak +12,8 %
Van + 11 %,
Kars +10,4 %
Mardin +9,6 %
Amed + 7,1 %
Bitlis +7,2 %
Siirt + 6,6 %
Igdir +6,2 %
Bingöl +5,5 %
Agri +3,3 %


Das mit Hakkari freut mich besonders, da mein Großvater aus Colemerg stammt. Anscheinend gibt es in Hakkari wirklich noch sowas wie Namus und die Aghas uns Shexs lassen sich von AKP und co. nicht kaufen!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 14:29
In Riha (Viransehir) ist gerade DTP vorne und es gibt Zwischenfälle..


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 30. Mär 2009, 14:31
@Spielverderber
Wie willst du für gesellschaftliche Veränderungen sorgen, die Rolle der Frau neu definieren, dich für Gleichberechtigung und mehr Frauenrechte einsetzen, wenn du kaum oder wenig Frauen in deiner Partei hast? Das wäre unglaubhaft und definitiv der falsche Weg. U.a. die hohe Frauenquote der DTP unterscheidet sie im Vergleich zu anderen Partei und gibt einen ganz anderen Maßstab vor, an dem sich auch andere Parteien ein Vorbild nehmen können.
Nur durch die direkte Konfontation mit diesem Thema können wohl auch die ganz verstaubten Traditionalisten ihre Vorbehalte ablegen.

Meiner Meinung nach kein Stück zurück in dieser Frage!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 30. Mär 2009, 14:59
Tut mir leid, das zu sagen, aber eines der Gründe für das relativ schlechte Abschneiden der DTP wird ihre verhältnismäßig hohe Frauenquote sein. Die Kurden (die DTP) täten gut daran, in Kurdistan erst mal politisch mehr Fuß zu fassen - DANN erst Maßnahmen zu treffen, die die Modernisierung in die doch sehr konservative kurdische Gesellschaft bringen.

Deine Sätze zeugen von unglaublich großer Ignoranz, Unwissenheit und Torheit. Du hast nicht einmal die geringste Vorstellung über die Wahlarbeit der DTP. Sie ist vor allem eines: Frauenarbeit. Zudem galt die Frauenquote nur für die jenigen Ortschaften, die als "gesichert" galten. Verschone uns bitte in Zukunft von solch latenter Frauenfeindlichkeit.


In Riha (Viransehir) ist gerade DTP vorne und es gibt Zwischenfälle..

In Wêranşar ist die Auszählung vorbei, der Sieg der DTP ist sicher. Die AKP-Schergen haben heute Mittag etwa 10 DTPler angegriffen und verletzt.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 15:15
Eine Gruppe von AKP die den Sieg der DTP nicht akzeptiert griff DTPler mit
Stöcken an. Polizisten schossen in die Luft damit sie sich verteilen. Vor Rathaus
und Landrat stehen Panzer. 7 Personen sind verletzt.



Verlust für die AKP - Erdogan unzufrieden

30. März 2009 Bei den Kommunalwahlen in der Türkei hat die Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die meisten Stimmen erhalten, gegenüber der Parlamentswahl 2007 aber deutliche Verluste hinnehmen müssen. Nach Auszählung von mehr als 85 Prozent der Stimmen kam die islamisch-konservative Partei laut Fernsehberichten auf 39,1 Prozent der Stimmen. Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) erreichte 23 Prozent, die Partei der Nationalistischen Bewegung 16,2 Prozent. Erdogan sprach dennoch von einem Vertrauensbeweis für seine Regierung.

Die Wahl vom Sonntag, zu dem in 81 Provinzen rund 48 Millionen Türken aufgerufen waren, galt inmitten der schweren Wirtschaftskrise als wichtiger Stimmungstest für Erdogan und seine Reformpläne im Bemühen um einen EU-Beitritt der Türkei. „Wir haben die Botschaft verstanden“, sagte Erdogan am Sonntagabend. Der Regierungschef kündigte an, das Wahlergebnis „genau zu studieren“ und „unsere Lehren daraus ziehen. Wir werden unsere Hausaufgaben machen und unseren Kurs mit mehr Nachdruck fortsetzen.“ Er selbst hatte 47 Prozent für seine AKP vorausgesagt. Weniger wäre eine Niederlage, erklärte Erdogan noch am Freitagabend. Bei den Kommunalwahlen 2004 war die AKP auf über 41 Prozent der Stimmen gekommen, bei den Parlamentswahlen 2007 waren es 46,6 Prozent.

Erfolge in Ankara und Istanbul

Zweitstärkste Kraft Auf Platz wurde nach den Hochrechnungen die säkulare Republikanische Volkspartei (CHP) mit 23 Prozent. Dritter wurde die rechtsextremistische Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP). Die AKP konnte die beiden wichtigsten Städte, Ankara und Istanbul, knapp halten. Die größte Stadt im kurdisch dominierten Südosten, Diyarbakir, verlor sie jedoch an die prokurdische Partei für eine Demokratische Gesellschaft (DTP).

Überschattet wurde die Abstimmung von Kämpfen zwischen Anhängern rivalisierender Parteien. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete

Quelle: Frankfurter Allgemeine (FAZ)
http://faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E6DEA5FE036FA4CF38059669BE407505F~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 15:32
Zehntausende feiern den Sieg der DTP in Mersin (Akdeniz)

(http://firatnews.com/wene/gallery/96f09413-6.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/e1d2dd30-5.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/b5ebe46b-4.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/791ac65e-3.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/180ab231-2.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/71afbada-1.jpg)

DTP hat den Sieg in Siirt gefeiert

(http://firatnews.com/wene/gallery/6c06e572-3.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/8f9d7110-2.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/cb1509f3-1.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: DayeZore am 30. Mär 2009, 15:54
Es gibt nichts schöneres als zu gewinnen oder was meint ihr meine brüder und geschwister.
ist das ein schönes gefühl.

vor allem wan, siirt, dersim und amed, da wollte erdogan unbedingt gewinnen und jetzt feiern wir dort.

ich bin stolz auf unser volk, für den anfang ist das gut aber es geht immer mehr immer weiter sagte oliver kahn immer.

also meine freunde, xebatttt xebattttttt xebatttttttttt immer weiter.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Erkano am 30. Mär 2009, 16:06
Komisch ist das Kerdogan doch gesagt hat das im falle des Abschneidens unter 40% er aus der Politik aussteigen wollte. 8)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 16:09
Auch in Hewler an der Universität Selahaddin wurde der Sieg der DTP mit Parolen und Halay-Tänzen gefeiert

Um den Sieg der DTP zu feiern trafen sich Jugendliche an der Selahaddin Universität und feierten mit Halay..
Vor Universität holten sie Fahnen von Abdullah Öcalan raus und dabei riefen sie häufig Parolen wie "Biji Serok Apo" oder "Tu kes nikare Kurdan bixapi ne".

Die KDP Studenteneinheit wollte die Feier verhindern
Es wurde nicht erlaubt in der Fakultät zu feiern, deshalb fand die Feier vor Universität statt.
Die KDP Studenteneinheit wollte die Eröffnung der Feier verhindern und ruften Sicherheitskräfte.
Da die Jugendliche sich verteilten gingen Sicherheitskräfte gegen sie nicht vor.

Quelle: Firat News Agency (http://firatnews.com/index.php?rupel=nuce&nuceID=5348)


(http://firatnews.com/wene/gallery/a00badea-6.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/8b8e662b-5.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/fcc10a86-4.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/a6b10589-3.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/29913b07-2.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/2f02b461-1.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 30. Mär 2009, 17:13
„Diyarbakir ist unsere Festung“

30. März 2009 Die Festung ist nicht gefallen. Mehr noch, die selbsternannten Belagerer haben vor den Toren von Diyarbakir eine deutliche Niederlage erlitten. Bei den türkischen Kommunalwahlen am Sonntag haben laut vorläufiger Auszählung der Stimmen mehr als 65 Prozent der Wähler der Millionenstadt im Südosten der Türkei dem Amtsinhaber Osman Baydemir von der „Partei für eine Demokratischen Gesellschaft“ (DTP) ihr Vertrauen geschenkt.

Die DTP wird, abgesehen von einigen liberalen türkischen Intellektuellen in den Großstädten, die sie aus Sympathie unterstützen, von Kurden gewählt. Gegen sie hatte der von der in Ankara regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ aufgestellte Bürgermeisterkandidat Kutbettin Arzu keine Chance - er erhielt nur um die 31 Prozent Zustimmung.

ein guter artikel find ich.
hier gehts weiter...

http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E05C663E239EF4CBB843EEB9CBF6DD01A~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Erkano am 30. Mär 2009, 17:18
hab gerad erfahren das im Landkreis Besiri(Batman) der AGA wahlbetrug begangen hat er ließ mehrere Busse vor 2-3 Monaten nach Besiri voll mit Menschen bringen aus Istanbul. Er meldete die auch noch in Besiri an damit die Stimmberechtigt werden und ihre Stimme ihm geben was die auch taten allesamt. Mit diesem Trick hat der AGA es geschafft das er den Wahlkreis gewinnen konnte. >:(


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salar am 30. Mär 2009, 18:08
Ich habe die Wahlen von anfang an mit verfolgt und muss sagen, Ich bin positiv überracht über manch ein Gebiet.
z.B. wer hätte gedacht das Gebiete wie Bitlis Bingöl  die Dtp kennen.Ich erinner an die Wahlen 2007 bei denen 80% der stimmen an die Akp gingen mit dem Ergebniss den die Dtp heute dort erzielt hat haben so manche Gebiete bewiesen das sie doch noch nicht so verloren sind. Dtp giing zwar nicht als Sieger heraus aber als Starker 2 platzierter mit c.a 35% die sie der Akp weg genommen haben.Diese Ergebnisse zeigen mir das in solchen Gebieten mehr zu holen ist, wenn man sich auch um diese Gebiete kümmert. Das Orte wie Erzincan Maras u.s.w. schon lange verloren sind ist jedem bekannt und muss nicht mehr drüber diskutiert werden. Ich finde bei den heutigen Wahlen hat sich auch gut abgezeichnet welche Gebiete wirklich Irgenwann mal zu einem Kurdistan im Norden gehören werden welche nicht.Ich habe eine Karte hier von dem ich denke das sie die Grenze in etwas sein wird,mit vllt etwas zuwachs vom Südwesten (teil Urfa)

(http://www.bilder-space.de/thumb/30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG) (http://www.bilder-space.de/show.php?file=30.03SIbYyhL72PFQifz.JPG)
Da gib ich dir nicht recht Salar denn Teile von  Gaziantep gehören uns wie die Landkreise NIzip, Islahiye, Karkamis, Araban die sind vorwiegend von Kurden bewohnt ich als Patriot nenne deine Karte ein Farce im warsten sinne des Wortes.
Maras ist heut noch in den Landkreisen Pazarcik, Elbistan und Nurhak mehrheitlich Kurdisch besiedelt.
Erzingan da leben in den Landkreisen Cayirli, Refahiye fast nur Kurden.
Adiyaman muss ich nicht erwähnen gibts wenn man es sogar grosszügig schätzt 15% Türken der Rest Kurden im Landkreis Gerger Kirmancki sprechende Kurden.
Auch Malatya ist Kurdisch Landkreise wie Dogansehir, Akcadag, Hekimhan, Battalgazi sind in Kurdisch aber Assimiliert.
Wir müssen unsere Kurden in diesen Städten vom Kurdentum überzeugen.
Schande über Erzurum und Mus denn die sind nicht assimiliert und haben die AKP gewählt.

ach bleib du weiter bei deinen träu,men von einem Groß-Kurdistan  ::) Maras antep und adyaman solche Gebiete sind und waren bis auf einige Dörfer  nie wirklich Kurden.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SedatOz am 30. Mär 2009, 18:56
kann mir jemand sagen wie die Ergebnisse in Batman ausgefallen sind?
Ich bin froh dass Amed nicht in die Hände der AKP geglitten ist. Erdogan hätte sich wohl noch dazu bewegen lassen müssen, dass Brautgeld zu zahlen anstatt nur die WOhnungen die Jungverheiratetn einzurichten :D :D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 18:58
Europa Komission hat Osman Baydemir gratuliert..

(http://firatnews.com/wene/gallery/857f45df-2.jpg)

(http://firatnews.com/wene/gallery/335b3e2c-1.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 30. Mär 2009, 19:05
kann mir jemand sagen wie die Ergebnisse in Batman ausgefallen sind?

Batman gehört uns. In Batman haben wir Hasankeyf,Besiri und Sason verloren.
DTP hat in Batman : Batman-Zentrum, Kozluk,Gercüs gewonnen


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: merebextiyar am 30. Mär 2009, 19:27
DTP siegt trotz Manipulationsversuchen



Presseerklärung der Wahlbeobachterdelegation aus Patnos (Provinz Agri)

DTP siegt trotz massiver Wahlmanipulationsversuche von Staat und Armee

Trotz massiver Manipulationsversuche durch staatliche und staatsnahe Kräfte siegte in der Stadt Patnos (Provinz Agri) der Bürgermeisterkandidat Yussuf Yilmaz von der kurdischen Partei für eine Demokratische Gesellschaft DTP. Damit stellt die DTP erstmals den Bürgermeister in dieser die letzten Jahre von der Demokratischen Partei (DP) regierten Stadt. Die DP, die sich auf die örtlichen Großgrundbesitzer und Mafiastrukturen stützt, wurde zweitstärkste Partei, gefolgt von den islamischen Parteien AKP und Sadet. Der Sieg der DTP ist umso bemerkenswerter, da die staatsnahen Parteien und die Armee alles unternahm, um die Wahl zuungunsten der kurdischen Partei zu beeinflussen. Direkt in Patnos mit rund 100.000 Einwohnern befindet sich eine Garnison mit 10.000 Soldaten.
Folgende Beobachtungen konnte unsere Delegation, die zusammen mit der örtlichen Wahlkommission der DTP während des gesamten Wahltages und zur anschließenden Stimmauszählung nahezu alle Wahllokale der Stadt sowie einzelner umliegender Dörfer besuchte, machen:

Einschüchterung durch Armee und Polizei

Vor Wahllokalen in den Dörfern waren schwerbewaffnete Soldaten aufmarschiert. Von den Dorfbewohnern wurde dies uns gegenüber als Einschüchterungsversuch bezeichnet. In innerstädtischen Wahllokalen zogen sich bewaffnete Polizisten erst nach unserer Intervention auf den vorgeschriebenen Abstand von 100 Metern zum Wahllokal zurück. Polizeipanzer fuhren regelmäßig vor den Wahllokalen vor.

Urnen nicht fachgerecht versiegelt

Insbesondere in Wahlkreisen, in denen die DTP nicht als klarer Favourit gehandelt wurde, waren die Wahlurnen oftmals nicht fachgerecht gesichert und versiegelt. Die Wahlurnen waren einfache Holzkisten, deren Deckel sich zum Teil trotz Siegel verschieben ließ.

Wahlbeeinflussung durch Wahlleiterinnen

Nahezu alle von uns besuchten Wahlkommissionen wurden von ausschließlich türkisch sprechend Lehrerinnen als Wahlleiterinnen geleitet. Die restlichen fünf Wahlleiter aus der örtlichen Bevölkerung bzw. den staatsnahen Parteien waren ihnen gegenüber rechtlose Befehlsempfänger. Die DTP wurde zu den Wahlkommissionen nicht zugelassen, da hier nur Vertreter von Parteien erlaubt waren, die bei den türkischen Parlamentswahlen über die landesweite 10 Prozenthürde gekommen waren. Die Wahlleiterinnen wiesen mehrfach analphabetische Wählerinnen auf die Wahl der AKP hin oder setzten sogar selber an deren Stelle das Kreuz bei der AKP, ohne dass dies von den Wählerinnen so gewünscht wurde.

Manipulationsversuche bei der zentralen Stimmenauszählung


In einem Wahllokal konnten Wahlbeobachter der DTP den Raub einer ganzen Urne gerade noch verhindern. Nach einer ersten Stimmauszählung in den Wahllokalen erfolgte der Transport der Säcke mit den Stimmzetteln z.T. in Taxis zur zentralen Wahlbehörde in der Innenstadt. Jeder zweite Sack kam nach unserer Beobachtung ohne Siegel bei der zentralen Stimmenauszählung an. Wir hatten den Eindruck, dass die eigentliche Wahlaufsicht bei der Militärpolizei Jandarma lag. Die Militärpolizisten fragten die Leiterinnen der örtlichen Wahlkommissionen schon beim Betreten der Behörde, welche Partei im Wahlkreis die stärkste wurde. Im Vorraum der Behörde wurden sechs Personen dabei beobachtet, wie sie unter den Augen der Polizei in offenen Säcken mit Stimmzetteln wühlten und auf Wahlunterlagen schrieben. Die von unserer Delegation darauf angesprochene vor Ort anwesende Richterin bezeichnete dies als „ahnungsloses Handeln“.
Die zentrale Stimmenauszählung in einem 2 mal 8 Meter großen Raum war völlig unübersichtlich. Hier hielten sich acht Parteienvertreter sowie zwei Mitarbeiter der Wahlbehörde auf, die offenkundig nicht mit ihren Computern umgehen konnten. Die einzige Kontrollmöglichkeit der Parteienvertreter waren Telefonate zu den Parteienvertretern in den Wahllokalen, durch die die Ergebnisse abgeglichen wurden.
Als die versuchte Wahlmanipulation bekannt wurde, gingen Dutzende DTP-Mitglieder zusammen mit Mitgliedern unserer Delegation vor die zentrale Wahlbehörde. Die Militärpolizei fuhr daraufhin mit Panzerwagen auf und ließ schwer bewaffnete Soldaten aufmarschieren. Erst als der Sieg der DTP in Patnos und auch in anderen kurdischen Städten offenkundig war, entfernte sich die Armee wieder.
Dass die DTP die Wahl trotz der genannten Manipulationsversuche gewann und nicht wie ihre Vorgängerparteien HADEP und DEHAP in den Jahren 1999 und 2004 durch Betrug um ihren Sieg gebracht wurde, lag wesentlich an den gut geschulten und disziplinierten DTP-Wahlbeobachtern, die in jedem Wahllokal anwesend waren.

Teilnehmer der Beobachterdelegation:
Brigitte Kiechle, Rechtsanwältin, Karlsruhe
Dr. Nikolaus Brauns, wiss. Mitarbeiter der Abgeordneten Ulla Jelpke / Journalist, Berlin
Salih Yalti, Vorsitzender des Ezidischen Kulturzentrums Celle
Ulf Petersen, Vorstandsmitglied der Naturfreunde Köln
Yilmaz K., Schriftführer des Ezidischen Kulturzentrums Celle


http://de.indymedia.org/2009/03/245685.shtml


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Salar am 30. Mär 2009, 19:45
tja wie demokratisch die türkei ist weis ja jeder. was ich noch interessant finde das über nacht vom Sonntag auf heute insgesamt 0.4 % dazu gewonnen wurden wie geht das ohne wirkliche Manipulation.ich denke eher es sind Wahlrunen so aus dem Nichts aufgetaucht.Das sind immerhin umgerechnet c.a. 300000 Stimmen genug um ein ganze Provinz zu gewinnen!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 30. Mär 2009, 20:22
@ Salar:

Wenn du schon einmal als "Wahlhelfer" aktiv an einer Stimmenauszählung teilgenommen oder bei einer Wahl hier die Auszählung als Zuschauer beobachtet hättest, dann wüsstest du, dass das eine langwierige und viel Geduld kostende Angelegenheit ist, vor allem in Stimmbezirken, wo 2 Wahllisten ganz eng beieinander sind, wie z. B. AKP und MHP in Adana. Wie ich mich eben überzeugen konnte, sind immer noch einige Stimmbezirke offen, laut "Radikal" sind jetzt erst 99,96% der abgegebenen Stimmen ausgezählt, aber diese wenigen fehlenden können entscheidend sein für einzelne Orte.

Manipulationen sind sicher vielerorts dabei, aber das kann erst viel später ermittelt werden, wenn alle Berichte unabhängiger Wahlbeobachter auf dem Tisch liegen und mit zweifelhaften Zählergebnissen verglichen werden können.

Aber einige UserInnen hier haben halt schon "Tor gerufen", bevor der Ball im Netz zappelte. Beispiel Halfeti / Riha. Da war nach Auszährung von knapp 30 % der Stimmen der DTP-Kandidat "vorn", jedoch noch längst nicht gewählt, weil die Zahl der noch nicht ausgezählten Stimmen um ein mehrfaches höher war, als der Abstand zum 2. Kandidaten im Rennen. Nach neuestem Stand führt jetzt wieder der CHP-Kandidat, aber auch mit weniger Stimmen Abstand als die noch nicht ausgezählten, ist also auch für ihn noch nicht "in trockenen Tüchern": Der Abstand beträgt jetzt 125 Stimmen, es sind aber 250 noch nicht ausgezählt.

Also: Zu früh "die Flinte ins Korn schmeißen" ist genauso verkehrt wie zu früh jubeln!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: slunzuq am 30. Mär 2009, 21:29
Hier mal ein Artikel der nochmals zeigt wie die türkischen Parteien Wahlkampf in der Türkei betrieben haben.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,616370,00.html (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,616370,00.html)


Titel: HOHN UND SPOTT
Beitrag von: Qers am 30. Mär 2009, 22:02
Today´s BILD hat vor einer Woche mal etwas janz lustiges geschrieben

Zitat
DTP has never before been so worried (http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=170360&bolum=100)

Ich musste es erst einmal als "Favorit" definieren. Hatte daß Gefühl, daß ich für diesen "tollen" Beitrag noch eine Verwendung habe :)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Sewq am 30. Mär 2009, 22:44
Im mittel Anatoliyen, Zentrum der Erzkonservativen Konya, erhielt die AKP ca. 70 % der Stimmen. Fast die ganzen Bezirke und Kreisstädte landeten in die Händen der AKP. Doch war da noch die Kreisstadt der alias Galias. Trotz massiver Wahlmanipulation und ungültigen Stimmen gewann die DTP in der Kreisstadt Gölyazi(Xelikan).

Bürgermeister von Gölyazi: Mulla Simsek DTP



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 30. Mär 2009, 23:01
Zitat
DTP has never before been so worried
Darüber habe ich mich auch schon vor einer Woche amüsiert und den Artikel gleich für mein "Kuriositäten-Kabinett" gespeichert.

Wie sagte doch der Hase, als es mit der Igelin nicht klappte: "Iren sind menschlich" Oder sagte er was anderes?

Und heute erklärte unser "verehrter" Herr Premierminister, dass er mit dem Wahlausgang unzufrieden ist.

Na ja, mein Mitgefühl hält sich da sicher in Grenzen. In sehr engen, um genau zu sein.

Wie es im Sprichwort heißt: Wer anderen eine Grube gräbt, dem helfen weder Waschmaschine noch Kohlensack!  ;D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Emine79 am 30. Mär 2009, 23:30
Bezügl. meiner Provinz kann ich nur folgendes sagen pardon zeigen  ;D


(http://www.duesseldorf-blog.de/wp-content/uploads/erdogan2.jpg)

(http://www.schweizer-werbeartikel.ch/Images/T-Shirt-Texilien-Funshirt/Piktogramm/256%20Faust%20Mittelfinger%20gross_jpg.jpg)


Ich gratuliere der DTP sehr herzlich zur ihrem "Erfolg" und hoffe sie wird ihre Wählerschaft nicht enttäuschen.



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Volk-ohne-Staat am 30. Mär 2009, 23:43
Mal ne kurze bescheidene Frage: Scheinbar scheint die Freude recht groß, aber wie sehr sind diese Kommunalwahlen ernst zu nehmen? (Bezogen auf die kurdische Sache)

Versteht mich nicht falsch, würde mich riesig freuen wenn die Wahlen den politischen Alltag bestimmten und nicht Kampf und Krieg.



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwan am 30. Mär 2009, 23:54
Zitat
Presseerklärung einer deutschen Wahlbeobachterdelegation aus der Provinz Agri / Türkei

Agri unter Ausnahmezustand

Massive Proteste gegen staatliche Wahlfälschung

In der kurdischen Stadt Agri in der Osttürkei wurde die Kommunalwahl am Sonntag von staatlichen Kräften zu Gunsten der regierenden islamisch-konservativen AK-Partei beeinflusst. Wie die Wahlbeobachter der Partei für eine Demokratische Gesellschaft DTP beim Abgleich der Auszählungsergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen mit dem Endergebnis der zentralen Wahlbehörde von Agri feststellen, wurden 3000 bis 4000 Wählerstimmen geklaut. Mehrere Wahlurnen sind verschollen.
Als die Wahlfälschung offenkundig wurde, protestierte zuerst der Kandidat der DTP bei dem für die Wahlaufsicht zuständigen Richter. Als dies erfolglos blieb, gingen am Montag Nachmittag 20.000 Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und forderten Neuwahlen. Die Polizei griff die Demonstranten mit Tränengas und Wasserwerfern an. Dann wurde scharf geschossen. Dabei wurden zahlreiche Menschen zum Teil schwer verletzt. Über Agri wurde inzwischen der Ausnahezustand verhängt. Panzer sind in der Stadt aufgefahren und haben die Straßen gesperrt. Eine dreiköpfige französische Wahlbeobachterdelegation sitzt in Agri fest. Auch in ihrer Umgebung wurde geschossen.

Die DTP hat die Proteste nach den Polizeiangriffen deeskaliert und der Wahlbehörde bis Dienstag 9 Uhr Zeit gegeben, Neuwahlen anzusetzen.
Als deutsche Wahlbeobachterdelegation haben wir in der Provinz Agri die Kommunalwahlen in der Stadt Patnos beobachtet. Dort konnten wir ebenfalls zahlreiche Manipulationsversuche feststellen. Säcke mit Stimmzetteln waren nicht versiegelt und wurden vor den Augen der Polizei vor der endgültigen Stimmauszählung von Mitgliedern der Wahlkommissionen durchsucht. DTP-Wahlbeobachter konnten den Raub einer Wahlurne gerade noch verhindern.

Als Beobachterdelegation schließen wir uns der Forderung der Einwohner von Agri nach Neuwahlen an. Wir fordern die internationale Presse, die Ereignisse in Agri nach zu verfolgen und bekannt zu machen. Internationale Öffentlichkeit ist der beste Schutz für die um ihre demokratischen Rechte kämpfenden Bürgerinnen und Bürger von Agri.
Unsere Delegation hält sich weiterhin in der Provinz Agri auf. Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

Dr. Nikolaus Brauns

Kontakt zur Delegation: 0090- 534 295 37 51


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 31. Mär 2009, 00:26
Nichts für schwache Nerven ....


Gurgum (trk. K. Maraş  )
DTP: 0,37 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 191.843
Stimmen für die DTP: 717
Bei allem Respekt, das ist ein Verbrechen.
Die Kurden in Gurgum haben wohl
vergessen, als die Türken ihre Hände, Beine
und Köpfe abgehackt haben.



Mêletî
DTP: 0,06 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 193.609
Stimmen für die DTP: 120
120 zu 193.609 ?
Ich verstehe die Welt nicht mehr.


Erzigan
DTP: 0,53 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 44.285
Stimmen für die DTP: 236


Erzirom
DTP: 0,91 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 218.031
Stimmen für die DTP: 1.975


Eleziz
DTP: 2,51 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 161.394
Stimmen für die DTP: 4.044
Dank dem Bezirk Dep (trk. Karakoçan, was
eigentlich zu Dêrsîm gehört) hat die
DTP 2,51 % errungen.



Dilok
DTP: 5,49 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 644.705
Stimmen für die DTP: 33.767


Sêwas
DTP: 0,01 %
Insgesamt abgegebene Stimmen: 152.821
Stimmen für die DTP: 11
Also hier hört der Spaß definitiv auf. In
Sêwas leben ca. 30.000 Kurden und nur
11 Personen haben in Sêwas die DTP
gewählt ?



Diese Provinzen und Zahlen werde ich mir
sehr gut merken....



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Volk-ohne-Staat am 31. Mär 2009, 00:49
Wozu willst du dir sie merken? Was sagen dir dieser Zahlen? Sind diese Zahlen Seriös? Sind sie gefälscht? Oder sind sie echte Fakten? Sind die Menschen dort anti-DTP oder gar assimiliert?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: enkidu am 31. Mär 2009, 00:57
 Volk-Ohne-Staat: "Mal ne kurze bescheidene Frage: Scheinbar scheint die Freude recht groß, aber wie sehr sind diese Kommunalwahlen ernst zu nehmen? (Bezogen auf die kurdische Sache)"

Wahlen: Wahlberechtigte haben die Entscheidung zwischen mehreren Personen, die sich zur Wahl gestellt haben, zu wählen.

Kandidaten: Was die "kurdische Sache" betrifft gibt es seit Gründung der Türkischen-Republik höchstens zwei Interessensrichtungen. Auf der einen Seite unzählige Parteien/Kandidaten, die an der Verleugnungs-/Unterdrückungs-/Assimilations- und Besatzungs-Politik der Türkischen Politik festhalten und auf der anderen Seite, zumeist eine kurdische Partei, die sich gegen die Fremdherrschaft der Besatzungsmächte ausspricht.

Die größte Angst/Sorge der türkischen Politik hinsichtlich der Assimilierungs- und Unterdrückungs-Politik gegenüber des kurdischen Volkes ist, die demokratische Erlangung von Selbstbestimmung von Kurden/Kurdinnen für Kurden/Kurdinnen.

Die Kommunalwahlen repräsentieren die Interessen der Bevölkerung. Die gewählten Kandidaten sind durch das Volk vollends legitimiert die Interessen ihrer Wählerschaft zu vertreten und sich dafür einzusetzen diese auch durchzuführen. Man nennt eine solche Form von Interessenvertretung auch Repräsentative Demokratie.

Nun können wir, nach den Kommunalwahlen, erfreut feststellen, dass die von mehrheitlich von Kurden/Kurdinnen bewohnten Gebiete sich mehrheitlich für die kurdische Partei entschieden haben und nicht für die Ignoranten.


Wenn man sich nun mal klar macht das doch die "kurdische Sache" (deine Formulierung ;)), dass ist, was sich doch die kurdische Partei auf die Fahnen geschrieben hatte, so kann ich feststellen es wurde ein wichtiger Grundstein für die "kurdische Sache" gelegt, worauf man nun aufbauen kann.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Cibal am 31. Mär 2009, 01:16
In Erzirûm sieht es folgendermaßen aus:

Kela Xinûsê/Xinis (Hinis)
DTP 471 12.32%

Qerechoban (Karacoban)
DTP 778 21.38%

Qereyazî (Karayazi)
DTP 377 17.28%

Tekman (Tatos)
DTP 495 33.11%

Palandöken (obwohl es hier niemand von der DTP kandidiert hat)
DTP 79 0.09%

Yakutiye (obwohl es hier niemand von der DTP kandidiert hat)
740 0.7%

Aziziye (obwohl es hier niemand von der DTP kandidiert hat)
34 0.16%

In andere kurdischen Bezirken (Chat, Horosan, Shenkaya, Köprüköy und Ashkale) hat die DTP als Partei nicht kandidiert.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 31. Mär 2009, 02:15
Alle hier genannten Zahlen einzelner Kreisstadt-Ergebnisse aus den Online-Veröffentlichungen der landesweiten trk. Zeitungen sind immer noch nicht das Endergebnis, sondern Zwischenstände nach Auszählung von 80 - 95% der abgegebenen Stimmzettel, unterschiedlich je nach Provinz und Kreis. Die beim Provinznamen angegebenen Stimmzahlen beziehen sich auf die Zusammenfassung der Kaymakam-Bezirke der jeweiligen Provinzhauptstadt.

Mir scheint, wenn einer Zeitung das Ergebnis nicht recht zusagt, dann hört sie auf, weitere Details der Auszählung bekannt zu geben. Das lässt sich am schönsten bei "Zaman" beobachten. Wo immer AKP schlecht aussah, werden seit Montag mittag keine detaillierten Auszählungszwischenstände mehr fortgeschrieben, in der Übersichtsgrafik werden diese Provinzen bzw. Kreise dann hellgrau dargestellt, das betrifft z.B. auch Amed.

Die Analyse dieser Pressepolitik war mir in den letzten 24 Stunden mitunter interessanter als die Analyse der jeweiligen Zahlen.

Aber insgesamt sollte hier weder gejammert werden, noch sollten die "falsch" wählenden KurdInnen zu sehr beschimpft werden. Für viele ist diese politische Aktivität und die damit verbundenen Möglichkeiten des Taktierens neu, das wird sicher bei der nächsten Parlamentswahl anders werden, vor allem, wenn die 10% Hürde fallen sollte, woran nun aber der große Chef in Ankara kaum noch Interesse hat, denn das würde ihn ja wohl noch mehr Mandate kosten, als er jetzt hinnehmen musste.

Was das kurdische Wahlverhalten angeht, so ist auch ein gewisses Süd-Nord Gefälle zu beobachten, in geringerem Maß auch ein Ost-West Gefälle bei den Stimmen für DTP. Hinzu kommt, dass in manchen Gebieten die feudale Kontrolle über die Stimmabgabe durch Clan- oder Stammeschefs noch wirksamer ist, als viele von uns bislang meinten. Ganz abgesehen natürlich von der üblichen Art der Wahlbeeinflussung durch kemalistische Behörden und Institutionen einschleißlich durch deren kurdische Korucu-HiWis ("Hilfswillige", ein Begriff aus dem 2. Weltkrieg, angewendet z.B. auf Wehrmachtsangehörige aus der Bevölkerung der besetzten Länder).

Wer sich also über die schlechten DTP-Ergenisse in einigen von Kurden bewohnten Kreisen wundert, sollte nicht gleich losschimpfen, sondern überlegen, was er/sie bis zur nächsten Wahl tun kann, um hier wirksame Aufklärung zu leisten.

Denn: Nach der Wahl ist vor der Wahl!


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 31. Mär 2009, 16:54
Zitat
Kommunalwahlen in Çewlîg [trk.Bingöl]

Unsere Beobachter-Delegation* konnte bei den Kommunalwahlen in den türkischen Kurdengebieten zahlreiche Unregelmaessigkeiten beobachten. Die Delegation bestand aus Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen und Parteien sowie einem Journalisten.
Vorlaeufiger Delegationsbericht zu den Kommunalwahlen am 29.03.2009

İn Bingöl kam es laut Aussagen von lokalen Wahlbeobachtern des Menschenrechtsvereins İHD sowie der Lehrergewerkschaft Egitim-Sen zu einer Reihe von Bestechungsversuchen im Vorfeld der Wahl. So habe die AKP versucht, noch am Vorabend des Wahltags Geldgeschenke im Armenstadtteil Kültür Mahallesi zu verteilen. Die Beschenkten sollten auf den Koran schwören, AKP zu waehlen und ein Beweisfoto der Stimmabgabe abzuliefern. Mitglieder der Demokratischen Gesellschaftspartei DTP brachten diesen Vorfall noch in der Nacht zur Anzeige.

Am Wahltag selber stellte unsere Delegation durch eigene Beobachtungen folgende Unregelmaessigkeiten fest:

İn den meisten von uns besuchten Wahllokalen im Stadtgebiet Bingoel hielten sich bewaffnete Polizisten in Zivil auf. Sie verstiessen damit gegen die Vorschrift, dass sich Uniformierte und Bewaffnete mindestens hundert Meter von Wahllokalen entfernt halten müssen. Obwohl unsere Delegation die Polizisten ansprach, zogen sie sich nicht zurück. İn einem Fall konnten wir den zur Wahlaufsicht bestellten Richter informieren, der den Abzug der Polizisten versprach. Kurz vor Wahlende konnte unsere Delegation einen Zivilpolizisten dabei beobachten, wie er Einsicht in die Waehlerliste beim Wahlvorstand nahm. Nach seinen eigenen Angaben wollte er damit feststellen, wer gewaehlt haette und gesuchte Personen aufspueren.
Auf dem Land stellte sich die Situation weitaus schaerfer dar als im Stadtgebiet von Bingöl. İn dem Dorf Göltepesi befanden sich 7 Soldaten, bewaffnet mit G3-Sturmgewehren, im Wahllokal. Jeder Waehler konnte nur durch Passieren der Soldatenkette von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Der Militaereinsatz war geeignet, die Waehler einzuschüchtern. Weiterhin waren die engen, umbeleuch-teten Flure der Dorfschule gaenzlich ungeeignet fuer die grosse wartende und sich stauende Waehlermenge. Dies sorgte zusammen mit der Anwesenheit der bewaffneten Soldaten fuer ein Klima der Angst und Aggression. Zum zweiten Mal informierten wir den zur Wahlaufsicht bestellten Richter ueber die Situation, der den Abzug des Militaers anordnete, Dem widersetzte sich jedoch der Wahlvorstand vor Ort.

İn vielen Wahllokalen konnte die Delegation unzureichend verplombte Urnen feststellen, zwei davon hatten gebrochene Siegel. İn der Fatil İlköğretim Okulu in Bingöl wurde eine offiziell akkreditierte Wahlbeobachterin der DTP vom Wahlvorstand in ihrer Arbeit teilweise behindert, indem sie aus dem Wahlraum verwiesen wurde.

Sowohl die Beobachtungen unserer Delegation, als auch Berichte von Augenzeugen und direkt Betroffenen weisen darauf hin, dass die İdentitaet der Waehler in einigen Wahllokalen unzulaenglich überprüft wurde. İm Wahllokal der Ekim İlköğretim Okulu reichte die Gesundheitskarte als İdentitaetsnachweis anstatt des vorgeschriebenen Personalausweises mit Registriernummer aus. Der Dolmetscher einer italienischen Beobachtergruppe brauchte bei seiner Stimmabgabe keinen İdentitaetsnachweis vorzeigen.

Der für das Wahllokal des zweitgroessten Bingöler Stadtbezirks Sarayci verantwortliche Beobachter der DTP, Murat Buğrahan, berichtete uns von massiven Verstoessen. Wahlvorstaende haetten Analphabeten angeleitet, ihre Stimme bei der AKP zu stempeln. Als DTP-Beobachter dies bemaengelt haetten, habe der Bingöler AKP-Vizevorsitzende, Aydin Çecen, versucht, sie mit Hilfe von Polizisten aus dem Gebaeude entfernen zu lassen. Rechtsanwaelte vor Ort konnten dies zunaechst verhindern. Danach seien die Provokationen gegen DTP-Beobachter weitergegangen.

Soldaten und Polizisten haben nach Angaben von lokalen Beobachtern des İHD erst gegen Nachmittag ihre Stimmen abgegeben, als der Wahlausgang absehbar gewesen sei. İn vorwiegend von Soldaten und Polizisten bewohnten Vierteln, so im Wahllokal İMKB İlk Ögretim Okulu, habe es viele AKP-Stimmen gegeben.

Nach Angaben von Murat Buğrahan durften die akkreditierten DTP-Beobachter nach der ersten Auszaehlung der Stimmen den Transport der Urnen und ausgezaehlten Stimmzettel nicht begleiten.

İn der Zentrale der Wahlbehörde von Bingöl konnte unsere Delegation einen sehr laxen Umgang mit den Stimmzetteln feststellen. Die meisten Saecke mit Stimmzetteln waren nicht versiegelt und für jeden zugaenglich. Zahlreiche Saecke lagen unbeaufsichtigt auf dem Fussboden. Mitglieder unserer Delegation konnten beobachten, wie Personen darin herumwühlten. Auf eine Dokumentation ihres Vorgehens reagierten sie aggressiv und konnten ihr Tun nicht legitimieren.
Vor dem Gebauede waren zahlreiche Soldaten mit Sturmgewehren und Schuetzenpanzern postiert.

Die Regierungspartei AKP gewann die Wahl für den Bürgermeisterposten von Bingöl schliesslich mit 2.000 Stimmen Vorsprung.

Am Abend des 29. Maerz griffen Anhaenger der AKP auf den Strassen jugendliche DTP-Unterstützer an. Mindestens einer der Angegriffenen liegt verletzt im Krankenhaus. Die Polizei setzte Traenen-gasgranaten und Schlagstöcke ein.

Unsere Delegation konnte in anderen Staedten bereits im Vorfeld der Wahl Hinweise auf teils illegale Wahlbeeinflussung gewinnen:
Der DTP-Vorsitzende der Grosstadt Van, Selim Ertas berichtete uns, dass Provinzgouverneur und Militaer sich offen auf die Seite der AKP stellen würden. Soziale Unterstützung für Bedürftige würde als Wahlgeschenke der AKP deklariert. Die AKP verteile zudem Schecks in Moscheen und Kohle.

Laut Ertas richtete die AKP Verkaufsstellen für Kühlschraenke und Waschmaschinen ein, in denen die Geraete aber in Wahrheit verschenkt worden seien.

Der DTP-Kandidat für das Amt des Bürgermeisters, Bekir Kaya, kritisierte, dass die Wahlvorstaende nur aus AKP-Gefolgsleuten und Beamten bestuenden. Staatsangestellte in der Region saehen sich in
erster Linie als AKP-Vertreter. Die Behoerden wuerden bevorzugt mit der religioesen Bewegung von Abdullah Gülen zusammenarbeiten, die in der Region zahlreiche Schulen unterhaelt.

İn der Provinz Hakkari berichteten uns Dorfbewohner von Erpressungen der örtlichen Aghas (Clanführer), die in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Militaerkommandanten die Bevoelkerung zur Stimmabgabe für die AKP zwingen wollten. Konkret wurden die Menschen mit dem Entzug von Weiderechten, dem Zugang zu Trinkwasser und der Kündigung ihrer Arbeitsverhaeltnisse bedroht.

Ausserdem erfuhren wir, dass der Provinzgouverneur und AKP-Vertreter vor der Wahl Familien zuhause besucht und ihnen 500 türkische Lira angeboten haetten, wenn sie ihre Stimmen der AKP geben. Um die Stimmabgabe zu garantieren, sollten die Familien auf den Koran schwören.

İn der von der DTP regierten Stadt Yüksekova wurde uns berichtet, Einwohner seien telefonisch von AKP-Funktioniaeren bedroht worden, sie würden ihre Grüne Karte verlieren – für die verarmte Bevoelkerung oft der einzige Zugang zur Gesundheitsversorgung. Laut Aussage eines ehemaligen İHD-Mitarbeiter bekaemen Einwohner diese Drohung auch bei Behoerdengaengen zu hoeren: Wer nicht AKP waehle, dessen Grüne Karte würde nicht mehr verlaengert. Ein anwesendes DTP-Mitglied habe das selbst erlebt: >> Als ich meine Grüne Karte verlaengern wollte, sagte mir der Beamte >Du bist Stadtrats-Kandidat der DTP, deswegen bekommst du keine Verlaengerung> Diejenigen Staedte, die nicht AKP waehlen, werden keine Kanalisation, keinen Strassenbau und keine Gesundheitsversorgung mehr zu erwarten haben.<< Und auch der oertliche Agha, Mustafa Zeydan, bedrohe die Familien in der Region. Sollten sie nicht seinen Sohn, der für die AKP kandidiert, waehlen, entziehe er ihnen die Gehaelter als Dorfschützer.

Aus unseren Beobachtungen und der grossen Zahl übereinstimmender Berichte von Repressionen und Bestechungsversuchen schliessen wir, dass die Kommunalwahlen zumindest in weiten Teilen der türkischen Kurdengebiete nicht demokratischen Massstaeben entsprachen.


Die Tuerkei muss endlich freie und demokratische Wahlen gewaehrleisten. Die Angriffe von Sicherheitskraeften und die Verfolgung von kurdischen Oppositionellen – insbesondere von Repraesentanten und Anhaengern der Demokratischen Gesellschaftspartei DTP – muessen ein Ende haben. Die kurdische İdentitaet muss in der Verfassung der Türkei mit allen demokratischen und kulturellen Rechten verankert werden.
Die tuerkische Regierung muss endlich alle Einschraenkungen für den Gebrauch der kurdischen Wort- und Schriftsprache aufheben, die Versammlungsfreiheit sowie die Freiheit der Presse und Berichterstattung garantieren – und damit endlich der Umsetzung der Kopenhagener Kriterien nachkommen.
Da es Politik der türkischen Regierung ist, DTP-regierten Kommunen die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Budgets zu reduzieren, teilweise sogar willkuerlich zu entziehen, kann nur die schnellstmoegliche Einführung kommunaler Selbstverwaltung zur ökonomischen Entwicklung der kurdischen Regionen führen.
Die tuerkische Regierung muss endlich ablassen von ihrem Kriegskurs gegen die kurdische Freiheitsbewegung und die Friedensangebote der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) annehmen. Nur ein konsequenter und ehrlicher Friedensprozess, verbunden mit einer Amnestie für alle PKK-Mitglieder – auf den Bergen und in den Gefaengnissen – kann eine friedliche und demokratische Entwicklung ermöglichen.

Quelle:Indymedia 30.03.2009  (http://de.indymedia.org/2009/03/245652.shtml)



Werden die Stimmen in den Wahlurnen berücksichtigt, wenn sie nicht versiegelt sind ?



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Anatolie am 31. Mär 2009, 17:05
Kars, Ardahan und Mus, die meine Familie als Heimatstädte bezeichnet, haben allesamt die AKP gewählt. Ich verstehe die Welt nicht mehr.
In Kars kann ich mir das noch vorstellen, aber Ardahan? Wenn ich allein meine Verwandten angucke und mich an Interviews dort erinnere, stelle ich fest, dass die Bevölkerung mehrheitlich links bzw. sozial-demokratisch eingestellt ist.
Mus kenne ich zwar nicht besonders, aber die Enttäuschung ist dennoch groß.
Zum Glück Izmir, unsere Wahlheimat, nicht gefallen. Da hat die AKP hoffentlich verstanden, dass die "Gâvurs" ihnen nicht trauen werden.

Aber für mich sorgte Igdir für die größte Überraschung, von der MHP direkt zur DTP  :)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 31. Mär 2009, 19:14
In Kars kann ich mir das noch vorstellen, aber Ardahan? Wenn ich allein meine Verwandten angucke und mich an Interviews dort erinnere, stelle ich fest, dass die Bevölkerung mehrheitlich links bzw. sozial-demokratisch eingestellt ist.

Das stimmt, Ardahan ist sehr "links".
Türkisch-"links" wohlgemerkt. Die geben ihren Kindern Namen wie "Asker" , "Cantürk" oder "Öztürk".  Viele gaben ihren Söhnen sogar den Namen "Bülent" aus Liebe zum damaligen CHP-Vorsitzenden. Wenn du neben denen Kurdisch redest, gucken die dich doof an und versuchen dich in ihrem jämmerlichen Türkisch zum Türkentum zu bekehren. Und wenn du dann noch "elhamdulliah" und "bismillah" sagst, rufen die die Polizei. Ja ja, in Ardahan hat der Kemalismus noch eine Zukunft  :D

Darum ignoriere ich die Dreiteilung von Kars 1992 ...  Hauptsache nicht "Ardahan" ...


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwanro Kani am 31. Mär 2009, 21:37
Wahlergebnisse: AMED

In Amed  hat die DTP in 14 von 17 Wahlbezirken triumphiert und ist mit 67 %, die mit Abstand stärkste Partei. Osman Baydemir wurde wieder zum Oberbürgermeister von Amed gewählt. Stärkster Bezirk in Amed ist die PKK Hochburg Licê :)



A M E D:





Çêrmûg:
DSP
Mehmet Akdağ
[In diesem Bezirk leben ausschließlich Staatstreue Zaza’s]

Sankus:
CHP
Mehmet Geçitli
[Auch hier leben ausschließlich Staatreue Zaza’s.]

Hezro:
AKP
Fethullah Mehmetoğlu
[In diesem Bezirk geht man von einem Wahlbetrug seitens der AKP aus]





Eigentlich habe ich diesbezüglich was geschrieben, danach aber gelöscht, um unnötige Diskussionen zu vermeiden.

Aber du sollst trotzdem wissen, dass dein Kommentar weder stimmt und dazu ziemlich unverschämt ist. Zu deiner Kenntnis:

- In Cermuk leben auch Kurmanc und Turkomanen, auch in Sankus leben nicht ausschliesslich Zazas.

- Deine Bemerkung ähnelt der, der türksichen Faschisten, die jeden staatstreuen Kurden als seinesgleichen akzeptieren und die Patrioten als "hain kürt" abstempeln. Wie sehr man sich mit der Zeit ähnelt.

- In anderen Bezirken Amed`s wie Erxani, Hani, Piran,  wo DTP gewonnen hat, leben auch zahlreiche Zazas, wieso erwähnst du sie nur wenn es um Negatives geht?!

- Aufgrund der Stämme und Familien, kann man Cermuk zu Siwerek zählen. Bekanntlich kommen die Stämme aus dieser Gegend wegen der Tragiöde von 1979 mit der PKK nicht so klar.

- DTP hat in manchen Bezirken kaum präsenz gezeigt, manchmal wegen den Koricis, aber auch an Orten, wo sie eigentlich Wahlkampagne führen konnten, haben sie nicht einmal einen Kandidaten aufgestellt.

- Die Dimilis werden natürlich nicht auf Anhieb wie die Hakkari-Kurden wählen. Man soll bedenken, dass sie sprachlich sowie kulturell unter den kurdischen Parteien/Medien nicht oder kaum vertreten sind. Ausser ein paar kurdisch-islamischen Organisationen, Gott segne sie, die anständige Arbeit leisten.








Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 31. Mär 2009, 22:37
DTP gewinnt die Bürgermeisterämter in 99 Gemeinden

Die DTP hat die Wahl in einer Großstadt, sieben Provinzen, 51 Landkreisen und 40 Gemeinden gewonnen. Mit großem Abstand zur AKP hat die DTP die Wahl der Bezirkspalarmente in Diyarbakır, Hakkari, Van, Mardin, Muş, Şırnak, Batman, Ağrı und Iğdır gewonnen.

Folgende Kandidaten der DTP haben in den Provinzen, Landkreisen und Gemeinden gewonnen:
...
...

Quelle: ANF, 30.3.2009, ISKU (http://nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2009/14/02.htm)



DTP in Kurdistan an erster Stelle

Die Regierungspartei AKP hat bei den Kommunalwahlen große Verluste erlitten; die Oppositionsparteien konnten ihren Stimmenanteil deutlich erhöhen. Die DTP hat entgegen den Ankündigungen der AKP die Städte Diyarbakır, Dersim, Batman und Hakkari mit großem Vorsprung gewonnen. Van und Siirt konnte sie der AKP und Iğdır der MHP abgewinnen. In einigen anderen Städten werden die Posten der Bürgermeister jetzt von DTP, CHP oder MHP gestellt.

Die DTP ging aus den Wahlen als siegreichste Partei hervor. Innerhalb der Türkei kommt die DTP in den Bezirksparlamenten auf einen Stimmenanteil von 5,4 %. Im Vergleich dazu kam die DEHAP 2004 im Bündnis mit fünf weiteren Parteien unter dem Dach der SHP auf einen Stimmenanteil von 5,1%. Und obwohl die DTP anders als 2004 nun alleine in die Wahlen zog und in einigen Bezirken keine Kandidaten aufstellte, konnte sie ihren Stimmenanteil annähernd verdoppeln.

Präsident Erdoğan’s “ich will unbedingt” steht nun teils Rekordgewinnen der DTP wie z.B. in Hakkari von 79%, aber auch in Diyarbakir und Dersim gegenüber. Auch in Mardin, Kars, Adıyaman, Adana, Muş und Ağrı konnte die DTP ihren Stimmenanteil erhöhen.

Die DTP setzt ein klares Zeichen

Mit den Ergebnissen sendeten die KurdInnen die klare Botschaft, die kurdische Frage als Ganzes zu lösen, anstatt kleine Schönheitsreparaturen vorzunehmen. Die Botschaft, die auch schon während Newroz in Richtung Imralı geschickt wurde, konnte in den Wahlen nun nochmal bestätigt werden.

Während die DTP ihren Stimmenanteil in den kurdischen Gebieten verdoppelte, konnte sie im Westen keine Stimmgewinne verzeichnen. Die Einstellung einiger DTP-WählerInnen in Städten wie Istanbul, Ankara, Izmir und Adana, dass die Posten der BürgermeisterInnen dort ohnehin nicht zu gewinnen sind, darf nicht ignoriert werden. Der Stimmenanteil der DTP in der Türkei, den sie eigentlich erreichen könnte, wird ansonsten immer unter dem eigentlichen Potential bleiben.

Die AKP lässt Federn

Die AKP fällt nach ihren Gewinnen während der Wahlen von 2007 noch hinter das Ergebnis der Kommunalwahlen von 2004 zurück. Die DTP spielt dabei mit ihren Stimmgewinnen in den kurdischen Gebiete eine entscheidene Rolle. Die AKP musste auch in den Küstenorten der Ägais und am Mittelmeer große Verluste hinnehmen.

Neben den unerfüllten Erwartungen auf eine politische Lösung der kurdischen Frage hat auch die Finanzkrise zum Stimmenverlust der AKP beigetragen. Insbesondere der Einbruch in der Tourismusbranche in den Küstenstädten und die dortige Übernahme durch die CHP ist dafür ein konkretes Beispiel. Die AKP wird aufgrund dieses Rückschritts die Diskussion um vorzeitige Wahlen auf die Agenda holen. Wieder wird Erdoğan im Kabinett und mit der Parteiführung in Revision gehen, insbesondere da er für die Niederlage verantwortlich gemacht und ihn möglicherweise die Forderung nach einem Führungswechsel erwarten.

Auch die CHP liegt unterhalb ihrer Erwartungen

Die CHP, noch unter dem Einfluss der letzten Wahlen stehend, ist diesmal in Städten wie Istanbul, Ankara und Izmir mit Stimmenfängern wie Kemal Kılıçdaroğlu, Murat Karayalçın und Aziz Kocaoğlu in die Kommunalwahlen gegangen.

Anders als bei den vorherigen Wahlen, hat die CHP nicht über eine polarisierende Lazismus/Anti-Laizismus Kampagne, sondern mit Themen wie Korruption und Wirtschaft einen Stimmenzuwachs erreicht.

Auch MHP und SP sind mit einem Stimmenzuwachs aus den Wahlen hervorgegangen. Es sieht so aus, als ob sich der in der Türkei in den vergangenen Perioden wachsende Nationalismus in den Stimmen für die MHP wiederfindet.


Quelle: ANF, 30.3.2009, ISKU (http://nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2009/14/01.htm)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 31. Mär 2009, 22:56
- DTP hat in manchen Bezirken kaum Präsenz gezeigt, manchmal wegen den Koricis, aber auch an Orten, wo sie eigentlich Wahlkampagne führen konnten, haben sie nicht einmal einen Kandidaten aufgestellt.

Ja. Man muß auch bedenken, dass die DTP anders als andere Parteien keine reichen Gönner hat. Wie wird die Parteiarbeit finanziert? Von den Partei-Fahnen bis hin zu den Parteibüros und Kundgebungen gibt es Kostenstellen, von denen wir als reiche Europäer nichts mitkriegen. Von den Schwierigkeiten, die sich aus den zahlreichen Parteiverboten ergeben mal ganz zu schweigen ...

Man muss daher auch bedenken, daß die geringen Stimmen für die DTP in manchen Orten viele Ursachen haben können. Ein Fehler, der irgendwann in den 70iger gemacht wurde, kann auch im Jahr 2009 folgenschwer sein. Viele Menschen würden auch gar nicht in die Politik einsteigen, erst Recht nicht, wenn sie selbst ein Vermögen in die Partei investieren müssen. Für den AKPler ist es leicht, für ihn ist Politik eine Investition, eine Chance sich selbst zu bereichern, denn er hat ja den Staat hinter sich. Bei dem DTPler ist es eher anders rum, er steckt sein eigenes Geld in die Partei, wird im Gegensatz zu anderen Parteien keine staatl. Hilfen bekommen und muss stets einen Parteiverbot fürchten.

Die Ursachen sind vielfältig, Respekt an Baydemir, Demirbas & CO. !

Respekt vor so viel Mut!

Wie ein Kommentator es vorgestern bei Roj TV sagte "Hakikaten bu kürtler cok kahraman"


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Volk-ohne-Staat am 31. Mär 2009, 23:04
Welche Bedeutung haben die Kommunalwahlen für die Parlamentswahlen? Spielt es in der Türkei überhaupt eine Rolle?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 31. Mär 2009, 23:22
Welche Bedeutung haben die Kommunalwahlen für die Parlamentswahlen? Spielt es in der Türkei überhaupt eine Rolle?

Die Antwort findest du hier auf KM: Wahlspecial  l (http://www.kurdmania.com/News-sid-Vor-der-Wahl-Prognosen-fuer-Kommunen-in-Nordkurdistan-1019.html) und Wahlspecial ll (http://www.kurdmania.com/News-sid-Wahlspecial-fuer-den-29-Maerz-2009-1017.html)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Volk-ohne-Staat am 31. Mär 2009, 23:24
Danke Heval!

Und warum hat die DTP in Bingöl verloren?


Titel: Diyarbakir bleibt links
Beitrag von: kurdistan am 31. Mär 2009, 23:26
Zitat von: Tageszeitung Junge Welt
Diyarbakir bleibt links

Kommunalwahlen in der Türkei: Zwei-Drittel-Mehrheit für Kurdenpartei DTP in der Millionenmetropole. Landesweite Schlappe für Erdogans AKP

Von Nick Brauns, Patnos/Ararat

Mit landesweit 38,9 Prozent der Stimmen blieb die islamisch- konservative AKPartei des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei den Kommunalwahlen am Sonntag stärkste Kraft der Türkei. Doch gegenüber ihrem Parlamentswahlergebnis von 46 Prozent im Jahr 2007 mußte die AKP deutliche Verluste hinnehmen. Gewinner sind die nationalistische türkische Opposition und die kurdische Linke. Landesweit folgte der AKP die sozialdemokratisch- kemalistische Republikanische Volkspartei (CHP) mit 28 Prozent. Die rechtsextremen Grauen Wölfe der MHP, die mit rund 16 Prozent drittstärkste Kraft wurden, stellen nun in Adana sogar den Oberbürgermeister. Die islamisch-faschistisch orientierte Große Vaterlandspartei BBP, deren für Massaker an Aleviten verantwortlicher Vorsitzender Muhsin Yazicioglu vergangene Woche bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war, gewann mit über 50 Prozent in der zentralanatolischen Stadt Sivas den Bürgermeisterposten. Auch die radikalislamische Sadet-Partei konnte unzufriedene AKP-Wähler für sich gewinnen und ihren Anteil auf 4,68 Prozent verdreifachen. Trotz des massiven Stimmenkaufs der AKP im Vorfeld der Wahl und der Einführung eines kurdischsprachigen Staatsfernsehens triumphierte in den kurdischen Provinzen im Südosten der Türkei die Partei für eine Demokratische Gesellschaft (DTP). Diese tritt für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage ein. Zu den bisher bereits von der DTP regierten über 50 Städten und Kommunen gewann die Partei unter anderem die als konservativ geltenden Orte Van und Siirt dazu und regiert nun 99 Städte und Gemeinden. Ein Rekordergebnis verbuchte die DTP in Hakkari, der ärmsten Provinz des Landes. Hier quittierten die Menschen die seit Jahren andauernden Übergriffe von Militär und Polizei mit 80 Prozent Stimmanteil für die DTP. Ministerpräsident Erdogan hatte vor den Wahlen vollmundig verkündet, die »Festung Diyarbakir«, die er auch als »die Hochburg der kurdischen Nationalbewegung« bezeichnete, für seine AKP einzunehmen. Doch die DTP überrundete in der »heimlichen Hauptstadt Kurdistans« mit 66,5 Prozent die islamische Partei um mehr als das doppelte. Zehntausende Menschen – Junge und Alte, Männer und Frauen, Mädchen mit Kopftüchern oder in Jeans – feierten den Wahlsieg vor der DTP-Zentrale der Millionenmetropole am Tigris (kurdisch: Dicle). Neben dem wiedergewählten Bürgermeister Osman Baydemir ließen sie auch den inhaftierten Führer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistan (PKK), Abdullah Öcalan, hochleben und skandierten: »Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier«. Jugendliche griffen AKP-Büros mit Steinen an. In Wahllokalen kurdischer Dörfer schüchterten mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten die Wähler ein. Teilnehmer von Beobachterdelegationen, die auf Einladung der DTP unter anderem aus Deutschland, Frankreich und Italien gekommen waren, berichteten von zahlreichen Wahlmanipulationen durch staatliche Kräfte. »Jeder zweite Sack mit Stimmzetteln kam unversiegelt bei der zentralen Wahlbehörde an«, bemerkten Mitglieder einer deutschen Delegation in der Garnisonsstadt Patnos in der Ararat-Provinz. »Wir hatten den Eindruck, daß die eigentliche Wahlaufsicht bei der Militärpolizei Jandarma lag.« Bis spät nachts harrten DTP-Anhänger vor der Wahlbehörde aus, um einen Betrug zu verhindern. Schließlich siegte trotz aller staatlichen Manipulationsversuche auch in Patnos der DTP-Kandidat Yussuf Yilmaz gegenüber der bislang regierenden und von den örtlichen Großgrundbesitzern gestützten »Demokratischen Partei«.

Quelle: Tageszeitung Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2009/03-31/036.php)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 31. Mär 2009, 23:42
Man kann sich über die Ergebnisse der Kommunalwahlen freuen, aber man sollte es nicht übertreiben.

Ein Außenstehender würde sich wundern, wieso wir uns so sehr freuen, das eine Kurdische Partei in einer Kurdischen Provinz, von Kurden gewählt worden ist.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: siyabendo am 31. Mär 2009, 23:53
 14 Bürgermeisterinnen der DTP

Die DTP, die bei den Kommunalwahlen im Vergleich zu den anderen angetretenen Parteien am meisten Frauen für das Bürgermeisteramt kandidieren ließ, hat in 14 Orten mit Kandidatinnen Erfolg gehabt. Die AKP stellt zwei Bürgermeisterinnen, die CHP eine und die MHP gar keine.

17 Frauen von der DTP hatten für ein Bürgermeisteramt kandidiert; in 14 Provinzhauptstädten und Bezirken wird künftig eine Frau von der DTP das Amt besetzen: Dersim, Bağlar, Bismil, Lice, Eğil (Bezirke in der Provinz Diyarbakır), Derik, Nusaybin (Bezirke in der Provinz Mardin), Yüksekova (Bezirk in der Provinz Hakkari), Doğubeyazıt (Bezirk in der Provinz Ağrı), Uludere (Bezirk in der Provinz Şırnak), Varto (Bezirk in der Provinz Muş), Bostaniçi (Bezirk in der Provinz Van) und Viranşehir (Bezirk in der Provinz Urfa).

http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2009/14/03.htm

schuld ist wohl der song hier: http://www.youtube.com/watch?v=Iu2vOZSy5yc&feature=related

 ;)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 31. Mär 2009, 23:57
Danke Heval!

Und warum hat die DTP in Bingöl verloren?


z.B. deswegen  (http://www.kurdmania.com/Forum-topic-3622-start-176.html) Antwort: #180

Eine eindeutige Antwort auf deine Frage wird es wohl nicht geben, da die Köpfe der Menschen nicht durchsichtig sind. 


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Anatolie am 01. Apr 2009, 22:15

Das stimmt, Ardahan ist sehr "links".
Türkisch-"links" wohlgemerkt. Die geben ihren Kindern Namen wie "Asker" , "Cantürk" oder "Öztürk".  Viele gaben ihren Söhnen sogar den Namen "Bülent" aus Liebe zum damaligen CHP-Vorsitzenden. Wenn du neben denen Kurdisch redest, gucken die dich doof an und versuchen dich in ihrem jämmerlichen Türkisch zum Türkentum zu bekehren. Und wenn du dann noch "elhamdulliah" und "bismillah" sagst, rufen die die Polizei. Ja ja, in Ardahan hat der Kemalismus noch eine Zukunft  :D

Darum ignoriere ich die Dreiteilung von Kars 1992 ...  Hauptsache nicht "Ardahan" ...


Ich weiss nun nicht genau, was du für Erfahrungen mit Leuten aus Ardahan gemacht hast, aber teilweise verallgemeinerst du, und das finde ich nun nicht allzu korrekt.
Ich kenne genug 'tatsächlich' linkseingestellte Menschen aus Ardahan, natürlich gibt es auch solche, wie du sie kennst. Das gibt es aber in nahezu jeder Stadt in der Türkei. Ob CHP- oder DSP-Wähler alle wirklich sozial-demokratisch eingestellt sind oder nciht, kann niemand beurteilen, weder du noch ich. Möchtegernlinke gibt es bekanntlich immer.
Auch das mit dem Kurdischen verallgemeinerst du, bestimmt sind manche so eingestellt, aber auch nicht alle.
Was Namen wie "Asker" , "Cantürk" oder "Öztürk" angeht, das sind nicht einmal Vornamen, weshalb ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass Kinder so genannt werden; und wenn, dann finde ich das sowieso absurd, ohne Zweifel.
Der Kemalismus habe noch eine Zukunft da meinst du, unterscheidest du auch zwischen Kemalisten und Leuten, die Atatürk respektieren und mögen? Denn das Eine ist nicht immer gleich das Andere.

Die Intention hinter folgendem Satz habe ich nicht verstanden, ich würde mich freuen, wenn du das näher erläutern würdest:

"Und wenn du dann noch "elhamdulliah" und "bismillah" sagst, rufen die die Polizei."






Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Ciwanro Kani am 03. Apr 2009, 22:02
Haydar Isik zu den Wahlen in der Provinz Dersim und den Intrigen der türk. Linke

*edit*


http://www.yeniozgurpolitika.org/?bolum=yazi&yid=6678


Auch interessant, die Vorwürfe des DTP-Abgeordenten Selahattin Demirtas gegen die Polizei und TSK:

*edit*

http://www.rojaciwan.com/haber-47058.html

Türkischsprachige Artikel, die weder mit einer deutschsprachigen Zusammfassung noch einer Übersetzung kommentiert sind, sind im Forum nicht erlaubt, daher wurden die Artikel durch ihre Links ersetzt! KM-Team


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: sekevir am 03. Apr 2009, 22:59
http://www.aktifhaber.com/news_detail.php?id=215913

Herr Erdogan erklärt die Wahlniederlage seiner Partei in Nordkurdistan:

Bei einer Befragung der Presse mit dem Hinweis der Erklärung des Generalstabs bzgl. der Wahlergebnisse im Osten, antwortete Erdogan, dass :

Zitat
"Dort unter Drohungen eine Wahlkampf stattgefunden hat. Leider haben wir im Südosten unter Anwendung von Druck eine Wahl erlebt ... Den Bürgern wurden unter den Türen Drohbriefe durchgeschoben."

Der Kommentar eines Lesers (Yaprak):
"Dein Gott möge Dir Verstand geben ... Ja klar, die Kurden haben unter Angst ihre Stimmen der DTP gegeben, aus Angst haben sich Massen von Jungen, Alten, Männer, Frauen und Kinder zu Freudengesängen und -tänzen hinreisen lassen und bis in die frühen Morgenstunden die Wahl unter freiem Himmel gefeiert. Der Ministerpräsident hat Recht, alle haben unter Drohung und ohne zu wissen was sie tun gefeiert."

 ;D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Massimo am 04. Apr 2009, 13:47
Wir sind keine Linken, liebe "Junge Welt-Journalisten"!
Wir sind die demokratische Opposition in der Türkei, die DTP!
Wie es mich immer aufrecht, dass immer diese linken Extremisten sich auf kurdische Veranstaltungen aufhalten.
Jeder der in Hannover war, hat gesehen, wie die Marxisten Werbung in eigener Sache gemacht haben, die Zigeuner, wie sie ausgesehen haben.
Und jetzt schreiben sie "Diyarbakir bleibt links"!
Warum werben sie unter uns, weil die meisten Kurden von uns dumm sind und sehen aha da sind 2-3 kurdische Politiker unter denen, die wählen wir.
Naja hoffentlich denken wir bald um, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!!! 


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 04. Apr 2009, 15:50
Aus dem Kuriositäten-Kabinett:

In einem Dörfchen der Provinz  Sêwas  (http://www.hurriyet.com.tr/english/domestic/11360481.asp?gid=243) hatte ein Kandidat für das Amt des Dorfvorstehers, für den am Ende siegreichen Gegenkandidaten gestimmt, versehentlich, wie er behauptet. Allerdings hatte zuvor schon seine Ehefrau öffentlich bekanntgegeben, dass sie wie alle anderen an der Wahl teilnehmenden Verwandten nicht für ihn, sondern eben für den anderen stimmen würden.

Shit happens. Ein Unglück kommt eben selten allein.  ;D


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: miran am 04. Apr 2009, 20:45
Der DTP-Fraktionsvorsitzende, Selahattin Demirtas, hat auf die Vorwürfe Erdogans - die DTP hätte einen Wahlkampf unter Drohungen geführt - erwidert, dass in Agri, Bingöl und Bitlis die Sicherheitskräfte und Provinzgouverneure offen zugunsten der AKP tätig waren.

Weiter sagte Demirtas, dass Teile der Bevölkerung durch die AKP-nahen Kräfte mit der Kündigung ihrer Grünen Karte (Karte für kostenlose medizinische Betreuung) bedroht wurden. Er fügte hinzu, Erdogan vergesse, dass es während der Wahlphase nicht eine Klage wegen angeblicher Bedrohungen seitens der DTP oder wegen Drohbriefen, die unter Türen durchgeschoben wurden, gegeben hat.

Demirtas behauptete, wenn nach diesen Aussagen Erdogans und Cemil Ciceks (stellvert. Ministerpräsident) erneute eine Wahl durchgeführt werden würde, würden die Stimmen der DTP um weitere 50 % steigen.

http://www.cnnturk.com/2009/turkiye/04/04/dtp.tehditle.oy.aldilara.cevap.verdi/520977.0/index.html


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 06. Apr 2009, 21:38
Bürgermeister Demirbaş wieder im Amt

Der populäre Bürgermeister des Stadtbezirks Sur in Amed [trk.: Diyarbakır] ist 2 Jahre nach seiner Absetzung wieder ins Amt gewählt worden.

Kurdmania berichtete (http://www.kurdmania.com/News-sid-Abdullah-Demirba-351-Gesichter-Kurdistans-2-1012.html) über die Hintergründe seiner Absetzung.


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: A M E D am 06. Apr 2009, 23:53
Die Kurdenpolitik der Türkei ist gescheitert



(http://www.kurdshow.com/alikari/articlefiles/9938-8.jpg)

DTP-Vizechef Kamuran Yüksek im Interview




Zitat
Kamuran Yüksek ist stellvertretender Vorsitzender der prokurdischen Partei der Demokratischen Gesellschaft (Demokratik Toplum Partisi – DTP), die bei den jüngsten Kommunalwahlen in den kurdischen Regionen der Türkei bemerkenswert erfolgreich war. Für ND befragte Martin Dolzer den Politiker.


ND: Statt 57 regiert die DTP nach den jüngsten Kommunalwahlen 99 Gemeinden. Wie erklären Sie den Erfolg?

Yüksek: Ein Hauptgrund unseres Erfolgs ist, dass wir mit unserem Politik-ansatz versuchen die Bevölkerung im Rahmen einer transparenten, bedürfnisorientierten, linken Regionalpolitik in sämtliche Entscheidungen einzubinden. Auch die mangelnde Perspektive und Konsistenz der Politik der regierenden AKP haben sicherlich zu unserem Erfolg beigetragen. In Anbetracht der Tatsache, dass wir vor den Wahlen kaum Raum in den Medien erhielten und auch keine Wahlkampfkostenerstattung bekommen, ist der Erfolg noch höher zu bewerten.


Alle gewonnenen Gemeinden liegen in den kurdischen Provinzen. Warum, glauben Sie, sieht die kurdische Bevölkerung die DTP als ihre Interessensvertretung an?

In vielen Teilen der kurdischen Provinzen herrscht noch immer Krieg. Die jahrzehntelange staatliche Politik des Entzugs sozialer und ökonomischer Rechte, die andauernde Folterpraxis und extralegale Hinrichtungen sind für die Menschen eine schwere Last. Da auch wir unter Gefährdung unserer Freiheit und unseres Lebens für Menschenrechte, Demokratie und Frieden einstehen, sind wir glaubwürdig. Wir wollen die politische und administrative Struktur der Türkei auf die Basis einer größeren regionalen Autonomie und einer neuen Verfassung stellen, die die Rechte aller Identitäten und Glaubensrichtungen garantiert. Wir arbeiten darüber hinaus seit Jahren daran, feudalistische Strukturen aufzubrechen und die Gleichberechtigung der Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen.


In Agri hat die DTP das Wahlergebnis aufgrund offensichtlichen Betrugs angezweifelt. Seitdem kommt es in der Stadt zu Protesten. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet. Wie ist die Situation dort?

Laut offiziellem Ergebnis hat die AKP die Wahl in Agri mit einem Vorsprung von 2000 Stimmen gewonnen. Es wurde jedoch aufgedeckt, dass die Wahlkommission 3000 Stimmen der DTP ohne ersichtlichen Grund für ungültig erklärt hat. Zudem kam es zu weiteren dokumentierten Unregelmäßigkeiten. Unser Anliegen ist eine Wahlwiederholung oder die Neuauszählung der Stimmen. In erster Instanz wies die Wahlkommission den Einspruch allerdings zurück. Das ist der Grund für die Proteste der Bevölkerung, die seit Tagen anhalten. Die Polizei reagiert bisher mit Gewalt auf die Demonstrationen. Dutzende Personen wurden verletzt, etwa 100 wurden verhaftet. Viele von ihnen sind in der Haft Folter und Misshandlungen ausgesetzt.


Gab es auch an anderen Orten Wahlbetrug?

Im Stadtzentrum von Mardin, wo wir mit sehr geringem Rückstand verloren haben, wurden im Müll verbrannte DTP-Stimmen gefunden. Auch über den Diebstahl von Urnen wurde berichtet. Dagegen haben wir Einspruch eingelegt, über den noch nicht entschieden wurde. Im Zentrum von Bingöl hat die DTP ebenfalls nur knapp die Mehrheit verpasst. Unsere Stimmen wurden dort teilweise anderen Parteien zugeschrieben. Außerdem wurden – das ist belegt – 1800 Stimmen aus einem anderem Ort für die Bürgermeisterwahl im Zentrum benutzt. Die Wahlkommission hat unsere Klage zwar angenommen, das Ergebnis jedoch nicht korrigiert. Auch in Mus und Bitlis kam es zu ähnlichen Formen von Wahlbetrug. Die AKP versuchte zudem, die Armut der Menschen auszunutzen und Stimmen durch Geschenke oder Geld zu kaufen. Gouverneure, Polizei und Militär haben die AKP darüber hinaus durch Druck auf die Bevölkerung, unterstützt.


In den türkischen Medien hat sich die Qualität der Diskussion um die kurdische Frage nach den Wahlen verändert. Der türkisch-kurdische Konflikt wird mittlerweile ergebnisoffen diskutiert – zum Teil sogar, ohne die PKK als politischen Akteur zu verleugnen. Worin vermuten Sie die Gründe einer solchen Veränderung?

Die Assimilationspolitik des türkischen Staates gegenüber den Kurden ist gescheitert. Durch die Wahlen ist noch einmal besonders deutlich geworden, dass die Bevölkerung nicht gewillt ist, eine auf Gewalt, Vernichtung und Krieg beruhende Perspektive zu akzeptieren. Die kurdische Freiheitsbewegung leistet seit 30 Jahren Widerstand gegen Unrecht. Auch die PKK und Abdullah Öcalan, dessen Freilassung wir fordern, versuchen eine demokratische und friedliche Lösung des Problems voranzutreiben. Wir hoffen und wünschen, dass diese Gelegenheit nicht verpasst wird.

Unserer Meinung nach ist ebenfalls sehr wichtig, dass die EU und die internationale Staatengemeinschaft zu einer friedlichen Lösung des Problems beitragen.


Quelle: Neues Deutschland 07.04.2009 (http://www.neues-deutschland.de/artikel/146857.die-kurdenpolitik-der-tuerkei-ist-gescheitert.html)



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 09. Apr 2009, 23:43
Alles nur ein Mißverständnis



İhsan Arslan (http://www.hurriyet.com.tr/yazarlar/7506854.asp?yazarid=131&gid=61&sz=21159), AKP-Abgeordneter aus Amed (Diyarbakir):

Zitat
"Bu sorunu çözmek isteyen hiç kimse DTP'yi, PKK'yı ve Abdullah Öcalan'ı görmezden gelemez ve yok sayamaz. Realiteleri hiç kimse göz ardı etmesin. Aksi halde hiçbir sorun çözülemez. Bu güne kadar da çözülememiştir. Hiçbir tarafın her dediği olamaz. Çünkü çözüm ararken her iki tarafın da özveride bulunması gerekiyor.”


"Wer die Kurdenfrage lösen will, kann die DTP, die PKK und Abdullah Öcalan nicht ignorieren. Man muß kompromißbereit sein. Alle beiden Seiten müssen sich um eine Lösung bemühen"


Taraf (http://www.taraf.com.tr/haber/30410.htm), 23.03.2009



Gegen den AKPler İhsan Arslan wurde wegen Separatistischer Propaganda und Unterstützung einer Terrororganisation ein Verfahren eingeleitet. Die Reaktion des Premierministers Erdogan (AKP) :

Zitat
"Ben tabi milletvekili arkadaşımın sözlerinin sizin bahsettiğiniz anlamda olduğunu düşünmüyorum. Bizim partimiz, PKK ile en çok mücadele eden bir partidir. PKK ile masa oturulması gerektiğini ifade eden bir cümle kullandığına inanmıyorum"

"Ich glaube nicht, daß die Worte unseres Abgeordneten so gemeint sind, wie sie von den Medien dargestellt wurden. Unsere Partei ist eine Partei, die sehr gegen die PKK gerichtet ist. Ich glaube nicht, daß er gesagt hat, man müsse sich mit der PKK am den Verhandlungstisch setzen"

Haber Diyarbakir (http://www.haberdiyarbakir.com/news_detail.php?id=18092&uniq_id=1239672420), 9.04.2009


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Cibal am 11. Apr 2009, 20:41
Das Dilemma in Dêrsim geht weiter. Die "Oppositionelle" haben nach den verlorenen Wahlen einige pro-kurdische Websites beim Vaterstaat angezeigt, anders gesagt Klage gegen sie eingeleitet.


http://www.munzur.org/modules.php?name=News&file=article&sid=5660 (http://www.munzur.org/modules.php?name=News&file=article&sid=5660)

http://www.newededersim.com/news_detail.php?id=3427 (http://www.newededersim.com/news_detail.php?id=3427)



Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Kurdistani am 11. Apr 2009, 23:43
Wie sieht es mit Neuwahlen in den betroffenen Städten aus ? Is da ne reaslistische Chance ..wa smeint ihr ?


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: xemxwar am 19. Apr 2009, 02:08
DTP-Sieg wird aberkannt

In 99 Gemeinden darf die DTP nach den Wahlen am 29. März 2009 den Bürgermeister stellen, in einer Großstadt, in sieben Provinzen, 50 Landkreisen und 40 Gemeinden. Die Gemeinde Kaniyahenê (Bekirhan), die zu Hezo (Kozluk) aus der Provinz Elih (Batman) gehört, gewann die DTP mit ihrem Kandidat Selahattin Bulak.

Nun wurde die Wahl in Kaniyahenê (425 Stimmen für die DTP und 392 für die AKP) und damit der Sieg Selahattin Bulaks für ungültig erklärt, da dort scheinbar 2 Personen im Namen von 33 Personen gewählt hätten ( haberdiyarbakir  (http://haberdiyarbakir.com/news_detail.php?id=18306&uniq_id=1240458590)).

Der DTP-Abgeordnete aus Elih, Bengi Yildiz, beschuldigt die AKP des politischen Drucks, denn die Aberkennung des Sieges in Kaniyahenê war seitens der AKP angedroht worden.


Zitat
DTP gewinnt die Bürgermeisterämter in 99 Gemeinden

Die DTP hat die Wahl in einer Großstadt, sieben Provinzen, 51 Landkreisen und 40 Gemeinden gewonnen. Mit großem Abstand zur AKP hat die DTP die Wahl der Bezirkspalarmente in Diyarbakır, Hakkari, Van, Mardin, Muş, Şırnak, Batman, Ağrı und Iğdır gewonnen.

Folgende Kandidaten der DTP haben in den Provinzen, Landkreisen und Gemeinden gewonnen:

DİYARBAKIR

Stadt Diyarbakir: Osman Baydemir

Bağlar: Yüksel Baran

Bismil: Cemile Eminoğlu

Çınar: Ahmet Cengiz

Dicle: Mustafa Uyguner

Eğil: Petek Çapanoğlu

Ergani: Fesih Yalçın

Hani: Abdurrahman Zuğurlu

Kayapınar: Zülküf Karatekin

Kocaköy: Remzi Çallı

Kulp: M. Nesim Şimşek

Lice: Fikriye Aytin

Silvan: Fadıl Erdede

Sur: Abdullah Demirbaş

Yenişehir: Selim Kurbanoğlu

Gemeinden:

Ağaçlı (Kulp): Metin Dinar

Kuyular (Hani): Seyit Narin

Özekli (Hani): Ramazan Karacadağ

Kaygusuz (Dicle): Mehmet Salık

SİİRT

Siirt Zentrum: Selim Sadak

Kurtalan: Necat Yılmaz

Eruh: Mehmet Melih Oktayı

Gemeinden:

Gökçebağ (Civanika) Beldesi: Ahmet Bardak

URFA

Viranşehir: Leyla Güven

Ceylanpınar: İsmail Asrslan

Suruç: Ethem Şehin

Gemeinden:

Yukarı Göklü: Bozan Yılmaz

Aligor (Onbirnisan): İbrahim Parıldar

MARDİN

Mazıdağı: Hasip Aktaş

Derik: Çağlar Demirel

Kızıltepe: Ferhan Türk

Nusaybin: Ayşe Gökkan

Dargeçit: Süleyman Asan

Gemeinden:

Pınardere: Abdulkadir Dağ

Yeşilalan: Gülbeyaz Güneş

Sürgücü: Fikri Ökmen

Yalım: Abdulkerim Adam

Girmeli: Ömer Altun

Akarsu: Lokman Fındık

Duruca: Zeki Kavak

Kılavuz: Ahmet İnci

ŞIRNAK

Şırnak: Ramazan Uysal

Cizre: Aydın Budak

Silopi: Emin Toğurlu

İdil: Resul Sadak

Uludere: Şükran Sincar

Beytüşşebap: Yusuf Temel

Gemeinden:

Balveren (Şırnak): Abdulrezak Yıldız

Kumçatı (Şırnak): Abidin Durak

Uzungeçit (Uludere): Ali Bayram

Sırtköy (İdil): Nuri Akman

Başverimli (Silopi) Sinan Uysal

BATMAN

Batman: Nejdet Atalay

Kozluk: Mehmet Reşit Haşimi

Gercüş: Esat Öner

Gemeinden:

Bekirhan Beldesi (Kozluk): Selahattin Bulak

BİNGÖL

Karlıova: Ferit Çelik

DERSİM

Dersim Zentrum: Edibe Şahin

BİTLİS


Tatvan: Abdullah Ok

Güroymak: Mehmet Emin Özkan

Gemeinden:

Kuruludere:

Ovakışla:

KARS

Digor : Muzaffer Kutay

Kağızman: Mehmet Alkan

Gemeinden:

Dağpınar (Digor): Ayhan Erkmen

AĞRI

Doğubeyazıt: Canan Korkmaz

Diyadin: Celal Tanrıverdi

Patnos: Yusuf Yılmaz

MUŞ

Varto: Gülşen Değer

Malazgirt: Mehmet Nuri Balcı

Bulanık: Ziya Akkaya

Gemeinden:

Vartinis (merkez):

Konakkuran (Malazgirt):

Yenişem (Bulanık): Ali Haydar Aydın

Erentepe (Bulanık): Mehmet Yaşık

Molakent (Bunalık): Masar Yılmaz

Rüstemgedik (Bulanık): Halef Yüce

Elmakaya (Bulanık): Mustafa Orhan

Sarıpınar (Bulanık): Cemil Yünaçtı

HAKKARİ

Zentrum: Fadıl Bedirhanoğlu

Şemdinli: Sedat Töre

Çukurca: Mehmet Kanar

Yüksekova: Ruken Yetişkin

Beldeler:

Esendere (Yüksekova): Hurşit Alptekin

IGDIR

Zentrum: Mehmet Nuri Güneş

Gemeinden:

Halfeli (Zentrum): Ömer Aksu

VAN

Zentrum: Bekir Kaya

Başkale: İhsan Güler

Muradiye: İzzet Çelik

Özalp: Murat Durmaz

Edremit: Abdulkerim Sayan

Gemeinden:

Bostaniçi (Zentrum): Nezahat Ergüneş

Çelebibağ (Erciş): Veysel Keser

ADIYAMAN

Gemeinde:

Bulam (Çelikhan):

AYDIN:

Gemeinde:

Ovaemiri (Zentrum): Muzaffer Yöndemli

Savurca (Söke): Ahmet Ölter

MERSİN

Akdeniz: M. Fazıl Türk

KONYA

Gemeinde:

Gölyazı (Cihanbeyli) : Molla Şimşek

Vergleich der Stimmanteile von DTP und AKP in den Provinzen

DİYARBAKIR: DTP: 59,31, AKP: 32,38

HAKKARİ: DTP: 71,33 AKP: 21,17

VAN: DTP: 48,31 AKP: 34,99

MARDİN: DTP: 43,82 AKP: 27,16

ŞIRNAK: DTP: 60,04 AKP: 31,61

BATMAN: DTP: 52,68 AKP: 35,27

AĞRI: DTP: 37,23 AKP: 28,94 SP: 11,23

MUŞ: DTP: 43,33 AKP: 32,52 SP: 8,29

IĞDIR: DTP: 32,85 AKP: 22,95 MHP: 16,48 BĞSZ: 12,96

SİİRT: AKP: 36,52 DTP: 35,65

KARS: AKP: 36,57 DTP: 17,65 MHP: 17,58 CHP: 14,57

URFA: AKP: 40,22 DTP: 19,58

DERSİM: AKP: 28,90 DTP: 18,87

BİNGÖL: AKP: 41,20 DTP: 21,50 SP: 20,00

ADIYAMAN: AKP: 49,23 CHP: 14,76 SP: 12,83 MHP: 7,88 DTP: 5,70

ELAZIĞ: AKP: 46,45 MHP: 16,98 SP: 14,15 CHP: 6,79 DP: 4,60 DTP: 3,83

ANTEP: AKP: 47,98 CHP: 24,07 MHP: 8,90 DTP: 5,08

Quelle: ANF, 30.3.2009, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen @ ISKU | Informationsstelle Kurdistan


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Qers am 30. Apr 2009, 01:08
GRÜNKEMALISTEN SCHLAGEN ZU: Verhaftungswellen gegen DTP und "Hizbullah"


Die AKP betrieb im "Osten und Südosten der Türkei" einen Wahlkampf der besonderen Art. Anlässlich der Regionalwahlen wurde ein staatlicher kurdischsprachiger Fernsehkanal gegründet. Zusätzlich wurden insbesondere in Diyarbakir Stimmen erkauft, wo bedürftige Kurden ihre Hand auf den Koran legen und schwören mussten, daß sie "die richtige Partei" wählen. Es kam allerdings anders als geplant: die Wahlergebnisse waren trotz Armut und Gutgläubigkeit / Käuflichkeit vieler Kurden besonders in der Millionenmetropole mit der größten symbolischen Wirkung überraschend schlecht für die AKP.



"ASSIMILATION IST EIN VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT"

Dass die "Reformen" der AKP eine Farce sind wurde zuletzt in Diyadin (Privinz Ağrı) deutlich. Ermutigt durch die vor den Wahlen traditionell kurdenfreundlichen Äusserungen der AKP/Milli-Görüs - M i n a f i q s, fühlten sich die kurdischen Vertreter der unterschiedlichsten Parteien so frei, daß sie ihren Wahlkampf teilweise in Kurdisch betrieben. Nach den Wahlen wurden gegen 11 Kurden wegen Verstoßes gegen das Wahlgesetzt Verfahren eingeleitet. Unter ihnen befinden sich nicht nur die DTP-Politiker Celal Tanrıverdi, Orhan Artuç und Rıfat Polat, sondern auch u.a. die AKP-Politiker Cemal Kaya und Seyfettin Yaşlı, sowie Politiker aus den Parteien DSP, CHP, ANAP und LDP. Schon im Vorfeld der Wahlen ging die türkische Justiz gegen Kurden vor: Während die AKP mit dem Segen des Militär einen kurdischen Fernsehsender gründete, ging man gleichzeitig gegen die kurdischen Fernsehsender Gün TV und Hayat TV vor und leitete Verfahren gegen kurdische Printmedien ein, u.a. gegen die teilweise kurdischsprachige islamische Wochenzeitschift "M i z g î n".


Wie es denen ergehen kann, die sich von der AKP/Milli-Görüs-Bewegung und der Gülen - Sekte instrumentalisieren lassen, wurde im Fall von "Hizbullah" sehr deutlich. Die Organisation "Mustazaf Der" , die der "Hizbullah" nahe steht, machte vor wenigen Wochen auf sich aufmerksam, als sie erklärte sie werde bei den Regionalwahlen 2009 keine Partei unterstützen. Dies wurde als Anzeichen für einen Konflikt mit der AKP gewertet. Es folgte eine Schmutzkampagne in den Printmedien der Gülen-Bewegung, die eigenen Leute aus diesem Umfeld wurden in Justiz, Polizei und Medien in Bewegung gesetzt, um "Hizbullah" einzuschüchtern. Es folgte eine Verhaftungswelle.



DIE GESCHICHTE WIEDERHOLT SICH

1996: Necmettin Erbakan, der Führer der Vorläuferpartei der AKP (RP, Refah Partisi) reist nach Libyen. Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi fragt den türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan vor laufenden Kameras nach der Lage der Kurden.

Erbakans Antwort: Es gibt keine Probleme zwischen Kurden und Türken, wir Leben in Frieden zusammen. Der Führer der Partei, die in Bingöl, Van und Agri sehr zum Mißfallen der kemalistischen Medien eine (scheinbar) prokurdischen Wahlkampf betrieb, nahm nach den Wahlen die typisch kemalistische Leugnungshaltung ein. Doch nicht nur ihre kurdischen Wähler hatte die RP verraten: Die Türkei unter der Milli-Görüs-Bewegung trat anders als versprochen nicht aus der NATO aus, ganz im Gegenteil hielt das türkische Militär unter der REFAHYOL-Regierung erstmals mit Israel und den USA ein Marine-Manöver zur Abschreckung Syriens ab. In der Frage der Außen- und Kurdenpolitik wird die AKP/Milli-Görüs-Bewegung stets mit dem System kollaborieren und versuchen sich als "besserer Diener" zu profilieren.



WER NICHT HÖREN WILL MUSS FÜHLEN

Die Instrumentalisierung des Islam im kemalistischen  System als Waffe gegen die Kurden mag bei manchen Menschen Erfolg haben, jedoch sind die Motive kurdischstämmiger Menschen für den Verrat am eigenen Volk oftmals nicht nur Naivität, sondern auch teilweise einfache Profitgier. In manchen Provinzen geht es vorrangig um Stammesinteressen, aber oftmals auch um persönlichen Nutzen. Ein Paradebeispiel ist Gülşen Orhan, eine AKP-Abgeordnete aus Van.

Gülşen Orhan legte ihr Kopftuch ab, um für eine "islamische" Partei ins türkische Parlament einziehen zu können. Es ist die persönliche Entscheidung einer Muslima, ob sie Kopftuch trägt oder nicht, dies ist eine Angelegenheit zwischen Qul und Allah. Der springende Punkt an dieser Person ist eher, wie sehr ein Mensch seine eigene Identität verraten kann, nur um als Vorzeigefrau einer Partei benutzt zu werden. Als Gülşen Orhan auf TRT-6 das kurdische Lied "Dotmam" sang, wurde sie berühmt in der Türkei, als es vor den Wahlen noch darum ging, TRT-6 als Alternative zu Roj-TV zu etablieren. Die Motive hinter dieser Wahlkampf-  H î l e k a r î  waren den Beteiligten durchaus klar.

Die Lehre, die die Kurden daraus ziehen, könnte sein, daß wer heute sein Volk verrät, morgen auch sehr wohl seinen Glauben verraten kann. Gülşen Orhan als Kurdischer Handlanger der AKP/Milli-Görüs-Bewegung ist kein Einzelfall ....


(http://img210.imageshack.us/img210/9107/akppoll.jpg)


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: Amos am 03. Mai 2009, 01:12
Fundsache:

Zitat
Knappe Wahl in Çineriya

Mit seiner und der Stimme seiner Frau wurde am 29.03.2009 der Yezide Mehmet Alcu ( Pir Hemê) zum Ortsvorsteher von Yolveren (Cineriya) im Kreis Besiri (Qubinê) wieder gewählt.

Mehmet Alcu bereitet sich nun auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde vor. Die beiden Stimmen repräsentieren 100% der abgegebenen gültigen Stimmen.

Siehe auch: www.internethaber.com/news_detail.php

http://www.yeziden.de/44.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=825&tx_ttnews[backPid]=22&cHash=b96a314918




Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: SiWan am 25. Mai 2009, 21:22
Die türkischen Kommunalwahlen liegen knapp 2 Monate zurück und wir fragen uns, was sich seit dem getan hat in der Türkei. Kleiner Rückblick: Die DTP ist mit knapp 2,5 Millionen Stimmen als stärkste Partei aus der Kurdenregion hervorgegangen und stellt damit 98 BürgermeisterInnen. Auch bei diesen Wahlen gab es einige Ungereimtheiten. In der Provinz Agri wurden 4000 Stimmen an die DTP ohne Begründung für ungültig erklärt. Mit diesen 4000 Stimmen wäre der DTP-Kandidat in dieser Provinz als Bürgermeister hervorgegangen. Außerdem verschwanden viele Wahlurnen und Wählerstimmen, woraufhin unabhängige Wahlbeobachter eine Neuwahl in Agri forderten. Als diese Forderung abgelehnt wurde, kam es mehrere Tage lang zu Massendemonstrationen.

Für weiteren Unmut sorgt das kürzlich veränderte Parteiengesetz der Türkei. Parteien, die weniger als 7% Stimmenanteil haben, erhalten kein Geld aus der Staatskasse. Zum Vergleich, die Regierungspartei AKP erhielt knapp 23,75 Millionen Euro vom Staat für ihre Wahlkampfkosten zurückerstattet (ob da wohl die Kosten für Waschmaschinen und Fernseher als „Wahlgeschenk“ für die kurdische Bevölkerung beinhaltet ist?). Der CHP wurde knapp 10 Millionen Euro und der MHP knapp 7 Millionen Euro zurückerstattet. Die DTP, die immerhin 21 Abgeordnete im türkischen Parlament stellt, ging also leer aus und musste den Wahlkampf mit eigenen Mitteln finanzieren.

Unsere Tour der Ungerechtigkeiten geht aber noch weiter: Am 14.04.2009 wurden über 200 DTP-Funktionäre festgenommen. Die DTP fasste diesen Akt des Unrechts als Provokation auf. Es sei der Versuch, die Friedenspolitik der DTP zu torpedieren. Vor einigen Tagen erreichte uns eine weitere schockierende Nachricht: Die türkische Staatsanwaltschaft forderte die Anhörung von fünf DTP-Funktionären und will die politische Immunität dieser Personen aufheben. Wie absurd die Forderung der türkischen Staatsanwaltschaft ist, beweist eine Stellungnahme von Selahattin Demirtas, der sich für folgende Aussage rechtfertigen soll: „In der Türkei sollen weder kurdische noch türkische Mütter mehr leiden müssen. Das Blutvergießen muss gestoppt werden, es muss ein Dialog mit Öcalan aufgebaut werden“ (Quelle ISKU). Demirtas fügt hinzu: „Es gab einen Abgeordneten, der wegen Mord vor Gericht stand, aber während seiner Amtszeit wurde das Verfahren eingefroren. Wir sollen dagegen verurteilt werden, weil wir in Reden zu Frieden aufrufen. Dabei handelt es sich um eine offene Diskriminierung und Rechtlosigkeit. Wir begreifen das als eine politische Haltung und haben beschlossen, nicht vor Gericht zu erscheinen“ (Quelle ISKU).

Die jüngste Entwicklung in der Kurdenfrage war der (erneute) Friedensaufruf aus Kreisen der PKK. Die PKK sei unter gewissen Bedingungen bereit, die Waffen niederzulegen. Aus Ankara erfolgten nur wenige Reaktionen. Staatspräsident Abdullah Gül verkündete, dass es in der Kurdenfrage in diesem Jahr zu positiven Entwicklungen kommen könne. Mehr verriet er aber nicht und es erweckt nicht wirklich den Eindruck, dass die AKP in der Kurdenfrage große Reformen plane.

Die Oppositionspartei CHP veröffentlichte vor einigen Tagen einen „Kurdenplan“. Gegenüber CNNtürk äußerte Baykal folgendes: „Eine Generalamnestie [für die PKK, d. Red.] ist erst dann möglich, wenn es den Terror nicht mehr gibt. Erst wenn der Terror von der Bildfläche verschwindet, kann man die Amnestie in den gesellschaftlichen Versöhnungsprozess einbinden.“ Baykal äußerte auch, dass er nichts von kurdischen Dienstleistungen halte. Man könne allenfalls darüber nachdenken, Dolmetscher für Personen, die des türkischen nicht mächtig sind, einzustellen. Dies sei auch für andere Sprachen denkbar. Um ja nicht falsch verstanden zu werden fügt Baykal noch hinzu: „Selbst wenn eine Person diese Situation [Dienstleistungen in der eigenen Muttersprache; d. Red.] ausnutzen will, so solle der Staat die Dienstleistung nicht verwehren.“
Baykal zufolge ist es also böse Absicht, in der Öffentlichkeit von der eigenen Muttersprache Gebrauch zu machen? Oder ist es eine Beleidigung gegenüber der überlegeneren türkischen Sprache? Kurden sollen also weiterhin Bürger zweiter Klasse bleiben.
Baykals „Kurdenplan“ hat nur zwei Lichtblicke. Zum einen fordert er eine wirtschaftliche Gleichberechtigung von Ost und West. Der kurdische Osten der Türkei sei wirtschaftlich zu unterenwtickelt. Außerdem fordert Baykal, dass den Kurden eigene TV-Sender zustehen sollten und dass der staatliche Sender TRT-6 zu wenig sei.
Leider hält auch Baykal kurdischen Muttersprachunterricht für überflüssig und beschränkt sich lediglich auf kurdische Bereiche an Universitäten.

Knapp 2 Monate nach den Kommunalwahlen hat sich in der Türkei also kaum etwas verändert. Die Türkei entfernt sich mit großen Schritten vom Friedensangebot der PKK und belässt es weiterhin bei den alten Methoden: D.h. sie setzt weiterhin auf Krieg und Unterdrückung. Baykal meint, dass eine Generalamnestie erst dann ausgesprochen werden könnte, wenn es den Terror nicht mehr gäbe. Was glaubt er, weshalb die PKK angeboten hat, die Waffen niederzulegen? Kann es weiterhin Krieg geben, wenn die PKK keine Waffen mehr hat?

Die gewählten türkischen Parteien müssen sich also die ein oder andere Frage gefallen lassen.
Wo bleiben die großen Reformen in der Kurdenfrage, die die Parteien im Wahlkampf verkündet haben? Wieso wird die Gelegenheit zum Frieden nicht genutzt? Die PKK verkündete, dass der Staat nicht direkt mit ihr verhandeln müsse. Es würde auch gehen, wenn er mit den gewählten Abgeordneten der DTP verhandeln würde. Es wäre selbst dann genug, wenn die Türkei mit Intellektuellen an einer Lösung bastle.

Was erwartet uns in den kommenden Monaten? Wird erneut die Immunität von kurdischen Politikern aufgehoben und langjährige Haftstrafen gegen diese ausgesprochen (wie es 1994 bei Leyla Zana der Fall war). Wird gegen die DTP und gegen DTP-Funktionäre ein Verbot ausgesprochen? Erwarten uns weitere 25 Jahre Krieg und Blutvergießen?


SiWan für Kurdmania


Titel: Re: Kommunalwahlen 2009 in der Türkei und in Nordkurdistan
Beitrag von: AgitMahsun am 08. Jun 2009, 17:40
Wahlsieg für DTP in Varto!  

MUŞ – In Varto, in der Provinz Muş, wurden nachdem die Wahlen vor der Wahlkommission erfolgreich angezweifelt worden waren, erneut Regionalwahlen durchgeführt. Die Wahlen waren für die DTP ein hundertprozentiger Erfolg, sie gewannen alle elf Kreise.

Quelle: ANF, 07.06.2009, ISKU

Anhänger der AKP griffen nach Wahlverlust DTPler an  

MARDİN – Nach den Wahlen in Girmel im Kreis Nusaybin, griffen AKPlerInnen den Sieg feiernde AnhängerInnen der DTP an. Von dem ehem. AKP Bürgermeister Yusuf Turgay wurde sogar das Feuer aus einem Jagdgewehr eröffnet. Die Jandarma griff ein.
Nachdem die Regionalwahlergebnisse vor der Wahlkommission erfolgreich angezweifelt worden waren, gewann die DTP die Wahlen im Ort Girmeli. Die AnhängerInnen der DTP stiegen nach dem Angriff aus ihren Fahrzeugen aus und führten eine Demonstration zum Stadtzentrum durch.

Quelle: ANF, 07.06.2009, ISKU