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Kurdische Sprache

Die Entwicklung und Geschichte der kurdischen Sprache

Man kann aus diesem Manuskript nur wenig über die großen Werke der kurdischen Dichter und Schriftsteller erfahren. Der bekannteste türkische Soziologe Dr. Ismail Besikci, der wegen seiner wissenschaftlichen Arbeit über die Kurden und Kurdistan zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden, schreibt in seinem Brief an die UNESCO:
"Die Imperialisten haben Kurdistan geteilt und zerstückelt, um in Nahen Osten Unruhe zu entwickeln und zu schaffen. Darüber besteht kein Zweifel."

Dieser Teilung hat den Kurden nicht nur Kriege, Schmerzen, Hunger und Rückstand herbei geführt, sondern auch große Benachteiligung in kulturellen Bereichen.

"Kurdistan jedoch ist mitten im Nahen Osten eine international Kolonie. Es ist geteilt und zerstückelt. Es ist die gemeinsame Kolonie der Türkei, des Iran, des Irak und Syriens. Alle seine geistigen Reichtümer, seine Sprache, seine Kultur, sein Kulturerbe sind ihm genommen. Ihre je walige Existenz wird sogar in Abrede gestellt. Aller seiner materiellen Reichtümer wurde es beraubt."

Die Kurden leben unter großer, dauerhafter und unmenschlicher Assimilation, nicht nur in einem Land, sondern in allen Ländern, auf welche die Kurden aufgeteilt sind. Das ist nicht neu und war neben Armut und sozialer Unterdrückung der Hauptgrund für den kurdischen nationalen Widerstand in der Geschichte.

"Die kemalistische Politik fordert die Assimilation der Kulturen. Sie will die kurdische Sprache in Vergessenheit geraten lassen. Sie will die kurdische Kultur nicht am Leben erhalten. Sie versucht, die Quellen der kurdischen Kultur trockenzulegen, und darüber hinaus machte sie große Anstrengungen, die kurdischen Kulturerzeugnisse zu türkisieren. Sie gibt sie dann als türkische Kulturerzeugnisse aus. Zum Beispiel werden die kurdische Folklore, die Tänze, die Lieder, die Märchen, türkisiert und als türkische Folklore ausgegeben."

Dies ist ein Verstoß gegen das Motto der europäischen Kulturkonferenz 1980, die von der UNESCO organisiert wurde. Dieses Motto wurde vom damaligen finnischen Staatspräsident, Urh Kekkonen, in seiner Eröffnungsrede wie folgt formuliert:

"Das Grundziel jeder Kulturpolitik muss es sein, die Teilnahme aller Bürger an den Kulturelementen sicherzustellen."

Im Gesetz Nr. 2932 vom 19.10..1983, Resmi Gazete (Amtsblatt) Nr. 18199 vom 22.10.1983, liest man unter "Die Muttersprache der türkischen Staatsbürgern" Artikel 3:

"Die Muttersprache der türkischen Staatsbürger ist Türkisch. Verboten sind:
a) Jede Art von Betätigung in Richtung auf den Gebrauch oder die Verbreitung anderer Sprachen als Muttersprache als der Türkischen."

Das ist auch ein Verstoß gegen den §39 des Lausanner Friedensabkommens vom 24.07..1923. Dort heißt es:

"Jedem türkischen Staatsangehörigen wird hinsichtlich des Gebrauches der Sprache seiner Wahl in seinen privaten und geschäftlichen Beziehungen, in Presse, Publikationen und im öffentlichen Leben keinerlei Beschränkung auferlegt."

Wenn man die Politik der Türkisierung, Arabisierung und Persisierung nicht gegenüber steht, kann das kurdische Volk seine Kultur nicht in gesunder Art und Weise entwickeln. Deswegen fragt Dr. Besikci in seinem bekannten Brief:

"Wie kann ein Volk und die Angehörigen eines Volkes, dessen Muttersprache verboten ist, das unter massiver Unterdrückung lebt, wie können sie an ihren Kulturelementen teilhaben? Kann sich Kultur überhaupt ohne Muttersprache entwickeln? Ist nicht Kultur eine Ableitung der Muttersprache? Wie kann man sich angesichts rassistischer und kolonialistischer Unterdrückung eine Kultur erhalten und weiterentwickeln?"

Die kurdische Sprache

Auf der Suche nach den Wurzeln der kurdischen Sprache muss man sehr weit zurück in die Geschichte blicken, als die Kurden und ihre Verwandten zusammen lebten und sich als eigenständige Gesellschaft von Stämmen gebildet hatten. "Mit der Sprache wurde das kurdische Volk überhaupt erst geboren, das uns vielerlei Rassen, Relikten und kleinen Bergstämmen zusammen kam."

Und der Deutsche Eickstedt hat die Wurzel des kurdischen Volkes in der medischen Kultur gefunden. 
Er schrieb:

"Ohne medische Sprache gäbe es heute kein Kurdisches Volk." Aber nicht nur Eickstedt, sondern viele andere haben die kurdische Sprache und das kurdische Volk mit der medischen Kultur in Verbindung gebracht.

Joh. Dav. Michaelis zieht in seiner Neuen Orientalischen und Exegetischen Bibliothek. Teil VI. Göttingen 1789. Auf S. 153-177. nachdem er den Inhalt des von ihm angezeigten Buches (Grammatica E. Vocabolario Della Lingua Kurda Composti G.DAL/P. Von Maurizio Garzoni) ausführlich besprochen hat, den Schluss, der sich ihm aus der Betrachtung der kurdischen Sprache für die Geschichte darbot, nämlich:

"Die Kurden gehören zu dem großen medisch-persischen Völkerstamm; und wenn sie Abkömmlinge der alten Chaldäer sind, die ehemals auf diesen Gebirgen wohnten, so waren auch diese ein mit den Persern und Medern verwandtes, von Assyriern, Syrern und Babyloniern aber, in Sprache und Abkunft ganz verschiedenes Volk."

Ferdinand Justi, der sein Buch (Kurdische Grammatik) 1880 in St. Petersburg veröffentlicht hatte, spricht mit Begeisterung über die kurdische Sprache und die Kurden und schreibt in der Vorrede des Buches:

"Die kurdische Sprache wird von einem Volke gesprochen, aus welchem Herrscher wie Saladin und Nadirschah entsprungen sind, und dessen ausgezeichnete Begabung und ritterlicher Sinn von den europäischen Reisenden, welche nicht bloss durch sein Gebiet reisten, sondern sich die Mühe gaben, dasselbe längere Zeit zu beobachten, nicht genug gelobt werden kann."

Während die Araber und Türken versuchten, die kurdische Sprache als ein Dialekt ihrer Sprachen auszugeben und mit unglaublichen Geschichten die Welt von der Wahrheit über die Kurden und Kurdistan ablenkten, haben  Wissenschaftler die Unwahrheit dieser Behauptungen bewiesen.

"Die Kurden sprechen eine iranische Sprache. Die iranischen Mundarten gehören zu der indoeuropäischen Sprachfamilie. Ihre Heimat wird in Asien vermutet. Das Kurdische hat demnach mit den Sprachen Indiens, Persiens, der Slawischen Länder, dem Deutschen und den Latein-europäischen Dialekten einen gemeinsamen Ursprung."

Dr. Kamal Fuad, der den deutschen Lesern die kurdische Literatur in den letzten Jahren näher gebracht hat, schreibt über die kurdische Sprache in einem Artikel:

"Das Kurdische wird von etwa 20 Millionen Menschen, hauptsächlich in der Osttürkei, im Nordwestiran, Nordirak und zum Teil in Nordsyrien und in den mittelasiatischen und kaukasischen Sowjetrepubliken gesprochen. Es bildet mit dem Belutschi, Talischi, Gilki und Masendarani den nördlichen Zweig der westiranischen Gruppe innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie."

Die riesigen Flüsse, hohen Berge und das Stammesleben, außerdem die politischen Entwicklungen, die wie die Natur stets gegen den Willen des kurdischen Volkes ihre negative Rolle gespielt haben, haben die Sprache der Kurden beeinflusst, und weil das kurdische Volk ein gemischtes Volk ist, gibt es in der kurdischen Sprache Haupt- und Unterdialekte. Roger Lescot, der sich lange mit der kurdischen Literatur und Sprache beschäftigt hat, hat dieses Mundarten Mosaik am besten verdeutlicht. Er schreibt:

"Die kurdische Sprache (Kurdî), die zur iranischen Gruppe gehört, umfasst zwei Hauptdialekte, das Kurmanci, oft als Dialekt des Norden bezeichnet, hat sein Verbreitungsgebiet in den kurdischen Provinzen der Türkei, Syriens und des Kaukasus wie im Gebiet von nördlichen Teil Iranisch- und Irakisch-Kurdistans. Das Sorani, auch (Baba)-Kurdi genannt, wird in den Gebieten von Südostens, das heißt hauptsächlich im Gebiet von Suleymaniyeh, gebraucht. Diese linguistische Übersichtskarte ist zu vervollständigen durch Hinweis
auf die Existenz des Dumili oder Zaza, das in Dersim und im Gebiet von Siverek (in der Türkei) gesprochen wird, und des Gorani, der Sprache der Ehlê Haq (Wahrheitsleute) der Gegend von Kermanschah im Iran, die im Begriff ist zu verschwinden."

Trotz der vielen Studien und Forschungen, die seit Ende des 18. Jahrhunderts versuchten, uns die kurdische Sprache klarer zu machen und "obwohl das kurdische zu den indoeuropäischen Sprachen zählt, ist es unter speziellen linguistischen Fragestellungen als eine relativ unerforschte Sprache zu bezeichnen. Dies ist umso erstaunlicher, als die iranischen Sprachen generell, was ihre geschichtliche Entwicklung betrifft, häufig Gegenstand sprachwissenschaftlichen Interessen gewesen sind. Der Grund hierfür ist, dass die Sprecher des Kurdischen aus politisch bedingten Gründen heute über Gebiete vor allem der Türkei, des Iran, Irak, Syriens und der UdSSR aufgeteilt leben und es daher fast unmöglich ist, Feldforschung auf dem Gebiet des Kurdischen zu betreiben."

Die yezidische Kurden, die 5% der Bevölkerung in Kurdistan bilden und mehr als die Muslime unterdrückt waren, benutzen kurdisch als Religionssprache. Die Yeziden haben sogar das "Meshef ê Re?" (Das schwarze Buch), das ihr Glaubenswegweiser ist, in kurdischer Sprache.

Die Juden, die in Kurdistan gelebt haben, haben auch das Kurdische für das literarische und geschäftliche Leben benutzt, aber sie "haben ihre Eigenständigkeit bewahrt. Sie sprachen ursprünglich auch eine selbständige Sprache, eine aramäische Mundart, genannt Targum. Dieser Dialekt der kurdischen Juden war mit dem aramäischen verwandt, in dem der babylonische Talmud geschrieben worden war."

Kurdische Schrift

"Die Kurden verwendeten im Altertum zwar eine Schrift, hatten aber vermutlich kein eigenes Alphabet. Auf Schrift deuten archäologische Funde im Irak. Vorschriften der Kurden gingen jedoch verloren. Sie wurden seither nie mehr restauriert oder neu belebt. Die Kurden hatten über die Jahrtausende hin auch immer eine eigenständige Elite, die eine Hochkultur anerkannter Reife hervorbrachte. Die meisten der kurdischen Urtexte blieben jedoch bis heute verschüttet." Nachdem der Islam in Kurdistan die Religion der Mehrheit des kurdischen Volkes geworden war, haben die Kurden die arabischen Buchstaben mit Änderungen wie die anderen nicht-arabischen Völker benutzt, um das kurdische zu bewahren.

Alle klassischen kurdischen Werke bis Ende der 18. Jahrhundert sind, wie wir wissen, in arabischen Buchstaben geschrieben. Dann kamen die europäischen Missionare nach Kurdistan und suchten nach kurdischen Volksliedern, Handschriften, und Epen, die mündlich von einer Generation zur anderen übergetragen wurden.

Der Italiener Maurizio Garzoni, der mehr als 18 Jahren mit den Kurden verkehrt hat, schreibt 1789:

"Der erste Missionär, der sich in Kurdistan niederließ, war der Pater Leopoldo Soldini, ein Dominikaner, und zwar seit 1760; seine Tage beschloss er in der Stadt Zako (Sakho) am Haur in dem Gebiet von Amadia, im Jahre 1779."

Dann haben die Missionare und Diplomaten viele kurdische Texte gesammelt und in verschiedenen Arten in lateinischen Buchstaben niedergeschrieben, so Ferdinand Justi 1880 (Kurdische Grammatik - von Kommissionäre der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg), Peter Lerch 1858 (Forschungen über die Kurden und die iranischen Nord-Chaldäer- St. Petersburg), Friedrich Müller 1864 (Beiträge zur Kenntnisse der neupersischen Dialekte. II Kurmangi-Dialekt der Kurdensprache - Sitzungsberichte der Wiener Akademie Wien), Albert von Le Coq 1897-1926 (Kurdische Texte im Kurmanci - Dialekte aus der Gegend von Mardin, St. Petersburg), Alexander Jaba der arabische Buchstaben für seine Sammlung benutzt hat (Cami’ê Resail u Hikayte Kurmanci - St. Petersburg 1860), Eugen Prim und Albert Socin 1887 (Kurdische Sammlungen, St. Petersburg).

1933-1934 hat der kurdische Prinz Celadet Ali Badir-Khan und sein Bruder Kamuran A. Badir-Khan das lateinische Alphabet der Kurden, das unter dem Namen Hawar-Alphabet bekannt ist, perfektioniert. Seitdem schreiben die kurdischen Dichter und Schriftsteller in Nord- und Südwest Kurdistan, in Libanon und viele im Ausland  in diesem Alphabet, das aus 31 Buchstaben besteht.

In den kurdischen Gebieten, die nach dem türkisch-russischen Abkommen nach der sozialistischen Revolution in Rahmen der später gegründeten Sowjetunion verblieben, wurde 1939 das Kyrillische Alphabet für die Kurden "endgültig zur Pflicht gemacht."

Aber trotz dieser kolonialistischen Kulturpolitik der Herrschenden im geteilten Kurdistan entwickelte sich die kurdische Sprache und  die Kurden finden immer eine Art von interner Kommunikation, die der Bewahrung des kurdischen Kulturgutes dient, und diese besteht in Volksdichtung, mündlichen Überlieferungen von Erzählungen, Sprichwörtern, Märchen, Liedern und in der letzten Zeit in Übertragungen von einem Alphabet in ein anderes. Es ist aufgrund der strengen Kontrolle durch die türkischen, arabischen und persischen Herrschern schwierig die Kunstliteratur mündlich unter dem Volke zu verbreiten. Wie weit sie jedoch ein Volk wie das kurdische Volk unter ihrer Gewalt halten können, ist heute umstritten.

Die kurdische Seele

Pater Thomas Bois, der im Mai 1900 zu einer Mission nach Kurdistan gesendet wurde, blieb in engem Kontakt mit den Kurden und ihrer Kultur und nahm für längere Zeit an der Arbeit der kurdischen Zeitschriften und der kurdischen Intellektuellen seiner Zeit teil.

In seinem Buch "Kurdische Volksdichtung - Spiegel der kurdischen Seele" (Kurdisches Institut, Bonn 1985) schreibt über die Kurden, mit denen er gelebt hat:

"Insgesamt gesehen sind die Kurden nicht gebildet, und die meisten von ihnen leiden kaum darunter {Nezani xwese cani}(Unwissenheit ist süß für die Seele) sagt das Sprichwort; aber das hindert sie nicht daran, intelligent zu sein und über einen gesunden Menschenverstand und ein ausgezeichnetes Urteilsvermögen zu verfügen. Ihre Intelligenz ist im übrigen nicht spekulativer Art, sie ist im Gegenteil sehr gegenständlich, feinfühlig, und findet in einer gut entwickelten Beobachtungsgabe ihren Ausdruck, in einem fröhlichen Herzen, einer ausgesprochen dichterischen Phantasie und in einem spöttischen Geist, der nicht davor zurückschreckt, sich über Stammes - oder religiöse Führer lustig zu machen."

In Wirklichkeit haben die Kurden viele lustige Märchen und Sprichwörter, von denen Mela Mahmud Derschawi mehr als 800 mit ihren Geschichten in einem Band gesammelt und in Bagdad 1980 veröffentlicht hat. Auch Dr. Celilê Celil hat 1978 zwei Bände über kurdische Sprichwörter und Fabeln in Erivan (UdSSR) veröffentlicht. Der kurdische Autor Arab Schamilow schreibt im Nachwort zu seinem Märchenbuch (Die drei Glatzköpfe):

"Reich ist das mündliche Volksschaffen der Kurden. Ihre Märchen haben in der Folklore der Völker des Nahen Ostens einen angesehenen Platz."

In seiner Studie über die kurdischen Volksdichtung, in der er die kurdische Seele mit großem Interesse betrachtet hat und den kurdischen literarischen Schatz nicht in Büchern, sondern in den Werken der Volksdichter und Barden sieht, schreibt Pater Thomas Bois über diesen Schatz:

"In Kurdistan wird viel gesungen, und die Frau beschreibt sich selbst in ihren Liedern. Beschreibt sich selbst, weil die meisten Lieder von Frauen verfasst werden, sogar die Kriegslieder und umso mehr, das versteht sich von selbst, die Liebeslieder."

Sein Bild, das er von kurdischen Volksdichtung gezeichnet hat, bleibt bis heute das deutlichste von allen. Er unterteilt die Dichtung in ihre einfachen Formen, die bei den einfachen Kurden bekannt ist. Er schreibt;

"Außer den Heldenepen "Schar"oder "Delal", die oft sehr lang sind, gibt es eine Vielzahl kleinerer Liedchen, die die Tausend Verrichtungen des täglichen Lebens verschönern: die "Berodavi" die Lieder am Spinnrad, die die jungen Männer summen, während sie ihre Wolle spinnen oder ihre bunten Teppiche weben; die "Pehizok" oder Herbstlieder, die die jungen Männer und Mädchen im Wechsel singen, wenn sie von den "Zozan", den Sommerlagern, heruntersteigen; ganz zu schweigen von unzähligen Tanzliedern, den "Dilok", die von Flöte und Tamburi begleitet werden, oder den "Bêlite", die an Rundgesänge von Studenten erinnern, in denen der Refrainvers nach jeder Strophe wiederholt wird. Die "Lori"oder Wiegenlieder sind von besonderer Art, bemerkenswert vor allem wegen ihrer natürlichen Einfachheit."

Es gibt viele kurdische Epen, die wertvoller sind als die kunstliterarischen Werke der größten Schriftstellern im Nahen Osten. Wenn man die Sammlungen von Eugen Prym und Socin liest, bemerkt man dies schnell:

"Mamê Alan", das von Dr. Zaza und Roger Lescot 1956 in Damaskus in einem dicken Band niedergeschrieben wurde. Sie haben Mamê Alan von kurdischen Barden gehört. Es ist das kurdische "Romeo und Julia", das auch von dem größten kurdischen Philosophen und Dichter, Ahmadê Xanî aus dem 17.Jh. Unter dem Namen "Mem û Zîn"in Gedichtsform hinterlassen wurde. Ein weiteres Epos, " Dimdim Kela", ist in verschiedenen Versionen in verschiedenen Mundarten in Kurdistan zu hören.

"Die schönste unter ihnen ist die Mukri-Version, die von einem gewissen Rahman ê Baker in den Jahren 1902- 03 in Sawudibulagh (heute Mahabad) diktiert wurde."

"Siyamend und Xece" ist einer der schönsten und bekanntesten kurdischen Epen. Es ist in verschiedenen Versionen und in verschiedenen Mundarten in Kurdistan zu hören. "Siyamend und Xece" ist einer sehr realistischen Form verfasst und behandelt die Realitäten der kurdischen Gesellschaft unter der Herrschaft der Feudalen und Stammesführer, wo die Hirten und Dorfbewohner unter Armut und Unwissenheit leiden und wo der Kampf zwischen Liebe und Hass, zwischen Mensch und Schicksal mit der Niederlage des Menschen endet, als gebe keine Chance für die Änderung der Gesellschaft. Siyamend der Hirt unterscheidet sich vom König Ödipus darin, dass er nicht vor seinem Schicksal flieht, sondern nach ihm sucht. "Siyamend und Khadje"ist in russisch, arabisch, türkisch, persisch und deutsch übersetzt wurden. Es gibt auch viele andere Epen, die die kurdische Volksdichtung bereichert haben, u.a. ”Cebelî”, ”Hemdîn û Semdîn”, und ”Sînem”. Die Epen der Kurden sind reich, weil sie die kurdischhe Gesellschaft in der klassischen Feudalzeit sehr realistisch spiegeln und weil sie auf wahren Legenden beruhen.

"Der Erzähler ist gleichzeitig Sänger und interpretiert seinen Text in diesem Sinne variabel; Sprache wechselt mit Gesang."

Die kurdische Kunstliteratur

Die ältesten kurdischen Texte sind, wie bereits erwähnt,"während die Geschichtenerzähler und Sänger (in Kurdistan) ihre Texte in der jeweiligen volkstümlichen Mundart des Dialektes vortrugen, denn ihre Sagen, Legenden oder Lieder kamen fast ausschließlich aus dem Volk, verfassten die kurdischen Schriftsteller und Gelehrten ihre zumeist in anderen Sprachen."

Fast alle kurdischen Schriftsteller und Dichter haben auch Werke in anderen Sprachen geschrieben, und manche haben keine Werke in Kurdisch hinterlassen.

Das "Sherefname" von Seref-Khan, die bekannteste Chronik in der Geschichtsschreibung der Kurden, ist in persischer Sprache verfasst worden. Der größte Dichter Arabiens Ahmad Schauqi ist ein Kurde, der keine Texte in seiner Muttersprache hinterließ. In der modernen Zeit gibt es auch viele bekannte Kurden, die ihre Werke in anderen Sprachen geschrieben haben. Wie Yasar Kemal, der sich einen großen Namen in der türkischen Literatur gemacht hat, und der syrische Kurde Dr. Bohti, einer der größten Islamkenner und Religions-Schriftsteller der islamischen Welt. So findet man auch Dichter und Schriftsteller in Irak und Persien, die ihre Muttersprache zu Seite geschoben. Aber trotzdem hat Kurdistan viele große Dichter und Schriftsteller hervorgebracht. Sadeq Bahadin Amedi hat in seinem Buch "Hozanvanêt Kurd - Kurdische Dichter" über 18 ausgewählte klassische Dichter Kurdistans auf mehr als 600 Seiten geschrieben.

"Das Fürstentum Botan wurde Anfang des 14. Jahrhundert gegründet und bildete als Literatursprache das Djasiri heraus, in dem neben Ahmade Khani um 1600 vor allem die Lyriker Mala i Djasiri, Ali Hariri und Fake Tayran ihre Werke verfassten."

Ahmade Khani (1651- 1706), der "Mam und Sin - Mem û Zîn" als ein Gedicht für alle Zeiten hinterließ hat, hat in vielen Bereichen der Literatur und Philosophie bekannte Werke geschrieben. Außer "Mam und Sin" verfasste er auch in Gedichtsform das Arabisch-Kurdische Wörterbuch (Nûbihar- Der neuer Frühling), und schrieb in Prosa "Di beyana erkanê Islam de - in Abklärung der Grundsätze des Islams" in kurdischer Sprache.

"Wenn ein Dichter in seinen Schriften mit seinem Volk verbunden ist, so müssen wir ohne weiteres drei große Dichter des Ostens nennen und vergleichen. Einer ist der Iraner Firdausi, der zweite der Georgier Rustaveli und der dritte ist Ahmadi Khani, der Kurde."

Über "Mam und Sin", das von Dr. Jamal Nebez in Deutsch übersetzt wurde und in vielen Sprachen, wie Arabisch, Türkisch, Persisch, Russisch und Armenisch zu erhalten ist, schreibt Kurdoev aus der Sowjetunion:

"Meiner Meinung nach ist Khani’s (Mem û Zîn) noch wertvoller als die Schriften Firdausis und Rustavelis, da Khani auch das Elend, die Armut und das Schicksal des kurdischen Volkes beschreibt, die Idee des kurdischen Patriotismus verbreitet und die Kurden zum Widerstand gegen die Fremdherrschaft aufrief."

Zu den bekanntesten Dichtern dieser Zeit gehören neben Ahmade Khani Mala-i Ceziri und Faq-e Tayran. Über Mala-i Ceziri kann man sagen, dass er einer der Hauptfiguren der kurdischen Lyrik ist. Seine Gedichte haben bis heute großen Einfluss auf die literarischen Werke der kurdischen Dichter. Er ist in Botan geboren und gestorben. Faqe Tayran aus Maks, geb. 1302, hat auch einem großen und beliebten Namen in der kurdischen literarischen Geschichte. Er hat "Shekhe Sinani", "Bersisa Geschichten", "Das Schwarze Pferd" und viele andere Gedichte auf dem Hintergrund des "Tassauf", der Lehre der islamischen Mystiker (Sufis) geschrieben. Daneben hat er auch ein Buch mit dem Titel "M.H." über die Einheit des Universums geschrieben.

Außer diesen Dichtern findet man viele andere Namen, die zwischen dem 15. Und 19. Jahrhundert ihre Werke in kurdischer Sprache hinterließen, so wie Ismail aus Bayzid (1654-1709), der romantische Dichter, der ein Wörterbuch in Kurdisch-Persisch und Arabisch unter Namen "Kamzar" geschrieben hat, Scherif Khan aus Hakkari (1689-1748), Ali Tarmuki, geb. 1009, der Mala-i Yunus Hilkatini, von dem Handschriften über arabische Sprache stammen, Almas Khan, der in 18.Jahrhundert sein "Nadir-Name" geschrieben hat, Mala-i Rahim e Malawi (1806-1882), Scheich Riza Talabani (1836-1910), der die Aghas seiner Zeit mit seinen scharfen und witzigen Gedichten sehr geärgert hat.. Und viele andere, von denen man nur wenig weiß.

Nicht nur in Nord-Kurdistan war das literarische Leben der Kurden so blühend. Auch in Süd-Kurdistan gründeten seit Ende des 15. Jahrhunderts die Baban-Fürsten die Stadt Suleymania, die bis heute eine der wichtigsten kurdischen Städte ist, in denen die kurdische Literatur am Leben erhalten worden ist.

"Die entstehende Literatur wurde in einer Sprache geschrieben, die als Süleymani bezeichnet wird. Deren namhafteste Autoren – die Lyriker Nali, Salim und Kurdi lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts."

Schließlich entwickelte sich als "eine der ältesten kurdischen Literatursprachen, das Hawrami, bereits im 14. Jahrhundert im Fürstentum Ardalan, wo der Gelehrte und Schriftsteller Mala Paresan lebte."

Im 19. Jahrhundert und bis heute entwickelt sich die kurdische Sprache und Literatur trotz allen Arten von Unterdrückung und zwar mit patriotischen, realistischen und fortschrittlichen Ansichten.

Die kurdischen Dichter und Schriftsteller seit dem Ende des 19. Jahrhundert

Haci Kadir Koyi (1817-97) hat sich gegen Fremdherrschaft, Aghas und Mullahs gewandt und zum bewaffneten Kampf um die Freiheit und Unabhängigkeit Kurdistans aufgerufen. Er schrieb: "Bewegt euch wie die Bienen, beratet euch leise, schafft Kriegsmaterial an, Kanonen, Gewehre und Mörser. Fürbitte und Zuversicht nutzen im heutigen Zeitalter nichts, der Pfeil ist das gesegnete Kettenhemd, der Speer ist der Schutz auf dem Schlachtfeld."

Der 1. Weltkrieg mit all seinen Grausamkeiten und mit dem Beginn umfassender Verfolgung der Kurden haben die kurdischen Schriftsteller und Dichter stark beeinflusst. Arif Saib (1889-1923) hat über die "Vorgänge des Krieges" geschrieben, während Mala Hamdun (1850-1918)) " Die Gendarmen laufen wie hungrige Sperber herum nach den Leichen des Volkes unter dem trügerischen Vorwand des heiligen Krieges" verfaßte. Ahmed Hamdi (1878-1936), der sehr von der antibritischen Erhebung des Scheich Mahmuds von 1919 bis 1930 beeinflusst war, hat in seinen Gedichten den Freiheitskampf seines Volkes beschrieben. In Nordkurdistan hat der Dichter und Islamist Mala Abdessalam Ceziri (Nadji), der die Türken seine Bücher verbrannt haben und 1931 in Westkurdistan verstarb, hat einen bekannten Aufruf zur nationalen revolutionären Erhebung und Verteidigung des Landes gegenüber der türkischen Invasion unter dem Titel "Bangê Hi_yarkirinê" (Aufruf zur Erweckung) verfasst. Neben diesen Dichtern sind auch Schukri Fazili (1870-1926),Scheich Riza Talabani (1836-1910), der Schriftsteller Ahmed Mukhtar Djaf (1898-1935) und der revolutionäre Dichter Piremerd, der neben Rahim e Hekkari und vielen anderen an der Arbeit für die Zeitschrift "Jîn" teilgenommen hatte, zu erwähnen. 
Nach den Massakern von 1925, die der türkische Staat unter Führung Atatürks an den Kurden verübt hatte, ist der Patriotismus unter den kurdischen Intellektuellen zum vorherrschenden Motiv der Literatur geworden. 
Die Dichter und Schriftsteller Kurdistans haben das Leben der Werktätigen, Bauern und Kämpfer, die sich für den Befreiungskampf eingesetzt haben, beschrieben. Sie schilderten die gesellschaftliche Situation der Armen, die Unterdrückung durch die Agahs, die Unmenschlichkeit und vor allem die Brutalität der fremden Herrscher in Kurdistan. So schreibt z.B. ein Dichter über den Widerstand in Hizan in Nordkurdistan:

"Ich ging nach Bitlis, das in der Ebene liegt. Sie haben die Galgen errichtet.
Das ölige Seil pendelte. Scheich Schabadinn, Said Ali, Mahmad Schabadin fiel auf den Boden,
Aber die Herzen der Feinde sind aus Stein. Sie haben den Scheich noch einmal aufgehängt."

Die kurdischen Autoren, dwelche die Brutalität der türkischen Armee in Kurdistan mit ihren Augen gesehen und erlebt haben, haben sich nach dem 1.Weltkrieg zu einer wirksamen Waffe des nationalen Widerstands und revolutionärer Romantik entwickelt. " In den 20er Jahren wurde neben Poesie auch Prosastücke und vor allem Novellen geschrieben. Inn der Poesie und Prosa herrschten zuerst romantische Tendenzen. Später traten revolutionäre Romantik und kritischer Realismus hervor."

Es muss unbedingt erwähnt werden, dass Goran (1904-1962), Cîgerxwîn (1903-1984), Faik Bekes (1905-1948) sowie Abdurrahman Hajar (geb.1920) und Hemen (1920-1986) für immer ihre Spuren in der Geschichte der kurdischen Literatur hinterlassen haben.

Cîgerxwîn, der früher ein Mullah war, hat unter dem Einfluss der Entwicklung des kurdischen Patriotismus und der sozialistischen Tendenzen die Moschee für immer verlassen und zusammen mit vielen Bauern seiner Gegend (in Nordkurdistan) zwei Dörfer zu sozialistischer Grundlage gegründet. Die geringen Erfahrungen und die starke Feindschaft der Aghas sowie die dem Sozialismus teilweise entgegenstehenden Interessen der Bauern brachten dieses Projekt zum Scheitern. Dennoch wurde der Sozialismus zur Grundlage des gesamten Werkes von Cîgerxwîn. Sein erster Gedichtsband ist 1945 in Damaskus erschienen und 1977 in der BRD. Sein zweiter Gedichtsband erschien 1954 in Damaskus unter dem Namen "Sewra Azadî" (Freiheitsrevolution). In der Folgezeit erschienen noch vier weitere Bände neben einem Wörterbuch, einer Studie über die Geschichte Kurdistans und anderen werken wie z.B. seinem Roman "Resoyê Darê”(Rasho aus Dare), in dem er zum
sozialistischen "Jihad" gegen die Aghas aufruft. Cîgerxwîn ist ein Dichter, der in Kurdistan sehr bekannt ist, und die Mullah, mit welchen Cîgerxwîn sein ganzes Leben ideologisch bekämpft hat, haben viele seiner Gedichte auswendig gelernt und weitergegeben, weil keiner wie er den Willen des kurdischen Volkes und die Realitäten der unteren Schichten in Kurdistan dargestellt hat. Die viele Mullahs waren mit ihm befreundet, sie haben mit ihm jahrelang mit gegenseitigem Respekt diskutiert und als Cîgerxwîn sein Heimat verlassen hatte, um in Schweden weiter zu leben, haben sie ihn vermisst.

"als Verfasser ausdrucksvoller Gedichte tritt Abdullah Goran in erster Linie hervor. Er gilt als Begründer einer eigenen Schule in der kurdischen Dichtkunst. Keiner hat so schön und wirkungsvoll wie Goran Kurdistan beschrieben. Goran begann seine literarische Karriere als Romantiker und entwickelte sich nach dem zweiten Weltkrieg zum Realisten. Neben schönen Gedichten lybischen Inhalts verfasste er zahlreiche Kampfslieder, kurze sozialkritische und satirische Theaterstücke. Seine Kampflieder werden von den Kurden mit Begeisterung gesungen."

Faik Bekes, der eine führende Rolle im Kampf gegen die probbritische Monarchie im Irak spielte und sein berühmtes Gedicht "Ay Watan" (Oh. Heimat!) Vom Gefängnis aus an sein Volk richtete, ist bis heute einer der größten Dichter Kurdistans geblieben. Sein Sohn Sherko Bekes, der selbst als Peshmerga (Freiheitskämpfer) gekämpft hat, ist heute im Ausland wie in Kurdistan als großer kurdischer Dichter bekannt.

Hemen Mukriyani, der auch drei Bände mit Gedichten, Novellen und Übersetzungen von Werken Mark Twains und Oskar Manns veröffentlicht hat, ist nicht weniger bekannt als Bekes und andere. Es gibt in diesem Jahrhundert eine Reihe von weiteren bekannten kurdischen Schriftstellern, die am politischen und kulturellen

Leben ihres Volkes teilnahmen und die in verschiedenen Bereichen Werke hinterlassen haben. Zu ihnen gehören Ibrahim Ahmed, Prinz Djeladet Bedirkhan, Dr. Kamran Bedirkhan, Nami, Osman Sabrî (Apo), Qadridjan, Hesen Hiþyar, Musa Anter, Dr. Nureddin Zaza, Dr. Þérif Vanly, Alladin Sedjadi, Dr. Maaruf Khaznadar, Abderrahman Mzuri, Dr. Bedirkhan Sindi, Sabri Botani, M.E. Bozarslan, Dr. Jamal Nebez, Dr. Husein Hebesch und die beiden bekanntesten Literaturforscher und Kritiker Sadeq Bahadin Amêdî und Dr. Izzidîn Mustafa Rasul, um nur eine kleine Auswahl zu treffen.

Zu den kurdischen schriftstellern und Dichtern aus der UdSSR gehören A. Mirazi, Haci Djindi, Amin Evdal, K. Murad, Mikaile Rashid, Djalile Djalil, Ordikhan Djalil, Prof. Qanate Kurdo und Arab Schamo. Schamos Roman ”Sivanê kurd”(Der kurdische Hirt) wurde zunächst 1935 auf Russisch und später auch ins Deutsche übersetzt. Er hat 1958 in Erevan auch ”Berbang” (Die Dämmerung) und 1959 ”Die Kurden aus Alagaz” veröffentlicht. ”Schamo beschreibt in seinen Werken das tägliche Leben der kurdischen Bauern, den Aufbau und die Struktur des kurdischen Volkes, seinen Kampf gegen die Ausbeutung, insbesondere gegen die Großgrundbesitzer, und für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft."

Die meisten kurdischen Schriftsteller sind wegen der Unterdrückung und Verfolgung in ihrer Heimat ins Exil gegangen. Von diesen leben heute viele in Westeuropa. Darunter befindet sich eine Reihe von Dichtern, Künstlern und Verfassern von Kurzgeschichten.

Die kurdischen Zeitschriften in der Diaspora (1898-1989)

Zu den bekanntesten Zeitschriften und Zeitungen dieser Art gehören:

"Kurdistan", (1998) erstmalig in Kairo erschienen, hat sich neben Poesie auch mit literarischer Prosa in Kurdisch beschäftigt.

"Rojî Kurd" (Sonne der Kurden) (1913)

"Hawar" (Der Aufruf) (1932-1935, 1941-1943) in Damaskus. Der Literat und Dichter aus Westkurdistan Dr. Husein Hebe hat eine wertvolle Studie über diese Zeitschrift in der kurdischen Sprache unter dem Namen "Raperîna çanda kurdî di kovara Hawarê de"(Aufstand der kurdischen Kultur in Hawar Zeitschrift) verfasst.

"Rêya Teze"(Der neue Weg) (1930-1937, 1955-..) in Armenia. Diese Zeitung ist die einzige kurdische Zeitung, die so lange erschienen ist. Die Unterbrechung zwischen 1937 und 1955 folgte einem Befehl vom kommunistischen Diktatur Stalin selbst, der dem türkischen Druck nachgegeben hat.

"Stêr" (Stern) und "Roja nû"(Der neue Tag) erschien 1943-1946) in Beirut/Libanon. "Neben Gedichten veröffentlichten diese zahlreichen Beiträge sprachwissenschaftlichen und politischen Inhalt".

"Ronahî" (Die Klarheit) sowie "Kurd", "Hatawî Kurd" (Sonne der Kurden), "Jîn" (Das Leben) und "Hêvî" (Die Hoffnung) haben das literarische und politische Leben der Kurden und die Entwicklung des nationalen Bewusstseins und Freiheitskampfes stark geprägt.

Seit 20 Jahren entwickelte sich die kurdische Literatur in Kurdistan sowie in der Diaspora sehr stark. Viele neue Zeitschriften und Zeitungen erscheinen auf diesem Hintergrund im Ausland für kurze Zeit, bevor sie wieder eingestellt werden müssen. Die bekannteste Zeitschrift der 70er Jahre war "Çiya" (Der Berg), die in der BRD erschien. Manche von denen haben überlebt und sich weiter entwickelt, wie "Roja nû" (Der neue Tag), die seit 1978 in Stockholm eine gute literarische und politische Rolle im Leben der kurdischen Intellektuellen in der Diaspora spielt. Ibrahim Ahmad, der erfahrene Politiker und Schriftsteller, schrieb über den Kampf des kurdischen Volkes:

"Wir werden nie am Ende sein. Wir waren nie am Ende. Mustafa Kemal Atatürk gelang es nicht uns fertig zu machen. Auch Ayatollah Khomeiny wird dies nicht schaffen. Saddam Hussein erst recht nicht. Alle Pogrome vermochten uns nicht zu vernichten. Sie führten nur zur Stärkung unseres Widerstandes. Wir werden weiter überleben." 
Mit dieser Entschlossenheit kämpfen die kurdischen patriotischen Intellektuellen und Künstler für die Entwicklung der kurdischen Literatur.

Der türkische Soziologe Dr. Ismail Besikci sagt: 
”Nur wen die Produktionsverhältnisse der Volksmassen grundlegend verändert werde und die Völker gegenseitige Achtung für die andere Kultur aufbringen und diese sich weiter entwickeln lassen, kann eine Ideologie eines Herrenvolkes einer Verschmelzung der Völker Einheit gebietet, so bedeutet dies nichts anderes, als dass widerspreche und Konflikte geschürt werden"

Publiziert am: Mittwoch, 28. Dezember 2011 (9127 mal gelesen)
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