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Medien / Kultur / Literatur => Literatur => Thema gestartet von: Lilith am 18. Okt 2007, 18:59



Titel: Feqîye Teyran (1590-1660?) - Shêx Sen'an û Tarsâ
Beitrag von: Lilith am 18. Okt 2007, 18:59
Hallöchen,

hier ein wunderschönes Gedicht von Feqîye Teyran. Leider habe ich keine Möglichkeit bestimmte kurdische Buchstaben einzutippen. Darum auch "ch" oder "sh" zum Beispiel.

Lieben Gruß,
Burcu


Ji rengê dîlbera horî
Gul û reyhan li min peyda
Zerîfa sheng niha borî
Sheveq dabû di rewzê da.

Sheveq da erd û esmanî
Li min dîlber tu astanî
Dixwim sondê bi Subhanî
Zileyxa bû di Misrê da.

Tu chêtirî j' Zuleyxayê
Nehin wek te di dinyayê
Dixwim sondê bi Tahayê
Munewwer bû di nûrê da.

Munewwer bû di nav nûrê
Kemer dabû li ser sûrê
Ji rengê dîlbera horê
Dilê min tîrekê lê da.

Li min da tîrekî dijwar
Serê tîrê de dil chû xwar
Dema ku ez dikim hawar
Wekî mecnûn di deshtê da.

Wekî mecnûn dimînim ez
Fena bilbil dixwînim ez
Heta kengê bimînim ez
Di hebs û hem di zindanê

Di hebs û hem di zindanê
Wekî Yusuf li Ken'anê
Gelo ya Reb dîlber kanê?
Nachar mame di vê rê da.

Dikim hawar dewa lê kî
Ku bê carek derman lê kî
Welê bejnê tu zahir ki
Bibînim ez di cîlwê da.

Bibînim bejn û balayê
Zerîfa sheng û lalayê
Nehin wek te di dinyayê
Di Tebrîz û di Shamê da.

Shukur j'bo te ewî cêkir
Chiya anî li deshtê kir
Dema ku min nezer lê kir
Meshî ew chû di xelwê da.


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Aus der Gestald der feengleichen Geliebten
Sprießen mir Rose und Basilikum
Anmütig elegant schritt sie vorüber
Und gab dem Blumengarten Morgenröte

Sie gab Morgenröte der Erde und dem Himmel
Für mich, Geliebte, bist du Saturn
Ich schwöre beim "Lob sei mir"
Sie zwar Zuleicha in Ägypten

Du bist schöner als Zuleicha
Es gibt keine wie dich in der Welt
Ich schwöre dir bei der Sure Taha
Sie war leuchtend im Licht.

Im Licht leuchtete sie
Sie umgürtete ihren Leib
Von der Gestalt meiner feengleichen Geliebten
Traf mich ein Pfeil ins Herz.

Sie schoss einen scharfen Pfeil auf mich
Die Spitze des Pfeils traf mein Herz
Während ich um Hilfe rufe und klage
Wie Medschnun in der Wüste.

Ich bleibe wie Medschnun verrückt
Ich singe nach der Art der Nachtigall
Bis wann soll ich denn bleiben
Im Gefängnis, im Kerker.

Im Gefängnis, im Kerker
Wie Yusuf in Kanaan
Ach Gott, wo ist die Geliebte?
Hilflos bleibe ich auf diesem Weg.

Ich klage, damit du mich heilst
Ein Heilmittel gibst dem Hilflosen
Dass du deine Gestalt erscheinen lässt
Damit ich sie sehe in ihrem Reiz.

Damit ich den hohen Wuchs sehe
Elegant und anmütig gleich der Tulpe
Es gibt keine wie dich in der Welt
Nicht in Täbris und nicht in Damaskus.

Dank dir, dass du es erschufst
Den Berg in die Steppe brachtest
Als ich sie anschaute
Schritt sie dahin in Einsamkeit.



Quelle: Hans-Lukas Kieser- Kurdistan und Europa- Einblick in die kurdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts