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Qazi Mohammed

Das Vermächtnis des kurdischen Märtyrers Qazi Mohammed

Die Festnahme

Während der 11 Monate der Mahabad-Republik ["Komarî Mehabad", offiziell: "Dewletî Cimhûrîy Kurdistan”] und nach zwei Jahren Führerschaft durch Qazi Mohammed erhielt diese Regierung von keiner Seite schwere Waffen, sehr zum Nutzen der iranischen Armee, die der kurdischen Bewegung eine schwere Niederlage zufügen konnte.

Unter folgenden Bedingungen war Qazi Mohammed bereit sich zu ergeben, um größeres Unglück für die kurdische Bevölkerung zu verhindern:

- Bevor die Barzani-Anhänger die Region nicht verlassen haben, bleibt der Zugang nach Mahabad versperrt. Es darf kein Massaker in der Region begangen werden.

- Die mit der iranischen Regierung alliierten (verräterischen) Stämme dürfen Mahabad nicht besetzen.

Am 17. Dezember 1946 marschierte die iranische Armee in Mahabad ein. Mahabad fiel. Viele wurden festgenommen, welche der Regierung Qazi Mohammeds dienten und diese unterstützten.

Das Gericht

Mit dem Ende der kurdischen Republik in Mahabad wurden die Verantwortlichen der Republik nun von der iranischen Regierung verurteilt.

Qazi Mohammed wurde unter anderem auch für Taten angeklagt, welche er nicht begangen hatte, oder wo seine Täterschaft nicht nachweisbar war. Nur für folgende drei Beschuldigungen bekannte sich der große Führer Qazi Mohammed schuldig:

1. Der Besuch in Baku [Hauptstadt Aserbaidschans].
2. Die Zustimmung zur Einwanderung Mullah Mustafa Barzanis in Mahabad. 

Dazu sagte Qazi Moahmmed:

„Mullah Mustafa Barzani war und ist kein Fremder, der Zugang nach Kurdistan hatte. Niemand musste ihn rufen, da Kurdistan das Haus aller Kurden ist, denn besondere Vorfälle hatten dazu geführt, dass er lediglich von einem Teil seines Hauses in einen anderen Teil wechselte.”

3. Die Wertschätzung der kurdischen Flagge, aber nicht der (iranischen) Flagge des Richters.

 Qazi Mohammed sprach:

”Zuerst einmal befinden sich auf unserer Flagge weder Sichel noch Hammer. Daher demonstriert deine Anschuldigung deine Dummheit und Verantwortungslosigkeit. Wisst, dass weder eure Hände noch eure Beschimpfungen jemals die Flagge Kurdistans erreichen werden können. Der Tag wird kommen, an dem die Flagge über diesem Gericht hängen und wehen wird, das mich gegenwärtig verurteilt.”

Der Richter im verurteilenden Gericht entgegnete daraufhin Qazi Mohammed mit Beschimpfungen und lies dabei auch heraus, dass die “Kurden Abkömmlinge der Hunde seien“. Sodann erhob sich Qazi Mohammed und antwortete dem Richter: 

„Ihr seid Hunde, würdelos, schamlos und ehrlos, da ihr gegenüber Völkern und Gesetzen keine Grenzen kennt. Ehrlose! Letztendlich kannst du die Entscheidungen des Ehrlosen vor dir vollstrecken, denn zu mehr wirst du nicht imstande sein. Ich weiss um meine Unschuld und bin seit Langem bereit auf diesem Wege zu sterben. Ich sterbe für die Freiheit meine Volkes und bin stolz auf diesen ehrenhaften Tod. Ich betrachte diesen Tod meinerseits als Segen Allahs.“

Als der Richter sich nun mit Drohungen auch an Seyfi Qazi wendete, den Kriegsminister der kurdischen Republik Mahabad und Bruder Qazi Mohammeds, setzte der sich mit diesen Worten zur Wehr:

„Wir haben uns bereits von unserem Leben als auch von Hab und Gut verabschiedet. Wenn du mich aber nun mit dem Mut einer Nadelspitze kränken möchtest (dabei zeigt er dem als Richter fungierenden Offizier die Faust), werde ich mit dieser Faust deine Zähne und deinen Kopf zerschlagen, denn als Folge wird uns nicht mehr widerfahren als der bereits von uns erwartete Tod.“

Am 31. März 1947 werden die Verurteilten gegen 23 Uhr in einem mit Soldaten vollgeladenen Lastwagen auf den Vierlampenplatz [Çarçıra] gefahren. Qazi Mohammed wendete sich an den für sein Vermächtnis beauftragten Mullah Siddik:

„Schreib! Das kurdische Volk soll wissen, dass ich bis zum letzten Atemzug sein anhängliches Kind bin!“

Ein Offizier unterbrach unverschämt: “Lass ab von diesen leeren Worten und lass den Mullah das Vermächtnis für dein Kind oder deine Kinder, wenn du welche hast, schreiben.“

“Mein Kind ist das kurdische Volk! Deinesgleichen als Diener und Werkzeuge von Fremden werden solcherlei Dinge nicht verstehen. Wie lange bleibt mir noch? Es muss geschrieben werden, was ich auftrage. Derart fordert die islamische Scharia, denn warum sonst habt ihr diesen Rafizi [einst jene Muslime, welche die Kalifen Abu Bakr und Omar – Gott segne sie – nicht anerkannten] Mullah Siddik her gebracht!?“, ergriff Qazi Mohammed das Wort und antwortete dermaßen dem unverschämten Offizier wie es sich eines kurdischen Führers ziemte.

Nach diesen Worten nimmt Qazi Mohammed den Stift zur Hand und schreibt selbst zwei Vermächtnisse, wobei ein Vermächtnis seinem Volk und ein weiteres seiner Familie gewidmet wird. Sogar in jenem Vermächtnis an seine Familie spricht er sein Volk an:

„Wir hätten eventuell gar nicht besiegt werden können, wenn wir mit allen uns zur Vefügung stehenden Mitteln gekämpft hätten, aber wir wollten eine Zerstörung Mahabads und ein Gemetzel am Volk verhindern, daher kämpften wir nicht. Mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln hätte ich aus Mahabad fliehen können; aber bereits in meinen Reden an das Volk von Mahabad sagte ich, dass meine Flucht wie bereits in Tabriz [Hauptstadt der Provinz Ost-Aserbaidschans in Iran] Verbrechen und Gemetzel herbeigeführt hätte. Ich tat dem Volk kund, dass ich gefangen genommen und getötet werden würde, aber ich bin zum Opfer bereit, um die Ehre des Volkes nicht zu beschmutzen und ein Verbrechen zu verhindern. Hier stehe ich (nun) zu meinem Wort. Opfer dieser Art gibt es in der Geschichte wenig; auch vor euch stehen verbindliche Dinge: Ihr habt Verantwortung vor meiner Familie und meinem gewählten Weg zu tragen. Ihr habt Rache für mich zu nehmen. Mein Haupt steht standhaft und zufrieden hinsichtlich dieser Hingabe für mein Volk.“


Das Vermächtnis




"Im Namen Gottes, des Großen und des Gnädigen,

Hier nun, mein kurdisches Volk und meine geehrten Geschwister, meine wehrlosen Geschwister, die um ihr Recht und ihr Gut betrogen, denen Unterdrückung widerfahren ist, stehe ich am Ende meines Lebens und bitte euch im Namen Gottes keine Feindschaften gegeneinander zu hegen und  euch gegenseitig den Rücken zu stärken.

Schreitet hinaus wider dem grausamen und unbarmherzigen Feind und ergibt euch nicht kampflos! Denn genau diese Hoffnung hegt der Feind und der Feind wird sich eurer annehmen, wenn es in seinem Interesse liegt, aber nach getaner Arbeit kein Mitleid mit euch haben und euch niemals verzeihen.

Zahlreich sind die grausamen und unmenschlichen Feinde der Kurden! Ein Zeichen des Sieges eines jeden Volkes und jeder Nation ist der Zusammenhalt, die Einheit und die Solidarität.

Jedes Volk ohne Einheit und Widerstand wird der Hand des Feindes nicht permanent entweichen können.. Dein Anliegen, kurdisches Volk, ist nicht weniger wert als jenes der anderen Völker auf dieser Erde und  ihr seid sogar bereits durch euren Mut, eure Tapferkeit und eure Fähigkeit  freien Völkern voraus.

Alle Völker, die sich aus den Fesseln ihrer Unterdrücker befreiten, glichen euch, aber sie bildeten eine Einheit für diese Freiheit. Lasst auch ihr euch daher gleich allen Völkern dieser Erde nicht weiter unterdrücken. Wenn ihr zu einer Einheit wachst, euch nicht beneidet, euch nicht an den Feind verkauft, werdet auch ihr frei sein. Meine Geschwister, lasst euch nicht weiter vom Feind betrügen, denn von welcher Nation und Gruppierung die Feinde auch immer sind, sie verbleiben unsere Feinde, sie sind erbarmungslos, gewissenlos und werden kein Mitleid  mit euch haben. Sie werden euch untereinander zu Feinden machen, mit Lügen und mit Geld werden sie euch gegeneinander aufhetzen. Unter den Feinden der Kurden ist der Grausamste, der Verfluchteste,der Gottloseste und der Hartherzigste der Perser. Der Iran wird vor keiner Untat wider den Kurden zurückschrecken und war seit historischen Zeiten der Feind der Kurden, und verspürte Hass und verspürt diesen Hass fortdauernd. Sie habenIsmail Aga (Simko), seinen Bruder Cevher Aga, Hamza Aga aus Mengur [Region im Iran] und viele andere auf den Koran schwörend betrogen und bestialisch ermordet. Diese waren der Naivität ergeben, dass sie von den Persern, weil sie auf den Koran schworen, gut behandelt werden würden.

Seit man auf die Geschichte zurückblicken kann, hat niemand gesehen, dass die Perser ihr Wort und ihre Versprechen gegenüber den Kurden gehalten hätten. Als euer kleiner Bruder rate ich euch mit Gottes Gnaden um gegenseitigen Beistand und Unterstützung untereinander. Seid sicher, dass die Perser, wenn sie euch Honig vorlegen, darin Gift gemischt haben. Fallt nicht auf die verlogenen Versprechen und Worte der Perser herein, selbst wenn sie tausend Mal die Hand auf den Koran legen und versprechen, denn sie werden euch (stets) anlügen und betrügen wollen!

Ich lebe die letzten Stunden meines Lebens. Ich trage euch vor, dass ich alles in meiner Macht stehende getan habe, um euch den richtigen Weg zu zeigen, ich habe mit Leben und Kopf Widerstand geleistet, habe unnachgiebig agiert. Nun ermahne ich euch, nicht weiter an die Perser zu glauben, nicht an ihre Worte, die sie mit der Hand auf den Koran schwören. Ich warne euch um Gottes Willen vor den betrügerischen Versprechen. Denn sie glauben weder an Allah, weder an den Propheten (saw), weder an das jüngste Gericht, noch an die Rechenschaft vor Allah. In deren Weltbild seid ihr, selbst wenn ihr Muslime seid, schuldig, weil ihr Kurden seid, denn ihr seid ihre Feinde und (damit) wollen sie über euer Eigentum verfügen.

Mein gegebenes Versprechen war nicht eure Übergabe in die Hände des herzlosen Feindes und eine anschließende Flucht von mir. Ich habe an unsere Geschichte gedacht, an unsere großen Vorfahren, die durch die Versprechen und Lügen der Perser gefangen und ermordet wurden. Sie bewegten sich fortwährend in meinem Kopf und daher vertraute ich den Persern nie. Aber bevor sie hierher (nach Mahabad) zurückkehrten, haben sie mittels Briefen,über angesehene Kurden und Persern als Botschafter, versprochen, dass der iranische Staat, der Schah, keine bösen Absichten hege und gelobten keinen Tropfen Blut in Kurdistan zu vergießen. Nun erkennt ihr selbst mit eigenen Augen das Resultat ihrer Versprechen. Wenn es den Verrat der Stammesführer nicht gegeben, diese sich nicht an die iranische Regierung verkauft hätten, wäre dieses Unglück uns und unserer Republik 
sicherlich erspart geblieben.

Mein Ratschlag und mein Vermächtnis an euch ist dieses: Bildet eure Kinder weiter. Bis auf die Bildung haben wir keine Mangel gegenüber anderen Völkern. Um der Karawane der Völker in keiner Hinsicht nachzustehen, bildet euch weiter, denn Bildung ist die effektivste Waffe gegen den Feind.

Seid sicher, wisst, dass ihr den Sieg gegen den Feind erringen werdet, wenn eure Eintracht, eure Einheit und eure Bildung gut ist. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass ich, meine Brüder und die Söhne meiner Onkel ermordet werden. Es werden noch viele wie wir auf diesem Wege sterben, bis wir unser Ziel erreicht haben. Seid sicher, dass auch nach uns noch andere heuchlerisch belogen und aus dem Weg geräumt werden.

Seid sicher, dass nach uns viele andere, selbst wenn sie begabter und und sich der Probleme bewusster sind
 als wir, in die Falle der Iraner tappen werden. Aber lasst uns hoffen, dass unser Tod den leidgeprüften Kurden ein Beispiel sein wird.

Ein weiteres Vermächtnis an euch ist dieses: Strebt nach der Zufriedenheit und dem Wohl des Volkes. Wenn das Volk euer Helfer wird, so werdet ihr, da bin ich mir sicher, mit Allahs Unterstützung den Erfolg erreichen. „Warum hast du nicht den Erfolg errungen?“ könntet ihr (nun mich) fragen. Als Antwort gebe ich, „Ich war erfolgreich. Ich gebe mein Leben für mein Volk und meine Heimat. Gibt es einen größeren Erfolg und Segen als diesen?“ Glaubt mir, dass ich ständig einen Tod wünschte, der sich Allahs, seines Propheten, meines Volkes und meiner Heimat Frieden geziemt. Darin liegt für mich ein Erfolg.

Meine Lieben, Kurdistan ist das Haus aller Kurden. In jedem Haus wird dem Bewohner des Hauses jene Arbeit gegeben
, die er vollbringen kann,. Es gibt kein Recht mehr darauf andere zu beneiden. Auch Kurdistan ist solch ein Haus. Wenn ihr wisst, dass jemand in diesem Haus arbeiten kann, so lasst ihn darin arbeiten!

Diesem dürfen nicht weiter Steine in den Weg gelegt werden. Es darf kein Trauer mehr darüber geben, wenn einer von euch große Verantwortung auf seine Schultern gelegt bekommt, dass große Mühe vor ihm liegt, wenn er sich daran macht diese Aufgabe zu meistern und der Verantwortung gerecht zu werden versucht. Glaubt mir, dass jeder eurer kurdischen Brüder besser ist als jeder eurer hasserfüllten Feinde. Wenn keine große Verantwortung meine Schultern belastete, würde ich heute nicht unter dem Galgen sterben. Seid nicht gierig gegeneinander. Die unsere Befehle nicht befolgten, haben nicht einfach nur unsere Befehle nicht befolgt, sondern begegneten uns gar wie ein Feind. Diese liegen nun unter ihren Kindern im Tiefschlaf. Wir, weil wir uns als Diener des Volkes begriffen, weil wir dem Volk dienten, werden unter dem Galgen landen und ich verbringe meine letzte Stunde mit dem Schreiben meines Vermächtnisses. Wenn ich keine große Verantwortung auf den Schultern trüge, wäre auch ich nun unter meinen Kindern in einem Tiefschlaf versunken. Ich bin sicher, dass jedweder von euch, der meine Verantwortung trüge, nun unter dem Galgen gehangen hätte. Um Allahs Gnade zu erlangen, als Kurde, der Diener seines Volkes ist, anbei einige Ratschläge, um der Verantwortung auf meinen Schultern gerecht zu werden. Lasst uns hoffen, dass sie wir nun daraus lernen und ihr meine Ratschläge befolgt. Möget ihr mit Allahs Unterstützung den Sieg gegen den Feind erringen.

1- Glaubt an Gott, den Dingen, die von Ihm sind, Seinem Schutz und dem Propheten (saw - Gott segne ihn) und seid stark in Ausführung der Pflichten der Religion.

2- Verteidigt die Einheit und Achtung untereinander, behandelt einander nicht schlecht und seid hinsichtlich Verantwortung und Dienstbereitschaft nicht habgierig.

3- Bildet euch in Wissen und in der Wissenschaft und im Rang der Wissenden weiter, damit euch der Feind weniger betrügen kann.

4- Schenkt den Feinden keinen Glauben, auch ohne Beschaffenheit bleibt (selbst) der unerfahrene Feind, wie sehr auch unerfahren, euer Feind, der Feind eures Volkes, eurer Heimat und eurer Religion. Die Geschichte hat bewiesen, dass sie gegen Kurden stets nach Schwindel trachteten. Bereits bei kleinsten Delikten haben sie Kurden ermordet, und machten keinen Halt, um gegen Kurden vorzugehen.

5- Verkauft für einige wertlose Tage nicht eure Religion an die Feinde, da der Unterdrücker der Feind bleibt und es keinen Platz für jedwedes Vertrauen gibt.

6 - Begeht keinen Verrat gegeneinander, weder in der Politik, im Leben und in der Gemeinschaft noch in der Ehre, da der Verräter vor Gott und vor der Menschheit gering und schuldig ist und der Verrat den Verräter heimsucht.

7- Sei unter euch einer, der seine Arbeit ohne Verrat verrichtet, so unterstützt diesen, wendet euch nicht in Neid und Niederträchtigkeit gegen ihn oder betrachtet ihn - Gott behüte - als fremden Spion.

8- Hofft gemeinsam, dass auf jenen Plätzen, welche ich in diesem Testament der Moschee, dem Krankenhaus und der Schule widme, diese errichten werden und erkennt die Vorteile darin.

9- Ermüdet nicht in Mühe, Anstrengung und Widerstand, damit ihr gleich allen anderen Völkern den Händen der Feinde entkommt; materielle Güter sind nichts (wert), denn habt ihr eure Heimat und eure Freiheit, so habt ihr alles, sei es ein Haus,  ein Reichtum, ein Staat, die Ehre oder eine Nation.

10- Ich bezweifle, dass bis auf Gottes Anspruch jedweder Anspruch gegen mich besteht, aber stehe ich dennoch geringfügig oder in großem Ausmaß in jemandes Schuld, so soll dieser in meinem hinterlassenen Haus nach meinem Besitz fordern und  es nehmen.

Sofern ihr euch nicht gegenseitig unterstützt, werdet ihr auch nicht erfolgreich werden. Seid nicht grausam zu einander. Denn Allah entledigt sich der Grausamen zügig. Unterdrückung wird verschwinden, denn so lautet das Gesetz Allahs. Allah wird die Grausamen bestrafen.

Ich hoffe, dass ihr diese Worte aufnimmt. Möge Allah euch gegen eure Feinde den Sieg bringen, und zu letzt wie es (Seyfi) Sadi verfügte:

Wir haben den Ratschlag als Vorhaben erfüllt,
Wir haben euch an Allah verwiesen und gehen nun dahin,

der Diener des Volkes und seiner Nation,
Qazi Mohammed"

 


 

 Das Ende




Vor der Hinrichtung wurde Qazi Mohammeds Forderung nach einem Gebet und weiteren Gottesdiensten statt gegeben. Nachdem er zwei Rakat [Verbeugung im islamischen Gebet] gebetet hatte, schaute er gen Kaaba, hob seine zwei Hände und betete:

“Allah – mein Gott! Sei mein Zeuge, dass ich soweit mir möglich Deinem Weg folgte. Allah – mein Gott! Du bist mein Zeuge, dass ich für den Dienst am Volke nichts vernachlässigte und nicht um mich besorgt war. Nimm die Rache für die Unterdrückten in Deine Hand, wie es meines Erachtens stets Dir gebührte. Allah – mein Gott, Der über alles weiss! Rette alle Unterdrückten und das kurdische Volk vor dem Joch der Unterdrücker.“ (Amin)

Qazi Mohammed, Seyfi Qazi und Sadri Qazi [Bruder Qazi Mohammes, Mitglied des iranischen Parlaments] wurden nach dem Urteil des Gerichts am 31. März 1947 auf dem Vierlampenplatz, der einst Schauplatz der Unabhängigkeitserklärung der kurdischen Republik Mahabads war, am Galgen hingerichtet und gehören damit zu der Familie der Märtyrer, die in ihrem Kampf für Freiheit den Unterdrückern zum Opfer fielen!

Der ehrenwerte Qazi Mohammed warnte sein Volk:

“Vertraut nicht dem käuflichen iranischen Staat. Alle ihre Versprechen sind Lügen. Sie betrogen uns. Lasst nicht ab von unserem Widerstand. Hoch lebe das freie Kurdistan!“

Vor seiner Hinrichtung lehnte Qazi Mohammed standhaft und hart die Binde ab, die seine Augen bedecken sollten und sprach:

“Verräter! Welche Schande soll ich meinem Volk bereitet haben, dass ich die Augen zudecken müsste?! Ich will dem Horizont meines geliebten Volkes standhaft die letzte Zeit meines Lebens entgegen blicken. Ich will zufrieden und mit Herz dem Bruch der Dunkelheit begegnen. Ich bin ein anhängliches Kind meiner Nation und verbleibe dabei. Hoch lebe das kurdische Volk! Hoch lebe die Befreiung Kurdistans! Niemals wird die Freiheit entfernt werden können. Ihr nehmt einem Mohammed das Leben, doch zahlreich sind die Mohammeds unter den Kurden!“

Rehma Xwedê li wan Şehîdan be û cihê wan Bihuşt be!

 

William Eaglaton: Mahabad Kürd Cumhuriyeti, ÇV. M.Emin Bozarslan, Koral Yay., 1990
Yeni ve Yakın Çağda Kürd Siyaset Tarihi, Pêri Yay., 1998
Kürd Milliyetçiliğin Kökenleri, Wadie Jwaideh, İletişim Yay., 1999
Kürdistan Tarihi, Avesta Yay., 2001
WAR' Araştırma- İnceleme Dergisi, Sayı-12, 200
KurdmaniaAnsprachen an das Volk

Publiziert am: Donnerstag, 29. Dezember 2011 (7386 mal gelesen)
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