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Die Kurden in Syrien (Westkurdistan)

Die Lage der ethnischen Minderheiten

Frankfurt/m 21. April 2007
 
Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung & der Gesellschaft für bedrohte Völker :
 
Die Kurden in SyrienDie Lage der ethnischen Minderheiten
Referat:
Die Nationalbewegung der Kurden in Syrien - Ein Stabilitätsfaktor im Nahen Osten?
 
Referent:
Dr. med. Dr. rer nat. Taufik Hamdosch
 
Vorsitzender der Demokratischen Partei Kurdistan - Syrien
Kurdistan Democratic Party of Syria, KDPS, www.KDPS.Info
 
Kurdistan National Assembly of Syria, KNAS
Member of Presidential Committee
________________________________________
 
Sehr verehrte Damen und Herren,
zunächst bedanke ich mich bei den Veranstaltern, die das  heutige Thema
 
„Die Kurden in Syrien, die Lage der ethnischen Minderheiten“ zur Diskussion  gestellt haben.
 
Diese Veranstaltung und die daraus folgenden Diskussionen werden am Ende Schlussfolgerungen anbieten, die langfristig als mögliche Option zur Lösung der ungelösten Fragen im Nahen Osten und speziell in Syrien beitragen.

Zur Einleitung erlauben Sie mir, Ihnen einige Daten und Fakten über Kurden in Syrien klärend darzustellen und die zuvor in der Öffentlichkeit publizierten und bekanten Angeben kritisch zu betrachten und anschließend begründete Korrekturen abzuliefern.

1. Die Kurden in Syrien sind keine Minderheit. Es ist ein eigenständiges Volk und stellt in der Bevölkerungszahl die größte Volksgruppe in Syrien dar.

2. Syrien ist ein multinationales und multikulturelles Land. Syrien ist kein rein arabisches Land, auch wenn eine diktatorische Clique, die im Namen des arabischen Nationalismus mit brutalen Methoden herrscht und die eigentlichen Interessen der arabischen Nation für eigene Belange ausnutzt.

3. Die Kurden in Syrien stellen ein lebendiges Volk mit enormen gesellschaftlichen und politischen Ressourcen dar.

4. Die Kurden können in Syrien eine wichtige politische Rolle bei der Etablierung eines demokratischen Systems spielen und für eine dauerhafte Stabilität in Syrien und den Nachbarstaaten beitragen. Hier sind zu erwähnen, der Libanon, Israel, Jordanien, der Irak und die Türkei.

5. Um die o. g. Ziele erreichbar zu machen, ist die politische Unterstützung durch die Länder der Europäischen Union, an vorderster Stelle Deutschland, Großbritannien  und den USA erforderlich.
Im folgenden Abschnitt werden historische Ereignisse in Kürze vorgeführt, um das komplizierte Thema zu beleuchten.

 
Die Kurden in Syrien,  West-Kurdistan

Bis zum ersten Weltkrieg stand mehr als 2/3 von Kurdistan unter der Herrschaft des Islamisch-Osmanischen Reiches. Der übrige Teil stand unter der Kolonialherrschaft des Persischen Reiches als Folge des Krieges zwischen dem Osmanischen und Persischen Imperium. Die Kurden verfügten innerhalb des Osmanischen Reiches über gewisse Freiheiten und genossen eine Art von Autonomie und Selbstverwaltung in Form von Fürstentümern, die dem Osmanischen Reich mehr oder weniger als Verbündete, in den kriegerischen Auseinandersetzungen gegen die christlichen Klein- und Großmächte, zur Seite standen.

Schon vor Beginn des ersten Weltkrieges war das Schicksal des Osmanischen Reiches als Beute der Anglo-Französischen Kolonialmächte in San-Remo 1914 besiegelt und dadurch das Schicksal des kurdischen Volkes in tragischer Weise nach dem Sykes-Picot-Abkommen 1916 noch weiter verschlechtert. (Anmerkung: Die Namen Picot und Sykes benennen den französischen und britischen Außenminister). 

Das Abkommen von Sykes-Picot war der Grundstein  der politischen Kolonialherren der damaligen Großmächte Frankreich und Großbritannien, aber auch das Leid und Elend der Völker im Nahen-Osten gewesen. Durch willkürliche Aufteilungen des gesamten Nahen Ostens einschließlich Kurdistans waren die neuen Grenzen ohne Berücksichtigung  nationaler und ethnischer Interessen, ein Brennpunkt, ein Unruheherd der Auseinandersetzung geworden. Am meisten waren die Kurden davon betroffen und die Kurden gehören bis heute zu den Verlierern dieser europäischen Außenpolitik, die noch bis heute mit allen Mitteln versuchen, jeden Sturz von Diktaturen und Diktatoren zu verhindern und den türkischen Generälen und ihrer Militärmacht Beistand zu zusagen und zu leisten. Unter dem Vorwand Stabilität, Sicherheit und Schutz der künstlichen Grenzen, die durch Kurdistan gezogen sind, beharrt man weiterhin auf diesen Staatsgrenzen, d.h. als ob es den anderen schlechter gehen würde, wenn die Kurden einen unabhängigen Staat gründen. Als ob die Kurden exotische Wesen sind, die nicht mehr in den Rahmen der internationalen Weltpolitik passen würden. Die Verhaltensweisen der internationalen Gemeinschaft und der Klein- und Großmächte sind nicht nur gegen jegliche Normen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Menschenwürde, sondern beinhalten pure Menschenrechtsverletzungen.

Somit fiel ein Teil Kurdistans als Folge des ersten Weltkrieges unter das französische Mandat und blieb später, nach der Unabhängigkeit Syriens 1946 von Frankreich, politisch ein Teil vom syrischen Territorium bis in die heutige Zeit.

Das kurdische Volk in Syrien ist bis heute trotz weltweit enormer Veränderungen und Respektierung der Menschenrechte und der Garantienahme nationaler Minderheitenrechte innerhalb nationaler Staaten von seinen – berechtigten - kulturellen und nationalen Rechten ausgeschlossen. Das ist eine Grausamkeit ohnegleichen.

Die Kurden in Syrien, Siedlungsgebiet, Zahlen und Landfläche

Der Staat Syrien verfügt über eine territoriale Landfläche von 185.180 qkm. Zu dieser Fläche gehört das zwischen Syrien und der Türkei umstrittene Gebiet Liwa-Iskenderun bzw. Hatay auf Türkisch, das 1936 mit Hilfe der Franzosen an die Türkei annektiert wurde, und die von Israel besetzten Golan-Höhen werden ebenfalls zum Staatsgebiet gezählt. Wenn man bedenkt, dass ein Drittel des syrischen Staatsgebietes aus Wüste besteht und sehr dünn besiedelt bzw. kaum bewohnbar ist, macht der Siedlungsraum des kurdischen Volkes fünfzig Prozent des fruchtbaren Bodens in Syrien aus. Das kurdische Gebiet ist mit seinen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, mit seinen Olivenplantagen, Äckern und Feldern, seinem Wasserreservoir des Euphrat und Tigris, und den einzigen Erdölressourcen des Landes, sage und schreibe das Gebiet der Bodenschätze, die Kornkammer des Staates Syrien.

Die aktuelle Einwohnerzahl Syriens beträgt 19,0 Millionen. Die Verwaltung des Landes ist gegliedert in 13 Provinzen mit der Hauptstadt Damaskus.

Anmerkung hier muss erwähnt werden: In einer nicht der Realität entsprechenden irrtümlichen Art und Weise werden im Jahrbuch Nr. 1, dem Harenberg-Lexikon Aktuell 2007 die ethnischen Gruppen in Syrien so angegeben: Araber 90,3%; Kurden, Armenier und sonstige 9,7%.

Die kurdische Bevölkerung macht nach dem arabischstämmigen syrischen Volk die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe des syrischen Staates aus und stellt die zweite Nation im Lande, die keine nationale, politische, kulturelle, soziale oder sonstige Anerkennung findet.

In Syrien leben schätzungsweise mindestens 4,5 Millionen Kurden. Die meisten Kurden leben in Nord-Syrien, beginnend von der Küste des Mittelmeers entlang der nördlichen Grenze Syriens mit der Türkei bis zu der irakischen Grenze mit den namhaften kurdischen Provinzen und Städten wie Qamishli, Hassake, Amude, Tel-Gotscher, Sarê Kaniyê (Rassoul-ain), Tirba Sipi (Qabir-Abid) mit einem Bogen nach Süden bis zur Stadt Dear-Alzour entlang der syrisch-irakischen Grenze.

Im Nord-Westen sind die Stadt Afrin und das Gebiet Kurd-Daghi (die kurdischen Berge) nördlich von Aleppo zu nennen, sowie Jabal Saman, im Gebiet Simon-Kloster, weiter nach Nordwesten, Siedlungsgebiete bei Idleb, Kafartakharim Hauptsitz des kurdisch-syrischen Befreiungshelden Ibrahim Hanano, der von jedem Syrer verehrt wird.

Im Westen befindet sich auch das Gebiet Jissir-Alshougor angrenzend an die Stadt Hamah. Ein Drittel der Bevölkerung in der Stadt Aleppo ist kurdischer Abstammung. In dem bekannten und schönen Stadtpark in Aleppo steht ein Denkmal des berühmten kurdischen Dichters und Fürsten von Aleppo, Abou-Firas Al-Hamadani, der seine Literatur, von den Arabern geschätzte Dichtung, in arabischer Sprache ausdrückte, ist ein Zeuge der kurdischen Vergangenheit in Syrien und ist ein Vorbild für die kurdische Literaturelite. Östlich der Stadt Aleppo, um das Gebiet Bab, Munbej, Sifira und Umgebung sind wichtige Siedlungsgebiete der Kurden in Syrien.

Weiter östlich vom Gebiet Kurd-Dag entlang der syrisch türkischen Grenze beginnend vom Gebiet Jarablus bis zum Gebiet Kobani, (Ain-AL-Arab) stellt das kurdische Gebiet in Nord-Syrien eine zusammenhängende Fläche von mindestens 38.000 bis 44.000 qkm dar, d. h. es ist viermal  größer als der Libanon und zweimal größer als die Fläche des Staates Israel, größer als das jetzige Armenien und ist größer als Taiwan.

In der Stadt Damaskus, dem Hauptsitz des kurdisch-islamischen Kommandanten und Führers des islamischen Reichs im 11. Jahrhundert und der von den Geschichtsschreibern in Europa mit dem Titel „der Ritter des Islams“ bezeichnete und berühmte Kurde Salahdin Al-Ayubi, wohnen noch heute etwa Vierhunderttausend Menschen kurdischer Abstammung.

Laut verschlossenen Akten der syrischen Volkszählung wurde die Zahl der kurdischen Bevölkerung allein in den von dem syrischen Regime als besonders kritischen  Siedlungsräumen der Kurden - gegen die innere Sicherheit und der arabischen Nation angesehenen  Gebiete der Kurden - wie Jabal-Saman, Afrin, Kurdghi, Kobani (Ain-Arab), Rassul-Ain, Al-Jazira inklusive Qamishli, Amuda und Al-Hassaka mit 2,8 Millionen Menschen bezeichnet.

Wohlgemerkt wurde die Zahl der Kurden im Stadtgebiet Aleppo, in Jerablus, im Gebiet Al-Bab und im Osten in der Stadt und Provinz Dear-Alzou, sowie im Westen wie Kafartakharim, Djissir-Alshoghor, in der Stadt Hamah und der Hauptstadt Damaskus außer acht gelassen, weil laut Baath-Regime diese Kurden im Inneren des Landes keine unmittelbare Gefahr für die arabische Nation darstellen.

Wenn man die ganzen numerischen Angaben einfach betrachtet und sich die Zahl der Kurden in den  Gebieten der Großstädte im Inneren des Landes vor Augen führt, ist es leicht, zu einem klaren Ergebnis zu kommen. In der Stadt Damaskus leben mehr als 400.000 Menschen kurdischer Abstammung. Über die Hälfte stammen aus der Zeit, als der große kurdische und islamische Feldherrscher Salahdins, nach seinem Sieg über die christlichen Ritter der Kreuzzüge in der Schlacht Al-Hittin Damaskus als Hauptsitz des islamischen Reiches wählte.

In der Stadt Aleppo leben mindestens 500.000 und  in der Stadt Hamah weitere 200.000 Menschen  kurdischer Abstammung, die sich klar als Kurden bekennen.

Übrigens ist die Stadt Hamah ein Regierungssitz einer der Söhne Salahdins gewesen und war in der Geschichte ein bekanntes kurdisches Fürstentum gewesen. Die meisten der jungen Generation, die z. B. an der Nähe der syrischen Küste und in Ortschaften wie Kafartakharim, Jissir-Alshougor leben, können kein kurdisch sprechen, sind aber stolz, daß sie kurdische Vorfahren haben und betrachten sich als ein Teil der syrischen Kurden.

Weitere Ortschaften, die oben genannt sind, aber von der syrischen Regierung nicht in die Statistik der kurdischen Bevölkerung einbezogen wurden, stellen bei aller Bescheidenheit weitere 300.000 Menschen kurdischer Abstammung.  Durch das Ausbürgerungsgesetz sind zurzeit 250.000 Kurden ohne Ausweise und werden als Ausländer und nicht als Bürger gezählt.
Ohne Übertreibung kommt man sehr leicht zu einer Zahl von mindestens 4,5 Millionen Menschen.

Die aktuelle Zahl der gesamten syrischen Bevölkerung beträgt 19,0 Millionen, Weltrangliste 55.

Das bedeutet, die kurdische Bevölkerung stellt mindestens 25% der syrischen Gesamtbevölkerung, die von allen nationalen und bürgerlichen Rechten in Syrien ausgeschlossen ist. Diese Zahlen sind absolut realistisch. Wer diese Zahl als nicht glaubhaft betrachtet, wird daran erinnert, daß nach der Unabhängigkeit Syriens 1946  die Zahl des gesamten syrischen Volkes  3,4 Millionen Einwohner betragen hat. 

Die Zahl der Kurden wurde nur im traditionell kurdischen, d.h. im nördlichen Gebiet Syriens mit 850.000 Einwohnern angegeben ohne Berücksichtigung der nicht registrierten Bürger und der kurdischen Einwohner in Damaskus, Aleppo, Hamah, Kafartakharim, Salquin und Jissir-Alshogour.

Wie kann sich die Zahl der syrischen Bevölkerung auf das fünffache erhöhen und sich die Zahl der syrischen Kurden seit mehr als zwei Generationen erheblich darunter befinden. Es ist bekannt, daß die Kurden ein bedrohtes Volk sind. Sie folgen dem Wesen der Natur und bringen viele Kinder auf die Welt, um keinesfalls auszusterben.

Jeder weiß, dass die Kurden in Syrien  weder kulturelle noch nationale Minderheitsrechte genießen, obwohl sie die zweitgrößte Nation nach der arabischen darstellen. Die kurdische Sprache ist im öffentlichen Leben und somit auch in den Schulen verboten. Die kurdische Musik und die Pflege der kurdischen Kultur sind nicht nur verboten, sondern  werden mit schweren Haftstrafen sanktioniert. 

Die kurdische Nationalbewegung in Syrien,  in Form organisierter politischer Partei im Vergleich zu anderen Teilen Kurdistans entstand  1957 relativ spät unter dem Namen Partî Demokratî Kurdistan-Suriye“ Demokratische Partei Kurdistan-Syrien, PDKS, die  am 14. Juni 1957  verstärkt politische Aktivität zeigte,  stand unter dem Einfluss der Nationalbefreiungs-Bewegung im Nord/Irak. 

Die Phase nach dem Zusammenschluß Syriens mit Ägypten 1958:

Die kurdische National Bewegung in Syrien war auf der Phase des Zusammenschluss Syriens mit Ägypten 1958 nicht vorbereitet.

Die Situation änderte sich aber entscheidend zu Ungunsten der Kurden, als die syrischen Behörden und die Politik begannen, die kurdische Bevölkerung ohne jeglichen Grund massiv zu verfolgen und ohne rechtliche Handhabe Massenverhaftungen unter den Kurden durchzuführen. Die syrische Stellen bekämpften diese schuldlosen Menschen einfach deshalb, weil sie durch ihre Geburt das „Verbrechen“ auf sich geladen hatten, Kurden zu sein (Erbsünde auf arabisch). Die Erbitterung der kurdischen Bevölkerung wurde dadurch noch wesentlich gesteigert, als die syrische Regierung begann, die Namen der kurdischen Ortschaften, Städten und Dörfern zu ändern, bzw. zu arabisieren. Aufgrund dieser Maßnahmen sahen sich nun auch die syrischen Kurden gezwungen, sich politisch stärker zu formieren und neu zu organisieren. 
 
Nach dem Zusammenbruch der Vereinigten Arabischen Republik 1961:

Am 28. September 1961  hofften die Kurden - leider noch einmal vergeblich – auf eine Beendigung der Diskriminierung des kurdischen Volkes und der kurdenfeindlichen Politik. Es kam sogar noch schlimmer, als die am 8. März 1963 durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Baath-Partei zeigte, daß sie großes Talent in der Verfeinerung und Intensivierung der Verfolgungsmethoden gegen die Existenz des kurdischen Volkes in Syrien und außerhalb Syriens hat und handhabt und das bis heute andauert.

Die kurdische Nationalbefreiungsbewegung in Syrien hat in den 60er Jahren Federn lassen müssen. Insbesondere nach der Verhaftungswelle der Mitglieder der politischen Führung und  durch Anwendung von Gewalt wurde der Wille der Verhafteten unter schweren Folterpraktiken gebrochen. Demzufolge war der Verzicht auf politische Forderungen des kurdischen Volkes in Syrien und der Verzicht auf den Namen Kurdistan in politischer Betätigung eine Bedingung, um aus den Gefängnissen frei zu kommen. 

Im Verlauf, Ende der 60er und 70er Jahre wurden durch Unstimmigkeiten unter den syrischen Kurden Dutzende von Gruppierungen gebildet, die politisch ideologisch mit differenten Weltanschauungen ausgezeichnet waren.

Nach dem Zusammenbruch der Staaten der ehemaligen Sowjetunion und nach dem ersten Golfkrieg 1991 im Irak, sowie nach der Befreiung des Iraks 2003 gewann die kurdische Nationalbefreiungsbewegung in Syrien neue Formen an politischer Bedeutung und stellt heute ein beachtliches politisches Potential in den kommenden zu erwartenden Veränderungen in Syrien.

In Kurdistan Syrien existieren zwei politische Strömungen, die klassischen kurdischen Block-Parteien, die eine agiert unter dem Namen Tahaluf „Koalition“ und die zweite Cephe „Front“. Beide Gruppierungen betätigen sich offen ohne Einschränkung solange sie die Anweisungen des syrischen Sicherheitsapparates befolgen. Deren Vorsitzende und die Vorstandsmitglieder führen ein offenes und legales Leben. Sie müssen nicht im Untergrund Verstecke suchen und bedeckt leben.

Die dritte Strömung besteht aus politischen Formationen, die das Signum "Kurdistan/Syrien" oder „Kurdistanî“ tragen. Sie arbeiten illegal in Syrien d. h.  im Untergrund. Diese Strömung ist sehr aktiv auch in Europa und Nord-Amerika.

Sie agiert zunehmend national wie international auf politischem Parkett und plädiert für einen grundlegenden Systemwechsel in Syrien, Etablierung eines demokratisch föderalen Staats aus den 13 Provinzen Syriens und erhebt den Anspruch auf einen föderalen Kurdenstaat in Nordsyrien mit Beteiligung an der Zentralregierung in Damaskus.

Zu diesem Block gehört die Demokratische Partei Kurdistan / Syrien, Kurdistan Democratic Party - Syria, KDPS und Kurdistan National Assembly – Syria, KNAS, sowie weitere kleinere Gruppierungen.

Diese Kurdistan - Formation  steht als Avantgarde der politischen Initiativen in der politischen Arena, sie bildet Koalitionen und Bündnisse mit den übrigen syrischen modernen Parteien, die die Existenz des kurdischen Volkes akzeptieren, um ein gleichberechtigten Leben aller ethnischen Gruppen in Syrien unter dem Dach einer modernen föderalen Staatsverfassung zu regeln. Die klassischen Gruppen der Kurden stehen unter dem Erwartungsdruck der Bevölkerung und nähern sich mit beachtlicher Dynamik dem politischen Weg und der Ideologie der demokratischen Partei Kurdistans. Dies ist ein politischer Erfolg der konsequenten Kurdistan –Linie.

Unabhängig von den o. g. Differenzen der kurdischen Gruppen ist die kurdische Bevölkerung sehr wachsam und wird im richtigen Moment selbstbewusst die Initiative ergreifen.  Das beste Beispiel wurde am 12 März 2004 dargeboten. Dies zeigt, dass bei ernsthaften politischen Ereignissen sich die kurdische Nationalbefreiungsbewegung  neu formieren wird und eine neue Führung realisiert.

Politische Analyse und Zusammenfassung:

Ein Systemwechsel in Syrien unter dem Aspekt der Demokratisierung und Beteiligung des kurdischen Volkes als gleichberechtigte Partner des Arabischen Volkes und anderer ethnischer Minderheiten würde dem Land Syrien eine enorme politische Perspektive bieten und im Gesamtgebiet des Nahen Osten einen starken und stabilen politischen Partner aufstellen. Hier sind die Europäischen Staaten und die USA gefordert,  Unterstützung zu leisten und ihre Ambitionen für eine neue Außenpolitik zu Gunsten demokratischer Verhältnisse zu realisieren.

Dies möge uns bei unserem Engagement für Freiheit und Frieden, gemeinsam in einer zivilisierten Welt ohne Gewalt und Terror leben zu können, eine Bestärkung bedeuten, damit wir gemeinsam erfolgreich sind.

Democratic Party of Kurdistan – Syria, KDPS

Table I. Additional information about the Syrian population, ethnic and religious groups
________________________________________
Original Arabs, ethnic group, language Arabic,                                               18 – 20%
Religion Islam, Sunni, many of them radical Moslems,
Dominating every positions of the Syrian State policy, including military
and civil sections
________________________________________
Kurds, ethnic group, national language Kurdish                                                22 – 25%
Religion majority Islam Sunni, 3-4% Yazidi, 1-2 Shafi`i
2-3% Christians, Jewish 0,5 – 1%
Moderate People, the majority inhabit in northern Syria and large cities
________________________________________
Christians, Syrian original inhabitants, assimilated by Arabs                              12- 14%
They have forgotten their original language, today they speak Arabic,
They are moderate people, against Islamic extremists and terrorism
________________________________________
Alawite, Religious group, language Arabic, original Kurdish people,                      10-12%
resettled by force, religions conflict with Moslems Sunni.
They present them self as Alawite, They declare their Kurdish origin.
Moderate peoples; inhabit West Syrian near Lattakia
________________________________________
Druze, Religious group, language today Arabic, original Kurdish people                12- 14%
resettled by force, religious conflict with Moslems Sunni.
They are proud about their Kurdish origin, they are against Extremists
Inhabit the triangle among Syria, Lebanon and Israel
________________________________________
Byzantine and Roman origin, special religious group,                                               5 - 6%
Assimilated by Islam, Language today Arabic
________________________________________
Lebanese and Palestinian, ethnic and religious groups                                           3 - 4%
Language Arabic
________________________________________
Turkmen, ethnic group, language Turkish, religion Islam                                         2 - 3%
Moderate people
________________________________________
Armenian, ethnic group, language Armenian, religion Christianity                             2%
Moderate people
________________________________________
Cherkasian, ethnic group, language Cherkasian, Religion Islam                             2-3%
Moderate People

Publiziert am: Sonntag, 29. April 2007 (7155 mal gelesen)
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