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Kurdische Gastfreundschaft

Kurdische Mythen und Märchen

Ein Kurde lebte auf dem Land; er war noch nie in der Stadt gewesen. Seine Freunde erzählten ihm, wie schön es da sei. Schließlich wollte er auch einmal in die Stadt und die Sehenswürdigkeiten anschauen.

 Er ging durch die Straßen und besah die prächtigen Häuser und Paläste, die Moscheen und Basare. Es gefiel ihm alles sehr gut. Vom vielen Laufen war er hungrig geworden; er ging in einen Bäckerladen und bestellte fünf Nan, flache handtellergroße Brotfladen. Danach nahm er aus seiner Tasche ein paar Schnitten Schafskäse und aß sie zu dem Brot, bis er satt war. Er bat den Bäcker, sich waschen zu dürfen, wusch sich Gesicht und Hände und ging aus dem Laden.

Der Bäcker lief ihm hinter her und sagte:“ Hallo, Sie haben zu bezahlen vergessen!“

Sagte der Kurde:“ O, jeden Tag kommen bestimmt zehn Leute zu mir, sie essen und trinken, soviel sie mögen; sie bezahlen mir nichts dafür. Sobald einer kommt, der mir etwas bezahlt, werde ich Ihnen das Geld sogleich bringen!“

Kurdische Märchen, Luise- Charlotte Wentzel

Publiziert am: Samstag, 04. März 2006 (13118 mal gelesen)
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